Ich sehe mich an

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Ich sehe mich an
merke ich wein
gestern auch schon
morgen heul ich wieder
finde kein Ende
ich sehe mich an
Tränen benetzen Leid
halten es am Leben
es wird groß werden
noch größer
ich sehe mich an
weine um uns zwei
das Leid und mich
verschwimmen miteinander
werden eins
ich sehe mich an
merke ich wein
weiß bin nicht allein
das Schluchzen
Musik nur für uns zwei

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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China zwischen Kontrollverlust und Weltherrschaftsphantasie

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Trumps Zölle und Maas’ Einmischung erschüttern das Reich der Mitte?

Kann man tatsächlich dieses riesige Land, das zweitgrößte Asiens, real erschüttern? Vor allem nach diesem historischen Werdegang, dem imposanten Wirtschaftswachstum der letzten Jahre, welches zwar wieder stagniert, aber immer noch im Vergleich zum Rest der Welt frohlocken darf? Man sollte solche Abwägung getrost besser lassen, weil die Volksrepublik China ganz offensichtlich etliche Eisen im Feuer hat, die sie sich nicht nehmen läßt.

Bereits vor über drei Jahren betonte Arno von Rosen in seinem Artikel, das Reich der Mitte befinde sich nicht auf der Verliererseite. In anderen Worten, man sollte keine trügerischen Hoffnungen hegen, man könne das Land simpelst austricksen. Dennoch hat auch die VR China sich ihren Realitäten zu stellen, beschäftigt der Konflikt der Hongkong-Demonstrationen dessen Führung.

Menschenrechtseinforderungen nötig aber wirkungslos?

Mit Blick zur Todesstrafe im Riesenreich, deren Zahlen der Hinrichtungen ohnehin niemand wirklich weiß, sollte sich niemand der Illusion hingeben, die verantwortlichen Politiker ließen sich dadurch beeindrucken, wenn die Welt Gerechtigkeit einfordert. Obendrein kann gerade der Westen kaum damit punkten, weil in den USA gleichwohl in weit über der Hälfte ihrer Bundesstaaten sie noch angewandt wird. Welch Negativbeispiel.

Was dennoch Außenminister Heiko Maas nicht davon abhält, mit dem Hongkonger Demokratie-Aktivisten Joshua Wong sich zu treffen, China sich über ihn beschwert, Chinas Regierung prompt von einer „Art der Respektlosigkeit“ spricht. Die FDP fordert darüber hinaus, die Bundeskanzlerin solle sich ebenso mit Wong treffen. Die einen meinen, Öl ins Feuer gießen, bringe nichts, heize die Mißstimmung viel eher an, kritischen Hardlinern kann es nicht deutlich genug gehen, zumal Deutschland sich sowieso zwischen den Fronten des Wettrüstens befindet.

Chinas Scoring-System Anlaß zur Sorge

Während in der Süddeutschen Jannis Brühl unter der Überschrift seines Artikels „China, Orwell und die Angst des Westens“ noch den Wind aus den Segeln nehmen wollte, Experten würden dem Bild widersprechen, Chinas Scoring-System überwache und gängle dessen Bürger drakonisch, darf man dennoch die Frage stellen, was Chinas Führung tatsächlich beabsichtigt. An Zufälle sollte man sowieso nicht glauben, gewisse Vorahnungen haben durchaus Berechtigung.

Vor allem im Kontext einer aufstrebenden Wirtschaftsmacht wie China, die alles versucht, um ganz vorne mitzumischen im globalen Wettstreit. Der Handelskrieg mit Trump tut sein übriges, um das Ganze noch zu forcieren, während die anderen Industriestaaten fast schon ohnmächtig ohne wirkliche Konzepte eher als Zaungäste wirken.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Weißes ich

© Doris Mock-Kamm

Darf ich sie in weiß malen?
Wer konnte das schon verneinen!
Für die Ewigkeit im Bild bewahrt,
weiß, rein, das hat doch was.

Herausgeputzt im weißem Fummel
saß man erwartungsvoll, stundenlang.
Freudig der Moment des Betrachtens,
die Leinwand weiß bepinselt war.

Das Gezeter groß und hitzig.
Da ist absolut nichts zu sehen.
Siehst du in Weiß nicht dich,
wie willst du dich in bunt erkennen?

