Unbesiegbar in die Apokalypse

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Größenwahn bestimmt den politischen Kurs

Seit Menschengedenken. Da hilft kein Ablenken, schon gleich nicht dem Gegner irgendetwas zu schenken. Kein Zollbreit wird nachgegeben, Mensch daher stets Krieg muß erleben. Soviel zum Reim, das sollte es bisher auch sein. Das Thema umsorgt uns viel zu sehr, weil Frieden letztlich eine Illusion? Mit Blick gen Europa, Jugoslawien mal ausgeklammert, seit über 74 Jahren durchaus möglich.

Woanders keineswegs gewollt, schließlich haben sämtliche Mächte ihren Anspruch, sich zu beweisen, bzw. der Welt, wer denn alleiniger Herrscher. Die alte Idee weltweiter Unterjochung, die tatsächlich noch nie funktionierte. Früher, weil Mensch nicht überall gleichzeitig sein konnte, bis heute, weil „lästige“ Bündnisse ihn daran hindern. Es sei denn, Feindbilder rechtfertigen sämtliche Strategien kriegerischer Szenarien. Der bis zum Mauerfall allseits bekannte Ost-West-Konflikt zwischen den beiden Großmächten, den USA und der UdSSR, war seine bis dahin größte Bedrohung.

Kein Ende in Sicht

Seitdem die Idee des realen Sozialismus zumindest in der UdSSR scheiterte, die historische Chance eines echten Abrüstungsabkommens verpaßt wurde. Mit Trump und Putin wird das erst recht nichts. Kann man von einem Narzißten und Oligarchen kaum erwarten. Der Hegemon wird seiner Rolle gerecht, dümpelt vor sich hin zwischen weltpolizeilichem Gehabe und Antiamerikanismus, während per Putins „absoluter Waffe“ Russland „Avangard“ in Betrieb nimmt.

Zurück zur Sprache des Militärs, assoziert doch so mancher mit Avangarte „künstlerische Bewegungen“, obwohl es im französischen Militärjargon zuvor die Vorhut bei Truppenbewegungen bedeutete, nämlich diejenigen, die als erstes vorrücken. Den Russen fällt somit nichts besseres ein, ihre Hyperschall-Rakete mit jenem Namen zu bezeichnen, schließlich kann man dann ja in 75 Minuten einmal um die Welt am Äquator fliegen – welch schnelle Superwaffe, um den Feind zu überraschen.

Niemand hat Schuld, es sind immer die anderen

Putintreue machen auf jene Nato aufmerksam, die zweifellos nichts gutes im Schilde führt, erinnert sei an Defender 2020 – Übung für den Ernstfall, oder vielmehr eine Generalprobe, wobei es keine Premiere gibt, sondern im Anschluß direkt den Krieg gegen Russland?

Andererseits folgt mit Avangard die Antwort auf dem Fuße, obendrein schmiedet Russland etliche Bündnisse zwischen der VR China, dem Iran und Syrien, selbst die Türkei dient als möglicher Partner. Insofern mögen noch ganz andere unheilvolle Allianzen den Weltfrieden bedrohen, erst recht mit Blick gen Mittleren und Nahen Osten. Mittendrin, längst als schwache Allianz degradiert, Europa, welches militärisch angeblich kaum etwas entgegensetzen vermag.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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In den Bäumen

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Lilien wachsen nicht auf Bäumen,
Grabsteine sie zuweilen säumen,

als Kind Himmel und Hölle gespielt,
in der Schule in Nachbars Heft geschielt,

mit Headbanging Frust ausgeschüttelt,
jung war ich da, an alten Werten gerüttelt,

Kinder stoben die Jahreszeiten hinfort,
wurde Heimat, für sie ein Zufluchtsort,

in den Bäumen zanken lautstark Krähen,
vielleicht deshalb keine Lilien zu erspähen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Wahlprognosen hierzulande alles andere als gut

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Neoliberale und Rechtsradikale profitieren

Heiligabend, wenn’s Christkind durchs Fenster aus manch Stube entschwindt‘, hat’s nicht unbedingt gutes unterm Tannenbaum hinterlassen, was man dort sehen kann, ist kaum zu fassen, das ärgert Frau und Mann, falls noch in der Weihnachtszeit man einen Blick riskiert. Heute nach dem Fest mag der Meinungstrend der INSA-Consulere GmbH uns manch dramatisches verkünden.

