Parteiengerangel

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Wir wollen keine Kirche im Dorf lassen,
überhaupt nichts verpassen,
viel eher ungebremst prassen,
rasen auf allen Straßen,
es zählen nur die oberen Klassen,
wir dulden selbst einen Maaßen,
im Schrank sind kaum noch Tassen.

Es zählt soziale Gerechtigkeit,
ein Politikwechsel ist längst bereit,
zuvor waren wir begrenzt zu zweit,
für manche gefühlt eine Ewigkeit,
doch die Menschen sind es längst leid,
es wird allerhöchste Zeit
für einen unverkennbar neuen Hype.

Mutter Erde umgeben von Grün,
vieles haben wir, aber keinen Spleen,
so manch Idee erscheint vielleicht kühn,
es gilt aber ernsthaftes Bemühen,
auch Hoffnung überall versprühen,
in Diskussionen für Standpunkte glühen,
nicht vor Konservativen knien.

Verschrien als ewiggestrig linke Socken
möchten wir dennoch mal andocken,
bloß nicht mit falschen Versprechen locken,
ein gewaltig herausfordernder Brocken,
unlösbar mit passivem Herumhocken,
vorbei jenes chaotische Abzocken,
es gilt, Nazis und Mächte zu blocken.

Hochstaplerisch erkennbares Prahlen,
das zeichnet sie aus, die Liberalen,
mit ihnen seien vorbei allerlei Qualen,
auf, auf, steigt mit ihnen in die Pedalen,
was interessieren schon Prognosezahlen,
sie stellen sich mutig den Wahlen,
um im Lichte gelb-blau zu strahlen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Nestlé: Größter Mineralwasserproduzent handelt unverantwortlich

Das „schmutzige Geschäft“ mit dem Wasser eine tickende Zeitbombe

Sie ducken sich weg, reden sich raus, verschanzen sich hinter gutdurchdachten Phrasen, rechtlich abgesichert, in der Finanz- und Geschäftswelt anerkannt hofiert, die Verantwortlichen des weltgrößten Lebensmittelkonzerns Nestlé S.A., geleitet von Ulf Mark Schneider und Paul Bulcke. Ob dieser die Folgen der Mineralwasserherstellung auch nur ansatzweise verantworten kann, bleibt mal dahingestellt, was allerdings das „schmutzige Geschäft“ mit dem Wasser trotz tickender Zeitbombe bis heute in keiner Weise beeinträchtigt.

Profitgedanken kennen mitnichten Grenzen, bedienen sich schamlos der globalen Geschäftspraktiken, benutzen Gesetzeslücken für ihre Zwecke, spielen Umweltbedenken stets herunter bei gleichzeitiger Werbung für den Umweltschutz, um Verbraucher und Regierungen zu blenden, Hauptsache das eigene Gewissen wird nach außen vermarktet beruhigt.

Am Anfang war nicht das Wort, sondern Nestlé

Was einem Anfang vom Ende gleichkommt, da dieser Konzern sein weltweites Monopol konstant vergrößert. Nun kann man in der Welt der Globalplayers von einem wahrhaftig imposanten Erfolg sprechen, was die Geschäftspraktiken des Konzerns anbelangen, vom kleinen Milchpulverherrsteller „Henri Nestle’s Kindermehl“ zum größten Lebensmittelkonzern.

Ein Paradebeispiel, welches dem Film „Pretty Woman“ durchaus Ehre machen würde, sind dessen Geschäftsübernahmen. Nach und nach gelang dem Konzern sich bei unterschiedlich ergänzenden Lebensmittelfirmen zu beteiligen oder sie gar gleich aufzukaufen. Dieser Konzern vergrößerte sich somit kontinuierlich und damit ebenso der Einfluß auf den Weltmärkten innerhalb der Lebensmittelbranche. Die „Liste von Nestlé-Marken“ kann jeder im Internet einsehen, um sich selbst ein Bild zu machen, was täglich auf dem Eßtisch landet.

Doch was erfolgreich im Sinne der Wirtschaft klingt, muß noch lange nicht als unbedenklich hingenommen werden. Dem Kritiker mag man Neid und Mißgunst zwar als Argument noch durchgehen lassen, jedoch können all die berechtigten Kritikpunkte nicht das Wirken des Konzerns entlasten, sie taxieren uns eben alle.

