
© Doris Mock-Kamm

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Aufwachen, grübelnd erinnern,
was tags zuvor geschah,
ganz tief im Innern
manch Gedanke gebar.
Zweifel kommen auf,
wie meistern Probleme,
zu viele auf einem Hauf‘,
nicht für alles gibt’s eine Creme.
Lösungen liegen auf der Hand,
obwohl nicht gleich zu ersehen.
Dennoch kein Garant
für manch unerwartetes Geschehen.
Gespräche mögen hilfreich sein,
wenn Erfahrung mit im Spiel.
Du zögerst, fühlst dich noch klein,
verlier dabei nur nicht dein Ziel.
Am Ende lernst du doch schnell,
was das Leben von dir will.
Du stehst im Licht, strahlend hell,
verweigerst dich zu Recht jedem Drill.
Lotar Martin Kamm

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Augenblicklich
ist bereits geschichtlich
ein Wimpernschlag
die Zeit vorgab
ein schlagendes Argument
das Wort benennt
mit diesem Wissen
kann man auf alles pissen
man darf sich bekriegen
schlagen um zu siegen
Augenblicklich
ist bereits geschichtlich
ein Augenstreichler
klingt nach Wortaufweichler
mit Zärtlichkeit sehen
die Welt besser verstehen
neue Wörter können vereinen
worüber wir sonst weinen
man darf den Augenblick genießen
ohne auf alles und jenes zu schießen
Doris Mock-Kamm
Für einen Jacques Schuster von der Welt schaut das politische Dasein deutscher Bürger ziemlich simpel aus, ex oder hopp scheint hierbei als Frage im Raum zu stehen. Bei Russland setzt der Verstand vieler Deutscher aus, gibt er zum Besten. Wobei er nicht unbedingt Unrecht hat, sei schon mal vorweggenommen. Aber am Ende seiner Ausführung gelangt Schuster zum dialektischen Aspekt, sich für die ein oder andere Seite doch entscheiden zu müssen, einzig im Westen würden die Bedürfnisse einer Partnerschaft liegen.
Daß die Welt sich politisch vielfach wesentlich komplexer gestaltet, verändert und unbedingt daran anknüpft, scheint dem Chefkommentator der Springer-Redaktion entgangen zu sein, sonst hätte er sich nicht auf jene zwei Hauptargumente beschränkt, gegen oder für Putin, austauschbar hinsichtlich eines Donald Trump als Pendant im Westen. So what?! Welch Nonsens.
Ähnlich einem Cäsar, Daumen nach oben oder nach unten, friß oder stirb, USA oder Russland. Das Ganze bei der Frage des Bündnispartners. Die olle Kamelle eines Ost-West-Konfliktes, die real entfernte Mauer spukt immer noch in den Köpfen, und sei es bei Herrn Schuster. Sicherlich offenbart sich Putins Russland zunehmend autokratisch, doch gleich dem Deutschen zu viel Milde anzulasten, weil fast zwei Drittel mehr Wert auf bessere Beziehungen zu Russland legen, geht dennoch zu weit.
Seit wann sind denn die Grenzen Europas gleich verschoben, wenn die Krim plötzlich zu Russland zählt, im Donbass man nicht dem US-Westen zujubelt, sondern den Russen mehr vertraut? Zumal bekanntlich bereits mit Minsk II seit über vier Jahren weiterhin kein Frieden zu erwarten ist. Das hat weder mit Putin noch mit der Führung der Ukraine etwas zu tun, sondern mit der unbedingt geschürten Intervention des US-Westens durch sogenannter Maidan-Revolte. Ein Schelm, wer hierbei anders denkt!
Wenn wir’s nicht besser wüßten, könnte man daher erahnen, was die Welt in Wirklichkeit reitet, selbst wenn eine gewisse Spekulation im Raume steht, dennoch offensichtliches zutage tritt. Nichts geringeres, als das Volk auf Krieg vorzubereiten, deren Zeichen schon längst unheilvoll uns bevorstehen. Was als Übung für den Ernstfall jetzt im kommenden Frühjahr unter Defender 2020 uns „verkauft“ werden soll, könnte sich schnell als Generalprobe entpuppen, kurz vorm Ernstfall gen Russland. Welch Dramatik, mittendrin Deutschland im Herzen Europas.
Sicherlich handelt Wladimir Putin despotisch, kontrolliert Medien, verunglimpft jedwede Opposition in Russland, traurig genug, brüskiert plötzlich Polen und Tschechien, die Vergangenheit ruht nicht, nur daß Geschichtsklitterung längst neben der Neuen Rechten auch er selbst sich auf die Fahnen geschrieben hat. Im Kontext eines neu entflammten Ost-West-Konflikts wird jene Reaktion logisch, aber dadurch keinesfalls haltbar.
Lotar Martin Kamm

