Themen zum Machterhalt missbraucht

flickr.com/ Daquella manera/ (CC BY 2.0)

flickr.com/ Daquella manera/ (CC BY 2.0)

Es gilt, jenen die Stirn zu bieten

Setzen, stellen, legen. Deutet das auf eine gymnastische Übung hin, ist es ein verzweifelnder Versuch, eine Skulptur in die richtige Position zu bringen, eine Aufbauanleitung für ein Bett, Schrank, Befehle einer Tierdressurnummer? Nein.

Es ist: das Thema. Lateinisch thema, vom griechischen théma, Behauptung, Satz, abzuhandelnder Gegenstand, Ausspruch, eigentlich das (Auf)gesetzte), tithénai, setzen, stellen, legen. (lt. Duden)

Schon Kinder üben sich darin, ein Thema zu setzen, zu stellen, zu legen. Die Argumente, die Kinder anführen als Begründung, jetzt noch nicht ins Bett gehen zu müssen, wollen, sind teils an Kreativität nicht zu überbieten. Sie können wahre Künstler sein, dieses Bettzeit-Thema mit allen erdenklichen Argumenten hinauszuzögern. Im Prinzip ist es egal, ob es sich um das Bettzeit-Thema handelt, oder warum das „grüne Zeug“ nicht schmeckt, es ist die Vorbereitung, ein Thema von verschiedenen Seiten argumentativ dem anderen gegenüber zu vertreten.

In zwischenmenschlichen Beziehungen können Themenvielfalt, der Umgang Themen zu erörtern, ein Grundstock für eine feste Freundschaft bilden. Allerdings scheitern auch Lebensgemeinschaften an anscheinend belanglosen Themen wie: das Ausdrücken der Zahnpastatube, die Platzwahl der Schlüssel, das Versorgen der Schmutzwäsche. Warum können scheinbar unwichtige Themen so eine gewaltige Kraft ausüben, Liebende zu trennen? Die Antwort gibt das Thema selbst, es ist das Setzen, Stellen, Legen.

Individuell gesehen, hat jeder seine eigene Sicht (Ansicht) auf und für Dinge. Das bezieht sich nicht nur auf die Größenverhältnisse, Kinder, Erwachsene, sondern in Bezug auf Erfahrungswerte, Gewohnheiten. Schließlich auch auf den Umgang selbst Themen analytisch reflektieren zu können. Denn jede Sache hat mehr als eine Seite. Das Positionieren zu einem Thema erfordert, wenn es vielschichtig ist, manchmal langwierige Diskussionen mit Fragen und Antworten. Vorschnelle Meinungsbildung ist Aktionismus, der verheerende Folgen nach sich ziehen kann. So etwa die Aburteilung ganzer Berufsschichten, Zugehörige einer Gruppierung, Flüchtlinge, Frauen, Männer, Behinderte.

Sicher, manchmal verfällt man dem Basta-Ton, um langwieriges, kaugummiartiges Zerfleddern eines Themas abzukürzen. Dennoch sollte immer die Bereitschaft vorhanden sein, Themen neu zu überdenken. In einer spannungsgeladenen Zeit, in der viele Themen unter den Nägeln brennen, ist es vonnöten, einen kühlen Kopf zu behalten und nicht blindwütig, nicht bestätigte Vorkommnisse unter dem Deckmantel der Aufklärung weiterzuverbreiten.

Denn das ist aufhetzen, Feindbilder schaffen, alles in einen Topf werfen, undifferenziertes Schubladendenken. Gerade jetzt sind Menschen gefragt, die sachkundig, ehrlich, möglichst unbeeinflußt diesem Mob, egal welche Position sie innehaben, denn diese Basta-Ton-Menschen befinden sich ganz oben auf der Stufe und ganz unten, die Stirn zu bieten.

Setzen, stellen, legen wir uns all jenen in den Weg, die Themen zu ihrem Machterhalt oder warum und wofür auch immer für ihre Zwecke mißbrauchen.