Bekanntlich ist Stillen nachwievor die gesündeste Art der Ernährung für Babys, kein Wunder daß ausgerechnet ein Dauerkonflikt entstand, der seinen vorläufigen Höhepunkt im „Nestlé-tötet-Babys-Konflikt“ (1974) hatte. Vom Versuch, Attac mittels eines Maulwurfs bei deren Arbeit zu einem kritischen Buch zu überwachen, über den Vorwurf zur Kinderarbeitsduldung, Tierversuche für Tee zuzulassen, anfänglich mit beteiligt zu sein bei der Regenwaldvernichtung, wohl weiterhin offen ist, inwieweit der Konzern mitwirkte bei der Ermordung kritischer Nestlé-Gewerkschafter in Kolumbien, über die Thematik des Wassers, die Palette der Vorwürfe und Kritik am Firmengeschehen ebbt keineswegs ab. Dieser Negativtrend setzt sich somit fort.

Dem größten Umweltskandal auf der Spur 

Die Tochtergesellschaft Nestlé Waters mit Sitz in Paris stieg 1992 ins Geschäft ein, erreichte es, der weltweit größte Mineralwasserproduzent zu werden. Allerdings zu welchem Preis, muß die kritische Hinterfragung lauten. Hatte bereits vor neun Jahren der Dokumentarfilmer Urs Schnell mit seinem Film Bottled Life – Nestlés Geschäfte mit dem Wasser für Aufsehen gesorgt, reagierte der in die erneute Kritik geratene Konzern prompt mit einer geschickten Gegenkampagne, rechtfertigte sich im Internet auf der Seite „Bottled Life – Our position“, auf der er sämtliche Kritikpunkte negierte und schönredete, ohne daß der Verbraucher sich von dessen Wahrheitsgehalt wirklich überzeugen konnte. Es verbleibt ein fader Beigeschmack des berechtigten Mißtrauens, zumal Nestlé alles unternimmt, um jenes gar zu bestätigen.

Das hat die bisherige Vorgehensweise in Sachen Trinkwasser, in Schwellen- oder Entwicklungsländern das dortige Grundwasser einfach abzusaugen und in Flaschen gefüllt äußerst gewinnbringend zu verkaufen, gleichwohl nicht stoppen können. Dabei nutzt der Konzern geschickt Gesetzeslücken in den jeweiligen Ländern, die somit keine Handhabe besitzen, sich gegen das „rechtmäßige“ Vorgehen des Konzerns zu erwehren. Während meist der einheimischen Bevölkerung vor Ort es an sauberem Wasser mangelt, bedient sich Nestlé völlig schamlos.

Selbst die USA scheinen solche Machenschaften nicht verhindern zu können oder zu wollen, weil die dortigen gesetzlichen Bestimmungen ein derartiges Vorgehen nicht ausdrücklich verbieten. So entzieht der Konzern dem ansäßigen Morongo-Indianerstamm dessen Wasser im US-amerikanischen Riverside County (Kalifornien) und niemand vermag ihn aufzuhalten.

Doch die eigentlich „tickende Zeitbombe“, wohl eines der größten Umweltskandale, steht uns noch bevor. Nämlich genau dann, wenn die vielen Milliarden Tonnen Plastikmüll von sich auflösenden PET-Flaschen bis in die kleinsten Winkel der Ernährungskette die Menschen erheblich nachhaltig belasten werden, etliche langsam daran erkranken und sterben, dann darf auch Nestlé sich am berechtigten Pranger massiver Vorwürfe wähnen.

Der damalige Präsident des Verwaltungsrates von Nestlé (bis 2017), Peter Brabeck-Letmathe, erklärte kurzerhand, daß Wasser kein Menschenrecht sei, schon nutzt der Konzern seine Vorgehensweise aus, er wird ja nicht aufgehalten, solange Verbraucher und Politiker stillhalten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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Mit Sand geprägt

© Doris Mock-Kamm

Sie war nicht sicher,
ob sie Wärme oder Kühle
von diesem Stein empfand.

Er glich einem Felsen,
der Himmel so nah,
fast zum Greifen die Erde.

Kam das schwebende Gleiten
von den baumelnden Beinen,
die dadurch Schwere verloren?

Sicher war sie sich nicht,
ob der große Stein
sie hielt oder fallen ließ.

Tränen spülten Sand
aus ihren trockenen Augen,
der an den Lippen haften blieb.

Können fließende Körnchen
mehr Weisheit in die Seele meißeln
als wahre Worte gehauen in Stein?

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Bilder waren‘s

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Niemand wahrnahm
lila der Schwan
weiß die Kakteen
fließendes Flehen

Standing Ovation
weiße Location
lila larum
ödes Spektakulum

Gelbliche Gesichter
getönte Lichter
man sieht sich
Röte Wangen strich

Himmel in Stücke fällt
Wolken wirbeln gelb
keiner versteht‘s
rot versinkt der See

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Zwei Landtagswahlen im Schatten der Bundestagswahl

Was bedeuten die jüngsten Prognosen?

