Kalt die Buchblätter

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Kalt die Blätter des Buches,
fast tiefgefroren, extrem zerbrechlich,
feinstes Glas, gestaubtes Gewebe,
es blätterte sich auf beim Atmen,
Seiten mit filigranen Worten,
kaum gelesen, schon verflüchtigt,
Worte, felsenschwer fürs Herz,
zerknüllten das zarte Papier,
flüsternde Worte, deren Klang
die Seiten sanft zerbröselten,
hart und direkt Worte sein können,
in tausende Fetzen im Nu zerrissen,
dünnes Eis, dahinter dunkle Welt,
lose Worte, eisig, glitzernd hell,
der warme Hauch meines Lebens
läßt der Seiten Worte kurz erblühen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Linksruck kann Deutschland nur guttun

Rote-Socken-Kampagne etwa eine Steilvorlage?

Wer mal einen realistischen Blick gen deutsche Politik wirft, wird ohne Zweifel feststellen, es mit 16 Jahren Helmut Kohl und ebensolang mit Angela Merkel eine konservativ-geführte Regierung gab, ob mit oder ohne Sozialdemokraten, herzhaft gern mit den Liberalen. Von links quasi keine Spur. Das Ergebnis erleben wir seit Jahrzehnten. Sozialabbau, Lohndumping, Umweltsünden, Klimapolitik ohne reale Wirkung.

Rot-Rot-Grün etwa doch eine realtiätsnahe Option? Wichtigste Option, die Linken lassen regierungsfähige Kompromisse zu. Für Rot-Grün wird es im Gegensatz zur Ausgangslage im Jahr 1998 nicht reichen. Liberale mit im Boot? Schwierig und unbedingt fragwürdig, weil der Verrat von 1982 noch einmal sich wiederholen könnte.

Wahltalk bei „Anne Will“ offenbart die Schwäche der Union

Keine drei Wochen mehr bis zur 20. Bundestagswahl, die Union liegt in den Umfragen hinter der SPD, Olaf Scholz als nächster sozialdemokratischer Bundeskanzler die wahrscheinlichere Möglichkeit. Selbstverständlich folgen Irritationen seitens des bereits siegreich geglaubten Armin Laschet, dessen angebliches Expertenteam bemüht in Folge manch satirische Kommentare.

„Wenn die Menschen Scholz wählen, wählen sie einen Linkskanzler“, bemerkt der CDU-Mann Ralph Brinkhaus bei „Anne Will“. Mit im Talk sitzt die Linken-CO-Chefin Janine Wissler, die selbstverständlich eine „Umverteilung von Reichtum“ fordert, obendrein zurecht bemerkt, daß wir eine eine zutiefst ungerechte Weltwirtschaftsordnung haben. Genau jene Schwäche der Union äußert sich in den mantra-haftigen Wiederholungen von einer guten Wirtschaft, in der es automatisch allen gutgehen möge. Mit Blick gen Lohndumping kann davon keine Rede sein.

Veraltete Kampagnen entlarven die Hilflosigkeit der Union

Der kritisch beobachtende Wähler kann nur den Kopf schütteln ob jener fadenscheinigen Bemühungen seitens der Union kurz vor der Bundestagswahl. Mit der Roten-Socken-Kampagne liefert sie letztendlich den wahrschenlicheren Wahlsiegern eine Steilvorlage.