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Falscher Umgang mit den Neuen Rechten

Wer die AfD verharmlost, macht sich mitschuldig

Wird da etwa ein Schuh draus, den so gar niemand richtig einzuschätzen vermag, wohin das Ganze führt? Zurück in Zeiten, die wir längst als verarbeitet und überwunden wähnten, denken wir an die 1920er/1930er Jahre, bis hin ans Ende der Hitler-Diktatur? Natürlich sollte man den Finger in die Wunde legen, hinschauen, wer sich real mitschuldig macht bei einer um sich greifenden Verharmlosung jener AfD, die obendrein meint, sich selbst als bürgerlich zu bezeichnen.

Davon kann so gar keine Rede sein, wie auch jüngst watson so treffend zusammentrug in den 7 Zitaten des Herrn Alexander Gauland. In Wirklichkeit entlarvt sie sich permanent als Nazi-Partei, die obendrein noch schlimmer agieren würde, wenn sie denn dürfte!

Zuviel Aufmerksamkeit schadet eher

Die Stuttgarter Nachrichten gehen dieser Frage auf den Grund, bemühen als Beispiel zwei Talkshows, in denen die Talkmaster eher versagten in ihren Versuchen, ihre Gäste als das zu entlarven, was sie sind: rechtsradikal. Andererseits muß man es den beiden nicht unbedingt vorhalten, weil jene Klientel längst „eingearbeitet“ ist, nur zu genau weiß, welche Schalter zu bedienen sind, wieviel Kreide zu fressen ist, um trügerisch zu blenden.

Nichts neues, daß jene AfD ständig ihre rechtsextreme Haltung offenbart. Durch Wiederkäuen wird’s auch nicht besser, ganz im Gegenteil, Aufmerksamkeit verhilft ihr obendrein. Ignoranz als gegenteiliges Verhaltensmuster wäre mindestens genauso fatal. Insofern verbleibt eben das nötige Maß an Distanz mit gezielter Aufklärung, selbst wenn die Wähler jener Rechtsradikalen allzu schnell auf simple Phrasen hereinfallen.

Ende des Rechtsextremismus vorprogrammiert?

Das sollte man doch meinen, es sei denn, die Menschheit besteht darauf, weiterhin Zerstörung und Haß zuzulassen, wie er mal wieder weltweit versucht sich auszuleben. Mit Blick gen USA, Brasilien, vielen EU-Staaten. Dies gilt es, beim Namen zu nennen, ohne wenn und aber!

Dann greift auch die Erkenntnis, daß die Neue Rechte sich ganz von allein zerlegt, wie wir im Januar dieses Jahres feststellten. Daher hat der Verfassungsschutz unbedingt genauer hinzuschauen, selbst mit dem Wissen, daß Deutschland auf dem rechten Auge blind ist. Man kann nur hoffen, daß der Widerstand wächst, immer mehr Menschen eben nicht schweigend dulden, was erneut um sich greift. Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Morgendliche Zeremonie

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Früh war’s,
der Morgennebel
noch fest in den Ästen saß.

Behäbig
die Glieder sich streckten,
sogar der Traum war schläfrig.

Die Zehen
blieben unbedeckt,
teilnahmslos am Geschehen.

Ein Gezeter, täglich diese Kinderei,
ein Biß, der Eindringling vertrieben,
Minka genervt von dem Geschrei.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Stress im Alltag

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Jeder Tag hat nur 24 Stunden

Unsere schnellebige Zeit fordert täglich ihren Tribut von uns, wenn wir uns dazu bereit erklären, auch mal ein wenig genauer hinzuschauen in unseren Tagesablauf. Doch selbst dieser kurzen Reflektion des Alltags kann der ein oder andere sich nicht hingeben, weil die notwendige Muße dazu fehlt. Bekanntlich hat jeder Tag nur 24 Stunden, die uns viel abverlangen und auf diese Weise Streß aufbauen. Wie kann diese Entwicklung durchbrochen, gemildert oder gar beendet werden? Wodurch entstehen diese eigentlich völlig unnötigen Prozesse, denen wir uns unterordnen?

