Wilder Wein

Rotznase,
war nicht lieb gewesen,
stets artig sein,
war nicht mein,
manchmal gab‘s Hiebe,
manchmal Geschrei,
salzige Tränen,
Trostwasser,
das Gute dabei,
genossen jeden Tropfen,
der meine Lippen getroffen,
kein Nasenschleim
meine Zunge gekostet.

Rotznase,
war nicht lieb gewesen,
wird niemals sein,
das war gemein,
traf tiefer als Schläge,
schmerzte mehr als Brüllerei,
salzige Tränen,
Trostwasser,
ließ sprudeln den Quell,
trunken vor Glück,
selbst Rotz störte nicht,
betäubt war der Frust,
vom meinem wilden Wein‘.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Bolsonaro-Regierung ignoriert wochenlang Ölpest vor Brasiliens Küste

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Umweltkatastrophe größer als die Ölpest im Golf von Mexiko 2010

Eine derartige Haltung jenes despotischen Präsidenten paßt letztlich zu dessen Einstellung, stieg seine Regierung doch wie Trumps USA  aus dem Pariser Abkommen aus, Klimakrise und Umweltbelange werden einfach ausgeblendet zugunsten gewinnträchtiger Konzerne, wovon sie selbst ebenso partizipieren wollen.

2000 Kilometer Küste sind inzwischen verseucht, Brasiliens Regierung sucht die Schuld bei Greenpeace. Man wird an ganz ähnliche Verhaltensweise erinnert, hatte doch kürzlich Brasiliens ultrarechter Staatschef Jair Bolsonaro behauptet, Leonardo DiCaprio würde eine Mitschuld an den Amazonas-Waldbränden tragen, was der Schauspieler natürlich zurückweist.

Anzeichen von Bohrlöchern lassen illegales vermuten

Ein Techniker einer weltweit anerkannten Umweltorganisation möchte nicht ausschließen, daß es sich um Bohrlöcher handeln könnte, die weder gewartet noch geschlossen wurden, wobei die Ölindustrie selbst dahinterstecke. Auch könne es kein Schiff sein, da die Quelle viel zu nah von der brasilianischen Küste sich befände. Der Redaktion von Spektrum.de läge der Name des Technikers vor, der angesichts des feindlichen Klimas in Brasilien Umweltschützern gegenüber namentlich nicht genannt werden möchte.

Obwohl ökologisch besonders wertvoll, von touristischen Geschäftsverlusten mal ganz zu schweigen, scheint die verantwortliche Regierung viel zu dürftig zu reagieren, böse Zungen unterstellen Bolsonaro nicht zu Unrecht Rachegelüste, weil Brasiliens „roter“ Nordosten ihm bei den Wahlen keine Stimme gab. Haben etwa sämtliche rechtsradikalen Geister einen besonders kränkelnd narzißtischen Hang, wie man bei den Herren Trump, Erdoğan oder Orbán unschwer beobachten kann?

Umweltkontrollen sollen erst recht gelockert werden

Wie Jair Bolsonaro ohnehin vor seiner Wahl bereits angekündigt hatte. Welch fatales Verhalten. Man wünscht sich eine sogenannte global agierende Umweltpolizei herbei, die derartige Verbrechen besser auf dem Fuße ahndet, dafür Sorge trägt, diese sofort zu beenden!

Dessen Regierung verpaßte es schlichtweg, bei Bekanntgabe der Ölpest sofort zu handeln, angeblich sei bereits im September reagiert worden. Mit jener Verharmlosung der größten Ölpest im Lande ändert sich letztlich nichts zum Guten. Ganz im Gegenteil, Bolsonaros Verhalten ermutigt gar sämtliche Umweltsünder, erst recht ihren desaströsen Wegen zu folgen, während die Welt zuschaut, ihn gewähren läßt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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Nebelgesichter

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Selbst in engster Umarmung,
nicht die kleinste Ahnung
berührte des Herzens Haut,
von der Seele keinen Laut.

Auf schaukelndem Vlies
Verstand verstieß
jegliche Gedanken,
Gefühle Leere auftanken.

