Roter Faden

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Sie schrieb, roter Faden,
zerfleddert im Burggraben,
verheddert in Brombeeren,
rot, es wäre zu schön gewesen,
schrieb sie an den Fensterladen,
er hätte die Welt so gern umarmt,
mit seiner Heimatlosigkeit umgarnt
die Phantasie der Leichtigkeit,
nun ist er hier hängengeblieben,
laßt seinen Wunsch um die Welt fliegen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Ferne Freuden

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Es kräht der Hahn,
glücklich war ich irgendwann,
der See ist zugefroren,
in ihm hab‘ ich die Angst verloren,
vor was, ich weiß nicht mehr,
egal, ist ja auch schon lange her,
mein Wunsch ist nun erfüllt,
nein, der Hahn wurde nicht gegrillt,
vor ihm bin ich aufgestanden,
er kräht nun für all die Unbekannten.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Hanebüchene Lügner nehmen kein Blatt vorm Mund

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Diktator Alexander Lukaschenka bestätigt seinen unheimlichen Kurs

Natürlich hat ein Sigmar Gabriel völlig recht, wenn er bei Markus Lanz die Pattsituation der EU anprangert, die viel zu uneinig und somit zu lasch das Regime in Belarus behandelt. Jener wiedergewählte Despot lacht sich ins Fäustchen, obwohl das Volk im Lande ihm so gar nicht folgt, ein Roman Protassewitsch den Finger in die Wunde tatsächlicher Repressalien legt.

Der jetzt in Minsk nach jener unrechtmäßigen Flugzeugentführung inhaftierte Blogger muß minimum mit einem Strafmaß von 18 Jahren Gefängnis oder mehr rechnen, eventuell sogar mit der Todessstrafe als angeblicher Terrorist, die in Weißrussland noch gilt. Lukaschenko verteidigt die Flugzeuglandung, gibt der Spiegel zum Besten. Welch dreiste Lüge, die Mär mit einer angeblichen Hamas-Sprengladung an Bord der Ryan-Air-Maschine. Da hat sich der Diktator etwas Simples zusammengereimt, wo doch die Hamas zurzeit in allen internationalen Medien erwähnt wurde.

Das Ganze mit Absprache seines nachbarlichen Präsidenten Wladimir Putin? Davon dürfen wir ausgehen, daß die beiden Länder nichts dem Zufall überlassen, die alten KGB-Seilschaften noch prima fruchten. Despoten kennen keine weltpolitischen Regeln, Vergleiche mit ähnlichen Aktionen in der Vergangenheit hinken gewaltig, wer sich vielleicht noch daran erinnert, wie die USA das Flugzeug des bolivianischen Präsidenten Evo Morales 2013 zur Landung in Wien gezwangen hatten, in der Hoffnung den Whistleblower Edward Snowden zu finden. Das scheiterte allerdings, ändert mitnichten etwas an der Tatsache, daß diesmal ein unliebsamer Gegner in Mink inhaftiert wurde, die Notlüge jener angeblichen Bombendrohung eine größere Tragweite hat.

Der weißrussische Diktator kann sich lässig zurücklehnen, da ihm seitens der EU kaum oder nur halbherzige Sanktionen bevorstehen. Das eigentliche Dilemma beinhaltet genau jene politische Pattsituation, daß in Zukunft unliebsame Gegner einfach entführt werden können, die Politik Europas dies nicht verhindern vermag. Darüberhinaus muß sich dennoch der Westen tunlichst bemühen, Schadensbegrenzung anzustreben. Er kann es sich schlichtweg nicht leisten, den diplomatischen Weg mit Russland zu verscherzen. Deshalb schaut alles gen geplantes Treff am 16. Juni in Genf mit Biden und Putin.

