Rechte dürfen endlich mal wieder die Sau rauslassen

flickr.com/ PM Cheung/ (CC BY 2.0)

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Von der Renaissance totgeglaubter politischer Strömungen

Anstelle weitschweifend umständlicher Reden, sollten wir schnell zum Punkt kommen. Ganz genau. Sie werden es sicherlich erahnen, oder? Na, irgendeine Idee? Bemühen Sie mal Ihre restlichen Gehirnzellen, so schwer kann es doch nicht sein! Klar doch, was beschäftigt die Menschen da draußen neben den Flüchtlingswellen denn noch? Nichts, sie sollen gezielt abgelenkt werden. Hauptsache eine bestimmte politische Klientel darf ungebremst ihre Vorhaben umsetzen, die große Masse bemerkt dies nicht.

Kennen Sie bereits aus Zeiten einer Fußball-EM oder gar der Fußball-Weltmeisterschaft, wenn nach jahrzehntelanger Enthaltsamkeit mal endlich wieder der deutsche Michel sich traut, seine Fahne zu schwenken? So ist es, er darf patriotische Gefühle sichtbar nach außen tragen. Daß nebenbei ein paar versprengte Rechte dies für ihre Zwecke mißbrauchen, sollte nicht so neu sein. Bei nahezu jedweder Gelegenheit positionieren diese sich, was man ihnen schließlich kaum verdenken kann. Schließlich war da ja mal was vor geraumer Zeit, so gut siebzig Jahre her, mitten im Herzen Europas, im Land der Gründlichkeit.

Dazwischen gab es immer wieder punktuell klägliche Versuche, sich zu artikulieren, denken wir an die Republikaner, an die ewig gestrige NPD, an einen NSU, der sich mehr oder weniger als einen mißglückten Sauhaufen von Verfassungschützern zu entpuppen scheint. Jetzt endlich die Gelegenheit: das Erwachen des altbewährten Ausländerhaßes mittels jener Flüchtlingsströme, die gen Europa ziehen. Aber halt, da machen die linken Kräfte ihnen erneut einen Strich durch die Rechnung, versuchen sie zu stoppen. Obendrein per Gewalt, denken wir an die längst etablierte Antifa, die ihrem Namen schon viel zu lang eben nicht gerecht wird.

Warum? Mit Blick zum Ukraine-Krieg wird es überdeutlich. Keiner von ihnen macht sich per Demo beherzt Luft, prangert den Schulterschluß des US-Westens zu den Nazi-Schergen in der Ukraine. Merkwürdig, ein Widerspruch. Doch davon lebt die politische Landschaft, wie es scheint. Sieht man bei der AfD. Nein, die sind doch nicht rechts. Sie wollen nur mal eben von der Polizei an den Grenzen deren Pflicht einfordern, von der Schußwaffe Gebrauch zu machen, wenn Flüchtlinge nicht weichen wollen. Und das, obwohl rechtlich nicht vertretbar, mit zu vielen Auflagen verbunden, daß der Chef der Polizeigewerkschaft berechtigt bestätigt.

Na, was soll dabei wohl in Wirklichkeit umgesetzt werden, angesichts all der Ablenkung? Immer noch nicht begriffen? Ganz simpel: vom TTIP zum TiSA, vom Abbau restlicher Bürger- und Menschenrechte, hin zu Unruhen, Chaos, Terror, Kriegen. Entwurzeltes gesellschaftlich friedliches Miteinander, hinein in eine Welt des Mißtrauens, des Haßes, damit am Ende die Befreier auftauchen dürfen, um uns zu erlösen: die USA. Die NWO wird dann greifen, Menschen sich fügen müssen in Vorschriften und Totalkontrolle. Wer ausbüchst, sich verweigert, hat das Nachsehen. Wollen wir das wirklich allesamt zulassen?

Lotar Martin Kamm

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Respektpersonen mit der Aufmerksamkeit der Vorsicht begegnen

pixabay.com

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Achtung – Gefahr erkannt und schon gebannt

Achtung! Welche Empfindung löst dieses Wort aus? Achtung, es droht Gefahr. Achtung, Respekt vor anderen. Sicher hat jeder schon einmal oder mehrere Male erlebt, daß er einer sogenannten Respektperson nicht mit Ehrfurcht, sondern lediglich mit der Aufmerksamkeit der Vorsicht begegnet ist.

