Mein Gesumm – mein Metrum

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Dieses ständige Surren,
Flirren in der Luft,
Flügelschläge,
Heuschreckenschwärme,
Pulsieren der Sphäre,
Pendelschwingen,
Fledermausschwirren,
Vibrieren in der Zeit,
diese ständige Geräuschkulisse,
egal wo ich mich befinde,
diese Ventilatorenlaute,
diese Hintergrundmusik,
dies leise Geheule,
diese Lärmtortur,
Folterwerkzeuge für die Ohren
schleichen sich unverfroren
in deinen Rhythmus,
bestimmen deinen Takt,
rauben dir deine Metrik.
Die Zeit der Verteidigung
hat begonnen,
mein Metrum gehört wieder mir,
der Kühlschrank steht jetzt
hinter der Kellertür.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Politische Nachhilfestunde aus Österreich

Sebastian kommentiert als Naseweis

Wobei solch simple Kunststückchen keinerlei Seltenheitswert innehaben, schließlich braucht es weder Kaffeesatz noch Glaskugel, um ein schwarzes-grünes Regierungsmodell auch hierzulande sich vorstellen zu können. Mit knapp sechzig Prozent würde eine derartige Koalition sicher im Sattel sitzen im Gegensatz zur derzeitigen Großen in Berlin.

Was Kurz‘ Österreich nach dem Scheitern mit Strache erreichte, mag insofern in Deutschland gelingen, wie er jüngst voraussagt. Und nun? Der Focus weist auf CDU-Politik-Neuling Friedrich Merz hin, der die Grünen als „Hauptgegner“ bezeichnet, wie er in einem T-Online-Interview geäußert haben soll. Danach sei rechnerisch vieles möglich.

Im Vorfeld zur Bundestagswahl eine diesjährige Neuwahl ausloten?

Wer eine kränkelnde SPD verunglimpft, der tritt gern auch anderen ans Schienbein, so neu dürfte das nicht sein. Selbstverständlich haben die Grünen ihre Optionen, mit wem sie in Zukunft koalieren wollen, zumal zwei andere Parteien nicht uninteressant sind, selbst wenn alle bekräftigen, sie wollen nicht Die Linke in einer Regierungsverantwortung wissen.

Derartige Töne erklangen in der Vergangenheit den Grünen gegenüber, die jetzt als zweitstärkste Partei bei Neuwahlen mitmischen. Da erübrigt sich jedwede Ignoranz. Was die rechtsradikale AfD anbelangt, möge sie in der Opposition versauern und am besten möglichst schnell in der Versenkung verschwinden, so was braucht keine Demokratie!

Keine Linke in Ösiland schafft andere Verhältnisse

Wie man leicht beim Ergebnis der Nationalratswahl im September des letzten Jahres ersehen kann, fünf Parteien gestalten die Politik, jetzt Schwarz-Grün in der Regierung, eine SPÖ, eine FPÖ und die NEOS in der Opposition. Für diese mag es ungünstiger kaum laufen, die Sozialdemokraten verloren fast sechs Prozent ihrer Stimmen, die Rechtsradikalen gar knapp zehn Prozent.

Im Gegensatz zu Deutschland fuhr die ÖVP satte 38 Prozent ein, wagt dennoch das Bündnis mit der „nur“ viertstärksten Partei, den Grünen. Allein Zahlen bestimmen längst keine Interessen. Der noch junge Sebastian Kurz mag im kleinen Österreich vielleicht die Losung „Ökonomie und Ökologie intelligent verbinden“ umzusetzen. Hierzulande würde Schwarz-Grün auf manch Widerstand stoßen.

Genau dies macht sich der BlackRock-Mann zunutze, unkt bereits im Vorfeld herum, was er alles meistern könne. Viel Rauch um nichts? Das wird sich schon bald herausstellen nach Neuwahlen oder der regulären Bundestagswahl.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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In der Straßenbahn

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Ihr Gesicht
eine wässrige Fassade
hinter
dem Wasserfall
ein Feuer
aus Verzicht

Sprühende Gischt
durchdringt
den kalten Nebel
glättet
die zerfurchte
Mienenwand

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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CSU erfasst regelrechte Raserei

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Vom (be)scheuerten Tempovirus befallen?

Warum nicht mal einfach den Spieß umdrehen? Monatelang mußte der gepeinigte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer Rede und Antwort stehen, was sein mißratenes Maut-Projekt betrifft bis hin zum Tempo-Limit auf bundesdeutschen Autobahnen, dessen Partei es stets verstand, dies keineswegs zuzulassen mit freundlicher Unterstützung einer Mehrheit im Deutschen Bundestag.

Gerade weil inzwischen die Linken von den Grünen Rückendeckung erhielten, beim nächsten Mal einem einheitlichen Tempo-Limit zuzustimmen, wurde der Stein des Anstoßes erneut initiiert. Obendrein da sogar der ADAC einlenkte und den europäischen Nachbarn beipflichtete, jene Richtlinie zu akzeptieren. Ein NoGo für alle Beherzte, die gern nach Lust und Laune der Raserei frönen möchten.

Welch simple Taktik, einem Tempovirus des Verkehrsministers Folge zu leisten, schließlich möchte man mitmischen bei Kungelei, man fühle sich dabei so herrlich frei. Umweltbedenken? Die könne man sich getrost schenken. Einfach ein paar CO2-Strafsteuern zahlen, schon punktet man in zukünftigen Wahlen. Trickserei wohin das Auge schaut, egal ob man dabei die Umwelt versaut.

Keine Sorge, werte Leser, jener kurze Reimjargon verfliegt ab jetzt, genug gehetzt. Dem „ständigen Verbotswahn“ möchte man unbedingt trotzen, CSU startet Kampagne gegen Tempolimit auf Autobahnen. Bereits binnen zwei Tagen fanden sich 10.000 unterstützende Unterschriften. Man darf schnell von wesentlich höheren Zustimmungszahlen ausgehen, denn der Deutsche liebt seine jahrzehntelange Narrenfreiheit ungezügelten Temporausches.

Wen interessieren schon Unfallstatistiken, zumal man schnell Gegenargumente auf den Lippen hat, wie gefährlich dichter Stadtverkehr oder Bundesstraßen seien, auch Emissionswerte entsprächen Lug und Trug, 30-km-Zonen pusten viel mehr Dreck in die Wohn- und Schlafräume von Städten. Soso. Das war’s  schon, werte Auto-Lobby? Wie fad.

Die Masse derer entscheidet, was des Unglückes Interpretation. Physikalische Gesetzmäßigkeiten lassen sich aber nicht austricksen, bei Tempo 200 und mehr bremst du zu spät, wenn vorm geistigen Auge dein Leben vorbeizieht und du in einem Stahl-Kunststoffknäuel per letztem Atemzug schnaufst, wissend, deine Nachfahren finden nichts mehr von dir, außer einer dramatischen Erinnerung, wie schön doch hohe Kw-Zahlen dein Ego kurz zuvor befriedigt hatten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Spaziergang mit Robert Walser

Mir ist’s, als ob ich mit dir schritt
auf deinem Spaziergange,
als deine Worte die Luft durchschnitt:
„Ich bin der und der.
Ich habe soundso viel Geld,
und ich darf mir herausnehmen,
unangenehm aufzufallen.
Ich bin zwar sicherlich ein Lümmel
und Tölpel und geschmackloser Kerl
mit meinem häßlichen Prunken;
aber es hat mir niemand zu verbieten,
lümmelhaft und tölpelhaft zu sein.“

Mir ist’s, als ob ich nach deiner Hand griff
auf deinem Spaziergange,
damit deine Worte auch die Zukunft begriff.
„Zum Teufel mit der miserablen Sucht,
mehr zu scheinen, als man ist.
Eine wahre Katastrophe ist das,
die Kriegsgefahr, Tod, Elend, Haß
und Verwundungen auf der Erde verbreitet
und allem, was existiert,
eine verwünschenswerte Maske
von Bosheit und Häßlichkeit aufsetzt.“

Mir ist’s, als ob ich in einer Zeitschleife häng‘
auf deinem Spaziergange,
deine Worte voller Hoffnung in die Welt säng‘.
„So sei mir doch ein Handwerker kein Monsieur
und eine einfache Frau keine Madame.
Aber es will heute alles blenden und glitzern,
neu und fein und schön sein,
Monsieur sein und Madame sein,
daß es ein Grauen ist.
Doch kommt es vielleicht mit der Zeit
auch noch einmal wieder anders.
Ich will es hoffen.“

Mir ist’s, als ob ich hätt‘ dauernd geflennt
auf deinem Spaziergange, Robert Walser,
aus Freude, deine Worte man zeitlos nennt.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Impeachment-Debakel war durchaus absehbar

Who makes America great again?

Ein jeder Trump-Fan – so die schlüssige, logische Antwort auf eine Frage der Superlative. Denn mal Hand aufs Herz, waren die USA jemals tatsächlich „great“? Sicherlich die Wirtschaftsnation Number One, der Hegemon mit der größten Militärmacht. Aber was hat’s tatsächlich genützt? Außer, daß die Superreichen noch reicher wurden, eine schrille Armut im Land der unbegrenzten Möglichkeiten vorherrscht?

Darum schert sich auch ein Donald Trump mitnichten, Hauptsache die zweite Amtszeit möge fruchten. Und seine Chancen stehen besser denn je nach dem Impeachment-Debakel der US-Demokraten. Obwohl dies ohne weiteres absehbar war, eine dramatische Folge bisheriger Verstrickungen und Lügenkonstrukte, die ziemlich simpel verdeutlichen, wie jene USA im Innern tickt. Wer am Geldhahn sitzt, kann fast alles kaufen, auch das mächtigste Amt im Lande, man muß nur übel genug drauf sein.

Wer oder was schwächt den Wahlkampf der Demokraten?

Man mag in Versuchung geraten, der Argumentation des Tagesspiegel-Artikels zu folgen, es fehle den Demokraten an notwendiger Frische, deren Kandidaten ließen wichtige Impulse missen. Andererseits beantworten die plumpen Argumente Trumps Erfolgsweg, mit Parolen, Medienverunglimpfung und einer Flut von Lügen lassen sich immer noch mehrheitlich die Wähler im Lande täuschen. Das spricht nicht für deren Verstand, offenbart eine gewisse Begriffsstutzigkeit vermischt mit entsprechender Naivität, ausgerechnet jenem Donald Trump Glauben zu schenken.

Dabei sah es zu Beginn im Dezember des letzten Jahres noch vielversprechend aus, zumal dieser US-Präsident gegen die Verfassung verstoßen habe, dessen Hexenjagd-Vorwürfe sich als Eigentore entlarven sollten. Von all dem ist fast nichts übriggeblieben, zu geschlossen stand das Bollwerk der Republikaner einer neugierigen Justiz gegenüber, die erst gar nicht die Chance erhielt, das Impeachment-Verfahren fair durchzuführen.

Beißender Sarkasmus löst keine Tragik

Am Ende verbleibt neben einem faden Beigeschmack, wirklich kaum etwas bis gar nichts bisherig erreicht zu haben, um diesen US-Präsidenten zu stoppen oder gar aus dessen Amt zu befördern, noch das Mittel der Satire, die Häme, die Freude über dessen lächerlichen Verfehlungen. Trumpomanie, noch einmal voll aufgedreht, doch es ist nunmehr zu spät, weil dessen Geist eben längst nicht verweht!

Somit haben die Amis im Lande und die Weltpolitik voraussichtlich noch bis 2025 diesen 45. US-Präsidenten auszuhalten, wo genügend Überraschungen aufwarten, die gerne als „great“ verkauft neben dessen Rolle auch als von Gott gegebener Übermensch glänzen sollen – halleluja.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Menno

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Sie rannten, rannten, rannten
den endlosen Strand entlang,
die Schatten zu fangen,
das Böse aus der Welt
zu verbannen im Sinn.

Ermüdend, ermüdend, ermüdend,
stets das Böse zuerst am Ziel.
Menno, schrie ein kleines Kind,
wir geben denen Rückenwind,
schützen sie vor der Sonne Strahlen.

Blinzelnd drehten sie sich um, um, um,
vor ihnen ein weites offenes Land,
bunt und hell erwachsen Vorstellungen,
fortschreitend, die Schatten blind folgen,
das Böse nun degradiert zum Mitläufer.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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