Ruhe vor dem Sturm betrifft jeden Wurm

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Lange hast du nachgedacht, in stillen Momenten
gar Freude entfacht, sie zügellos zu verbreiten.
Dennoch darbt Armut zwischen Kindern und Rentnern,
wenn Politiker lügen, die ach so Gescheiten.

Jetzt fragst du dich, was wir wohl bewegen können,
bevor noch mehr Leid die Menschen erreicht.
Wälzt Argumente, warum sie uns nichts gönnen,
erkennst den Grund, der eigentlich so leicht.

Die Ruhe vor dem Sturm betrifft jeden Wurm,
selbst den, der unterm Stein vorkriecht.
Sie fühlen sich sicher im höchsten Turm.
Woran solch Trugschluß nur liegt?

Vergessen, daß ein wütender Mob kaum aufzuhalten?
Es nützt keine Festung vorm klaren Erkennen,
wie Eliten unbedarft schalten und walten.
Am Ende müssen jene um ihr Leben rennen!

Revolten liegen in der Luft, verbreiten den Duft der Wut,
der gewaltvoll sich Wege sucht. Gespräche längst beendet,
andere Ideen und Lösungen erbringen den nötigen Mut,
den wache Geister losgetreten nunmehr gesendet.

Die Botschaft steht deutlich in den Köpfen geschrieben.
Ihr habt uns viel zu lang schon hintergangen,
das Wichtigste aus den Augen verloren – das Lieben.
Nunmehr haben andere Zeiten angefangen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Diagnose Ehlers-Danlos-Syndrom – ein Interview mit Naissa

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Unsere Gesundheit darf und sollte man stets als das kostbarste Gut betrachten, was uns besonders bewußt wird, wenn Erkrankungen uns heimsuchen im Familien- oder Freundeskreis. In etlichen Fällen haben Patienten erst recht einen regelrechten Leidensweg hinter sich, sowohl was ihre Krankheitssymptome anbelangt als auch die Suche nach einer Diagnose.

Das Ehlers-Danlos Syndrom (EDS) gilt als seltene Krankheit, benannt nach dem dänischen Dermatologen Edvard Ehlers und dem französischen Hautarzt Henri-Alexandre Danlos, die als Entdecker jener seltenen Krankheit gelten. Dennoch scheinen bis heute etliche Ärzte sich schwerzutun, eine Diagnose zu stellen, obwohl es seit 2017 neue Diagnose-Kriterien gibt, die im American Journal of Medical Genetics veröffentlicht wurden. Diese sollen nun die Villefranche-Klassifikation ablösen.

Als in diesem Jahr unsere Tochter Naissa nach einer Odyssee langanhaltender Suche ihrer zunehmenden Leiden die Diagnose erhielt, an EDS erkrankt zu sein, waren wir zunächst erleichtert, zu wissen, was sie plagt. Doch schnell wich sie der Ernüchterung, um welche umfassende Krankheit es sich handelt. Insofern folgt hier das Interview, um auch andere Betroffene zu informieren, Einblicke zu gewähren.

Martin: Magst du uns erzählen, wie das Ganze begann, welche frühesten Erinnerungen du an bestimmte Leiden hast, die aus heutiger Sicht aufs EDS zurückzuführen sind?

Naissa: Ja, wo fang ich an? In der Kindheit hatte ich, was ich jetzt weiß, schon erste Symptome. Extreme Gelenkschmerzen. Sehr häufige Kopfschmerzen. Dazu kamen immer mehr Allergien auf Medikamente. Daß meine Überbeweglichkeit krankhaft ist, wußte ich nicht.

Martin: Waren mehrere Ärzte daran beteiligt, jene Diagnose zu stellen, oder wie muß man sich das in deinem Fall vorstellen?

Naissa: Seit Jahren renne ich von Arzt zu Arzt. Leider ohne Erfolg. Man wird belächelt, und ich sollte lieber eine Therapie machen. Wird oft gesagt. Ein Schmerztherapeut, der leider nicht mehr behandelt (er ist erkrankt), kam auf die Idee, daß es EDS sein könnte. In einer Klink, die für EDS spezalisiert ist, wurde es festgestellt.

Martin: Von welchen Beschwerden bist du betroffen? Haben die Beschwerden im Laufe der Jahre eher zugenommen?

