Ungarn und Polen ein Dorn im Auge der EU

Wann folgt endlich der Ausschluß?

Viel zu lang haben ganz besonders jene beiden EU-Staaten quergeschossen, sich geweigert, EU-Recht anzuerkennen, um gleichzeitig aber in den Genuß von EU-Zuschüssen zu kommen, die selbstverständlich ihnen rechtmäßig zustehen sollen. In der Tat so die Vereinbarung. Aber Polen wirft Europäischem Gerichtshof Erpressung vor, obwohl die Gesetzesregelung überdeutlich besagt, wie sich die einzelnen EU-Staaten zu verhalten haben.

Auch der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki scheint seine Hausaufgaben nicht gemacht zu haben. Blicken wir etwa bereits gen Polexit hinterfragt der Spiegel-Artikel. Es schaut sehr danach aus, wenn die Fronten dermaßen verhärtet bleiben.

Die Grünen werden Polen zurecht auf die Füße treten

Denn Streitpunkte auf anderem nicht unwichtigen Gebiet herrschen auch im Fall gewisser Atompläne Polens, das 1990 beendete Atomkraftwerk Zarnowiec, welches als Bauruine kontinuierlich seitdem zerfällt, soll wieder bis spätestens 2026 als AKW glänzen, in Betrieb genommen werden.

Sehr zum Unmut der Grünen, die bekanntlich in Kürze die Regierungspolitik Deutschlands mitgestalten werden. Polens Pläne seien rückwärtsgewandt, betont Sylvia Kotting-Uhl, atompolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, die polnische Entscheidung sei ökonomisch unklug und nimmt Risiken auf sich, die heute völlig überflüssig seien. Recht hat sie, schließlich hat Deutschland der AKW-Politik längst den Rücken gekehrt!

Frauen und Medien zweitrangig in Polen

Ein Zurück in Zeiten herrischer Gepflogenheiten, das spiegelt sich in der polnischen Politik wider, die besonders ein Mateusz Morawiecki gern zu pflegen scheint. Verständlich, daß die EU darauf pocht, die geplante Gesetzesvorlage Polens zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen mit Nachdruck zu befürworten. Die polnische Justiz scheint viel eher „russischen Gepflogenheiten“ nachzueifern, weil auch in Russland Frauenrechte mit Füßen getreten werden.

Ebenso die Sorge um die Freiheit der Medien bei unserem östlichen Nachbarn. Insofern eine gute Entscheidung, daß 2022 die EU-Kommission deshalb ein Medienfreiheitsgesetz vorlegen wird. Eine entsprechend folgerichtige Notwendigkeit. Sollten sowohl Polen als auch Orbáns Ungarn ins Horn der Entrüstung blasen, mögen sie doch die EU verlassen, das spart nicht nur viel Geld ein, sondern obendrein etliche Nerven, die ohnehin blank liegen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Gesalbter Vormittag

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Momente,
aufblitzende Photos,
Erinnerungskörner,
Bratkartoffeln im Mund,
Harzgeruch in der Nase,
Wasser spritzt auf,
Flugzeuglärm,
rote Mütze,
Kekse aus der Dose,
Klöppel schlagen auf Eisen,
Geläut weithin zu hören,
Zeit, es ist spät,
Messe wird gelesen,
geräuchert durch Weihe,
geölt mit Wasser,
Sprung über Treppen,
letzter Groschen,
geliebter kleiner Automat,
weißer Kaugummi,
wie meine neuen Schuhe.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Wo bist du

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Wo bist du, fragte der Wind
das in sich versunkene Kind.
Es lächelte, hier und weg,
in meinem Kopf ist ein Versteck,
in dem befindet sich eine Welt,
die mir erlaubt, zu tun, was mir gefällt.

Wo bist du, fragte die Sonne
das Kind, das still saß mit Wonne.
In mir, ein helles Licht,
hier seh ich Dunkles nicht,
überall ein gold’ner Schimmer
weiche Wärme begleitet mich immer.

Wo bist du, fragte das Wasser,
dem ein Kind nie vorkam krasser.
Im Trockenem kann ich tauchen
in Grotten, wie Drachen fauchen,
mit Flügeln durch Meere schweifen,
gleichzeitig nach Sternen greifen.

