Beim Kaffee Luz

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Sie trafen sich
in der Wirtsstube
weit oben,
die Zeit und
die Umtriebigkeit,
dem Gipfel nah,
tranken Kaffee Luz
viele Tage,
vergaßen und wußten
alles über sich
und den anderen,
wurden zur
umtriebigen Zeit
beim Kaffee Luz,
dem Himmel fast nah,
lernten zu schweigen,
halfen der Stille,
sich auszubreiten,
waren zeitig umtriebig,
und sich so nah
in der Stube des Lebens.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Wider menschlicher Nächstenliebe

Politische Kaltschnäuzigkeit zeigt ihre bösartige Fratze

Alle Welt weiß es, dennoch möchte Mensch weiterhin die Realität ausblenden, möglichst verdrängen mittels Ablenkung, von der genügend Mittel vorhanden, sei es durch TV-Konsum, PC-Spiele oder anderweitige Luxusgüter. Sie haben richtig gelesen. Während hierzulande Wohlstand im Großen und Ganzen den Alltag ausmacht, sorgt Not und Elend anderswo für Widersprüche.

Die lassen sich ignorieren, solange man nicht betroffen sein unbeschwertes Leben fortführen vermag. Wehe, europäische Außengrenzen dulden jene Flüchtlinge, dies gilt es zu verhindern, wie auch voller Inbrunst jener CDU-Mann Merz fordert. Was für eine heuchlerische Moral- und Ethikvorstellung! Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Der goldene Westen macht fleißig Waffengeschäfte, auch mit den syrischen Kriegsbeteiligten, um dann Flüchtlinge daran zu hindern, ihr Leben zu retten.

Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg – man stelle sich vor, alle anderen Länder unterlassen es, hilfreich dem zerstörten Land unter die Arme zu greifen, Flüchtlinge aufzunehmen. Was damals dennoch geschah, gilt heute nicht mehr. Jetzt regieren maßlose Ausbeutung, Finanzgeschäfte, Wachstum bestimmt den politischen Kurs, die Richtschnur sämtlicher Abwägungen. Es wird weder gebettelt noch wirklich geholfen, nur wer klotzt, darf am Pokertisch Platz nehmen.

Auftrieb für die Neue Rechte, der einmal besiegt geglaubte Faschismus bahnt sich neue Wege, kommt daher in anderem Gewand, zeigt sich nahezu unerkannt, ein wenig Autokratie hier, ein bißchen despotisch sein dort. Beschönigt und gedeckelt mittels geschickt korrumpierten Parlamentarismus, gleichgeschalteten Medien und einer fatalen Mischung durch Fakenews, während im Internet Social Media manipuliert ihr emsiges Treiben an den mündigen Bürger abarbeiten, der ahnungslos nahezu alles glaubt, was ihm aufgetischt.

Bequeme Menschen stellen keine Fragen, obendrein per geschickter Überwachung und Erpressbarkeit über Arbeitsplatzangebote lassen diese sich gängeln, weil ein gewisser Konsum ihr antrainiertes Rückgrat zu stärken scheint, welches schnell in sich zusammenfällt, wenn Zivilcourage gefragt. Populisten kalkulieren genau das ein, den inneren Schweinehund nicht zugeben zu wollen, lieber schweigend in Opferbereitschaft an bessere Zeiten glauben zu wollen, schon erhebt sich erneut Führerkult.

Kant hat versagt, weil die Mündigkeit des Menschen nicht umgesetzt, Fromm ist ohnehin vertagt, da zu wenig er wurde hinterfragt. Was nutzen philosophische Erkenntnisse, wenn Nächstenliebe nicht ansatzweise greift. Religion als Halt genausowenig ihre Bedeutung lebt, alles Lug und Trug, am Ende zählt das nackte Überleben, während eine fiese Elite kaltschnäuzig siegessicher wie die Made im Speck verweilt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Einen Haken druff

