Der Fluß durch die Zeit

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Ein laues Lüftchen weht durch mein Haar,
es fühlt sich an so wunderbar.
Das frische Gras an meinen Füßen,
die Vögel mich von fern begrüßen.
Der Fluß fließt fröhlich vor sich hin,
ein kurzer Sprung, schon steh ich drin.
Die Frösche springen schnell hinfort,
an einen sehr viel ruhig’ren Ort.
Das kühle Nass umschließt die Beine,
da sprudeln schon die nächsten Reime.
Ganz still bleib ich steh’n, um nicht zu stören,
die Grillen zirpend in ihren Chören.
Libellen kommen brummend hinzu,
begleitet von Eulen mit ihrem Schuhu.
Vorsichtig, leise wag ich nur zu lauschen,
dem Konzert der Tiere während dem plätschernden Rauschen.
Sekunden, Minuten und Stunden vergehen,
schon ist es Nacht, hätt‘ mich fast versehen.
Widerwillig, gar ein wenig enttäuscht
steig ich hinaus, aus dem nassen Feucht.
Das war dann doch ’ne schöne Pause
vom Leben, und nun geht es nach Hause.

Caedmon Kamm

Kategorie: Gedichte

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UFO-Begegnung mit Katzenjammer (Teil II)

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Alles nur ein Traum?

Allerdings weiß jeder Katzenkenner, daß Tiefschlafphasen diese sich kaum leisten, viel eher die Tiere stets äußerst wachsam die nähere Umgebung mit all ihren Sinnen wahrnehmen, so auch Felix gezielt lauschte, was da soeben geschah. Vertrauen hatte er dennoch schnell in jenes Wesen, welches sich als Mozigaa vorstellte.

Und so fuhr Mozigaa in ruhigem Ton fort: „Versuchen Sie gleich ein wenig zu schlafen, es ist alles in Ordnung. Sie werden in wenigen Stunden keinerlei Erinnerung mehr haben von dem, was Sie hier erlebten. Der einzige, der es noch weiß, wird Ihr Kater Felix sein. Aber gleichzeitig haben wir vorgesorgt, daß bei einem bestimmten Ereignis Sie nur zu genau wissen, was zu tun ist bzw. ihre Erinnerung zurückkehrt.“

Nach diesen Worten begab sich der Außerirdische ins UFO, lautlos schloß sich die Flügeltür, innerhalb weniger Sekunden war es im Dunkel der Nacht verschwunden, wie von Geisterhand hatte sich ebenso der Fensterflügel geschlossen. Felix schaute mit riesigen Augen noch eine Weile lang in den nächtlichen Himmel, begab sich anschließend auf seinen Platz und schlief ein.

Kleinstädte haben so etwas Provinzielles an sich, wobei ein gewisser Anteil an spießigen Bürgern gerade jene nervt, die ein wenig toleranter miteinander umgehen. Dies erweckt befremdliche Momente, die eventuell peinliche Situationen hervorrufen können, manchmal für beide Seiten. Doch Conny hatte damit überhaupt keine Probleme, verstand es geschickt, daß man sie eben nicht in irgendeine Schublade einordnen konnte, schon gleich gar nicht in die der Spießbürger.

Irgendwie hatte sie ein mulmiges Gefühl beim Aufwachen, versuchte sich krampfhaft zu erinnern, was sie da wohl geträumt hatte, ließ es aber zugleich, weil Felix sie eher unsanft und somit recht stürmisch begrüßte, so als ob sie sich schon tagelang nicht gesehen hätten.

Der stolze Dreijährige saß aufrecht vor ihr und starrte sie an. Am heutigen Sonntag konnte Conny alles gemütlicher angehen, daher störte sie es nicht, daß bereits der Vormittag schon weit fortgeschritten war, die 11-Uhr-Kirchenglocke dies ankündigte. Sie öffnete das Schlafzimmerfenster, streckte ihre beiden Arme langanhaltend gähnend gen Mittagssonne und blinzelte einem roten Jeep hinterher, der etwas zu schnell die Straße entlangfuhr, als sie etwas irritiert einen schwarzen Fleck außen unterm Fenstersims entdeckte. Beim Näherkommen roch es leicht verkohlt, doch Conny konnte sich ihn natürlich nicht erklären.

