Hingeben

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Liebe schenken,
wild denken,
ungestüm,
ohne Kostüm.

Eine Berührung,
Verführung,
loslassen,
nicht verpassen.

Geschenkte Liebe,
wilde Triebe,
ungeheuer,
gar nicht teuer.

Keine Erstattung,
ohne Erwartung,
geben,
nichts erstreben.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Kunstaktion „Soko Chemnitz“ hält Gesellschaft Spiegel vors Gesicht

ZPS beweist erneut großartigen Ideenreichtum

Erst wenn etliche mit der Nase drauf gestoßen werden, begreifen manche, hoffentlich immer mehr von ihnen, welchen Zweck gezielte Aktionen verfolgen. Jedes Schauspiel lebt davon, sein Publikum in den Bann zu ziehen, Applaus eine direkte Anerkennung bedeutet, was aber in den Köpfen nachhaltig hängen bleibt, unterstreicht erst recht den Erfolg. Das gilt insofern auch für Kunstaktionen des Zentrums für politische Schönheit (ZPS).

Philipp Ruch und seine Mitstreiter haben erneut ganze Arbeit geleistet, das ZPS bedankt sich für Haß und Gewaltaufrufe gegen Soko Chemnitz, die Aktion sei ein Trick gewesen, nämlich um Namen von Beteiligten der Demos in Chemnitz zu ergattern, ganz im Sinne der Website, die sich als honeypot entpuppt.

Mit Online-Pranger Grenzen des Erträglichen überschritten?

Prinzipiell kann man dem nur zustimmen, alldieweil gerade innerhalb der Szene Rechtsradikaler genau das praktiziert wird, jede Gelegenheit, die sich bietet, für ihre eigenen Haßtiraden einzusetzen. Selbst wenn noch keine Beweise für Verbrechen seitens Migranten vorliegen, tönt ein Mob unüberseh- und hörbar, in Social Media sich vernetzt, bis hin zu Gewaltaktionen, Flüchtlingsheime werden angezündet, Ausländer zusammengeschlagen.

Unter anderem kursieren jede Menge bösartige Video-Clips auf YouTube, wo sich ungeniert ausgetobt, neben Haßbotschaften obendrein Geschichtsklitterung betrieben wird, Hauptsache möglichst viele Verunsicherte erreichen, so das Ziel jener Rechtsextremen. Dieses Muster eines Online-Prangers nutzte jetzt das ZPS, auch wenn die Springerpresse eher empört berichtet, sollte niemand verkennen, wie im Alltag rechtes Gedankengut sich verankern will, inzwischen gar im Deutschen Bundstag mittels jener AfD.

Von „Lethe-Bomben“ bis zur „Soko Chemnitz“ – Aktionen des ZPS

Erstmalig trat das ZPS mit der Aktion der „Lethe-Bomben“ vor neun Jahren in Erscheinung, Bomben-Attrappen vorm Reichstag sollten daran erinnern, daß Krematorien in Auschwitz seitens der Alliierten nicht angegriffen wurden, gleichwohl die UN-Schutzzone bei Sebrenica im Bosnienkrieg hinterfragt wurde. Im November letztes Jahr war die Aktion von Ablegern des Berliner Holocaust-Mahnmals in Bornhagen, womit Björn Höcke anschaulich vorgeführt wurde, ein voller Erfolg.

Dazwischen unterstrich die Gruppe um Philipp Ruch in zehn anderen Aktionen ihren Ideenreichtum, machte auf desaströse Versäumnisse besonders der verantwortlichen Politik aufmerksam. Solche Kunstaktionen sind kreative Proteste, die natürlich an Schmerzgrenzen des Erträglichen gehen müssen. Bedenken wir, daß das verursachte Leid jener rechtsextremen Klientel als zunehmendes Problem immer mehr Menschen trifft. Umso wichtiger, anzumahnen, einer verunsicherten Gesellschaft den Spiegel vors Gesicht zu halten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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Verdorben ein bißchen

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Etwas Überreife schadet nicht,
regt auch bei Tieren an den Appetit.
Sie pflücken gern die reifen Früchte,
dafür brauchen sie keine Ausflüchte,
beim Menschen im Gegensatz
gibt es schon mal auf die Tatz´.

Genießt er gegorenes Obst,
meist flüssig, na, dann Prost,
fängt er an zu torkeln, zu lallen,
oftmals nicht nur Türen knallen,
denn leicht angefault manch Beeren
sich verwandeln in Alkohol durch Gären.

Anrüchig sind nicht nur Pflanzen,
auch Menschen, die auf Tischen tanzen.
Verdorbene Charaktere nennt man sie,
die ihr Leben gestalten mit Phantasie,
manche gar ohne Moral und Anstand,
ein wenig Biß schadet das wirklich jemand?

