Warum Annalena Baerbock erst recht Kanzlerin wird

Um Herrn Christoph Schwennickes Kompetenz in Frage zu stellen

Es tobt der Bundestagswahlkampf an etlichen Fronten, ob im Internet, wo besonders breitgefächert sämtliche Vorurteile zu den Linksgrün-Versifften zum Tragen kommen, bis hin zur ewig-gestrigen Behauptung, nur Männer könnten Kanzler, Regierungsunerfahrene ohnehin nur auf ganzer Linie scheitern. Überhaupt sei das Wahlprogramm der Grünen nicht bezahlbar, nix mit Klimaschutz. Alles business as usual?

Explizit unterstreicht dies Christoph Schwennicke in seinem Gastbeitrag, wer als politischer Journalist seit einem Viertel Jahrhundert für die Süddeutsche, die Zeit und gar zuletzt für den Cicero malocht, der muß es ja wissen, dem traut man Fachkompetenz zu. Tatsächlich?

Schon zieht man Vergleiche zu den Sozen und die kläglichen Ergebnisse mit dem Schulz-Effekt, dies könne somit nur den Grünen mit Annalena genauso ergehen. Herr Schwennicke tappt in dieselben Fußstapfen wie die Männerriege konservativer Unionisten, ohne sich dessen bewußt zu sein, daß so mancher Wähler anderes im Sinn haben könnte, bzw. die ein oder andere Erkenntnis sich ihm offenbart, am Ende die Grünen es besser richten vermögen als jene Versäumnisse nach etlichen Großen Koalitionen.

Getreu jener Richtschnur vergallopiert er sich gänzlich bei den kläglichen Versuchen, Regierungskoalitionen zu betrachten, die nach der Bundestagswahl sowieso allesamt nicht hinhauen. Wir wissen doch aus Erfahrung, daß das Eisen erst dann geschmiedet wird, wenn es noch heiß ist, aber mitnichten vor Bundestagswahlen. Was Armin Laschet daherfaselt, interessiert den Wähler kaum bis gar nicht. Dessen Charisma reicht mitnichten fürs Amt des Kanzlers. Olaf Scholz ist gar gänzlich abgehängt, die Sozen nähern sich den Liberalen, die kurz davorstehen, als drittstärkste Partei im Rennen hervorzugehen.

Dürfen wir etwa mit einer 13%-Prozent-SPD rechnen, während gar die Nazis bei 14% sich steigern, der FDP vielleicht 15% hinterherhecheln, weil Christian Lindners Nähe zum AfD-Jargon dermaßen viele beeindruckt? Wenn dann die Grünen mit 28% stärkste Partei, eine Union gerade mal 24% erreicht, dann fällt Christoph Schwennickes Kartenhaus gänzlich in sich zusammen. Ade, du schnöde, journalistische Erfahrung, wenn man eines Besseren belehrt wird.

Wie war das nochmal mit den Öko-Socken, denen man so gar nichts zutraute, als sie 1980 im Deutschen Bundestag Platz nahmen? 41 Jahre später schaut es etwas anders aus, die Sozen versinken in die Unbedeutung, die Union läßt erheblich Federn, eine Linke darf froh sein, wenn sie gerade noch die 5%-Hürde meistert, während tragischerweise liberal und rechtsradikal sich etabliert. Umso wichtiger, daß die Grünen sich durchsetzen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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So oder so

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Beengt war ihm zumute, „ebenso ungerecht“,
vernahm er doch eine weiche sanfte Stimme,
deren Worte er nicht wirklich verstand,
zwischen all den anderen, die ihm gänzlich unbekannt,
„du bist Besitzer, Paul, kein Pirat wie in deinem Traum“,
der neben ihm lachte, Kapitän, das war seine Sache,
er hatte keine Vorstellung, bezahlt wurde er fürs Nichtstun,
Beisitzer ist er geworden, in Stille auf Stühlen gealtert,
stets keine Verantwortung getragen, besitzt Millionen,
sein Talent, die Piraterie betrieb er mit Leidenschaft,
nicht in geschlossenen Räumen, auf der Segelyacht,
dort wurden die wahren Verhandlungen geführt,
an den Tischen die Schriftsätze bloß reine Makulatur,
als Schattenregent konnte er schalten und walten,
er war der Beherrscher über die Gewalten,
nie nur ein bißchen hat er gezweifelt an seinem Los,
zuweilen stellte er seine Hörfähigkeit in Frage,
verwarf dies aber immer gleich, schließlich
es war eine Frau, die sich wieder einmal irrte bloß,
denn er wußte im Grunde damals schon,
ihm gebührte und es war sein Leben – so und gerecht.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Glyphosat-Verbot ausbleibt – Bundesrat knickt ein

Union hält nichts von Natur- und Umweltschutz

Wirklich verwundern kann dies letztendlich nicht, wer sich die politische Entwicklung der Union vergegenwärtigt. Stets folgt sie den Vorgaben des Wirtschaftsdiktats, welches rücksichtslos die Umwelt schädigt, den Naturschutz mißachtet. Insofern paßt jene Haltung zur Entscheidung der Union, das Bienen-Schutz-Gesetz zu kippen.

