Dekadenz behauptet sich

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Kaschieren ohne Unterlaß,
Hauptsache keiner merkt was.
Fakenews im Taumel der Realität,
noch ist’s nicht zu spät.
Durchschaut dieses fiese Spiel,
bevor sie erreichen ihr Ziel.

Was kostet uns dieser Spaß?
Außer viel Geld entsprechend Haß.
Man spricht dabei von Pietät,
wer wohl an wen aneinandergerät?
Welch fragwürdiger Stil,
so gänzlich ohne Gefühl.

Was manch einer einst besaß,
morgen wächst darauf Gras.
Nützt nichts, wenn man fleht,
kein Hahn mehr danach kräht.
Reichtum bleibt stets stabil,
macht den geeigneten Deal.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Bettina von Arnim prangerte sozialen Abbau an

„Unnütz sind eure Zucht-, Schweig- und Isolierhäuser“

Als Mitte des 18. Jahrhunderts das Zeitalter der Aufklärung seinen Höhepunkt hatte, erlebte Europa einige Jahrzehnte später die Französische Revolution, während in Deutschland erst im Jahre 1848 die Märzrevolution wütete. Heutzutage sind wir auch nicht weit entfernt von Revolten, und immer öfter mögen wir staunend feststellen, daß die Aufklärung in Frage gestellt wird angesichts sozialen Abbaus. Daher sollten wir uns ganz besonders jener Menschen widmen, die den staatlichen Sozialgedanken nicht nur entwickelten, sondern ihn bekannt machten.

So mancher mächtige Mann mag aufgeatmet haben, als Bettina von Arnim im Jahre 1859 im Alter von vierundsiebzig Jahren verstarb. Schon in früher Kindheit durchschaute sie den „beengenden Unsinn“ des Lebens und bezeichnete unverblümt die Vorurteile der Eliten als „das bösartigste Gift der Lüge“. Trotz vieler privater Initiativen, in denen sie gegen Konvention, Egoismus und Philister kämpfte, redegewandt und schriftlich, wagte sie es aber auch, sich in Briefen an König Friedrich Wilhelm IV. zu wenden. Zu Beginn erweckten seine romantischen Neigungen noch große Hoffnung in ihr. Doch ihrer Größe nicht gewachsen, reagierte er meist gekränkt, wenn sie seine Minister oder ihn selbst heftig angriff, denn er erahnte in ihr eine „polische Macht“, wie dies wohl zu Recht auch sich so verhielt.

Sie widmete ihm zwei Bücher, die sie in den letzten beiden Jahrzehnten ihres Lebens geschrieben hatte. „Mir schwebte eine Fabel vor, wie sich der Volksgeist deutlich bezeichnen lasse gegenüber einer Scheinmacht der Staatskunst, die zwar die Zügel lenkt, aber einen hölzernen Gaul reitet, der nicht vorwärts geht, während die Volksbegeisterung ein Flügelpferd ist, das mit seinem Feuerhuf die Wolken zerstampft, um sich Licht zu verschaffen… Dem Volk Genius sein, es umfassend stärken und erleuchten zur kühnen Tat, das ist des Königs Beruf“- dies schrieb sie in einem Widmungsbrief an den König. Dabei forderte sie sowohl in erdachten Gesprächen als auch in Erzählungen von ihm: „Es steht in den Sternen geschrieben: das Philistertum der Weltklugheit ist die Mördergrube des Herrschergeistes!“ Jedoch weder der König selbst noch die herrschenden Schichten hatten kaum die „Königsbücher“ gelesen oder gar verstanden, es mag auch an ihrem prophetisch visionären Stil gelegen haben. Bettina wußte, daß ihre kühnen Gedanken Zukunftsmusik war. „Die Zukunft wird einstimmen in den Grundton meines Geistes und der wird ihre Modulationen leiten und stützen, des sei gewiß.“

Werfen wir aber zunächst erst mal einen Blick auf ihre Vita

Catharina Elisabetha (Bettina) Ludovica Magdalena Bretano erblickte das Licht der Welt am 4. April 1785 in Frankfurt am Main. Sie entstammte einer etablierten italienischen Familie. Nach dem Tode der Mutter wurde sie seit 1794 im Pensionat des Ursulinenklosters in Fritzlar, ab 1797 von ihrer Großmutter, Sophie von La Roche, der Verfasserin des ersten deutschen Frauenromans „Die Geschichte des Fräulein von Sternheim“(1771), in Offenbach erzogen.