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Mach den Mund nicht auf,
sei schlau,
halte dich bedeckt,
dann bist du nett,
kommst ungeschoren
davon,
wir regeln das schon,
sorgen für dich,
wir sind verlaust,
die alten Klamotten
stinken auch,
das macht nichts,
das ist Tradition,
je verfilzter
das Deckmäntelchen
zum Schutz
der Allgemeinheit,
desto weniger
juckt dich
der Gestank
nach Altherrenart,
Überheblichkeit
das Diktat,
diese Doktrin
führt zwar in den Ruin,
schon immer,
das weiß jeder,
aber schlimmer
wäre es,
den alten Muff
nach Geld
zu ignorieren,
denn nur Gierige
können Macht delegieren,
sie kennen
die Schwächen
von denen,
die jedes Wort
statt Brot brechen,
drum halt deine Klappe,
sonst kriegst du
einen Haken druff.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Netzkrieg nur mit rechten Trotteln?

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Wenn doch alles so simpel lösbar wäre

Zugleich eine Beleidigung in der Frage der Überschrift? Mitnichten. Rechtsradikalismus ist immer eine Einbahnstraße, wer diesen bemüht, begibt sich nicht nur auf sehr dünnes Eis, sondern er verläßt jeglichen gesellschaftlichen Konsens, weil Gewalt keineswegs ein friedliches Miteinander bedeutet.

Das gilt ebenso für die Social Media, selbst wenn ein Jost Müller-Neuhof im Tagesspiegel äußert: Wer seine Gegner bekämpft, macht sie womöglich stärker. Funktioniert natürlich nur, wenn dessen Schlußsatz tatsächlich beherzigt würde – Stell dir vor, im Netz ist Krieg, und nur rechte Trottel gehen hin: Es wäre ein Frieden ohne Verluste. Wer einen Blick ins russische Netzwerk „vk“ wirft, kann dies dort beobachten, es tummeln sich recht gräßlich dort viele rechtsradikale Figuren.

Der EuGH hat gute Vorarbeit geleistet

In Sachen Rechtsprechung Haß-Posts effektiver entgegenzutreten wie im Fall von Eva Glawischnig, so daß Facebook mit dem EuGH-Urteil solche Posts löschen muß. Doch dies scheint die deutsche Gerichtsbarkeit eher viel harmloser umsetzen zu wollen, was auch Sawsan Chebli beim Freispruch des rechten Bloggers spüren mußte. Der Makel, auf dem rechten Auge blind zu sein, bleibt für die hiesige Justiz bestehen.

Im September 2019 bemerkten wir bereits, daß die Justiz Tür und Tor für Pöbeleien öffnet, in dem das Landgericht Berlin seinerseits Renate Künast in den Rücken fiel. Die einmal auf den Weg gebrachte Saat mittels Zäsur der Herren Trump und Putin scheint sich zu verselbständigen. Die Würde des Menschen darf einfach angetastet werden.

Meinungsfreiheit versus Menschenwürde

Mag ja sein, daß ein Bundesverfassungsgericht am Ende stets die Meinungsfreiheit hochhält, wie Jost Müller-Neuhof im Artikel betont, andererseits heißt dies im Umkehrschluß ein Freifahrtschein für rechtes Gesocks, sich wesentlich mehr in der Öffentlichkeit austoben  zu dürfen. Dann sollte unsere Gesellschaft sich keinesfalls wundern, wenn der Ton rauher, häßlicher wird, Gewalt wesentlich mehr zunimmt bis hin zu rechten Terror.