Wo bist du, fragte die Erde
aus Sorge, das Kind nie Mensch werde.
Die Länder, die ich in mir entdecke,
durch sie erst ich die Welt erwecke,
die mit mir durchs Leben reist
und bis ins Alter mein Dasein speist.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Erneut der Sultan von Ankara proletet

In islamistischer Türkei wird nicht gebetet

Ach, Erdi, reite mal lieber dein Pferdi, statt Diplomaten auszuweisen, sie mögen vondannen reisen. Hast nix kapiert, so völlig ungeniert herumzunölen und zu grölen gen jedwede Kritik. Meinste, dat is schick? Statt die Finanzen im eigenen Lande in Ordnung zu bringen, auch dies tut dir mitnichten gelingen, herrscht Willkür soweit unsere Auge reichen. Herrschaftsmachtgelüste och dein Hirn aufweichen!

Da hülft keen Toben, Brüllen oder Flennen, taffe Bürger dir schlichtweg davonrennen. Osman Kavala weiterhin in Haft, Erdi hat’s mal wieder geschafft, den Unmut auf sich zu lenken, Einsicht von ihm können wir uns schenken. Die bleibt latürnich aus, mit behauptetem Putschversuch und Spionagevorwurf kütt och der Kavala nicht mehr aus dem Knast raus. Despoten handeln nach eigener Fasson, darüber aufregen, sich net lohn‘.

Immer schön die Türkei spalten, nach Gutdünken schalten und walten, das wußten schon die Alten, siehe vergangene Zeiten, doch was durchsickert bei kritisch Gescheiten, ihr könnt’s euch denken, es gibt nix mehr zu verschenken. Des Sultans Höhenflug bedeutet Lug und Trug, er hat längst noch nicht genug. Wer vermag ihn zu stoppen? Da kannste ewig manch Gewissen foppen, nur sein Ableben setzt ihm ein Ende. Ohje, wat für ne Legende!

Und wie reagiert das politische Weltparkett? Perplex, immer noch beschaulich nett. Was bereits vor etlichen Jahren sich anbahnte, manch Kritiker damals schwante, der Erdi darf sich einfach austoben, manche ihn gar loben. Inzwischen der Iran und die Russen ihn hofieren, gezielte Bündnisse mit Ankara kreieren, sie haben dabei nichts zu verlieren. Hauptsache den USA und dem Westen etwas vor den Latz geknallt, so ist das halt.

Mit Blick in Geschichtsepochen sollte es nur allzu deutlich sein. Manch Despot kam hervorgekrochen, entpuppte sich als Faschistenschwein. Kants dringliche Warnung um des Menschen Verstand fährt Menschheit zu oft schlichtweg an die Wand. Statt die eigene Mündigkeit in die Praxis umzusetzen, verliert man sich in rassistisches Hetzen. Krieg oder Terror als Ergebnis sich Wege sucht, verflucht, hat diese Erde nicht schon genug davon zu ertragen? Fragen über Fragen, noch zu Wenige es wagen, jenen Herrschern Paroli zu bieten.

Hinter verschlossenen Türen Gremien sich berieten, was denn zu tun sei. Einerlei. Man läßt den Sultan von Ankara weiterhin gewähren, ihm zu Ehren dürfen selbstverständliche Menschenrechte mißachtet werden. Wie soll man das nur werten? Im Endeffekt geht’s mal wieder um strategische Vorteile, dies bereits seit geraumer Weile, im Südosten der Nato gehört sich’s wohl so. Zieht man noch andere Ereignisse in Betracht, ein Ignorant wer jetzt nicht erwacht. Denken wir an Ungarn oder Polen, meint man gar, sie hätten die EU bestohlen. Alles klar?!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Kein Rüpel ohne Beachtung

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Rüpel, wie modern das klingt,
so allumfassend, skrupellos,
so alles ist möglich, Freiheit und so.

Ein Rüpel selten ist allein,
mit ständigen Ovationklatschern
ist Gemeinheit erst so richtig gemein.

