Autokratie weltweit auf dem Vormarsch

Demokratien sollten alarmiert sein

Dabei brauchen wir gar nicht so weit wegzuschauen, im Osten Europas befindet sich die mit Abstand größte globale Autokratie, selbst wenn diese behauptet, eine parlamentarische Demokratie zu sein. Die Russische Föderation, an deren Spitze Wladimir Putin schalten und walten kann, ohne daß ihn jemand im Riesenreich aufzuhalten vermag.

„Die Deutschen ahnen nicht, wie gefährlich Putin ist“, betont im T-Online-Interview die Historikerin Anne Applebaum. Das hat weder etwas mit Putin-Bashing zu tun noch mit alten Feindbildern während des Kalten Krieges, sondern entspricht einer durchaus realistischen Einschätzung der Expertin, die man unbedingt bestätigen muß. Putin hat von Beginn an es darauf angelegt, der EU zu schaden wo immer möglich, daher auch sein Schulterschluß mit Rechtsradikalen.

Ohne gemeinsamen Konsens lauern sämtliche Despoten völlig unerschrocken

Dabei bedienen diese sich simplen Mitteln, die wir alle doch als längst verarbeitet betrachtet haben. Das Gegenteil trifft viel eher zu. Selbst hierzulande sitzen Nazis wieder im Deutschen Bundestag, Nachbar Ungarn läßt sich von jenem Viktor Orbán anführen, der türkische Pascha hält die despotischen Zügel in der Hand, auch gen Spanien blickend, muß man mit Sorge feststellen, daß dort die Franquisten die Oberhand gewinnen.

Mit Putin wurde in Russland die Demokratie zu Grabe getragen, er regiert dort bis zu seinem natürlichen Ableben. Etliche versuchen, mit ihm gut auszukommen, was generell in der Natur der Sache liegt, schließlich stellt Russland in Euopa ohne weiteres eine gewisse Bedrohung dar, sollte es zu kriegerischen Handlungen kommen. Die Nato hätte vor Ort wohl erhebliche Probleme, ohne daraus jetzt den unheilvollen Ost-West-Konflikt erneut anheizen zu wollen. Putins Politik sollte ziemlich akribisch analysiert werden, dies dient unserem Selbsterhalt.

Natürlich immer den Geldflüssen folgen

Wie die Historikerin völlig zu Recht im Interview empfiehlt. Die EU hätte sehr gut daran getan, Herrn Orbán entsprechend hart auf die Finger zu klopfen, sprich ihm Gelder zu entziehen. Die Toleranz des Westens nutzt er für seine Zwecke gnadenlos aus. Das gilt gleichwohl für die Türkei. Viel zu lang wurde Erdoğan hofiert, ließ man ihn einfach gewähren.

Die Trockenlegung von Geld- und Finanzierungsquellen sind stets geboten, will man Despoten zurechtstutzen. Dafür bedarf es aber auch einer ehrlicheren Politik in Demokratien selbst, wo Korruption sich fleißig weiterentwickelt hat, ohne nennenswerte Erfolge, diese nachhaltig zu stoppen oder wenigstens abzumildern.

Insofern dürfen wir ein Stückweit hoffen mit dem Wechsel des Präsidenten in den USA, aber hier in Europa heißt es dennoch, wachsam bleiben, China und Russland nicht zuviel gewähren zu lassen, Abhängigkeiten abbauen, wo immer möglich.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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In meinen Träumen nachsah

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Als ich in meinen Träumen nachsah,
wie ich so lebe,
was ich so mache,
eine Spielkiste ist sicher aufgeräumter,
habe ich schon erwähnt,
wie bunt ich mir vorkam,
was für ein wunderlicher Blick
mir entgegenschaute,
als ich mich aus meinen Träumen heraussah,
so lebendig, ach, macht auch nichts.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Corona-Pandemie hat längst etliche Grenzen überschritten

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Nach anfänglicher Besonnenheit ein Desaster ohnegleichen

Je länger diese Pandemie uns alle fordert, desto ungeduldiger werden die Menschen, alldieweil eine ziemlich dramatische Entwicklung, ganz besonders jenen Corona-Leugnern genügend handfeste Untaten zuspielt, die diese wiederum für ihre Zwecke mißbrauchen können. Das hilft einer Zersetzung des Staates, ruft Widerstände hervor, mitnichten unserer Gesundheit, die gefährdeter denn je uns belasten wird.