Leider erfahren schon Kinder, teilweise bereits im Kleinkindalter oder früher, durch das Verhalten ihrer Eltern, Geschwister, daß Respekt durch Gewaltausübung oder Strafen eingefordert werden kann. Diese Erkenntnis kann sich durch die gesamte Schulzeit, Ausbildung und Berufsleben bestätigen.

Geht wirklich eine Gefahr von Respektpersonen aus? Eigentlich sollte das nicht sein, oder? Aber wissen wir nicht durch die Geschichte, daß gerade Personen, denen Anerkennung und Ehrerbietung entgegengebracht wurde, dieses sehr oft durch Unterdrückung und Gewalt erreicht haben? Vielen wurde einfach deshalb Respekt gezollt, weil sie einen „großen Namen“ trugen, in einer beruflichen Position standen, die über Lohn und Brot entschieden.

Auch Arten der Gewalt. Viele Bücher wurden über die Ausübung der Macht und die vor dieser Gewalt Bückenden geschrieben, nicht nur Romane, sondern ebenso philosophische Abhandlungen, psychologische Erklärungsversuche, Tatsachenberichte. Hat sich etwas verändert? Ja. Die Namen, die Orte.

Vielleicht hatten Sie die Möglichkeit, einen Menschen oder mehrere Menschen zu treffen, denen Sie Respekt zollten, ohne den Hintergedanken es nur zu tun, um beruflich oder gesellschaftlich weiterzukommen, also ohne Gefahr. Denn diese Menschen gibt es tatsächlich, und falls Sie Ihnen einmal begegnet sein sollten, werden Sie festgestellt haben, daß durch Ihren Respekt vor Ihnen, Ihnen Achtung entgegengebracht wurde. Die Erklärung findet man im Verb achten. Wenn wir auf jemanden achten (aufpassen), dient es zu dessen Schutz.

Eltern, Erziehungsberechtigte, Meister, Ausbilder, Chefs, kurzum Personen, die auf unserem Lebensweg für kurze oder längere Zeitspannen unsere Lehrer sind und während dieser Zeit auf uns achten, aufpassen, schützen, denen zollen wir Achtung, Respekt, ohne Achtung, es lauert Gefahr.

Doris Mock-Kamm

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Empathie zwischen Tierliebe und Liebe auf den ersten Blick

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Der Leidenschaft auf der Spur

Zum Erstaunen vieler kursieren immer wieder Photos, Videos durchs Netz, auf denen Menschen mit „wilden“ Tieren kuscheln. Wäre man nicht von vornherein darauf vorbereitet, vor allen Dingen bei den Videos, daß hier tatsächlich nichts passiert, könnten einem so manches Mal die Haare zu Berge stehen. Sind diese Menschen verrückt, sensationsgeil, sind die Tiere bis zum Umfallen abgefüttert und deshalb träge, stehen sie unter Drogen?

Aber hat man nicht auch schon zu früheren Zeiten von diesem Phänomen gewußt und es in Erzählungen und Geschichten weitergegeben? Die bekannteste Geschichte dürfte wohl über Romulus und Remus geschrieben worden sein. Marcos Pantoja lebte nach eigenen Aussagen, und bestätigt durch Nachforschungen, die absolut glaubhaft erscheinen, jahrelang mit Wölfen zusammen.

Wer erinnert sich noch an die Affendame Binti, die 1996 einen dreijährigen Jungen, der ins Gehege der Gorillas geplumpst war, zu ihm eilte und ihn zum Eingangstor brachte, damit er dort von den Zoobediensteten in Empfang genommen werden konnte? Sie hat offensichtlich Empathie für den Jungen gezeigt. Was bedeutet Empathie, das Wort, das auch in Zusammenhang mit der Flüchtlingswelle so oft zitiert wird?

Empathie ist aus dem Spätgriechischen entlehnt, empátheia, Leidenschaft. Wir benutzen es für Feinfühligkeit, Zartgefühl, Einfühlungsvermögen, Verständnis. Das Wort hat bis zum jetzigen Gebrauch als oben genannte Begriffe verschiedene Auslegungen durchlaufen. Aber dies ist eine andere Baustelle und kann von jedem selbst recherchiert werden. Bleiben wir bei den Ausdrücken, Feinfühligkeit, Zartgefühl, Einfühlungsvermögen, Verständnis, so können wir bescheinigen, daß zur Leidenschaft diese Umschreibungsbegriffe passen. Und so komisch es klingen mag, selbst für die Leidenschaft der Sammler irgendwelcher Gegenstände setzt ein Zartgefühl für eben diese Dinge voraus.