Ein bestätigendes Verhalten der Union, die ohnehin das politische Bündnis der Großen Koalition damit nicht nur gefährdet, sondern erst recht unterstreicht, daß spätestens nach der bevorstehenden Bundestagswahl damit Schluß sein muß. Darüberhinaus liegt es aber vor allem an den Wählern selbst, ob sie jene ignorante Haltung der christlichen Parteien dem Umwelt- und Naturschutz gegenüber weiterhin mittragen wollen.

Immer noch Glyphosat-Einsätze an der Tagesordnung

Und dies trotz gravierender Belastungen für die Natur, das Insektensterben dadurch mit Nachdruck zu fördern. Wer allen Ernstes immer noch an jener toxischen Chemiekeule festhält, macht sich an solchen Szenarien mitschuldig. Dabei konnte man noch im Sommer vor drei Jahren die dreiste Haltung der Chemielobby beobachten, das Glyphosat-Urteil beeindruckte Bayer-Tochter Monsanto keineswegs.

Jetzt erweist sich die Union im Bundesrat erneut als Steigbügelhalter jener Umweltverbrecher. Was nützen brisante Reden im Deutschen Bundestag, Gesetzesempfehlungen und -beschlüsse, wenn danach im Bundesrat die Bundesländer unter Union-Regierung sich sperren, um die Chemielobby erneut zu hofieren? Den Gewinnmargen. Insekten und somit Mensch selbst haben am Ende das Nachsehen.

Union bestätigt die Haltung der EU

Mit Blick zurück, was in den Jahren zuvor sich tatsächlich abgespielt hatte. Vor über fünf Jahren ignorierte das EU-Parlament die WHO-Einschätzung zur Gefährlichkeit von Glyphosat, trotz Krebsleiden wurde einer erneuten Zulassung dieses gefährlichen Unkrautvernichtungsmittels zugestimmt.

Ein gutes Jahr später, im Sommer 2017, wirbt die EU-Kommission mit einer Light-Anwendung von Glyphosat und dies trotz erheblicher Protestaktionen, somit weiterhin keine Bereitschaft oder gar Einsicht seitens verantwortlicher Politik.

Wollen wir tatsächlich weiterhin zuschauen, wie die Politik der Union die Gefahren von Glyphosat billigt, ein Unkrautvernichtungsmittel, welches die Entstehung von resistenten Super-Unkräutern eher fördert, in unser aller Hormonsystem eingreift, die Artenvielfalt nachhaltig zerstört, um nur mal diese drei wichtigen Punkte zu erwähnen?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Hinter der Maske ihre Bühne

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Mit gestelzten Schritten,
geradem Rücken,
Stolz sollte es ausdrücken,

betrat sie die Bühne,
kaum freie Plätze,
ihr Gesang fetze,

nachmittags und abends,
nur zu dieser Zeit
als exotische Schönheit,

ihr Publikum sie faszinierte,
des Geldes willen,
um ihren Frust zu stillen,

die politischen Handlungen
waren ihr ein Graus,
sie schrie Ausländer raus

bei nationalistischen Demos,
ohne ihre sonstige Schminke,
nach Überfall, sie hinke,

erzählte sie jedem lauthals,
gab gern ihren Klarnamen preis,
Küßchen für Photos, nice,

so weltoffen, so gewandt
sie sich präsentierte,
alles Lügen, sie interessierte

nur ein strenges Reglement,
hinter ihrer Perücke und Make-up
lachte sie sich schlapp

über die vielen Touristen,
die ihr Vermögen anhäuften,
um Faschismus einzuläuten.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Ab, zurück in die Schmoll-Ecke

Kolumne gegen angeblichen Sklavenhalter-Titel entlarvt

Wie doch die Geschichte sich wiederholt, wir erinnern uns noch an den Aufschrei in der Welt politischer Herren, als Angela Merkel es wagte, das Amt des Kanzlers anzustreben. Seitdem hat Deutschland ihre erste Bundeskanzlerin, seit bald 16 Jahren. Annalena Baerbock tritt für die Grünen an, ihr es gleichzutun, schon kommen sie erneut zahlreich unter irgendwelchen Steinen hervorgekrochen, um ihren Unmut über die Kandidatin auszuschütten.