Natürlich hat der Wähler am 26. September das letzte Wort, von den vielen Briefwahlen, die bereits begonnen haben, mal abgesehen, schließlich spielt die Corona-Pandemie weiterhin eine tragische Rolle. Nun könnte man entgegnen, in unserer schnellebigen Zeit mögen knapp drei Wochen noch manches ändern. Der Einwand mag berechtigt sein. Lassen wir uns überraschen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Melodie der Gräser

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Es waren die Tage,
als niemand mehr fragte,
wie geht es ihr,
ein Stein anzeigte,
hier liegt ihr Wesen,
eine Ahnung von ihr,
eine Sehnsucht
nach Gräsern
wiegte mich durch
diese Tage,
zärtlich gestreichelt
lag ich in einer Sänfte
aus Halmen,
kann eine Melodie
lieblicher sein,
als das Summen
tausender Gräser,
in diesen Klängen
geborgen, berührt
weich gebettet,
vergaß ich
den kalten Stein,
der auf mir lastete,
als Zeichen
der Erinnerung,
Gräser behüten
seither dein Wesen,
pendeln meine Gefühle
ahnungsvoll zu dir.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Hexperten statt Exkremente

Futureteam verhilft Laschet auf den Thron

Gar zünftig soll es zugehen, nicht nur beim Sitzen, Diskutieren oder Herumstehen. Wollen doch mal sehen, was da drei Wochen vor der BTW wird noch so alles geschehen. Die Lusche… äh… der Laschet schnürt ein scheinbar sicheres Paket, es sei längst nicht zu spät, um den Sozen Paroli zu bieten, selbst mit so manch fragwürdigen Nieten.

Mit dabei die Dorothee Bär, ein digitales Mehr, ganz ohne Scherz, der Friedrich Merz, sowie sechs andere Experten stehen bereit für all die kommenden Offerten. Eine Wählerschaft, die auf solch Bemühen hereinfällt, die steht nicht in Saft und Kraft, sondern läßt sich mal wieder blenden von manch versprochenem Geld. Jene Heilsversprechen sich erneut werden rächen?

Werft doch mal einen Blick zurück. Was hat sich seit Kohl und seinem Mädchen real geändert in diesem Land? Sozialabbau, gar nicht schlau, Gesundheitslücken, kein Entzücken, Lohndumping allemal, jedes Bier wird dabei schal, von Klimakrise bewältigen nicht die geringste Spur, man flüstert bereits auf so manchem Flur, es gäbe ein Zurück der AKWs mit jenem Merz, welch Terz. Wollen sie wirklich all das? Nun denn, macht auf dies Faß.

Hex, hex, ob mit oder ohne Reflex, die Wirtschaft wird durch dieses Team schon brummen, interessiert sowieso keene Dummen, weil Mensch nur allzu bequem, das hatte doch zuvor ein geglücktes System. Früh übt sich jenes Bücken, welch Entzücken, man baucht nur Seilschaften hinterherzuhecheln, beflankt durch emsiges Fächeln, wenn die Luft zu heiß. Ganz ohne Scheiß!

Wenn ein Olaf Scholz so ganz voller Stolz der Union die Kanzlerschaft nehmen will, dann hilft nur noch selbstgefälliger Drill mit dem Futureteam all over all. Wie toll?! Fast könnte man meinen, wenn dies nicht wär zum Weinen, Politik trumpft auf mit solch Theaterstück. Mit ein wenig Glück kommt manch Wähler zum Laschet zurück. So der innige Wunsch vom Aachener Jeck und dessen BlackRockMan. Letzterer globt, yes, we can.

Einbildung sei och ne Bildung. Oh, mannomann, wat solch olle Politkameraden allet können dann und wann. Welch Trugschluß, sie hören mitnichten den Schuß, der bereits im Vorfeld verrät, es ist längst zu spät! Wer keine Ideen hat zur rechten Zeit, bei dem steht eigentlich manch weiße Minna bereit, wenn jenes Politgehabe nicht verdeutlicht eene bestimmte Gabe. Zu tricksen und täuschen auf biegen und brechen. Am Ende tut der kleine Mann jene Verfehlungen zechen.

