Alle Neune

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Ihr zu begegnen
war wie das Hören
der Kirchenglocken
zur Andacht,
berufen ihr zu folgen,
oder das Läuten
der Glöckchen
vor Uhrengeschäften,
diese lieblichen Melodien,
die sich im Geist festsetzen,
ständig neu erklingen,
man konnte und wollte
sie nicht vergessen,
so war sie,
von Trübsal frei,
die Muse,
die Schwester im Herzen,
die Freundin im Geiste,
die Seelengefährtin,
blöd nur,
wenn alle Neune
beim Einkaufsbummel
dir über den Weg laufen,
versteck dich,
zusammen klingen
ihre Schellen
fürchterlich,
Guggemusik
dagegen zur
Meditation verhilft.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Hamburgs Bürgerschaftswahl fast belanglos

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Wahlprognosen verdeutlichen kaum Veränderung

Erneut meinen manche Medien, sie müßten das Kurzzeitgedächtnis der Wähler bemühen, dabei werden schnell die Ergebnisse der letztmaligen Bürgerschaftswahlen vor fünf Jahren außer acht gelassen. Welch fatales Signal, was tief blicken läßt. Umso wichtiger einiges gerade zu rücken.

Die SPD solle laut MOPO bei neuer Umfrage davoneilen, so daß obendrein die Hamburger die AfD aus dem Parlament kicken. Nur mal zur Erinnerung, 2015 erzielte die SPD immerhin 45,6 Prozent, jetzt sollen es gerade mal 39 Prozent werden können, dafür hätten die Grünen ihr Ergebnis fast verdoppelt, da kann man von einem Davoneilen sprechen. Der scharfe Beobachter sieht kaum einen Unterschied zwischen 6,1 Prozent vor 5 Jahren bei der AfD und den jetzt prognostizierten 6,0%. Da mag man kaum ein „aus dem Parlament kicken“ entdecken.

Die Welt sich schön reden, das wird nicht hilfreich sein

Das gilt wohl erst recht für die Hansestadt, die ohnehin keinen leichten Stand hat, immerhin verbockte gerade die SPD unter Olaf Scholz manch ungereimtes beim letzten G20-Gipfel 2017, während voller Inbrunst von gewaltbereiten Demonstranten die Rede war, spielte der SPD-Bürgermeister das brutale Verhalten der Polizei herunter, von dieser sei keine Gewalt ausgegangen, Konsequenzen bleiben einfach aus.

Erneut übersieht die verantwortliche Politik die Botschaft, die sich mit derartigen Entscheidungen nach außen offenbart. Linke Gruppierungen verteufeln, während man den tatsächlich latent vorhandenen rechten Terror herunterspielt, oftmals nicht beim Namen nennt, außer wenn das Faß überläuft wie jüngst in Hanau.

Die SPD wird eher die meisten Stimmen verlieren

Sollten die Prognosen sich bewahrheiten, wobei die FDP tatsächlich bangen muß, nicht mehr im Plenarsaal Platz nehmen zu können. Kein Wunder nach dem Thüringer Dammbruch, dies nehmen die Wähler ihr natürlich krumm.

Das desolate bevorstehende Ergebnis der CDU, welches die Hamburger Morgenpost verkündet, erscheint ein wenig übertrieben, schließlich stünden jener Verlust von 4 Prozent der Stimmen den zu erwartendem Minus von 6,5% bei den Sozialdemokraten gegenüber. Insofern übertreibt die MOPO, während dennoch der Bürgerschaftsabgeordnete Kazim Abaci (SPD) und der Bezirkspolitiker Dennis Paustian-Döscher (Grüne) sich freuen, wenn die Faschisten aus der Bürgschaft gekickt werden, weil eine gezielt höhere Wahlbeteiligung noch für entsprechende Überraschung sorgen kann. Am Sonntagabend wissen wir mehr.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Schwarzblaue Tinte

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Abgespeichert
in der Mine
seines Kugelschreibers
was die Welt bewegt
schwarzblaue Tinte
sein Wissen kopiert
für alle Zeit.

