Abgang

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Es war mir eine Ehre,
nicht daß ich mich beschwere,
vergangen die Zeit,
nun bin ich es leid,
euch weiter zu beehren,
ich ziehe meine Lehren
aus unserer Gemeinsamkeit,
der steten Bitterkeit,
die sich daraus ergab,
weil jeder jeden umwarb,
bloß nicht auf die Füße treten,
lieber scheinheilig beten,
möge es dir gutgehen
und bereits beim Umdrehen,
dem gönn‘ ich, so wird gedacht,
Schlaflosigkeit jede Nacht,
jahrelang ich weiß dies,
Zusammenleben kein Paradies,
als Kind schon war mir bewußt,
Erwachsene lieben Dauerfrust,
um sich daran zu ergötzen,
wer ist Meister im Messer wetzen,
Wut war nie mein Begleiter,
mein Wesen ist dafür zu heiter,
der Vorhang senkt sich nun hernieder,
zur Feier im Foyer sehen wir uns wieder.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Globalismus setzt destruktiven Kurs fort

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Chancen für eine friedlichere Welt ferner denn je?

Keine Aussicht auf Umkehr der Verhältnisse, weil Menschheit schon zu weit fortgeschritten im Kurs unbedarften Raubbaus sämtlicher Ressourcen, einem ständigen Geifern nach noch mehr Reichtum, einer endlosen Welle der Gewalt in kriegerischen Auseinandersetzungen?

Wer sich hineinsteigert in solch Endzeitszenarien, in denen so gar kein Ausweg vorhanden zu sein scheint, der könnte wahrlich vor lauter Resignation verzweifeln. Andererseits bedeuten gerade all jene aufrechten Widerstandskämpfer im Sinne einer gerechteren, friedlicheren Welt Hoffnung auf vielen Ebenen. Sie sind es doch, die uns den Mut geben, nicht aufzuhören, an solche Zielsetzungen zu glauben, sie zu verinnerlichen.

Allerdings bedarf es dabei einer schier unendlichen Geduld, einer inneren Ruhe und Gelassenheit, eben weil die historischen Ereignisse sich stellenweise dramatisch überstürzen. Das hat sehr viel mit einer zunehmenden Erkenntnis derjenigen zu tun, die vorher eher keine Möglichkeiten hatten, an den Weltmärkten teilnehmen zu können. Als Folge des voranschreitenden Globalismus wuchsen auch bisherig unbekanntere Nischen zusammen, erschufen Wirtschaftsbündnisse neue Wege, auf die Märkte vorzudringen.

Jene Entwicklungen gingen aber oftmals viel zu rasant vonstatten, das Nachsehen hatten jeweils die Bevölkerungen in diesen Ländern, während einige wenige Clanführer oder Weltkonzerne sich die Gewinne teilten. Und erneut zeigt sich eine vollkommen verkehrte Politik, die eher den Vorgaben eines Wirtschaftsdiktats sich unterordnet, als die Menschen zu berücksichtigen. Wie sollte daraus etwas sozial Ausgewogenes fruchten, wenn stets einige Wenige an gewissen Schalthebeln bestimmen, inwieweit überhaupt reale Gerechtigkeit einsetzt? Sie wird schlicht und ergreifend mißachtet.

Wieviele Opfer braucht es denn noch, bis Menschheit endlich wirklich ein Umdenken real praktiziert? Die großen Organisationen, all die vielen Friedensbemühungen haben letztendlich nur punktuell die Not lindern können, mußten meist der Sprache der Militärs und Waffengewalt weichen, die sich zu oft dann durchsetzt, wenn Politik es nicht versteht, Mißstände im Kern zu entschärfen, vor allem die eigentlichen Ursachen zu beseitigen.

Dabei schließt sich der Kreis der Erkenntnis, daß eine generelle, weltweite Verteilung das Grundproblem darstellt. Solange auf der einen Seite ein paar sich fürstlichst bereichern, während die große Masse zu überleben versucht, viele gar erkranken oder an den ungerechten Folgen sterben, ändert sich nichts an den Verhältnissen.

„Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“ (Mahatma Gandhi)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Alles ist gut

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Es eilt, es schwebt,
es fliegt, es taumelt,
mit Glück,
genau an die Stell‘
die es von Ferne sieht
und ihm gefällt.

Es landet, es plumpst,
es knallt, es sinkt
nicht am
gewünschtem Ziele,
oh Jammer,
sie sind zu viele.

Abseits, daneben,
seitlich, entfernt,
von der Wiese,
der Traum zunichte,
die Welt länger
haben zu Gesichte

Rollen, drehen,
stampfen, wenden,
alles ist gut,
gekugelt die Flocken,
es darf als Schneemann
auf der Erde hocken.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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UN-Klimakonferenz wartet lediglich mit Minimalkompromiss auf

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Greta Thunbergs Worte verhallen ungehört

Ganz besonders beim Klimawandel hat Nationalismus so gar nichts verloren. Jene tiefgreifend logische Erkenntnis kam aber keineswegs an bei den verhandelnden Mitgliedern der UN-Klimakonferenz in Madrid. Sie endet ohne Einigung in wichtigen Punkten. Erneut vertagte sie eines der notwendigsten Themen, nämlich wie Industrieländer Klimaschutz auch im Ausland betreiben können.

Wirtschaftliche Interessen standen weiterhin im zentralen Mittelpunkt der viel zu zähen Verhandlungen. Svenja Schulzes Klimapäckchen kann niemand wirklich ernst nehmen, erst recht nicht ihr Unmut über den Ausgang der Klimakonferenz.

Seit 40 Jahren Weltklimakonferenzen

Vom 12. bis 23. Februar 1979 fand die erste First World Climate Conference (WCC-1) in Genf statt, neun Jahre später die zweite in Toronto, 1990 erneut in Genf, um schließlich 1992 beim Umweltgipfel in Rio de Janeiro eine globale Klimakonvention, die Agenda 21, ins Leben zu rufen. Danach folgten 10 Klimakonferenzen bzw. 11, 2001 mußte die 6. von Den Haag in Bonn fortgesetzt werden, mit einer Einigung über die Ausgestaltung des Kyōto-Protokolls. Ab 2005 fanden jährlich die UN-Klimakonferenzen statt.

Die viel zu geringen Verpflichtungen der Industrieländer zur Reduktion ihres Ausstoßes an Treibhausgasen, wie sie im Kyōto-Protokoll festgeschrieben wurden, verdeutlichen die Verharmlosung jener Konferenzen, der Ernst der dramatischen Lage wurde keineswegs wirklich verstanden.

Opposition verärgert – manche Staaten blockierten Entscheidungen

Vierzig Stunden nach dem geplanten Ende der UN-Klimakonferenz kam es dennoch zu keiner Einigung, den globalen Handel mit Klimaschutz-Gutschriften zu regeln, ein Armutszeugnis. Gretas Anmahnung in Madrid haben die Mitglieder wohl nicht beherzigt. Katja Kipping bemängelte, daß Madrid die Chance geboten hätte, klare weltweite Regulierungen einzuführen, um das Zwei-Grad-Ziel erreichen zu können.

Der klimapolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Lukas Köhler, vermeldet hingegen gedämpften Optimismus, die lang diskutierten Regeln könnten Grundlage für eine internationale Zusammenarbeit bilden, Taschenspielertricks wie die doppelte Anrechnung von Emissionsminderungen sollten allerdings rigoros ausgeschlossen werden.

Weit entfernt von irgendwelcher Einsicht sind Staaten wie die USA, Brasilien, Saudi-Arabien, Australien und Polen. Ob im nächsten Jahr in Glasgow die COP 26 als wohl wichtigste Weltklimakonferenz seit dem Pariser Weltklimaabkommen zu verbesserten, dringend notwendigen Ergebnissen führt, darf angezweifelt werden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Klima/Wetter

