Sieben Uhr Frühstück

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Sieben Uhr Frühstück,
das wandelbare Glück.
Kaffee geschlürft,
vornüber gestürzt.

Jede Hilfe zu spät,
kein Herz mehr schlägt.
Zeit steht still,
weil der Tod es will.

Sieben Uhr Frühstück,
das wandelbare Glück.
Sonnenstrahlen
vom ewigen Leben prahlen.

Regenschauer
fühlen keine Trauer.
Jahreszeiten vergehen,
vermissen kein Leben.

Sieben Uhr Frühstück,
das wandelbare Glück.
Das große Los gezogen,
zuviel für den Obdachlosen.

Sie verstecken sich im Wald,
der große Krieg tobt weltweit.
Zerfetzte Körper in den Städten,
Flüchtende zuhauf verrecken.

Sieben Uhr Frühstück,
das wandelbare Glück.
„Hier liegt einer verrottet,
der Tod hat ihn vorm Krieg errettet.“

Die Erde ist ausgetrocknet,
der Leichnam mit Steinen abgeschottet,
als Dank für die Geldscheine,
Hoffnung ersetzt kurz das Geweine.

Nafia

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Eine endliche Geschichte (Teil 1)

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Mitunter soll sich dies wahrhaftig zutragen: Da begegnen sich zwei Menschenkinder, die bis zu dieser Sekunde voneinander nicht einmal um ihre gemeinsame Existenz auf unserem Planeten Erde wußten. Und die Liebe schlägt ein, wie ein Blitz.

Irgendwie ist das immer, als zöge da ein großer Unbekannter seine Fäden. An Alter und Aussehen, an Muttersprache und Konfession, an Herkunft und Hautfarbe, ja selbst, und das ist gar nicht selten – am gleichen Geschlecht -, stört sich jener Geheimnisvolle nicht. So soll sie denn beginnen, die kurze Geschichte einer Liebe in Deutschland.

Das Mädchen und der Junge sitzen dicht beieinander auf dem steinernen Geländer der alten Brücke. Scheinbar gedankenverloren genießen sie die Stille, die durch das zu ihren Füßen dahinmurmelnde Flüßchen eher noch unterstrichen wird. Der Himmel ist beinahe wolkenlos, und bei genauerem Hinsehen entdeckt man im Gras und in den Zweigen der Uferbüsche abertausende, im warmen Licht flirrende Gespinste. Altweibersommer.

Sie sind jung, die beiden. So um die Zwanzig, und jeder für sich mit der Welt zufrieden und bis über beide Ohren in den anderen verliebt. Seit mehreren Tagen radeln sie ohne rechten Plan durchs Land, und neben vielem Sehenswerten für Auge und Verstand hatten sie ausgiebig Zeit, sich selbst zu erkunden. Dabei kamen sie freilich immer wieder zu dem Schluß, daß sie wohl füreinander bestimmt seien. Räder und Gepäck haben sie unter der Brücke verborgen, dort, wo sie in ihrem winzigen Zelt die Nacht zu verbringen gedenken.

Das schmale, von einigen wenigen Sommersprossen gesprenkelte Gesicht des Mädchens ist von den Anstrengungen der heutigen Tour noch leicht gerötet. Es fährt sich mit gespreizten Fingern durchs Blondhaar; versucht vergeblich die fahrtwindzerzauste Pracht zu ordnen und ärgert sich, ganz weit hinten im Oberstübchen, über ihr Mißgeschick, das Stirnband verbummelt zu haben.

Der Junge betrachtet sie still von der Seite, zärtlich lächelnd, denn er liebt jede ihrer Gesten. Und als sie sein Lächeln schließlich erwidert, kann er sein Verlangen, sie zu küssen, nicht länger zügeln. Er zieht sie an sich.

Nach geraumer Zeit spürt sie sehr deutlich seine wachsende Erregung. Obwohl sie durchaus ähnlich empfindet, stößt sie ihn mittels ihrer kleinen Fäuste und in gespieltem Ernst zurück: Sie seien doch keine Tiere, die es am hellichten Tag vor allen Leuten treiben würden. Die Steine seien ihr zu hart, die Mauer zu schmal und überdies verspüre sie gewaltigen Hunger und sei deshalb sowieso ungenießbar.

Er rückt von ihr ab, streichelt ihr eine widerspenstige Haarstähne aus der Stirn und seine Augen blitzen schelmisch. Ein paar Pfunde könne sie tatsächlich noch vertragen, scherzt er. Das mache sie handlicher und er brauche nicht solange umhertasten, bis er gefunden habe, was sie so perfekt unter ihrer Kleidung verberge. Er sei sich allerdings sicher, daß sie im nächsten Ort einen gemütlichen Gasthof fänden, wo sie ihre, jawohl, abnormen Gelüste befriedigen könne.