Naissa: Oh Gott. Gute Frage, das ist nicht immer gleich. Dauerschmerz in den großen Gelenken, das heißt, Knie, Hüfte, Schultern und Rücken. Ich kann mein linkes Bein kaum belasten, also Autofahren ist nicht möglich. Schlaf bekomme ich kaum. Die Schmerzen halten mich wach. Meist schlafe ich ca. eine Stunde. Ich bin schnell erschöpft, wenn ich ein wenig Haushalt mache. Taubheitsgefühle in Beinen und Händen sind regelmäßig. Herzrasen habe ich oft, wenn ich versuche zu schlafen. Es kommen auch mehr Sachen dazu, wie z.B. meine Haut wird dünner. Meine Wundheilung ist schlimmer geworden. Also, ich könnte die Liste noch weiterführen, aber ich denke, der erste Eindruck reicht.

Martin: Wie gehst du heute mit bestimmten Einschränkungen im Alltag um, und wie kommt das familiäre Umfeld damit klar?

Naissa: Ja, ich kann vieles nicht mehr tun. Grade lange sitzen oder länger laufen, länger stehen, geht nicht. Ich versuche alles langsam zu machen. Ich glaube, ohne meine Familie hätte ich schon aufgegeben. Meine Kinder helfen mir oft bei Kleinigkeiten. Mein Mann ist mir eine sehr große Stütze. Es gibt auch Menschen, die es nicht so verstehen. Denn bis auf mein Humpeln sehe ich nicht krank aus. Dazu muß ich noch sagen, daß ich kaum Menschen zeige, wie es mir geht. Ich kämpfe für die Erwerbsminderungsrente, und eine Behinderungsfeststellung. Da ich leider nicht mehr arbeiten kann. Meine Kinder müssen auch noch getestet werden auf EDS, aber ich kann mir schon die Antwort vorstellen.

Martin: Naheliegend, daß du nach außen gehst, Rat suchst, wo immer möglich. Hast du inzwischen Kontakte zu anderen Betroffenen, einen gewissen Austausch?

Naissa: Ich habe im Internet nach Hilfe gesucht. Und über Facebook auch ein paar Menschen gefunden, die ebenso sehr leiden an EDS. Der Austausch mit Menschen, die auch so was erleben müssen, tut schon gut.

Martin: Am Schluß des Interviews möchte ich dir noch gern die Möglichkeit anbieten, Ungefragtes uns zu schildern.

Naissa:   Ich möchte, daß diese Genkrankheit weiter bekannt wird. All die Menschen, die über Jahre oder Jahrzente leiden, sollen endlich gehört werden. Leider wissen immer noch viel zu wenig Ärzte über EDS Bescheid.

Martin: Ich bedanke mich ausdrücklich für deine Offenheit. Obendrein empfehle ich gern Martina Hahns Blog EDS Zebra. Wer in Facebook unterwegs ist, dem sei jene Gruppe angeraten, mal reinzuschauen: Ehlers-Danlos-Syndrom Deutschland oder auch in dieser: Ehlers-Danlos (EDS) Das Netz.

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Der frühe Vogel wird zum Opfer

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Bild von Manfred Richter auf Pixabay

An einem frühen Morgen
eine Amsel saß auf hohem Zaun,
um nach einem Wurm zu schauen,
ohne Angst und Sorgen.

Eine Kohlmeise war schneller,
flog frech zwitschernd daher,
die Amsel ärgerte sich deshalb sehr,
die Sonne schien schon heller.

Im Gebüsch geduldig eine Katze saß,
grazil ohne jedwede Regung,
keiner der Vögel hatte eine Eingebung,
kurz darauf das Raubtier ihr Opfer fraß.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Ihr Glanz um sie herum

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Nunmehr, es schien ihr,
die Sonne gönne ihr zu wenig Licht,
ständig würde sie geblendet
von strahlenden Menschen.

Das Augenkneifen fast schon ein Tick,
Kälte in den Gliedern selbstverständlich,
in jedem Spiegel diffuses Flackern,
nicht mal ein Elefant darin zu erkennen.

Ein Elefant im Porzellanladen sei sie,
in Trümmern ihre Ausstattung,
zerbrochen die Fenster, die Sicht zur Welt,
verwundert war sie, das Glas nicht herausfiel.