Demnach haben Neoliberale und Rechtsradikale eher zugelegt, während die linken Kräfte Federn lassen. Als noch im November die Grünen sich zur Bundestagswahl positionierten, schaute es insgesamt vielversprechend aus. So schnell kann es gehen, wenn die Wählerschaft sich blenden läßt.

Rechts-konservatives Lager hätte 53 Prozent

Seit der Wahl in Thüringen sind Szenarien einer Zusammenarbeit mit jener AfD nicht auszuschließen, insofern der Gedankengang eines „rechts-konservativen Lagers“ von Union, FDP und AfD ein mögliches Bündnis. Laut INSA führen die rechnerischen 28% der Union, 15% der AfD und 10% der FDP zur Mehrheit im Deutschen Bundestag von 53 Prozent.

Doch es kann nicht sein, was nicht sein darf, oder? Schließlich beteuern FDP und Union im Bundestag, nicht mit den Rechtsradikalen koalieren zu wollen. Allerdings sollte uns dennoch zu denken geben, daß die andere Seite eines eventuellen Linksbündnisses nur 42 Prozent erreichen, jene 21% der Grünen, 13% der SPD und 8% der Linken.

Soweit die grob zu trennenden sogenannten Lager. Doch politisch verhält es sich dennoch anders, weil die Grünen längst keine Zusammenarbeit mit der Union ausschließen. Unterschiedliche Koalitionen lassen vieles offen, zumal die neue Doppelspitze der SPD bereits jetzt schon für Diskussionen sorgt.

Ende der Großen Koalition in Sichtweite?

Somit auch der Weg zu Neuwahlen im neuen Jahr 2020? Angesichts etlicher Reibungspunkte zwischen Union und neuer SPD-Doppelspitze wäre dies durchaus denkbar. Selbst wenn die Sozialdemokraten noch mehr Wählerstimmen verlieren würden, ihre Glaubwürdigkeit als linke Partei sei dann aber wieder hergestellt. Somit ein Gewinn, um das desaströse Erbe von Gerhard Schröder endlich loszuwerden.

Aber was erwartet dann die Republik? Etwa doch eine Jamaika-Koalition? Schwarz-grün-gelb nach der Reihenfolge erreichter Wählerstimmen hinsichtlich des aktuellen INSA-Ergebnisses? Was noch im letzten Jahr scheiterte, soll auf einmal fruchten?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Ich bin es müde

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Ich bin es
müde

mag nicht mehr
üben

das Gefühl
trüben

um geliebt
zu werden

im Himmel
auf Erden

Ich bin es
müde

mich in den Schlaf
zu flennen

mein Herz
verbrennen

um geliebt
zu sein

ich bin es
mein Augenschein

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Weihnachten zwischen Business und Einsamkeit

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Heuchelei im Konsumrausch nimmersatten Reichtums

Weihnachten klopft mal wieder an die Tür, das Fest der Liebe, die Heilige Nacht. Sowohl das von indogermanischer Wortwurzel ableitende ueik als „aus- und absondern, weihen“ und das Germanische wīha für „heilig“ liefern die Übersetzung zur Wortentstehung Weihnachten  (Heilige Nacht) im Laufe des 12.Jahrhunderts.

Entgegen weiterverbreiteter Behauptung, das Weihnachtsfest hätten die Christen einfach mal vom germanisch-skandinavischen Julfest abgekupfert, kann dies bisher historisch nicht belegt werden, zumal sowohl der genaue Inhalt dieser Festlichkeiten als auch der genaue Zeitpunkt umstritten und daher unbekannt ist. Insofern erübrigt es sich, darüber eine diffuse Debatte loszutreten, sondern überlassen wir es dem Christentum, ihr Weihnachtsfest alljährlich zu begehen.