Ohne Inhalt verschwand
Schwere von Geisterhand,
löste Zweifel zur Brühe,
nichts erschafft keine Mühe.

Wenn politische Organisationen
Süßholz raspeln, mit Wasser-Ionen
dein Wesen zum Vakuum berieseln,
sind es Nebelgesichter, die dich anpieseln.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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SPD mit neuer Doppelspitze

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Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans konnten sich durchsetzen

Die einen freut’s, die anderen ärgern sich. Das Echo zur Wahl des Parteivorsitzes fällt entsprechend unterschiedlich aus, wen wundert’s. Das SPD-Establishment um Vizekanzler Olaf Scholz bekommt die Quittung, schreibt Christoph Hickmann im Spiegel.

Es wird von „sensationell vieler sozialdemokratischen Politik“ geschrieben, die sich angeblich durchsetzen konnte, einer fast schon unbeteiligten Abstimmung, da immerhin satte 46 Prozent es nicht für nötig hielt, sich an dieser zu beteiligen. Was sagt das eigentlich aus über jene SPD? Top oder eher ein Flop?

Dieser Linksruck darf als gutes Zeichen gewertet werden

Ganz besonders die Linken und auch Mitglieder bei den Grünen dürften sich die Hände reiben ob des Linksrucks jener angeschlagenen Sozialdemokraten, die nach der Schulz-Schlappe einen erheblichen, folglich kontinuierlichen Stimmenverlust hinnehmen mußten.

Wer die Marktwirtschaft lobpreist, verkennt die Realität, kommentierten wir noch im Hochsommer über den Zustand jener Partei, die SPDpur sei ein deutlicher Wink in Richtung Auflösung, dessen Weg bereits mit Herrn Schröder begonnen hatte. Ausgerechnet der Altkanzler zeigt sich skeptisch über SPD-Entscheid. Selbstverständlich kann dieser aus dessen Sicht nur „ungünstig“ ausfallen, weil somit die Große Koalition in Frage gestellt sein wird.

Mit dieser Union scheitert das Bündnis

Wobei dies letztlich schon wesentlich früher hätte stattfinden sollen, die Sozialdemokraten hätten vielleicht gar weniger Stimmen verloren. Nur nützen solche Erkenntnisse im Nachhinein reichlich wenig. Es gilt, jetzt das Beste draus zu machen. Mit Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans könnte das schon gelingen, allerdings auch nur, wenn die Mehrheit der SPD-Mitglieder sie mit unterstützt.

Bereits kurz vorm und vor allem während des Parteitages werden die ersten Weichen gestellt, steht die Koalitionsfrage zur Debatte. Ein Nein zur fragwürdigen Koalition mit der Union hat mitnichten etwas mit Angst vor Verantwortung zu tun, wie gerade Befürworter der GroKo gern behaupten, sondern viel eher mit einer konsequenten echten SPD-Politik, die längst geopfert wurde zugunsten der Regierungspolitik zurückliegender Jahre. Was danach geschehen mag, liegt am Wählerwillen, vor allem inwieweit er jener rechtsradikalen AfD weiterhin auf den Leim geht, eine Union mit im Boot dabei nicht ausschließt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Advent – so wie jedes Jahr?

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Advent, Advent, ein Wohnheim brennt –
Wer hat diese Nazi-Schergen gesehen?
Oder auch wieder hierbei sie niemand kennt?
Nichts entschuldigt dieses böse Geschehen!

Advent, Advent, erneut ein Kind wurd’ geschänd’t.
Klar doch, in der Familie einer war’s gewesen,
auch wenn niemand sich traut, ihn benennt!
Dem Opfer helfen keine Reden, keine Thesen.

Advent, Advent, ein Obdachloser auf der Straße pennt.
Die kalte Zeit nimmt ihren erbarmungslosen Lauf,
ein Taschendieb wird verfolgt, dieser ganz schnell rennt.
Der Berber sich umdreht und denkt: Was für ein Hauf!

Advent, Advent, viel zu hoch sind Gefängniswänd’,
wenn unschuldig man verhaftet wurde und flucht:
„Ach, hätt’ ich doch mein Glück nicht verpfänd’t,
jetzt lieg’ ich hier und ärger mich im Zellengeruch.“

Advent, Advent, das Geheimnis bleibt latent,
kaum jemand vermag im Stillen beten.
Oh, welch Tragik hier manches trennt,
die Menge schreit, sie scheut nicht, nach ihm zu treten.

Advent, Advent, wir haben unsere Gedanken ausgeblend’t.
Im Kaufrausch begeben sich alle, völlig bedenkenlos,
obwohl jeder die Ursache der Ausbeutung kennt,
wird immer noch er hofiert, bedient und ihm gehorcht – dem Boß.

Advent, Advent, ein Kind im Kerzenschein flennt.
Es hat nicht gehorcht, die Eltern nur die Bestrafung sehen,
während die Kinderseele längst aufgeschreckt wegrennt. –
Laßt Weihnachten in Frieden und Freundschaft geschehen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Kid Rock verunglimpft Showgröße Oprah Winfrey

Der Musiker zog rassistisch über sie her

Der neue Zeitgeist zeigt mal wieder ziemlich deutlich, wohin dessen Reise geht, sich gar fortsetzen wird, wenn wir nicht alle wesentlich beherzter an einem Strang ziehen, um diesen effektiver zu stoppen. Das vergiftete Klima rechtsradikaler Entgleisungen kann man ohne weiteres allerorten beobachten, bis hinein in den Deutschen Bundestag, europaweit oder in den USA selbst.

Kid Rock wurde nunmehr wegen rassistischer Tiraden von Bühne geworfen, zuvor hatte der Sänger mit derben Worten gegen Showgröße Oprah Winfrey geschossen, wie T-Online der Nachrichtenagentur spot on news entnommen hatte. Da bestätigt sich mal wieder, inwieweit die Gesellschaft selbst verroht, jede Möglichkeit verbaler Äußerung genutzt wird.

Woodstock III-Musiker sinkt dermaßen tief?

Dabei sollte man nicht außer acht lassen, daß Kid Rock 1999 beim Musikfestival Woodstock III zusammen mit Größen wie Arlo Guthrie, Sheryl Crow, Jewel oder James Brown dort wirkte, die garantiert keineswegs seine jetzigen Verunglimpfungen mittragen würden.

Andererseits bestätigt sein letztjähriger Werdegang gleichwohl ein derartiges Verhalten, schließlich unterstützte er Donald Trump bereits während dessen Wahlkampf vor drei Jahren, setzte somit wie zuvor auf den Kurs der Republikanischen Partei beim Wahlkampf gegen Barack Obama als Fan von Mitt Romney. Dessen verletzte Eitelkeit rächt sich daher auch gern an Oprah Winfrey, die ohnehin ziemlich selbstbewußt und erfolgreich ihre Karriere mit ihrer bekannten Talkshow beging.

Entsprechender Gegenwind folgt auf dem Fuße

Wie man unschwer mit jenem berechtigt erfolgten Bühnenrausschmiß ersehen durfte. Gut so, daß die Veranstalter der Honky Tonk Bar in Nashville (Tennessee) sich nicht beirren ließen. Das läßt tatsächlich hoffen, solchen Rassisten es eben nicht zu leicht zu machen, ihnen Paroli zu bieten, wo immer möglich.

Das gilt genauso für hiesige Auftritte sämtlicher rechtsradikalen Erscheinungen. Die wichtige Bemerkung seitens Herbert Grönemeyer, „kein Millimeter nach rechts“, deutet unmißverständlich darauf hin. Gleichzeitig liegt es eben auch an den Fans selbst, ob sie weiterhin einen Kid Rock unterstützen wollen. Wer es dennoch tut, darf sich nicht wundern, als Sympathisant rassistischer Einstellung bezeichnet zu werden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Brennender Staub

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Flirrender Mondschein taucht
den See in glänzende Steinchen,
sanft murmeln Wellen
an der alten Ufermauer
über märchenhafte Wesen,
berauschende Melodien
über wandelnde Sphären,
bis die Sonne alles Ungefähre
füllt mit brennendem Staub.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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