Sie lebte seit 1802 meist in Frankfurt und erhielt Privatunterricht in Zeichnen und Kompositionslehre. Es war wohl der Einfluß der Großmutter, der Bettina verleiten ließ, bei der selbst angestrebten romantischen Revolutionierung des Alltaglebens nicht in reiner Privatsphäre zu verharren, pflegte man doch in Sophies Salon in Frankfurt republikanisch engagierte Geselligkeit. Sowohl Künstler als auch Jakobiner, die dort verkehrten, prägten somit das Denken von Bettina in aufklärerischer, rationalistischer Weise. Sie unterhielt mit ihrem Bruder Clemens Brentano eine intensive Beziehung und war seit 1799 mit Karoline von Gründerode befreundet. Seit 1806 hatte sie eine enge Beziehung zu Goethes Mutter und letztlich auch zu Goethe selbst während der Besuche in Weimar 1807, 1810 und 1811. Diese waren die Grundlage zur Veröffentlichung (1835) des stark überarbeiteten Briefwechsels.

1802 lernte sie den Dichter Achim von Arnim kennen, während dieser ihren Bruder besucht hatte. 1811 heirateten beide. Die Zeit der Ehe als siebenfache Mutter verbrachte sie bis 1817 auf dem Gut von Arnim in Wiepersdorf. Danach lebte sie meist getrennt von ihrem Mann in Berlin bis zu seinem Tod 1831. Danach begann sie erst aufzublühen und empfing in ihrem Salon, Unter den Linden 21, die intellektuellen Größer jener Zeit, machte ihr Haus zum Treffpunkt unabhängiger Geister.

1843 veröffentlichte sie das Buch „Dies Buch gehört dem König“. Taktisch klug war ihre Widmung im beiliegenden Brief, weil sie ansonsten der Zensur zum Opfer gefallen wäre. Trotzdem wurde sie völlig zu Unrecht als Kommunistin verschrien, weil die Dichterin wenig Einsicht in wirtschaftliche, kapitalistische Verhältnisse hatte. Sie war viel eher dem utopisch-rationalistischen Sozialismus (Saint-Simonisten) zuzuordnen, der das Elend auf die Gleichgültigkeit und Unwissenheit des Menschen zurückführte. Ihr Bruder nahm zunehmend eine religiös-konservative Haltung an, während Bettina den Anschluß an die demokratische Bewegung Vormärz fand. 1842 traf sie vermutlich Karl Marx, auch weil sie sich den Ideen der Frühsozialisten verbunden fühlte, um dennoch den „Volkskönig“ in ihren Überlegungen einzubeziehen.

1844 begann sie Stoff für ein Armenbuch zu sammeln, verzichtete aber auf die Veröffentlichung während das preußische Militär den Hungeraufstand der schlesischen Weber niederschlug. Der Hauptgrund war wohl, weil sie in Verdacht der Verschwörung der Aufständischen stand. Im Jahre 1847 verurteilte man sie im Magistratsprozeß zu zwei Monaten Gefängnis, die höchste Strafe für Adelige, aber durch Intervention eines verwandten Ministers erhielt sie Straferlaß. Sie veröffentlichte die Flugschrift „An die aufgelöste Preußische Nationalversammlung“ (1849) und trug mit dazu bei, daß der Revolutionär Gottfried Kinkel freigelassen wurde. 1852 schlug sie dem König diesmal vor, die freiheitlich-demokratischen Tendenzen zu fördern und selbst ein Volkskönig zu werden. 1854 befiel sie ein Schlaganfall, der sie einseitig lähmte, und sie verlor dabei ihr Hör- und Sehvermögen. Am 20. Januar 1959 schloß sie für immer die Augen im Kreise ihrer Familie und wurde an der Kirche von Wiepersdorf neben ihrem Mann beigesetzt.

Vogtländer, bejammre nicht dein eignes Geschick

Betrachten wir einmal näher, welche Ansichten sie nicht nur vertrat, sondern nach außen auch vehement verkündete, einforderte. Es war ebenso die Altersweisheit und der Mutterwitz der Frau Rat Goethe, mit der sie sich seelenverwandt fühlte, und sie veranlaßte, wenn meist auch in poetischer Wirrnis, aber mit genialer Ausdrucksweise, höchste Erkenntnisse über das Wesen des Menschen, der Moral, der Religion vor allem beherzt dem König darzulegen. Ganz besonders setzte sie sich für die Verbrecher, die Verlierer der Gesellschaft ein.

