Viel Tamtam ums Klima ohne Sinn und Verstand

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Ära „Weiter so“ neigt sich ihrem Ende

Die Hopi haben’s schon lange vorhergesagt, Edgar Cayce bestätigte dies in den 1940er Jahren, in den 1970ern warnte der Club of Rome neben etlichen anderen eindringlich. Doch die Welt, die Politik, Verantwortliche nahmen zu wenig bis gar keine Notiz davon, meinten, Wachstum und Raubbau an Mutter Erde seien selbstverständliche Notwendigkeiten, die alles ignorierten, was ihnen im Weg stand. Der Klimawandel interessierte nicht wirklich.

Jene Haltung setzte sich bis in unsere Gegenwart fort, obwohl immer mehr beherzte Stimmen warnten und ermahnten. Schließlich traut sich endlich die Jugend noch deutlicher vor, FFF sei Dank. Mit dem Übereinkommen von Paris meint die Menschheit, es ginge voran. Doch tatsächlich entsprachen die Folgehandlungen eher scheinheiligen Alibiveranstaltungen, statt real hilfreiche Konsequenzen zu initiieren, die sich explizit einem 1,5°-Celsius-Soll nähern. Bei gleichbleibender Ignoranz haben die Nachfahren ein extrem bitteres, lebensbedrohliches Szenarium zu erwarten!

Klimanotstand sollte Klimaleugner eigentlich überzeugen

Inzwischen scheint die Zahl derer anzuwachsen, die begriffen haben, was da auf uns alle zukommt, jene sturen Klimaleugner können sich kaum bis gar nicht mehr rechtfertigen, zu deutlich sind die Zeichen, die Indizien. Die Klimakrise ist de facto die größte Bedrohung der Menschheit.

Wer’s immer noch nicht begreifen will, inzwischen haben 14.000 Forschende den Klimanotstand ausgerufen, klagen an, der Ernst der Lage sei vielen Menschen noch nicht klar. Dabei sollte man aber auch ergänzend hinzufügen, daß in vielen Ländern die Bildung dürftig stattfindet, von zu wenig Informations- und Wissensvermittlung durch Medien mal ganz zu schweigen.

„The Day After Tomorrow“ doch kein Hirngespinst?

Wer sich intensiver mit Science-Fiction-Szenarien auseinandersetzt, weiß nur zu genau, daß in vielen Bereichen die Realität uns schneller einholen mag, als manch einer wahrhaben möchte. Das gilt ebenso für Roland Emmerichs Katastrophenfilm The Day After Tommorow, der 2004 erschien, zweifellos als Denkanstoß oder Weckruf gegen die globale Erwärmung, obendrein längst die Wahrscheinlichkeit realer Filmszenarien bestätigt, wenn wir bedenken, daß der Golfstrom sich womöglich einer kritischen Schwelle und dem Zusammenbruch nähert.

Es kann nicht sein, was nicht stattfinden darf? Jene Blauäugigkeit erleben wir tagtäglich vor eigener Haustür hinsichtlich ignoranter Bundespolitiker, allen voran jenem Armin Laschet, der den Ernst der Lage nicht im Ansatz verstanden hat. Solch einer will als Bundeskanzler antreten? Zum Scheitern verurteilt! Empfohlen der kleine Mitschnitt der NDR-Talkshow, in der Klima-Aktivistin Luisa Neubauer kein Blatt vor dem Mund nimmt, wie wichtig jetziges Handeln seitens der Politik ist.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Marineblauer Tagelöhner

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Schleppend sein Gang,
hager sein Körper,
faltig sein Gesicht,
wie seine Kleidung,
schmutzig seine Schuhe,
wie seine Hände,
arbeitet bei Rebers Fabrik
am Fließband,
wohnt bei Zirrows
in einem Mehrbettzimmer.

Ich fürchte mich
vor dem wankenden Gang,
dem ausgezehrten Körper,
dem runzligen Gesicht,
der wallenden Kleidung.
den schwarzen Händen,
vor Rebers Fabrik,
dem Drill am Band,
vor Zirrows Haus,
den feuchten Matratzen.