Behende schwingt er sich zur Straße hin von seinem Sitz, umfaßt dann die Taille des Mädchens und hebt es von der Brüstung. Sich ihm zuwendend, schmiegt sie sich an seinen starken, sonnenwarmen Körper und reicht ihm so gerade bis zur Brust. Sie fühlt seine Lippen ihren Scheitel streifen, genießt diese Geborgenheit, und eine Welle unfaßbaren Glücks steigt in ihr empor.

Von der Brücke aus verläuft die Straße ein gutes Stück bergauf und kerbt dennoch die zu beiden Seiten sanft zum Wald hin ansteigenden Hänge. Dort, wo das schmale Asphaltband ins Nichts abzukippen scheint, ragt vor dem Hintergrund sehr ferner Berge eine Kirchturmspitze, deren Turmkreuz gelegentlich gülden blitzt, wenn es von den Strahlen der Sonne getroffen wird. Hand in Hand wandern nun die jungen Leute ohne sonderliche Eile diesem Ziel entgegen.

Als sich dann gegen Ende der Steigung der Blick ins Nachbartal eröffnet, drückt das Mädchen die Jungenhand merklich fester und bleibt wie angewurzelt stehen: Sehr still, sehr sauber und sehr friedlich angepaßte Zweckbauten.

Ist das schön, denkt das Mädchen und hat Bilder längst verlorengeglaubter Kindheitsträume vor Augen. Hier müßte man leben können. Für immer weg von der Hektik der Stadt und alles erstickenden Blechlawinen. Und, für einen Augenblick wünscht es sich sogar, die Zeit möge stehenbleiben und diesen Frieden nimmer stören.

Der Sinn des Jungen für solcherart Romantik ist wohl weniger stark ausgeprägt. Er erfreut sich einige Minuten an ihrer Fähigkeit, derart intensiv staunen zu können und reißt sie dann aus ihrem Tagtraum: Dies müsse es wohl sein, jenes sagenhafte Land der glücklichen Kühe…

Das Mädchen bedenkt ihn ob solcher Sprüche wie immer mit einem strafenden Blick aus klaren blauen Augen, prustet dann das befreiende Lachen heraus und zieht ihn ungestüm mit sich.

Das letzte Wegstück ist das Paar mehr mit gegenseitiger Neckerei befaßt, als daß es Einzelheiten der Umgebung mehr als flüchtige Beachtung schenkt. Daß sich im Dorf kaum eine Menschenseele zeigt, ist für sie ebenso belanglos wie sich hier und da hinter blumengeschmückten Fenstern bewegende Gardinen.

Das Einzige, was für einen Moment ihre Lebensfreude trübt, ist ein hochmoderner Traktor, der, das Dorf in zügiger Fahrt durchquerend, reichlich Staub aufwirbelt und sie von der Straße zwingt. An einem Zaun stehend warten die beiden ab, bis sich die unzähligen Partikel wie ein anfangs hauchzarter, am Ende jedoch wieder unsichtbarer Schleier über das gepflegte Grün der Vorgärten gesenkt haben.

Der Gasthof entspricht schon vom Äußeren allen ihren Erwartungen. Ein Fachwerkbau, die Fachen frisch geweißt und das Holz der vor mehr als einem Menschenalter gesetzten Balken mag durchaus noch einem weiteren Jahrhundert widerstehen. Die Einrichtung ist einfach und rustikal, man sieht, daß Sauberkeit den Wirtsleuten hier hohes Gebot ist.

Um den Stammtisch sitzt ein gutes Dutzend Männer verschiedener Generation beim Biere und macht sich, lautstark durcheinander redend, die an solchen Orten üblichen Gedanken über die Zeitläufe. Die Gespräche verstummen beim Eintritt der jungen Leute und plätschern dann, nach einem Weilchen der Musterung und Besinnung, in weniger als Zimmerlautstärke fort.

Das Mädchen schaut sich um, steuert zielbewußt einen Tisch am Fenster an und greift noch halb im Stehen nach der Speisekarte. Es wird ein opulentes Mahl, und gelegentlich wundert sich der Junge, wo seine Liebste die reichlich bemessenen Portionen läßt. Und da es ihnen überdies an Gesprächsstoff nicht mangelt, folgt der ersten Flasche Wein eine zweite, und draußen setzt derweil gemächlich die Abenddämmerung ein.

