Weltpolitik trotz Frühling auf sehr dünnem Eis

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Von Friedensabsichten kaum eine Spur – Aufrüstung verbleibt

Gewisse Aversionen haben schon so manche Vorteile, sie sind richtungsweisend, beziehen deutlich Stellung, so daß schnell ein entweder oder nur noch in Frage kommt. Entweder man mochte merkwürdigerweise jenen Donald Trump, über 74 Millionen US-Amerikaner wählten ihn immerhin im November 2020, oder aber man ist richtig froh, daß er beim zweiten Versuch endlich die Wahl verloren hat.

Dadurch darf dennoch keineswegs von einer friedlicheren Welt die Rede sein, nur weil der Bad Boy das weltpolitische Parkett nicht mehr verunsichert. Die Fronten scheinen erneut aufzuflackern, diplomatische Spannungen zwischen den USA und Russland sind wieder an der Tagesordnung, Putin wünscht Biden nach »Killer«-Äußerung »Gesundheit«. Nun könnten manche auf die Idee kommen, der russische Präsident handle clever. Doch das darf man eher als trügerisch werten.

Dem Ost-West-Konflikt folgen neue Unwägbarkeiten

Andere Nationen wollen unbedingt mitmischen im weltpolitischen Geschehen, wobei nicht die Größe einer Militärmacht allein ausschlaggebend sein kann, sonst würden die USA das politische Weltgeschehen umfassend kontrollieren. Dies darf man getrost als Illusion betrachten.

Daß der Hegemon seine Unfähigkeit unterstreicht, durften wir bereits im ersten Wahlkampf des Herrn Trump beobachten, selbstverständlich stand sowohl Antiamerikanismus als auch Nationalismus zur Diskussion angesichts jenes cholerischen Präsidenten, der mit seinem America First letztendlich nur noch eigene Interessen verfolgte.

Neben dem ewiglichen Erzfeind Russland hat die VR China inzwischen Stellung bezogen, wankt zwischen Kontrollverlust und Weltherrschaftsphantasie, Menschenrechtsforderungen perlen beim Reich der Mitte bis heute schlichtweg ab, Macht sucht sich grenzenlose Mittel und Wege, um diese zu festigen. Humanismus hat dabei so gar nichts verloren, wird somit als Schwäche gewertet.

Wladimir Putin ist alles andere als fein raus

Dessen Propaganda-Masche erleidet die Tage erhebliche Schlappen, Russland sieht Arbeit seines Senders RT in Deutschland behindert, dessen Rechnung scheint nicht aufzugehen. Jetzt warnt gar Putin vor „harten Gegenmaßnahmen“, welche das auch immer sein mögen. Schließlich gibt es genügend Abhängigkeiten zwichen den einzelnen Staaten.

Selbstverständlich ist die Pressefreiheit keine Verhandlungssache, wie Außenminister Heiko Maas zu Recht betont, wer ständig mit irgendwelchen Verschwörungstheorien aufwartet wie RT, darf sich am Ende nicht wundern, wenn ihm Unglaubwürdigkeit angelastet wird. Vergessen wir nicht, daß Irina Slawinas Selbstmord u.a. Putins diktatorischen Kurs offenbarte. Auch ein Joe Biden wäre wesentlich besser beraten, keine alten Fronten erneut zu installieren. Leichter gesagt als getan, wer die weltweite Aufrüstung beobachtet.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Tastenmelodie

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Ich verstumme
im Takt der Tasten,
die Buchstaben
zu Wörtern bilden,
deren Sprache
meiner ähnelt,
als würden
Frösche sprechen,
heiser von ihrem
jahrhundertealtem
Bemühen,
die leisen Töne
den Menschen
zu bringen,
die Friedenslilie
schwingt mit
meiner Melodie,
jede Silbe
saugt sie auf
in ihren weißen
Blütenblättern
und löscht
meine Stummheit.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Annalena Baerbock nächste Bundeskanzlerin?

Die Union kann kaum noch punkten

Natürlich werden sofort all jene aufspringen, die in der Partei der Grünen einen Aggressor sehen, der mit der Nato gut kann und die Hartz-IV-Gesetzgebung mitzuverantworten hat. Doch ganz so simpel sollte man politische Entscheidungsträger mitnichten abwerten, schließlich wissen wir allesamt, was Politik real beinhaltet. Kompromißbereitschaft.

