Limes – der Geschmack nach neuen Herausforderungen

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Jede Grenze ist limitiert

Nicht alles, was sich aus der Schulzeit oder von Kindesbeinen an eingeprägt hat, entstammt dem Wissen des Auswendiggelernten. Manchmal sind es Worte, Sätze, die auf Grund einer speziellen Lebenssituation, des einfachen Reimes wegen, oder weil ein bestimmter Klang es erleichtert hat, Einzug in den nie zu vergessenden Teil des Gedächtnisses fanden.

Limes, kennen Sie den Limes? Ein Wort, das auf der Zunge den Geschmack von einer Köstlichkeit bieten kann, ähnlich der Vorstellung des Genußes von Vanilleeis oder des absoluten Lieblingsgerichtes. Die Gerichte, die ebenso entscheiden, ob wir mildernde Umstände, bestraft, freigesprochen oder das Essen, die Mahlzeit verdeutlicht, die wir zu uns nehmen. Beiden Gerichten ist gemeinsam, daß sie entscheiden, ob wir gut leben oder nicht, denn jedes Gericht kann das letzte sein, metamorphisch gesehen. Aber das ist ein anderes Thema, dem hier eine zu kurze Erklärung nicht gerecht werden kann.

Bleiben wir beim Limes, der irgendwann in der Schulstunde ins Bewußtsein vorgedrungen ist, teils weil er mußte der Noten wegen, teils aus wirklichem Interesse und teils, weil das Wort die Phantasie angeregt hat. Limes, eine Leichtigkeit des Klanges und gleichzeitig der Begrenzung. Ein Widerspruch, der Zweifel hegen ließ, ob seiner wirklichen undurchdringlichen Macht, die der Lehrer vehement betonte.

Limes, abgeleitet von limus quer und limen, Türschwelle, ursprünglich die Begrenzungsangabe für ein Feld oder Acker, führte zu dem Begriff limes, Grenzwall, Ackergrenze. Heute verwenden wir in unserem Sprachgebrauch das Wort limitieren für begrenzen, beschränken, und besonders häufig in der Sprache der Marketingexperten als Anreiz zum Kauf, wenn limitierte Auflagen angepriesen werden. Wenn quasi mit einer Begrenzung Geld gemacht werden soll, weil absichtlich nicht genügend produziert wird.

Von den inhaltlichen Erklärungen des Lehrers blieb nicht viel übrig, außer das Wissen über eine gewisse Bautechnik der Grenzanlagen und Türme, das beschriebene Leben der Soldaten, die Bemühungen der Germanen, die Römer zu vertreiben und die Länge und Lagebeschreibung des Limes in Deutschland. Nicht angesprochen wurde, oder es ist der Vergeßlichkeit anheimgefallen, daß die Römer in so ziemlich allen eroberten Ländern ihre Limesanlagen bauten. Wer sein Wissen wieder ein bißchen auffrischen möchte, erhält hier eine kleine Einsicht über die verschiedenen Grenzwälle der Römer.

Nun ist in der Zwischenzeit viel Gras über diese Grenzen gewachsen und fast scheint es so, es hätte sie nie gegeben, wenn nicht hie und da einige Überreste oder Rekonstruktionen der ehemaligen Bauten zu besichtigen wären. Hat es den Römern genutzt, so viel Energie in ihre Grenzanlagen zu investieren? Haben die Völker sich langfristig gesehen den Römern angepaßt?

Sicher in einigen Bereichen der Kunst, Kultur, Sprache, Wissenschaft sind bleibende Hinterlassenschaften des römischen Volkes noch immer präsent. Aber ansonsten?

Schützen Grenzen wirklich vor Infiltrationen des Fremden und zwar innerhalb sowie auch außerhalb eines Grenzbereiches? Wer selber einen Garten besitzt, weiß nur zu gut, wie schnell das Unkraut vom Nachbarn im eigenen Garten wächst. Limitieren, abgrenzen kann kurzfristig Erfolge verzeichnen, aber auf lange Sicht nie erfolgversprechend sein. Grenzen werden immer durchdrungen werden, geistige, landschaftliche Grenzen haben den Menschen noch nie gehindert, die jeweils andere Seite zu betreten.