Es ist wohl so, daß Verliebte die Welt im Allgemeinen und sich selbst im Besonderen mehr mit dem Herzen sehen als mit wachem Gespür. So auch das Mädchen und der Junge, die nur Aug‘ und Ohr füreinander haben. Ach, hätten sie doch nur den Gesprächen am Stammtisch gelauscht, ein wenig nur, oder Blicke zu deuten versucht…

Von Kanaken wird dort bierseelig gezischelt, und von Schlampen, denen die rechtschaffenen Schwänze deutscher Mannsbilder nicht gut genug seien… Stammtischgeschwätz eben. Und, was soll’s…

Unser schwarzgelockter Dreitagebartträger mit dem gebräunten Teint macht einen sehr handfesten Eindruck, man weicht ihm, selbst auf dem Weg zu Kaisers Klause, respektvoll aus.

Zu vorgerückter Stunde rüsten die jungen Leute zum Aufbruch. Sie zahlen großzügig und treten hinaus in die erfrischende Kühle der Nacht. Nicht nur, weil sich ihr Zelt mit wenigen, in den letzten Nächten oft geübten Handgriffen im Scheine einer Taschenlampe aufschlagen läßt, haben sie es nicht sonderlich eilig. Man hat ja einander und dazu alle Zeit dieser Welt. Eng umschlungen, schlendern sie entlang der Häuser, in denen man sich nun wohl auch anschickt, das Tagwerk zu beschließen.

Peter Petereit

Fortsetzung folgt

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Hartz IV: Übereifer mancher Jobcenter bedroht Betroffene

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Willkür nimmt bereits freien Lauf

Eigentlich sollte sich niemand wundern, zumal einige Menschen sich prädestiniert fühlen, ihre Macht ohne irgendwelche Gewissensbisse auszuführen. Das kennt man nicht erst seit dem Film „Die Welle“, sondern zeigte sich stets genau dann, wenn Menschen eine Möglichkeit gegeben, andere demütigen zu dürfen.

Was neben den Medien auch politisch Verantwortliche skrupellos in der Öffentlichkeit präsentierten, die Hetze gen Hartz-IV-Empfänger, veranlaßte daher ebenso manche Jobcenter, in ihrem Übereifer Betroffene zu bedrohen, die Willkür nimmt ihren freien Lauf.

In Soest und Stade ticken die Uhren ein wenig anders

Um es gleich mal vorwegzunehmen, die Bewohner der beiden genannten Orte tragen keinerlei Schuld, es sind mal wieder Einzelne, die unglaubliche Entscheidungen und Handlungen vollziehen. Unfaßbar das Verhalten des Jobcenters Soest, welches sich über den richterlichen Beschluß im Fall einer betroffenen alleinerziehenden Mutter hinwegsetzt, ihr weiterhin keine Leistungen ausgezahlt werden, so daß sie von Obdachlosigkeit betroffen ist.

Der zuständige Sachbearbeiter des Jobcenters besitzt die Unverfrorenheit, die Entscheidung des Gerichts zu mißachten, um sogar im Gegenzug eine Beschwerde seinerseits einzureichen. Eine Mutter mit Kind auf bestem Wege in die Obdachlosigkeit, während eine deutsche Behörde die zuständige Justiz einfach ignoriert, so etwas nennt man Willkür!

Vor kurzem fühlten sich auch die Mainstream-Medien aufgerufen, über das Jobcenter Stade zu berichten, weil dortigst ein übereifriger Mitarbeiter einen eigens angefertigten Fragebogen entwarf, in dem eine Betroffene über ihr Sexuelleben ausgehorcht wurde.

Alles nur Einzelfälle oder eher die Spitze des Eisbergs?

Sie dürfen von der Spitze des Eisbergs ausgehen, weil viele Betroffene sich höchstwahrscheinlich nicht trauen, den Entscheidungen oder gar der Willkür mancher Jobcenter zu widersprechen, sich zu wehren. Deutsche Gründlichkeit in Sachen Sozialrassismus flammt erwartungsgemäß auf, ein Nachtreten gen Ärmste der Armen beweist nur zu deutlich, in wie weit unsere Gesellschaft verkommt. Statt über moderate Lösungen nachzudenken, endlich die Sanktionspolitik oder noch besser diese Hartz-IV-Gesetze gänzlich abzuschaffen, erleben wir nunmehr die ganze Tragweite inhumaner Handlungsweisen.

Dabei gäbe es durchaus andere Abhilfen politischer Gestaltungen, denken wir ans BGE oder ans Bandbreitenmodell. Solange aber die Politik meint, sie müsse den vorbestimmten Weg einer nimmersatten, profitgeilen Wirtschaft folgen, wird sich kaum etwas bis gar nichts ändern.

