Erneut der Sultan von Ankara proletet

In islamistischer Türkei wird nicht gebetet

Ach, Erdi, reite mal lieber dein Pferdi, statt Diplomaten auszuweisen, sie mögen vondannen reisen. Hast nix kapiert, so völlig ungeniert herumzunölen und zu grölen gen jedwede Kritik. Meinste, dat is schick? Statt die Finanzen im eigenen Lande in Ordnung zu bringen, auch dies tut dir mitnichten gelingen, herrscht Willkür soweit unsere Auge reichen. Herrschaftsmachtgelüste och dein Hirn aufweichen!

Da hülft keen Toben, Brüllen oder Flennen, taffe Bürger dir schlichtweg davonrennen. Osman Kavala weiterhin in Haft, Erdi hat’s mal wieder geschafft, den Unmut auf sich zu lenken, Einsicht von ihm können wir uns schenken. Die bleibt latürnich aus, mit behauptetem Putschversuch und Spionagevorwurf kütt och der Kavala nicht mehr aus dem Knast raus. Despoten handeln nach eigener Fasson, darüber aufregen, sich net lohn‘.

Immer schön die Türkei spalten, nach Gutdünken schalten und walten, das wußten schon die Alten, siehe vergangene Zeiten, doch was durchsickert bei kritisch Gescheiten, ihr könnt’s euch denken, es gibt nix mehr zu verschenken. Des Sultans Höhenflug bedeutet Lug und Trug, er hat längst noch nicht genug. Wer vermag ihn zu stoppen? Da kannste ewig manch Gewissen foppen, nur sein Ableben setzt ihm ein Ende. Ohje, wat für ne Legende!

Und wie reagiert das politische Weltparkett? Perplex, immer noch beschaulich nett. Was bereits vor etlichen Jahren sich anbahnte, manch Kritiker damals schwante, der Erdi darf sich einfach austoben, manche ihn gar loben. Inzwischen der Iran und die Russen ihn hofieren, gezielte Bündnisse mit Ankara kreieren, sie haben dabei nichts zu verlieren. Hauptsache den USA und dem Westen etwas vor den Latz geknallt, so ist das halt.

Mit Blick in Geschichtsepochen sollte es nur allzu deutlich sein. Manch Despot kam hervorgekrochen, entpuppte sich als Faschistenschwein. Kants dringliche Warnung um des Menschen Verstand fährt Menschheit zu oft schlichtweg an die Wand. Statt die eigene Mündigkeit in die Praxis umzusetzen, verliert man sich in rassistisches Hetzen. Krieg oder Terror als Ergebnis sich Wege sucht, verflucht, hat diese Erde nicht schon genug davon zu ertragen? Fragen über Fragen, noch zu Wenige es wagen, jenen Herrschern Paroli zu bieten.

Hinter verschlossenen Türen Gremien sich berieten, was denn zu tun sei. Einerlei. Man läßt den Sultan von Ankara weiterhin gewähren, ihm zu Ehren dürfen selbstverständliche Menschenrechte mißachtet werden. Wie soll man das nur werten? Im Endeffekt geht’s mal wieder um strategische Vorteile, dies bereits seit geraumer Weile, im Südosten der Nato gehört sich’s wohl so. Zieht man noch andere Ereignisse in Betracht, ein Ignorant wer jetzt nicht erwacht. Denken wir an Ungarn oder Polen, meint man gar, sie hätten die EU bestohlen. Alles klar?!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

Veröffentlicht unter Satire | Verschlagwortet mit , , , , | 1 Kommentar

Kein Rüpel ohne Beachtung

https://pixabay.com/de/illustrations/ketten-ringe-ineinander-verbunden-434021/

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Rüpel, wie modern das klingt,
so allumfassend, skrupellos,
so alles ist möglich, Freiheit und so.

Ein Rüpel selten ist allein,
mit ständigen Ovationklatschern
ist Gemeinheit erst so richtig gemein.

Die Rüpel sind entsetzt,
wenn Beachtung ihnen verwehrt,
gemein sein ist so nichts wert.