Klein bin ich gewesen,
damals als ich ihn oft sah,
nie wirklich vergessen,
wie er schwankend ging
mit seinem gebeugten Körper,
seinen tränenden Augen,
die mit ölverschmierten Händen,
metallenes Blau
auf dem nie ruhenden Band
zusammenschweißten.

Rebers Fabrik existiert
schon lange nicht mehr,
dort stehen Reihenhäuser
mit kleinen Vorgärten,
Zirrows Haus ist Parkfläche
für ein Einkaufszentrum,
sie haben keine Erinnerung,
er hieß Kaspar Giewald,
ich sehe ihn blau gewandet,
Gedanken, die sich lohn‘.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Mitten im Atlantik liegt verborgen auf dem Meeresgrund Golaya – Teil 3

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Zunächst sah sie in der Ferne merkwürdige Steinhaufen, irgendwelche turmartig aufeinandergeschichteten. Beim Näherkommen erfaßte sie erst den Sinn. Sollten dies in etwa Steinmenschen darstellen? Auch erstaunte sie die hohe Anzahl und vor allem, daß kein Stein einfach abrutschte, mittels geschickter Platzierung diese Skulpturen Wind und Wetter trotzten. Auch waren kleine Wege angelegt, so daß man sie aus der Nähe betrachten konnte.

Pelidia war dermaßen fasziniert, daß sie nicht bemerkte, wie sich ein junger Mann ihr näherte, die Augen erstaunt auf sie gerichtet ob ihrer Anmut und Schönheit. Erst als er vor lauter Beobachtung im Begriff war zu stolpern, gerade nochmal sein Gleichgewicht schlimmeres verhinderte, bevor eines dieser steinigen Kunstwerke zusammenfiel, bemerkte die Jugendliche den Menschen. Ihr stockte für einige Momente der Atem, daß er es gewagt hatte, sich ihr einfach so zu nähern. In ihrer Welt war dies keineswegs selbstverständlich, außer daß nur einige vertraute Freunde, Kumpels oder halt ihre Eltern so nah sich mit ihr abgaben, herrschte auf Golaya eine bestimmte Bannmeile, an die sich alle hielten.

Andere Welten, andere Sitten, das war ihr nunmehr ebenso klar. Daher ließ sie den Erstkontakt geschehen, legte ihre anfängliche Angst ab, schaute ihm prüfend entgegen und direkt in dessen dunkelbraune Augen. Ein fröhliches Grinsen erwiderte dieser und streckte ihr freundlich seine linke Hand hin, die sie aber nicht ergriff.

Pelidias Glück sollte nur von kurzer Dauer sein

Gewisse Vorsicht und Instinkt warnten Pelidia vor den Verlockungen menschlicher Nähe zwischen Mann und Frau, zumal sie genug aus ihrer Riesenwelt des Atlantischen Ozeans in Golaya erfahren durfte. Hinzu kam die allgegenwärtige Neugier einer Jugendlichen, welche sich nicht sonderlich von der menschlichen unterschied.

Dennoch berührte sie der forsche, liebevolle Blick des jungen Mannes, der sich als Roja vorstellte und in Menschenjahren gerade mal 17 Jahre alt war. Sie selbst nannte ihren Namen, daß sie zwei Jahre jünger als er sei, weil mit einer 237 Jahren alten Meerjungfrau klarzukommen, das würde wohl eher seinen Verstand überfordern. So beließ sie es dabei, grinste ihn schelmisch an und rannte einfach los.

Selbstverständlich folgte das alte Spiel des sich Fangens, allerdings mit wesentlich mehr Elan, der die Reize des anderen beflügelte, was für Jugendliche allzu typisch so stattfand. Kurzerhand lagen beide im Sand, wobei die ein oder andere leichte Flutwelle sie umspülte. Dabei spürte Pelidia ganz deutlich kleine Botschaften, die ihr Vorsicht signalisierten. So weit reichte der Einfluß von Golaya, immerhin war sie ja bekanntlich die Königstochter von Kalaydia und Oresolio.