Lotar Martin Kamm

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Widerworte eine passende Antwort

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Wer nicht fragt, bleibt dumm

Jemandem die oder eine Antwort schuldig bleiben, in dieser Situation wird sicher schon jeder gesteckt haben. Entweder, weil er die Antwort auf eine Frage nicht wußte, kein Interesse hatte zu antworten, dafür können mehrere Gründe vorliegen. Ein hervorstechender Grund kein Interesse zu haben, um eine Antwort zu geben, ist wahrscheinlich der Punkt, an dem man im Gespräch mit einem Kind, kann auch mit einem Jugendlichen oder einem „hartgesottenen“ Erwachsenen geschehen, bereits schon eine ganz lange Zeit das Frage-Antwort-Spiel gespielt oder besser ausgedrückt, der Fragende mit keiner Antwort so zufrieden war, daß sofort die nächste nicht unbedingt speziell auf das ursprüngliche Thema fixiert, ausgesprochen wurde. Eine zuweilen schiere Endlosschleife, die meistens von dem Antwortgebenden durchbrochen wird, dieses Unterbrechen kann bis zu Wutausbrüchen führen.

Es war bis vor einiger Zeit nicht unüblich, oder vielleicht besser gesagt, an der Tagesordnung, daß in den Familien das letzte Wort vom Vater oder der Mutter ausging und keine weiteren Fragen gestellt werden konnten, ohne mit Stubenarrest oder sogar Schlägen daran gehindert worden zu sein. Diese Methode wurde auch in den Firmen und Betrieben angewandt und führte oftmals zu sogenanntem Duckmäusertum. Nicht die Furcht vor Strafen oder Schlägen bewog Erwachsene, keine weiteren Fragen zu stellen, sondern es war verinnerlicht, vermeintlich Höhergestellten nicht zu widersprechen oder nachzufragen, man hatte zu parieren.

Der Duckmäuser, spätmittelhochdeutsch tockelmüsen, Heimlichkeiten treiben, Heuchler, Kriecher, Speichellecker, Untertan, ist ein Mensch, der es nicht mehr wagt zu fragen, zu hinterfragen. Natürlich nicht nur, weil seine Fragen nicht ständig beantwortet wurden, sondern auch weil er sich entweder nicht traut, (dies kann ohne weiteres an der Persönlichkeit liegen), aus Berechnung damit mehr zu erreichen, beliebter zu sein, nicht aufzufallen, schließlich dennoch auch wegen der Anerzogenheit nicht weiter Fragen stellen zu dürfen.

Jetzt könnte man daraus schließen, daß Antwort etwas mit Endwort, das letzte Wort zu tun hat. Keine Widerrede mehr geduldet wird. Nun, irren ist menschlich. Antwort, mittelhochdeutsch antwürte, althochdeutsch, antwurti bedeutet Gegenrede. Verwirrend, nicht wahr? Denn nicht jede Frage ist prädestiniert, eine Gegenrede zu erhalten, oder? In älteren Schriften wird sogar von Antwort werfen gesprochen, anstatt Antwort geben. Es scheint, einige unserer Vorfahren waren wohl genervt, überhaupt Antworten zu geben und wenn dann eher als Gegenrede oder als Widerspruch. Lag das an einer Wortkargheit, daran daß die Sprache, das Mitteilen noch nicht so einen großen Stellenwert, eine Diskussion im alltäglichen zwischenmenschlichen Umgang nicht vonnöten, nicht gewollt war, nicht erforderlich für die täglichen Belange?

Womöglich ist es ein Gemisch aus vielen Faktoren, gerade angesichts des Wissens, daß Bildung, Sprachvermittlung noch gar nicht so lange wirklich Einzug in die Gesellschaft gefunden haben. Vielleicht hat deshalb die Fähigkeit zur Diskussion oder Kommunikation nicht den Stellenwert bekommen, den sie nötig hätten, um das Frage-Antwort-Spiel für beide beteiligten Seiten zur Zufriedenheit aller zu nutzen.

Warum fragen wir? In der Regel um etwas zu erfahren, daß wir nicht wissen, noch nicht verstanden haben, etwas einer Klärung bedarf, ein Problem gelöst sein will. Wenn der Angefragte allerdings daraufhin mit einer Gegenrede (Antwort) reagiert, werden wir womöglich ihm in Zukunft weniger Fragen stellen, außer diese Gegenrede initiiert ein Folgegespräch, das bedingt aber beiderseitiges Einverständnis zu einem lebhaften Gesprächsaustausch. Ist dies nicht gegeben, wird der Fragesteller sich an andere Personen wenden. Werden Fragen nur lieblos, uninteressiert beantwortet oder nur kurz eine unbefriedigende Antwort gegeben, das heißt der Fragende empfindet eher Ablehnung, jetzt nicht, keine Zeit, so wird er irgendwann sich ebenfalls abwenden.