Rüpel vertragen keine Stille,
diese Grenze sie am meisten scheuen,
kein Ton so Gemeinheit zum Schweigen bringt.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Joe Bidens Reformpolitik Hände gebunden

Wenn rechte Kräfte frohlocken, linke den US-Präsidenten kritisieren

Selbstverständlich darf man generell in der Politik keine Wunder erwarten. Das muß auch der 46. US-Präsident letztendlich hinnehmen, so schwer ihm das auch fällt, zumal er angetreten ist, ein extravagantes Wirtschaftspaket zu schnüren, welches durch zögerliches Verhalten in eigenen Reihen vereitelt wird.

Wie ein roter Faden begleiten Joe Biden die Widrigkeiten seiner bisherigen politischen Ambitionen, Sebastian Hesse im ARD-Studio Washington bezeichnet ihn daher als glücklosen Präsidenten, dessen Reformagenda hänge im Kongreß fest. Die Repu-blikaner und besonders ein Donald Trump frohlocken im Hintergrund, reiben sich die Hände ob solcher Zustände. Doch jene Häme schadet den USA und besonders der Welt selbst, da der Klimawandel alle betrifft.

Eine Politik der Kompromisse bremst zuviel aus

Uns läuft die Zeit davon. Während besonders in Europa und hierzulande FFF mahnend an die etlichen gescheiterten Versprechungen der Regierungen errinnert, explizit gen neue Bundesregierung, die in der Ampelkoalition sich finden will. Was sich hier noch sondieren muß, stellt einen Joe Biden vor vollendete Tatsachen und wird somit von Widrigkeiten begleitet.

Dessen Einfluß scheitert oftmals an Senator Joe Manchin, eine Laus im Pelz der Demokraten. Die Frage liegt nahe, ob dieser nicht besser zu den Republikanern wechseln sollte. Angesichts einer breitgefächerten politischen Landschaft etlicher Fachleute, Gremien und Behörden sowie Minister darf schon Kritik aufkommen, wieso manch notwendige politische Reformen hintenanstehen, während der Fokus auf andere wichtige Gesetzespakete gerichtet wird. Warum nicht alles zusammen gezielt angehen?

Geht die Rechnung der republikanischen Hardliner am Ende auf?

Um als Retter in der Not spätestens zur nächsten US-Wahl aufzutrumpfen? Mit Blick zurück gen Spätfrühling dieses Jahres wohl eher nicht so unrealistisch. Trumps Republikaner demontieren die Demokratie, was bereits beim Versuch der Erstürmung des Kapitols deutlich wurde, setzt sich fort im Lande gerichtlicher Prozeßfluten, Chancen des gelebten Rassismus.

Solange obendrein etliche Demokraten nicht hinter Joe Biden stehen, seine Politik mittragen, sind dem Präsidenten die Hände gebunden, verharren die USA bei wichtigen Entscheidungen, was letztlich dem Land schadet. Ein Comeback der Republikaner im Kongreß wird zunehmend wahrscheinlicher. Ein Desaster ohnegleichen, was auch aufzeigt, mit welchen simplen Mitteln die Menschen beeindruckt werden sollen. Hauptsache Machtansprüche durchsetzen, um das Wohl einer sozial verträglichen Gesellschaft wird sich ein Dreck geschert. Ein dramatisches Fazit.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

Veröffentlicht unter Politik | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Schwere auf meinen Lippen

https://pixabay.com/de/photos/meer-ozean-wasser-wellen-natur-2601238/

Bild von StockSnap auf Pixabay

Gedanken tauchen gleitend durch das Zimmer,
in Zeitlupe springen sie mit Köpfer ins Meer,
tausende Leiber kehren niemals zurück,
das Wasser ertränkt der Menschen Identität.

Auf schwimmenden Dörfern grölen sie laut
zum hektischen Treiben, der Animateur sie scheucht,
keine Eigeninitiative verbleibt in ihren Köpfen,
Leiber reagieren auf Kommando, willenlos betäubt.