Setzen wir Leidenschaft in Zusammenhang mit Liebe, dann verstehen wir vielleicht noch mehr, warum es möglich ist, daß die Empathie zwischen Mensch, Tier gar nicht so außergewöhnlich ist. Denn Hand aufs Herz, kann man wirklich immer erklären, warum man jemanden oder etwas liebt? Viele beschreiben das erste Gefühl von Liebe wie Schmetterlinge im Bauch, andere hingegen sagen, daß ihre Liebe ein wachsendes Gefühl war. Haben wir es nicht schon selbst erlebt oder erzählt bekommen, daß ein Kind auf einen gefährlich wirkenden Hund oder eine als kratzbürstig beschriebene Katze zuging, und nichts passierte, was annähernd einer Gefahr für das Kind darstellte? Vielleicht ist dies vergleichbar mit Liebe auf den ersten Blick.

Empathie also ein Bauchgefühl? Das wäre schlichtweg zu einfach, zumal das Bauchgefühl sich oft auch als Irrtum herausstellt, sind die Schmetterlinge erst mal weggeflogen. Vielleicht kann man Empathie kurzgefaßt auf folgenden Nenner bringen: Wer sich für die Gefühle anderer öffnet, wird mit offenen Gefühlen empfangen.

Doris Mock-Kamm

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Seehofers Moskau-Reise stößt auf fragwürdigen Widerstand

flickr.com/ Metropolico.org/ (CC BY-SA 2.0)

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Politische Gespräche sind besser als jede Diffamierung

Welch Raunen in politischen Kreisen unseres Landes, Horst Seehofers geplante Moskau-Reise zum 04. Februar stößt auf fragwürdigen Widerstand, die Systemmedien überschlagen sich förmlich, japsen nach Luft bzw. Gegenargumenten, hauptsächlich wird unterstrichen, daß Außenpolitik nicht Sache Münchens sei.

Dabei sollten die politischen Herrschaften eines nicht vergessen: Politische Gespräche sind besser als jede Diffamierung. Allerdings unterstreicht gerade jenes Putin-Bashing die konsequente Haltung des russischen Präsidenten, dessen Schlüsselrolle nimmt schon länger schärfere Konturen an. Dies will aber die aggressive Haltung des US-Westens keineswegs wahrhaben, genau deshalb wird jedweder Austausch mit Putin akribisch beäugt.

Propagandavorwürfe vollkommen haltlos

Ausgerechnet die Mainstream-Medien verurteilen die angebliche Propaganda Russlands, allen voran zitiert das Springer-Blatt „Die Welt“ den Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, der dem Nachrichtenportal „Sputnik“ Propaganda vorwirft mit ausländerfeindlicher Ausrichtung. Von Stimmungsmache in sozialen Medien mittels des Kremls instruiert, laut Knabe.

Dabei muß man viel eher feststellen, daß gerade die Systemmedien alles daran setzen, Putins Russland als Aggressor vorzuführen, obwohl exakt das Gegenteil der Fall, denken wir an den Maidan-Putsch, den Ukraine-Krieg, die Kriege im Irak, in Syrien und Libyen, allesamt vom US-Westen gesteuert! Anstatt zu differenzieren, wird schnell der „Fall Lisa“ hervorgekramt, der mit Seehofers Moskau-Reise nicht das geringste zu tun hat. Aber Hauptsache polemisieren, bloß nicht die eigenen politischen Verfehlungen angehen, wobei gerade die politische Führung in Berlin es in letzter Zeit verpaßt hat, die russisch-deutschen Beziehungen zu vertiefen, stattdessen in Vasallentreue lieber dem Hegemon folgte.

Flüchtlingspolitik weiterhin unausgegoren

Wieso rügen CDU-Außenpolitiker Horst Seehofer, unterstellen diesem, es könne zu einem Schulterschluß mit Putin gegen die Flüchtlingspolitik kommen? Wer Merkel kritisiert, automatisch verbittert gerügt wird? Natürlich macht sich Seehofer Sorgen über Flüchtlingsströme, die viele Gemeinden in Bayern belasten. Ihm dabei gleich vorschreiben zu wollen, er habe „verdeckte Finanzierungen von rechtsradikalen Netzwerken“ seitens Russlands zu rügen, laut Roderich Kiesewetter (CDU), wie die Süddeutsche schreibt, zeigt deutlich, mit welcher Hysterie manche Politiker hierbei agieren.