Abgespeichert
in der Mine
seines Kugelschreibers
was auf der Erde zählt
schwarzblaue Tinte
damit Mensch kapiert
für alle Zeit.

Abgespeichert
in der Mine
seines Kugelschreibers
was ihm wichtig
schwarzblaue Tinte
seine Egomanie manipuliert
für alle Zeit.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Rechtsradikalismus erobert längst Weltpolitik

Trumps Entgleisungen mit Stein des Anstoßes

Das Faß ist längst übergelaufen, spätestens jetzt mit dem jüngsten rassistischen Terroranschlag in Hanau, der ohne weiteres bequem als Einzeltat eines geistig umnebelten Spinners abgetan wird, wie dies u.a. ein Hans-Georg Maaßen sofort erkennt.

Der ehemalige Verfassungsschutzpräsident bleibt voll auf der Rolle, rechtsradikales Gedankengut zu verharmlosen, obwohl die Indizien bestechend grausam brutal jedwedes friedliches Zusammenleben gefährden, so daß sich die Gewaltbereiten plötztlich verstanden fühlen. Der Weg dahin wurde all die Zeit stets gefördert, begann bereits mit dem Verbot einer KPD, um gleichzeitig Parteien wie die NPD und AfD einfach gewähren zu lassen!

Rassismus sucht unterschiedliche Ventile, seinen Haß auszuleben

Dabei spielt die ideologische Ausrichtung eine untergeordnete Rolle, wie auch Annette Ramelsberger in der Süddeutschen zu Recht bemerkt, denn die Rechte und somit rechter Terror funktioniere eben nicht streng organisiert, es brauche keinen Führer mehr, man orientiere sich an die „Turner“-Tagebücher des US-amerikanischen Autors William L. Pierce, den Rassenkrieg als Bürgerkrieg im Visier, einem Endkampf der Weißen gegen alle anderen.

Gelebter Rassismus ausgerechnet auch mitten in Deutschland, der in Hanau all jene erschütterte, die noch glaubten, es würde einfach so weitergehen. Das Gegenteil muß festgestellt werden, rechter Terror darf sich stets ungebremst entfalten, die Politik hat nach wie vor kein schlüssiges Konzept, dies einzudämmen.

Wer einen US-Präsidenten gewähren läßt, darf sich nicht wundern

Dessen ständige Grenzüberschreitungen sind exemplarisch, sie verdeutlichen auch einen Freifahrtschein für Rassisten, rechten Terror. Dabei hofiert die Weltpolitik ihn unverblümt, wie es die Etikette und somit die Höflichkeit verlangt, obwohl etliche Fakten eigentlich dem neuen Zeitgeist widersprechen. Den Ex-Trump-Berater Roger Stone verurteilt man zu knapp dreieinhalb Jahren, während Trump selbst sich nahezu alles erlauben darf.

Er twittert fleißig weiter während der Urteilsbegründung, das Verfahren gegen Stone sei unfair. Das Gegenteil trifft zu, das ehemalige  vorgesehene Strafmaß belief sich auf neun Jahre, vier leitende Staatsanwälte schmissen das Handtuch nach der Einmischung durch Ihro Gnaden Trump.

Und dann wundern wir uns, daß die Neue Rechte weltweit immer dreister auftritt, ein demokratisch-humanes Miteinander bis hinein in die Parlamente mit Füßen getreten, der Lächerlichkeit preisgegeben wird, rechtsstaatliche Errungenschaften hinterfragt und ignoriert werden, während man Einzeltäter und undurchschaubare Verbindungen wie den NSU nicht verhindern kann?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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In der Stille schweigend innehalten

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Schweigen
obwohl Trauer
Seele
überschwemmt