Ihre

Doris Mock-Kamm

Veröffentlicht unter Kolumne | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Feindbilder verhindern ein friedliches Miteinander

landscape-690990_1280

Satirischer Rückblick…

Denn wer im Trüben fischt, dies war ohnehin ziemlich klar, der möchte für Chaos sorgen, die Bevölkerung soll schon morgen, also dieses Jahr, sich entzweien. Na, wem geht auf ein Licht? Was dabei gewiße Herrschaften an Haß und Gewalt aneinanderreihen? Einfach mal genauer hinschauen, wie sie uns immer mehr an Lebensglück klauen.

Alles nur hysterische Spinnerei wie mit einem Fitzelchen? Keineswegs, schon gleich gar kein Witzelchen, wenn wir neuentflammte Feindschaften zwischen Weltreligionen betrachten, zwei von ihnen sich in letzter Zeit erheblich verkrachten. Ein Interview mit Yavuz Özoguz entlarvt manch unnötigen Überdruß? Schwer zu sagen, dennoch wir stellten gezielte Fragen.

Wenn die Stimme des Patriotismus das Wort erhält, ob es einem gefällt oder nicht, manch Nazi unter dem einen oder anderen Stein hervorkriecht? Ohne weiteres das wohl nach erneutem Faschismus riecht! Müssen wir in Folge erkennen, daß pauschale Stimmungsmache Mittel zum Zweck? Unbedingt, wieder jenes Verrennen in die verkehrte Richtung, oh Schreck.

Da schaut’s drüben in den USA noch anders aus, sie durch Wintersturm „Jonas“ waren beschäftigt. Gleichwohl sie Rüstungsgeschäfte mit Saudi-Arabien bekräftigt, wenn auch durch die Hintertür, es spricht sehr vieles dafür, daß man die BRD damit vertraut, beschäftigt. Was ein treuer Vasall alles vermag, dies sehen wir doch Tag für Tag. Wohin uns das wohl führt, wenn der Hegemon ständig sich in Kriegen verliert? Menschheit an der Schwelle des Wandels sich entscheiden muß, bevor per großem Überdruß alles zerfällt, am Ende unsere gemeinsame Welt.

Dazu gehört vor allem der Nahe und Mittlere Osten, dürfen Friedensbemühungen nicht einrosten, selbst wenn die Kritik an Israels Siedlungsspolitik Netanjahu nicht schmeckt, weiterhin unschuldige Palästinenser verreckt, müssen Lösungen folgen. Keine verträumte Sehnsucht nach Frieden über manch Wolken, vielmehr das Los der Menschheit das Ziel. Verlangt man dabei zu viel? Klar doch, Appelle fordern unser Gewissen heraus. Gut so, noch.

Denken wir an die Proteste zum TTIP, wobei die USA trotzdem sein Zustandekommen diktieren, tut’s vielen weh, kann man sich in Ohnmacht und Wut verlieren. Mit welchem Recht dürfen die dermaßen kaltschnäuzig agieren? Manipulation so weit das Auge reicht, Rattenfänger wir zwar am besten im Vorfeld entlarven, dennoch manchem das Gefühl beschleicht, sie lullen zu viele ein wie auf Wolken schwebend, spielend auf güldenen Harfen.

Da kommt die anmahnende Kritik zu den Belastungen von Autoabgasen wohl doch ein wenig zu spät, wie ihr an den ein oder anderen Leserzahlen seht. Was soll’s, die Welt ist ohnehin schon vielerorts zerstört, manch einer vom Schein geschickt gesetzter Fehlinformation betört.

Ihr

Lotar Martin Kamm

Veröffentlicht unter Satire | Verschlagwortet mit , , , | 2 Kommentare

Autoabgase verpesten weiterhin die Luft

flickr.com/ Lukas Laszlo/ (CC BY-ND 2.0)

flickr.com/ Lukas Laszlo/ (CC BY-ND 2.0)

Das Feilschen um Grenzwerte verhindert keine Gesundheitsgefahren

Wer in Großstädten aufgewachsen oder längere Zeit lebte, weiß nur zu genau, wie schrecklich die Atemluft sich anfühlte, wenn er auf den Bürgersteig ging, während viele Autos vorbeifuhren oder per Stop-and-go sich fortbewegten. Vom belastenden Lärm mal ganz zu schweigen. Findige Techniker ersannen alle möglichen Verfahren, das zu filtern, was Verbrennungsmotoren produzieren, dennoch schädigen uns Mengen von Stickstoffdioxiden.