‚Erst mal in aller Ruhe frühstücken‘, dachte sie und schaltete den Fernseher ein. Das Regionalprogramm berichtete über UFO-Sichtungen in der letzten Nacht. Der Sender tat aber die Schilderungen als ungenau ab, die gewöhnlichen Kommentare voller skeptischer Bemerkungen wurden geäußert, es könne ohnehin nicht sein, da hätten wohl manche Bewohner Gespenster gesehen oder zuviel Science-Fiction-Romane gelesen. Conny grinste unwillkürlich und schaltete das Gerät wieder aus.

Nur Felix hatte ein wenig verwundert auf die Mattscheibe gestarrt, als einige Bilder von UFOs präsentiert wurden, um die nächtlichen Phänomene zu beschreiben. Doch er konnte sich schlecht Conny gegenüber äußern, was er alles nachts erlebt hatte, obendrein war er sowieso viel zu sehr abgelenkt, weil das Frauchen ihm sein Sonntagsleckerlie gegeben hatte. Und dies ließ er sich besonders gut schmecken.

Fortsetzung folgt.

Lotar Martin Kamm

UFO-Begegnung mit Katzenjammer (Teil I)

Erschienen im Buch „Hrabans geheimnisvolle Reise zum Kontinent des Lächelns“ (BoD)

Kategorie: Kurzgeschichten

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UFO-Begegnung mit Katzenjammer (Teil I)

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Conny traut ihren Augen nicht

In regelmäßigen Abständen wiederholte sich dieses seltsame Geräusch, welches Conny zunächst nicht einordnen konnte. Dennoch beunruhigte sie die Vorstellung, es könne vielleicht wichtig sein, die Ursache rechtzeitig gefunden zu haben, so daß sie plötzlich hellwach senkrecht im Bett sich aufrichtete. Mit einem kurzen Blick aufs Ziffernblatt ihres Weckers sah die 29-Jährige, daß es gerade mal 2:30 Uhr war.

Oder spielte in der Aufwachphase ein vorhergegangener Traum ihr einen üblen Streich, grübelte Conny, verwarf aber im nächsten Moment ihr Zögern, da sich wesentlich lauter das Geräusch wiederholte. Ohne zu zögern, sprang sie auf, durchquerte rasch das Schlafzimmer, stieß die ständig klemmende Tür auf, schaltete erst jetzt das Licht im Flur an und sah den Grund all der kurzen nächtlichen Aufregung: Felix hatte mal wieder gemeint, er müsse den Schuhschrank öffnen und ihre stattliche Kollektion näher begutachten.

Vielleicht werden Sie sich jetzt fragen, wer denn Felix sei, ob dahinter ein Hund oder eine Katze sich verberge. Zweiteres war der Fall, aber dieser stattliche Kater machte der Biologin das Leben in letzter Zeit ein wenig schwerer als sonst, obwohl nichts Ungewöhnliches man dabei vermuten sollte, wenn das geliebte Haustier des nachts äußerst aktiv die Wohnung erforschte, schließlich entsprach dies genau der Natur dieser Spezies.

Aber einfach so aus heiterem Himmel, obwohl der schwarz-weiße Dreijährige ansonsten stets brav auf seinem Kissen neben ihrem Bett gelegen hatte? Irgendwie wollte Conny den neulichen Sinneswandel nicht wahrhaben, ärgerte sich ebenso darüber, ihres Schlafes beraubt worden zu sein, zumal morgen besonders viel beruflich von ihr erwartet wurde.