Roja bekam von all dem nicht das geringste mit, schaute immerzu verträumt auf sie, streichelte bereits ihre wohlgeformten, langen Beine, die sie selbst wiederum zu schätzen begann. Welch seltsame Eigenschaft, das Rennen auf dem Land, wie sie nunmehr wußte, bis vor kurzem davon gar nichts erahnt hatte. Keine irdische Welt war ihr selbst bekannt, außer von den Andeutungen ihrer Eltern, schon gleich gar nicht das Erleben als Mensch selbst, weil Koriphaius ihr diese Chance gegeben hatte.

Sie lagen am Meer und schauten gebannt dem Sonnenuntergang entgegen, ganz oben auf einer riesigen Palme saß eine Möwe und beobachtete das Himmelsgeschehen, aber ebenso die beiden, die urplötzlich einfach vor Erschöpfung einschliefen.

Am nächsten Morgen erwachte Roja als erster, weckte sie liebevoll, und beide begaben sich landeinwärts, liefen durch Bananen- und Ananasplantagen, genossen die Gerüche der süßen Früchte, schauten sich des Öfteren lachend an, hielten ihre Hände wie zwei typisch Jungverliebte. Für ihn war der Fall klar, während sie nur zu genau wußte, inwieweit ihre gemeinsame Zeit ablief. Nur wie sollte sie es ihm erklären, grübelte die Königstochter, als auf einmal die Möwe von gestern Abend sich auf ihre linke Schulter setzte und laut aufschrie, was Roja irritierte, er gar meinte, diese würde seine neue Liebe angreifen.

Kaum hatte er nach ihr geschlagen, pickte sie ihn ganz kurz am linken Arm, so daß er augenblicklich in eine Ohnmacht fiel. Verdutzt hatte Pelidia zwar zugeschaut, ahnte aber zugleich die eigentliche Absicht. In wenigen Worten gab ihr der Vogel zu verstehen, daß Oresolio sie geschickt habe, den jungen Roja in Schlaf zu versetzen, Pelidia sich durch Koriphaius wieder in ihre ursprüngliche Gestalt verwandeln solle, um zurückzukehren.

Noch einmal schaute Pelidia vom Meer zum Land und sah für einige Augenblicke eine völlig andere Welt, auch stand sie wohl auf einer Anhöhe der Insel, um interessante Behausungen der Menschen zu ersichten, in der Ferne der blaue Ozean. Das mußte ein Stückweit die bevorstehende Zukunft der Menschen sein, die ihre Eltern sie erblicken ließen, die keineswegs in das Weltbild von Meeresnixen paßte. Keine Trauer und Enttäuschung wollte bei ihr aufkommen, ein letztes Mal blickte sie auf den schlafenden Roja, verwandelte sich dank Koriphaius, glitt freudig ins Meer und sollte nie wieder die Kanaren oder ein anderes Land der Menschen aufsuchen, Golaya wartete bereits voller Freude auf die neue Thronfolgerin.

Lotar Martin Kamm

Mitten im Atlantik liegt verborgen auf dem Meeresgrund Golaya – Teil 1

Mitten im Atlantik liegt verborgen auf dem Meeresgrund Golaya – Teil 2

Erschienen im Buch „Hrabans geheimnisvolle Reise zum Kontinent des Lächelns“ (BoD)

Kategorie: Kurzgeschichten

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Bundestagswahl in der heißen Phase des Sommerlochs

Jetzt wetzen manche die Messer zu einer neuen Koalition

Von wegen Wandel oder gar endlich mal Realpolitik eine Chance geben, wo doch mit dem Klimawandel und der Corona-Pandemie die Zeichen mehr als eindeutig zu werten sind. Merkel geht, doch was folgt danach? Ein Schelm, wer Böses denkt. Keinesfalls, es schaut im Augenblick düster aus, wer die Wahlprognosen betrachtet.

In sieben Wochen findet die Bundestagswahl statt. Im Fokus einer genaueren Betrachtung: die Grünen. Dreh- und Angelpunkt möglicher Koalition. Ohne ihr im Boot einer Regierung gibt es bisher keine Mehrheiten, heißt, sie wird mitregieren. Schon melden sich andere, die meinen, sie müßten Ansprüche geltend machen.

