Gepflegter Ort

Da gibt es eine Straße,
an der steht ein Haus,
dies Haus ist weiß gestrichen,
Balkone gibt es auch
mit hölzernen Balustraden,
hübsch sieht es aus,
nun ja, es ist kein Palast,
keine Villa, ein Mehrfamilienhaus,
Parkplätze daneben,
Büsche, Pflanzen drumherum.

Fast täglich sehe ich das Haus,
die Balkone, Balustraden,
die Autos auf den Parkplätzen,
je nach Jahreszeit die Büsche,
Blumen, ein kleines Stück Rasen,
Möbel, abgelegt an der Straße,
Sofas, Sessel, Tische, Stühle,
Betten, Matratzen, Schränke,
Gefriertruhen, Flachbildfernseher,
Kinderfahrräder, Puppenwagen.

Es gibt da ein Haus,
das steht an einer Straße,
ein weißes Müllauto fährt vor,
in dem ist unglaublich viel Platz
für viele noch brauchbare Sachen,
komplette Wohnungseinrichtungen
werden zermalmt in kleine Stücke,
quietschendes Vernichtungsgeräusch,
die Bewohner fühlen sich wohl,
leben schließlich in einem gepflegten Ort.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Seelenflüsse

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Oft nur so, ich meine,
zu verspüren, ich weine,
Wasser stetig fällt,
trübt die Fenster zur Welt,
ein verschwommenes Licht,
nebeldurchwirkte Sicht.

Rinnsale sich bilden,
Ufer neu zu ergründen,
erkenne Landschaften,
an denen Tränen haften,
Tränen aus vielen Jahren
meine Gefühle dort bewahren.

Sumpfiges Gelände,
Empfindungen ohne Ende,
Felder bedeckt mit Blüten,
Freude zu behüten,
Inseln in tosenden Wellen,
an denen Ängste zerschellen.

Vom Mond beschienene Seen,
sanfte Winde darüberweh’n,
ausgetrocknetes Gewässerbett
Sand in meine Augen weht,
Glück und Trauer finden Plätze,
Seelenflüsse, Orte, die ich schätze.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Erneute Zuspitzung des Konflikts im Westbalkan

Plaketten einziger Anlaß zwischen Kosovo und Serbien?

Europa blickt mit Bauchschmerzen gen Westbalkan, die KFOR-Truppe steht ohnehin in Alarmbereitschaft, schließlich schwelt der Konflikt zwischen den Serben und den Kosovaren seit dem Ende des Krieges (10. Juni 1999), wobei das Eingreifen der Nato ohne UN-Mandat bis heute durchaus als fragwürdig bezeichnet werden muß, zumal etliche widersprüchliche Begründungen auch seitens deutscher Politiker im Raume stehen.

Die Zeit berichtete in der Analyse von Ulrich Ladurner über das Zündeln am Pulverfass, hinterläßt Einblicke in den absurden Konflikt, besonders was das Verhalten des Präsidenten Aleksandar Vučić anbelangt. Selbstverständlich eine brisante Situation für die EU. Doch wie gedenkt sie, die Krise vor Eskalationen in den Griff zu bekommen?

Keine Chance jenen Gordischen Knoten zu entwirren

Wer sich den schon ziemlich langanhaltenden, historischen Konflikt zwischen dem Kosovo und Serbien vergegenwärtigt, kann zu keinem anderen Ergebnis gelangen. Zudem die Haltung Serbiens um ein Vielfaches aggressiver aufzutrumpfen versucht als der Kosovo. Letzterer hat keine Panzer an den Ort des Geschehens beordert, schon gleich kein Kampfflugzeug aufsteigen lassen.

Die eingesetzten Mittel stehen in keinem Verhältnis zur streitbaren Sachlage. Man bedenke hierbei auch, daß das größere Serbien begonnen hatte, jene Plaketten-Weisung einzuführen. Verständlich die Reaktion des Kosovos es ihnen wenigstens nach längerem Innehalten gleichzutun. Nur mit einer Eskalation gießen besonders die Serben Öl ins Feuer. Wer verläßt sich hier wohl auf wen? Wird etwa damit spekuliert, daß Russland Serbien zur Seite steht, sollte die Krise sich gar militärisch zuspitzen?

Man erinnere sich unbedingt der weisen Worte Kurt Tucholskys

Der einmal formulierte: „Der Krieg“, hat mal ein sterbender französischer Offizier gesagt, „ist eine viel zu ernste Sache, als daß man ihn den Militärs anvertrauen könnte.“ Das betrifft sowieso alle weltweiten Kriegshandlungen, insofern paßt der Kern der Formulierung auch hierzu.

Die EU zusammen mit den USA und der Nato wären ziemlich gut beraten, ihre diplomatischen Anstregungen spätestens jetzt erhöht zu bemühen, bevor die Welt erneut ihren Blick gen Westbalkan richtet mit der Befürchtung sich eskalierender militärischer Szenarien.