Obendrein kann die Union kaum noch punkten, selbst wenn diese jetzt meint, sie würde das Ruder nochmal rumreißen. Die Menschen wollen jene konservativen Kräfte nicht länger, zu lang schon hat sich kaum etwas zugunsten der kleinen Leute verbessert, die soziale Schieflage spricht Bände, auch die Klimakrise wird viel eher den Grünen zugetraut, diese zu meistern. Hoppla, da stolpert jemand über das Wörtchen Meister, interpretiert und wertet in dessen Kolumne „Baerbock gibt mit Sklavenhalter-Titel an“, völlig verkehrt.

Wenn schon, denn schon – übersetzen müßte man können

Der Verfasser jener Kolumne nimmt es wohl nicht so ernst mit dem Übersetzen. Statt mal tatsächlich zu lernen, wie er selbst von sich zum Besten gibt, schaut er viel eher mal nicht so genau hin. Paßt ziemlich offensichtlich in sein Weltbild von gedemütigten Männern, die es selbstbewußten Frauen wie Frau Baerbock mal so richtig heimzahlen wollen. Das ist aber gänzlich mißlungen.

Werfen wir nur mal einen kurzen Blick in die exakte Übersetzung, statt den Duden an verkehrter Stelle zu bemühen, wie es Thomas Schmoll tat. Dort erkennt man unschwer, daß Master of Laws eben Magister der Rechtswissenschaft bedeutet. Nix mit „Herr“. Noch ausführlicher erläutert das die Wikipedia, Master of Laws steht nämlich fürs Lateinische Legum Magister/Magistra, „Lehrer(in) der Rechte“. Am Ende ist er empört. Das kann er nunmehr stecken lassen, weil seine Kolumne sich dadurch erübrigt.

Ausgerechnet Altkanzler Schröder versucht sich in Entzauberung der Grünen

Da greift mal wieder die Redewendung, doch besser vor eigener Haustür zu kehren. Wie kann ein Gerhard Schröder allen Erntes von einer sozialen Kompotenz, die von Bedeutung sein soll, in dessen Gastbeitrag schwafeln, wenn doch er selbst mit den Hartz-Gesetzen und der Ausweitung des Niedriglohnsektors in seiner eigenen Amtszeit gesorgt hat, die exakt jene soziale Not hervorbringt?

Die sogenannte Entzauberung der Grünen mißlingt ihm genauso wie der klägliche Versuch von Thomas Schmoll. Da versuchen jene Herren die Stärke einer Frau mal wieder kleinzureden, was in der Tat völlig mißlingt. Welch armselige Argumente, die nicht im Ansatz einer genauen Analyse greifen können. Im Grunde genommen nutzen jene Versuche Annalena Baerbock, in vier Monaten sind wir alle dann schlauer.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Medienschelte

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Feuerweißes Blau in Rot

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Es bläute der Himmel die Wiese in Gelb,
zärtliches Grün, das nicht auseinanderfällt,
in den Tiefen des Sees blinkte es Weiß,
graue Kälte kriecht nach oben, ganz leis.

Es bläute der Himmel die Wiese in Rot,
lähmend solch ein ewiger rußiger Trott,
die Stolperfalle der trägen Unendlichkeit,
und Menschen verpetzen der anderen Leid.

Es bläute der Himmel die Wiese in Schwarz,
Lena und Robert wandern öfters im Harz,
in ihren Erinnerungen Bilder voller Worte,
frech bin ich heut, ich ihre Farben horte.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Prominenz und öffentliche Wahrnehmung

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Eine zwielichtige Zurschaustellung

Da erscheint sie wieder, die „rettende Meldung“ über den plötzlichen Tod einer berühmten Persönlichkeit, fertig zum wirkungsvollen Ausschlachten fürs Mediengetümmel. Und alle Welt spielt diesen Informationskrimi schamlos mit, meist gewissenlos, weil einzig und allein die Schlagzeile sich rechnet.

Selbst wenn Familien sich berechtigt schützend vor die Toten stellen, eine Nachrichtensperre über die Todesumstände verhängen, beginnt das unbedarfte Herumwühlen in der Vergangenheit, um dennoch mögliche und unmögliche Details ans Tageslicht zu befördern und effektvoll zu veröffentlichen. Dabei fühlen sich selbst nahe Bekannte, Freunde und sogar manche Verwandte dazu berufen, bei Befragung trotzdem Stellung zu beziehen, einzig die eigene Meinungsäußerung verdrängt in solchen Momenten das Gebot des zuvor angekündigten Schweigens. Kein Wunder, daß Unmut und Verärgerung folgt. Hat Prominenz generell eine öffentliche Wahrnehmung zu erdulden, ihr Preis eine zwielichtige Zuschaustellung?