Ausgerechnet die kleine FDP meldet sich vorlaut zu Wort

Sie können es nicht lassen, Assoziationen zum zerknittert enttäuschten Gesicht eines Helmut Schmidt werden wach, als dieser Helmut Kohl beglückwünschen mußte, mit freundlich verlogener Unterstützung der Liberalen. Ein Desaster.

Lindner unterstützt Klimaministerium – mit einer Ausnahme. Er fordert. Eine 13 Prozent-Partei bestimmt, wie und ob eine 20-plus-Partei in einer möglichen Koalition mit der Union agieren darf? Interessant, welch arrogante Haltung sich durchsetzen will. Wenn ein Christian Lindner spricht, am besten niemand dies anficht.

Merz und Ziemiak realitätsfremder denn je

Nicht weiter verwunderlich, wer deren Werdegang kennt. Da spitzt sich etwas zurecht zu: „Behauptungen bodenlos“: Grüne werfen Merz Lügen vor. Übertrieben, nahezu hysterisch oder berechtigt? Der Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, bemerkte: „Ich würde mir von Friedrich Merz wünschen, dass er es mal mit eigenen Vorschlägen probiert – dann streiten wir gern darüber.“ Wieso sollte er denn? Hauptsache Verbrennungsmotoren bei Autos, was interessiert ihn denn real der Klimawandel. Mit ihm soll man am besten ohnehin die Energiewende potentiell in Deutschland verhindern.

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hatte die Idee eines Ministeriums für Einwanderungsfragen zurückgewiesen. „Wir brauchen kein grünes Multi-Kulti-Ministerium, in dem linke Aktivistinnen und Aktivisten ihre Agenda umsetzen. Wir müssen Migration wirksam ordnen und steuern“, schrieb Ziemiak auf Twitter.

Ach, einwandern ist gleich multi-kulti? Das galt mitnichten, wenn Deutsche nach dem Zweiten Weltkrieg aus Naziland flüchteten, zumal Nazis Posten erhielten, besonders gern in der Union. Seit wann dürfen denn Aktivisten ihre Agenda umsetzen? Bei der CDU würde das bedeuten, einen Paul Ziemiak davonzujagen. Unter Migration wirksam ordnen und steuern, verstehen die Parteien mit dem C vorneweg, weiterhin Seenot verhindern, abschieben und für Hungerlöhne malochen!

Erneut schießt Armin Laschet den Vogel ab

Der sich gegen die „Schlafwagen-Theorie“ verwahrt, er habe jetzt andere Ziele, erklärt schleppenden Wahlkampf mit Fokus auf Flutopfer.

Heuchelei par excellence aus dem Munde des noch amtierenden Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen. Es war doch seine Politik, die hauptverantwortlich Flächen zubetonierte oder asphaltieren hat lassen, um neue Industriebauten zu begünstigen, somit extremen Flutwellen eine willkommene Gelegenheit zu geben, Leib und Leben Betroffener zu gefährden. „Aber wegen eines Wettereignisses, ändert man doch nicht gleich die Politik.“ Exakt, ein weiter so vorprogrammiert mit einem Bundeskanzler Armin Laschet! Möge jener Kanzler uns allen erspart bleiben, schließlich können Wähler dies noch verhindern.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Mitten im Atlantik liegt verborgen auf dem Meeresgrund Golaya – Teil 2

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Der Stein, auf dem sie gerade noch in Ufernähe angelangt gesessen, begann sich zu bewegen und entpuppte sich allerdings als eine Riesenschildkröte, die sie zugleich ansprach.

„Keine Sorge, hier bei mir bist du sicher, ich bin Koriphaius und habe dich erwartet.“ Pelidia staunte ein wenig, fing sich aber schnell wieder. Bevor sie antworten konnte, fuhr Koriphaius fort.

„Du fragst dich sicherlich, wie du an Land kommen kannst, weil mit Fischschwanz unmöglich, stimmt’s?“, und die jugendliche Königstochter nickte still, „ganz einfach, leg dich auf den Rücken und schließe deine Augen“, forderte sie die Riesenschildkröte auf.

