Burgen und Schlösser

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Erhaltenswerte Relikte oder eher unnötiger Pomp?

Wo stehen sie nicht überall, die Burgen und Schlösser, verstreut übers ganze Land warten sie nur darauf, von Besucherströmen durchlaufen zu werden, damit sie nicht gänzlich anheim fallen, bezahlt durch Subventionen und Eintrittsgelder fristen sie ihre Daseinsberechtigung im ewigen Kampf untereinander, wer den meisten, höheren Anspruch hat, erhalten zu bleiben für eine Nachwelt, die bis heute nicht aus ihrem wohl ewiglich noch andauernden Dünkel der Faszination des Reichtums erwacht ist.

Und so laufen Heerscharen von „Interessierten“ durch die Flure und Gänge von Burgen und Schlössern, gescheucht von Touristenführern, die sehr oft nur einen Saisonarbeitsvertrag besitzen und unterbezahlt werden, um sich an dem Glanz und der Glorie längst vergangener Zeiten zu ergötzen. Auch ein bißchen Grusel darf sein, wenn die „Räumlichkeiten“ mit in der Führung sind, in denen Folteropfer und Gefangene darbten. Aus welchen Gründen und mit welchen Mitteln wurden diese Gebäude erstellt? Um uns daran zu ergötzen, welch tolle Baumeister doch unsere Vorfahren waren? Um für die Ewigkeit gebaut zu werden, zu Ehren von wem auch immer?

Bei den Burgen erklärt es sich schon im Wort, die Burg ist ein Schutzgebäude, ein einigermaßen sicherer Ort, wenn Feinde vor der Türe stehen. Bei den Schlössern sind sich die Gelehrten in Bezug auf die Wortherkunft nicht so einig, aber das Schloß, das Türschloß, von schließen, scheint in diesem Begriff zu stecken, zudem sind die Schlösser nicht ausschließlich zur Wehrhaftigkeit erbaut worden, sondern um Macht und Reichtum zu demonstrieren, und sie wurden nicht unbedingt als Daueraufenthaltsort benutzt, sondern auch manchmal nur als Aufenthaltsort für ein paar Wochen im Jahr. Nicht alle Besitzer dieser Häuslichkeiten waren ausbeuterische Gesellen, aber…

Im Grunde genommen basierte der Bau solcher Anwesen auf Ausbeutung menschlicher Arbeit, nicht nur hier in Deutschland. Die Menschen, die direkt am Bau beteiligt waren, und auch die Menschen, die in diesen Landstrichen wohnten, haben bis auf wenige Ausnahmen einen großen Anteil ihres erarbeiteten „Vermögens“ für diese Bauten aufbringen müssen, dafür wurde ihnen ein vermeintlicher Schutz und Frieden versprochen und rechtfertigte auch gleichzeitig, daß in Kriegszeiten die Bürger für den jeweiligen „Landesherrn“ in den Kampf ziehen mußten. Unwillige wurden eingesperrt und gefoltert, obwohl hier durchaus auch die Frage erlaubt ist, ob ihr Dasein nicht schon Folter und Gefangenschaft war. Schon kleine Diebstähle wurden mit harten Strafen belegt, die Engländer lösten das Problem, indem sie Verbrecher nach Australien verschickten. Reichtum, Macht über alles!

Ja, und nun stehen diese Kulturgüter im Lande rum, und damit sie nicht einfach nur rumstehen, werden sie für das Volk, dem sie sowieso gehören, geöffnet, und stolz präsentieren sie ihre Schätze, und ihre ehemaligen Besitzer werden im Nebel der Vergangenheit in günstiges Licht getaucht, und nur ganz selten wird der eigentlichen Menschen, die für diese Bauten Blut und Schweiß gaben, gedacht. Bis heute hat sich wenig geändert. Die Zeit der Aufklärung wurde von wenigen Menschen in ihr tägliches Leben übernommen, Revolutionen führten bis jetzt in die gleiche ausbeuterische Lebensweise, lediglich der Name wurde verändert. Es wird keine Aufklärung nützen, solange wir nicht erkennen, daß wir täglich für unsere Freiheit und für ein friedliches Zusammenleben verantwortlich sind, solange wir immer wieder vor der Macht einknicken und staunend und bewundernd ihre Statussymbole aufsuchen.

Noch mal, die Bauten wurden von vielen Menschen in ihrer Entstehung bezahlt, und jetzt bezahlen wir wieder für ihren Erhalt durch Steuergelder und Eintrittspreise. Ist weiter sicher auch nicht schlimm, wenn nicht viele, die für diesen Erhalt sorgen, indem sie die Bauten vor dem Verfall retten oder super Arbeit leisten, sie die Geschichte der einzelnen Burgen und Schlösser in ihren Führungen dem Publikum weitergeben, auch gerecht entlohnt werden würden.

Wann wird endlich begriffen, daß Macht und Reichtum keine Charaktereigenschaften sind und Schillers „Wilhelm Tell“ in keinem Bücherregal fehlen sollte.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Schäubles kleine Rache aus dem Hinterhalt

Bringt im Herbst den März sehr bald

Muß latürnich Merz lauten, aber das wissen Sie bereits, oder? Drehen wir doch mal das Rad der Zeit ein wenig zurück, als die Bayern- und Hessenwahl noch in weiter Ferne waren, etwa zwei Jahre nach Angela Merkels Entscheidung, Flüchtlinge ins Land zu lassen, eine humanitäre Geste, die manch CDU-Politiker ihr eben nicht verzeihen konnte, so auch Wolfgang Schäuble.

Kurz vor der Bundestagswahl in einem kleinen südbadischen Ort fuhr eine schwarze Limousine vor, drei Herren mit Stöpseln in den Ohren stiegen aus, musterten intensiv die Straße, ein vierter eilte aus dem feudalsten Restaurant, riß die hintere Wagentür auf, nachdem zuvor einer der Dreien den Rollstuhl fachgerecht abgestellt hatte. Wer ihn erkannte, wußte, daß der Wolfgang Schäuble Platz nahm, ins Restaurant gerollt wurde.

Ein Raunen ging durch die neugierige Menschenschar, die sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite eingefunden hatte, Pressevertreter waren weit und breit nicht zugegen, zwei Polizisten positionierten sich in Lauerstellung vor die Dörfler, die keinen Mucks von sich gaben, kurz darauf ging jeder seine Wege, weil es nichts mehr zu sehen gab.

„Jetzt lasset doch die Leut abziehe, was könnet die dafür, sind doch auch nur Menschen, oder?“, bemerkte Wolfgang mit hochgezogenen Augenbrauen, als er seinen Platz einnahm am Tisch. Getränke wurden zielsicher gereicht, am anderen Ende saß ein Altbekannter, kein geringerer als Friedrich Merz, der doch eigentlich damit beschäftigt war, sich auf seinen neuen Posten als Aufsichtsratsvorsitzender des Köln/Bonner Flughafens vorzubereiten, den er im Dezember antreten sollte.

„Besten Dank, Wolfgang, für die innige Einladung. Meinst du nicht, es ist etwas verfrüht, über die Nachfolge von der Angela zu sinieren?“

„Aber nein doch, damit können wir nicht früh genug beginnen, gerade weil sie voraussichtlich kurz vorm vierten Kabinett steht, ich geh mal davon aus, daß wir die Bundestagswahl gewinnen, wenn auch mit ein paar Stimmenverlusten. Aber es langet noch“, erwiderte Wolfgang mit einem schelmischen Grinsen, was stets den Eindruck hinterließ, zu gekünstelt rüberzukommen.

„Nun gut, vielleicht hast du ja Recht, immerhin bist du ja ein paar Jahre länger in der Politik wie ich“, gab Friedrich zum Besten.

„Richtig. Ich denke spätestens nach der Hessenwahl, so gegen Ende Oktober sollten wir die Katze aus dem Säckle lassen, gelle? Dann wäre das medienwirksam zu forcieren. Eventuell früher, falls in Bayern das Desaster einer geschwächten CSU noch größer. Wir werden sehen.“

Wolfgang nahm einen kräftigen Zug vom Weizenbier, während Friedrich eher etwas unsicher am Weißwein nippte. Immerhin war er bekanntlich einige Jahre von der politischen Bühne verschwunden, keiner hatte ihn mehr auf dem Zeiger. ‚Genau das könnte gerade deshalb meine Chance sein‘, überlegte der noch 61-Jährige.