Die Rüpel sind entsetzt,
wenn Beachtung ihnen verwehrt,
gemein sein ist so nichts wert.

Rüpel vertragen keine Stille,
diese Grenze sie am meisten scheuen,
kein Ton so Gemeinheit zum Schweigen bringt.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Joe Bidens Reformpolitik Hände gebunden

Wenn rechte Kräfte frohlocken, linke den US-Präsidenten kritisieren

Selbstverständlich darf man generell in der Politik keine Wunder erwarten. Das muß auch der 46. US-Präsident letztendlich hinnehmen, so schwer ihm das auch fällt, zumal er angetreten ist, ein extravagantes Wirtschaftspaket zu schnüren, welches durch zögerliches Verhalten in eigenen Reihen vereitelt wird.

Wie ein roter Faden begleiten Joe Biden die Widrigkeiten seiner bisherigen politischen Ambitionen, Sebastian Hesse im ARD-Studio Washington bezeichnet ihn daher als glücklosen Präsidenten, dessen Reformagenda hänge im Kongreß fest. Die Repu-blikaner und besonders ein Donald Trump frohlocken im Hintergrund, reiben sich die Hände ob solcher Zustände. Doch jene Häme schadet den USA und besonders der Welt selbst, da der Klimawandel alle betrifft.

Eine Politik der Kompromisse bremst zuviel aus

Uns läuft die Zeit davon. Während besonders in Europa und hierzulande FFF mahnend an die etlichen gescheiterten Versprechungen der Regierungen errinnert, explizit gen neue Bundesregierung, die in der Ampelkoalition sich finden will. Was sich hier noch sondieren muß, stellt einen Joe Biden vor vollendete Tatsachen und wird somit von Widrigkeiten begleitet.

Dessen Einfluß scheitert oftmals an Senator Joe Manchin, eine Laus im Pelz der Demokraten. Die Frage liegt nahe, ob dieser nicht besser zu den Republikanern wechseln sollte. Angesichts einer breitgefächerten politischen Landschaft etlicher Fachleute, Gremien und Behörden sowie Minister darf schon Kritik aufkommen, wieso manch notwendige politische Reformen hintenanstehen, während der Fokus auf andere wichtige Gesetzespakete gerichtet wird. Warum nicht alles zusammen gezielt angehen?

Geht die Rechnung der republikanischen Hardliner am Ende auf?

Um als Retter in der Not spätestens zur nächsten US-Wahl aufzutrumpfen? Mit Blick zurück gen Spätfrühling dieses Jahres wohl eher nicht so unrealistisch. Trumps Republikaner demontieren die Demokratie, was bereits beim Versuch der Erstürmung des Kapitols deutlich wurde, setzt sich fort im Lande gerichtlicher Prozeßfluten, Chancen des gelebten Rassismus.

Solange obendrein etliche Demokraten nicht hinter Joe Biden stehen, seine Politik mittragen, sind dem Präsidenten die Hände gebunden, verharren die USA bei wichtigen Entscheidungen, was letztlich dem Land schadet. Ein Comeback der Republikaner im Kongreß wird zunehmend wahrscheinlicher. Ein Desaster ohnegleichen, was auch aufzeigt, mit welchen simplen Mitteln die Menschen beeindruckt werden sollen. Hauptsache Machtansprüche durchsetzen, um das Wohl einer sozial verträglichen Gesellschaft wird sich ein Dreck geschert. Ein dramatisches Fazit.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Schwere auf meinen Lippen

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Gedanken tauchen gleitend durch das Zimmer,
in Zeitlupe springen sie mit Köpfer ins Meer,
tausende Leiber kehren niemals zurück,
das Wasser ertränkt der Menschen Identität.

Auf schwimmenden Dörfern grölen sie laut
zum hektischen Treiben, der Animateur sie scheucht,
keine Eigeninitiative verbleibt in ihren Köpfen,
Leiber reagieren auf Kommando, willenlos betäubt.

Ich weine viele Tropfen der aufspritzenden Fontänen
in die Fahrspur der sich verlierenden Bespaßten,
salzige Tränen sammeln sich auf meinen Lippen,
die Schwere der Vergnügungsschiffe drücken sie schmal.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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