Mit dem Gesicht gen Meer lag sie da am Ufer, und nur wenige Augenblicke später blickte sie auf zehn wunderschöne Zehen an zwei schlanken Füßen und langen, wohlgeformten Beinen, Pelidia hatte sich in ein junges Mädchen verwandelt. Freudig sprang sie auf, als ob sie nie etwas anderes getan, küßte Koriphaius Kopf, bedankte sich überschwenglich und rannte geradewegs vom Strand hinauf, zum ersten Mal in ihrem Leben Boden unter eigenen Füßen.

Eine schier übergroße Wärme durchfuhr ihren neuen unteren Körper, sie ward zum Menschen geworden, genoß die Sichtweite hinaus auf den Ozean, direkt vor sich interessante Pflanzenblätter und eine Felslandschaft als auch Mauern. Neugierig schaute sie ein bißchen unsicher um sich, aber kein Mensch war zugegen. Koriphaius hatte ihr noch zugeraunt, daß die Erdenbewohner die Insel Tenerife nannten.

Eine neue Welt versetzt Pelidia in Staunen

Kaum war die Riesenschildkröte Koriphaius verschwunden, irgendwie war sie für einige Momente zu sehr abgelenkt, so daß sie sich nicht einmal bei ihm bedanken und von ihm verabschieden konnte, erforschten ihre wachen Augen die unmittelbare Nähe. Eine ziemlich zerklüftetete Steinlandschaft versperrten ihr den Weg, obwohl nicht weit entfernt ein schwarzer Sandstrand lag.

Dennoch übte sie zugleich, ihre neu erworbenen Beine und Füße einzusetzen und staunte, daß sie nahezu problemlos, gar fast schon sportlich schnell zwischen den Steinen ging, um schließlich keinen nassen und somit festeren Sand zu betreten. Pelidia blickte zurück auf ein merkwürdig vierbeiniges Wesen mit schwarzweißem Fell, welches am Körperende mit etwas langem Festen wedelte. ‚Ob dieses Tier etwa spielen will?‘, fragte sie sich, erinnerte sich an die Worte Koriphaius, der ihr noch zugeraunt hatte, daß es neben den Menschen noch andere Wesen gäbe, die jene Tiere nannten.

Die Luft roch nach Salz, die Königstochter atmete tief und gelassen durch, erblickte in der Ferne bunte Pflanzen, ganz ähnlich wie in der Welt der Korallenbänke, nur wesentlich starrer. Keine Bewegung ging von ihnen aus, manchmal wedelte kurz ein Blatt im Wind. Eine besonders schöne, hellgelb leuchtende Blüte zog sie fast schon magisch in den Bann. Kaum eingetroffen, mußte sie die grünen, fleischigen Pflanzenteile berühren, stach sich im nächsten Moment, weil sie die Stacheln der Kakteenblätter gänzlich unterschätzt hatte. Pelidia durchlebte im Eilverfahren erste botanische Feldversuche, freute sich zugleich über die vielen Eindrücke.

Das ständige Rauschen der Meereswellen, die in rhythmischen Abständen erfolgten, versetzten die ehemalige Meerjungfrau ein wenig in eine Art Trance, wobei ebenso Müdigkeit sie ereilte, sie in einen kurzen Schlaf fiel, sich zuvor noch einfach am Strand in den warmen Sand legte, mit dem Gesicht gen blaue Wolken, die Sonne weiter entfernt sie nicht blendete.

Bilder aus zurückliegenden Tagen tauchten plötzlich auf, sie drehte sich unruhig hin und her, im Schlaf selbst wußte Pelidia trotzdem, daß sie in einem kurzen Traum sich befand, welcher ihr ein Stückweit Sicherheit vermittelte. Sie erhielt für Augenblicke das vertraute Zuhause von Golaya, sah ihre Eltern, die Freundinnen und Kumpels, ihr riesiges Zimmer, welches eigentlich keine Fenster hatte, außer daß die runden Öffnungen eine nahtlose Verbindung zwischen ihrem Domizil und dem Atlantik darstellten, insofern manchmal auch ungebetene Meeresbewohner sich einfanden. Das gehörte halt dazu in der Welt der Meeresnixen, aber auch aller Wesen im salzigen Naß.