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Der Himmel hatte sich mit glitzerndem Pulver bestreut,
großzügig verteilt mit den Farben des Regenbogens
tauchte er die Landschaft in mattes perliertes Licht,
diffus wirkten der Sonne Strahlen, wie im Morgengrauen.
In ihren Gesichtern spiegelte sich der rot-bläuliche Puder,
wie die Abziehbildchen in ihrer Jugend glänzte die Haut,
in Kaugummipackungen als Beigaben wurden sie verkauft,
Spucke reichte, um sie für jeden sichtbar zur Schau zu tragen.
Weißt du noch, lächelten sie in den leuchtenden Abendhimmel,
und er wußte, Mutter gab ihm die Schokolade, Bonbons, Kekse,
nicht weil sie ihn so viel mehr liebte als die anderen Geschwister,
sie zollte ihm Tribut, damit er an Vaters statt für Ordnung sorgte.
Weißt du noch, lächelten sie in den leuchtenden Abendhimmel,
und sie wußte, Vater prügelte mit den Fäusten nicht auf sie ein,
weil er sie nicht liebte, er verzieh sich selber nicht seine Ängste,
an denen er litt, seit er aus dem Krieg heimgekehrt, als Invalide.
Ein leichter Händedruck, zärtliche Berührung, Vertrautheit,
in ihren Schritten die Vergangenheit mittragend, ohne Last,
sie hatten keine Eile, warm malte der Horizont Lichtgebilde,
auf ihren Rücken funkelnde Sandbilder, Atemhauch aus Zeit.
Doris Mock-Kamm

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Die Bundesbürger scheinen ein ziemlich dickes Fell zu haben, schließlich ertrugen sie 16 Jahre lang den Helmut Kohl, um schließlich nach kurzer Schröder-Zeit 14 Jahre lang die Angela Merkel in den Kanzlersessel zu hieven. Soweit die geduldige Wählerschaft, selbst wenn alle anderen dies schwerlich verdauten, sie hielten im wesentlichen still.
Was bedeuten dabei jene ominösen Umfragen, besonders gern, wenn unsichere Zeiten vorherrschen, gerade jetzt, wo doch die Angie kürzertreten möchte, am Ende nicht mehr als Bundeskanzlerin antreten will? Unkenrufe erschallen mal wieder, die AKK hatte noch den Friedrich Merz verbannen dürfen, eben nicht den CDU-Vorsitz zu erhalten. Manch Zeitgenosse beobachtete jenes Szenarium mit entsprechendem Unwohlsein, lautstarkem Seufzen, als sie sich durchsetzte, er ihr unterlag. Eine Farce par excellence!
In Wirklichkeit schlummerte Sympathie im Stillen, BlackRock sei Dank schob man dessen Einwirken nicht auf die lange Bank. Die K-Frage der Union in jüngster Umfrage ein Offenbarungseid, Deutsche wollen Kramp-Karrenbauer nicht als Kanzlerin. 13 Prozent sollen sich den Merz als Kanzler-Nachfolger wünschen, alle folgenden Plätze reihen sich schwach dahinter ein, so daß der Eindruck entstehe, er möge es in Zukunft richten. Ohje, da hülft nur noch entrüstetes Dichten.
Das alles in rechtsradikalen Zeiten, die Teutschland bevorstehen, man möcht‘ am Liebsten von dannen gehen, ohne sich im geringsten vorzubereiten. Bloß weg vor lauter Schreck! Welch dramatischer Gag. Was schon in Amiland mit dem blonden Dollen für genügend Probleme sorgt, läßt Sekt und Selters fließen, zu viele Flaschen entkorkt, vor lauter Verdrießen. Muß es denn ausgerechnet jener BlackRock-Merz sein? Oh, nein!
Die Befürchtung schwingt keineswegs ohne Grund, tut sich doch auf ein gähnend-dramatischer Schlund. Das Kapital bläst zur alles entscheidenden Schlacht, man hat längst entsprechendes Feuer entfacht. Es lodern bereits im Stillen so manch Flammen, Konzerne und Finanziers wollen jedwede Widersacher wegrammen, Hauptsache möglichst große Profite winken, selbst wenn etliche Schiffe längst sinken. Das kennt man doch aus Titanic-Zeiten, nix mit vorbereiten. Einfach stilles Erdulden, beim Merz gibt’s keene Schulden. Er weiß es zu richten, so wie mit allen anderen Bösewichten.
Und wenn im nächsten Jahr Neuwahlen ausgerufen werden, loofen sie hinter ihm her ins Verderben, Hauptsache ein Kanzler ward gefunden, erschallt es in aller Union-Munden. Der Rest der Republik fügt sich wie eh und je, welch schräges Klischee. So wie der Herr so’s Gescherr. Das wundert letztlich keenen mehr.
Lotar Martin Kamm

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Sie lachte,
das Auto hält,
Teergeruch,
die Straße,
zuhause.
Sie lachte,
das Gespräch,
unterhaltsam,
der Typ,
abgefahren.
Sie lachte,
hofft,
der Nächste,
nicht angehalten,
zufrieden allein.
Sie lachte,
spürt Asphalt,
aufrecht,
ihr Weg,
entspannt.
Doris Mock-Kamm