Aber das kennt jeder schon, gehört zum angeblich guten Ton. Bloß nicht ernsthaft hinterfragen, lieber mal diese schwere Bürde tragen, man könne sowieso nix machen. Wenn nicht so tragisch, eher zum Lachen. Mensch, mündige Bürger und Wählende, noch ist’s nicht zu Ende mit unser aller politischen Last. Habt ihr die letzten Jahrzehnte etwa was verpaßt? Schaut mal besser genauer hin, das ist der eigentliche Sinn.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Lebenslänglich in Freiheit ohne erkennbare Chancen

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Keine freien Gedanken ohne kreative Experimente

Überall Zerfall uns begegnet, wenn wir genauer hinschauen, trotz der Schönheit dieser Welt, die sich insbesondere in der Natur, in formenvielfältigen Landschaften widerspiegelt, die kaum ein Mensch zu erschaffen mag, außer all jenen beherzten Künstlern, die das Lebenselexier der Gesellschaft bedeuten, wenn ihnen denn genug Beachtung entgegengebracht.

In den meisten Fällen unterliegen jene aber den Vorgaben einer selbstgefälligen Dekadenz, die sich anmaßt, Kunst generell beurteilen und somit auch verurteilen zu können, wer nicht nach deren Maßstäben „funktioniert“. Kein Wunder, daß viel Mittelmäßigkeit uns begegnet, was eben nicht durchs Raster einer wirklich kritischen Auseinandersetzung kreativer Möglichkeiten fiel. Nein, die wirklich freie Sichtweise des Lebens, genau jene zeichnet authentische Künstler aus, von denen wir viel mehr in den Reihen der Gesellschaft benötigen. Ohne sie wäre die Welt um ein Vielfaches ärmer dran.

Darf Mensch in gegenwärtigen Zeiten sich tatsächlich als frei bezeichnen im Sinne seiner eigentlichen Begabungen, wenn schon in früher Kindheit die Weichen eines Systems gestellt, welches zwischen gesellschaftlichen Ständen differenziert? Mit anderen Worten, wer zu wenig Einfluß und Geld, muß sich mit staatlichen Programmen zufriedengeben, dem Gutbetuchten vielfach mehr Chancen sich offenbaren.

Zwar argumentieren politisch demokratisch legitimierte Staaten mit ihrem geschönten Bildungssystem, doch in Wirklichkeit steckt bereits dort der Teufel im Detail. Nun könnte man meinen, eine belehrende Kritik nützt dem Einzelnen nichts, es müsse eine Form gefunden werden, es allen recht zu machen. Klingt toll, vor allem die ewig behauptete Annahme, es gäbe Chancengleichheit explizit in unserem Schulsystem.

In der Realität wird jene spätestens verbaut, wenn das mühsam erschaffene Abitur des Sohnes eines einfachen Arbeiters die Grenzen der Uni-Lobby aufzeigt. Dort gelten nicht Ehrgeiz und Disziplin, sondern Weichenstellungen der Berufswahl und vor allem „Empfehlungen“ nach dem Studium. Was nützen dem Filius oder der Filia ein Abschluß, wenn hinterher ohne Job der soziale Abstieg folgt? Nicht viel.

Das Gerede von Gerechtigkeit gleicht einem Märchen, nur daß viele meinen, sie existiere. In Wirklichkeit unterliegen wir wie in alten Zeiten den Seilschaften, den Beziehungen und gewissen Gefälligkeiten innerhalb einer verdorben korrupten Gesellschaft, in der ellenbogenartige Dreistigkeit schon obsiegen kann, wenn denn bestimmte Voraussetzungen passen. Gänzlich ohne Zugehörigkeit einer politischen oder anderen Gruppierung wird niemand erfolgreich sich verwirklichen.