Vom Wandel der Fest der Liebe

Während früher der gemeinsame Gang zur Weihnachtsmesse weitverbreitet stattfand, auf diese Weise auch ein nachbarschaftliches Zusammenrücken in der Gemeinde Austausch und Nähe untereinander begünstigte, sowie das anschließende Musizieren und Singen vor dem Weihnachtsbaum, hat sich diese Tradition dann doch verändert. Familiengemeinschaftssinn ist geblieben, doch Festlichkeiten im privaten Umfeld haben dabei einen höheren Stellenwert erhalten, denken wir auch an die stetig wachsenden Weihnachtsmärkte, bei denen zunehmend das gesellige Trinken im Vordergrund steht, anstatt andächtige Bescheidenheit.

Aus der weltweiten Feier zur Geburt Jesus Christus am 25. Dezember wurde ein reges, geschäftliches Treiben. Vergessen wir nicht, daß in den Monaten November und Dezember der höchste Umsatz des Jahres im Handel zu verzeichnen ist. Klar doch, das Basteln und Backen findet immer noch statt in den Familien, das sich gegenseitige Beschenken allerdings hat an Umfang und Größe zugenommen in einer Konsumwelt des ewigen Runs auf viel Augenmerk zu symbolträchtigen Lebensweisen. Unterschätzt werden sollte dabei nicht der enorme Einfluß einer gigantischen Werbeindustrie, die alles unternimmt, um sämtliche Klischees eines Weihnachtsfestes zu bedienen. Wo kann da noch Platz sein für Besinnlichkeit, dem Ursprung, dem Fest der Liebe im lärmenden Rausch einer emsigen Gesellschaft?

Weihnachtsdepression und als Folge Selbstmord?

Um gleich mal mit einem Vorurteil aufzuräumen: Die Selbstmordrate ist zur Weihnachtszeit keineswegs hoch, sondern eher niedrig, dafür haben wir viel eher im Frühjahr und Sommer die meisten Suizide zu beklagen. Somit müssen wir uns vom Mythos der dunklen Zeit in den Monaten November und Dezember und der daraus resultierenden Selbstmordzunahme verabschieden.

Allerdings nehmen die Depressionen selbst alljährlich in den Weihnachtstagen erheblich zu. Kein Wunder, in einer Gesellschaft, wo Familiensinn rückläufig sich gestaltet. In einem Gespräch mit news.de begründet Thomas Bronisch vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München die erhöhte Suizidrate in den Frühlings- und Sommermonaten. Es falle biologisch in den sonnigen und warmen Monaten der Serotoninspiegel ab. Da Serotonin aber impulsives und aggressives bzw. autoaggressives Verhalten dämpfe, spiele das oft bei suizidalen Handlungen eine bedeutende Rolle, erläuterte Bronisch. Werden die Erwartungen während der dunklen Jahreszeit nicht erfüllt bei aufkommender Stimmung im Frühjahr, bricht bei solch gefährdeten Menschen eine Welt zusammen, dem Leidensdruck kann vor lauter Enttäuschung nicht mehr standgehalten werden.

Auch die alljährlichen Gründe, die zur Weihnachtsdepression führen, sollten nicht unterschätzt werden. Während die ältere Generation noch mit den vielen Besuchen klarkommt, scheint es die Jüngeren viel eher zwanghaft verpflichtend zu belasten. Eine zu hohe Erwartung an Harmonie ein Stolperstein beim Fest der Liebe? Auf alle Fälle spielt dies eine entscheidende Rolle, wenn im hektischen Alltagstreiben der Vorweihnachtszeitvorbereitungen eben nicht alles so glatt läuft, wie die Planung es vorsieht. Der eher zunehmende Alkoholkonsum darf hierbei nicht unterschätzt werden, dessen Folgen allgemein bekannt sein sollten, ein moralischer Zeigefinger daher hier ausbleibt.

Zu viel plötzliche Nähe zur Weihnachtszeit während das ganze Jahr lang viel eher Entfremdung gelebt wird? Diese Entwicklung kann durchaus den Rückzug begünstigen. Die Menschen werden tatsächlich einsamer trotz des vielen gesellschaftlichen Trubels. Vielleicht auch gerade deshalb, weil kaum noch Raum für die eigentliche Besinnung übriggeblieben ist?