Lauter geheimnisvolle Begegnungen

Plötzlich wurde Pelidia unsanft aus ihrem Traum gerissen, weil eine Fliege sich auf ihre Nasenspitze gesetzt hatte und einmal quer über ihre beiden geschlossenen Augenlider trippelte, um sofort von dannen zu fliegen, als sie aufschrak.

Zugleich erinnerte sie sich noch an ihren befremdlichen Traum von Golaya und ihrer bedachten Unterwasserwelt mitten im Atlantik, die sie aber jetzt so gar nicht mit dieser Insel Tenerife vergleichen wollte. Zu unterschiedlich und vor allem in ihrer gesamten Konsequenz waren diese beiden Welten vereint auf dem Planeten Erde, wie die Menschen ihn nannten. Daß es überhaupt einen gibt, versetzte die Königstochter in Erstaunen.

‚Erst mal aufrappeln und weiterforschen, ich möchte alles aufsaugen, jeden Sandkorn, Stein und die Landtiere, und wenn es eine Fliege sei, die mich ärgert, nur von den Menschen halte ich mich erst mal lieber fern‘, grübelte sie und ging den schwarzen Sandstrand entlang, auslaufende Meereswellen der Ebbe umspülten ihre neuen Füße, das fühlte sich gut für sie an.

Fortsetzung folgt.

Lotar Martin Kamm

Mitten im Atlantik liegt verborgen auf dem Meeresgrund Golaya – Teil 1

Erschienen im Buch „Hrabans geheimnisvolle Reise zum Kontinent des Lächelns“ (BoD)

Kategorie: Kurzgeschichten

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Mitten im Atlantik liegt verborgen auf dem Meeresgrund Golaya – Teil 1

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Pelidias Wunsch bleibt zunächst unberücksichtigt

Unaufhörlich schaufelt der Ozean seine salzigen Wassermassen dem rhythmischen Lauf der Gezeiten ausgesetzt gen Land, dabei ist völlig einerlei, ob eine Insel oder die Begrenzung seitens anliegender Kontinente ihm trotzen. Wer den Klang jenes lautstarken Wellengangs einmal richtig tiefsinnig verinnerlicht, der vermag ihn wohl niemals wirklich vergessen, zu prägnant die Stimmen des Meeres ihre Muster hinterlassen, Raum schenken für wahrlich abenteuerliche Gedanken.

Insofern hatte manch Erzählung ihren Weg gefunden, ob hinzugedichtet oder nicht, Seefahrer wußten vieles zu berichten. Bedenken wir, über doppelt so gewaltig präsentiert sich die Welt der Meere uns Menschen, die wir auf sechs Kontinenten verweilen, in der Antarktis eher gut nachzählbar, aufgrund der ziemlich niedrigen Temperaturen umgeben von ewigen Eislandschaften.

Wer kennt sie nicht, die sagenumrankenden zwei großen ehemaligen Kontinente, Atlantis und Lemuria, die per Sintflut untergegangen, wobei bis heute selbsternannte Experten und Laien mit unterschiedlichen Berichten, Spekulationen aufwarten. Belassen wir das Wissen oder die Unkenntnis darum, blicken aufs Zentrum des Atlantischen Ozeans, irgendwo in der Mitte zwischen den beiden großen Kontinenten Afrika und Amerika.

Ganz tief im Verborgenen lag auf dem Meeresgrund in dunkler Stille Golaya, die Heimat der Königstochter Pelidia. Die Meerjungfrau, – ja, es gab sie tatsächlich, – hatte im stolzen Alter von 237 Jahren endlich die Gelegenheit erhalten, kaum in der Pubertät angekommen, sich weiter vom größten Reich in den Weltmeeren entfernen zu dürfen, allerdings sicherheitshalber von sechs geschulten Delphinen, deren Aufgabe darin bestand, sie zu schützen und notfalls schnellstmöglich Hilfe herbeizuordern. Im Gegensatz zur Welt der Menschen stellte dies keinerlei Probleme dar, Risiken waren letztlich nicht vorhanden.