Selbstverständlich können scheinbar Unbeteiligte wie Russland und China sich nicht einfach ihrer Mitverantwortung entziehen. Sie haben durchaus ihre Anteile daran.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Und dann winken sie auch noch

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Immer am Bahndamm
wird er handzahm,
wird aus den Zugfenstern gewunken,
er wirkt wie tief in sich versunken.

Kein Ziehen an der Leine,
kein Wunsch alleine
die Welt zu erkunden,
Rufen aus den Zügen, sein Glück er gefunden.

Sonst zeigt er seine Freude mit einem Tanz,
jaulend und wedelnd mit dem Schwanz,
wenn ein Zug auf Reisen geht,
nur sein Blick sich mitbewegt.

Er selbst fährt gerne im Zug und Bus,
aufgeregt, viele Gerüche er noch erkunden muß,
fahrende Züge sind seine Beruhigungspillen,
wie deppert schaut das aus, um Himmelswillen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Wotans #allesaufdentisch ein peinlicher Wisch

Corona-Kritik alles andere als schick

So gar nicht zum Lachen im Land der Dichter und Denker, unterwegs manch geistiger Henker, erst wollten sie #allesdichtmachen, die Recken von Film und Fernsehen. Doch was war damals wohl geschehen? Ein Versehen? Mitnichten, Querulantengeschwurbel hilfreich beim Dichten, wer dabei wohl dreht manch Kurbel? Eine Truppe von geistig Entronnenen, gegen all den Besonnenen, die die Pandemie selbstverständlich ernstnehmen. Das sind eher dringend notwendige Themen. Genug der Toten, denn unterwegs solch „Idioten“?

Allerdings war ihnen dies wohl noch nicht genug, sie ahnden weiterhin Betrug. #allesaufdentisch: Wotan Wilke Möhring und Volker Bruch mit wirrer Corona-Kritik, ohje, mit ausbaufähigem Tick? Experten wurden dabei schnell gefunden, die machen jetzt in gewissen Kreisen ihre Runden. Ob Querschwurbler oder Nazipfeifen, das soll mal einer begreifen, Hauptsache Regierungstreue vollmundig einseifen. So die Denke jener Künstlertruppe. Im Grunde genommen eigentlich schnuppe. Der Haken bei der Geschicht‘, denen Kontra zu geben erste Pflicht!

Corona-Maßnahmen dabei verhöhnen? Nichts mit versöhnen, stattdessen mit Quertreibern klönen? Geht ja gar nicht. Erste Pflicht, Rücksicht nehmen. Zum Fremdschämen, was angebliche Journalisten sich hierbei erlauben, gar beim Ken Jebsen mit abstauben. Der hat ja bekanntlich den Schuß noch nicht gehört, etliche betört mit seinem Linkenbashing und verschwörungstheoretischem Gehabe. Alter Schwabe, welch fatale Lage!

Das mit Dramatische dabei, keineswegs einerlei, wenn jene Allesaufdentisch-Gruppe die Meinungsfreiheit beklagt, man angeblich Aufrechte jagt, die Corona-Maßnahmen skeptisch gewogen sind. Dabei weiß letztlich jedes Kind, wie Impfungen helfen mögen. Doch jetzt entsteht ein schräges Regen, man bemüht gleich alle Ungereimtheiten. Herrschaftszeiten, was haben wissenschaftlich fundierte Kenntnisse mit 911 zu tun? Und nun?

Faktenchecks solle man am besten sich sparen, so Katja Thorwarts Gebaren. Ist die sich eigentlich im Klaren ob der bevorstehenden Gefahren? Wer heute mit Covidschwurblern im Boote sitzt, im Hirn dadurch wird kräftigst erhitzt, darf sich nicht wundern mit als Nazi zu gelten, da hülft kein ungereimtes Schelten, sie trennen Welten von der Wirklichkeit, alles andere als gescheit!

Als Sahnehäubchen obendrauf man sich hierbei die letzten Haare rauf‘. Der Jurist Joachim Steinhöfel meint doch tatsächlich, Politik würde die Justiz instrumentalisieren, gegen Haß und Hetze vorgehen. Naja, zum Genieren, schließlich sollte man unbedingt dazu stehen, solch Haß und Hetze sind nunmal ernsthafte, nicht zu unterschätzende Vergehen. Das Gegenteil trifft viel eher zu, weiterhin gibt es keine Ruh, wenn man Nazis und Querschwurbler machen läßt. Insofern liefert jene Kunst-Truppe bei Corona wie bei der Pest ein höchst fragwürdiges Nest. Von Kritik kann keine Rede sein, sie dient viel eher dem äußeren Schein, der rechten Mischpoke in die Hände zu spielen. Da kannste vor Erstaunen nur noch entsetzt schielen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Saubermänner unter sich – oder wieso Nazi-Deutschland erneut lauert

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Aus der Geschichte gar nichts gelernt

Zum Haare raufen, wer denn noch welche auf dem Koppe hat. Wesentlich dramatischer die Gedanken, Ansichten oder gar Pläne im selbigen, die weiterhin ungestraft schlummmern, Wege der Entfaltung suchen und finden mit Blick zum Rechten Terror hierzulande.