Viel länger verblieb ihr mitnichten, darüber länger zu grübeln, da im nächsten Augenblick eine gänzlich andere Situation eintrat. Ein unvorstellbar grelles Licht erhellte nicht nur ihr Schlafzimmer, wie sie im Flur stehend bemerkte, sondern obendrein erwärmten die Strahlen die gesamte Wohnung. Gleichzeitig sah Conny im Nähertreten, daß das Schlafzimmerfenster geöffnet wurde. Felix selbst hatte ängstlich zwischen ihren Beinen Schutz gesucht, schaute sie von unten ganz kläglich am Leib zitternd an.

Doch als die Biologin die Erscheinung endlich sehen konnte, die aus dem überhellen Licht langsam auf sie zukam, wußte sie sofort, daß sämtliche Meldungen und Bilder über Beschreibungen von Außerirdischen alles andere als eine Mär waren. Sie stimmten ziemlich überein, weil das Wesen genau so ausschauend ihr gegenüberstand. Irgendwie wurde ihr auf einmal schummrig, sie vermochte gerade noch, rechtzeitig sich aufs Bett zu setzen. Anschließend verfiel sie in eine Art Trance, nicht wissend, ob alles Folgende der Realität entsprach, dennoch begleitet mit einer äußerst angenehmen Gewißheit von Selbstvertrauen. Eine Stimme in ihrem Kopf versuchte sie erfolgreich zu beruhigen.

„Conny Kleist, wir haben nicht zufällig Sie hier heute Nacht aufgesucht. Dürfen wir uns kurz vorstellen? Wir kommen von sehr weit her, bei Euch heißt das Sternensystem Sirius, um Euren Planeten mal wieder zu besuchen wie schon teilweise zuvor. Unsere Mission hat gleich mehrere, schwierige Aufgaben zu erfüllen. Zunächst suchen wir gezielt bestimmte Menschen auf, um sie darauf vorzubereiten. Zu diesem Kreis gehören auch Sie. Keine Sorge, wir hegen keinerlei aggressive oder kriegerische Absichten, weil dies viele Eurer Spezies meinen. Ganz im Gegenteil, wir sind friedliebende Wesen.“ Conny fühlte sich aufgehoben, während auch Felix inzwischen neben ihr liegend vor sich hindämmerte.

Fortsetzung folgt.

Lotar Martin Kamm

Erschienen im Buch „Hrabans geheimnisvolle Reise zum Kontinent des Lächelns“ (BoD)

Kategorie: Kurzgeschichten

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Zu meinem Glück

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Bild von Peter Pruzina auf Pixabay

Zu meinem Glück gab es in Kindertagen
Pfützen, in die ich stampfte bis zum letzten Tropfen,
wenn es nicht regnete, kein Problem,
schabte ich mit den Füßen in Sand oder Kieseln,
auch die Möglichkeit des Grasausrupfens
und des Holzsteckenbrechens kamen zum Einsatz,
Steine ins Wasser werfen, fast hätte ich vergessen,
den Wiesenhang herunterrollen lassen,
sich im Schnee wälzen, Laub aufwirbeln,
die mit Teer gefüllten schwarzen Bläschen
mit Fingern und Zehen aufzudrücken,
das war das absolute Mittel, sich vom Gefühl
der erlebten Ungerechtigkeiten zu befreien.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Joe Bidens USA längst nicht angekommen

Der Lange Weg zurück zur Normalität birgt etliche Risiken

Wobei einem Donald Trump die Hauptschuld angelastet werden muß, schließlich sorgte er in seiner Rede am 06. Januar dafür, den Sturm aufs Kapitol zu initiieren. Republikaner folgen den Instinkten der Angst, um das Impeachment-Verfahren zugunsten des Ex-Präsidenten auszulegen. Von Überraschung kann dabei keine Rede sein, vielmehr bestätigt dies die Stimmung im Land.