Die Menschen sah sie zersplittert,
ihr Funkeln durch Prismen wahrnehmbar,
sie hatten keine eigene Ausstrahlung,
ihr Scheinen war der Glanz um sie herum.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Chance für eine Ampelkoalition ziemlich realistisch

Vielen Unkenrufen zum Trotz Mut zur Einigung

Die Union hat versagt, dafür haben sich drei Parteien angenähert, die allesamt einen Stimmengewinn verzeichneten zur 20. Bundestagswahl. Die CDU/CSU obendrein am Bundestagswahlsonntag gleich zweimal als größter Verlierer hervorging. Insofern eine eindeutige Bestimmung seitens der Wählerschaft, diese Ampelkoalition doch zu wagen.

Innerhalb relativ kurzer Zeit, – wir erinnern uns noch an die zähen Verhandlungen im Jahr 2017 zur möglichen Jamaika-Koalition, die schließlich scheiterte -, bemerkt Christian Lindner nach den Verhandlungen zur Ampelkoalition: „Eine Zäsur für die politische Kultur in Deutschland“, um noch hinzuzufügen, es habe lange Zeit keine vergleichbare Chance gegeben, Gesellschaft, Wirtschaft und Staat zu modernisieren. Recht hat er.

Alles nur Lippenbekenntnisse oder ein echter Aufbruch?

Selbstverständlich schwingt zugleich Skepsis in den Köpfen etlicher Kritiker, schließlich wiederholten sich in den zurückliegenden Legislaturperioden vollmundige Ver-sprechungen seitens der Vorgängerregierungen, 16 lange Jahre unter Angela Merkels Kanzlerschaft, ohne diese weitreichend umzusetzen. Vielmehr dümpelte man in vielen Bereichen vor sich hin, die Menschen im Lande fühlten sich zurecht verschaukelt, soziale Nöte nahmen zu, während Superreiche ihre Gewinne oft skrupellos einstrichen.

Schon liest man erste Abstriche, z.B. das Temoplimit 130 scheint vom Tisch gefegt worden zu sein, dafür sollen wenigstens Asylverfahren beschleunigt werden. Kein Wort zu den desolaten Flüchtlingscamps an der EU-Außengrenze, den dortigen extrem menschen-verachtenden Zuständen, in diesem Kontext der Verweis zum Interview mit Ina.

Natürlich einigten die drei Parteien sich auf den Mindestlohn von 12 Euro im ersten Jahr, was die Union vehement ablehnte, auch auf die Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre bei Bundestags- und Euopawahl. Gut so, eine wichtige Entscheidung, schließlich können und sollten junge Menschen in diesem Alter ihr politisches Bewußtsein zum Ausdruck geben dürfen.

Klimaschutz, bezahlbarer Wohnraum, Offensive für mehr Pflegepersonal

Um nur mal drei Eckpunkte des Sondierungspapiers zu benennen, in welchem sich die drei unterschiedlichen Parteien einigten. Eine Forderung von FFF wird zugleich an-gestrebt, nämlich den Kohleausstieg aufs Jahr 2030 vorzuziehen statt 2038 wie die Große Koalition unter Angela Merkel noch verabschiedet hatte? Wir werden dies akribisch beobachten in den noch verbleibenden neun Jahren.

Bleibt zu hoffen, daß nicht in letzter Minute eine der drei Parteien einen Rückzieher macht. Wohl eher unwahrscheinlich angesichts des bisher zügigen Vorgehens.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Jeder ein Zuviel

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An mir vorbei
laufen sie
oder ich an ihnen,
unerkannt,
für immer unbekannt,
manchmal ein Lächeln,
oft, wie soll ich sagen,
mit Blick durch mich hindurch,
bin nicht wahrnehmbar,
geisterhaft, ein Schatten,
ohne bleibende Erinnerung,
ich bin ein Zuviel,
ohne und mit Abwertung,
sie gehen an mir vorbei,
und ich mit ihnen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Für meine alte Buche

Meine Bilder brauche ich nicht zu malen,
meine Träume nicht auszuschmücken,
meine Ängste nicht offenbaren,
meine Freude nicht ausposaunen
vor dir, du verstehst im Stillen.

Mit deiner wärmenden Flut
aus pulsierendem Leben
schenkst du mir Verständnis,
sobald ich mein pochendes Herz
an deinen Baumstamm lehne.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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