Wenn ein Sascho Lobo in dessen Kolumne von Groll-Bürgern schwafelt, dann mag man das noch als chic titulieren, weil er sich aufs Niveau jener Hate-Speech-Gesellen einläßt. Im Grunde genommen bestätigt er deren Machwerk, der Sache selbst dient es keineswegs. Kritik sollte stets konstruktiv auftreten, will sie etwas wirklich bewirken.

Kritik an Corona-Politik hat oftmals leider Recht

In diesem Fall von Wirtschaftsfachleuten, die vor kurzem noch skeptisch hinterfragt wurden, warum sie so forsch ein Ende des Lockdowns fordern, um nur mal bei diesem Beispiel zu bleiben. Dennoch kündigen Ökonomen Regierung die Treue. Genau das war schon lange vorhersehbar, überfällig angesichts etlicher Patzer, die sich auch die deutsche Politik seit Herbst letzten Jahres geleistet hat.

Natürlich ist das Versagen der viel zu langsamen Impfkampagne der Hauptanklagepunkt. Erst recht, wenn man bedenkt, wie konstant die täglichen Todeszahlen hierzulande anhalten, inzwischen muß man schon an die sechsstellige Marke denken, wo doch im Herbst Deutschland gerade mal mit 10.000 Todespopfern im Vergleich zu anderen Ländern noch gut dastand.

Das Geschachere um Prämien und Gewinnmarchen ist schlichtweg ethisch und moralisch ein Skandal sondergleichen, genauso wie die lächerlich geringe Zahl von täglichen Impfungen hierzulande. Das kostet Menschenleben, ist durch gar nichts zu rechtfertigen!

Karl Lauterbachs Warnung wird nicht ernst genug genommen

Wen wundert’s dabei noch?! Mediengerangel hat seinen nicht unwesentlichen Anteil daran, denken wir an die Endlos-Talkshows zum alltäglichen Showdown beim „smarten Markus“. Mal Hand aufs Herz, das ist, mit Verlaub, kaum noch erträglich. Am Besten wegzappen, ignorieren.

Völlig zu Recht sieht Karl Lauterbach Deutschland wegen Corona-Mutanten „am Beginn der dritten Welle“. Das hat nichts mit Panikmache zu tun, sondern mit einer realistischen Einschätzung aus dem Munde eines Experten, der es wissen muß.

Während fleißig Kita- und Schulöffnungen noch vor Ostern stattfinden, mußten ziemlich schnell manche sofort geschlossen werden mit folgenschweren Ansteckungen und Quarantäne-Maßnahmen. Die Politik hat sich ins Bockshorn jagen lassen für all jene, die möglichst schnell wieder Gewinne auf ihrem Wunschzettel haben. Doch das Virus breitet sich einfach weiter aus, die Opferzahl könnte noch erheblich dramatischer uns alle eines Besseren belehren. Hätte Politik doch wesentlich effektiver gehandelt, so wird dann das Fazit lauten. Den Todesopfern und gesundheitlich Belasteten nützt das reichlich wenig.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Ein neuer Tag beginnt

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Aus dem Bett gewälzt,
ins Bad gestelzt,
sich gehegt und gepflegt,
Morgenlicht sich vorsichtig regt,
langsam die Sinne erwachen,
Meldungen bringen dich nicht zum Lachen,
schon wieder Corona Thema Nummer Eins,
kein Ende in Sicht, so scheint’s,
Kaffeewasser aufgesetzt,
mit dem Brotmesser sich verletzt,
schnell ein Pflaster gesucht und geholt,
die Frau wird wach und grollt,
dennoch das Frühstück kann beginnen,
Diskussionen lautstark wie von Sinnen,
der Tag hat seinen Beginn,
das Leben stets viel Sinn.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Frankreichs Verbot der „Identitären“ ein Anfang

Geht es rechtsradikalen Gruppierungen endlich an den Kragen?