Das Feilschen um Grenzwerte verhindert keine Gesundheitsgefahren, der europaweit festgelegte 1-Stunden-Grenzwert von 200 µg/m3 für Stickstoffdioxid, der allerdings maximal 18-mal während eines Kalenderjahres überschritten werden darf, liest sich zunächst als angebliche Sicherheit zum Schutz menschlicher Gesundheit. Doch sollte man sich eher nichts in die Tasche lügen, in Wirklichkeit sind die gesundheitlichen Folgen erheblich.

Zehn Prozent aller Autos in der Welt sind in der BRD zugelassen

Welch riesige Zahl, wenn wir die relativ kleine Fläche Deutschlands dabei berücksichtigen. Kein Wunder, daß im dichtbesiedelten Nordrhein-Westfalen jede fünfte Meßstelle den Stickstoffdioxid-Grenzwert überschreitet. Dabei spielen unbedingt Dieselfahrzeuge eine große Rolle, wie RP Online berichtet.

Dennoch führt die Hauptstadt Baden-Württembergs die Liste der höchsten Stickstoffdioxidkonzentration mit durchschnittlich 87 Mikrogramm pro Kubikmeter fürs Jahr 2015 an und nicht Dresden, wie fälschlicherweise als Gerücht gestreut wurde, die sächsiche Landeshauptstadt sei Feinstaub-Hauptstadt Deutschlands.

Nur halbherzige Bemühungen die Luftverschmutzung zu mindern

Die Industrie erhielt etliche Auflagen, mußte Filteranlagen nachrüsten, um die Luftverschmutzung zu mindern, auch im Hinblick zum Klimaziel. Dennoch ließ man die Auto-Industrie großzügig gewähren, obwohl schon lange ausgereifte Ideen zwecks anderer Kfz-Antriebsarten vor sich hin schlummerten, in die ein oder andere Schublade verschwand. Hauptsache Gewinne beim Erdöl eingefahren, die Basis des Treibstoffes, der die Politik beflügelt, sich zu wenig um die Gesundheit der Bevölkerung zu scheren.

Immerhin sterben weltweit sehr viele Menschen an den Folgen dieser Luftverschmutzung, in Europa waren es im Jahre 2010 an die 400.000. Während einige gen VR China schielen, um die dortig sichtbare Luftverschmutzung anzuprangern, schaut es hierzulande nicht wesentlich besser aus. Erst mal vor eigener Haustüre kehren, muß man mit Nachdruck einwenden. Vergessen wir nicht, daß neben uns Menschen auch die Natur, die Pflanzen erheblich unter den Abgasen zu leiden haben, letztlich die giftigen Substanzen wir mittels Nahrung gleichwohl aufnehmen.

Ihr

Lotar Martin Kamm

Veröffentlicht unter Umwelt | Verschlagwortet mit , , , , | 2 Kommentare

Manipulation so weit das Auge reicht

flickr.com/ albdruck/ (CC BY-SA 2.0)

flickr.com/ albdruck/ (CC BY-SA 2.0)

Rattenfänger am besten im Vorfeld entlarven

Vielleicht sollte das Wort Manipulation das Unwort des Jahres 2016 werden, weil es zurzeit von jeder Partei, Organisation, Firma, Einzelpersonen gegenüber dem vermeintlichen zu Bekämpfenden vorgeworfen wird. Daß wir durch Werbung manipulativ beeinflußt werden, ist kein Geheimnis. Wenn nun aber sogenannte alternative Medien, Organisationen genau dieselben Tricks benützen, dann wird es immer schwieriger, die Spreu vom Weizen zu trennen.

Genauso wie die Werbung werfen sie einfache Parolen, Statements, Aussagen verbreitet in Sekundenschnelle durch das Internet, in den Raum und damit in die Köpfe der Menschen. Und weil wir alles erstmal abspeichern, unterliegen wir in unseren Gedanken einer vermeintlichen Wahrheit. Selbst wenn sich die Bilder, Parolen, Phrasen nicht bewahrheiten, so bleibt doch immer noch ein Rest dieser Eindrücke in uns. Manipulationen wohin man schaut, lieber keinem mehr vertraut.

