Ich höre meinen Herzschlag wieder

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Als Mahnung hatten sie zu dienen
die Kirchenglocken
um mich ängstlich in die Kirche zu locken
weiß mein Gesicht wie schweres Linnen

übel sollte ich mich fühlen
stets ein schlechtes Gewissen mich belasten
unglücklich durchs Leben hasten
Leid stets meinen Geist umspülen

jeder Ton der Schellen
ein Ruf zum Beten zu eilen
niemandem das Recht in Harmonie zu verweilen
nur ständiges Beichten kann mein Gemüt aufhellen

die Klöppel schlagen schlagen schlagen
Seelen dürfen nur der Buße frönen
das Geläut will mein Herzschlag übertönen
höchste Zeit an meiner inneren Stimme nicht zu verzagen

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Neuseelands Politik mit Vorbildfunktion

Alles richtig gemacht, Jacinda Ardern

Während die größte Wirtschaftsnation nach der Präsidentenwahl um Fairneß oder gar geordnete Verhältnisse ringt, zeigt das kleine Neuseeland am Ende der Welt, wie Politik durchaus funktionieren kann, wenn man entscheidend konstruktiv und besonnen handelt. In den USA wird der ohnehin latent vorhandene Rassismus unter einem scheidenden Trump geradezu exemplarisch zelebriert, in New Zealand die Maori gewürdigt.

In der kürzlich im Amt bestätigten Premierministerin Jacinda Ardern gilt Vielfalt in ihrem Kabinett. Neuseeland bekommt Maori als Außenministerin, berichtet Till Fähnders für die FAZ. Ihre bisherige ziemlich erfolgreiche Covid-19-Strategie verhalf Jacinda Ardern demnach zu diesem tollen Wahlergebnis, bisher sollen lediglich 25 Menschen an den Folgen des Virus gestorben sein.

Was Trump versäumt, setzt Ardern durch

Gegensätzlicher können politische Weichen kaum noch sich offenbaren wie beim Vergleich zwischen Neuseeland und den USA. Unter dem cholerischen Narzißten starben über 240.000 Menschen aufgrund halbherzig ignorantem Mißmanagements, hingegen die neuseeländische Premierministerin vorausschauend agierte und entsprechende Maßnahmen durchsetzte.

Besonders nach dem Christchurch-Terroranschlag verstand die Labour-Politikerin und Premierministerin es, weltoffen sich den betroffenen Menschen anzunehmen, was ihr ein hohes Maß an Respekt und Vertrauen seitens etlicher Muslime verschaffte. Davon kann sich The Donald eine große Scheibe abschneiden, was sich inzwischen erübrigt angesichts dessen Wahlniederlage, die unmittelbar bevorsteht.

Wer Ureinwohner berücksichtigt, kann nur punkten

Eigentlich eine völlig selbstverständliche Einstellung, die sicherlich unendlich viel Leid besonders auch in den USA hätte verhindern können. Das war damals genauso wenig gewollt, wie jene Rassisten heute noch unübersehbar offenbaren. Bekanntlich ist Rassismus schon lange ein globales Problem.

Umso erfreulicher, daß Jacinda Ardern es brillant versteht, eigene historische Vorgaben auszubauen. Zumal gerade die Neuseeländer wenigstens im Gegensatz zum Nachbarland Australien es ohnehin viel eher verstanden, mit den Ureinwohnern in friedfertiger Koexistenz zusammenzuleben. Der Vertrag von Waitangi, nämlich Neuseelands älteste Verfassungsurkunde, hat maßgeblich dazu beigetragen. Insofern trifft die Premierministerin unbedingt die richtigen Entscheidungen bei ihrer Kabinettsbildung.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Kurz nach der US-Wahl

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Da hilft kaum herzhaftes Klagen,
was drüben in den USA geschieht,
dort wird die Demokratie zu Grabe getragen,
wie ein jeder Beobachter deutlich sieht.

Der blonde Dolle kann nicht verlieren,
sein Konkurrent übt sich in Geduld,
morgen überall im Land Scheiben klirren,
für Trump sind alle anderen Schuld?

