Pein nicht nur so zum Schein

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Verflixt und zugenäht,
viel zu spät,
er schließlich geht,
der wohlersonnene,
herzlich willkommene
kleine Moment.
Wir haben’s verpennt,
die Zeit einfach rennt,
ohne Erbarmen.
Wer hilft den Armen?
Eine eiskalte Welt mitnichten,
da nützt kein Dichten,
kein freundliches Wort.
Stillhalten ist wie Mord,
wer schweigt,
hat’s vergeigt.
Was uns das wohl zeigt?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Verbot extremistischer Parteien

Wie lang will unsere Demokratie noch wegschauen?

Das Maß ist randvoll, längst am Überlaufen. Dennoch wiegt und suhlt sich unsere Republik in Sicherheit, glaubt tatsächlich an des Menschen Verstand, der jenem rechtsradikalen Spuk Grenzen aufzuzeigen vermag, stark genug sei, dies auszuhalten. Der Krug geht so lang zum Brunnen, bis er bricht. Wenn das nicht bereits schon geschehen, möchte man klagvoll einwenden.

Hinsichtlich jener Nazipartei im Deutschen Bundestag muß man das leider feststellen. Diese darf unerschrocken ihre geistigen Ergüsse dem sogenannten selbst erklärten Volk zumuten, es habe deren Botschaften gefälligst auszuhalten oder gar zu verinnerlichen. „Die AfD missbraucht den Bundestag“, stellt Claudia Roth fest, um sie obendrein der systematischen Provokation zu bezichtigen. Das gehört eben zu ihrer Aufgabe, das genaue Hinschauen und –hören als Vizepräsidentin.

Mit der Sprache folgen Haß und Gewalt auf dem Fuße

Dazu benötigt es keinerlei psychologischen Kenntnisse, sondern da reichen völlig gesunder Menschenverstand sowie genügend Geschichtskenntnisse, ohne diese klittern zu lassen. Holocaustleugner und Nazisympathisanten hätte man von Beginn an wesentlich konsequenter wegsperren müssen. Funktionierte genau deshalb nicht, weil die Nazi-Vergangenheit nur halbherzig aufgearbeitet wurde, etliche nach deren Herrschaft wieder Pöstchen ergattern durften.

Wer ständig wegschaut, einen Verfassungsschutz ungestraft gewähren läßt, siehe besonders gen NSU-Prozeß, bis hin zur Verharmlosung der Neuen Rechten, der darf sich nicht wundern, daß sich rechter Terror sammelt.

Eine KPD verbietet man, eine NPD läßt man gewähren

Exakt darin bestand der historische Fehler hierzulande. Ausgerechnet im ehemaligen Nazi-Deuschland. Das konnte sich jetzt jene AfD zunutze machen, agiert weiterhin ungehindert. Die Folgen des Kalten Krieges mit der US-amerikanischen Horrorvision eines Feindes im kommunistischen Gewande erschuf gleichzeitig die Narrenfreiheit rechtsextremer Kräfte.

Wer aber A sagt, sollte unbedingt B sagen. Verpaßt er das, darf er sich nicht wundern, wenn rechtspopulistischer Geist sich ungehindert ausbreitet, auf dessen Nährboden erneut Haß erblüht, der sich austoben möchte. Konsequenterweise muß man rechtsextremistische Parteien verbieten, ebenso sämtliche Versammlungen, Vereine. Das wäre das Gebot der Stunde!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Ein Dunkel zuviel

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Dunkel im Haus
Schatten sieht man
im Dunkel nicht

Tränen im Rausch
Strömung verändert
gefestigte Ufer

Versteck im Herzen
Schutzlos reist immer
als Koffer mit

Mann im Vorteil
Haßwut an Opfern
mit Orgasmus abgeschmiert

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Ifo-Institut prognostiziert erneute Weltwirtschaftskrise

Ein Minus von 18,8 Punkten im vierten Quartal

Müssen wir jetzt allesamt in Ehrfurcht uns Sorgen machen, die Knie schlottern, oder aber übertreibt da etwa das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut ein wenig zu viel? Die Weltkonjunktur kühle sich weiter ab, verkündet Ifo-Präsident Clemens Fuest. „Die Experten erwarten ein deutlich schwächeres Wachstum des Welthandels, einen schwächeren privaten Konsum und eine niedrigere Investitionstätigkeit.“ Kommt das wirklich überraschend?

Keineswegs, obendrein muß man schon ziemlich blauäugig sein in der Erwartung auf ewigliches Wachstum und stetige Gewinne allüberall. Ausbeutung hat natürlich Grenzen, zunächst ohnehin für die arme Bevölkerung, den wirklich Reichen mag es schnuppe sein, sie haben ihre Schäflein im Trockenen. Jedenfalls die meisten.

Abwärtsbewegung auch in den USA – Deutschlands Haltung ohnehin fragwürdig

Tatsächlich? Nicht weiter verwunderlich mit Blick gen 45. US-Präsidenten. Wer hat denn vollmundig den Handelskrieg gegen die VR China initiiert? Kein geringerer als Donald Trump. Ihm haben die US-Amerikaner jenes bevorstehende Szenario zu verdanken, selbstverständlich gleichwohl all diejenigen, die ihm Folge leisten.

Daß auch Deutschland den Großmächten nacheifert, sollte bekannt sein, die Bundesregierung erhofft sich einen Rettungsanker mit der Bankenfusion von Commerzbank und Deutsche Bank. Dabei lauert bereits ein Friedrich Merz im Hintergrund. Von Zufall kann hierbei keine Rede sein!

Ifo kaum einer Kritik ausgesetzt

Das läßt allerdings tief blicken, erst recht wenn die Leibniz-Gemeinschaft das ifo-Institut dermaßen hoch lobt, dessen Forschungsleistungen gar als „sehr gut, in Teilen sogar exzellent“ bezeichnet. Wie heißt es so treffend? Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Insofern braucht sich niemand zu wundern.

Vor vier Jahren noch hatte das ifo behauptet, der in Deutschland neu eingeführte Mindestlohn koste fast eine Million Arbeitsplätze. Das trat mitnichten ein. Soviel zur exzellenten Leistung, man könnte den Verdacht hegen, die Einstellung jener Wirtschaftsexperten decke sich auch mit den Absichten eines Friedrich Merz, der bekanntlich Mindestlöhne ablehnt, obendrein am liebsten den Kündigungsschutz komplett abschaffen will.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Wirtschaft/Finanzen

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Verzaubernd herb

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Herbst
Nebel
den Himmel verwischt

Herbst
Winde
hinter Hecken lauern

Herbst
Frost
Boden zu Eis gefriert

Herbst
Blätter
zu Kunstwerken verwandelt

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Schallende Ohrfeigen an konservative Politik

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Kshama Sawant in Seattle – Belit Onay in Hannover

Dabei darf nicht unerwähnt bleiben, daß ganz besonders jene konservative Politik einen erheblichen Beitrag dazu leistet, den rechtspopulistischen Weg zu ebnen. Immerhin fließt viel Geld in deren Taschen, auch hierzulande hat eine AfD keineswegs aus dem Nichts dermaßen erfolgreich agieren können, entsprechende Finanzspritzen stiller Geldgeber taten ihr nötiges.

In Seattle mußte Amazon eine Niederlage einstecken, weil Kshama Sawant ihren Sitz im Stadtrat verteidigte. Die ehemalige Software-Ingenieurin wurde erneut in ihrem Amt bestätigt, konnte sich gegen den von Amazon gesponserten Gegenkandidaten Egan Orion durchsetzen. Als Mitglied der Partei Seattle Socialist Alternative lehnt sie natürlich eine Zusammenarbeizt mit der republikanischen und der demokratischen Partei ab, plädiert dafür, das Zweiparteiensystem aufzugeben.

Der Grünenpolitiker Belit Onay konnte sich gegen den CDU-Kandidaten und früheren VW-Manager Eckhard Scholz deutlich durchsetzen, wird Oberbürgermeister von Hannover. Damit wurde die Allmacht der SPD zum ersten Mal seit 70 Jahren unterbrochen, zeigt jene Wahl Signalwirkung, obendrein zum Trotz all jener Haß- und Hämebotschaften, die jetzt vielfach gerade von Rechtsextremen in den Social Media nachzulesen sind.

Was haben Sawant und Onay gemeinsam?

In der publizistischen Website Truthdig erschien ein Artikel über das politische Schaffen von Kshama Sawant, in dem Chris Hedges von der „gefährlichsten Frau in Amerika“ berichtete, als diese erneut zur Wiederwahl im Stadtradt von Seattle 2015 antrat. Dabei bot sie auch die folgende Einschätzung an: Die Grünen haben wichtige Beiträge zum Kampf gegen die weniger böse Politik der Demokraten geleistet. Sie hat Forderungen im Interesse der Arbeitnehmer, gegen die Herrschaft der Unternehmen, gegen den Krieg und gegen den Klimawandel erhoben. Ein herausragendes Beispiel ist Gayle McLaughlin, die als Bürgermeisterin der Grünen der kalifornischen Stadt Richmond die Wut der Wall-Street-Banken mit ihrem tapferen Kampf für die „Unterwasser“ -Hauseigentümer einlud.

Was bedeutet das eigentlich im Kontext zur hiesigen Politik der Grünen? Ganz einfach, sie sei aufgerufen, ihren politischen Weg neu zu überdenken, sich eben nicht auf die altverkrusteten Ansichten der konservativen Partei wie die CDU einzulassen, sondern vielmehr einen echten Sozialismus zuzulassen im täglichen Miteinander. Dabei betont Sawant: Die Feindseligkeit gegenüber sozialistischen Ideen ist jetzt nicht vorhanden, weil wir eine Mehrheit junger Amerikaner haben, die unter den tiefen Misserfolgen des Kapitalismus leiden. Rotköder wirken nicht auf sie. Als Sozialist habe ich nie Feindseligkeiten erlebt, außer seitens des Establishments. Insofern hat auch Belit Onay es in der Hand, in Hannover für eine entsprechende Politik zu sorgen, wenngleich die Ausgangslage hierzulande eine andere ist als in den USA.

Mordanschlag von Solingen politisierte Belit Onay

Folglich im Alter von zwölf Jahren, was ihn zunächst als Schüler veranlaßte, in die SPD einzutreten, sein Vorbild war Sigmar Gabriel. Ein wenig später fand er zu den Grünen, sitzt seit 2013 als Grünen-Abegordneter im niedersächsischen Landtag.

Er bedankte sich auf eigener Homepage für den Wahlsieg als Oberbürgermeister mit den Worten: Mein Angebot ist ein Angebot an alle Menschen in Hannover – egal wo sie herkommen, wo sie wohnen, wie ihr persönlicher Lebensentwurf aussieht. Ich möchte der Oberbürgermeister für alle Menschen sein. Das ist mein Versprechen. Zusammen sind wir Hannover!

Ein Lichtblick in politischer Landschaft, die mehr denn je vom rechtspopulistischen Gedankengut durchkreuzt wird, erst recht ein Grund mehr, jenen Nazis etwas entgegenzusetzen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Voll der Mond

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Dort, dort,
nah am Boden
tänzelt der Mond
mir glänzend ins Gesicht.

Nah, nah,
sein Licht,
durch Dunkel wattiert,
es mein Seel‘ streift.

Sein Licht, sein Licht,
wird heller,
strahlt,
die Welt erbrummt.

Wird heller, wird heller,
fährt vorbei,
rot sein Rücklicht,
voll krass der Mond.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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