Außer bei Menschen, die auf Grund ihrer Engstirnigkeit noch nie über den Tellerrand gesehen haben, diese verpassen dann aber das nächste lukrative oder lukullische Gericht. Wer den Geschmack von Neuem scheut, wer sich weigert, über seine Grenzen hinauszuwachsen, dessen Leib und Seele verkümmert, da nützt es auch nicht, sich auf Tradition zu berufen, denn tradere, ups, lateinisch, also von den Römern, bedeutet, übergeben, hingeben.

Über Grenzen hinweg geben, es bedeutet nicht festhalten. Tradition ist keine Rechtfertigung für Stillstand. Und der Limes, der Grenzwall ist nur kurzfristig eine Grenze, limitiert, bei Nachfrage gibt es schnell Nachschub, fragen Sie einfach Ihren Marketingexperten. Limes, schmeckt irgendwie nach neuen Herausforderungen.

Doris Mock-Kamm

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Berlin-Wahl: Rot-rot-grüne Koalition am wahrscheinlichsten

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Abstieg vom Aufstieg der AfD ein deutliches Signal

In Berlin ticken die Uhren ohnehin völlig anders als beispielsweise oben im Nordosten, wo noch eine AfD als zweitstärkste Partei notwendige Stimmen bei der 7. Wahl zum Landtag in Mecklenburg-Vorpommern einheimsen konnte. Obwohl dortigst kaum Flüchtlinge die Idylle des Zusammenlebens gefährden, folgt das Volk den rassistischen Ressentiments dieser Partei, die in Wirklichkeit ihr falsches Spiel nonstop entlarvt.

Nach der Berlin-Wahl wird allerdings ziemlich deutlich, wie schnell eine anfangs erfolgsversprechende Reise enden mag: Abstieg vom Aufstieg der AfD ein deutliches Signal in die richtige Richtung, zumal sie mit gerade mal 14,2% in Berlin fünftes Rad am Wagen bleibt, in der Opposition sowieso isoliert hinterherhinkt. Wer geht schon mit rechtsradikalen Statements konform?

Eher keine Generalprobe für ein bundesdeutsches Bündnis

Kann eine rot-rot-grüne Koalition in Berlin, im Hinblick zur Bundestagswahl als Kürzel R2G inzwischen bekannt, darstellen. Warum? Weil insbesondere an Hartz IV, an eine bündnistreue Kriegspolitik des Westens seitens der SPD und den Grünen stur festgehalten wird, was die Linke unter gar keinen Umständen dulden darf, will sie nicht ihre Glaubwürdigkeit einbüßen. Kompromisse setzen nun mal Grenzen!

In der Hauptstadt haben die Bürger die beiden großen Parteien sichtbar abgestraft, sind die eindeutigen Verlierer, wobei die SPD 6,7% der Wählerstimmen verlor, die CDU 5,7% einbüßte. Die Linken konnten als einzige Partei, die noch vor der Wahl im Abgeordnetenhaus saß, deutlich aufholen, verbesserte sich um 3,9% und sind mit 15,6% drittstärkste Partei geworden.

Völkisch, herrisch, rechtsradikal – dieAfD zeigt unverblümt ihre Gesinnung

Was ein Björn Höcke vermag, kann eine Frauke Petry ihm ohne weiteres gleichtun. Ihr Vorbrettern mit dem Vokubalar aus Zeiten des Nationalsozialismus, das Wörtchen „völkisch“ positiv zu besetzen, verdeutlicht den Kurs dieser rechtsradikalen Partei. Der Spiegelartikel fragt völlig zurecht: Wo bleibt der Aufschrei?