Schließlich verfügte Pelidia obendrein über einen geschickt einzusetzenden, kräftigen Fischschwanz, der durchaus eine gefährliche Waffe für potentielle Gegner war. Vor kurzem, etwa 23 Jahre her, hatte sie eine brenzlige Begegnung mit einem sie provozierenden Hammerhai, der sie gänzlich dabei unterschätzte. Viel zu träge wollte dieser zuschnappen, mußte sich nach schnellen, kräftigen Schlägen gen beide Augen geschlagen geben, in kaum vorstellbarer Geschwindigkeit setzte die junge Pelidia ihren muskulösen Körper ein.

Doch bevor sie sich auf ihren Ausflug begeben hatte, äußerte sie einen innigen Wunsch ihren Eltern: Ob sie denn einmal das große Land im Osten aufsuchen dürfe, vielmehr eine schöne Insel, welchem diesem vorgelagert im Ozean lag. Aber Kalaydia und Oresolio lehnten die Bitte ab, verwiesen auf mögliche Gefahren trotz ihrer wachsamen Begleiter, sie solle nicht die Menschen unterschätzen. Diese hätten so gar kein Verständnis für die Welt der Meeresnixen, zumal stets von weiblichen ausgegangen worden war. Nein, jene Erdenbewohner paßten gar nicht zu den Meereswesen, keineswegs zufällig waren Begegnungen bis heute extreme Ausnahmen gewesen, die besonders aufgrund der Wachsamkeit und der Gebote von Golaya vermieden wurden.

Als Kalaydia und Oresolio noch jung waren, sich fanden und heirateten, um die Geschicke von Golaya zu lenken, hatten die Menschen gerade mal genug zu tun auf dem Land, die Seefahrt sollte viel später eine wichtigere Rolle spielen, obwohl schon manche die Weltmeere per Schiff überwunden. So schwamm Pelidia gedankenverloren zunächst einmal Richtung Osten, ihre Begleiter ahnten noch nicht, was sie vorhatte.

Koriphaius hilft Pelidia auf die Sprünge

Der Atlantik zeigte heute seine rauhe Seite, stürmisch tobten die Wellen sich aus, während Pelidia von den herrlichen Delphinen begleitet wurde, die ihr auf alle Fälle eine gewisse Sicherheit vermittelten, zumal die Meerjungfrau inzwischen weiter entfernt war von Golaya wie jemals zuvor in ihrem Leben.

Plötzlich lösten sich drei der sechs Delphine und verjagten eine Gruppe Weißer Haie, die sich hatten Pelidia nähern wollen. ‚Auftrag sehr gewissenhaft erfüllt, das muß man ihnen lassen‘, schoß es ihr durch den Kopf. Obendrein wußten die allermeisten Meeresbewohner sehr wohl, wer im Atlantischen Ozean das Sagen hatte, mit Oresolio war keineswegs zu spaßen, da er über ein weit verzweigtes Netz des Informationsaustausches verfügte. Das Internet der Weltmeere funktionierte für menschliche Ohren vollkommen geräuschlos, aber äußerst effektiv, technische Pannen gab es schon gleich gar nicht.

Das alles taxierte die Jugendliche nicht, sie grübelte weiterhin, wie sie bloß ihre Begleiter später möglichst geschickt ablenken könnte, schließlich durften sie nichts erahnen. Auf einmal wußte Pelidia sehr genau, wie sie ihnen entkommen konnte. Die Meerjungfrau verstand sich mit den Fischen äußerst gut, hatte unendlich viele Kontakte, was ihr nunmehr zu Nutzen kam. Ein kleiner Schwarm Sardellen kam ihnen entgegen, in wenigen Sekunden teilte sie ihnen ihre Bitte beim Begrüßungsaustausch mit, die Delphine hatten keinerlei Verdacht geschöpft.

Inzwischen hatte sich der zweitgrößte Ozean der Welt beruhigt, die Sonne schien, der Himmel schien blau, in der Ferne war bereits Land zu sehen. Ein Schwarm Heringe kreuzte panikartig, der Pelidias Begleiter in Aufmerksamkeit versetzte, sie Ausschau hielten und Momente später mit einer Gruppe Grauer Riffhaie aneinandergerieten. Endlich konnte die Königstochter ihnen entwischen, tauchte schlagartig sehr tief ab und schwamm extrem schnell in Richtung Landmasse, während die Delphine gewissenhaft ihren Auftrag ausübten.