Ich weine viele Tropfen der aufspritzenden Fontänen
in die Fahrspur der sich verlierenden Bespaßten,
salzige Tränen sammeln sich auf meinen Lippen,
die Schwere der Vergnügungsschiffe drücken sie schmal.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Ruhe vor dem Sturm betrifft jeden Wurm

https://pixabay.com/de/photos/fantasie-zerst%c3%b6rung-welt-kind-5178513/

Bild von Willgard Krause auf Pixabay

Lange hast du nachgedacht, in stillen Momenten
gar Freude entfacht, sie zügellos zu verbreiten.
Dennoch darbt Armut zwischen Kindern und Rentnern,
wenn Politiker lügen, die ach so Gescheiten.

Jetzt fragst du dich, was wir wohl bewegen können,
bevor noch mehr Leid die Menschen erreicht.
Wälzt Argumente, warum sie uns nichts gönnen,
erkennst den Grund, der eigentlich so leicht.

Die Ruhe vor dem Sturm betrifft jeden Wurm,
selbst den, der unterm Stein vorkriecht.
Sie fühlen sich sicher im höchsten Turm.
Woran solch Trugschluß nur liegt?

Vergessen, daß ein wütender Mob kaum aufzuhalten?
Es nützt keine Festung vorm klaren Erkennen,
wie Eliten unbedarft schalten und walten.
Am Ende müssen jene um ihr Leben rennen!

Revolten liegen in der Luft, verbreiten den Duft der Wut,
der gewaltvoll sich Wege sucht. Gespräche längst beendet,
andere Ideen und Lösungen erbringen den nötigen Mut,
den wache Geister losgetreten nunmehr gesendet.

Die Botschaft steht deutlich in den Köpfen geschrieben.
Ihr habt uns viel zu lang schon hintergangen,
das Wichtigste aus den Augen verloren – das Lieben.
Nunmehr haben andere Zeiten angefangen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Diagnose Ehlers-Danlos-Syndrom – ein Interview mit Naissa

https://pixabay.com/de/photos/labor-analyse-diagnose-krankenhaus-2815632/

Bild von Michal Jarmoluk auf Pixabay

Unsere Gesundheit darf und sollte man stets als das kostbarste Gut betrachten, was uns besonders bewußt wird, wenn Erkrankungen uns heimsuchen im Familien- oder Freundeskreis. In etlichen Fällen haben Patienten erst recht einen regelrechten Leidensweg hinter sich, sowohl was ihre Krankheitssymptome anbelangt als auch die Suche nach einer Diagnose.

Das Ehlers-Danlos Syndrom (EDS) gilt als seltene Krankheit, benannt nach dem dänischen Dermatologen Edvard Ehlers und dem französischen Hautarzt Henri-Alexandre Danlos, die als Entdecker jener seltenen Krankheit gelten. Dennoch scheinen bis heute etliche Ärzte sich schwerzutun, eine Diagnose zu stellen, obwohl es seit 2017 neue Diagnose-Kriterien gibt, die im American Journal of Medical Genetics veröffentlicht wurden. Diese sollen nun die Villefranche-Klassifikation ablösen.

Als in diesem Jahr unsere Tochter Naissa nach einer Odyssee langanhaltender Suche ihrer zunehmenden Leiden die Diagnose erhielt, an EDS erkrankt zu sein, waren wir zunächst erleichtert, zu wissen, was sie plagt. Doch schnell wich sie der Ernüchterung, um welche umfassende Krankheit es sich handelt. Insofern folgt hier das Interview, um auch andere Betroffene zu informieren, Einblicke zu gewähren.

Martin: Magst du uns erzählen, wie das Ganze begann, welche frühesten Erinnerungen du an bestimmte Leiden hast, die aus heutiger Sicht aufs EDS zurückzuführen sind?

Naissa: Ja, wo fang ich an? In der Kindheit hatte ich, was ich jetzt weiß, schon erste Symptome. Extreme Gelenkschmerzen. Sehr häufige Kopfschmerzen. Dazu kamen immer mehr Allergien auf Medikamente. Daß meine Überbeweglichkeit krankhaft ist, wußte ich nicht.

Martin: Waren mehrere Ärzte daran beteiligt, jene Diagnose zu stellen, oder wie muß man sich das in deinem Fall vorstellen?

Naissa: Seit Jahren renne ich von Arzt zu Arzt. Leider ohne Erfolg. Man wird belächelt, und ich sollte lieber eine Therapie machen. Wird oft gesagt. Ein Schmerztherapeut, der leider nicht mehr behandelt (er ist erkrankt), kam auf die Idee, daß es EDS sein könnte. In einer Klink, die für EDS spezalisiert ist, wurde es festgestellt.

