Bogenhanf

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Keine Träne fließt nach außen,
innerlich ein Wasserfallrauschen,
eine Pflanze wechselt den Standort,
für immer gegangen weit weg, fort,
Trauer durchkämmt meine Gefühle,
hocke unter dem Tisch, vor mir Stühle,
versteckt vor der Welt in Kindertagen,
wenn Leid war nicht mehr zu ertragen,
als Dinge mich hörten, zu mir sprachen,
als sie lebendig und keine Sachen,
spürten wie ich Freude und Wut,
Freunde waren wir, es ging uns gut,
verwelkten sie oder kamen zu Bruch,
meine Welt zerbrach, über uns Fluch,
Dämonen, böse Geister uns entzweiten,
das wußte ich in diesen Kinderzeiten,
der Bogenhanf wohnt jetzt im neuen Heim,
es schmerzt, trotz Freude für ihn, ungemein.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Atomkraft keine Lösung gegen Klimawandel

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Warum solch alte Rezepte nicht funktionieren werden

Vor rund zehn Jahren wurde hierzulande die Atomkraft zu Grabe getragen, nach dem zweiten Super-GAU in Fukushima lenkte Bundeskanzlerin Angela Merkel schließlich ein, um jene politische Entscheidung zu beschließen. Eine folgerichtige Gesetzgebung, auch wenn der Ausstieg noch tatsächlich anhält, denken wir an die AKWs, die noch am Netz angeschlossen sind, an die ungelöste Frage eines Endlagers.

Doch tatsächlich gibt es etliche bereitstehende Hintertürchen, die Atomenergie eben nicht aufzugeben. Allen voran setzen die USA auf diese Energie, offensichtlich besonders im Kampf gegen den Klimawandel, es steht die Frage im Raum, ob Atomkraft eine Renaissance erlebt. Welch gefährliche Gratwanderung, zumal ein Bill Gates in Mini-Atomkraftwerke investiert. Keine gute Idee!

Energiewissenschaftler Dirk Uwe Sauer hat völlig Recht

Wie er im ntv-Artikel ausführt. Natürlich ist die Atomenergie durch, auch aus Sicht deutscher Kraftwerksbetreiber. Insofern darf man sich über alle anderen Länder nur noch wundern, die weiterhin auf jene riskante Technik setzen. Und dies trotz jener zwei extremen Unglücke in Tschernobyl und Fukushima. Selbst wenn manche Grünenpolitiker nach falscher Behauptung über Fukushima zurückrudern, bleibt diese Katastrophe bei vielen haften, ist die Gefahr, die von AKWs ausgehen kann, nicht wegzudenken.

Selbstverständlich gilt die Zukunft erneuerbarer Energien, da haben Atomkraftwerke so gar nichts verloren, auch wenn in manchen Köpfen diese Energiegewinnung weiterhin herumspukt. Das ist Schnee von gestern. Hätte die verantwortliche Politik von Beginn an AKW-Proteste wesentlich ernster genommen, würden wir uns weltweit eine Menge Leid ersparen, von den Folgeschäden und der anhaltenden Strahlenbelastung mal ganz zu schweigen.

Türkei und Russland ignorieren Gefahren vom AKW Akkuyu

Proteste interessieren jene beiden Despoten mitnichten. Hauptsache die türkische Lira, der russische Rubel rollt, schließlich kann man mittels AKW-Technik gut verdienen. Welch trügerische Einschätzung. Etwa ein zweites Fukushima im Süden der Türkei vorprogrammiert? Zieht man noch starke Erdbeben in jene Gegend mit ein, schließlich gab es in jüngster Vergangenheit bereits dort ein Erdbeben mit einer Magnitude von 6,5 auf der Richterskala, muß man sich über soviel Gleichgültigkeit unbedingt wundern.

Die beiden Staatsmänner agieren fleißig weiter trotz aller Warnungen, vor kurzem wurde die Grundsteinlegung für den 3. Reaktor von AKW Akkuyu beschlossen. Dabei betont Putin, es handle sich um ein umweltfreundliches Projekt. In Russland wird jedwede Kritik einfach ausgeblendet, weil nicht sein darf, was sein könnte.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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Der steile Hang

