Zwischen manch Zeilen

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Finde den Zusammenhang,
nicht irgendwann.
Trau dir mehr zu,
sonst hast du keine Ruh.
Mut nur ein billiges Argument
eingegossen in Zement.
Manch Reise führt ins Leere,
am Wegesrand ich eine Scherbe aufkehre.
Erinnerung bleibt stets erhalten,
eher leise Töne widerhallten.
Welchen Zeiten wir entgegengehen,
was mag da noch alles geschehen?
Zukunftsängste sind für die Katz,
jedes Leben ein wahrer Schatz.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Erdoğan provoziert Krieg gegen Russland

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Nato-Bündnisfall im Syrienkrieg?

Der Verdacht erhärtet sich, daß Präsident Erdoğan mal wieder sich ziemlich verkalkuliert hat, trotz etlicher Warnungen, die seinem Kriegseinsatz in Nordsyrien vorausgingen. Solche Schlappen gehören schon fast zu dessen Politik, die meist nach außen den starken Mann markieren will, obwohl auf weltpolitischen Parkett gänzlich anders agiert werden sollte.

Damit steht der Sultan aus Ankara keineswegs allein da, wenn man den Verlauf jenes bald neun Jahre andauernden Syrien-Kriegs sich vergegenwärtigt. Doch was hat die Türkei in Syrien verloren, wo doch schon genug Gegner diesen Krieg fortsetzen trotz etlicher gescheiterter Bemühungen, diesen letztlich zu beenden? Völlig verfehlt die Offensive gegen die Kurden, wobei bereits im Herbst letzten Jahres die Nato es verpaßte, die Türkei aus der Allianz zu verbannen. Die Gründe dafür sind hinlänglich bekannt.

Ein überdeutliches Nein wäre jetzt angebracht

Eben nicht den Nato-Bündnisfall zu bemühen. Doch die Nato stellt sich hinter die Türkei, nicht etwa, weil ihr Bündnispartner im eigenen Land bedroht wird, sondern weil dieser sich widerrechtlich in Syrien einmischt. Erneut wird Erdoğan geholfen, obwohl dessen politische Entscheidung fatale Folgen hat. Wieviel darf sich jener Despot denn noch ohne Konsequenzen erlauben?

Gleichzeitig fragt sich alle Welt, wieso Europa sich weiterhin dermaßen zurückhaltend verhält zum Syrienkrieg, dem Desaster in Idlib. Vor allem die dortige Zivilbevölkerung wird vom Assad-Regime erheblich bedroht mit freundlicher Unterstützung der russischen Luftwaffe. Letztlich ein Worst-Case-Szenario, das  jene Region belastet.

Neue Flüchtlingsströme gen Europa sind zu erwarten

Die Türkei kann sie nicht alle aufnehmen, zumal die dortigen Zustände ohnehin grenzwertig sind, das gilt ebenso für die griechischen Inseln. Auch an dieser Stelle muß man das Versagen Europas deutlich benennen. Die Politik hat bisher keine moderaten Lösungen gefunden trotz EU-Flüchtlingsabkommen, welches jetzt zu brechen droht.

Erdogans Scheitern – Deutschlands Problem? Das wäre zu vermessen, obendrein, weil etliche hierzulande nur darauf warten, erneut ihren ganzen Haß gegen Menschen in Not abzuladen. Es betrifft keineswegs Europa allein, sondern letztendlich die Weltgemeinschaft, da alle Länder miteinander verbunden sind mit ihren wirtschaftlich-militärischen Bündnissen. Da hat Nationalismus nichts verloren, der sich ohnehin gänzlich erübrigen sollte, wenn die Welt tatsächlich ein friedliches Miteinander anstrebt. Die Weltmacht Russland kann und wird sich von einem Erdoğan nicht beeindrucken lassen, und trotzdem fordert er jenen neuen Konflikt heraus.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Flatternde Schwingen

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Heiß die Schokolade,
verflüssigt die Narbe,
ertrunken in Süße,
in Liebe vertraut,
die Flügel ausgestreckt,
bereit zum Fliegen
in unseren Traum,
du weißt doch,
es reicht nach unten,
in die Leere zu schau‘n.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Panikmache wohin das Auge reicht

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Hauptsache das Wachstum bleibt uns erhalten

Gestorben wurde schon immer, ob in Kriegs- oder Hungerszeiten, ob bei Katastrophen oder Pandemien, ob die Natur uns Grenzen setzt oder Mensch Mutter Erde ständig verletzt. Da kann man sich getrost im Bett umdrehen, die einen bezeichnen es als Schicksal, andere weisen auf die Unbelehrbarkeit unserer Spezies hin. Faktisch geschieht es live und direkt.

Schon mag jener Text hiermit enden. So leicht möchte man es doch nicht machen, zumal wegschauen und einfach in den Alltag hineinleben längst keine Probleme löst. Sie erreichen uns ohne wenn und aber. Das Maß aller Dinge bestimmt ein friedliches Zusammenleben, selbst wenn Krankheiten uns begleiten, das spielte sich stets so ab zu allen Zeiten.

Expansion diktiert den weltpolitischen Ton. Dort wo Wachstum gedeiht, wird die Raffgier erst recht gescheit. Das ist das Dilemma, verursacht so viel Leid. Wie solches geschah? Ganz simpel erklärt, Überreichtum ist letztlich total verkehrt. Dem geht somit Ausbeutung voraus, welch dramatischer Graus. Die einen profitieren davon, bei anderen im Geldbeutel gar nichts bis mies bezahlter Lohn. Das war’s schon. Jene einfache Rechnung erklärt das ursächliche Problem, das entspricht jenem gezielten System.