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Im Reigen eines falsch verstandenen Idealismus

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Liebesgrüße aus dem Reich der Träume

Je größer die Not, desto erfindungsreicher vermögen verzweifelte Menschen Abhilfe schaffen, entstehen gar kreative Ideen, werden Probleme ziemlich pragmatisch, meist effektiv gelöst.

Manchmal rufen sie auch den kriminellen Instinkt hervor, weil per Tricksen, Betrügen und geschickten Raubzügen bis hin zu simplen Gewaltakten menschliche Schwächen sich zeigen, auf unehrliche Weise, ein Gewissen verdrängend, sie zum selben Ergebnis gelangen. Was im Reigen eines falsch verstandenen Idealismus hervorgeht, hat einzig und allein das System selbst zu verantworten bzw. eine vernichtende Allianz gegen kreatives Sein.

Materialismus begünstigt Kreativitätsblockaden

Müssen wir davon ausgehen, daß der Sinn jeder Gestaltung in seinem Ursprung keinerlei materielle Ambitionen haben darf, weil nur wirklich frei fließen wird, was sich keinem Korsett oder einer Zensur unterziehen möchte wie ein Vogel im Wind ohne jedwede Nachstellung? Materialismus läßt Kreativitätsblockaden ohne weiteres entstehen, weil zeitliche Vorgaben und einengende Rahmenbedingungen scharfe Grenzen setzen?

Denken wir zurück an die ersten Versuche bekannter Kunstschaffender wie die Beatles, Salvador Dali, Edith Piaf oder Leonardo da Vinci. Sie haben allesamt etwas entscheidendes gemein: Sie lebten ihre Ideen aus, ließen sich durch keine Widrigkeiten ablenken, vom Weg abbringen. Hätten sie vorher schon einen eventuellen Erfolg vor Augen gehabt, muß man hypothetisch annehmen, sie wären wohl nicht so euphorisch gewesen, innerhalb ihrer anfänglichen Kreativitätsversuche sich selbst zu finden, ihre innersten Begabungen auszuleben.

Gefangen in einer genormten Welt der Mißgunst

In jedem Menschen stecke ein Künstler, inpliziert von vornherein eine gewagte These, die innerhalb einer kaltschnäuzigen Gesellschaft sich keineswegs verwirklichen läßt, die Akezptanz ausbleibt. Schon heben sich diejenigen hervor, die eben ihren Weg mit äußerster Konsequenz verfolgen, dem selbstauferlegten Ideal frönen. Doch in einer genormten Welt der Mißgunst verbleibt kaum Raum für solche Kunstschaffende. Sie ersinnen daher unterschiedliche Strategien, um ihr Ziel zu erlangen, obwohl manche scheitern an der Intoleranz ihres näheren Umfeldes. Solche Entwicklungsprozesse bedürfen eines zähen Durchhaltevermögens, wer nicht standhalten vermag, den Anfeindungen nicht gewachsen, hat das Los eines schier verzweifelten Kampfes vor sich.

Bieten wir unseren Mitmenschen Möglichkeiten, verhindern aktiv, daß Träume niemals verfliegen dürfen, denn dem Mensch liegen die Ergebnisse der Schöpfung vor Augen, er muß lediglich hinschauen, was unser Blauer Planet alles bietet und trotzdem eigene kreative Interpretationen verwirklichen, weil sein Geist nicht eher ruhen wird, bis sie vollbracht.

Grenzüberschreitung einer ideellen Vorstellung

Polaritäten verhindern gleichzeitig das Abdriften in Scheinwelten, in die gewisse Zeitgeister flüchten, um einer eiskalten Realität etwas entgegenzusetzen. Solange die Phantasie beflügelt sich ausleben darf, weil keinerlei Normgehabe sie umgibt, können kreative Momente sich manifestieren.

Angesichts zunehmenden Zusammenrückens aufgrund einer expandierenden Weltbevölkerung werden die Freiräume kreativer Entfaltung erheblich kleiner, passen erst recht keine Auszeiten innerhalb der Alltagsnotwendigkeiten, die ein Überleben sichern sollen. Wer sich nicht fügt, wird gerügt. Und wenn eine ideelle Vorstellung dennoch Grenzen überschreitet, ungefragt, in gewisser Weise sich verselbständigend, weil gesäte Gedanken unwiderrufbar sich entfalten? Dann lassen wir sie wirken, sich ausleben, da jede Idee dem Keim kosmischen Seins entspringt.

„Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, daß das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes.“ (Salvador Dali)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Früher Abend

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An mir vorbei,
der Weg war nicht breit,
die Sonne stand tief,
zog das einstige Leben.

Freude, Ängste, allerlei,
berührend befreit,
der Mund leicht schief,
um grinsend Zeiten zu weben.