Nunmehr war sie ihnen entkommen, dabei plagte sie keinerlei schlechtes Gewissen, weil sie nur zu genau wußte, daß die Delphine schon bald ihre Spur aufnehmen würden. Daher galt es, möglichst schnell die Insel zu erreichen. Im nächtsen Augenblick erschrak sie zutiefst, weil etwas Entscheidendes sie nicht bedacht hatte. Wie an Land kommen?

Fortsetzung folgt.

Lotar Martin Kamm

Erschienen im Buch „Hrabans geheimnisvolle Reise zum Kontinent des Lächelns“ (BoD)

Kategorie: Kurzgeschichten

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Trumps „Cyber Ninjas“ geistern in Arizona

Von einem, der immer noch über Wahlbetrug faselt

A never ending story, oder shit happens, suchen Sie es sich aus, es kommt letztlich aufs Selbe raus. The Donald stampft wütend mit seinen Füßen auf hartem Boden, der latürnich nicht nachgibt, der Statik sei Dank. Oh man, das ist wirklich krank. Schieben wir eine Erklärung nicht auf die lange Bank, auch handelt es sich hierbei keineswegs um einen Schwank. Die Realität holt gnadenlos jeden ein, nüchterne Wahrheit ist somit rein.

Davon will er aber nichts wissen, im Netz herrscht auf bestimmten Plattformen selbstherrliches Dissen. Einen erneuten Dämpfer müssen er und seine Helfershelfer jetzt hinnehmen, zum Fremdschämen. Selbst Republikaner wollen Betrugsvorwürfe nicht weiter prüfen. Nix mit Hieroglyphen, die Prüfer finden deutliche Worte an diesem Orte, man habe keine Zeit für »Reisen ins Nimmerland«, wie Jack Sellers schrieb. Eine Schand‘, der sitzt, der klare Hieb!

Daß Trumps Republikaner die Demokratie demontieren, denn sie haben alles und nichts zu verlieren, zeigte sich bereits mit dem Sturm aufs Kapitol. Wie hohl. Als ob Gewalt einer Revolte gleich führe in ein besseres Reich. Mitnichten kann dies fruchten, auftun werden sich gefährliche Schluchten. Die Geschichte hat Menschheit diese stets gelehrt, somit jene Untat komplett verkehrt.

Satelliten sollen Wahlzettel ins System gebeamt oder Stimmzettel aus Asien in Arizona ihren Weg gefunden haben? Da heißt es natürlich antraben, den Beweis aufführen. Nichts mit Hintertüren. Die „Cyber Ninjas“ erreichten keinen Aderlaß, ohne Spaß. Was Trump und seine Kumpanen hatten ausgeheckt, am Ende wurde es entdeckt. Mit Verschwörungstheorien zum Wahlbetrug ist’s offensichtlich noch nicht genug.

Ein Dreiviertel Jahr nach der Wahl, ein Ende jener merkwürdigen Qual? Wie lange wollen viele Amis sich noch an der Nase herumführen lassen? Trumps dreistes Bespaßen führt nicht wirklich zum Ziel. Etwa ein inszeniertes Spiel? Um im Gespräch zu bleiben, schließlich darf er weder twittern noch im Facebook Leute aufreiben, es übertreiben. Schon 2024 wird in den USA erneut ein Präsident gewählt. Dabei wieder betrügerisch ausgezählt?

Ginge es nach Donald Trump bei wiederholtem Wahlverlust, bahnt sich fort sein narzißtischer Frust. Dann wird gehetzt und verletzt, von Wahlbetrug gesprochen, etliche in selber Manier bestochen, Hauptsache Demokraten demontiert, ein Republikaner niemals nicht verliert. Vielleicht siegt am Ende doch der Verstand, trotz rechtem Rand, und die Natur spielt dem blonden Dollen einen allzu gerechten Streich, er tobt dann in seinem Himmelreich. Lassen wir ihn in der Hölle in seinem Glauben, die Wirklichkeit kann och keen Trump berauben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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