Sogenannte Mitgliederzahlen, Wahl-, Studienergebnisse, Leserzahlen sind mehr und mehr zu einer Farce verkommen. Wobei dies noch eher differenzierter zu durchschauen ist. Schwieriger wird es, wenn durch mundgerechte Schnittchen, wohlklingende Wortwahl, Werte, Familie, Anstand, Respekt und viele mehr uns zugeführt werden, damit wir wieder Menschen sind oder werden sollen, die dies zu schätzen wissen. Durch Hintertüren werden wir hineingetragen in ein sorgenfreies, frei von Gier, Neid, Mißgunst, neues Lebensgefühl.

Sie suggerieren uns Freiheit und Mitspracherecht, nehmen uns ernst, wissen um unsere Nöte. Es gibt kein Feld, auf das wir vor hinterlistigen Fängern mehr sicher sind. Sie benutzen jeglichen Sektor, auf dem nur annähernd Ungemach strömen kann, politisch, wirtschaftlich, sozial, gesundheitlich, familiär, humanitär, philosophisch, esoterisch, um Stacheln und Dornen zu Entzündungen zu bringen.

Was wird durch dieses Verhalten unterstützt: manus, die Hand, plere, füllen. Manipulation. Wir füllen die Hände. Oder sie lassen sich die Hände füllen. Wer volle Hände hat, dem geht es gut. Er hat erreicht, daß viele ihm zuhören, seine Produkte kaufen, seine Thesen vertreten, sein Magen nicht hungern muß, von Anbetung ganz zu schweigen.

Durch diesen ganzen Wust der Manipulationen einen klaren Blick für die Wahrheit zu erhalten, wird zunehmend schwerer. Wer oder was kann uns schützen, wenn wir selbst Unbill spüren, ob der vielen drängenden Themen und Lösungswege nicht sofort zu erkennen sind? Dafür gibt es nur individuelle Antworten. Aber wie bei allen Wegen, die wir beschreiten, liegt es an uns, wie aufmerksam wir sind, um nicht über eine Wurzel zu stolpern, in eine Pfütze zu treten, ob ein Zweig unser Gesicht streift. Im Übrigen erkennt man ehrliche und aufrichtige Aussagen und Menschen daran, ob sie uns in ihre Bücher sehen lassen, uns auch hinter die Kulissen führen und wie oft sie ihre Masken wechseln.

Ihre

Doris Mock-Kamm

Veröffentlicht unter Kolumne | Verschlagwortet mit , , , , | 1 Kommentar

TTIP: USA diktieren sein Zustandekommen

flickr.com/ Mehr Demokratie e.V./ (CC BY-SA 2.0)

flickr.com/ Mehr Demokratie e.V./ (CC BY-SA 2.0)

Trotz erheblicher Widerstände am Ende der Hegemon sich durchsetzt?

Angesichts bisheriger politischer Entscheidungen muß man die Frage leider mit Ja beantworten. Die USA diktieren das Zustandekommen des Transatlantischen Freihandelsabkommens (TTIP), welches seit Juli 2013 zwischen der EU und den USA ausgehandelt wird. Das Fatale daran: Die Öffentlichkeit wird kategorisch ausgeschlossen.

Obwohl die verantwortliche Politik nur zu genau weiß, welche Widerstände hüben wie drüben des Atlantischen Ozeans sich formieren, setzt sie eiskalt und skrupellos dieses TTIP durch, die Bundeskanzlerin hat die Entgegennahme der 1,6 Millionen Unterschriften gegen dieses intransparente Vorhaben kurzerhand verweigert. Ein deutlicheres Signal ans Volk kann man kaum setzen, es heißt nämlich nichts anderes, als daß die Regierung der BRD als ewiger Wegducker und Vasall keinerlei Mut besitzt, sich schützend vors Volk zu stellen. Hauptsache die Großkonzerne setzen ihren mächtigen Kurs fort, was interessieren da schon Bedenken und berechtigte Einwände.

Monsanto und Co. frohlockende Sieger

Was im letzten Jahr nicht fruchtete, soll in diesem Jahr unbedingt durchgesetzt werden. Da mag ein vollmundiges Entgegenkommen, welches ganz offensichtlich eher trügerisch, nur zum Schein stattfindet, die US-Bedingungen keineswegs schmälern, der Maulkorb für Abgeordnete, die mal in TTIP-Texte spicken dürfen, unter Aufsicht versteht sich, Erinnerungen an Schulprüfungen werden wach, zeigt deutlich die weitere Vorgehensweise.