Gleich vorneweg, wohl kaum. Letztlich sind dies alles nur Tropfen auf den heißen Stein, möchte man politischen Entscheidungsträgern zuraunen. Dennoch muß man in dieser Hinsicht die französische Regierung loben, daß sie die berüchtigte „Identitären“-Gruppe verbietet. Ein wichtiger Anfang, schließlich nehmen jene Rechtsradikalen kein Blatt vor den Mund, wie sie mit Flüchtlingen und Andersdenkenden am Liebsten verfahren würden. Sie leben auf vielen Ebenen ihren abgrundtiefen Haß aus, lassen Rassismus freien Lauf.

Jene Gruppierungen der Identitären sorgten in den letzten Jahren immer wieder für Aufsehen mit ihren bösartigen Aktionen. Während die Österreicher den Mut hatten, sie endlich anzuklagen, zögert Deutschland weiterhin, ein zahnloser Verfassungsschutz beschränkt sich lieber auf vorsichtige Beobachtung, ohne wirklich entscheidende Konsequenzen zu ziehen.

Ganz besonders die Gesetzgebung, also auch die Justiz selbst, verharrt dabei, auf dem rechten Auge blind zu bleiben. Während man mit aller gebotenen Härte jedwede „linken Zellen“ bekämpft, läßt man Rechtsradikale eher gewähren, besonders das Ende vom NSU-Prozeß hat dies deutlich gemacht.

Erhobene moralische Zeigefinger nützen reichlich wenig

Davon lassen sich rechtsradikale Gruppierungen keineswegs beeindrucken. Ganz im Gegenteil, sie setzen alles daran, ihren Kurs auch politisch zu festigen. Ausgerechnet hierzulande gut erkennbar, schließlich sitzen in allen Parlamenten die Nazis, sprich jene AfD, haben sich diese Rechtsradikalen längst etabliert und somit behauptet. Unverblümt wird deren Gedankengut herumposaunt. Alle ehemaligen Betroffenen aus jener dunklen Zeit können nur erstaunt sich wundern, daß so etwas wieder in Deutschland möglich ist!

In anderen Worten, da muß wesentlich mehr Widerstand heranreifen, um Nazis nicht nur in die Schranken zu weisen, sondern vielmehr sie schlichtweg abzuschaffen, zu verbieten, auszugrenzen, wo immer das möglich ist, und zwar ohne wenn und aber! Sie haben schlichtweg keinerlei Existenzberechtigung. Warum? Ganz einfach, weil man Schwerverbrecher auch nicht draußen frei herumlaufen läßt. Eine Gesellschaft kann nur dann friedlich zusammenleben, wenn sie solche Auswüchse erst gar nicht duldet, geschweige denn toleriert.

Aber solange die verantwortliche Politik nicht dementsprechend scharf sich dem entgegenstellt, bleiben jene Nazis auf politischer Bühne, fühlen sich obendrein bestärkt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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So eine große Erinnerung

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Ich hatte so eine große Erinnerung,
größer als das Wissen um mich herum,
verstand Worte und Gesten noch nicht,
Trauer, Jähzorn war meine Reaktion,
wenn man mich an meinem Alter maß,
an dem Alter, das sie berechneten,
ihre Erinnerung für mich war jung,
sie begriffen nicht wie erstickend
große Erinnerungen sein können,
und ich fing an in Tagträumen
ihren Worten, Gesten zu entkommen,
die große Erinnerung nahm ich mit,
sie schmückte aus, mein Staunen
über die Welt, die ich einst verlasse.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Schlafanzugshemd

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Bild von Vladan Rajkovic auf Pixabay

Schlafanzugshemd am Rücken klebt,
zu lange in der Sonne gestanden,
Schweiß durch das Gewebe drängt,
Hochsommer, Autos voll besetzt,
böse Blicke, freundliches Winke-Winke,
ein dröhnender VW-Bus heftig bremst,
voll mit lauter Musik und Menschen,
kennste hier aus, suchen einen Badeplatz,
Schlafanzugshemd am Rücken klebt,
zu lange im Wasser geschwommen,
Zeit sich im Straßenwind zu trocknen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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