Ummantelte Grausamkeit

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Es klang nach Bittermandel
obwohl er nicht zu sehen war
auf den Weg hat er sich begeben
jeden Tag zu einer anderen Zeit
nichts durfte zur Gewohnheit werden
nicht sein Flüstern leis wie ein Knistern
nicht sein Schreien wie hunderte Papageien
Zellenkäfige übereinandergestellt
ganz oben angekettet ich
der Freiheit gleich mehrfach beraubt
Kettenrasseln träufelt Honig in mein Ohr
der einzige alleinige Genuß
außer wenn die Gitterstäbe stumm
vor Faszination erstarren
die gewaltige Ruhe gesättigt ist
vom Gehör auf seiner Zunge
der Rundgang steht bevor
in allen Käfigen der bittere Geschmack
soll ich wieder denken oder mir es schenken
soll ich wieder beten oder Worte kneten
bis sie ohne Sinn und Verstand
verschmelzen in serpentinartige Labyrinthe
er schreitet zur Kontrolle der Eisenstäbe
kritisiert oder lobt das Gestänge
in denen wir hoch oben hängen
er liebt über alles gebrannte Mandeln
aber nur die äußere karamellisierte Hülle
hier verbringt er seine Lutschzeit
spuckt die blanke Mandel
in eine beliebige Zelle
Angst hat er vor der Mandel Bitterkeit
Angst hat er vor arrestierter Grausamkeit
was wäre wenn er sie verschlingen würde
Gefühl für Menschlichkeit spüre welch Bürde

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Mobilität für Mensch und Umwelt nicht ohne Folgen

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Ein Umdenken schon lange vonnöten

Als der Mensch noch mit dem Karren, hoch zu Roß, mit der Kutsche oder einfach zu Fuß sich auf festem Boden fortbewegte, begann sich jedoch vor rund 190 Jahren auf der britischen Insel etwas zu ändern: Eine Dampfbuslinie im Jahre 1828 zwischen London und Bath war wohl die erste kommerzielle Beförderung von Menschen mittels einer Maschine. Von da ab war es nur noch eine Frage der Zeit, der Forscherdrang ließ sich natürlich nicht mehr bremsen.

So gilt zwar Robert Anderson aus dem schottischen Aberdeen als Pionier des Elektrokarrens, doch soll tatsächlich der Niederländer Christopher Becker 1835 das erste Elektroauto gebaut haben. Zuvor hatte der Brite Richard Trevithick 1802 die erste funktionsfähige Dampflokomotive erfunden, jedoch sollte es noch eine Weile dauern, bis eine Lok für den ständigen Personenverkehr fahren sollte. George Stevensons „No.1” wurde als erste öffentliche Eisenbahn der Welt am 27. September 1825 eingeweiht und fuhr zwischen Stockton und Darlington. Das Zeitalter der Kutschen begann mit diesen Fortbewegungserfindungen zu Ende zu gehen.

Vom Prestigeobjekt zum Fahrzeug fürs Volk – Transport der Güter

Nachdem Carl Benz mit dem Reichspatent 37435 seinen ersten Motorwagen am 29. Januar 1886 angemeldet hatte, was als Geburtsstunde des Automobils gilt, sollte es dennoch eine ganze Weile dauern, bis das gemeine Volk sich auch ein solches Fahrzeug leisten konnte. Es war daher in den ersten Jahrzehnten lediglich den wohl besser Verdienenden vorbehalten, sich mit einem Automobil fortzubewegen. Doch 2.500 Firmen, die seit Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute Autos hergestellt haben, verdeutlichen die enorme Nachfrage und den Siegeszug dieses Fortbewegungsmittels. Vor zwei Jahren waren bereits über eine Milliarde Autos weltweit zugelassen, Tendenz weiter ansteigend.

Kommen wir noch mal auf die Eisenbahn zu sprechen. Welche große Chance, vor allem Güter über die vielen Schienenwege zu transportieren wurde da wohl verpasst, weil auch die Autostraßen insbesondere für den Individualverkehr fleißig weiter ausgebaut wurden. Naheliegend, daß dann Lastkraftwagen immer mehr sich durchsetzten, es scheint wohl außer Frage ein sehr lukratives Geschäft dahinter zu stecken, ansonsten kann man diesen umweltbelastenden Wahnsinn kaum nachvollziehen. Inzwischen werden fast vier Milliarden Tonnen Güter alljährlich auf Deutschlands Straßen hin- und hertransportiert. Während die Binnenschiffahrt mit nur noch 7 Prozent an der Transportleistung sich beteiligt, der Schienenverkehr auch lediglich mit 19 Prozent, sind es beim Straßenverkehr gar über 71 Prozent mit steigender Tendenz.