„Unnütz sind eure Zucht-, Schweig- und Isolierhäuser… Diesen vom Schicksal Zerschmetterten, der meist von jener Kehrseite des irdischen Glückes herkommt, der wir den Rücken kehren, den nennen wir nicht krank, sondern Verbrecher, weil er in seiner unberatnen Leidenschaftlichkeit unseren Egoismus verletzt; in jenen bittern Heilanstalten der Moral empfängt ihn die Verzweiflung statt der Krankenpflege… Wären wir geistig ganz gesund, so ist unmöglich, daß wir nicht auch den Verbrecher heilten… Wären die Großen nicht mit dem Wahn behaftet, das Richteramt sei ihnen von Gott vertraut, so würden sie ihre Sinne anstrengen, einen Weg der Gesundung für die Verbrecher zu finden.“

Dies waren bereits Therapievorschläge, die erst viel später beachtet und eingesetzt wurden. So schlug sie auch in diesem Sinne vor: „Musik, allgemeine Weltsprache! Warum fragt ihr nicht in dieser sein Herz, seinen Geist? Er würde tiefer antworten, für euch belehrender! Musik! Trieb, den versunkenen Lebensgeist aus dem Wahnsinn zu wecken! Bedenkt, Menschen! Es ist ja nur ein Verneinen, das Böse! – fragt ihn doch so, daß er müsse mit ja antworten, so habt ihr ihn gerettet.“

Im berühmt gewordenen Brief an den Berliner Magistrat, bei dem sie gerade noch wegen Beleidigung einer Gefängnisstrafe entging, bekannte sie: ,,…Ebenso stelle ich noch höher (als das Berliner Bürgerrecht) die Klasse des Proletariats, ohne dessen ihm angeborenen Charakterkräfte, des Ausharrens im Elend, im Entsagen… wenig Ersprießliches zum Wohl des Ganzen würde befördert werden… Die Gründe also, warum ich den Proletarier am höchsten stelle, ist, weil er der Gemeinheit enthoben ist, als Wucherer dem Weltverhältnis etwas abzugewinnen… Offenbar ist daher das Verhältnis des letzteren zur Nation das edlere, durch seine Hilflosigkeit das Ehrfurchterweckendste.“

Lange vor Gerhart Hauptmann klagte sie die Öffentlichkeit an, was das Elend der schlesischen Weber anbelangte, schreckte nicht zurück, zusammen mit einem jungen Schweizer die berüchtigte Armenkolonie vor den Toren Berlins zu begutachten. Im dortigen „Vogtland“ waren in nur 400 Zimmern 2.500 hungernde Menschen zusammengepfercht, mußten sich gegenseitig ihre Kleider entlehnen, damit einer von ihnen auf die Straße gehen konnte. Im Anhang ihres Königsbuches setzte sie die Worte voran: Vogtländer, bejammre nicht dein eignes Geschick. Beklage nur die, die kein Mitleid fühlen mit dir. So war es auch ein entfernter Verwandter ihres verstorbenen Mannes, der damalige Innenminister von Arnim, der sie am Aufstand von 1848 mitbeschuldigte.

Ihr war es auch zu verdanken, daß den Brüdern Grimm nach jahrelangen Verhandlungen eine ehrenvolle Lehrtätigkeit an der Berliner Universität angeboten wurde. So kommentierte sie den Empfang: Den irdisch Verkümmerten, denen wollen wir helfen, aber jene, die geistig sich der Wahrheit opfern wie die Grimm, denen wollen wir die Knie umfassen, daß ihr Segen über uns komme.“

Es gab aber neben vielen anderen sozialpolitischen Belangen auch bei Bettina noch das wichtige Kapitel in ihrem Leben, was das Verhältnis zu den unterdrückten Juden anbelangte, deren Elend sie hautnah im Frankfurter Judenviertel verfolgen konnte. „Da wird das Herz mir ganz schwer, ich muß mich verachten, daß mir nichts fehlt am Lebensgenuß, da fühl ich mich beschämt durch die Judenkinder… dann kränkt mich aller Lebensglanz wie Spott… dann schwör ich der vornehmen Welt ab, die so viel Not hat, ihre Ahnen zu zählen, bloß um das Volk verachten zu können. Der Jude kennt die Christen und fühlt, was sie ihm antun, sie aber kennen nicht den Juden und nicht sich selber, und ihrer Religion Versöhnungsmilde ist ihnen verlorengegangen… Die gesamte Christenheit drängt die Juden in die Hölle… dieser Hohn gegen den älteren Menschenstamm, der ist der Aussatz der Christen… Alle Heiligung der Kirche ist Lüge, solange sie Verfolgung übt.“

Das Leben der Bettina von Arnim ist viel zu vielfältig verlaufen, als es in einem einzigen Artikel umfassend zu entblättern wäre, und dennoch sei angemerkt, daß im Jahre 1985 im Umfeld der Bettina-von-Arnim-Oberschule die Bettina-von-Arnim-Gesellschaft als literarische Namensgesellschaft und Schulverein gegründet wurde.