Diese Entwicklung war vorauszusehen,
alle Welt nur noch erstaunt zuschaut.
Was muß denn noch alles geschehen,
bis Widerstand sich zu artikulieren traut?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Die im Licht sieht man nicht

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Lernresistent
Kognitionsfremd
Geninformation verkümmert
es ist weitaus schlimmer
denn Ignoranz
befördert den Popanz
ins grelle Bühnenlicht
geblendet sieht man nicht
was Wahrheit was Lüge
Höheren man sich füge
ein uralter Trick
der Menschheit verwehrt Glück
die Angst vor Schatten
läßt Menschen ermatten

Lernresistent
Kognitionsfremd
Geninformation verkümmert
es ist weitaus schlimmer
denn Ignoranz
vernichtet Toleranz
überdeckt die Liebe
befürwortet Hiebe
eine Erkenntnis
wird zum Hemmnis
aller Generationen
Feindbilder lohnen
helfen Hasardeuren zur Macht
Wissen umschlingt tiefe Nacht

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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USA kurz vor dem Zerfall?

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Mit einem Donald Trump nahezu alles möglich

And the winner is racism, the end of democracy! Das kann schon in der Nacht zum Mittwoch oder Tage danach auf die USA zukommen, weil The Donald so ziemlich alles dransetzt, jene Zustände zu ermöglichen. Kein Präsident hat bisher dermaßen polarisiert und jene Spaltung im Lande hervorgerufen wie Donald Trump, bei vollem Bewußtsein, empathie- und rücksichtslos ohnegleichen.

Hinzu gesellen sich weltweit zu beobachtender Faschismus und Terror, um erneut der Menschheit das Fürchten zu lehren, als ob es zuvor nicht schon genug Despoten gegeben hätte, um im Gedächtnis einer aufmerksamen Gesellschaft haften zu bleiben. Das sogenannte Volk lustwandelt lieber in eindeutiger Minderheit durch die Straßen wie hierzulande, um vollmundig zu brüllen, sie selbst sei das Volk. Und das, obwohl die Mehrheit das verneint, aber dabei lieber schweigt. Genau darin besteht der Fehler, die Duldung jener Haßparolen im Alltag.

Der „blonde Dolle“ mit der schrägen Tolle

Bilder bedürfen keiner weiteren Erklärung, Assoziationen erreichen stets ihr Ziel, einmal losgetreten, begeben sie sich auf ihre Reise, besonders ihrer gedanklichen. Doch worin besteht ihr Nutzen, wenn keine Konsequenz erfolgt?

Die Katze beißt sich bekanntlich in den Schwanz, wie auch diese Überschrift bei T-Online hergibt: Milizen hoffen auf den Bürgerkrieg, Trump hofft auf die Milizen, sprich, wir können es drehen und wenden wie wir wollen, es hat explizit einen heftig üblen Nachgeschmack. Da braut sich längst Bekanntes zusammen. Nur wahrhaben wollten das bisher manche wohl eher nicht.

Selbst wenn Joe Biden gewinnt, sind die Tücher mitnichten im Trocknen. Trump hat genügend Haß auf seine Seite ziehen können, der bei Belieben sich entladen darf, mit hoher Waffengewalt. Da hilft kaum ein FBI oder eine CIA, viel eher das Militär, welches noch die US-amerikanische Verfassung akzeptiert, vorausgesetzt, es ist nicht rassistisch-republikanisch unterwandert.

Bereits beschlossen?

Schaut man sich die möglichen Szenarien an, könnte man das tatsächlich vermuten. If This President Rules Twice gaben wir noch gegen Ende September zum Besten. Mit der inzwischen erst recht gesicherten frappanten Mehrheit des Supreme Courts im Rücken regiert es sich doch wesentlich entspannter, selbst bei dieser so wichtigen Wahl. Was scheren dabei Gesetze, wenn man die als Amtierender nonchalant umgehen kann.