Insofern sollte da tatsächlich eine Reißleine gezogen werden, die im Sinne einer friedlichen Gesellschaft reale Grenzen zieht. Früher durfte man nicht Bulle sagen, heute schaut die Polizei hinweg. Wer gezielt beleidigt, beschimpft und vor allem verunglimpft, der provoziert stets eine Gegenreaktion. Ein derartiger Vorgang ist zu stoppen, weil ziemlich destruktiv. Basta. Niemand will ernsthaft mit Wattebäuschchen diskutieren, aber Respekt und Anstand sollte in der Regel stattfinden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Strümpfe hochziehen

Knicks gemacht
Lächeln fiel herab
wie brav
Strumpf hochziehen

Kniend gebetet
Lächeln fiel herab
wie brav
Strumpf hochziehen

Lächeln fiel herab
Strumpf hochziehen

Affinität gekappt
herabziehen

Lächeln nach oben
Strümpfe runtergeschoben

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Demokraten: Coronavirus ist ein „Trump“ ganz ohne Scherz

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Verkehrte Verhältnisse sorgen für Ärgernisse

An dieser Stelle sei das hier die Quelle. Es geht doch nichts über manch Meldungen in den Medien, es blüht das Geschäft des Unerträglichen, Hauptsache die Menschheit wird unterhalten, man verliert sich im Gesellschaftsspalten. Ganz vorneweg wirft man halt gern mit Dreck. Humpty-Trumpty steht dabei in vorderster Reihe, man solch Narzißten dies immer noch verzeihe.

Wer für jenen Choleriker Verständnis aufbringt, letztlich mit diesem im Sumpf versinkt, der als das zu bezeichnen mag, was geschieht seit jeher Tag für Tag: Lügen, Fakenews, halt solch Stuß. Zu allem Überdruß spielt The Donald sich erneut als Experte auf, das kennt man bereits zuhauf. Es sei wohl nur halb so schlimm, wenn in alldem wäre nur der geringste Sinn. Doch das ist nicht drin.

Werfen wir einen Blick auf die Schlagzeile, die oben zu lesen ist. Welch fataler Mist. Demokraten blasen ins selbe Horn wie der Blondschopfrüpel? Das wäre ziemlich übel. Daß jenes Coronavirus ein „Trump“ sei, einerlei, Namen sind nur Schall und Rauch, das wissen wir natürlich auch. Der Ernst der Lage wird per „Scherz“ betont, niemand dadurch verschont.

Die zweite Überschrifr bringt es an Tag, worin der Gag wohl lag. Ärgernisse belasten bei vielen den sorgenvollen Alltag, ursächlich verkehrte Verhältnisse tragen dabei Schuld. Dies hat bereits Kult mit Blick gen Trump. Zu plump?

Genug geschwafelt, es wird bald nicht mehr richtig getafelt. Wieso denn das? Jetzt gönn‘ uns doch mal Spaß! Hamsterkäufe stehen an, nicht irgendwann, sondern bereits an manchen Ort, man glaubt tatsächlich, das Virus gehe irgendwann mal fort. Gesicherte Infos verläßlich? Ohje, das wird häßlich. Der Tod zum Leben gehört, guck nicht so verstört. Panikmache wäre an jeder Stelle der verkehrte Weg. Solch Behauptung zu keck?

Alles gut, der Trump als Experte uns schon aufklärt. Bloß keine Wut, die Bevölkerung bleibt unversehrt. Ganz einfach die Demokraten zum Teufel jagen, mögen sie doch in der Hölle klagen. The Donald als Präsident hat nen Draht zu Gott, am Ende interessiert nur Alltagstrott.

Insofern immer schön die Ruhe bewahren, das weiß Menschheit eh seit sehr vielen Jahren. Vergessen Sie jene irreführenden Zeilen, sie wollen nur gen Trump austeilen. Möge dieser bald woanders verweilen, dann kann er keinen Schaden mehr anrichten, und wir beenden am besten mal das Dichten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Die Tinte färbte sich rot

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Als das Schreiben begann,
floß es leicht durch die Hand,
spülte Gefühle aufs Papier,
die waren, die sind, die kamen,
Gedanken Bilder wegnahmen,
die Feder das sichere Ufer einfärbt,
an dessen Felsen abprallen
Schmerz und die Angst,
denn der Donner war nah,
noch schnell das Herz
in den Sand schreiben,
spüren das Tränenmeer,
bevor die Tinte es trocknet,
Bombenhagel prasselt hernieder,
die Tinte färbt sich rot.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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