Hofierung rechtsextremer Gemeinnützigkeit

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Peter Webers „Hallo Meinung“ wird verschont

Heuchelei erblüht erneut in Deutschland, während man der Ansprache zum Holocaust-Gedenken des Bundespräsidenten Steinmeier lauscht, dürfen parallel auf einer Medienplattform rechtsextreme Meinungen ungestraft kundgetan werden, sorgt das zuständige Finanzamt für eine „gemeinnützige“ Anerkennung. Vor dessen Blog warnt das Bündnis Nazi-Stopp.

Welch fataler Widerspruch! Während vor knapp einem Jahr noch ROBIN WOOD und andere Organisationen die Haltung deutscher Politik zu Recht anprangerten, deren Gemeinnützigkeit in Frage zu stellen, um diese kurzerhand abzuerkennen, was einem massivem Angriff deutscher Justiz gegen unsere Zivilgesellschaft entspricht, machen hierzulande Behörden wie das Finanzamt Nürnberg ganz offensichtlich Nägel mit Köpfen.

Gemeinderat nahm seine Distanzierung schlußendlich zurück

Wie schon seitens den Nürnberger Nachrichten berichtet, reagierte der Schwarzenbrucker Gemeinderat nach einem regelrechten Shitstorm im Internet, um sich beim Unternehmer Peter Weber zu entschuldigen, wie auch in der Monitor-Sendung im Juli 2019 verkündet worden war.

Rechtsextremes Gedankengut, simpelst verpackt im angeblichen Jargon einer konservativen Werte-Union, setzt sich am Ende durch, um einen Gemeinderat zu nötigen. Das spricht Bände und zeigt mal wieder auf, wie kleinlaut ein sogenannter Widerstand an einer verpaßten Zivil-Courage scheitert. Ein Freifahrtschein und somit eine Aufforderung ähnliche Verhältnisse in unserer Republik zu bestärken. Umso besser, daß das Nürnberger Bündnis Nazi-Stopp eben nicht die Füße still hält und Widerstand mobilisiert.

Fakten spiegeln eine ernstzunehmende Gefahr wider

Da baut sich etwas äußerst fragwürdiges in diesem Land auf, unabhängig von europäischen oder gar weltweiten Einflüssen rechtsradikalen Gedankenguts. Was soll jemand mit gesundem Menschenverstand von unserer Bundesregierung halten, die einerseits wehmütig den Holocaust, die Nazi-Herrschaft verurteilt, andererseits unverkennbar eine Justiz gewähren läßt, die auf dem rechten Auge erblindet ist, obendrein Rechtsextremismus sich immer mehr entfalten darf?

Solange deren geistigen Brandstifter nicht entlarvt, benannt und gestoppt werden, Finanzämter rechtsextreme Unternehmer schützten, um parallel NGOs die Gemeinnützigkeit zu entziehen, darf sich niemand wundern, daß die braun-blaue Gesinnung in diesem Land Fuß faßt und sich etabliert.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Ein bißchen mehr

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Darf es ein bißchen mehr sein,
gerne,
ein Silbchen, ein Wort,
auf ein Wort,
muß man es verstehen,
das Palavern,
die Sonne scheint so schön,
Zeit will gefüllt werden,
Stille wiegt nichts,
keine Gedanken, die schwirren,
unruhig wird man da,
und sie hat gestaunt,
wirklich wahr,
das kleine Schwätzchen,
die neuen, alten Geschichten,
die muß man wissen,
was schadet ein bißchen mehr,
Zeit wiegt nichts,
Stille will gefüllt sein,
Schwermut, wer will sie tragen,
nein danke, nicht mehr,
gesättigt von der Leere,
der Inhaltslosigkeit der Wörter,
kein bißchen mehr,
stille Zeit darf leicht sein.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Corona sei Dank schieben wir nichts auf die lange Bank

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Von Mauern und Grenzen mit manchen Turbolenzen

Da ist sie endlich, wie schön, die Pandemie, so simpel war’s für politisch Verantwortliche noch nie, man kann nach Gutsherrenart schalten und walten, dat wußten ohnehin schon immer die Alten. Wenn Menschen per Panik versetzt, hat’s sich zu guter Letzt stets gelohnt, wird am Ende nichts verschont!

Erst recht, wenn ausgerechnet im Land der Mitte erfolgen jene extravaganten Fehltritte. Schließlich traut niemand den Chinesen, was bereits The Donald weltweit per Handelskrieg offenbarte. Außer Spesen nichts gewesen, erscheint jetzt auf der punktierten Weltkarte. Das Coronavirus erlaubt heftigsten Stuß zu allem Überdruß. Der Politik sei Tür und Tor jetzt offen, da nützt kein positives Hoffen.

Man kann jedwede Szenarien den Menschen zumuten, kritische Gedanken schlicht wegfluten. Verschwörungstheorien haben Hochsaison. Wer bringt Verantwortliche daraufhin zur Raison? Niemand mehr, es gilt ab jetzt jedwede Mär!

Kein Wunder, daß Russland nach der Mongolei seine Grenze schließen will, auch wenn solch eine Entscheidung äußert schrill. Haben Sie schon mal nen Virus an einer Paßkontrolle gesehen? Dat wird wohl niemals geschehen. Denn Grenzen und Mauern bieten kein Hindernis zum Auflauern, eine solche Pandemie stoppt man damit nie.

Überhaupt mag man nur noch staunen über jenes hysterische Raunen. Vor rund hundert Jahren hatte die Spanische Grippe sehr viel Todesopfer gefordert, von 25 bis 50 Millionen  muß man ausgehen. Was soll jenes mediale Gekeife, welches beordert? Das war damals ein wesentlich dramatischeres Geschehen.

Verharmlosung sei dennoch keine Option, es zählt ein vernünftiger Ton. Wie damit jetzt umgehen, wo doch keine Rede von einem Versehen? Zwischen Lustig machen und Phobien schüren, wohin wird das wohl führen? Wenn man dies ohne Glaskugel sagen kann, das wäre mal ein interessantes Programm.

Nüchterne Herangehensweise, weder laut noch leise, sei mal ne treffsichere Reise, die uns Menschen ansteht. Noch ist es nicht zu spät. Aber inzwischen kursiert manch schräges Gebet. Der ein oder andere möchte solch Gelegenheit beim Schopfe packen, was Nützliches für sich und seine Ziele abzwacken.

Wer real künstliche Panikmache schürt oder per Verunglimpfung andere zu Schandtaten verführt, der trägt eine gewaltige Schuld. Welch zynischer Kult, der sich mal wieder Bahn bricht. Es erfreut so manch Bösewicht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Es hätte sein können

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Nun hätte es sein können,
schließlich geschieht es dauernd,
die Bahn kommt zu spät,
der Bus fährt gerade weg,
der Wecker klingelte nicht,
ist jedem schon mal passiert,
täglich, tausendfach, oder nicht,
wetten, das gehört zum Leben,
deshalb, es hätte sein können.

Zu schön wäre es,
dieses zum Leben gehören,
kann man verzeihen, verstehen,
zu spät ins Bett gekommen,
festgequatscht mit Freunden,
Wecker nicht gehört,
ist jedem schon mal passiert,
täglich, tausendfach, oder nicht,
das gehört nicht zum Leben,
deshalb lüge ich heute gehörig.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Türkei schützt Vergewaltiger von Minderjährigen

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Frauenrechte gezielt mit Füßen treten

Was vor vier Jahren am Widerstand scheiterte, weil Empörung sich heftig ausbreitete, läßt sich heute mehr denn je versuchen, meint die Türkei mit dessen Pascha von Ankara, wohlweislich die „Familienehre“ argumentativ auf den Lippen.

Ein abscheulicher Gesetzesentwurf soll demnach Vergewaltigern Straffreiheit gewähren, in dem sie im Anschluß ihre Opfer heiraten. Unfaßbar, inwieweit das Patriarchat sich weltweit austobt, ohne es endlich auszubremsen und für immer von dannen zu jagen!

Noch im Januar erfolgt die Abstimmung

Selbstverständlich ruft jene dubiose Gesetzesvorlage Frauenrechtler weltweit auf den Plan, möge das Entsetzen wesentlich mehr anwachsen. So was nennt sich tatsächlich Zivilisation, in dem Peiniger solcher Straftaten ihre Sexualopfer per gesetzlich bestimmter Zwangsheirat danach weiter leiden lassen dürfen. Menschenrechte werden kurzerhand in Folterpraktiken legitimiert, die eine männliche Dominanz sich gesetzlich erlauben darf.

In einer Welt, in der auch die USA Frauenrechte zum Teufel jagen, angesichts einer uneinsichtig harschen Art wie The Donald sie an den Tag legt, gleichzeitig Rechtsextremisten jene frauenverachtende Praxis bevorzugen, sollte sich niemand wundern, daß jener Abschaum die Oberhand gewinnt.

Eine gezielt geplante Retourkutsche?

Hinsichtlich des Protestes, der jüngst in Istanbul sich zu artikulieren versuchte mit dem Protest-Tanz „Las Tesis“, den die Polizei noch im Dezember brutal gestoppt hatte? Davon kann man durchaus ausgehen. Frauenrechte sind halt unerwünscht im Sultanat Erdoğan, Männerdominanz wird viel eher gefördert.