Innehalten
Schmerz festhalten
ehe er das Herz
überrennt

Stille
für die Gedanken
läßt Qual
sich nicht ausbreiten

Genug des Schweigens
Genug des Innehaltens
Genug der Stille
Trauer
Schmerz
Qual
Bleibt nicht haften

Seele
Herz
Gedanken
überschwemmen
überrennen
breiten sich aus
über euren Haß
über eure Wut
über eure Lieblosigkeit

denn unsere Seelen sind glücklich
denn unsere Herzen sind weit
denn unsere Gedanken sind frei

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Klatsch und Tratsch im britischen Königshaus reißen nicht ab

„Dirty Harry und dessen verruchte Meghan“ im Visier etlicher Kritiker

Man könnte ganz einfach mal die Kirche im Dorf lassen, aber das paßt gewissen Herrschaften wohl genausowenig wie etlichen Briten oder den Boulevardmedien. Daher immer feste weiter herumnörgeln, somit die Karre erst recht in den Dreck fahren. Was schon zuvor bei Lady Di fruchtete, vermag doch mit jener Herzogin von Sussex greifen, in dem man sie mit heftiger Kritik überschüttet.

Etwa ein Grund des Rückzuges von Harry und Meghan, weil die britische Presse fies über die Herzogin berichtet? Das würde bei manchen für eine gewisse Schadenfreude sorgen, doch den Gefallen werden die beiden ihnen nicht erweisen. Dafür verfügt gerade die ehemalige Schauspielerin für genügend Selbstbewußtsein, läßt auch Prince Harry sich nicht auf billige Schlammschlachten ein.

Trotz weltweiter sozialer Spannungen immer noch Monarchien?

Die Zeit ist überreif, Königshäuser generell in Frage zu stellen. Da Monarchien einen besonderen Widerspruch darstellen, und zwar zwischen Armut und Überreichtum. Solche gedankliche Erwägungen hinterlassen natürlich Spuren, die gern weitergesponnen werden, allerdings nicht simpel umzusetzen sind. Tradition und ihre jahrhundertalte Entwicklung lassen sich nicht einfach auflösen, auch wenn man meint, dies ohne weiteres tun zu können.

Der gesellschaftliche Konsens trägt zum großen Teil mit dazu bei, in Großbritannien ziemlich offensichtlich eine Medienlandschaft, die jene Thematik gern für sich ausschlachtet. Auch darin sind große Geldsummen verknüpft. Es verdient sich gut per Klatsch und Tratsch, Lady Gagas Paparazzi hat einen faden Beigeschmack, wenn man an Lady Dis tödlichen Unfall denkt. Das schwingt bis heute mit, taxiert ebenso Prince Harry und Meghan.

Neid und Mißgunst geben sich die Klinke in die Hand

Wer die wüsten Beschimpfungen in den Boulevardmedien verfolgt, kann kaum zu einem anderen Urteil gelangen. Man könnte sich das ein oder andere Déjà-vu-Erlebnis vorstellen, welches Prince Harry zu durchleben hat, schließlich erging es seiner Mutter Lady Di genauso wie seiner jetzigen Frau, die Medien ließen keine Gelegenheit aus, um zu lästern, zu stänkern und hinzuzudichten.

Insofern kann man durchaus die Entscheidung nachvollziehen, daß beide als hochrangige Mitglieder der Königsfamilie zurücktreten. Gut so. Das spart Nerven, obendrein wird dadurch jenen lästigen Boulevardmedien Wind aus den Segeln genommen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Das Observatorium

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Im Observatorium
auf Zehenspitzen
Justin schlich rum.

Konsterniert
war er ein wenig,
ach was, schockiert.

Skibrille, Zeitung
hielt er parat,
zur Tarnung.

Detektiv wollt er lernen,
nicht die Sicht
zu den Sternen.

Leute beobachten,
Verbrecher finden,
zum Kadi verfrachten.

Immerhin, enttarnt
hat er eine große Lüge,
seither er Menschen warnt,

vor den Beobachtungsstationen,
den Brutstätten
heuchlerischer Konspirationen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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