Martin: Von welchen Beschwerden bist du betroffen? Haben die Beschwerden im Laufe der Jahre eher zugenommen?

Naissa: Oh Gott. Gute Frage, das ist nicht immer gleich. Dauerschmerz in den großen Gelenken, das heißt, Knie, Hüfte, Schultern und Rücken. Ich kann mein linkes Bein kaum belasten, also Autofahren ist nicht möglich. Schlaf bekomme ich kaum. Die Schmerzen halten mich wach. Meist schlafe ich ca. eine Stunde. Ich bin schnell erschöpft, wenn ich ein wenig Haushalt mache. Taubheitsgefühle in Beinen und Händen sind regelmäßig. Herzrasen habe ich oft, wenn ich versuche zu schlafen. Es kommen auch mehr Sachen dazu, wie z.B. meine Haut wird dünner. Meine Wundheilung ist schlimmer geworden. Also, ich könnte die Liste noch weiterführen, aber ich denke, der erste Eindruck reicht.

Martin: Wie gehst du heute mit bestimmten Einschränkungen im Alltag um, und wie kommt das familiäre Umfeld damit klar?

Naissa: Ja, ich kann vieles nicht mehr tun. Grade lange sitzen oder länger laufen, länger stehen, geht nicht. Ich versuche alles langsam zu machen. Ich glaube, ohne meine Familie hätte ich schon aufgegeben. Meine Kinder helfen mir oft bei Kleinigkeiten. Mein Mann ist mir eine sehr große Stütze. Es gibt auch Menschen, die es nicht so verstehen. Denn bis auf mein Humpeln sehe ich nicht krank aus. Dazu muß ich noch sagen, daß ich kaum Menschen zeige, wie es mir geht. Ich kämpfe für die Erwerbsminderungsrente, und eine Behinderungsfeststellung. Da ich leider nicht mehr arbeiten kann. Meine Kinder müssen auch noch getestet werden auf EDS, aber ich kann mir schon die Antwort vorstellen.

Martin: Naheliegend, daß du nach außen gehst, Rat suchst, wo immer möglich. Hast du inzwischen Kontakte zu anderen Betroffenen, einen gewissen Austausch?

Naissa: Ich habe im Internet nach Hilfe gesucht. Und über Facebook auch ein paar Menschen gefunden, die ebenso sehr leiden an EDS. Der Austausch mit Menschen, die auch so was erleben müssen, tut schon gut.

Martin: Am Schluß des Interviews möchte ich dir noch gern die Möglichkeit anbieten, Ungefragtes uns zu schildern.

Naissa:   Ich möchte, daß diese Genkrankheit weiter bekannt wird. All die Menschen, die über Jahre oder Jahrzente leiden, sollen endlich gehört werden. Leider wissen immer noch viel zu wenig Ärzte über EDS Bescheid.

Martin: Ich bedanke mich ausdrücklich für deine Offenheit. Obendrein empfehle ich gern Martina Hahns Blog EDS Zebra. Wer in Facebook unterwegs ist, dem sei jene Gruppe angeraten, mal reinzuschauen: Ehlers-Danlos-Syndrom Deutschland oder auch in dieser: Ehlers-Danlos (EDS) Das Netz.

Veröffentlicht unter Interviews | Verschlagwortet mit , , , , | 1 Kommentar

Der frühe Vogel wird zum Opfer

https://pixabay.com/de/photos/amsel-singvogel-zaun-vogel-4140430/

Bild von Manfred Richter auf Pixabay

An einem frühen Morgen
eine Amsel saß auf hohem Zaun,
um nach einem Wurm zu schauen,
ohne Angst und Sorgen.

Eine Kohlmeise war schneller,
flog frech zwitschernd daher,
die Amsel ärgerte sich deshalb sehr,
die Sonne schien schon heller.

Im Gebüsch geduldig eine Katze saß,
grazil ohne jedwede Regung,
keiner der Vögel hatte eine Eingebung,
kurz darauf das Raubtier ihr Opfer fraß.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar