Jugend bewegt

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Was quatscht ihr bloß?
So gedankenlos.
Die Jugend sei verwöhnt.
Verzogen, ihr argwöhnt.
Kritisch, der Sprache mächtig.
Das macht sie für euch verdächtig.
Gelehrt wurde ihnen zu differenzieren.
Sie sollten Redefreiheit nicht verlieren.
Sie sollten es besser haben.
Es ging nicht darum, sich an Luxus zu laben.
Ihr Leben durften sie mit uns planen.
Keine Unterordnung mehr nach Fahnen.
Sie wollen ihre Zukunft leben.
Die meisten nach Humanismus streben.
Nach gesunden Lebensumständen.
Weg mit den Giftrückständen.
Weg von Allmachtsphantasien Gieriger.
Sie wissen, dieser Wunsch ist schwieriger.
Und trotzdem wollen sie diesen Weg gehen.
Ich kann eure Meckerei nicht verstehen.
Seid stolz auf diese junge Generation.
Unterstützt ihre Rebellion.
Begleitet ihre Träume.
Pflanzt mit ihnen Bäume.
Verwöhnt sie mit Zuversicht und Gesprächen.
Hört auf, eure verpaßten Chancen an ihnen zu rächen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Verbrannte Liebe

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Meine Gürteltasche
ist gefüllt mit Asche
von den vielen Liebesbriefen,
die nach meinen Gefühlen riefen.

Ich habe mich verbrannt,
nachdem ich euch gekannt,
eure „Ich liebe dich“-Schwüre
sind Gemäuer ohne Türe.

Hinter euren Fassaden
betreibt ihr einen Laden
mit Sammlerstücken,
die euer Ego beglücken.

Liebe las ich auf dem Papier,
doch sie galt nicht mir,
aber Liebe ist kostbar,
für mich nicht unnahbar.

Das Geseire wurde vernichtet,
nur das Wort Liebe verdichtet,
indem ich es Feuer fangen ließ
und verwahre in einem Verlies.

Eure Heuchelei mich begleitet,
als Erinnerung sie bestreitet
erniedrigende Lügen,
bevor sie in meinem Herzen liegen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Wenn Star-Historiker zu Fehleinschätzungen gelangen

Wie bitte, Herr Niall Ferguson?

Immerhin hat der Schotte in Harvard studiert, trotzdem kein Freifahrtschein willkürliche Kritik vom Stapel zu lassen, die obendrein manch Behauptungen aufstellt, die so gar nicht treffsicher oder gar fundiert Erwähnung finden sollte. Das ließen sich aber die beiden Journalisten bei T-Online, Marc von Lüpke und Florian Harms, keinesfalls nehmen, interviewten Niall Ferguson: „Ein gewaltiger Flüchtlingsstrom wird nach Europa kommen“

Ach, tatsächlich? Und selbst wenn, Grund genug bei Angela Merkel nachzutreten, wo sie jetzt ihr Amt beendet? Das erinnert ziemlich an BILD-Stil, zugegeben, ein harter Vergleich. Aber beim Lesen von Fergusons Argumenten standen mir die letzten noch verbliebenen Haare zu Berge. Trotzdem immer schön der Reihe nach.

Manche Kritikpunkte berechtigt, doch im Ergebnis zweifelhaft

Gleich vorneweg, mit dem Wissen, ein Angelsachse beurteilt deutsche Politik, obendrein ein Historiker, verwundert mich doch dessen einseitige Betrachtungsweise. Richtig ist, daß Frau Merkel Putins beste Agentin ist, daß die Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 ein moderates Mittel für Russland sei, Deutschland erpreßbar zu machen. Dennoch, der Historiker übersieht wohl den diplomatischen Spagat, sich mit Russland gutzustellen, während der Bündnispartner, die USA, besonders zur Trump-Ära und auch darüberhinaus, es sich nicht nehmen lassen, den Druck gen Russland zu erhöhen.

Fergusons Behauptung, die Annexion der Krim durch Putin hätte Deutschland faktisch akzeptiert, ist Nonsens, genauso sein Lob, daß Trump der Ukraine Waffen gegeben hätte. Aha, da ist die Nähe zum angelsächsischen Gedankengang, einer der deutlichen Punkte. Kriegsszenarien sind natürlich Steckenpferde für Historiker bei ihren Überlegungen. Den Bündnisfall zu zitieren, Deutschland würde Washington um Hilfe bitten, bedarf keines historischen Studiums. Na, und? Als Sahnehäubchen vom Schotten, der Seitenhieb, wir würden die USA verachten. Ich könnte ausholen, wenn ich wollte, zitiere aber gern jene Feststellung: Der Hegemon entlarvt sich ständig und überall selbst.

Bei Scholz liegt er grundlegend verkehrt – wer die Klimakrise unterschätzt, versagt

Was soll das, dessen Behauptung, Olaf Scholz sei eine männliche Ausgabe von Angela Merkel? Zuviel Focus gelesen oder anderes konservatives Mediengeschwätz verinnerlicht? Allein dessen Anmerkung, die deutsche Automobil- und Maschinenbauindustrie verharre im 20. Jahrundert, spiegelt nicht nur den alten typisch britischen Neid wider, sondern bescheinigt Niall Ferguson gänzliches Unwissen. Selbstverständlich gehen die benannten Branchen mit der Zeit!

Den Vogel schießt er aber spätestens mit Nachdruck ab, beginnend mit der Behauptung, Umweltaktivisten würden die großen Themen der Religionen im Kontext zu Untergangsstimmungen aufgreifen. Lassen wir doch mal die Kirche im Dorf! Klar doch, muß es Proteste geben gegen die Verbrechen wider die Natur, die Umwelt, Herr Historiker. Greta Thunberg lebe im Wolkenkuckucksheim, hätte keine Ahnung von Physik? Aber er habe sie. Soso.

Spätestens jetzt kann man getrost das Interview in die Tonne treten. Ganz besonders dramatisch dessen Befürwortung zu AKWs, zu fossilen Brennstoffen wie Gas. Belassen wir’s dabei, schonen unsere Nerven und empfehlen ihm Vanessa Nakate, die im Zeit-Interview bemerkte: „Kohle können wir nicht essen, Öl nicht trinken, Erdgas nicht atmen.“

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Pandemiemüdigkeit statt Herbstmüdigkeit

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Die Totenzahlen steigen sowie Neuinfektionen

Was juckt es die deutsche Eiche, wenn manch Politiker sich an ihr kratzt, könnte man völlig treffsicher betonen nach Sommerzeit und Wahlkampfwochen, während im zu Ende gehenden zweiten Corona-Jahr uns der Schrecken der Pandemie erneut aufsucht. Fehlanzeige. Faul, fahrlässig, gefährlich – betitelt Annika Leisters Kommentar bei T-Online. Völlig berechtigt.

Vielleicht erinnern wir uns noch ans Jahr 2020, im März offiziell Covid-19 als globale Gefahr das politische Bewußtsein schärfte, die Bundesregierung zunächst gezielt besonnen agierte. Danach folgten Maskenskandal, ein Hinterherhinken seitens eines Jens Spahn, welches bis heute dessen Unfähigkeit bescheinigt, stets von Angela Merkel mit Argusaugen geschützt. Zu allem Übel formierten sich jene Leerdenker, meinte eine Gruppe Filmschauspieler, sie müßte sich hinzugesellen, vor allem ein Willkommensgeschenk faschistischer Nationalisten.

Impfverweigerer das Zünglein an der Waage

Die bundesdeutsche Politik etwa doch zu gnädig, zu liberal mit ihrer Auffassung, einen Impfzwang nicht zuzulassen? Wer sich die Argumente anschaut, die die lebensbedrohliche Pandemie nun mal auslöst, sollte eher es Frankreich und anderen Nachbarländern gleichtun, die wesentlich restriktiver durchgreifen. Denn am Ende zahlen Ältere, geschwächte Menschen die Zeche bzw. mit ihrer Gesundheit, ihrem Leben.

Jüngst zog es Sahra Wagenknecht bei Anne Will vor, mit ihrem politischen „Expertenwissen“ aufzutrumpfen. Nur zu dumm, daß ein tatsächlicher Experte mit in der Sendung saß. Schließlich platzte Karl Lauterbach der Kragen mit der Bemerkung, sie rede Unsinn. Dramatisch genug, daß die Linke-Politikerin ihren Löwenanteil hatte am Abschneiden des letzten Bundestagswahlergebnisses ihrer Partei.

Sorge um Kinder bald vom Tisch

Um auch mal positive Nachrichten aktuell zu verkünden. Kinder ab fünf werden geimpft, wie die oberste Gesundheitsbehörde CDC in den USA nunmehr zustimmt. Nur wenig andere Länder impfen jüngere Kinder, ob hierzulande die Politik dies ebenso zuläßt, bleibt offen. Karl Lauterbach hatte ein solches Vorgehen zumindest eher befürwortet.

Mitten in der vierten Welle muß sich nicht nur die Politik fragen, was sie in den letzten Monaten versäumte, sondern die Gesellschaft selbst täte sehr gut daran, die Pandemie eben nicht zu vernachlässigen. Strengere Corona-Maßnahmen kommen ab heute in Stuttgart auf Ungeimpfte zu per verkündeter Warnstufe.

Dennoch verbleibt ein fader Beigeschmack, weil Kontrollen nicht wirklich greifen. Die Sorge um ein fatales Ausmaß dieser weltweiten Pandemie bleibt trotz Impfkampagnen, auch weil etliche reiche Länder den ärmeren Impfdosen vorenthalten. Inzwischen sind offiziell über fünf Millionen Menschen an den Folgen des Corona-Virus verstorben, die Dunkelziffer wird wohl verdreifacht sein.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Abschied in Raten

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Leise, ganz still der Abschied
einer langen Ankündigung gleicht,
dabei wurde doch manches erreicht,
welch tristes, fragwürdiges Gebiet.

Überlegungen mit viel Bedacht
ersinnen Wege aus der Sackgasse,
Gefühle wie damals in erster Klasse,
am Ende hat’s halt gekracht.

Leise, fast tonlos die Gedanken
sich sortieren und kreisen,
keineswegs Aussichtsloses anpreisen,
nebenbei manch Mythen ranken.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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G20-Gipfel in Rom: Von Solidarität keine Spur

Ein weiter so gefährdet uns alle

Wir alle können uns den Mund fusselig reden, eindringlich davor warnen, mit etlichen Hinweisen aufwarten, letztendlich entscheidet das weltpolitische Parkett, wohin Mutter Erde taumelt, der Abgrund rückt ein großes Stück näher mit Blick zum Gipfel in Rom, wo die zwanzig größten Industrienationen einmal mehr verdeutlichten, was sie nicht können, sich einigen.

Es wurde immer unerträglicher, kommentiert Patrick Diekmann im T-Online-Artikel, es konnten einige Konflikte gelöst werden, die Weltgemeinschaft versage ausgerechnet im Angesicht großer Probleme, das gefährde uns alle. Naheliegend, zumal FFF noch kurz zuvor zurecht der Politik entgegenhielt, es weiter kein klares Zieldatum für die wichtige Kohlendioxidneutralität und den Ausstieg aus der Kohleverstromung gebe, der bevorstehende UN-Klimagipfel startet mit Appellen und einen Dämpfer.

Gegenseitiges Belauern überhaupt nicht zielführend

Jene Haltung hält nonchalont an, viel Tamtam ums Klima ohne Sinn und Verstand, wie jetzt beim G20-Gipfel in Rom deutlich zu beobachten war. Natürlich muß man befürchten, daß in Glasgow zur Klimakonferenz außer Lippenbekenntnissen eben keine Taten folgen.

Das betrifft auch die sich neuformierende Bundesregierung. Gespannt ist der Blick gen Olaf Scholz gerichtet, ob er es tatsächlich fertigbringt, die Versprechen als sogenannter Klimakanzler in die Tat umzusetzen. Während besonders China ihrer Volkswirtschaft einen wichtigeren Stellenwert verpaßt als die Notwendigkeit, die Klimakrise gezielt anzugehen, zieht dies ähnliche Verhaltensmuster in Russland und anderen großen Staaten nach sich. Viel gegenseitiges Belauern ähnlich wie bei einem Wettbewerb, nur daß der Klimawandel am Ende das Wohl der ganzen Welt extrem gefährden wird.

Die Fratze von Faschisten offenbart sich gleichwohl in Rom

Eigentlich nicht verwunderlich prügeln Bolsonaros Sicherheitsleute auf Journalisten ein. Gezielte Fragen werden nicht geduldet, man vergegenwärtige sich, während auf der einen Seite jene Nazis des Deutschen Bundestages und diese Leerdenker stetig davon plärren, die Meinungsfreiheit hochzuhalten, schlägt und schubst man bei jedweder Gelegenheit  in der Öffentlichkeit Medienvertreter, die genau das vor Ort praktizieren wollen, eben live zu berichten.

Die Liste jener politischen Figuren, denen man ohne weiteres einen despotischen Regierungsstil bescheinigen muß, wird länger. Das gilt somit neben Jair Bolsonaro für Wladimir Putin, Recep Tayyip Erdoğan, Xi Jinping, Viktor Orbán, Mateusz Morawiecki, Andrej Babiš, von den Hardlinern wie Kim Jong-un oder Baschar al-Assad mal ganz zu schweigen. Keine leichte Aufgabe auf politischem Parkett, erst recht nicht bei solch dringenden Gipfeln wie in Rom oder beim Klimagipfel.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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die Liebe

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Liebe hat viele farben und formen.
die familie, dein partner, deine leidenschaft und dein haustier.
all das Liebst du.
aber immer anders.
was genau ist Liebe also?
Liebe ist die wärmende umarmung deiner eltern.
Liebe ist das mächtigste heilmittel der welt.
Liebe ist jemand, der dich immer unterstützt und versteht.
Liebe ist die schnurrende katze auf deinem schoß.
Liebe ist das schönste gefühl der welt.
all das klingt wunderbar.
aber so ist Liebe nicht.
nicht nur.
Liebe kann auch anders.
denn Liebe ist das stärkste gift, das existiert.
Liebe verursacht die größten schmerzen, die wir zu spüren vermögen.
Liebe ist die wirkungsvollste waffe, die gegen dich verwendet werden kann.
Liebe ist gefährlich.
sich auf sie einzulassen, angst einflössend.
und trotzdem,
trotzdem wollen wir mehr.
strecken und verrenken uns, um mehr zu erhaschen.
immer mehr,
mehr von diesen schmerzen.
mehr von diesem wunderbaren gefühl.
es ist eine sucht,
ein bedürfnis,
ein segen,
ein gefängnis…
Liebe ist überall,
war sie schon immer.
rettet menschen,
verursacht kriege,
hilft uns zu leben,
zu überleben.
versüßt uns den tag,
verletzt uns,
baut uns wieder auf.
Liebe ist allmächtig,
so ungreifbar und für uns unverständlich,
daß all diese worte ihr niemals gerecht werden können.
Liebe läßt sich nur durch sich selbst erklären.
Liebe ist Liebe.

Caedmon Kamm

Kategorie: Poetry-Slam

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