Verstummt er wie in immer mehr Landtagswahlen, wo die AfD deutlich abräumte? Oder formiert sich ein Widerwillen wie gestern in Berlin, wo eben die meisten Wähler ihr den Mittelfinger zeigten und sie eben nicht wählten? Man sollte sich nicht zu früh freuen, jene rechte Partei läßt sich nicht so einfach vertreiben, erst recht nicht im Hinblick einer stillen Teilnahme etlicher, die sie gern ganz vorn sehen.

Da werden Bündnisse mit Le Pen, Trump und Putin geschmiedet, erst recht die Medien als „Lügenpresse“ an den Pranger gestellt, um eigene Plattformen als Wahrheitsverkünder besonders gern im Internet zu präsentieren. Wer darauf reinfällt, folgt jenen rechtspopulistischen Rattenfängern, weil es so schön simpel, im choralen Gleichklang zu brüllen: Wir sind das Volk.

Manchmal bedarf es weitreichende Reisen, um zu erkennen, inwiefern Fanatismus erheblichen Schaden anrichtet. Das Tragische daran: Fanatische Menschen sind dermaßen verblendet, daß sie voller Überzeugung Humanismus einfordern, in dem sie einer Gewaltzunahme freien Lauf lassen.

Lotar Martin Kamm

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Dem rechten Diktat trotzen

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Empfindsamkeit
allzeit bereit
auszubrechen?
Oder wird’s sich rächen,
Mut zu zeigen,
auf Argumente einzusteigen,
die schnell in den Raum geschmissen,
da Gewalt Gruppen auseinanderrissen?

Gelassenheit
allzeit bereit
sich einzufinden?
Oder heißt’s erneut sich schinden,
für jeden Hungerlohn,
wie früher für Fürst und Baron?
Hurtig, schön brav angepaßt,
weil ihr sie schweigsam laßt?

Einsamkeit
allzeit bereit
sich auszubreiten?
Oder wollt ihr euch endlich vorbereiten,
dem rechten Diktat zu trotzen,
statt vor Angst im Rinnstein zu kotzen?
Wohlan, bloß nicht verzagen,
sonst werden sie euch mal wieder jagen!

Lotar Martin Kamm

Dieses Gedicht widme ich Sylvias Projekt „Gegen das Vergessen“.

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Sojabohne wichtiger Bestandteil der Ernährung

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Feindbild der Fleischindustrie – Rechtspopulisten schließen sich an

Alljährlich entdecken besonders pfiffige Zeitgenossen die Kritik an der Sojabohne. Im Prinzip nichts neues, zumal gerade Vegetarier und Veganer ein Lied davon singen können, in wie weit eine vorschnell stattfindende Verunglimpfung ihrer Ernährungsweise greift.

In Wirklichkeit stellt die Sojabohne einen wichtigen Bestandteil der Ernährung dar, auch wenn dies gerade seitens der Fleischindustrie vehement bestritten wird, ihr jedes Mittel recht ist, die ursprünglich aus dem Nordosten Chinas stammende Pflanze madig zu machen. Immerhin verliert sie wichtige Kunden, wer sich die zunehmende Zahl auch in Deutschland betrachtet, da immer mehr den Fleischverzehr ablehnen.

Vom Genfood zum erklärten Bösewicht unter den Pflanzen

Dabei wagen ausgerechnet Rechtspopulisten sich an ein Thema, welches ursprünglich all jene schon sehr lange beschäftigt, die eine bewußt gesunde Ernährungsweise nicht nur einfordern, sondern sie auch praktizieren. Peinlich, wenn obendrein halbherzig gewisse Formulierungen von ursprünglich anderen Schreiberlingen nahezu Eins zu Eins übernommen werden, ohne genauer sich mit der Materie zu beschäftigen.

Das Contra-Magazin meinte, dies praktizieren zu müssen. Bereits acht Jahre zuvor beschäftigte sich die Süddeutsche mit nahezu denselben Argumenten zur Thematik, die Zweifel einer bestimmten Ärzteschaft wurden herangezogen, obwohl damit längst keine schlüssigen Beweise vorliegen, man berief sich auf ältere Studien aus den USA. Schnell werden gar Langszeitbeobachtungen asiatischer Ernährungsweise mit Sojaprodukten beiseite geschoben. Hat die Fleischindustrie hierbei im Hintergrund explizit nachgeholfen?

