Mit ohne Dialog

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Ausgefranst Hemd und Hose
bunte Flecken und dann Pose
vor den Menschenmassen
die lustwandeln in den Gassen
kurzer Blick im Schaufenster
spiegeln die Farbgespenster
kein Sinn für Rechtschaffenheit
denken nur an ihre Freiheit
peace and love englisch ist das
so ein spinnerter Quatsch
lernts besser richtig deutsch
wenn du di denn freusch
hosch a fuchzgerl über
eine Mark bekommst mein Lieber
Heidenei zweisprachig
in der Schul wohl fleißig
ich nicke pflichtbewusst
Dialekte sind ein Muß
öffnen Börsen und zuweilen Herzen,
ohne es mit der Dialektik zu verscherzen

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Corona – Andockmanöver wie ein Hieb

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Corona, du weckst in mir eine dichterische Ader.
Bist schlimmer als ein Marder;
der bringt allein dem Automotor Pein.
Das Leben für den Halter mehr Stress,
kostet Geld und Nerven.
Doch Mensch bleibt heil.
Du hingegen hast es auf uns abgesehen,
bringst unserem Lebensmotor Not und Pein –
du lässt das wahrscheinlich niemals sein.
Jedoch wir sind dir auf die Schliche gekommen,
wie du in Wuhan das Leiden und Chaos hast begonnen.

Auch in einer anderen Form gab es dich schon.
Jahrelang hast du das Böse erweitert –
hat es dich erheitert?
Wie ein Parasit, du Virus, bist beinah wie ein alter Mann,
der eigenständig sich nicht vermehren kann.
Was du nicht hast, das holst du dir,
wir sind die besten Wirte dir.
Erkennst des Wirts passende Strukturen,
und für uns ticken die Uhren.
Das Andocken ist ein Manöver wie ein Hieb,
dein Schlüssel-Schloss-Prinzip.
Ob im Norden, Osten, Süden oder Westen,
du willst uns alle verpesten.
Aber so ohne kommst du uns nicht davon,
du klitzekleiner Dämon.
Wir werden einen Impfstoff finden,
und deine Macht wird schwinden.
Viren, musst du wissen, motivieren immer Virenjäger!
Denn ich weiß, dass die Virologen –
auch im Streit,
denn Konkurrenz macht uns eher bereit –
gegen dich die Messer wetzen und dich hetzen.

Ich werde dich nicht unterschätzen.
Obwohl ich nicht verstehen kann,
wie ein Winzling wie du so etwas Grausames entstehen lassen kann.
Wohin geht mit dir die Reise?
Wir werden emsig wie die Ameise.
Grenzen werden dicht gemacht,
alles wird jetzt überwacht.
Du führst Krieg?
Wir wollen den Sieg.
Wir verschlafen nicht.
Du wirst uns noch lange begleiten,
Probleme haben auch mal gute Seiten.
Du hast vermutlich nicht bedacht,
dass die Natur ganz neu erwacht!
Wir Frauen helfen uns gekonnt,
meist sind wir an der Front.
Covid, du tückische Covidmiese,
wir sind stark in dieser Krise.
Durchhalten, alles wird gut –
aber: Sei auf der Hut.
Immer schön Hände einseifen,
dann kann Covid nicht greifen.

Soraya

Kategorie: Songtexte

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Dasein

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Der Tag war dunkler
als die schwärzeste Nacht,
kein Ruf erreichte die Sonne
in den Tiefen des Brunnens,
war sie oder gar ich es,
die Schutz suchte
im fallenden Loslassen,
die Halt fand am Luftzug
des Ohrensausens,
flüchtig vergänglicher Ton
mit der leisen Leichtigkeit
einer ewigen Stärke,
die allumarmende Hülle
von samtenen Daunen,
das schwebende Gefühl
aller Ungeborenen
in den warmen Wogen
einer zarten Mütterlichkeit,
kein Streben nach Licht
dich dort begleitet,
nur Dasein, da zu sein,
erleuchtet dein Wesen,
deine Sinne, dein Geist,
in den dunklen Tagen,
schwärzer als jede Nacht.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Kein Pardon für jenen Umgangston

Man muß ihn nicht mögen,
den Jens Spahn,
doch an so manchen Freßtrögen
wollen mal wieder andere dran!

Genau jene rechte Brut,
die stets Faschismus will,
Hauptsache sie streut Zwist und Wut,
horcht nach des Führers Drill.

Mit sozialem Frieden hat’s nichts zu tun,
jede Waffe wird von ihnen eingesetzt,
und jene Blender werden mitnichten ruh’n,
es wird im Stakkato gehetzt.

Der Menschheit wäre mit Sicherheit gedient,
wenn dieser Nazihaufen endlich abtritt,
weil sich deren Diktat so gar nicht ziemt,
Gerechtigkeit ist tatsächlich der Hit.

Doch solange der Staat auf dem rechten Auge blind,
um jeden linken Gedanken zu kriminalisieren,
das weiß inzwischen fast jedes Kind,
kann die rechte Brut davon ewiglich profitieren.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Immer noch

Mensch ohne Gnade
Zitronenlimonade
die größte Menge
Sklaven im Gedränge
abhängig und unfrei
anbiedern vertrieb Unheil

abgeleckt der große Zeh
Schokoladenmousse
gefangen in der Zeitgeschichte
Käfig gleich Therapiegewichte
sozial ist gemeingefährlich
Egoismus naturerklärlich

arrogantes Machtkartell
Pralinenschachtel
mit Speck fängt man Mäuse
im Pelz versteckt die Läuse
Urahnen sitzt Angst im Nacken
alte Wege laufen nur Spacken

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Wie eine 5-Prozent-Partei Frau Merkel kritisiert

FDP versagt in der Corona-Krise

Seit dem dramatischen Verrat der FDP den Sozialdemokraten gegenüber, man entsinne sich ans versteinerte Gesicht eines Helmut Schmidts, als dieser ausgerechnet Helmut Kohl zu dessen erlangter Kanzlerschaft aus Anstand gratulieren mußte, haben die Liberalen sich weiterhin mit den beiden anderen großen Parteien zusammengerauft.

Anstatt ihre einzige Auszeit, die Abwahl zwischen 2013 und 2017 vom Deutschen Bundestag, ernsthaft zu überdenken und geläutert zurückzukehren, setzt sie ihren denkwürdigen Kurs nonchalant fort. Kubicki bezeichnet Merkels Appell als „Verzweiflungstat“ wie die Welt zum Besten gibt. Dabei übersieht er wohl, ob absichtlich oder versehentlich bleibt mal dahingestellt, daß er mit seiner unsinnigen Rüge den Covidioten Recht gibt!

Debatten sind keinesfalls zielführend in dieser Krise

Obendrein hat dies mitnichten etwas mit Gängelung oder gar diktatorischen Maßnahmen zu tun, wie jene Querdenker-Proteste gern behaupten. Insofern muß man der FDP-Riege aber auch dem SPD-Rechtsexperten Florian Post widersprechen. Sicherlich mag man die Einbindung des Parlaments missen, anprangern, doch reell verzettelt sich eine verantwortliche Politik dabei ganz schnell. Die Regierung trägt die Hauptverantwortung.

Corona-Schwurbler muß man sowieso als Verbrecher sondergleichen bezeichnen, schließlich tragen sie erheblich dazu bei, daß etliche Menschen das gefährliche Virus verharmlosen, leichtsinnig werden, viele dadurch angesteckt werden und erkranken.

Konstruktive Kritik durchaus berechtigt

Doch die fällt oftmals aus bei den Liberalen, denken wir an Zustimmung von Waffenexporten, ans Hofieren einer aggressiven Nato, dem Wegschauen beim Flüchtlingselend, den Verrat in Thüringen, ausgerechnet einer rechtsradikalen Partei den Teppich auszurollen.

Dabei ist jener liberale Populismus längst bekannt, Wolfgang Kubicki lehrt uns ohnehin schon eine geraume Zeit das Fürchten, dessen Talk-Geplapper hat sich vom Mai bis heute nicht im Geringsten geändert, sondern seine Partei nutzt natürlich jede Gelegenheit, sich wichtig zu tun, wie jüngst die Kanzlerin unnötig zu kritisieren. Daß ausgerechnet Verkehrsminister Andreas Scheuer sie in Schutz nimmt, muß man ihm dennoch zugutehalten, auch wenn er in anderen Bereichen alles andere als glänzt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Als ich meine Heimat verlor und die Welt fand

© Doris Mock-Kamm

Sie gierten nach meiner Farbe
nach meiner Hautfarbe
ließen sich in der Sonne brutzeln
Reihe auf Reihe eingeschmiert mit Öl
das roch man schon von weitem
die glänzenden Körper
die sich auf der Decke wälzten
ständig im Wettbewerb
ständig neidisch auf braun
braun, brauner, am braunsten
aber niemals dein Braun
das Braun ohne Sonne
das Braun, das blieb
das Braun, das nicht verblaßte
das Braun deiner Herkunft
das Braun, das mich ausmachte
das Braun, das man haßte
nicht abwaschbar
verräterisch
Verrat an der Gemeinschaft der Geifernden
nach Exotik, nach Auffallen in der Masse

Sie stierten auf meine Farbe
auf meine Hautfarbe
bedeckten sich mit dunklen Stoffen
möglichst weit und schwarz
das sah man schon von weitem
die unförmigen Körper
die sich versteckten
ständig im Wettbewerb
ständig mißtrauisch bei braun
braun, brauner, am braunsten
aber niemals dein Braun
das Braun ohne Sonne
das Braun, das blieb
das Braun, das nicht verblaßte
das Braun deiner Herkunft
das Braun, das mich ausmachte
das Braun über das man wachte
nicht abwaschbar
verräterisch
Verrat an der Gemeinschaft der Stierenden
nach Erotik, nach Versinken in der Masse

Entwurzelt im heimischen Garten
getränkt mit Liebe der Ahnen
verstreut auf diesem Erdenball
dieses Vermächtnis ist meine Welt

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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