Es schaut ziemlich düster aus nicht nur in den USA, sondern für die weltweiten Demokratien. Sollte das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ in Bürgerkriegszustände sich verstricken, fühlen sich all die anderen Despoten und die, die es gestern schon sein wollten, aufgefordert, ihren Faschismus auszuleben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Der Nächste bist nicht du

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Einheitlichkeit
im Denken
im Fühlen
parieren auf
Kommando
halt ihren Frust
in Schach
zu lieben
den Nächsten
wie sich selbst
ihre Last
der Unfähigkeit
duldsam gegenüber
anderen zu sein
gleichen sie aus
mit Unterdrückung
sie vermögen
den Nächsten
nur zu lieben
als Verkörperung
ihrer Person
despotisch
unterjochen sie
die Schöpfung
Krieg ihr Appell
für Einheit
und in
braunschwarzer
Farbe
vermodert
die Welt

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Wenn die Welt den Atem anhält

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Rückblick in die Gegenwart oder Grüße aus der Zukunft?

Einmal Hand aufs Herz, wer weiß schon wirklich, ob eine Glaskugel nicht zerspringt angesichts der stetigen Herausforderungen, die uns umgeben im Trubel politischer Widrigkeiten? Von denen gibt es mehr als genug, zumal diese Menschheit größtenteils ziemlich genau weiß, was auf sie zukommt. Doch will sie dies auch wirklich wahrhaben? Oder steht Verdrängung auf der Tagesordnung?

In drei Tagen stehen die US-Wahlen an, niemand kann voraussagen, ob jener Donald Trump das Feld räumt bei dessen Niederlage, die auf dem Spiel steht. Schon einmal dachten etliche, eine Hillary Clinton würde jenem Newcomer das Wasser reichen, er könne nicht gewinnen. Dann verhalfen ihm die Swing-States zum Wahlsieg. Tatsächlich? Faktisch durchaus mittels eines Wahlsystems, welches eine Menge Menschen weder begreifen noch verinnerlicht akzeptieren mögen, weil eine gewisse Unlogik und zugleich Ungerechtigkeit sich darin verbirgt.

Joe Biden hat allerdings wesentlich bessere Optionen als die ehemalige First Lady damals vorweisen konnte, schließlich dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben, daß Russland tiefgreifende Interessen hatte und hat, jenem Donald Trump in den Präsidentensessel zu hieven, sprich ihn fleißig, ob illegal oder angeblich so gar nicht, zu unterstützen. Oligarchen, Despoten und schlichtweg das Böse selbst haben allesamt ein gemeinsames Interesse, ihre Macht durchsetzen, komme, was wolle.

Dabei stehen die Zeichen keinesfalls zufällig nicht nur gut, sie verheißen unsagbar viel Leid, was ohnehin spür- und sichtbar uns alle betrifft. In Ländern ohne entsprechende Möglichkeiten demokratischer Auseinandersetzung, einem Stillstand der Pressefreiheit bei anhaltendem Elend, wesentlich tiefgreifender, was nicht bedeuten mag, daß z. B. hierzulande wir uns in Sicherheit wiegen sollten.

Die Zeichen stehen auf kriegerische Auseinandersetzungen, auf eine drastische Zunahme von Gewalt neben deutlichen Geschehnissen, die gar nicht zufällig uns beschäftigen. Die Palette der Probleme potenziert sich zu einem Super-Gau politischer Verluste, die am Ende den Zusammenbruch der Zivilgesellschaft bedeuten kann. Covid-19 unterstreicht die Sprachlosigkeit einer Rebellion, die mitten unter uns die Natur initiierte, egal ob eventuell irgendwelche Labore „nachgeholfen“ haben könnten oder nicht, faktisch offenbart das Virus die Brutalität der Spezies Mensch, der simpel ausgedrückt, ein Spiegel entgegengehalten wird.

Gleichzeitig obsiegt mal wieder der Faschismus, keinesfalls im anderen Gewande, sondern in einer Selbstverständlichkeit, die nur blanken Ekel oder Horror hervorrufen mag, wer noch einen Restfunken Anstand oder gar Übersicht besitzt. Schuld daran die Misere einer nimmersatten Klientel, die mithilfe des Kapitalismus jedwede Moral oder gar Ethik außer Kraft setzt,  Hauptsache die eigenen Vorteile obsiegen. Möchte man den Kopf in den Sand stecken angesichts dieser Zukunft? Manchmal durchaus, aber Mensch hofft weiterhin, er möge Lösungen finden, um den Hals aus der Schlinge zu ziehen. Jeden Galgen können wir abbauen. Worauf noch warten?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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