Was für ein Segen, unabhängig vom Stand, durch jenes Aufwärtsstreben Mensch fährt sich selbst an die Wand! Das bedeutet im Umkehrschluß, jenes Wachstum ist der reinste Stuß. Statt jene simple Erkenntnis zu begreifen, lassen sich weiterhin die meisten einseifen. Ewiglich lockt der Mammon mit all seiner zerstörerischen Kraft, bis am Ende er hat alles aufgerafft. Humanismus wird mit Füßen getreten, dann hilft am Ende auch kein Beten.

Panikmache wohin das Auge reicht, auch für den, der sich einfach davonschleicht? Verloren die Demut, manch Hab und Gut, am Ende das Leben. Aber Hauptsache neue Besen dürfen weiterfegen, Medien sich darüber aufregen, während der kleine Mann irgendwann der Politik nicht mehr traut. Dann hat die es aber versaut. Am Ende lauter Verlierer, wieder so ein dämlicher Führer? Läuft’s schon wieder darauf hinaus? Kein Applaus.

Noch vermögen wir umzudenken, muß Wachstum nicht das Maß aller Dinge sein, die Herausforderungen unserer Zeit geben anmahnend genügend Anlässe, vom Klimawandel über Viren, von Krieg und Elend über Autokratien, den Erhalt von Mutter Erde, weil Mensch keine zweite im Kofferraum finden wird.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Sein Bild aufstellen

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Und da kamen sie gelaufen,
um sich an den Bildern zu berauschen,
als die Ausstellung wurd‘ eröffnet,
Sekt und Orangensaft gab‘s massenhaft,
sie beugten sich vor, gekrümmt ihre Haltung,
Farbe, Pinselführung, Initialen, Namen,
wer hat‘s gemalt, kenn‘ ich den oder die,
gelockert die Stimmung, der Kopf gebeugt,
sowas kann ich auch, ist doch einfach,
Farbe draufgeklatscht, verschmiert,
betitelt, unterschrieben, und ich bin wer,
und so kommen sie stets gelaufen,
um sich an ihrem Neid zu berauschen,
wenn die Aufstellung ist eröffnet,
Egoismus, Überheblichkeit gibt’s massenhaft.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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In Radebeul ticken die Uhren für rechtsextremes Gedankengut

Ein Sven Eppinger hofiert unverblümt Hans-Georg Maaßen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer beteuert landauf landab, gleichwohl in Talkshows, daß seine CDU keine gemeinsame Sache mit jener AfD mache, im Kleinen offenbart sich eine gänzlich andere Realität, so häufig kooperieren CDU und AfD in ostdeutschen Kommunen, wie der Tagesspiegel bereits im Frühherbst letztes Jahr betitelte.

Aus jenem Test, wie Matthias Meisner noch hervorhob, ist längst Wirklichkeit geworden mit dem Dammbruch in Thüringen. Auch ein Friedrich Merz kann jene Heuchelei keineswegs entkräften, erst recht wenn man dessen Freundschaft zu manch AfD-Politiker hinzuzieht. Aber ständig von linksradikaler Gefahr lamentieren, das läßt wirklich tief blicken.

Jede Macht den Nazis scheint durchaus gewollt

Allein schon die Anwesenheit der AfD im Deutschen Bundestag bescheinigt diese Haltung, unabhängig von Anhängern der Neuen Rechten bei Polizei, Bundeswehr und anderen Behörden. Statt Nazistrukturen zu untergraben, duldet man sie ohne jedwede Bedenken.

Der stellvertretende Landesvorsitzende der „Werte-Union“, Sven Eppinger, zeigt unverfroren sein Kalkül mit der Ablehnung einer Kenia-Koalition und der Zustimmung zur Minderheitsregierung für Sachsen, man könne somit eine erwünschte Zusammenarbeit mit der AfD erzielen. Für ihn sei das „vernünftige Sacharbeit“. Schnell mal den Grünen eine „linksradikale Einstellung“ andichten, schon ward seine Rechtfertigung legitimiert.

Welch kläglicher Versuch der Diffamierung seitens der Werteunion

Da wird zum einen einer gestandenen Politikerin Inkompetenz unterstellt, die sächsische Justizministerin Katja Meier hätte keinerlei berufliche Erfahrung, obwohl sie seit 15 Jahren viele Funktionen bei Bündnis 90/Die Grünen inne hatte, um zugleich ihre Jugendzeit als Baßistin in einer Punkband ihr als linksextremistische Entgleisung nachzutragen.

Es wäre doch nur allzu schön, wenn mit derselben Vehemenz die Werteunion in den eigenen Reihen der CDU kehren würde, was die Haltung gegenüber rechtsradikalen Standpunkten anbelangt. Darüber schweigt man lieber und heuchelt dreist. Während in Deutschland rechter Terror unvermittelt zunimmt, verteufelt jene Werteunion angeblichen linken Terror, den man vergeblich in sämtlichen Kriminalstatistiken sucht. Das Erbe eines Hans-Georg Maaßen darf sich fleißig im Stillen oder wie hier zitiert ganz offen etablieren, während weiterhin die verantwortliche Politik im Bund noch keine durchgreifende Rezepte hat,  Rechtsextremismus zu verhindern.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Subway

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Wie einfach es ist
im Tunnel
ohne Hindernis
im diesigen Licht
geradeaus
irgendwer geplant
die Strecke
keine Sackgasse
mal ne Abbiegung
mal geht’s wieder
nach oben
grelles Licht
Hektik
schön hier unten
vorgefertigt
Nischen
zum Rumlungern
alles abgecheckt
denen man begegnet
gehüllt in Düsternis
genauso gefürchtet
wie man selbst
Angst erhellt
den Meister
der Tarnung
darum es mir
im Untergrund
gefällt

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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