Den Vogel schoß aber der Autor vom Contra-Magazin ab, in dem er kurzerhand behauptete, ein übermäßiger Konsum der Sojabohne würde dazu beitragen, daß Urwälder abgeholzt werden. Fehlanzeige! Tatsächlich wird die hochwertige Sojabohne überwiegend für Rindviecher angepflanzt, was 80% des Anbaus ausmacht. Es stimmt zwar, daß insbesondere in Südamerika Genbelastung hingenommen wird, insofern ebenso der McDonald’s-Kunde mit seinem Stück Rindfleisch im Burger die gesundheitsgefährdende Genbelastung essen muß, jedoch der kritisch hinschauende Vegetarier oder Verganer ißt in der Regel sowieso Sojaprodukte, die er in Bioläden kauft. Also nichts mit genmanipuliertem Soja auf dem Eßteller!

Verkehrte Verhältnisse lassen eine gezielte Absicht vermuten

Die sich verselbständigende Kritik scheint daher ins Leere zu driften. Eine Sojabohnen-Hysterie darf man getrost als Unsinn betrachten, zumal ernährungsbewußte Verbraucher obendrein in sämtlichen Bereichen maßvoll agieren, somit ein Zuviel nicht in Frage kommt.

Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, daß die erneute Kritik über die Sojabohne eine gezielte Absicht verbirgt. Nicht nur die Fleischlobby mit ihrer Massentierhaltung scheint ihre Finger im Spiel zu haben, darüber hinaus instrumentalisieren etliche andere das Thema für sich, um auf diese Weise mehr Aufmerksamkeit zu erhalten. Nur zu dumm, daß noch genügend kritische Stimmen vorhanden, die dem widersprechen.

Die Albert-Schweitzer-Stiftung hat sich mit dem Thema Soja, ob gesund oder eher nicht, gleichwohl beschäftigt und gelangt zum selben Ergebnis: Soja ist in Maßen unbedenklich.

Lotar Martin Kamm

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Keineswegs immer nur friedlich

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Ich bin ja so friedlich, so tief entspannt,
gleich schmeiß ich was gegen die Wand.
Sag ja keiner, komm beruhige dich!
Der spürt ansonsten den Kehrwisch!

Verdammt nochmal, laß mich wütend sein,
kriegt euer Leben in Griff, laßt mich allein.
Hört mit dem beschwichtigen Gesäusel auf,
Wut braucht wie Fröhlichkeit ihren Lauf.

Ich will mich nicht beschwichtigen lassen,
solange der Pöbel brüllt auf den Straßen.
Und wenn ihr denkt, ich fühl mich nicht wohl,
wißt ihr was, da irrt ihr euch gewaltig, jawohl.

Ich bin ja so friedlich, so tief entspannt,
gleich schmeiß ich was gegen die Wand!
Welche Laus mir über die Leber gelaufen ist?
Eine? Hunderte, tausende Ratten, so ein Mist!

Magenkrämpfe, Kopfweh verursachen sie mir,
sie fressen die Menschlichkeit, so ein Getier
marschiert, durchschreitet unsere Gassen,
brüllen Volk, fühlen sich verkauft, verraten.

Haben nur auf einen Grund, Anlaß gewartet,
damit ihre Unzufriedenheit im Haß vieler ausartet.
Nennen mich Gutmensch, folgsames Schaf.
Wollen wieder Gehorsam, sonst schießen sie scharf.

Ich bin ja so friedlich, so tief entspannt,
gleich schmeiß ich was gegen die Wand!
Für die Freiheit habe ich Wut im Bauch,
denn, ich Mensch, bin eine Löwin auch!