Es wird noch eine Weile dauern, wir müssen uns in Geduld fassen, bevor die ersten hundert Tage des 46. Präsidenten verstrichen sind. Doch nach einem Monat Regierungszeit zeigt sich überdeutlich, welche Ambitionen Joe Biden beflügeln. Er hat bereits die ersten Schritte veranlaßt, die in den Tagen vor seinem Amtsantritt angekündigt worden waren. Das Zurück zum Pariser Abkommen, der Wiederbeitritt in die WHO, diplomatische Anstrengungen gen Iran, das Atomabkommen wieder zu beleben.

Der Platz zur Weltpolizei äußert fragwürdig

Den hat ein Donald Trump ohnehin ins Lächerliche gezogen, denken wir an die kumpelhafte Annäherung an Nordkoreas Machthaber King Jong-un, ein Fauxpas sondergleichen, der obendrein die naive Hilflosigkeit entlarvte, dem Amt des Präsidenten Ernsthaftigkeit zu verleihen. Spitze Zungen könnten nicht abgeneigt sein, zu behaupten, genau das sei die Absicht des Kremls gewesen, den US-Wahlkampf im Sinne von jenem Trump zu unterstützen.

Die Botschaft des neugewählten Präsidenten lautet unmißverständlich, Biden will Putin nicht zu G7-Treffen einladen, was unbedingt absehbar war. Gewisse Unkenrufe tönen bereits, der neue Kalte Krieg stünde bevor. Daran war ein Trump erst recht beteiligt, um dies mal vorauszuschicken, schließlich hat er doch das Atomabkommen sowohl mit dem Iran beendet als auch das New-Start-Abkommen mit Russland nicht verlängern wollen. Inzwischen belehrten Biden und Putin die Welt zunächst eines Besseren, die Verlängerung des Vertrags wird besiegelt.

Klägliche Versuche der Trumps, Biden den Rang ablaufen zu wollen

Können naürlich nur scheitern, zumindest macht dies bereits den Unterschied aus beim Vergleich der beiden First Ladies. Der Ärger mit Nachfolgerin Jill Biden sorgt längst für Schlagzeilen, deren Beliebtheitswerte belasten ganz offensichtlich Melania Trump, die darüber toben soll.

Die Zukunft der konservativen Bewegung steht auf abendlicher Tagesordnung am kommenden Wochenende in Florida, Trump möchte mit Rede politische Richtung vorgeben. Klingt wichtigtuerisch, täuscht aber keineswegs hinweg, daß das Verhalten seiner Anhänger einem Nazistil gleicht, Rechtsextremismus erhält erneut Aufwind. Wie gut, daß im Weißen Haus ein anderer Wind weht, selbst wenn die USA den Posten der Weltpolizei verlassen haben, rechnen muß man mit ihnen allemal, schließlich sind sie mit Abstand die größte Militärmacht auf Erden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Verlorene Zeiten

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Massenhaft liegen sie herum,
die verlorenen Zeiten,
als jeder Tag ein Grauen,
Mord und Totschlag
das Sprechen ablöste,
kriegerisches Treiben
zu Ehre gereichte,
Angst über das Recht bestimmte,
Blut fremdes Land düngte,
Frauen, Kinder geschändet wurden,
Männer ihre Verbrechen
nach Hause brachten,
damit die Wunden sich verbreiten,
nicht als Abschreckung,
als Zeichen von Heldentum,
Sieg oder Schmach
neue Rache erweckte,
um noch mehr Verluste als Gewinn
für die Ewigkeit zu verbuchen,
sagen die Einfältigen,
und sie bringen die verloren Zeiten
als stolze Finder in das Jetzt zurück.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Begegnende Herkunft

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Dieser Stolz in ihrem Blick,
nicht aufgetragen wie Lippenstift,
stilles verbindendes Verstehen,
für mich ihre staunende Güte.

Föhn trieb warmen Wind
in unsere dunklen Gesichter,
wir blinzeln uns lächelnd zu,
wir sind Ahnen ohne Maske.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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