Wenn schon die Bevölkerung außen vor gelassen wird, sollen ebenso Politiker vorgeführt werden, besonders abgesegnet von einer EU, die keinerlei Bedenken hat, das US-amerikanische Wirtschaftsdiktat willenlos gewähren läßt. Soweit sind wir alle schon heruntergekommen, die Rechnung einer übergeordneten europäischen Machtzentrale, die EU selbst, geht vollends auf. Diese darf ungebremst sich über nationale Interessen der einzelnen Mitgliedsstaaten hinwegsetzen, diese haben sich den Entscheidungen in Brüssel zu beugen. Monsanto und Co. frohlockende Sieger, während die Menschen einfach stillhalten sollen, natürlich politisch demokratisch legitimiert.

Widerstand wird erst recht zur Pflicht

Wenn wir nicht willenlos uns den Vorgaben dieses ominösen TTIPs aussetzen wollen! Im Alltag würde niemand die Katze im Sack kaufen, aber hierbei sollen die Völker dem zustimmen? Offensichtlich kam zunächst Bewegung, schien der Widerstand zu greifen. Bei genauerem Hinschauen entpuppt sich allerdings das Ganze als unfreiwillige Pseudo-Transparenz.

Es herrscht erstaunliche Leere im TTIP-Leseraum, wie die FAZ unter der Rubrik Feuilleton bekannt gibt. Diesen höchst fragwürdigen politischen Prozeß unter einer „literarischen Gattung“ zu setzen, statt in den Bereich der Politik selbst, spricht schon für sich, auch wenn Systemmedien numehr wenigstens kritisch hinterfragen.

Widerstand wird erst recht zur Pflicht, wollen wir uns nicht das Fell über die Ohren ziehen lassen von US-amerikanischen Konzernen, die dann im Lande schalten und walten dürfen, ohne daß sie jemand aufhalten darf. Mit dem Rücken zur Wand, den Großkonzernen ausgeliefert? Noch können wir alle dies verhindern. Denn TTIP steht viel eher für: Tricksen (und) Täuschen ist Programm!

Ihr

Lotar Martin Kamm

Veröffentlicht unter Proteste und Widerstände | Verschlagwortet mit , , , , | 5 Kommentare

Appelle fordern unser Gewissen heraus

flickr.com/ joseph.gruber/ (CC BY-NC-ND 2.0)

flickr.com/ joseph.gruber/ (CC BY-NC-ND 2.0)

Mensch – nichts dazugelernt?

Sie sind da! Jeden Morgen sind sie da! Sobald das E-Mail-Konto geöffnet wird, springen sie dich an. Nein, nicht die vielversprechende Werbung für irgendein Produkt. Es sind die Hilferufe verschiedener Organisationen. Mal geht es um eine Unterschriftenaktion, mal um Spenden, manchmal aber auch nur um eine Info über den Fortgang eines Projektes oder einer Aktion. Wenn man Teilhabe an den unterschiedlichen Themen hat, ist die Liste der E-Mails teilweise erschreckend groß.

So kann es passieren, daß der Morgen mit einem flauen Bauchgefühl beginnt, obwohl das Frühstück gesundheitlich ausgewogen war. Aber das Verdauen der meistens dringenden Aktionen, Aufrufe weckt an manchen Tagen das Gefühl: einfach weglaufen, Ohren zu, nichts mehr sehen und lesen wollen, sich verkriechen in eine tiefe Höhle. An manchen Tagen möchte man am liebsten alles kurz und klein schlagen, weil das Unverständnis, Ohnmacht überhandnimmt. Gut, wenn man in dieser Situation die Möglichkeit hat, Holz zu hacken oder sich auf das Trimrad schwingen kann, die Kopfhörer ins Ohr gepresst und Musik aufdrehen vermag.