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Fingierte Wut

Es war nicht neulich,
viele Jahre ist es her,
die ersten Frühlingstage,
Lebensfreude umgarnte
die Menschen,
grüßten sich freundlicher,
lächelten mehr,
manche tänzelten gar,
so schien es mir,
lauter vernahm
ich ihre Stimmen,
nicht prahlend,
eher melodisch heiter,
viel befahren war
die Turmstraße
momentan nicht,
die Berliner schlenderten
durch die Straßen,
auf die Fahrbahn
werde ich geschubst,
mein Kind an der Hand,
Judensau,
dich hat man vergessen
zu vergasen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Trumpomanie – einmal noch voll aufdrehen

Als sei nix geschehen

Wir blasen zur Jagd, so geziemt es sich, gottgleich, am besten richtig widerlich, gut betagt, weil ohnehin allesamt super reich. Laßt uns die Demokraten per Telefonterror vertreiben, uns manch andere Posse gönnen, sie vierteilen oder schneiden in Scheiben, im übertragenen Sinne versteht sich, so ist halt das besagte Rennen. Wer das höchste Amt im Lande will, für den sei nichts wirklich zu schrill.

Wer dem Impeachmentverfahren trotzt, das sei mal soeben dahingerotzt, der darf sich noch ganz andere Dinge leisten, das wissen ohnehin wohl die meisten. Weg mit Menschenrecht und Klimaschutz, wer ist im Staate die größte Wutz? Genau, Humpty-Trumpty sitting on his Mexican Wall, using all day long some phone-call, twittering all over the world, exactly das zählt, America First und sein Geld!

Wat so nen Don als Junior ausmacht, das hat einiges entfacht, wäre doch mal jelacht. Ob per Trip gen Mongolei nen Riesenwildschaf schießen, nix scheint ihn zu verdrießen, sie ihn zunächst ohne Genehmigung ließen. Vitamin B und Prominenz, scheiß auf jegliche Referenz, bespickt mit entsprechendem Geldfluß, erlaubt solch Jägersmann selbst solch brutalen Stuß, weil er’s einfach kann. Wat für een Held, Tierschutz nicht im geringsten zählt.

Die Trumps mögen ihre Macht durchaus auskosten, weil im Senat die Mehrheit ihnen dienlich zur Seite steht, das weiß inzwischen jeder Vollpfosten. Und dennoch wär’s vielleicht zu spät, weil och anderes geht? Rubbish, Träume sind eh nur Schäume, wie widerlich. Ganz besonders im Zusammenhang beim Trump’schen sexuellen Überschwang. Frauen sind ohnehin nix wert, wer sie respektiert, lebt in seinen Augen wohl verkehrt. Hier schreitet man zur Tat ungeniert, greift ihr einfach in den Schritt, solch Gebärden halten ihn fit.

Die Trumpomanie nimmt heroisch ihren Lauf, wer nicht sputet, den schießt er einfach übern Hauf‘. Als Präsident halte sowieso keiner ihn auf, gottgleich kann man sich nahezu alles leisten, das wissen längst die allermeisten. Drum sind jetzt die Demokraten und andere gefragt, diesen Präsident endlich zu stoppen,

Schluß mit jenem bösartigen foppen, ob im Weißen Haus oder auf weltpolitischen Parkett, der Donald ist alles andere als nett. Niemand möchte mit dem blonden Dollen wirklich befreundet sein, och nicht nur so zum Schein, weil einmal mit jenem gesehen, ist’s schon geschehen. Da hülft hinterher och keen flehen. Das Ende der lästigen Geschicht‘ paßt so manchem nicht. Doch wird’s zur Pflicht, wenn zur 46. Präsidentschaftswahl das nächste Jahr beginnt, für jeden und selbst dem kleinsten Wicht, den Trump abzuwählen, gezielt geschwind. Ob dann die Amis die Welt mögen beglücken? Maybe, laßt uns daher Stühle rücken.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Übers Herz gebracht

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Manchmal Kraft verloren,
endlos schien die Strecke,
zu bedenken so vieles,
Erinnerung als Kompaß
zu sehen neue Wege,
ohne Liebe zu verlieren,
einen Ort auszusuchen,
der leicht zu finden,
ohne Gefahr zu laufen,
niemals mehr könnten
Enttäuschungen
mein Herz berühren.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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