Es wäre ziemlich fatal, wenn die Gespräche mit Russland scheitern sollten, Putin sich mehr zu China hinwendet. Die VR China hat ohnehin Weltmachtsphantasien, lebt diese ungeniert aus. Mit dem Ende der Trump-Ära besteht wieder Hoffnung, daß der Ton zwischen dem Westen und China sich verbessert. Die weltpolitische Lage hat ohnehin komplizierte Wege vor sich, von handfesten Problemen wie dem Klimawandel, der Corona-Pandemie mal ganz zu schweigen. Da muß man andere Wege suchen und finden, um jene Despoten wie Alexander Lukaschenka in die Schranken zu weisen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Weiße Schattenumrisse

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Hinter mir, die Kulisse,
weiß war sie, matt,
möglicherweise genauso
erschöpft wie ich,
wer ist schon gerne
ein unbeschriebenes Blatt,
irgendwie unfertig,
ich fühlte mich nicht rein
oder etwa frisch, neu,
eher unbestimmt, leer,
verlassen, ohne Schatten
und doch schattenhaft
mit einem einengenden
Hintergrund verbunden,
unausweichliche Enge,
das Ziel jeder Kontur,
Gestalten zu formen,
begrenzen, benennen,
weiß die Kulisse,
aus der ich schöpf.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Despoten kennen keine weltpolitischen Regeln

Lukaschenkas Regime entführt Blogger Roman Protassewitsch

Da spitzt sich langsam aber zielsicher etwas Ungeheuerliches zu, nämlich die Ausbreitung faschistoider Politik, immer mehr Alleinherrscher bestimmen ihren destruktiven Weg, rücksichtslos, menschenverachtend. Das gilt somit auch für Belarus, die einzige tatsächliche Diktatur Europas. Nach der denkwürdigen Flugzeug-Umleitung der Ryan-Air-Maschine verliert sich die Spur vom entführten Blogger in Minsk.

Man muß davon ausgehen, daß dieser in irgendeinem Verlies ausharrt, womöglich von den Schergen des Regimes gefoltert wird. Eine freie Presse unerwünscht, somit gleichwohl Blogger, die es wagen, Alexander Lukaschenkas Präsidentschaft in Frage zu stellen.

Russlands Verbindungen zu Belarus sprechen Bände

Während ein Gerhard Schröder vom lupenreinen Demokraten Wladimir Putin schwärmte, entpuppt dieser sich tatsächlich als ein Freund von Despoten, ein Steigbügelhalter rechtsradikaler Gruppierungen, schließlich sind AfD-Politiker in Moskau gern willkommene Gäste, fließen etliche Gelder in eine braune Flut im Internet, von Hackerangriffen bis ins Weiße Haus mal ganz zu schweigen.

Weißrussland entpuppt sich nachhaltig als Europas Diktatur, während die EU selbst nahezu ohnmächtig dem Treiben jenes Regimes zuschaut. Ob gewisse Sanktionen tatsächlich fruchten, bleibt mal dahingestellt. Bekanntlich beeindrucken Despoten derartige Maßnahmen nicht im Geringsten, sie schöpfen viel eher daraus, ihren harten Kurs fortzusetzen bzw. zu vertiefen.

EU prangert aggressive Haltung Russlands auf dem Sondergipfel an

Da kommt so einiges zusammen, was die weltpolitische Lage nicht gerade entzücken dürfte. Insofern fragt auch die Tagesschau, wie weiter mit Russland. Schließlich setzt der Kreml ziemlich offensichtlich viel daran, das eigene Regime zu stärken, darüberhinaus andere Despoten tatkräftig zu unterschützen. Keine gute Ausgangslage für ein friedliches Miteinander.

Es schaut viel eher danach aus, an jenem Szenarium eines Wettrüstens festzuhalten, obendrein Demokratien generell in Frage zu stellen. Da wächst zusammen, was den Weltfrieden erheblich gefährdet, obendrein Menschennrechte bishin zur Pressefreiheit. Jedwede Kritik wird hart angegangen, das Wesen des Faschismus sucht bereits wieder neue Spielwiesen, sich auszubreiten, im Hintergrund agieren gezielte Kaptialgeber, um ihren eigenen Reichtum zu vergrößern.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Wirklichkeit selten erquicklich

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Bild von Basil Smith auf Pixabay