Selbstverständlich muß man jedwede Einmischung sowie konspirative Machenschaften auch durch Russland genau beobachten, aber gerade der US-Westen möge seine eigene Rolle, was Manipulation und Propaganda anbelangt, mal lieber selbst vergegenwärtigen. Die Verhältnismäßigkeit darf man in sofern durchaus in Frage stellen. Laßt doch Horst Seehofer mit Putin sprechen, es kann keinesfalls schaden.

Lotar Martin Kamm

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Hartz IV: Betroffene weiterhin sozialrassistischem System ausgesetzt

flickr.com/ Metropolico.org/ (CC BY-SA 2.0)

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Wer Reichtum hofiert, muß Armut salonfähig gestalten

Deutsche Gründlichkeit hat nicht nur diesen bemerkenswerten faden Beigeschmack, der besonders historisch sich explizit hervortat, vielmehr wird sie kaltschnäuzig und gewissenlos an denjenigen ausgelassen, die ohnehin ganz unten angekommen sich kaum mehr wehren können. Hartz IV macht dies möglich, in all seinen menschenverachtenden Facetten.

Während Betroffene weiterhin diesem sozialrassistischem System ausgesetzt sind, bringt die verantwortliche Politik keine Verbesserung der in Notlagen geratenen zustande. Stattdessen zieht sie es lieber vor, gar den Bundestag zu täuschen, wie jüngst Andrea Nahles, die Sozialministerin, der man unterstellen muß, die versprochenen Gelder zur Qualifizierung von Hartz-IV-Empfängern mal eben dem Verwaltungspersonal und der Internet Technik lieber gönnte. Was interessieren schon die unbeugsam aus dem Arbeitsleben Verbannten?

Sozialpolitik zur Farce verkommen

Das einstmalige Vorzeigemodell der BRD, sie sei ein vorbildhafter Sozialstaat, gehört seit etlichen Jahren längst der Vergangenheit an. Die Gelegenheit dazu wurde zu Beginn der 1970iger Jahre verpaßt, spätestens als Helmut Kohl den ohnehin treuen Atlantikbrückenkollegen, Helmut Schmidt, ablöste, wurde deutlich, wohin die Reise geht, zumal seine Beteuerung, die Deutschen müßten den Gürtel enger schnallen, dies erst recht unterstrich. Sein Nachfolger folgte dem Kurs sozialen Abbaus, unter Rot-Grün wurden jene menschenrechtsverletzenden Hartz-IV-Gesetze im Deutschen Bundestag zügig durchgewunken, beschlossen und in Kraft gesetzt.

Jobcenter lassen oftmals unverblümt ihre Muskeln spielen

Die Allmacht deutscher Gründlichkeit sieht man gerade im Alltag zwischen den Jobcentern und den Betroffenen, die in der Regel den Schikanen kaum etwas entgegensetzen können, der Gang zu den Sozialgerichten fällt den meisten schwer, Resignation macht sich viel eher breit. Daher kaum verwunderlich, wenn seitens der Jobcenter verschlampte Unterlagen den Beziehern angelastet werden. Können diese sie nicht rechtzeitig aufbringen, haben sie einfach das Nachsehen. Hierbei gilt wohl die allseits gängige Praxis: das Recht des Stärkeren. Wer sich nicht wehren vermag, hat schlicht Pech gehabt.

Dabei sollte es eher umgekehrt sein. Doch die BRD hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte von einstmaligen Zielen sozialer Gerechtigkeit längst entfernt, verfolgt den Weg des Globalismus und deren Politik, die vor allem die USA anschaulich vorantreiben. Wer sich die erschreckende Armut im reichsten Land der Erde verinnerlicht, weiß zugleich, was dort wohl verkehrt läuft.

Gilbert Keith Chesterton formulierte mal:

„Je reicher einer ist, desto leichter ist es für ihn, ein Lump zu sein.“

Lotar Martin Kamm

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Heilsversprechungen im Zeichen schönfärbender Nationalstaaterei

flickr.com/ dertempelhofer/ (CC BY-NC-ND 2.0)

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Nach Petris Äußerung Spießrutenlauf im Anmarsch?

Ist es wirklich schon wieder soweit, daß innerhalb der Nationen Menschen um ihr Leben fürchten müssen, wenn sie nicht in das Weltbild von ein paar Schreihälsen passen? Anstatt sich an den wirklichen dringenden Problemen unserer jüngsten Zeit mit konstruktiven Lösungsvorschlägen zu beteiligen, formulieren sie Parolen, die darauf abzielen, Menschen gegenseitig aufzuhetzen.