Natürlich kann und darf man nicht davon ausgehen, daß es nur in der jetzigen Gegenwart so viele Ungerechtigkeiten, Proteste gibt. Die Geschichte, jedenfalls seit es für die Menschen die Gelegenheit gab, diese niederzuschreiben, genauer sie weiter zu vermitteln durch Erzählungen, ist bestückt mit grausamen Verhaltensmustern unserer Vorfahren. Sehr wahrscheinlich sind einige der Erzählungen, Epen auch übertrieben und absichtlich furchterregend in ihrer Aussage, aber die Grundtendenz über die Beschreibungen der Handlungen einzelner Menschen läßt sich fast eins zu eins in das Bild des Gegenwartsmenschen fügen. Das heißt, Mensch nichts dazugelernt?

Oder heißt es, Mensch noch nie gelernt? Kann eine Kurzanalyse Licht ins Dunkel bringen? Bestätigt durch heutige Wissenschaftler wissen wir über die Zusammensetzung der DNA als der Träger der Erbinformation unserer Gene Bescheid. Auch wissen wir, daß der Mensch aus vielen Milliarden Untereinheiten, den Zellen besteht.

Dieses Wissen besaßen bereits einige unserer Vorfahren, nur konnte dieses Wissen nicht im Rahmen wissenschaftlicher Exkurse weitervermittelt werden. Also griffen unsere Vorfahren in die Trickkiste und formulierten anhand von Geschehnissen, Natur, Erkenntnissen die Verbundenheit im Menschen (DNA, Zellen) und zwischen den Menschen (DNA, Zellen). Wenn wir nun weiterhin wissen, daß durch die Gene die Erbinformationen weitergegeben werden, die sich auf die Zellen auswirken, so wird verständlich, warum wir immer noch so handeln wie vor zigtausend Jahren. Uns ist noch nicht klar geworden, daß wir uns damit selbst ausrotten, wenn wir weiterhin unsere Erde plündern, foltern, Neid, Haß, Wut, Gier, Angst unser Dasein bestimmen.

Also nie gelernt und nichts dazugelernt, wenn da nicht jene Menschen wären, die diese E-Mails verschicken, damit auf Mißstände aufmerksam machen und gegen sie ankämpfen. Ein Dank dafür ist das Wenigste, daß man für diese Menschen aussprechen kann, ein wenig mehr oder vielmehr ist es, seine Stimme mit diesen Menschen zu erheben.

Ihre

Doris Mock-Kamm

Veröffentlicht unter Kolumne | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Kritik an Israels Siedlungspolitik schmeckt Netanjahu nicht

Israel, Siedlungspolitik, USA, Ban Ki Moon, Putin

Israel, Siedlungspolitik, USA, Ban Ki Moon, Putin

Eine Welt nicht nur zwischen Gut und Böse

Ganz so einfach sollte man die politischen Verstrickungen in der Welt nicht werten, obwohl manche Standpunkte dermaßen offensichtlich sich präsentieren, daß man sich nur noch wundern darf, wenn etliche Zeitgenossen den Inszenierungen im Nahen Osten folgen. Dortigst ist in in erster Linie die Zivilbevölkerung betroffen, versucht irgendwie zu überleben.

Das scheint dem Ministerpräsidenten Israels, Benjamin Netanjahu, nicht zu interessieren, er hält an der Beendigung des Baustopps fest, das Verteidigungsministerium genehmigte somit die Errichtung weiterer 150 Siedlerwohnungen an vier Orten im Westjordanland, woraufhin wohl dem UN-Generalsekretär Ban Ki Moon der Kragen platzte, dieser die Siedlungspläne heftig kritisierte, was Netanjahu veranlaßte, zurück zu keifen, dessen Bemerkungen ermuntere die Palästinenser zum Terror.

Der jahrzehntelange Streit im Herzen des Nahen Osten setzt sich munter fort, die USA bleiben dabei, Israel zu unterstützen. Europa hält sich vornehm zurück, ebenso die US-abhängige BRD, während Focus Online nichts besseres einfällt, als am Ende des Artikels Putin fünf Attacken in dessen Rede bei der UNO zu sehen, die in Wirklichkeit allesamt unbedingt berechtigt sind. Aber davon will der US-Westen natürlich nichts wissen, unterstellt dem russischen Präsidenten lieber böse Absichten, obwohl realpolitische Entscheidungen in Syrien und in der Ukraine das ganze Ausmaß der aggressiven Westpolitik entlarvt, auch Israel seinen nicht unwesentlichen Anteil hat.

Ihr

Lotar Martin Kamm

Veröffentlicht unter Kurznachrichten | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar