Er fiel noch nie daneben

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Er fiel
gestern,
gestern schon
fiel der Schnee von
gestern,
dreckig, matschig
liegt er da,
lag schon
immer da,
Kinder dürfen nicht
mit ihm spielen,
Erwachsene
schlagen sich darum,
bis sie Schwielen
kriegen,
er rieselte sanft,
funkelte im Glanz
des Mondes,
erwärmte die Gemüter,
deshalb
die vielen Hüter
von gestern,
vom Schnee
von gestern,
ihr Gehirn rieselt sanft,
reicht zum Denken
über den Tag,
gestern ist es
gemütlich gewesen,
er fiel
gestern,
gestern schon
fiel der Schnee von
gestern,
immer ist es
so gewesen,
der Schnee von gestern
fiel noch nie daneben.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Zum Vierjährigen von Makadomo (Querdenkende)

© Lotar Martin Kamm

Jubiläen haben manchmal auch etwas ergreifendes an sich, offenbaren sie doch einen zurückliegenden Zeitraum, es wird einem bei genauerem Hinschauen bewußt, was da inzwischen alles geschah. Mit Blick auf statistische Zahlen erst recht, aber die ersparen wir uns mal lieber. Wer in den Reiter Kategorien hineinschaut, wird fündig, wieviele Themen vorhanden sind.

Am 16. November 2015 ging dieses Blog ins Internet, WordPress sei Dank ohne große Komplikationen, kurz nach dem Pariser Terroranschlag, über den ich natürlich schreiben mußte. Seit dem 01. Dezember 2015 handelt es sich um eine Site mit der generischen Top-Level-Domain „.com“.

Am 31. August erfolgte eine Namensänderung, wir entschieden uns dafür, Querdenkende als Seitennamen aufzugeben, um sie Makadomo zu nennen, hauptsächlich weil innerhalb sogenannter Querfront sich gerne rechtsradikales Gedankengut einschlich. Diesen fragwürdigen Beigeschmack wollen wir mitnichten bedienen.

Wir wurden in nahezu allen Ländern der Erde gelesen, u.a. auch einmal im Inselstaat Vanuatu aufgerufen, nordöstlich von Australien gelegen, welcher zu den pazifischen Inselgruppen Melanesiens zählt.

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Rauchiger Duft

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Sie flashte
die Gäste
mit Feuer,
ungeheuer
spannend,
verbannend
alle Luft,
rauchiger Duft
im Raum,
kaum
noch erkennbar
der Sitznachbar,
überall keuchen,
kein entfleuchen,
sie singt,
es klingt
infernalisch,
gespenstisch,
Gläser klirren,
Lichter flirren,
Fenster zerbersten,
die Ersten
applaudieren,
manche auf allen Vieren,
sie verstehen,
dies ist Auferstehen,
ein einzigartiges Erlebnis,
vom eigenen Begräbnis.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Hartz-IV-Sanktionen immer noch nicht abgeschafft

Sozialrassismus weiterhin geduldet

Das Bundesverfassungsgericht hatte am 05. November eben nicht generell Sanktionen verurteilt, sondern hält sie als grundsätzlich für zulässig, lediglich die Höhe wurde bis auf weiteres begrenzt. Eine schallende Ohrfeige an alle Betroffenen, eine Befürwortung sozialrassistischer Vorgehensweise mit jener Gesetzgebung, um Menschen zu gängeln.

Karlsruhe entscheid somit, daß Mitwirkungspflichten auch mit Sanktionen durchgesetzt werden dürfen, eine 30-prozentige Leistungskürzung sei noch verhältnismäßig. Richter befürworten im höchsten deutschen Gericht somit, daß fast ein Drittel weniger als das Existenzminimum mit der Meschenwürde vereinbar sei. Welch dramatische, menschenverachtende Entscheidung! Die Bundesagentur für Arbeit reagierte nunmehr, hat Sanktionsbescheide für alle kassiert.

Was erst mal nett erscheint, entpuppt sich als Trugschluß

Sicher doch, die unter 25-Jährigen sollen von der Bundesagentur für Arbeit ebenso verschont werden wie ältere Betroffene. Man könnte meinen, das sei gerecht. In Wirklichkeit auch nur reine Makulatur, weil weiterhin Sanktionen greifen, zumindest bis zu 30 Prozent.

Was bereits schon vor über drei Jahren ein wichtiges Thema war für die engagierte Inge Hannemann, per Podiumsdiskussion für entsprechende Schlagzeilen sorgte, die Würde des Menschen sei sanktionsfrei, hat sich offensichtlich so lange hingezogen bis eben zu jenem dürftigen Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Eine unbelehrbare Politik ohne notwendige Einsicht, eigene Verfehlungen zuzugeben, da hält man sich lieber an altbewährter Knechtschaft.

Das BGE dringender denn je

Die berechtigte Forderung zitierten wir wegen der untragbaren Bemerkung der Deutschen Bundesbank, doch die Rente mit 70 gutzuheißen, eine Verhöhnung von Arbeitnehmern. Eigentlich nicht weiter verwunderlich, wer den ausbeuterischen historischen Verlauf betrachtet. Solange Mensch nicht endlich begriffen hat, daß Eliten uns bevormunden, ändert sich nichts an der Handhabung untereinander.

Letztlich wird es im Deutschen Bundestag mit gestriger Debatte vorläufig bleiben, als die Grünen und die Linken eine Abschaffung der Sanktionen forderten, die anderen Parteien fühlen sich berechtigt, jene Praxis als gerecht zu betrachten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Soziales

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Verfangen

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Luft ein wenig,
das stört nicht mehr
mit der Zeit,
so eng mit sich
und anderen stört
keine Beinfreiheit,
Schlaf im Liegen,
zusammen mit Verbrechern,
Mördern, ja Mördern,
wer weiß schon,
das Mädchen singt,
selbstvergessen,
Tarnung,
Männer, Frauen, Kinder,
Tarnung,
Rätselraten,
betroffene Gesichter,
Kopf leicht gesenkt,
vertieft,
er hustet wieder,
Betrüger, Vergewaltiger,
Ladendieb,
alle zusammen in einem Raum,
Absicht, pure Absicht,
Lauern, gegenseitiges Belauern,
erspart Verhöre,
Personenwechsel
in willkürlichen Abständen,
es soll Orte geben
mit minütlichem Austausch,
damit keine Freundschaft
aufkommt
zwischen all den Banditen,
den menschlichen Nieten.
Jemand zugestiegen,
die Fahrkarten, bitte.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Tempo 100 in Niederlande Signal gen Klimawandel

Wann folgt endlich Deutschland?

Was hierzulande endlose Debatten auslöste und letztendlich zu keiner Einigung erfolgte, lösen die Niederlande, indem dort tagsüber ein Tempolimit 100 beschlossen wurde. Allerdings sei noch unklar, ab wann dies gelten solle. Erwartungsgemäß hat der Verband der niederländischen Autohändler (Bovag) den Beschluß kritisiert.

Tatsächlich dürfte die Erneuerung nicht unbedingt bei vielen Autobahnabschnitten greifen, weil es bereits etliche gibt, wo längst ein Tempolimit von 100 km/h gilt. In diesem Kontext dürfte wieder die Diskussion aufflammen, wann hierzulande endlich die Bundesregierung entsprechende Maßnahmen ergreift. Die stoische Haltung des CSU-geführten Verkehrsministeriums sollte daher unbedingt neu überdacht werden.

In nahezu ganz Europa Tempolimits auf Autobahnen

Ein kleines Dorf leistet Widerstand – so der Beginn der Asterix und Obelix-Comics – übertragen auf die Verkehrspolitik darf auf deutschen Autobahnen oftmals ohne Tempolimit gerast werden, was interessiert die deutsche Auto-Lobby irgendwelche Umweltbedenken oder gar eine Klimakrise. Hauptsache der Profit stimmt.

In Lettland beträgt das Tempolimit 90, in Norwegen 100, in Estland 110, in vielen 120, in den meisten der Richtwert 130. Was heißt das im Klartext? Deutschland leistet sich jenen Luxus auf Kosten der Umwelt, des Klimawandels. Von Einsichtigkeit deutscher Politik keine Spur, was ebenso die Klimapolitik anbelangt. Insofern unterstreicht jene Haltung das eigene Unvermögen.

SPD windet sich, um Koalitionstreue nicht zu gefährden

So auch die unübersehbare Haltung zum Antrag der Grünen, wenigstens ein Tempolimit 130 durchzusetzen. Der Bundestag lehnte ihn kurzerhand ab, was durchaus absehbar war, obwohl die knappe Mehrheit der Bevölkerung einem Tempolimit zustimmt. Welch Paradoxum, oder?!

Von einem ernsthaften Willen, den Klimaschutz zu berücksichtigen, kann somit keine Rede sein. Wie lang mag das noch gutgehen, zumal nicht nur FFF mit Greta Thunberg an deren Spitze die verantwortliche Politik zu Recht anmahnt, sondern obendrein immer mehr Menschen endlich begreifen, wie dringend notwendig Handlungsbedarf besteht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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Weckkonzert in Kreuzberg 1977

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Herr Suter stampft gegen fünf aufs Klo,
acht Treppenstufen muß er runter.
Kein Wecker könnte pünktlicher sein,
schnell schlüpf ich aus der Tür,
acht Treppenstufen hoch auf Zehenspitzen.

Beeilung ist angesagt, bevor Frau Krämer
Viertel nach fünf durch diese Klotür will,
dann lieg ich wieder im noch warmen Bett
im Halbschlaf bis gegen fünf Uhr dreißig,
Frau Suter schlürft mit Putzzeug nach unten.

Während ich in der Küche Wasser erwärme,
auf der Treppe nach oben, unten reges Treiben,
poltern, klopfen, krakeelen, auch wir in Eile,
entspannt wird gefrühstückt mit Treppenmusik,
so einen stimmgewaltigen Chor gibt es sonntags nicht.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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