Mit welchem Ziel? Und mit welchen Geldern werden solche publikumsgeilen Schreiberlinge und Podiumstürmer finanziert? Welche Zielgruppen sind bereits mobilisiert, welche und wieviel Menschen werden noch alle infiziert werden?

Maskenmänner, -frauen im Zeichen schönfärbender Nationalstaaten vergiften gerade durch ihre scheinbare, harmoniegetränkte Wertevorstellungen den Zusammenhalt innerhalb ihrer Nationen. Sie nutzen bewußt Versäumnisse, Fehlentscheidungen der letzten Jahre seitens der Politik, der wirtschaftlichen Globalisierung, um mit Heilsversprechungen ihre nationale Weltanschauung in die Völker zu tragen. Aber wo waren diese Heilsversprechungen als bereits Ende der 80iger Jahre festgestellt werden konnte, wohin der Hase läuft? Wo waren sie, als in den 90igern der soziale Abbau in den europäischen Ländern auf Hochtouren lief? Wo waren sie, als es nicht mehr zu verheimlichen war, wer, wo und wie an der Weltgemeinschaft zündelt?

Sie waren schlicht nicht interessiert daran, in den einzelnen Nationen konkrete Vorschläge zu unterbreiten, die durch die Arbeitsmarktsituation teilweise gebeutelten Familien zu unterstützen, die bisweilen unzumutbaren Verhältnisse in den Alten-, Pflegeheimen zu verbessern, die Sozialabgaben der Arbeitgeber zu erhöhen für die Renten-, Kranken-, Arbeitslosenkasse, sich einzusetzen für familiengerechtere Arbeitszeiten, eine Reformierung des Schulsystems.

Gegen bestehende Ungerechtigkeiten, politischen Irrsinn, wirtschaftliche Ausbeutung, soziale Gerechtigkeit zu protestieren, ist richtig und wichtig, aber dies alles auf dem Rücken von Menschen, die zum Schutze ihres Lebens geflohen sind, ist mitnichten zu akzeptieren.

Wenn wir wirklich ein Europa der Völker sein wollen, ist es vonnöten, die europäische Kultur und Geschichte zu festigen. Die EU hat lokal den Sitz in Brüssel und aufgrund wirtschaftsabhängiger Politiker nicht im Herzen der Menschen. Dies gilt es zu verändern. Ansonsten laufen wir Gefahr, einem neuen Rassismus in die Hände zu spielen, und es kann zu Spießrutenlaufen kommen, wenn wir mit unseren (nicht dem jeweils nationalen Land zugehörigen) Freunden, Frauen, Männern, Kindern spazieren gehen.

Doris Mock-Kamm

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An der Schwelle eines neuen Zeitalters

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Melindas Welt gerät aus den Fugen

Nichts verhielt sich jemals mehr wie es einst mal war. So zumindest empfand dies die vierzehnjährige Melinda, als sie durchs Treppenhaus lief, manchmal zwei, drei Stufen auf einmal, stolperte dabei einmal kurz, konnte aber noch rechtzeitig einen Sturz verhindern. Frau Huber aus dem zweiten Stockwerk schimpfte ihr fluchend nach, es sei doch noch Mittagsruhe. Aber dies interessierte die schwarzhaarige Jugendliche nicht im geringsten, sie war obendrein in Gedanken vertieft, zumal gestern ihre erste große Liebe einfach so, ausgerechnet gar per SMS Schluß gemacht hatte.

Amy hatte sie des nachmittags noch getröstet, weil Melinda heulend vor dem Schultor gekauert hatte, diese den Hausmeister harsch abwies, als jener nach ihrem Anliegen fragte. Sie möge Jens ganz schnell wieder vergessen, erklärte Amy, er sei es eh nicht wert gewesen, man munkle, er würde das bei anderen genauso gemacht haben, er sei sogar ein Aufreißer, der sich gern damit brüsken würde, mit wievielen Mädchen er schon gegangen sei. Seine Schulfreunde suchten in der Regel meist auch Rat bei ihm.