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In ihren Beinen zuckte der Schmerz,
Blitze durchfuhren sie, ebenso ihr Herz,
blutende Stichverletzungen an den Händen,
an den Füßen von den schroffen Steilwänden,
naß waren ihre Jacke, Hose, Schuhe, ihr Gesicht,
vom Weinen, vom Regen, sie weiß es nicht,
dunkel der Weg, den sie eiligst beschritten,
längst hörte er nicht mehr auf ihre Bitten,
fest drückte er ihre Hand, zog sie an ihrem Arm
hinter sich her, ohne Rücksicht, ohne Erbarm‘,
sie vertraute seinem Griff, seinem Gang,
meist hielt sie ihre Lider geschlossen, ohne bang,
trotz der Feuchtigkeit roch sie seine Kleidung,
dieser erdige nasse Geruch war auch Beruhigung
für ihre Furcht, ihre Verletzungen, ihre Wut,
die Hütte dort, kannst du sie sehen, alles ist gut,
ab da ist der Weg eben, kann ich dich tragen,
sie nickte in die Dunkelheit, stellte keine Fragen,
auf seinen Schultern saß sie den Rest der Strecke,
schlief dort wohl ein wie unter einer Decke,
keine Erinnerung, gelöscht ist dieser Wegabschnitt,
den Hang hinunter erlebt sie mit Liebe, Schritt um Tritt.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Zeig uns, wohin die Menschheit driftet

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Keine Zeit mehr für lichte Momente im hektischen Dasein

Reihenweise türmen sich Informationen, wollen entladen werden im hektischen Raum einer selbstgefälligen Menschheit, die im Begriff ist, mal wieder Mutter Erde gefährlich nah zu schaden. Doch Hochmut kommt nicht nur vor dem Fall, sondern scheint ganz offensichtlich ein hehres Ziel in den Köpfen einiger Selbstgerechter, die ohne mit der Wimper zu zucken, die Restbestände eines harmonischen Zusammenlebens im Einklang mit der Natur verspielen, gar zerstören.

Trotz all dieses Wissens handeln etliche sorglos, gestalten den Alltag gemäß einer kleinen, elitären Schicht, die keinerlei Skrupel hegt, vielmehr ihr eigenes Wohlergehen anstrebt, in Reichtum versinkt, während weite Teile der Menschheit in Armut ein Dasein fristen. Jenes altbekannte Muster hat schon unzählige Generationen belastet, diese Erde blickte vielen Kriegen entgegen, ohne daß Mensch selbst sich befreite, stets neuen Herrschern sich beugte.

Obwohl die Systeme auf unterschiedliche Weise sich präsentieren, bedeuten die Kernaussagen eine gleichbleibende Ausbeutung der großen Masse, die sich gefälligst unterordnend zu fügen hat. Was nutzen die Errungenschaften einiger Philosophen, die mahnend dem Volk versuchen, die Augen zu öffnen? Ganz wenig bis gar nichts. Stets obsiegt die Angst derer, die eben nicht erkennen, wie simpel sie eigentlich bloß handeln sollten.

Würden sie geschlossen zusammenhalten auf dieselbe Weise wie diese Herrenmenschen, hätten jene nicht die geringste Chance, ihren brutalen Weg fortzusetzen. Das Böse sich nonchalant ausbreitet, durchsetzt, das Herzliche im Menschen den Kürzeren zieht? Antrainierter Gehorsam seit Jahrtausenden sich verinnerlichte, die paar Widerstände viel zu gering ins Bewußtsein einer unterwürfig, stets ahnungslos fragenden Menschheit zu rücken vermochte?

Der Verstand verdeutlicht die nicht wegzudenkende Richtung, wenn Homo sapiens sich nicht weiterhin unterdrücken lassen möchte. Es bedarf aber gleichzeitig die Weitergabe des beherzten Mutes, entschieden zu trotzen. Genau jener Spagat vermittelt die eigentliche Herausforderung, weil eben Zerstörung vielfach einfacher vonstattengeht als das liebevolle Bewahren und Wachsenlassen, um für alle gute Verhältnisse zu schaffen. Nicht zufällig erzeugt Gewalt stets Gegengewalt. Wesentlich gesünder und der Schöpfung entsprechend müßte sich die Liebe und Gegenliebe durchsetzen, will Mensch nicht seinem endgültigen Untergang entgegenblicken.

Und solange jener Kampf auf Erden tobt, muß Menschheit immer wieder seine eigenen Wurzeln neu definieren, deren Ursprung im Paradies sich befanden, die Verlockung der Macht des Bösen an dessen Pforten pochte, ihm Einhalt zu gebieten, er bis heute nicht zu stoppen vermochte.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Momente der Besinnung

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Gedanken spielen verrückt
im Traum,
eine Vogelschar total entzückt
im Baum,
während du dich im Bette wälzt,
am nächsten Morgen ihn erzählst.