Obendrein schwingt jene brutale Haltung mit hinein in die militärischen Vorhaben der Türkei, sich in Libyen verstärkt austoben zu dürfen, egal ob Friedensbemühungen tagen. Letztlich zählen Waffenexporte und langfristige Stellvertreterkriege, wie man unschwer in Syrien seit bald neun Jahren hinzunehmen hat.

Die Sure 4:34 offenbart ganz offensichtlich die Berechtigung, den Koranvers dahingehend auszulegen, Frauen hätten ihren Ehemännern nicht zu widersprechen, ihnen zu gehorchen, bei angeblicher Aufsässigkeit dürften sie gezüchtigt werden. Das macht sich das türkische Parlament zunutze, welch fataler Rückschritt, sollte jenes geplante Gesetz verabschiedet werden!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Keine Nächstenliebe

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Mal soeben die Füße vertreten,
weil der Kopf so raucht,
waren letztlich ungebeten,
so was keiner braucht.

Gedanken zügig kneten,
Eure ehrenwerte Durchlaucht,
Hilfebedürftige flehten,
so viel Haß in der Tat schlaucht.

Vergeßt unnötiges Beten,
weil nichts neues auftaucht,
sie feiern ihre dekadenten Feten,
mancher nach Leben haucht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Verhöhnung am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

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Merz und Amthor ebnen der AfD den Weg

Zugegeben, die zweite Überschrift mag überzogen wirken. Doch was steckt tatsächlich hinter jenem Fauxpas, den sich der Schatzmeister der Jungen Union, Philipp Amthor, und Friedrich Merz per Twitter-Tweets geleistet hatten? An ein Versehen ausgerechnet am Gedenktag zur Befreiung des Todeslagers von Auschwitz vor 75 Jahren mag man wohl nicht glauben.

Daher muß man von einer gezielten Provokation sprechen, erst recht wenn Merz bei seiner Aussage bleibt. Das paßt auch ins Bild jenes „stillen“ Kanzleranwärters, der sich bisherig eher bedeckt hält, welches politische Amt er in Zukunft ausüben möchte. Spekulation nützt nur niemand etwas, genauso wenig wie eventuelle Antipathie- oder Sympathiepunkte. Bei politischen Machtverhältnissen ist das eher irrelevant, wie man unschwer in den USA oder Großbritannien beobachten kann.

Holocaust-Leugnung entbehrt jeder Wirklichkeit

Geschichtsklitterung haben sich ganz besonders Rechtsextreme auf ihre Fahnen geschrieben, da fügt sich eine Verunglimpfung der Medien gleichwohl ins Konzept wie eine von langer Hand geplante Politikverdrossenheit. Hetze und Haßparolen treiben ihr Unwesen besonders in den Social Media, genau dort treiben AfD-Schergen ihr blaubraunes Spielchen, um möglichst viele zu verunsichern.

Die Rote Armee befreite schließlich am 27. Januar 1945 die noch wenig übriggebliebenen Gefangenen des Konzentrationslagers Auschwitz, der russische Kameramann Alexander Woronzow kommentierte die ersten Momente mit den Worten: „Das schrecklichste, was ich je sah.“

Steigbügelhalter oder naive Verharmlosung?

Ein Jurist und ein BlackRock-Mann dermaßen irritierend unterwegs? An soviel Zufälle mag niemand glauben, der noch mit ein wenig Restverstand versucht, das Ganze zu werten. Dennoch nicht leicht, weil ein entweder oder im Raume steht. Insofern wären beide in der verkehrten Partei, es sei denn, die Union möchte tatsächlich mit den Rechtsradikalen in naher Zukunft gemeinsame Sache machen.

Das widerspricht den Beteuerungen, daß man dies nicht dulden wolle. Was denn nun? Eine stoische Begründung, man möchte nüchterne Tatsachen hierzulande auch mal ansprechen dürfen, steht dem Zeitpunkt gegenüber, dem Gedenktag zur Auschwitzbefreiung. Ein NoGo, Herr Merz und Herr Amthor!

Da möchte man glattweg an kreativen Widerstand erinnern, wie dies Philipp Ruch im November 2017 praktizierte, mit dessen Berliner Holocaust-Mahnmal in Bornhagen, um jenem „Nazi-Großmaul“, Björn Höcke, eins auszuwischen. Vielleicht brauchen dies auch solche ungeschickten Politiker wie Herr Merz und Herr Amthor, um sie daran zu erinnern, was geht und was eben überhaupt nicht geht!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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