Trumps Entgleisungen mit Stein des Anstoßes
Das Faß ist längst übergelaufen, spätestens jetzt mit dem jüngsten rassistischen Terroranschlag in Hanau, der ohne weiteres bequem als Einzeltat eines geistig umnebelten Spinners abgetan wird, wie dies u.a. ein Hans-Georg Maaßen sofort erkennt.
Der ehemalige Verfassungsschutzpräsident bleibt voll auf der Rolle, rechtsradikales Gedankengut zu verharmlosen, obwohl die Indizien bestechend grausam brutal jedwedes friedliches Zusammenleben gefährden, so daß sich die Gewaltbereiten plötztlich verstanden fühlen. Der Weg dahin wurde all die Zeit stets gefördert, begann bereits mit dem Verbot einer KPD, um gleichzeitig Parteien wie die NPD und AfD einfach gewähren zu lassen!
Rassismus sucht unterschiedliche Ventile, seinen Haß auszuleben
Dabei spielt die ideologische Ausrichtung eine untergeordnete Rolle, wie auch Annette Ramelsberger in der Süddeutschen zu Recht bemerkt, denn die Rechte und somit rechter Terror funktioniere eben nicht streng organisiert, es brauche keinen Führer mehr, man orientiere sich an die „Turner“-Tagebücher des US-amerikanischen Autors William L. Pierce, den Rassenkrieg als Bürgerkrieg im Visier, einem Endkampf der Weißen gegen alle anderen.
Gelebter Rassismus ausgerechnet auch mitten in Deutschland, der in Hanau all jene erschütterte, die noch glaubten, es würde einfach so weitergehen. Das Gegenteil muß festgestellt werden, rechter Terror darf sich stets ungebremst entfalten, die Politik hat nach wie vor kein schlüssiges Konzept, dies einzudämmen.
Wer einen US-Präsidenten gewähren läßt, darf sich nicht wundern
Dessen ständige Grenzüberschreitungen sind exemplarisch, sie verdeutlichen auch einen Freifahrtschein für Rassisten, rechten Terror. Dabei hofiert die Weltpolitik ihn unverblümt, wie es die Etikette und somit die Höflichkeit verlangt, obwohl etliche Fakten eigentlich dem neuen Zeitgeist widersprechen. Den Ex-Trump-Berater Roger Stone verurteilt man zu knapp dreieinhalb Jahren, während Trump selbst sich nahezu alles erlauben darf.
Er twittert fleißig weiter während der Urteilsbegründung, das Verfahren gegen Stone sei unfair. Das Gegenteil trifft zu, das ehemalige vorgesehene Strafmaß belief sich auf neun Jahre, vier leitende Staatsanwälte schmissen das Handtuch nach der Einmischung durch Ihro Gnaden Trump.
Und dann wundern wir uns, daß die Neue Rechte weltweit immer dreister auftritt, ein demokratisch-humanes Miteinander bis hinein in die Parlamente mit Füßen getreten, der Lächerlichkeit preisgegeben wird, rechtsstaatliche Errungenschaften hinterfragt und ignoriert werden, während man Einzeltäter und undurchschaubare Verbindungen wie den NSU nicht verhindern kann?
Lotar Martin Kamm
Kategorie: Quergedachtes