Nafia

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Die Sucht zum treudoofen Heimatland

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Satirischer Rückblick…

Am Ende nimmt ein Führer die Deutschen wieder an die Hand? Was in Bautzen, in Sachsen obendrein von der Polizei willig geduldet, angeblich hätten jugendliche Flüchtlinge die Hatz selbst verschuldet, mag ein Beginn neuer Nazis sein, die nur so zum Schein rein zufällig am Kornmarkt stehen. Wer auf die jetzt blindlings hört, sollte seinen Hut nehmen und gehen, weil deren Bösartigkeit stört.

Flügelpaare sich treffen im Freiheitsdrang, im Überschwang. Drüben in den Staaten nach vielen Protesten die Regierung einen Baustop der Pipeline durch Sioux-Gebiet durchsetzt, schon viel zu lang wurde rassistisch gegen Indianer gehetzt. Man muß letztlich gesellschaftlicher Perspektivlosigkeit Widerstände einräumen. Wenn politisch Verantwortliche dies versäumen, suchen Betroffene sich Mittel und Wege aus der Krise. Ignoranz obsiegt noch, das ist das Fiese.

Das System ist zweifellos gefragt, das wurde schon so oft gesagt, man muß auch der Prüfungsangst den Druck nehmen, sich nicht dabei schämen, neues auszuprobieren. Eine mutige Gesellschaft hat doch nichts zu verlieren, außer sich einzugestehen: Wir haben uns gern. Das ist des Wesens Kern!

Doch die Resignation der Friedensbewegung hält an, man sollte sich fragen, nicht irgendwann, was noch geschehen muß, außer Protesten wie vor einigen Tagen? Was in Büchel zugelassen wird, im Anschluß europa- und weltweit daraufhin wohl passiert? Trotz widriger Umstände die Welt sich im Umbruch befindet, der einfache Bürger sich noch ahnungslos schindet. Das Heim, eine Rast des Aufenthaltes bedeutet? Na, was gewisse Herrschaften erneut eingeläutet?

Jeder bekommt seine Quittung verpaßt, egal wie man manches auffaßt. Dies gilt erst recht für Bayer, welches Monsanto aufkaufte, recht teuer, sich aufraufte, weltweit die Nummer Eins in der Agrarchemie zu sein. Jetzt steht dieser Mega-Konzern ganz allein für Gen und Gift, deren Aktie somit nach oben drift. Was kann ein Mensch dafür, sich all dem aussetzen muß? Wo findet dieser noch die rettende Tür, zu entgehen vor solch perfiden Überfluß?

Eine Petri macht hingegen keine halben Sachen, ganz oder gar nicht ist ihr Los. Laßt diese Rechten bloß nicht weitermachen, sonst versetzen sie unserem Land den Todesstoß. Dann gilt eben keine Freiheit mehr, sondern dann muß Zucht und Ordnung wieder her, regiert das Diktat. Das wär schad.

Obwohl im Hinblick zur Berlin-Wahl die AfD das fünfte Rad am Wagen, hat dies noch nichts zu sagen. Seien wir darüber hinaus wachsam, wenn bestimmte Autoren meinen, sie müßten sich über die Schöpfung erheben. Sie scheinen oft unachtsam, nach schnellem Erfolg zu streben.

Lotar Martin Kamm

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Wenn Autoren sich über die Schöpfung erheben

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Anmaßung kommt weit vor dem Fall

Um es gleich vorwegzusagen, Autor bedeutet, Dichter, Dramatiker, Epiker, Erzähler, Literat, Lyriker, Schriftsteller, Verfasser, Ghostwriter, Prosaist, Poet, Schreiber, Künstler, Schöpfer, Erschaffer, Urheber und entstammt dem lateinischen Wort auctor, Schöpfer, Urheber, abgeleitet von auctum, wachsen, machen, mehren.

Die Autoren, die Schöpfer, Urheber, auch Erfinder reihen sich in ihren Tätigkeiten unter die „Schöpfung“ des natürlichen Kreislaufes, sprich der All-Schöpfung. Manche lassen sich verleiten, mit „gottähnlichem Charakter“ auf das Wirken der Schöpfung Einfluß nehmen zu wollen. Sei es, sie sich selbst über Gott und die Welt stellen, sei es, daß sie es anderen erlauben, dies für sie zu tun.

