Kleiner Schriftverkehr

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Eichhörnchen benutzen keinen Regenschirm
er vergaß mich zu küssen
Ruhe vor dem Sturm erinnert
an die Kargheit von Gefühlen

Bäume verkaufen keine Einkaufstaschen
ich vergaß ihn zu umarmen
Kühlschranktür läßt sich nicht mehr schließen
eisige Finger das Herz berühren

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Brauchtum vs. Pandemie – Kölner Jecken lassen sich nicht necken

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Fraglich ob 2G oder 3G ein Garant sein wird 

Der Karneval hat schon viel zu lang die Füße stillgehalten, nach fast zwei Jahren sehen auch die Kölner Jecken keinen Grund mehr, auf ihre Feiern zu verzichten, schließlich gehört der Karneval zum Brauchtum, den obendrein die Bürgermeisterin vehement verteidigt.

Die Menschen sind mitten im Herzen Europas, also auch hierzulande, es Leid ständig zurückzustecken, eine unverkennbare Pandemiemüdigkeit, die mitnichten mit einer Herbstmüdigkeit verwechselt werden sollte. Das hat natürlich seinen Preis, kostet etlichen die Gesundheit, manchen auch das Leben. Ein Versagen verantwortlicher Politik?

Jan Böhmermanns Kritik durchaus berechtigt

Die per Twitter Bezug nimmt zu einem Video des Kölner-Stadtanzeigers. Obwohl der bayrische Ministerpräsident mokiert, er habe Zweifel an der Vernunft der Feiern, widerspricht dies Markus Söders Auftreten noch in Wahlkampfzeiten, wo er offensichtlich viel mehr punkten wollte, zumal im Freistaat die Inzidenzwerte ziemlich hoch sind, in Rottal-Inn gar bei 1.104 liegen (Stand 11.11.).

Eine Impfpflicht im Gesundheitswesen und auch bei Lehrern sei angesichts der dramatischen Lage ein notwendiger Beschluß, wie Söder im Vorfeld der angekündigten Bund-Länder-Runde kommende Woche offensiv anregt. In diesem Fall zeigt er zurecht Kante, die zurzeit sowohl die amtierende Bundesregierung als auch die zukünftige Ampel-Koalition missen läßt.

Corona-Pandemie längst nicht überstanden

Wer die 2. Plenarsitzung des Deutschen Bundestages verfolgt hat, und zwar die Beratung oder erste Lesung zum Infektionsschutzgesetz und der Impfpaßfälschung, wurde gleich zu Beginn bei der Eröffnung durch den potentiellen neuen Bundeskanzler Olaf Scholz letztlich herb enttäuscht. Viel nettgemeinter Willen und Appelle die Krise in den Griff zu bekommen.

Doch schließlich straft auch die bevorstehende Ampelregierung die Pandemie selbst ab, obendrein die weitere Duldung angeblicher Meinungsfreiheit jener Leerdenker. Das rächt sich die Tage und erst recht in Zukunft, wenn die Neuinfektionen erheblich zunehmen genauso wie die Inzidenz, die Todeszahlen, Intensivbetten bald komplett belegt sein werden.

Staunen im europäischen Ausland ob bundesdeutschen Versagens, was als berechtigt zu bezeichnen ist. Insbesondere die weiterhin schleppende Impfquote, wobei auch der Unmut jener Impfgegner seinen nicht unwichtigen Anteil hat. Wieviel Leid muß noch geschehen, bis auch unsere Demokratie die Reißleine zieht? Karneval ohne Corona-Pandemie wird seinen Spaßfaktor haben, mit Pandemie ein unverantwortliches Gebahren!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Leere Zeit

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Früh lehnt sich der Morgen
blaßorange an die Baumwipfel
der Buchen vor meinem Haus.

Mein Stimmungsbild für den Tag
ist noch nicht geboren,
es verweilt in der leeren Zeit.

Die leichte Wärme löst sich auf,
goldgetüncht die Bäume verschwinden
in dem schweren Lichterrausch.

Undurchsichtige Weite vertieft sich
zu flüsterndem Raum,
erste Worte füllen den Farbverlauf.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Gefrostet die Welt

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Eingefrostet lieben sie die Welt,
mit kalten Schultern
wird sich gegen Mitgefühl
gestemmt.

Das letzte Hemd,
das sie dafür tragen,
müffelt nach den Qualen,
Egoismus zu ertragen.

Ihre Schweißausbrüche
kleben sie zusammen,
sobald jemand wagt,
Nähe zu empfangen.

Klirrende Kälte
füllt ihr Gewissen,
jeder Hauch eines Wortes
ein Angriff darstellt.

Ihr Lachen, ein Grinsen,
gemeißelt in Eis,
zerbrechlich ihr Glanz,
nur erstarrt halten sie Leben aus.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Vaterschaft