Bedenken Sie, daß weniger manchmal mehr sein kann, wir behutsamer mit uns umgehen sollten, statt einer überzogenen Geschäftigkeit nachzueifern, die mit dem ursprünglichen Sinn des Weihnachtsfestes nichts gemein hat.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Dieser gewisse Moment

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Dieser gewisse Moment,
wenn der Reißverschluß klemmt,
nicht an dem Kittel, der Jacke,
beim Gegenteil von Pobacke,
also der am Hosenschlitz,
der bekanntlich vorne sitzt,
natürlich es pressiert,
wenn sowas passiert.

Dieser gewisse Moment,
wenn der Reißverschluß klemmt,
kein Weinen, Jammern nützt,
gleich stehst du in der Pfütz‘,
der Herrgott kann‘s nicht richten,
das mußt du allein mit dir ausfichten,
vergiß den Wunsch, den Erfinder zu köpfen,
kauf dir in Zukunft Hosen mit Knöpfen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Rassismus längst nicht ausgemerzt

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Kleingeister berufen sich auf ihr Recht der Knechtschaft

Allerorten blüht jener Rassismus auf, der als überwunden galt. Zumindest historisch betrachtet nach der Hippie-Zeit und einem US-Präsidenten Barack Obama an der Spitze der westlich zivilisierten Nation, auf die weltweit am ehesten geschaut wird, wo gerade jener Rassismus besonders sichtbar sich offenbarte.

Mit The Donald durfte dieser erneut sich ausbreiten, schwappt jene Einstellung welt- und europaweit in die Köpfe derjenigen, die so gar nicht bereit, diesen auszumerzen. Das gilt für Deutschland gleichwohl, ist aber allerorten spürbar. Doch wer zieht eigentlich die Reißleine, wenn schon die Politik selbst versagt mit Blick in viele Parlamente bis hinein in den Deutschen Bundestag?

Kann es Volkssport Nummer Eins richten?

Nach wie vor treiben besonders jene Hooligans ihr Unwesen in vielen Stadien, sorgen für entsprechend rassistische Stimmungsmache. Das gilt genauso im Lande eines Boris Johnson, die Beleidigungen gegen Nationalspieler Rüdiger schlagen hohe Wellen, beim Spiel zwischen Tottenham Hotspur und dem FC Chelsea wurde Antonio Rüdiger rassistisch beleidigt.

Der Fußball in der Pflicht, dem vehement einen Riegel vorzuschieben? Dabei unternimmt die FIFA bereits einiges an beherzten Aktionen, Rassismus nicht weiter zuzulassen. Das scheint dennoch nicht auszureichen, wie man erneut feststellen muß. Doch inwieweit kann es Volkssport Nummer Eins, der Fußball, richten? Ein tief verwurzelt gesellschaftliches Problem läßt sich nicht so einfach mir nicht dir nichts lösen, zumal gerade neben verantwortlicher Politik gewisse Sponsoren im Stillen jenen Rassismus gezielt schüren, was sich leicht bei zunehmendem Rechtsextremismus zeigt!

Die Johnsons, Trumps und Bolsonaros dieser Welt sind das Problem

Die Liste ließe sich beliebig verlängern, denken wir nur an Erdoğan, Orbán oder Babiš. Solange das Volk auf solche „Rattenfänger“ hereinfällt, darf sich Rassismus unverblümt ausleben, steht eine schweigende Mehrheit neben sich, ohne wirklich dagegen einzuschreiten. Und wir hatten allesamt gedacht, jene menschenverachtende Einstellung sei überwunden.

Wer einerseits linke Politik als illusorisch verpönt, um gleichzeitig jenen Neoliberalismus zuzulassen, darf sich nicht wundern, wenn er in einem faschistoiden System erneut aufwacht. Genau darin liegt der Hase im Pfeffer. Nur wollen das die meisten auch wahrhaben? Und falls manche dem zustimmen, ändert sich dadurch etwas? Eher nicht wie die Geschichte uns lehren sollte. Nur mittels beherztem Widerstand und wesentlich mehr Zivilcourage gibt es Chancen, wenngleich Mensch nur allzu schnell resigniert.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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