Zumindest eine gute Nachricht bisher nach jener BTW, nämlich daß der Nazi Hans-Georg Maaßen nicht im Deutschen Bundestag Platz nehmen darf. Dennoch meinte etwas mehr als zehn Prozent der Wählerschaft, sie müsse erneut jene AfD wählen, von den anderen kleinen rechtsradikalen Parteien mal ganz abgesehen, die obendrein einen Zulauf verzeichnen. Nichts gelernt aus der Geschichte, „braver, biederer“ Deutscher? Das läßt sich gleichwohl auf andere Länder übertragen mit Blick gen Frankreich, Großbritannien, Österreich, Ungarn etc.

Die Union hat mit solchen Figuren offensichtlich gar keine Probleme, wie auch Herr Laschet durchblicken ließ, gar während des Wahlkampfes. Kein Schelm, wer dabei Böses denkt, auch was die Rolle des Herrn Merz anbelangt. Skepsis sei dabei mehr als notwendig, denn die Sprache des Körpers, Gestik und Mimik verraten viel Ungereimtes!

Der damalige Chefankläger Benjamin Ferencz in den Nürnberger Prozessen bringt genau das auf den Punkt, wie man jene schreckliche Nazi-Zeit werten und daraus lernen sollte. Ein Auszug aus dem T-Online-Interview „Später hat man mich zu seiner Hinrichtung eingeladen“:

Aber konkreter: Was sollten wir Ihrer Meinung nach tun, um die Welt sicherer und friedlicher zu machen?

Wir geben zu viel Geld aus, um andere Leute zu töten. Es sollte besser dafür verwendet werden, allen Leuten ein besseres Leben zu ermöglichen. Das hat die Menschheit noch nicht kapiert. Und wir haben nicht mehr viel Zeit, denn der nächste große Krieg könnte uns alle umbringen. Er könnte aus dem Cyberspace kommen. Wir müssen abrüsten. Und den Menschenrechten überall auf der Welt Geltung verschaffen. Ein großer Fortschritt ist durch die Einrichtung des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag erzielt worden. Seitdem dürfen sich Massenmörder etwas weniger sicher fühlen.

Und dann wird über die Verhinderung von Rot-Grün-Rot frohlockt?

Als erstaunliches Sahnehäubchen obendrein ausgerechnet Sahra Wagenknecht den eigenen Parteimitgliedern vorhält, was sie verkehrt gemacht hätten? Man sollte nicht ihre Entgleisungen mit den Gelbwesten vergessen, die Äußerungen über Migranten, ihr sogenannter Linkskonservatismus ohnehin sauer aufstößt, weil ein Widerspruch in sich.

Genug Gelegenheiten der rechtskonservativen Seite wie Union und den Liberalen, fleißig nachzutreten, das Gespenst einer Roten-Socken-Kampagne im Wahlkampf mal wieder zu bemühen. In Wirklichkeit hat die Linke mit dem Versagen der SED, dem Totalitarismus der DDR soviel zu tun wie eine Union mit der NSDAP, selbst wenn dortigst direkt nach dem Krieg sich Ex-Nazis in politischen Ämtern wiederfanden. Insofern nichts.

Doch Nazi-Deutschland schlummert offensichtlich in so manch Köpfen, man sehnt sich nach Faschismus, nach einem Führer, obwohl gerade unsere noch jungen Demokratien doch aufzeigen, was Freiheit tatsächlich bedeutet. Vereitelt, weil erneut die Schere zwischen Arm und Reich erschreckend auseinanderklafft? Derjenige bösartigst wird begafft, der sein Leben nicht meistert? Während kriminelle Energie klug getarnt mit entsprechendem Wohlstand schlichtweg ignoriert sich tummeln darf?

In Erinnerung an Erich Maria Remarque, der mal äußerte:

„Die Begriffe zu vereinfachen, ist die erste Tat der Diktatoren.“

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Nach der Wahl…

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Kommentar eines Nichtwählers…

Mit Sozialdemokraten
wohl eher schlecht beraten.
Die Union
wähnt sich stets auf dem Thron.
Die Grünen
tummeln sich hinter Dünen.
Mit Liberalen
erlebste zu viele Qualen.
Die Zahlen der Linken
stetig sinken.

Ein Jugendlicher erwidert…

Die Partei des Scholz
entpuppt sich als zu stolz.
Der Haufen der Union
ein einziger ranziger Hohn.
Grünenpolitik
letztlich der Hit.
Jene Liberalen
glotzen ständig auf ihre Zahlen.
Mit linken Socken
kannste gut zusammenhocken.

Kommentare von Parteigetreuen…

Bei den Sozialdemokraten
darf jeder Gerechtigkeit erwarten.
Nur die Union
trifft stets den richtigen Ton.
Grüne Politik
längst etabliert und schick.
Wir Freidemokraten
Euch von Rotgrünrot abraten.
Ohne uns Linke im Bundestag
man sich besser nicht wünschen mag.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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