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9
über 9 verdammte Monate tue ich mir das jetzt schon an,
und wofür das Ganze,
ein Kind,
IHR Kind,
meine Idee war das nicht,
nein,
ganz sicher nicht,
und dann bekomme ich auch noch, nachdem ich jetzt schon das dritte Mal
diese Woche nach Mitternacht im Krankenhaus stehe, verboten, bei meiner Frau
zu bleiben.
Hach ja… meine einst so süße Frau,
die sich von Tag zu Tag mehr in ein Monster verwandelt,
hätte ich das vorher auch nur geahnt,
dann hätte ich ganz sicher nicht zugestimmt.
Ich meine nicht ihren Körper,
nicht den riesigen Bauch, der sich gebildet hat,
nicht ihren Rammbock, mit dem sie mich jede Nacht aus dem Bett stößt.
Das stört mich kaum.
Ich meine die Sonderwünsche, die von Tag zu Tag absurder werden,
die ständige Gereiztheit,
die Schmerzen, mit denen sie mir dauernd in den Ohren liegt.
Pfff,
ein Kind,
ich wollte nie Kinder,
und jetzt grade weniger denn je.
Ich bin doch jetzt schon nervlich völlig am Ende
wegen diesem Kind,
diesem Satansbraten,
dieser Ausgeburt der Hölle,
es kann doch nicht sein, daß dieses,
dieses Vieh mir mein ganzes Leben versaut,
daß ich es jetzt schon hasse,
niemals werde ich es akzeptieren,
es lieben können,
wie sollte ich auch?
Bei all dem –
„Herr Hurtig?“
„Was?!? – Oh…ähm, ja?“
„Bitte folgen sie mir.“
„Selbstverständlich … ist – ist alles gut gegangen?“
„Natürlich, Herr Hurtig. Ich kann ihnen gratulieren, sie sind Vater.“
Vater…
„Ihre Frau schläft bereits, aber wir dachten, sie würden bestimmt noch gern ihren
Sohn halten, bevor wir ihn wiegen und die restlichen Tests machen.“
Sohn…
„Sind sie bereit, ihn zu nehmen, Herr Hurtig?“
„Na – Natürlich.“
Du…
Du bist es also…
Mein Sohn…
Nichts,
absolut nichts wird mich davon abhalten können, dich zu beschützen.
Du unschuldiges, liebenswertes, süßes kleines Wesen.
Welch ein Geschenk Gottes.
Mein Sohn!
Ich liebe dich.
So sehr wie ein Vater sein Kind nur lieben kann.
Gott sei Dank konnte ich meine Frau zu einem Kind überreden.
Du bist alles,
alles was ich je wollte.
Mein Sohn.

werd niemals wie dein Vater…

Caedmon Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Poliertes Berauschen

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Eure Poesiealbengedanken
dürft ihr gerne für euch behalten,
diese versüßte Wörtergischt
zerfurcht jeden Felsen,
sie sind drapierte Gartenzwerge
in einer Wildblumenwiese,
Aufmerksamkeit erhaschend,
die Blüten, die Deko, einerlei.

Malt mir keine Glanzbildchen
mit liebreizendem Motividyll,
jeder Pinselstrich auf ihnen
zerkratzt feinfühlige Seelen,
diese künstlich erzeugten Welten
verschütten reelle Träume,
Harmonie vorgaukelnd,
die Erde, das Paradies, einerlei.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Timothy Snyder bringt es auf den Punkt

Demokratien durchaus gefährdet

Neulich übten wir zurecht Kritik über den sogenannten „Star-Historiker“ Niall Ferguson, dessen Fehleinschätzungen. Daß auch mal andere Kollegen völlig richtig die politische Lage beurteilen, stellte der US-amerikanische Historiker Timothy Snyder jüngst im T-Online-Interview unter Beweis. Prägend der entscheidende Satz, „er traue Trump jederzeit einen Putsch-Versuch zu“, obendrein schildert er, wie Putin und Facebook die Demokratie bedrohen.

Im Frühjahr dieses Jahres erfolgte unser Hinweis, daß Autokratie weltweit auf dem Vormarsch sei, insofern nichts Neues, was da Timothy Snyder zum Besten gibt, aber dafür mit Nachdruck bestätigend. Wie  lang wollen die Menschen noch nahezu ohnmächtig zuschauen, wenn ihnen real die Freiheit genommen wird? Erst recht in Zeiten, in denen Leerdenker frechweg behaupten, wir seien die Faschisten, während sie sich als Heilsbringer gegenseitig beweihräuchern. Eine gefährliche Mischung, die sich natürlich Nazis zunutze machen, wie man unschwer im Deutschen Bundestag miterleben darf!

Die lange Kette gefährlicher Despoten gefährdet den Weltfrieden

Demokratien bleiben zarte Pflänzchen im Vergleich zu anderen Ländern, sind letztlich eine Minderheit, wenn man das Machtvakuum der despotisch geführten Nationen genauer betrachtet. Obendrein bieten gleich zwei Weltmächte dem freien Westen die Stirn, zum einen Russland und zum anderen die VR China.

Das Elend im ehemaligen Zarenreich und des größen kommunistisch geführten Russland wurde ganz kurz unterbrochen mit Michail Gorbatschow, dem Fall des Eisernen Vorhangs. Wladimir Putin verstand es zu gut, das demokratische Russland erneut in eine Autokratie zu führen. Systemkritiker fallen zu oft einfach aus dem Fenster, werden vergiftet oder kommen gleich gar nicht zu Wort. Snyders Beschreibung vom erschaffenen nihilistischem Politikstil Putins trifft leider in Gänze zu.

Erst die USA, danach Frankreich oder gar unser Land?

Umsturzversuche von West nach Ost, die obendrein erfolgsversprechend sein könnten? Mit welchen Mitteln und Gefälligkeitsgeldgebern im Hintergrund? Erinnerungen an vergangene Zeiten des letzten Jahrhunderts werden wach, als der Faschismus sich ungebremst austoben durfte. Mit einem Donald Trump, einem Eric Zemmour und den Nazis im Deutschen Bundestag sind wir nicht sehr weit entfernt, solche menschenverachtende Zustände wieder zu erhalten!

Es liegt an uns allen, genau dies zu verhindern, wie auch Timothy Snyder betont. Seien wir äußerst wachsam, bevor das Kind in den Brunnen fällt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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