Daraus weitergeleitet, müssen wir uns nicht wundern, daß etliche geniale Ideen im Verborgenen sich manchmal abspielen, dahindämmern, ohne sich verwirklichen zu können. Eine real freie Gesellschaft mit echter Chancengleichheit würde insofern wesentlich besser aufblühen, kreativen Geistern Podien der Entfaltung schaffen. Denn ohne kreative Experimente, keine freien Gedanken. Das wäre so, als ob Vögel mit ihrem Gesang verstummen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Aus Nonsens wird kein Konsens

Habt ihr sie auch neulich wiedergesehen,
die vielen Menschen, die durch Straßen gehen
mit jeder Menge bunter Schilder in der Hand,
manche mühsam bemalt wie von Kinderhand,
einige lärmen mit Trommeln oder mit Gesang,
um nicht überhört zu werden auf ihrem Gang,
der doch so wichtig für unser aller Überleben,
sie, die Klugen, die uns ihr Wissen weitergeben,
Opfer nehmen sie auf sich für diesen Protest,
damit ihr Ego nicht leidet, steigen sie aufs Podest,
dies ist zudem hilfreich, zu sammeln Spenden,
schließlich will man nicht am Hungertuch enden,
auf den Brettern einer provisorischen Bühne
erklärt man den Leuten, noch ist Zeit zu Sühne
für ihr Verweigern der wahren Erleuchtung,
noch ist Zeit für eine erzkonservative Haltung,
denn wir alle leben in einer linken Diktatur,
als Marionetten hängen wir an einer Schnur,
die Eliten für uns, Teufelswerk, gespannt,
damit wurde uns das Selbstdenken genommen,
aber keine Angst, nun sind wir gekommen,
die Corona-Impfung ist bestückt mit Sendern,
willenlos sagen wir ja zum Sprachgendern,
so öffnet sich Tür und Tor zum Sittenverfall,
geheiligt ist Mutter, Vater, Kind auf jeden Fall,
durch Überfremdung für die Kultur droht Gefahr,
Tradition lebt man in festen Grenzen, wunderbar,
wie wir alle glücklich sind, ohne Sorgen und Nöte,
nur wer nicht spuren will nach unserer Flöte,
dem drohen wir unverhohlen mit unserer Wut,
Strafanzeigen, Verunglimpfung sind dafür gut,
wir stehen ein für Arroganz und Narzißmus,
die Pflichtcharakteren für reinsten Faschismus,
der uns alle wieder in einen Rahmen zwingt,
der Ordnung, Moral, Ehre, Stolz, Treue bringt,
habt ihr auch neulich solche Reden wiedergehört,
diesen Nonsens, der Menschlichkeit zerstört,
Quacksalber, Quertreiber bemängeln Freiheit
für ihre Narreteien, so erzeugen sie Uneinigkeit,
unfähig zu einem Konsens stiften Zwietracht,
bewußt empathielos, dies nennt sich Niedertracht.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Wohin die Liebe nur fällt

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Blendendweiße Zähne lächeln dich freundlich an,
und du grübelst, was da noch geschehen mag.
Bis nach langen Gesprächen und Blicken irgendwann –
wie soll es anders sein -, sie in deinen Armen lag.

Wohin die Liebe nur fällt, kann kaum jemand bestimmen,
sehr viele Facetten tragen geheimnisvoll dazu bei.
Mal sind wir ganz klar im Kopf, mal wie von Sinnen,
am Ende glaubt man zu wissen: Wir lieben uns, wir zwei.

Verliebte blenden aus die Alltagssorgen,
verschwenden kaum Zeit für andere Gedanken,
was jetzt ist, das zählt. Was interessiert da morgen?
Was heute sich gut anfühlt, könnte morgen schwanken.

Drum halten viele Beziehungen nicht auf Dauer,
weil im Rausch schöner Gefühle die Macken nicht sieht,
wer nicht erkennt, daß neben Sonne, da sind auch Regenschauer.
Auf diese Weise dann schon mal die Liebe entflieht.

Halten wir uns dran, suchend, uns dennoch zu finden,
denn die Liebe gehört zum Leben ohnehin.
Man möcht’ sie nicht missen, dafür gern sich schinden,
und so sich sagt: Liebe hat ihren tiefen Sinn.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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