Blicken Sie einfach mal zurück, vielleicht fünfzig oder gar 80 Jahre, also noch vorm Zweiten Weltkrieg. Was unterscheidet die damaligen Zeiträume zur heutigen? Richtig, der Alltag gestaltete sich wesentlich ruhiger. Schweifen wir den beobachtenden Blick, vergegenwärtigen uns nur die Straßenbilder in den Städten und Dörfern: Was sehen Sie? Weniger Verkehr, dafür viel mehr Menschen zu Fuß, vor allem in den ländlichen Gemeinden. Gespräche finden statt, lauthals oder in leisen, vertraulichen Tönen, aber sie sind präsent, füllen den Raum mit Leben. Zwar waren es damals die Männer, die ihre Familien hauptsächlich ernähren konnten, doch die Mütter sorgten sich um ihre Kinder, konnten sich entsprechend ihnen widmen, Schlüsselkinder waren die absolute Ausnahme.

Nein, das soll jetzt kein Wunschdenken zurück zur „Frau an den Herd-Zeit“ sein, ganz im Gegenteil. Hätten damals schon Frauen die selben Rechte doch nur gehabt. Männer können ebenso die Rolle der Kindererziehung übernehmen, selbst wenn heute noch „Hausmänner“ schief betrachtet, als „Weicheier“ diffamiert werden, wo wir doch so tolerant uns wähnen. Das Leben gestaltet sich nicht nur über die Arbeit. TV, damals, ein Novum, gab es vorerst nicht, Anfang der 1960iger war es nur auf sehr wenige Programme beschränkt, in Familien herrschte noch reger Austausch, ob per Gesellschaftsspiele, Basteln oder auch einfach mehr miteinander Reden, die Zeit war nicht mit anderen Dingen „gefüllt“, das Stichwort, um wieder umzuschwenken auf unsere Gegenwart.

Der häufigste Satz, den der aufmerksame Zuhörer vernimmt: Ich habe jetzt keine Zeit. Stimmt das auch? Bei vielen tatsächlich. Sie sind viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, ein Termin jagt den nächsten, es geht doch nichts über einen vollgepackten Terminkalender, dann weiß man wenigstens Bescheid, daß man auch gebraucht wird. Übrigens hat es durchaus einen Grund, warum in den USA immer noch neben dem Arbeitsplatz auch der/die Therapeut/in mindestens den selben Stellenwert hat.

Unser verkorkstes, schnellebiges Leben muß halt irgendwie „sortiert“ werden. Anstatt sich mal zu fragen, was die Hauptursache ist, wird einfach ahnungslos herumgedoktert. Die Pharmalobby freut sich genauso wie fast alle Konzerne, die dem emsigen, zügellos menschlichen Treiben beinah schadenfroh zuschauen, weil die Verdienstspannen ihnen Recht geben. Jetzt könnten Sie ja fragen, was hat das damit zu tun? Nun, ganz einfach.

Solange der Großteil der Bevölkerung damit beschäftigt ist, diesem ewigen Run nach Erfolg, Ablenkung durch TV, PC-Spiele hinterher ist, um überhaupt lebensfähig dem Folge leisten zu gönnen, sind mehr als zwei oder noch mehr Jobs notwendig, der Faktor Zeit erhält eine dramatische Dimension. Es verbleibt keine Zeit, sich seiner selbst zu besinnen oder gar über das Leben, die Welt, diese ganzen Zusammenhänge nachzudenken. Soll auch niemand. Gestreßte Menschen sind zweckdienlich, funktionieren daher ganz im Sinne einer inhumanen Vorgabe. Und wer infolge des Streßes erkrankt, denken wir nur an Herzinfarkt, Burn-out, hat Pech gehabt. Es gibt genug Nachschub von uns. Reduziert sich mal wieder alles dem ewigen Profitgedanken, also auch der Streß im Alltag? Es schaut ganz danach aus.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Ständiges Friedensangebot

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Schief schielte ihr Zahn hervor,
der Eckzahn, der linke,
es schien, er winke
aus einem Hoftor.

Jedes Gespräch fand mit beiden statt,
man war hin- und hergerissen,
beide sehr gewandt, verbissen,
gierten nach Mitteilung, wurden nicht satt.

Kein Grinsen, keine böse Miene
konnte das Duo stoppen.
Was vermag Redeschwall schon toppen
mit eingebauter Friedensfahnenschwenkmaschine?

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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