Keine Frage, es ist nicht immer einfach, Antworten ausschweifend und komplett wissend zu geben, aber jeder Fragende wird die Bemühung erkennen, soll bedeuten, es ist nicht ausschlaggebend die Lösung, Wahrheit zu erfahren, sondern die Bereitschaft zur Antwort ist wichtig. Solange aber die Gesellschaft nicht die Wichtigkeit des Frage-Antwort-Spiels und deren Abläufe, Regeln in den Schulen, Kindergärten mit einbezieht, wird es stets einfacher sein, Duckmäusertum und Gegenredner zu finden, als Menschen, die einfach mal eine Antwort schuldig bleiben, weil sie die Aufrichtigkeit besitzen, eine konkrete Begründung zu geben, ohne mit Strafen zu drohen.

Doris Mock-Kamm

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Gwens Leben erhielt endlich eine Wendung

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Wehmütig blickte sie gen graudüsteren Himmel, während es in Strömen goß, ihr schwarzes, langes Haar komplett durchnäßt in ihrem Ausschnitt hing, die Bluse zerfetzt, all die Tränen verloren im Fluß einer undurchdringlichen Ohnmacht, die keine Wege fand, sich auch nur ansatzweise zu äußern. Leere, begleitet mit Taubheitsgefühlen umgaben Gwen, ohne daß die Dreiundzwanzigjährige irgendeine Notiz nahm vom Geschehen in ihrer unmittelbaren Umgebung.

Es stank erbärmlich neben ihr, Hundekothaufen lösten sich auf, manch einer schwappte vorbei wie ein führerloses Boot in tobender See, ein vorbeiflitzender Sprinter sorgte für zusätzliche Nässe, die sie aber nicht weiterhin störte, zu sehr lähmte Gwen der nicht enden wollende Schmerz, den zuvor Mark ihr angetan. Ausgerechnet ihr Ex-Freund, von dem sie sich doch so friedfertig getrennt hatte. Warum nur, fragte sie sich ständig, wie konnte er ihr das antun? Welch Demütigung!

„Sie können doch nicht einfach so auf dem Bürgersteig sitzen, junges Fräulein. Ja, Sie meine ich“, sprach Gwen eine alte Frau mit Krückstock an, bückte sich umständlich, reichte ihr die Hand. Doch Gwen schüttelte stumm ihren Kopf, hielt sich beide Ohren zu.

„Na, na, na, nun aber mal ganz sachte, nehmen Sie meine Hand, ich mein es nur gut mit Ihnen. Egal, was auch geschehen, es gibt immer einen Weg aus jeder Misere. Komm schon, Mädchen, laß dir mal von ner ollen Schabracke helfen!“, betonte die Alte und lachte. Gwen schaute sie völlig entgeistert an, mußte unweigerlich grinsen und ergriff die linke, knöcherne Hand der Alten.

„Danke Ihnen. Wie heißen Sie, ich bin die Gwen“, bemerkte sie und richtete sich langsam auf.

„Nennen Sie mich Cindy, heute heiße ich Cindy, morgen vielleicht Mary, keine Ahnung.“ Gwen musterte Cindy, die ein wenig unständlich ihren Krückstock hielt, aber beherzt und entsprechend energisch mit ihr die Straße überquerte.

„Komm mal mit, Mädchen, ich glaube, du kannst einen ordenlichen Schluck vertragen. Dabei erzählst du mir gleich am besten, was geschehen. Keine Widerrede, ich bin noch jung genug, zu erkennen, daß irgendein Kerl über dich gestiegen ist“, sagte Cindy und öffnete die Tür der Eckkneipe „Zum goldenen Anker“. Laut war’s in der verrauchten Spelunke, zwei kräftige Haudegen brüllten sich just am Tresen an, im nächsten Moment knallte der Wirt ihnen zwei Schnäpse auf die Theke und forderte sie auf, diese zu trinken, um danach die Kneipe zu verlassen.

Gwen machte Anstalten zu gehen, weil ihr der Raum so gar nicht gefiel, doch Cindy hielt sie zurück, bugsierte sie an einen Tisch in einer Ecke, dort saßen keine Gäste, niemand würde die beiden hier nerven, wie die Alte mit fester Stimme betonte.

„Was kann ich euch bringen?“, fragte der Wirt und wischte den Tisch mit einem blauen Lappen ab. Gwen bestellte ein kühles Blondes, Cindy einen Gin Tonic, aus den Lautsprecherboxen erklang die kreischende Stimme von Nick Cash, „Homicide“ war Gwen durchaus bekannt, schließlich hatte sie gar den Punkrock-Sänger mal im SO36 getroffen.

„No one cares when someone lies, they’d rather say that it’s a red alert, you’d better believe it, that’s the truth of it take it or leave it, resign to it homicide, homicide, homicide”,…die Gäste schienen kaum auf den Song zu reagieren, während Gwens Lebensgeister allmählich erwachten, Erinnungen flammten kurz auf an eine Zeit, in der sie glücklich war, damals gerade Mark kennenlernte, bevor sie zusammenfanden. Cindy holte sie zurück in die Gegenwart.