Der kleine Mann, die Diven und Berühmtheiten

Wenn Frau E. Müller oder Herr S. Fischer einen Rosenkrieg führen, sich eine Prügelei im Café Kranzler leisten oder dahinscheiden, lediglich ihre Nächsten, das soziale Umfeld nimmt davon Notiz, mitnichten eine breite Öffentlichkeit. Sie stehen ja auch nicht im Interesse und Rampenlicht sie ständig verfolgender Medien, die mit Klatsch und Tratsch am Tun und Lassen ihrer eigentlichen Klientel verdienen. Andererseits wäre es schon absurd, wenn über alle Menschen berichtet würde, soviel Informationen könnte niemand ertragen, geschweige denn verarbeiten.

Eine Privatsphäre kann sich leicht verschaffen, wer dies ziemlich deutlich nach außen hin unterstreicht, auch wenn der Kampf gegenüber ständig gaffend auflauernder Paparazzi sich schwierig bis unmöglich gestaltet, ein Restrisiko verbleibt. Somit leben die allermeisten weiblichen und männlichen Diven und Berühmtheiten halt mit dem Los öffentlicher Wahrnehmung, die einen angenervt und manche sogar selbstgefällig in der Menge sich badend, ganz so wie jeder mag.

Erfolg und Mißerfolg im Fokus selbstgefälliger Kritiker

Neid, Mißgunst bis hin zur Häme stellen äußerst bösartige menschliche Eigenschaften dar, die allerdings mehr Anwendung finden, als manchen lieb sein wird, tragen obendrein vielfach mit dazu bei, Menschen zu erniedrigen, sie abzuurteilen ohne den Anspruch von Gerechtigkeit oder objektiver Betrachtung. Im Gegenteil, es wird sich erst recht gesuhlt im Hetzen abfälliger Bemerkungen ob entdeckter Schwächen, oftmals auch, um eigene Verfehlungen zu kaschieren. Deutlich zu spüren bekam dies beispielsweise der Schauspieler und Entertainer Harald Juhnke, zu Recht hochverehrt ob seiner unverkennbaren Bühnenpräsenz, bei dem man dennoch seine Alkoholerkrankung insbesondere in der Boulevardpresse bis zum „Erbrechen“ ausschlachtete! Die Namensliste ähnlicher Verfahrensweisen würde diesen Artikel sprengen, hatten Hildegard Knef, Marlene Dietrich, Romy Schneider und noch etliche andere ebenso unter diesen hämisch öffentlichen Druck zu leiden. Sicherlich mag man schnell irgendwelche Schuldzuweisungen finden, weil manche sogar den Versuch wagten, gegenzusteuern, sich zu äußern bis hin zu meist aussichtslosen gerichtlichen Klagen.

Aber auch bei erfolgreichen, weniger spektakulären Künstlern oder Prominenten findet sich ein „Haar in der Suppe“, gibt es Themen und Anläße, die man selbstgefällig herleitend benutzt, um wirkungsvoll zu berichten. Anstatt es beim Stillschweigen der Todesumstände zu belassen, wie bei der verstorbenen Susanne Lothar, wird gar gleich eine Familientragik gewittert und medienwirksam in Szene gesetzt. Die Schauspielerin des Jahres 1988 zusammen mit Jutta Lampe, aus der  Sicht der Zeitschrift Theater heute, ist viel zu früh verstorben, belassen wir es dabei und respektieren den Willen ihres Umfeldes, ihrer Familie.

Die Rolle der Medien – Gratwanderung eines Interessenkonflikts

Das geforderte Aus- und Weglassen einer bestimmten Berichterstattung rückt dem Verdacht einer Zensur, dem Recht der Medienfreiheit unmißverständlich nahe, selbst wenn eine sensationslüsterne Boulevardpresse oder große Teile des Fernsehens die persönliche Privatsphäre umgehen und mißachten. Die Grenzziehung, inwieweit überschritten oder doch noch gewollt, vollzieht sich äußerst wage bis fließend. Das Geschäft der Sensation im Fokus einer gewissen Nachfrage seitens neugieriger Konsumenten rechtfertigt die Haltung, wobei auch dort, was denn zuerst da gewesen soll, das Huhn oder das Ei, hierbei die Frage sich stellt: das gaffende, wissbegierige Volk oder die entsprechenden Medien?

Solange seriös im gegenseitigen Einvernehmen und somit auf Augenhöhe interviewt, gefilmt, photographiert und berichtet wird, leisten Medien einen wertvollen Beitrag, um die Menschen umfassend zu informieren. All das, was zu spekulieren beginnt, hinzuzudichten, wegzulassen und hämisch zu kommentieren, verläuft sich im versandenden Gekicher einer sensationslüstern gaffenden Menschenspezies, die sicherlich bedient werden möchte, worauf aber jeder halbwegs moralisch empfindende Zeitgenosse viel eher gern verzichtet, um sich dem Wesentlichen zuzuwenden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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