Angela Merkel steht zur nächsten Bundestagswahl nicht mehr zur Verfügung, nach einer genauso langen Amtszeit wie die des Dicken sollte auch mal die CDU durchschnaufen und anderen den Vortritt lassen. Stand noch nach der Merz-Niederlage eine Spaltung der CDU im Raum, obendrein die konservative Partei keinen ernstzunehmenden Kanzlerkandidaten vorweisen kann, darf man ohne weiteres bis heute davon ausgehen, daß viel eher die Grünen bei der nächsten Bundestagswahl das Ruder übernehmen könnten.

Robert Habeck bei weitem nicht sattelfest

Genau das werden scharfe Beobachter ihm anlasten. Hingegen Annalena Baerbock kann, wenn sie will, wie auch die Sueddeutsche kommentiert. Constanze von Bullion stellt fest, daß bei den Grünen Frauen in der Regel den ersten Zugriff auf eine Position haben. Wer die Historie dieser Partei kennt, mag dies bestätigen, denken wir an Petra Kelly und andere Frauen, die die Partei entscheidend geprägt haben.

Schon vor knapp zwei Jahren titulierte Stephan-Andreas Casdorff in seinem Artikel „Der zerbrechliche Robert Habeck“ im Tagesspiegel, ließ berechtigter Kritik freien Lauf. Die damalige Enteignungsdebatte sei nur der Anlaß. Tatsächlich verhaspelt sich Habeck von Zeit zu Zeit in etlichen Talkshows, wenn man ihm zu stark auf den Zahn fühlt. Da ist eine Annalena Baerbock wesentlich schlagfertiger, selbstsicherer unterwegs. Das könnte ihm jetzt zum Verhängnis werden.

Nach der Pleite der Landtagswahlen hat die CDU großen Handlungsbedarf

Die erheblichen Stimmverluste in den beiden Landtagswahlen dürfte der CDU noch die ein oder andere Hürde abverlangen, wenn es denn damit getan sein wird. Das wäre vielleicht allzu simpel, schließlich merken sich Wähler sehr wohl etliche Wahlschlappen, ob mit oder ohne anschließendem Mediengerangel. Dafür ist der Ernst der Lage auch jetzt im Herbst unbedingt vorprogrammiert. Dafür ist der Ernst der Lage auch jetzt im Herbst unbedingt vorprogrammiert im Jahr Zwei der Corona-Pandemie, anhaltenden Spannungen zwischen den Supermächten, vor allem einer Klimakrise.

Letzteres traut man eben den Grünen wesentlich mehr zu als einer abgewirtschafteten Union, die obendrein mit ewig gestrigen Rezepten wie die des Herrn Merz um die Ecke kommt. Das schafft kein Vertrauen, sondern viel eher Mißtrauen. Insofern hat Annalena Baerbock eigentlich ein leichtes Spiel als potentielle Kanzlerkandidatin.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Nähkästchen

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Sie bat mich nie zu bleiben,
plauderte nie
aus dem Nähkästchen,
und doch hörte ich ihre
stummen Worte,
die gestrickten Geschichten,
die ihr umgehangen wurden,
seit sie geboren,
wußte Bescheid über die Fäden,
die andere für sie zogen,
manche durchschnitt sie
bereits in Kindertagen,
andere verknotete sie
wie Taschentücher,
damit sie für immer
in Erinnerung blieben,
lange nach ihrem Tod
verstand ich auch,
warum sie Fäden verstärkte,
die für sie unvorteilhaft,
sie waren ihre Schutzschilder,
der Deckel, der den Staub
von ihrem Leben fernhielt,
sie bat mich nicht zu bleiben,
aus Furcht mich zu umgarnen,
und auch ein Leben
im Nähkästchen zu verbringen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Angebundener Glaube

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Kalt ist es in der Kirche,
meine Füße gefroren zu Eis,
bewegungslos bis zum Knie,
angebundener Glaube
oder ständiges Hoffen auf Heilung,
wenigstens die bunten Scheiben,
diese kleinen Lichter zeugen
von Barmherzigkeit
durch ihre wärmenden Farben,
befreien mich von der Pflicht
zur ständigen Buße,
weil ich in diesem frostigen Haus
kein Behagen finden kann.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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CDU in beiden Landtagswahlen mit erheblichen Stimmenverlusten

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Die Linke weiterhin nicht punkten konnte

Mit Blick auf die unverwechselbaren Zahlen haben die Rechtsradikalen in beiden Bundesländern die meisten Wählerstimmen verloren. Dieser Trend spiegelte sich aber auch bei den Kommunalwahlen in Hessen wider, nach den ersten Ergebnissen, die vorliegen, legen die Grünen zu.