„Jetzt erzähl doch mal, was dir geschehen!“, forderte sie die Alte auf und stieß mit Gwen dabei an. Die Dreiundzwanzigjährige berichtete von ihrer Beziehung mit Mark, der sie anfangs auf Händen getragen, ihr fast jeden Wunsch von den Augen abgelesen hatte, bis Gwen einmal fremdging, ihn enttäuscht hatte. Schnell endete ihre Liebe, sie einigten sich, dennoch im Guten sich zu trennen. Mark zog nach Frankfurt, sie blieb hier in Berlin. So weit so gut. Bis gestern abend er plötzlich vor ihrer Wohnungstür stand, nach zwei Jahren, wo sie sich nicht mehr gesehen hatten, er nicht fragte, ob er willkommen sei, sie zur Seite gestoßen hatte, aufs Bett warf und wortos heftigst vergewaltigte.

Cindy tupfte sich eine verlorene Träne von ihrer Wange, hielt Gwens rechte Hand dabei fest, die mutlos in sich zusammensank. Dabei fiel der Alten Gwens Muttermal am Handgelenk auf.

„Woher hast du dieses Muttermal, mein Kind?”, fragte Cindy völlig erstaunt.

„Mein Papa hatte mir stets versichert, dies sei vererbt, meine verstorbene Oma soll das ebenso gehabt haben“, erwiderte Gwen.

„Verstorben?”, fragte Cindy hörbar entrüstet, einige Gäste schauten aufmerksam geworden zu ihnen hinüber, „was hat denn deinen Papa dabei geritten?“

Gwen schaute zum ersten Mal genauer ins Gesicht von Cindy, kam ins Grübeln.

„Bevor du herumrätst, mein Kind, ich bin es, deine Oma!”, rief Cindy, stand auf und umarmte ihre Enkelin. Die beiden Frauen boten ein schönes Bild herzlicher Nähe. Im ganzen Raum herrschte schlagartig Ruhe, selbst die Musik verebbte, weil der Wirt sie abgestellt hatte.

Lotar Martin Kamm

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Banken: Geldflüsse bestimmen den politischen Weg

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Die Bankenwelt ist jetzt geordnet!

arno-von-rosenZur Abwechslung wollte ich mal mit einem ganz platten Lacher beginnen. Sollten Sie sich jetzt in der komfortablen Situation befinden, sich nie mehr Sorgen um Ihre Existenz machen zu müssen (äh, sollte dieses so sein, rufen Sie mich an!), dann können Sie nach meinem Bittgesuch sofort aufhören zu lesen, oder dieses als Einschlafhilfe benutzen.

Einige von uns erinnern sich noch dunkel an die Bankenkrise von 2008 bis 2010. Ein paar Institute in den USA gingen pleite, hier fing das eine oder andere Bankhaus gefährlich an zu kippen (dagegen steht der schiefe Turm von Pisa kerzengerade), einige renommierte Geldhäuser Deutschlands existieren nicht mehr, die Citybank hatte so viele Kunden beschissen (äh, falsch beraten, sorry), dass sie sich den Namen TARGOBANK neu verliehen hat (ja, und jetzt hat sie schon wieder besch… äh, ausversehen zuviel Geld kassiert, Urteil des BGH vom 25.10.2016), die Politik beruhigte uns mit dem braven Aufsagen unserer Gesetze, führte alternativlose Handlungen durch und beseitige alle Probleme, die zur Bankenkrise durch die weltweite Immobilienblase geführt haben! Ja, das war schon wieder ein Witz, Entschuldigung, aber sonst bekomme ich Bauchgrimmen.

Eigentlich wollte die Politik straffere Kontrollen durchführen, die Geschäfte der Banken endlich besteuern, obwohl diese zu schnell sind, um sie besteuern zu können (muss Usain Bolt eigentlich Steuern bezahlen? Egal …), weil die Transaktionen in Millisekunden ausgeführt werden. Den Lacher hab ich nicht verbrochen, dies war mein Ernst. Die Transaktionssteuer gibt es natürlich immer noch nicht, eine Beschränkung des Bankenwahnsinns ebensowenig, und kein Banker musste auf seine Boni tatsächlich verzichten. Doch darum geht es heute nicht, denn die Banken sind per se amoralisch (geworden). Längst verdienen die Geldinstitute damit ihr Geld, dass ihnen überlassene Geld arbeiten zu lassen, aber nicht in Form von Krediten in die Wirtschaft, sondern als Wette! ??? …