Illusionen täuschend echt
uns verunsichern,
Kindern machst du gar nichts Recht,
sie völlig befreit kichern,
während Erwachsene sie belehren,
Jugend verweilt in eigenen Sphären.

Ideen wollen geboren werden
am laufenden Band,
das war schon immer so auf Erden,
Mensch pflegt seinen Verstand,
während der Kosmos erstaunt zuschaut,
was diese Spezies sich so traut.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Klimakrise größte Bedrohung der Menschheit

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Politisches Verharren spricht Bände

Was nutzen sämtliche Proteste, Warnungen von Experten, wenn keine Konsequenzen folgen, selbst wenn mittels etlicher Lippenbekenntnisse und in Absichtserklärungen verantwortliche Politiker Besserung versprechen? Taten bleiben real aus, obwohl mit verabschiedetem Übereinkommen von Paris, auch Accord de Paris oder Paris Agreement genannt, vor gut fünf Jahren ein Zeichen gesetzt wurde.

Der Deutsche Wetterdienst warnt, daß die Klimakrise sich dramatisch zuspitzen dürfte. Das sollte eigentlich uns alle nicht verwundern, sondern ist schon die ganze Zeit absehbar. Die beabsichtigten zwei Grad als maximale Steigung bis zum Ende dieses Jahrhunderts kann laut Meteorologen nicht eingehalten werden, längst sei von einem Anstieg von drei bis vier Grad auszugehen. Welch fatales Szenarium!

Greta Thunbergs FFF nur die Spitze des Eisbergs

Als die schwedische Schülerin im Sommer 2018 ihren Protest initiierte, ging noch ein Raunen durch die Weltöffentlichkeit, neben mitleidigem Kopfschütteln folgten gar aggressive Bedrohungen ihr gegenüber, weil immer noch genügend Unkenntnis den Ernst der Lage eben nicht begriffen hat.

Dabei folgte die Schwedin einem pragmatisch-logischen Sinn, nämlich die unverkennbare Beobachtung menschlicher Dummheit und Leichtisinnigkeit mit vorhandenen Ressourcen umzugehen, die Natur zu mißachten und die Umwelt unnötig zu belasten. Alles Kenntnisse, die bereits vor Jahrzehnten Erwähnung fanden, denken wir an den Club of Rome oder Bürgerbewegungen, die schließlich zur Gründung grüner Parteipolitik führten.

Klimaleugner liegen dermaßen daneben

Obendrein machen sie sich mitschuldig am Verhalten all jener, die nach wie vor rücksichtslos wissenschaftlich fundiertes Wissen ignorieren. Es wird einfach weiter in den Tag hineingelebt, als sei nichts geschehen. Das ist einfach indiskutabel und hochgradig kriminell!

Letzten Sommer war es im sibirischen Werchojansk viel zu heiß, am Morgen des 20. Juni wurden gegen 9:00 Uhr gar 38,0° C gemesssen. Ein absoluter Horror, wer sich die Folgen vergegenwärtigt. Es ist keineswegs absehbar, was mit dem Schmelzen der sibirischen Permafrostböden alles an Kettenreaktionen geschehen mögen. Das dürfte fatale Folgen fürs Klima, aber auch unsere Gesundheit selbst haben, denken wir an entweichende Viren, die zuvor eingefroren uns noch von Pandemien bewahrten.

Obwohl im Jahre 2020, dem Corona-Jahr, etliche Länder stillstanden, weil die industrielle Nutzung heruntergefahren wurde, hat dies nicht den erhofften Effekt erzielt, die globale Temperatur zu senken. Ein ziemlich eindeutiges Kriterium, den Handlungsbedarf wesentlich entscheidender zu forcieren.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Klima/Wetter

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Wunder Punkt

 

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Jeder besitzt ihn,
den wunden Punkt,
sie treten meistens
in der Mehrzahl auf,
eingefrorene Kerne,
verdorrende Keime,
Steine des Anstoßes
für wunde Punkte,
jederzeit bereit
tiefer zu gefrieren,
obwohl nicht möglich,
jederzeit bereit
mehr zu verdorren,
obwohl von Leben
keine Spur mehr,
und doch, und doch,
was,
Nähe erzeugt Wärme,
Mitgefühl Tränen,
und was,
zu was soll das gut sein,
wunde Punkte
wieder zu spüren,
das Eis schmilzt,
die Tränen fließen,
das ist der
springende Punkt
der wunden Punkte.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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