Über Nächte kann man schreiben,
in denen sich Geister rumtreiben,
die tagsüber über den Weg flanieren,
über die läßt es sich bloß spekulieren,
im Gegensatz zu den Nachtgespenstern
hocken sie hinter blinden Fenstern,
weder ihre Gestalt noch ihre Motivation
sind zweckdienlich, das weißt du schon,
nicht verzaubert, verkleidet sie sind,
drehen sich mit dem kleinsten Wind,
mit ihnen kann man nicht träumen,
nicht wirklich Gedanken säumen,
vertieft mit phantastischen Worten,
verweilen in gruseligen oder schönen Orten,
wer will schon Geschichten in Bücher lesen,
in denen Wirklichkeit nur Qual gewesen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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65. ESC in Rotterdam mit einem Jahr Verspätung

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Wikimedia Commons

Måneskins Rocksong „Zitti e buoni“ siegt mit 524 Punkten

Im Nahen Osten standen die Zeichen auf Krieg zwischen den Hamas und Israel, kurz vorm 65. ESC greift eine Feuerpause, man hofft auf eine Lösung, zumal die USA sich stark machen mit ihrem neugewählten Präsidenten Joe Biden. Da paßt der Titel von Jendrik Sigwart für den deutschen Beitrag gut dazu, I Don’t Feel Hate hatte tatsächlich einen anderen Ursprung wie er selbst auch in der kurzen Dokumentation Der unglaubliche Weg zum ESC erläutert.

Während viele Menschen vor den Bildschirmen mitfiebern, sind parallel auch wieder all jene unterwegs, die den ESC als Kommerz verreißen, ihn madig machen, wo doch weltweit so viel Leid und Ungerechtigkeit herrsche. Sicherlich, das geschieht. Aber den europäischen Gedanken eines friedlichen Miteinanders sollte man nicht verkennen, unterschätzen, schließlich lauern bereits all jene Despoten, denken wir an Russland, Ungarn, Türkei, Weißrussland, die letzten drei nehmen gezielt nicht am ESC teil, die gern ihren Nationalismus ausleben wollen.

I Don’t Feel Hate – Jendrik Sigwarts Song erreicht nur den 25. Platz

Der Sänger Damiano David kreischte noch ins Mikrofon „Rock’n’Roll never dies“, um wiederholt den Siegertitel dem kleineren Publikum (3.500 Gäste) in der Veranstaltungshalle Rotterdam Ahoy in dortiger Ahoy Arena zu schmettern. Der dänischen Baßistin Victoria De Angelis zuliebe gaben sie ihrer Band den Namen Måneskin, was Mondschein bedeutet. Bereits zuvor beim Sanremo-Festival 2021, welches vom 02. Bis 06. März im Teatro Ariston stattfand, holten sie sich den dortigen Sieg.

Am Ende des langen ESC-Finales, den erneut der langjährige Journalist Peter Urban für Deutschland in der ARD moderierte, erreichten die Italiener ihren 3. Titelsieg (zuvor 1964, 1990), zitti et buoni für „leise und brav“, ist alles andere als still, schlagerartig popig, sondern ein Rocksong. Dahinter reihen sich dann doch die Franzosen mit Barbara Pravis Voilà ein, nachdem zuvor des Öfteren eher die Schweizer mit ihrem Songtitel Tout l’univers als aussichtsreicher Zweitplatzierte gehandelt worden waren.

Deutschland wurde als vorletzter Act und gerade mal mit 3 Punkten letztlich ziemlich ungerechtfertigt abgestraft sowohl von den Jurys als auch dem europäischen Publikum. Kreativer Pep ist zurzeit so gar nicht gefragt, auch keine leise Kritik gegen Haß, Jendrik Sigwarts Auftritt als blamabel zu bezeichnen, darf mal als billige Häme werten. Mitnichten war dies so. Ganz im Gegenteil, der Hamburger Musicaldarsteller nahm es voll Freude mit Humor. Den letzten Platz des englischen Songwriters und Sängers James Newman mit abgestraften 0 Punkten sollte man als durchaus gerechtfertigt bezeichnen. Sein Song ist zu träge genauso wie dessen Bühnenpräsenz.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Musik

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