Von umweltpolitischer Einsicht nicht die geringste Spur, es wird fleißig weiterhin auf die Straße gesetzt, Hauptsache die Kasse stimmt. Bedenken wir, daß ein einziger 40-Tonnen-LKW den Straßenbelag genauso stark belastet wie vergleichsweise 60.000 PKWs, dann wird schnell klar, was hier obendrein aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten wohl verkehrt läuft. Die ewige Leier vom teureren Schienengüterverkehr wird angesichts solcher Zahlen absurdem geführt.

Flugzeuge – die umweltschädlichsten Verkehrsmittel

Bisher galt der Blick der Fortbewegung auf den Boden. Doch der ewige Traum vom Fliegen, der nur allzu verständlich ist, auch diesen konnte der Mensch sich erfüllen und erfand kurzerhand das Flugzeug. Schöne Sache, sich auf diese Weise und vor allem am schnellsten durch die Welt zu bewegen, außer Frage. Doch alles hat seinen Preis, wenn wir genauer hinschauen. Nicht nur das Flugzeuge als Klimakiller Nummer Eins gelten, ihre Umweltschadensbilanz ist enorm, berücksichtigen wir den Fluglärm dabei, und allein in Deutschland müssen wir von 40 Prozent Betroffenen sprechen, die unter ständigem Fluglärm zu leiden haben. Und das auch insbesondere, weil so mancher Fluggast mal eben beispielsweise flott von Düsseldorf nach München jetten will.

Toll so eine Zeitersparnis, bedenken wir somit, daß gerade der Flugverkehr extrem begünstigt wird. Insbesondere der gewerbliche Flugverkehr: Es entfallen die Mineralölsteuer, die Ökosteuer und bei internationalen Tickets die Mehrwertsteuer. Bei Billigfliegern gibt es so manche Subventionen (verbilligte Flughafenpachten, Zuschüsse für Pilotenausbildung, Verzicht auf kostendeckende Landeentgelte, etc.). Auch hierbei muß darauf bestanden werden, den Flugverkehr endlich auf die Schiene zu verlagern, zumal infolge der Hochgeschwindigkeitszüge durchaus der Faktor Zeit wieder eine interessante Rolle spielt als Gegenargument zum Fliegen, von der wesentlich geringeren Umweltbelastung mal ganz zu schweigen.

Aufräumen mit einem Vorurteil alte Autos vs. Neuwagen

Schauen wir noch mal kurz zum Auto. Oftmals dürfen sich Besitzer von alten Autos hämische Bemerkungen anhören, ihr Wagen würde nicht mehr umweltgerechten Standards entsprechen. Das mag schon sein, aber es gibt da so ein paar Zahlen, die verdeutlichen sollen, was bei der Herstellung eines Neuwagens an Müll entsteht, der sehr wohl  die Umwelt erheblich belastet!

Gehen wir von rund einer Tonne aus, die ein Neufahrzeug wiegt, entsteht bei der Herstellung schon ein 9 Tonnen schwerer Abraumberg durch die Eisenerzgewinnung für die erforderlichen Bauteile aus Eisen und Stahl. Auch die Abfälle bei der Aluminiumherstellung haben einen sieben Mal größeren Wert als die Endprodukte. Und wenn man jetzt alle Abfälle zusammen mit den Verpackungen der Kleinteile berechnet, müssen wir  25 Tonnen Abfall pro Fahrzeug feststellen! Somit leistet jeder, der seinen Wagen per Reparaturen über einen längeren Zeitraum am Laufen hält, einen höheren Umweltbeitrag als der schnell wechselnde Neuwagenbesitzer.

Den Fortschritt menschlicher Mobilität kann niemand ernsthaft mehr aufhalten, jedoch sollten wir wesentlich behutsamer mit unseren letzten Ressourcen umgehen und vor allem nicht weiterhin die Umwelt dermaßen unbedacht belasten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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Gepolsterte Gängelung

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Blütenblätter
duftende
leuchtende
gestreut
sanfte
weiche
Wege
vorgezeichnet
damit du dich
nicht verirrst
auf den
vorbestimmten
Pfaden

Fallgruben
versteckte
getarnte
gelegt
tückische
trügerische
Sicherheit
vorgegaukelt
damit du dich
auf ihren
Spuren bewegst
deine Fußabdrücke
keiner sieht

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Demokratischer Westen im Klammergriff des Islamismus

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Religion im Fadenkreuz fanatischer Ignoranz

Den Staat und die Religion mit aller Entschiedenheit zu trennen, dem Glauben somit nicht gestatten, politisch sich einbringen zu dürfen, genau das haben sich etliche Demokratien des Westens auf ihre Fahnen geschrieben, ohne Umschweife und mit ganz besonderem Nachdruck.