Eines dürfen wir nicht vergessen, es waren in erster Linie mutige Menschen wie Bettina von Arnim, wie auch schon vor ihr Sophie Charlotte, die entscheidend mit dazu beigetragen haben, daß der soziale Gedanken mit der Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV) am 23. Mai 1863 in Leipzig, dem offiziellen Datum der daraus entstandenen SPD, endete. Daß diese erste Arbeiterpartei hierzulande den Sozialstaat wieder zugunsten der Herrschenden abbaut, kann beschämender kaum sein, wenn man an die Herzlichkeit und das Engagement der Bettina von Arnim denkt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Soziales

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By the way

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Mit der Bürde der Unfaßbarkeit
verschenken wir Aufmerksamkeit,
für ihren grotesken egoistischen Haß.

Hämisches Grinsen, ihr Identitätspaß,
verteilen sie zuhauf als Dankeschön,
sich tagtäglich in den Medien zu seh’n.

Nur das Radikale in Wort und Schrift,
die brutale Drohung, wir ficken dich,
nutzen sie um Empathiewut zu erreichen,

wir lassen uns so gnädig verscheißern.
Ihre Labyrinthwände helfen wir zu bauen.
Hey, that´s the way, Zukunft zu versauen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Trumps klägliche Rede an die Nation

Mauer vs. US-Shutdown

Entsprechend dem Gleichnis mit den Mauern in manch Köpfen bestätigt dieser 45. US-Präsident, was sie reell anrichten kann. The Donald hielt für neun Minuten seine erste Rede an die Nation zur besten Sendezeit, um die Moral zu entdecken. Dabei stellt er sein Mexiko-Grenzmauerprojekt in den Vordergrund, spricht von einer „humanitären und Sicherheitskrise“ an der Grenze zu Mexiko. Einen bisherig 18-tägigen Shutdown scheint er dabei in Kauf zu nehmen.

Jene Mauer solle „Liebe für das Innere“ symbolisieren, Verbrechen illegaler Einwanderer stellt er erneut an den Pranger. Unter allen Umständen möchte er sein Wahlkampfversprechen durchsetzen, obwohl inzwischen die Demokraten eine stabile Mehrheit im US-Kongress erzielen konnten.

Rückläufige Festnahmen an der Südwestgrenze

Bestätigt das Migration Policy Institute, Einwanderungsexperten bezifferten noch fürs Haushaltsjahr 2000 ca. 1,6 Millionen Festnahmen an der Südwestgrenze, im letzten Jahr waren es hingegen nur noch rund 397.000. Obwohl die Zahl Asylsuchender gestiegen ist, kann von Trumps Krisenszenario kaum die Rede sein. Vielmehr verdeutlicht seine menschenverachtende Haltung, was ihm tatsächlich wichtig erscheint, dessen Null-Toleranz-Politik verschärft viel eher unnötig die Situation vor Ort.

Es waren die USA selbst, die in erster Linie in Mittel- und Südamerika genügend Schaden anrichteten in den vergangenen Jahrzehnten mit ihrer Politik der Einmischung, den CIA-Aktionen, gar brutale Machthaber real unterstützten. Daß nunmehr Menschen ihre desaströse Heimat verlassen, um gen USA zu flüchten, kann man ihnen nicht verdenken, solche Flüchtlingsströme waren schon lange absehbar. Doch genau das klammern Politiker wie Trump einfach aus, profitieren eher von ihrem Ausbeutungskurs, der sich besonders bei sozialen Problemen zeigt.

Nationaler Notstand als letztes Mittel?

Gesetzespassage ermöglicht ihm eventuell ein trickreiches Hintertürchen? Sein Verteidigungsminister könne unter Umständen veranlassen, daß zivile Projekte der Armee beendet werden, um Soldaten an Bauvorhaben wie die mexikanische Mauer zu involvieren. Ein fragwürdiger Spagat, den wiederum gerichtliche Instanzen verhinden könnten, Trump würde damit wohl eher nicht durchkommen.