Alles schaut gen Berlin bzw. genauer gesagt zur Bundestagswahl, die heute in zwei Wochen stattfindet. Selbstverständlich die wichtigste im Superwahljahr 2021, schließlich betrifft es die Bundespolitik, die weitreichende Ziele setzt in unserer föderalen Republik. Trotzdem sollte man die beiden zeitgleichen Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin selbst die Wahl zum Abgeordnetenhaus nicht außer acht lassen.

Werfen wir doch einen Blick zur Ausgangslage hinsichtlich der letzten Wahlen vor fünf, bzw. vier Jahren. Da hat sich wohl so manches getan, wurden Koalitionen geschmiedet, die dem ein oder anderen nicht schmeckten, aber richtungsweisend die bevorstehenden Wahlen beeinflussen.

Mecklenburg-Vorpommern und ihre rot-schwarze Koalition

Übrigens nur noch in Niedersachsen gibt es ebenso ein solches Bündnis. Dort hatte zuvor der Verlust der einen Stimme der Grünen-Abgeordneten Elke Twesten dazu geführt, daß 2017 Neuwahlen stattfanden, im Ergebnis nur noch eine rot-schwarze Koalition zustandekam.

Wie schaut die Ausgangslage in Mecklenburg-Vorpommern aus? Vor fünf Jahren erzielte die SPD 30,6 Prozent, die CDU gerade mal 19 Prozent, wobei die Nazis 20,8% der Stimmen ergattern konnten, die Linke 13,2 Prozent, die Grünen mit 4,8 Prozent an der 5-Prozent-Hürde scheiterten, die FDP nur 3 Prozent erreichte, die andere Nazipartei übrigens ebenso.

Laut Prognose von Infratest dimap (09.09.) würden die Sozialdemokraten sich um 8,4% verbessern, die CDU um satte 5% sich verschlechtern, die Nazis ein Minus von 3,8% erhalten, die Linke 3,2% verlieren. Die Grünen wären mit 6% genauso wie die Liberalen mit 7% im Schweriner Landtag vertreten.

In Berlin würden laut Infratest dimap die Linken zulegen – richtungsweisend zur BTW?

Zunächst der Blick zur Ausgangslage. Die SPD erreichte 23,2 Prozent, die CDU 20,9 Prozent, die Grünen 17,1 Prozent, die Nazis 12,1% und die Linke nur 10,1 Prozent, die FDP 8,6 Prozent.

Bei der letzten Umfrage von Infratest dimap (25.08.) wäre die CDU mit knapp 2 Prozent weniger dabei, während die SPD und die Grünen in etwa dasselbe Ergebnis erzielen würden. Die Linke legt dabei gar zu mit gut 2 Prozent mehr laut der Prognose.

Kann und darf man eines dabei ablesen? Die logische Schlußfolgerung, daß die Union selbst im Trudel eines Abwärtstrends sich befindet, die Menschen im Lande es leid sind, nur mit Versprechen abgespeist zu werden ohne wirkliche Veränderung oder Besserung? Man darf nicht nur, sonders es schaut ganz danach aus. Was im Frühjahr dieses Jahres seinen Anfang hatte, eine CDU in beiden Landtagswahlen mit erheblichen Stimmenverlusten, setzt sich ganz offensichtlich fort.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Genug vom Betrug

Luschen haben stets was zu vertuschen,
ob sie von dannen huschen
oder nicht kommen in die Puschen.

Angeblich aufrechte Christdemokraten
erinnern an desolate Klappspaten,
Hauptsache in den Tag hineinraten.

Große Töne dabei spucken,
beschämt zur Seite gucken,
um sich dann wegzuducken.

Mit Politik fürs Volk hat’s nichts zu tun,
sie werden nicht eher ruhen,
bis sie vollgefüllt ihre Geldtruhen.

Drum überlegt genau, wen ihr wählt,
keinesfalls das versprochene Geld,
am Ende wahre Gerechtigkeit zählt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Nur er war da, wenn ich schrie

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Oft verharrte der Nebel über dem See,
von ihm versprühter Wasserdampf
trübte jegliche Möglichkeit des Sehens,
mit Appetit verschlang er Stimmen,
auch meine, die ich ihm gerne überließ.

Er schnappte meine hellsten Schreie,
verpackte sie in einen flauschigen Kokon
aus tausenden kleinsten Tröpfchen,
verschluckte diesen, es war eine Freude,
aus Dank warf er wattierte Laute zurück.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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