Beide Anmaßungen, denn das sind sie, zeugen von Ichbezogenheit, Arroganz, Narzißmus und „blinder Zerstörung“ des Schöpfungsgeistes. Man muß nicht religiös veranlagt sein, um zu verstehen, daß es für niemanden eine Rechtfertigung gibt, sein eigenes Wesen, Denken über die Vielfalt des Schöpfens zu stellen. Denn es gibt nicht die absolute Schöpfung, es gibt nur den Schöpfungsprozeß, der allerdings in einigen Religionen fixiert auf einen männlichen Schöpfer manifestiert ist. Aber selbst hier gilt der Respekt vor dem Schöpfer, der Schöpfung, daß die Benennung des Schöpfers heilig ist, oder es als Frevel gilt, sich über ihn oder mit ihm auf eine Stufe zu stellen.

Schöpfung ist immer regulierend, bis auf die nicht, noch nicht beweisbare Absolution eines All-Schöpfers. Keine Schöpfung, jedenfalls ausgehend von unseren Begriffsmöglichkeiten, kann je ausgeschöpft sein, denn damit wäre die Schöpfung beendet. Jeder, der in irgendeiner Form schöpferisch tätig ist, kann nicht umhin, entweder sein Werk selbst zu kritisieren, den Wunsch hegen zu einer Verbesserung oder Neues zu erschaffen. Nicht unbedingt sofort nach Fertigstellung seiner Schöpfung, vielleicht auch erst Jahre später und natürlich mit Ausnahmen, denn manche Schöpfungswerke sind so in sich schlüssig, absolut, daß jedes kleine Staubkorn es zerstören könnte.

Nur eins wird Schöpfung nicht, sich ausruhen auf ihrem Wunderwerk, andere Wunderwerke nicht zulassen, denn dies widerspricht dem Schöpfen. Warum nun fragen Sie sich vielleicht, zerstört Schöpfung auch ihre Werke? Dies zu beantworten, ist eines der schwierigsten Fragen, aber kann durch den Regulationsinhalt der Schöpfung am ehesten erklärt werden. Schöpfungsvorgänge beinhalten nicht nur gestalten, sondern auch regeln, ordnen, zurechtrücken, klären, korrigieren, all diese Aspekte können zur Vernichtung, oder besser ausgedrückt, Veränderung führen. So führt manche Änderung, Regulierung zur Zerstörung andere zum Aufbau oder zu Neuem. Schlußendlich aber wird jeder Schöpfer auf einen ausgleichenden Aspekt hin arbeiten.

Auch wenn die Autorin, vielleicht in diesem Zusammenhang eher Texterin, keine Theologie, Philosophie studiert hat und somit keine Legimitation zur Beurteilung des „Göttlichen Prinzips, Schöpferischen Prinzips“ vorweisen kann, der Text auch nur Bruchstücke zum Verständnis des Schöpferischen darstellt, sollte er genügend Anregung finden zur Unterscheidung von Autoren, die schöpferisch im Sinne von wachsen, mehren, tätig sind und den Autoren, die es bevorzugen, zerstörerische, selbstgefällige Werke in Umlauf zu bringen.

Erstaunlicherweise finden diese „Autoren“ auf vielen Plattformen Zuspruch, in der irren Annahme vieler, daß eine Verbohrtheit eine, allerdings nur vermeintliche, Stärke darstellt. Wer Vielfalt ablehnt, wer gegen Fremdes, Neues hetzt, wer anstatt mit Regulierung auf Zerstörung setzt, der kann kein Autor sein, der kann das göttliche Prinzip nicht verstanden haben. Und schon gar nicht den „Willen des Volkes“ für sich in Anspruch nehmen, denn allein schon dieser Anspruch bezeugt die Überheblichkeit seiner Äußerungen. Und wie war das nochmal? Kein Schöpfer kann sich mit dem Schöpfer auf eine Stufe stellen und schon gar nicht über ihn.

Doris Mock-Kamm

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