Sie haben sich nicht verlesen. Damit Sie die Dimension des Irrsinns begreifen, hier mal ein paar wenige Zahlen. Der Aktienkurs der DB pro Aktie lag im Jahr 2007 bei 100 Euro und knallte mit der Krise auf unter 20, erholte sich aber bereits in 2009 wieder auf 50 Euro. Der aktuelle Wert liegt aber nur bei etwas über 13 Euro. Warum?

deutsche-bank-456939_640Die Bilanzsummer der DB ist beeindruckend. Zum 31.12.2014 betrug diese 1.609 Milliarden Euro. Zum Vergleich dazu beträgt das Deutsche Inlandprodukt (die Summe alle Waren und Dienstleistungen eines Jahres) 3.029 Milliarden Euro. Damit ist die Bilanzsumme der DB mehr als halb so groß, als die gesammte Wirtschaft der BRD, welche immerhin 29% der gesamten Eurozone trägt. Leider ist der aktuelle Wert der DB bei nur etwa 13 Milliarden Euro, obwohl eigentlich genug (Eigen) Kapital vorhanden ist. Das größte Problem der DB sind die „Derivate“. Vereinfacht ausgedrückt, sind das Wetten der Banken auf Basiswerte, und ob diese steigen oder fallen, zum Beispiel gegen das Britische Pfund oder andere Aktionkurse. Die Summe dieser Derivate der DB beträgt fast 7 mal mehr als das globale Bruttoinlandprodukt aller Staaten. Verzockt sich eine Bank also auf breiter Front, gibt es kein Halten mehr.

Wo ist jetzt das Problem für den normalen Bürger, der nicht mal ein Konto bei der DB hat? Die DB ist für Europa und Deutschland systemrelevant, also schmiert dieses Geldinstitut ab, ist der Pfusch am Bau des BER nur ein Kinderfurz im Orkan dagegen. Die Deutsche Bank würde unweigerlich andere Institute mit sich in den Abgrund reißen (vermutlich auch viele Firmen), weshalb der Steuerzahler für die Rettung herhalten müsste und nicht nur das. Die Rekordstrafen der DB durch Betrug und Täuschung sind weitere Milliardensummen, welche abgeschrieben werden müssen und deshalb nicht nur zu keinen Steuereinnahmen führen, sondern auch notwendiges Kapital für eine stabile Bank auffressen.

Es sieht somit mehr als düster aus um unser Vorzeigegeldhaus. Da hilft natürlich nicht, dass im Sommer die DB durch den Stresstest der USA gefallen ist. Zugegeben, die haben nur ein Interesse an den eigenen Banken, und jedes Institut, das einen schlechten Ruf auf dem Markt hat, ist ein Mitbewerber weniger. Nur gibt es eben keine europäischen Ratingagenturen, und so werden mit Vorliebe alle Staaten und Banken abgewertet, die nicht zu den USA gehören.

burn-money-1463224_640Eine gute Nachricht noch zum Schluss. Egal, wer demnächst im Weißen Haus sitzt, an der Bankenpolitik der USA wird sich nichts verbessern, aber es wird deutlich härter werden. Ach, war doch keine gute Nachricht, ups. Zudem ist die Deutsche Bank leider nur ein Beispiel, und der Brexit hat die Sache nicht einfacher gemacht, denn in London sitzen alleine 8.000 Mitarbeiter der DB (insgesamt 100.000 Mitarbeiter weltweit), die um ihren Arbeitsplatz fürchten müssen, weil man die Geldgeschäfte von dort wegverlagern muss.

Mit ein Grund, warum niemand in London den Austritt wollte. Wie immer haben wir natürlich keinen Einfluss darauf, weder bei Wahlen, Protesten oder gar einem Bankwechsel. Ganz neu sind ja Safes für den Fußboden unter dem Bett. Es lohnt sich, in diesen Markt zu investieren, denn die Wachstumszahlen sind fast dreistellig pro Jahr, aber von mir haben Sie den schrägen Tipp nicht, klaro?! So schließe ich mit einem Zitat meines Lieblingsbankers und Erzkapitalisten.

„Ihr Geld ist nicht weg, mein Freund. Es hat nur ein anderer.“
J. M. de Rothschild, Bankier (1792–1886)

Es grüßt Sie Ihr schuldenfreier Arno von Rosen, Buchautor, Kolumnist, Blogger und kein Safebesitzer. Bleiben Sie sparsam und investieren Sie Ihr Geld in gutes Essen, denn das lässt Sie überhaupt erst so alt werden, damit Sie sich später über den ganzen Mist noch aufregen können!

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Dein Wort in Gottes Ohr

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Wenn Moralapostel manipulativ unterwegs sind

Sie treten wieder verstärkt auf, die Moralapostel, die, – und dafür gaukeln sie sogar mit Gottes Wort -, uns wieder zurück zu der wahren Liebe, der wahren Familie, der wahren Werte, der wahren Wahrheit führen wollen. Es ist nicht nur blanker Hohn, sondern bewußte Irreführung über die Inhalte der Lehren der verschiedenen Religionen.

Und doch erleben wir vermehrt, daß genau dies zurzeit geschieht und zwar nur aus dem Grunde, Machtpositionen, Meinungen über andere zu stülpen. Wer hat Interesse daran, Menschen in die Irre zu führen, um sein Ziel zu erreichen und mit Lügen, Heuchelei, Manipulation, Drohungen, Hetze zu agieren? Für den Ursprung dieser Verhaltensweisen gibt es mehrere Erklärungen, das würde hier in diesem Kontext zu weit führen, nur eins ist allen gemeinsam: Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit um jeden Preis.

Jedem wird Aufmerksamkeit zuteil, der es versteht, durch Lärm, unglaublich wirkenden Tatsachen das Interesse des Gegenübers zu erreichen. Ist dieses Interesse geweckt, kann man nun „eine Schippe drauflegen“, ab da ist es so gut wie egal, was man sagt oder tut, denn es gilt ab jetzt die Beachtung, nicht zu verlieren und die Gunst der Stunde zu nutzen. Und der Einfachheit halber Begriffe, die in ihrem Verständnis mehrere Deutungen, Bedeutungen, Sinn, Verständnis benötigen, kontinuierlich zu benützen, damit der Effekt des nicht Vergessens eintritt.

Beginnen wir mit Liebe, Liebe deinen Nächsten. Ein in sich schon sehr schwieriges Thema, da dies nur möglich ist, wenn ich mich selbst liebe, aber diese Selbstliebe nicht höhergestellt ist als die Liebe zum Nächsten und die Nächstenliebe nicht höhergestellt wird als die Liebe zu sich selbst. Klingt zwar einfach, ist es aber nicht, denn die Liebe unterliegt Schwankungen, die vonnöten sind, um sie zu begreifen. Eine starre Liebe kann zur obsessiven Liebe wandeln, die in Zwänge ausarten kann, aus der beide „Liebenden“ oder einer der beiden „Liebenden“ nicht mehr entfliehen vermag. Deshalb ist eine vorgeschriebene „Liebe“, zu was auch immer, nicht dazu geeignet, die Liebe zu beschreiben, denn nur „freie“, „wandelbare“ Liebe kann auf Dauer Bestand haben. Das gilt für alle Arten von Liebe, auch für die Heimatliebe.

Mit der Familie, als Hort der verwandtschaftlichen Beziehung, ist es fast ähnlich. Auch hier gilt im Allgemeinen, je weniger Zwang, Drohung, je mehr Offenheit, Toleranz, desto zufriedener der Familienzusammenhalt. Aber wer sich nicht nur im engen Kreis seiner Umgebung, sondern ebenso durch Literatur informiert, wird vielleicht festgestellt haben, daß eine „gesunde“ Familienstruktur nicht einfach zu leben ist. Wie ansonsten ist es zu erklären, daß es vermehrt psychologische, therapeutische Hilfsangebote gibt, um Streitigkeiten in den Familien zu deeskalieren? Und denken, sagen Sie jetzt nicht, das war früher anders, besser, ist nicht vorgekommen, denn dann sind Sie schon auf die Heuchler hereingefallen. Die Wahrheit ist, es gab immer schon Probleme in den Familien, nur heutzutage dürfen sie angesprochen, ausgesprochen werden, schließlich ist: „Und sie lebten glücklich und zufrieden und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute.“, nur ein Schlußsatz unter vielen Märchen.

Der Begriff Werte umschließt mehrere im positiven Sinn zu verstehende Verhaltenskodexe. Alle als Wert aufzuführenden Begriffe wie Tugend, Moral, Verständnis, Ehre, Treue sind dennoch individuellen Verständnissen ausgesetzt, und wird den Werten dieses abgesprochen, so kann man von einer Ideologie sprechen. Eine Weltanschauung, die für die einzelnen Individuen keine Möglichkeit der Selbstreflektion bietet und duldet, dies bedeutet, sich einem Totalitarismus zu beugen. Denn auch hier gilt wie für Liebe und Familie, starre Vorstellungen hemmen die Möglichkeit der freien, ungebundenen, offenen Gesellschaft.

Zum Schluß, die Wahrheit, die wahre Wahrheit, die Wahrheit, die Allgemeingültigkeit hat. Diese Wahrheit gibt es nicht! Aber es gibt die Möglichkeit, in die Nähe einer Wahrheit zu gelangen, wenn wir im Diskurs mit anderen Übereinstimmungen feststellen, ohne die anderen einem Druck auszusetzen, die eigenen Erfahrungswerte, Wissen zu übernehmen.

Doris Mock-Kamm

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