Immerhin sind bereits ein knappes Drittel der 3.144 km langen Grenze zwischen Mexiko und den USA per Absperrungen gesichert, was bereits vor Trumps Präsidentschaft geschah. Doch wohin Mauern führen, sollte sich längst herumgesprochen haben, denkt man an die Chinesische Mauer oder die Berliner.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Play it again

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Game over.
Im Schober
kein Heu,
keine Spreu,
lachende Kinder,
muhende Rinder,
fortgezogen,
betrogen,
heile Welt,
zerschellt,
Gras drüber,
Spiel startet wieder.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Düstere Zukunft oder hoffnungsfrohe Prognosen?

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Nicht zaudern und zögern, klar Stellung beziehen

Nichts wird mehr wie vorher sein. Welch einfache Behauptung, die nahezu allem gerecht sein kann, wobei allerdings der konkrete oder noch ein möglicher Zusammenhang sie in ein gänzlich anderes Licht tauchen mag. Genau solche Aspekte sollte man ohne weiteres in Betracht ziehen, erst recht beim Weltgeschehen. Einmal vorausgesetzt allumfassend das Ganze stets im Blick.

Verlassen wir jene eher abstrakte Einleitung und begeben uns auf konkrete Anlässe. Syrien steuert unweigerlich auf das Ende seines achten Kriegsjahres zu, auch wenn viele gern behaupten, es handle sich um einen Bürgerkrieg. Schon klar, etliche Nationen sind entweder direkt oder zumindest indirekt mit Waffenlieferungen und logistischer Hilfe dort involviert, dabei von Bürgerkrieg zu sprechen, grenzt an perfide Augenauswischerei.

Inzwischen bahnt sich gar eine Auseinandersetzung zwischen den Nato-Staaten USA und Türkei an, letztere will die Kurden in Syrien vernichten, Trumps Soldaten sollen sie schützen. Russland und der Iran bestehen auf die Allianz, den rechtmäßig gewählten Präsident Syriens weiterhin hilfreich zur Seite zu stehen, während dieser zurückkehrende Flüchtlinge foltern lassen soll.

Von Friedensaussichten keinerlei Spur, ob wir gen Nordkorea, Chinesisches Meer, Taiwan, Ukraine oder Südamerika schauen, gleichwohl nach Afrika. So wie global, so auch in den einzelnen Ländern, der Ton wird schärfer, Gewalt findet Wege, während das sprachliche Miteinander in Haßtiraden verstummt, Angst Menschen gleichgültig, abgestumpft werden läßt.

Zuviel Trostlosigkeit, obwohl gewisse Schichten es sich so richtig gut gehen lassen? Entgegenfiebern einem Konsumwahn, der ablenken soll, betäuben den Anflug kritischer Gedanken, Zweifel zerstreuen, falls diese überhaupt sich artikulieren vermögen? So tickt das bösartige Spiel einer strategisch angelegten Absicht. Das Elend fern gesättigter Zerstreuung.

Zurück zum Anfang der Bemerkung, Veränderung fände gänzlich anderes im Vergleich vorheriger Zeiten. Technik und Ausbeutung finden sich in einer Symbiose des unmenschlichen Daseins, sie zu kontrollieren exakt die Herausforderung, will Mensch nicht eigener Vernichtung entgegenblicken. Es gilt, vergangene Erkenntnisse nicht außer acht zu lassen, sich rückbesinnen, was als lebenswert erhalten bleiben muß. Verpaßt unsere Spezies dies, mag es wahrscheinlich zu spät sein.

Der Letzte zieht den Stecker, obwohl die spannende Frage im Raum verweilt, welch bedauernswertes Geschöpf dies denn sein könne. Die Menschheit hat es nach wie vor in der Hand, es nicht so weit kommen zu lassen. Ein Paradigmenwechsel findet zwar statt, aber äußerst schleichend mit vielen zu beklagenden Opfern.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Verschmolzen

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Neulich, gar nicht so lange her,
glaubte ich dich zu sehen,
wie du vor der Kneipe standst,
unsere Küsse kleben dort
sicher noch an der Wand,
erfüllen den Raum mit
frühlingshaften Blütendüften
von unzähligen Küssen, Küssen.

Du sahst nicht in das trübe Fenster,
hinter dem versprühte Erinnerungen
als angetrockneter Dunst hängen,
großzügig verschüttetes Seelenwasser.
Wie wir es genossen,
Liebe sprudelnd zu vergießen.
Ich stellte mich neben dich, ganz dicht,
da schmolzen wir beim ersten Liebestau.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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