So nebenbei,
gefühlte Sicherheit,
ohne daß ich sie rief,
ein Geschenk, zum Davonschweben.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Wenn Unternehmer Politiker wie Friedrich Merz loben

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Wolfgang Grupps Meinungsartikel läßt tief blicken

Ein Hoch auf die Meinungsfreiheit, die natürlich für alle gelten muß, selbst wenn gar rechtsradikale Gesellen ihren Haß dahingehend streuen und sie somit für gezielte Propagandazwecke mißbrauchen. Apropos Propaganda. Aus dem Hause Springer, in der Welt, gibt der Unternehmer Wolfgang Grupp im Artikel „AKK ist nichts anderes als ein Double der amtierenden Vorsitzenden“ seine Meinung zum Besten.

Wer dermaßen undifferenziert, obendrein zum eigenen Wohle öffentlich Stellung bezieht, muß selbstverständlich mit Gegenwind und entsprechender Kritik rechnen. Ausgerechnet den Wunschkandidaten Friedrich Merz lobpreist der Trigema-Chef in den höchsten Tönen, fühlt sich gut aufgehoben von dessen Asyldebattenanstoß, wischt wichtige Kritikpunkte beiseite, um besonders hervorzuheben und zu behaupten, Annegret Kramp-Karrenbauer würde die Politik von Angela Merkel einfach fortsetzen.

Neoliberal, neoliberaler, am neoliberalsten – was reitet dabei wohl Herrn Grupp?

Man möchte sofortigst betonen, Schuster bleib bei deinen Leisten, in seinem Fall, Grupp bleib bei deinen T-Shirts. Davon versteht er wenigstens was, würde stets wirklich kritisch und vor allem in umfassenden Zusammmenhängen denken. Das unterläßt Wolfgang Grupp aber lieber, indem er androht, wenn Frau Kramp-Karrenbauer käme, wähle er halt aus Protest die FDP. Na, das paßt doch, der Unterschied zwischen der neoliberalsten Partei und Friedrich Merz geht gen Null, gemeinsamer Nenner: die zutiefst menschenverachtende neoliberale Politik, die sie verfolgen.

Vielleicht hätte Herr Grupp mal besser Anne Will angeschaut, wo Talkshow-Geplapper so manches über diesen Friedrich Merz offenbarte. Falls doch, dann entlarvt er sich eher als ein schlechter Beobachter, zu eindeutig gebährdet sich der Anwärter zum CDU-Vorsitz, dessen Körpersprache und unübersehbare Arroganz. Das blendet Grupp einfach aus, fokusiert seine Entscheidung zu Merz anhand bekannter Kraftausdrücke zur Asylproblematik, was übrigens prima der gesamten Neuen Rechten in den Kram paßt, die ohnehin kein anderes politisches Anliegen bedient.

Fettnäpfchen Frauenquote taugt so gar nichts als politisches Argument

Den Vogel schießt der Burladinger aber mit seiner Bemerkung im Artikel ab, Frauen würden innerhalb der Partei Annegret Kramp-Karrenbauer nur deshalb wählen, weil sie eine Frau sei. Schon klar, den Vorwurf und das stetige Vorurteilsgeschwafel hat sich eine Frau Merkel seit 13 Jahren anhören müssen, nun wird es mal Zeit, daß wieder ein „gestandener Mann“ die Geschicke des Landes in die Hand nimmt, zumal obendrein Merkel Merz damals von dannen gejagt habe. So der Gedankenstrang des Wolfgang Grupp.

Welch peinliches Statement, daß sich auf ein paar wenige Argumente stützt, um diesen Friedrich Merz in den höchtsen Tönen zu loben. Man vermißt vor allem einen besonders wichtigen Punkt im Meinungsartikel, nämlich mal die Frage in den Raum zu stellen, wieso niemand anders in Frage kommt, als jene drei Kandidaten. Das läßt Herr Grupp lieber aus und legt sich auf Herrn Merz fest, ein Garant für Unternehmer, für eine Wirtschaft, die Reiche noch reicher macht, Arme ohnehin verächtlich behandelt, siehe Kommentare seitens Merz über Hartz-IV-Empfänger, der besonders fragwürdige Vorschlag, Aktien für die Altersvorsorge.

Und solch einer soll jene CDU als Vorsitzender leiten, unterstützt von Wolfgang Grupp? Deutschland, es schaut nicht gut aus, falls das eintreten sollte!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Medienschelte

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Siebzig Cent

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Heute bin ich durchgeknallt.
Mein Gehirn nicht angeschnallt.
Ohne Drogen, ohne Alkohol,
Geist ohne Grenzen, leicht frivol.

Es hat Gewicht mein Sperenzchen,
verführt mich zu einem Tänzchen.
Ich laß es rollen auf dem Tisch,
ein bißchen Rock ’n‘ Roll schadet nicht.

Diese frische helle Frühlingsfarbe
versprüht den Duft romantischer Herbsttage.
Genüßlich, ohne Strategie, ungehemmt,
schäle ich eine Orange für 70 Cent.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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