Schnell hatte sich am Ende Melinda von ihrer allerbesten Freundin beruhigen lassen, sie sah ein, daß es noch andere, viel interessantere Jungs gäbe. Kaum hatte sie die schwere Eichen-Eingangstür aufgestoßen, empfing die Jugendliche der übliche, laute Verkehrslärm. Zwei Autos bremsten scharf ab, beinahe kam es zu einem Unfall, der Vordermann brüllte aus dem offenen Fenster in Richtung des Fahrzeugs hinter ihm, danach rollte der Verkehr jedoch schnell wieder weiter.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite nahm Melinda plötzlich ihre Mutter wahr, die eigentlich auf Arbeit sein sollte, eine Putzstelle bei den Webers in der Galvanistraße. Doch ihre Mama schlenderte gemütlich in aller Seelenruhe Arm in Arm mit einem viel jüngeren Mann als sie selbst, tauschte verliebte Blicke mit diesem aus. Melindas Atem stockte für einige Augenblicke, ehe sie wutentbrannt zur Kreuzung rannte, da just für Fußgänger die Ampel auf Grün schaltete.

„Nanu, welch toller Mann an deiner Seite, Mama, möchtest du mich nicht vorstellen?“, rief sie von weitem den beiden zu, ziemlich keuchend aus der Puste geraten, da sie die letzten dreißig Meter ganz schnell gerannt war. Martina, so hieß ihre Mutter, schaute entsetzt ihrer Tochter entgegen und erwiderte ziemlich verlegen.

„Marc, darf ich dir meine ältere vorstellen, das ist Melinda. Mach dir nichts draus, sie ist mitten in der Pubertät.“ Kaum ausgesprochen, erhielt Martina einen vernichtenden Blick von ihrer Tochter.

„Aha, man sieht sofort, daß du Tinas Tochter bist“, bemerkte der große Dunkelblonde grinsend, „du gehst wohl noch zur Schule, in die achte Klasse, oder? Du sollst ganz gut in Mathe sein, wie mir deine Mutter erzählte?“

„Was geht den das was an, Mama?“, fragte Melinda ziemlich entrüstet ihre Mutter, wartete keine Antwort mehr ab, sondern kehrte einfach um, suchte schnell das Weite, viele Gedanken schwirrten der Jugendlichen durch den Kopf. Sie mußte an Papa denken, der gerade unterwegs war nach Rom, ein dringendes Geschäft erledigen, während ihre Mama einfach sich einen Lover gönnte! Obendrein einen solch jungen, sie schätzte ihn auf höchstens 35, also somit zehn Jahre jünger als Mutter. Wutentbrannt lief sie in die City, möglichst unter Leute, dachte sie, dann müsse sie sich mehr beherrschen.

Schlimm genug, daß seit drei Tagen inzwischen der fünfte Krieg im Nahen Osten ausgebrochen. Nachdem im Irak und in Syrien schon Kriege liefen, noch im Winter 2016 die USA meinten, sie müßten erneut Libyen bombardieren, war mitten im Frühling ebenso Ägypten involviert, folgten nunmehr im Hochsommer heftige Scharmützel zwischen der Türkei und dem Iran. Erdoğan wollte wohl unbedingt der Welt seinen Wahnsinn beweisen, wissend, daß im Notfall eine NATO ihn schützen würde. Das hatte die Russen erheblich verärgert.

Man spürte regelrecht die knisternd aggressive Spannung, die obendrein von den Systemmedien erst recht angeheizt wurde. Die Lobesbekundungen für die USA waren kaum mehr auszuhalten, zumindest für all jene, die noch einen Restverstand an politischer Kritik sich bewahrt hatten. Auch Melinda war sich zusammen mit ihren Schulfreudinnen- und Freunden einig, wie gefährlich die politische Lage eskalierte, die letzte Hoffung darin bestand, daß Putin weiterhin weise sich zurückhielt. Dies schien sich gerade zu erübrigen, zu heftig provozierte die Allianz der Aggressoren!

Welch komische Zeit, in der sie lebe, dachte Melinda, bemerkte hektisches Treiben in der Stadt. Weiter vorne rannte plötzlich eine Gruppe älterer Jugendliche aus einem Supermarkt, trugen solche billigen Batman-Masken. Schnell war ihr klar, daß sie einen Raub hinter sich hatten, da aufgeregt das Personal auf dem Bürgersteig erschien. Zu spät, die Diebesbande hatte sich gut vorbereitet, fuhr mit quitschenden Reifen in einem schwarzen Volvo davon.

Erschrocken fuhr Melinda herum, weil jemand auf ihre linke Schulter tippte. Es war Amy, die sie wortlos in den Arm nahm. Heulend schluchzte die Vierzehnjährige auf, erzählte ihrer besten Freundin von Mama und deren jüngeren Lover. Amy versuchte sie halbwegs zu trösten, lud sie ein, sie könnten doch eine Pizza essen gehen, dann käme sie wieder auf andere Gedanken. Melinda willigte kopfnickend ein.

Lotar Martin Kamm

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