In Baden-Württemberg als auch in Rheinland-Pfalz hat die CDU unmißverständlich wichtige Wählerstimmen verloren, wobei im kleineren Rheinland-Pfalz Anfang Februar der CDU noch wenigstens knapp 32 Prozent prognostiziert wurde. Da haben die Wähler sie jetzt wohl eines Besseren belehrt.

Fortsetzung von Grün-Schwarz oder Ampelkoalition im Ländle?

Winfried Kretschmanns Grüne haben sogar noch 2,3% an Stimmen hinzugewonnen, somit 32,6% erreicht, während die CDU mit 24,1% einen Verlust von 2,9% hinnehmen muß. Wider Erwarten wird die SPD drittstärkste Partei im Stuttgarter Landtag mit 11%, während die FDP 2,2% mehr an Wählerstimmen mobilisieren konnte und mit 10,5% knapp dahinter sich einreiht. Großer Wahlverlierer jene AfD, sie büßt 5,4% ein und erreicht somit nur noch 9,7%. Die Linke konnte sich zwar um 0,7% steigern, schafft aber mit 3,6% immer noch nicht den Sprung ins Landesparlament.

Es steht die Frage im Raum, ob die Grünen weiterhin mit der CDU koalieren oder aber eine Ampelkoalition anstreben. Rot-Grün kann man ausschließen, weil die SPD einen Sitz ins Landesparlament verfehlte.

Für Roger Lewentz kommt eine Große Koalition nicht in Frage

Wie der SPD-Landesvorsitzende von Rheinland-Pfalz verkündete. Insofern darf man davon ausgehen, daß die Ampelkoalition bestehen bleibt. Die SPD konnte ihr Ergebnis von 2016 um 0,5% auf 35,7% verbessern, hingegen die CDU 4,1% ihrer Wählerstimmen einbüßen mußte, nur noch 27,7% erreichte. Drittstärkste Kraft im Mainzer Landtag werden die Grünen, die ein Plus von 4% erlangte, mit 9,3%.

Den höchsten Stimmenverlust hat jene AfD mit einem Minus von 4,3% und ist daher nur noch viertstärkste Partei mit 8,3%. Die FDP verbesserte sich mit nunmehr 5,5%, und als sechste Partei kommen die Freien Wähler hinzu mit einem Stimmengewinn von 3,2%, um knapp hinter den Liberalen mit 5,4% sich einzureihen. Die Linke konnte auch im kleineren Bundesland mit nur 2,5% der Stimmen ihr letztes Ergebnis nicht wirklich verbessern.

Beste Nachricht dieser drei Wahlen, die Nazis erhalten wenigstens einen deutlichen Denkzettel. Das sollte sich auch bei bevorstehender Bundestagswahl im Herbst dieses Jahr genauso verhalten. Unser Land braucht eine gestärkte Demokratie, mitnichten eine Diktatur, die unweigerlich mit diesen Nazis im Herzen Europas für Unruhe sorgen würde.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Spiegelnde Wasserperlen

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Eisige Wasserflocken
hämmern ans finstre Fenster,
drängeln zu Hauf um Einlaß,
grau schimmern sie am Glas,
durchbrechen die Scheibe
leise, ohne einen Klirrton,
verwandeln sich im Nu
in düstre Nebelschwaden,
verbreiten ihre schwüle Nässe
überall, auch auf dem Gesicht,
eine träge Schwere hebt mich
in ein tristes flirrendes Grau,
aus Wolken und flimmernden Licht,
Wärme strahlt auf die Wangen,
brennt feurig auf der Stirn,
glänzende Farben formen sich
zur Wand, zur unfertigen Zeichnung,
zu spiegelnden Wasserperlen
in deinen hellen blauen Augen,
die mich sanft ins Leben wecken.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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