Anstatt dies zu verinnerlichen und gar zu respektieren, verfallen in letzter Zeit immer mehr Staaten in jene alten Muster, um der Religion einen einflußreicheren Raum zu gönnen. Explizit in islamisch geprägten Staaten kann dies beobachtet werden. Kein Wunder, daß der französische Präsident Emmanuel Macron einen „aufgeklärten Islam“ fordert, eine „harte Hand“ gegen Ghettos.

Willkommene Gelegenheiten für Despoten

Die sich seit geraumer Zeit bieten, denken wir an Ungarn, Russland, Türkei, Brasilien oder gar an die USA, wo jener Donald Trump meint, er müsse die größte Wirtschaftsnation mit seiner Politik spalten. Daß Erdoğan die Türkei neu formt, überrascht nicht wirklich, bahnt sich bereits schon länger an. Obendrein bestätigt sein aggressiv kriegerischer Kurs dessen Option.

Der Sultan von Ankara hat wohl feuchte Träume von einem islamisch geführten Europa, wir dürfen allesamt nur hoffen, daß eine schöne neue Welt ohne Trump und Erdoğan bald Realität wird. Vielleicht mit der Abwahl des amtierenden US-Präsidenten und dem wirtschaftlichen Zerfall der Türkei, weil dem Despoten die Geldmittel ausgehen, bekanntlich ist ohne Moos eben nichts los.

Mohammed-Karikaturen weiterhin polarisierend

Da verstehen die fanatischen Hardliner so gar keinen Spaß, das kostete jüngst einem Lehrer in Frankreich auf grausame Art und Weise sein Leben. Ein Zurück in die Unfreiheit, dem Glauben gefälligst gehorsam zu dienen. Wer Mohammed kritisiert, hat sich zu hüten, Frankreich mahnt Bürger im Ausland zur Vorsicht.

Die Menschen in den westlichen Demokratien täten sehr gut daran, sich solch brutales Vorgehen eben nicht mehr gefallen zu lassen. Eines hat uns doch allesamt die Geschichte gelehrt, wer Diktatoren und Terroristen nachgibt, zieht immer den Kürzeren. Da muß sich auch mal die deutsche Regierung den berechtigten Vorwurf anhören, sie habe bisher Erdoğan mit Samthandschuhen angefaßt. Damit sollte spätestens jetzt Schluß sein.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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CDU-Parteitag muss stattfinden laut Merz

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Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0

Hauptsache die eigene Macht durchsetzen

Das läßt ziemlich tief blicken, was nicht nur den CDU-Mitgliedern bevorsteht, vielmehr dem ganzen Land, falls es diesen Kanzlerkandidaten wählen sollte. Nahezu fünfzehn Prozent der Wählerschaft bewies bereits vor drei Jahren ihren stoischen Irrsinn, ausgerechnet eine rechtsradikale Partei in den Deutschen Bundestag Platz nehmen zu lassen.

Andererseits sorgt Armin Laschet für rücksichtsvolle Einsicht, die Corona-Krise mal besser ernst zu nehmen, das gestaltete er noch im Frühjahr ein wenig leichtsinniger. Laschet plädiert für Verschiebung. Merz lehnt dies ab. Letztendlich kaum verwunderlich, es paßt zu den Hirnwindungen dieses Black-Rock-Mannes.

Der Affentanz geht weiter

Was bereits im August sich deutlich anbahnte, nimmt jetzt Ende Oktober konkrete Formen an. Merz mit viel Geschwafel ohne Substanz, muß man weiterhin feststellen. Die berechtigte Frage steht im Raum, wieso dessen Umfragewerte immer noch so hoch sind, in ihm den potentiellen Bundeskanzler zu sehen, außer Markus Söder mit noch höheren Sympathiewerten, der lieber in Bayern bleiben will.

In der Tat wäre ein Friedrich Merz als Bundeskanzler eine Schande für Europa. Doch bekanntlich ignoriert Machtpolitik selbst gern stichhaltige Argumente, Seilschaften sind dabei weniger zimperlich oder gar gewissenhaft, es zählen eigene Vorteile, die es auszuschlachten gilt.

Was interessiert schon ein Staatsnotstand?

Den gibt es schlichtweg nicht für einen Friedrich Merz, wie er unbedingt unterstreicht. Parallelen zu Donald Trump glimmen dabei auf, der angeblich ganz schnell sich vom Corona-Virus erholte, um als Held vor die amerikanische Wählerschaft zu treten. Merz steckte das Virus gleichwohl gut weg, um jetzt die Gefahr der zweiten Welle hierzulande kleinzureden, weil nach seiner Fasson die Verschiebung der Wahl nicht stattfinden dürfe.

Muß er befürchten, zu einem späteren Zeitpunkt Stimmen zu verlieren? Das könnte man ihm durchaus unterstellen. Mit Spannung darf der Entscheidung im Laufe des Montags entgegengeblickt werden, weil der Bundesvorstand der CDU zuvor tagt. Trotzdem dürfte Herr Merz frohlocken, er hat wohl die besten Chancen auf den Posten, egal wie man es dreht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Alle wollen nur Prinzen sein

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Ich sehn‘ herbei mir ´nen Frosch,
den küß ich auf die Gosch,
wünsch mir kein Schloß mit Turm,
mit einem Park drum herum,
wünsch mir keinen edlen Gemahl,
keine Krone, keinen Seidenschal,
will nur, daß das Quatschen aufhört,
diese ewige Geschwätzigkeit stört,
dieses Blabla in allen Tonarten,
da höre ich lieber Quaken im Garten,
verstehe den Gesprächsinhalt nicht,
aber melodisch, ein Gedicht,
seit Stunden sitz‘ ich hier am Teich,
meine Lippen schon ganz weich,
keiner mir den Wunsch gewährt,
jeder nur seine Egoismusschiene fährt.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Hitzköpfe versagen gänzlich

Warum Trump in der Hölle schmort

An einem Apriltag im Jahre 2051, in Australien erreicht eine anhaltende Dürre ihren vorläufigen Höhepunkt mit 56° Celsius, Südasien und Mittelamerika nehmen die letzten Flüchtlinge des fünften Kontinents auf. Für die Ignoranz der VR China und den USA zahlt die Welt einen viel zu hohen Preis, die Klimakatastrophe läßt sich deshalb nicht auf mehr aufhalten, die Menschheit blickt schließlich ihrem Ende entgegen, auch wenn ein paar Wenige sich Hoffnung machen, auf dem Roten Planeten weiterleben zu dürfen.

Über den Wolken, wo die Freiheit bekanntlich grenzenlos ist, treffen sich zeitgleich Helmut Kohl, Margaret Thatcher und Donald Trump, um über Versäumtes zu plaudern. Jetzt könnte der ein oder die andere darüber spekulieren, wieso ausgerechnet ein deutscher Kanzler, eine britische Premierministerin und ein US-Präsident nach all dem Desaster zurückliegender Jahrzehnte zusammenkommen sollten. Führt nur zu nichts, belassen wir es als göttliche Fügung, zumal im Kosmos sowieso physikalische Gesetze außer Kraft treten.

Die drei sitzen gemütlich an einem runden Tisch, der Vergleich mit der Artustafel sei mal gerade noch gestattet, während Michail Gorbatschow in der Rolle des Schiedsrichters ihnen gegenübersitzt.

„Wir lassen mal den Nichtsnutz Wladimir aus dem Spiel, damit das von vornherein klar ist“, unterstreicht Michail Gorbatschow mit spöttischem Grinsen gen Donald Trump gewandt, „Sie alle haben die Frage verstanden? Ich wiederhole sie gern nochmal. Was hat Sie besonders ausgezeichnet während Ihrer Amtszeit? Ich bitte um eine kurze Antwort!“

Der Dicke zupft seine graublaue Krawatte zurecht, die schwere Hornbrille rutscht ihm fast von der Nase und erwidert: „Mit Verlaub, es war mein Verdienst, meine Hartnäckigkeit, daß die beiden deutschen Staaten wieder vereint wurden, die Mauer fiel.“ Dabei fixiert er Margaret Thatcher, die schnell reagiert.

„Anfangs war ich bekanntlich äußerst skeptisch, doch dann war es mit mein Verdienst, daß der Zwei-plus-Vier-Vertrag festgelegt worden war“, betont sie mit fester Stimme.

Das kann The Donald so gar nicht stehen lassen, wutschnaubend wirft er giftige Blicke in die Runde.

„Ihr seid allesamt unfähig, ich durfte danach während meiner kurzen Amtszeit alles ausbaden, die Europäer fielen mir genauso in den Rücken wie die Chinesen. Wenn Wladimir mir nicht seine hilfreiche Hand angeboten hätte, wäre ich erst gar nicht Präsident geworden!…“ Abrupt unterbricht ihn Michail Gorbatschow.

„Sie haben die USA an die Wand gefahren, das Vertrauen verspielt mit ihrer cholerisch-narzißtischen Art. Das konnte natürlich nicht gut ausgehen, selbst Joe Biden hatte im Anschluß Müh und Not, die Wogen zu glätten.“ Ohne Umschweife muß sich Donald Trump wieder auf direktem Wege zurück zur Hölle begeben, um dort weiter zu schmollen, äh, zu schmoren.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Der politische Witz

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