Die Überraschung war gelungen, wie inzwischen die Medien überall sich überschlagend kommentierten. Die Einen freuen sich auf eine Erneuerung, die weit entfernt davon sein wird, aber das interessiert niemand wirklich, Hauptsache neue Gesichter, auf Inhalte kommt es nur zweitrangig an. Wenn die schlafende Wählerschaft es merkt, ist die Kuh vom Eis, sprich der Merz am Drücker. Vielleicht noch ein Spahn, ein Lindner, weil man mit den Grünen doch nicht kann, die Liberalen viel eher den neoliberalen Kurs mittragen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Hoffnungsschimmer

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Langes Warten
am Telephon,
an der Bushaltestelle,
im Wartezimmer,
ständig und immer
jenes Hundegebelle,
der karge Arbeitslohn,
keine Früchte im Garten.

Zu kurzes Leben
in chaotischer Welt,
scheinbar ziellos,
zu viele Entbehrungen,
stets mit Belehrungen
vom Lehrer bis zum Boß,
das alles fürs Geld,
jenem blöden Streben.

Sinnfreies Durchschnaufen
mit geschlossenen Augen,
völlig entspannt,
voller Mut und Elan,
fühlt sich gut an,
nicht einfach davongerannt,
gezielte Lösungen etwas taugen,
wenn wir uns zusammenraufen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Schulwesen: Pädagogischer Auftrag verliert auf ganzer Linie

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Gefangen im System einer aussichtslosen Zukunft

Merken die Menschen nicht, was hier vor ihren Augen sich abspielt? Vor lauter Konsum, TV-Ablenkung und Internet-Games, einer streng reglementierten Arbeitswelt, in der ein jeder den anderen belauert, weil er morgen schon auf einem Abstellgleis der Sozialrutsche sich befinden könnte, die Bevölkerung im Kollektiv in die Pflicht genommen wird, sich abzurackern für ein wenig Luxus, der da lautet, ganz nach oben zu gelangen in die Welt des Glamours?

Die meisten hecheln diesem Ziel hinterher, unerreichbar und offensichtlich doch verbissen dranbleibend, ganz ähnlich wie all jene, die wöchtentlich den Traum vom Lottoglück sich erhoffen. Was veranlaßt Menschen, derart geblendet, sich manipulieren zu lassen? Gehen wir der Frage auf den Grund.

Am Anfang war die Leere einer vielversprechenden Sehnsucht

Die allerdings zugleich oftmals im Kindergarten zunichte gemacht wird, spätestens in den Gebäuden des „Ernst des Lebens“, Schule genannt. Jene Bildungshochburgen, wo fragende, wissensdurstige Schüler dem vorgegebenen Lehrplan hinterherhinkend sehr schnell feststellen müssen, daß keinerlei Zeit und erst recht kein Platz für ihre berechtigten Fragen vorhanden ist. Alles hat sich den strikt vorgegebenen Sachzwängen des Unterrichtsstoffes unterzuordnen, der wiederum fein säuberlich einem „pädagogisch wertvollen Plan“ folgt, demnach ein gewisses Grundwissen vermittelt wird.

Bis zur Hauptschule mag dies in vielen Fächern durchaus naheliegend sinnvoll sein, wie die Grundrechenarten, das Lesen, das Schreiben, bestimmte geographische Kenntnisse zusammen mit dem Sozialwesen sich anzueignen, obwohl auch dort bereits etliche Methoden mehr als fragwürdig sein müssen, wenn man Rechen- und Orthographie-Schwäche bei etlichen Schülern heutzutage erkennen kann.

Das System ist restlos überfordert zusammen mit den zwangsläufigen gesellschaftlichen Problemen des täglichen Miteinanders, bei dem sehr viel sich den Vorgaben einer inhumanen Wirtschaft unterordnet. Verlierer bleiben auf der Strecke, deren Zahl proportional erschreckend hoch ansteigt, während einige Wenige es sich auf speziellen Privatschulen richtig gut gehen lassen, als Sieger später dieselbe brutale Politik anwenden werden. So schließen sich Kreise, die offensichtlich gewollt sind.

Perpetuum mobile eines zwanghaften Bildungsauftrages

Im Grunde genommen geistern immer noch die autoritären Vorgaben einer hilflosen Geißel der sogenannten zivilisierten Gesellschaft in den Klassenzimmern und Fluren der Bildungsstätten, mit dem Ziel, Schüler an eine vorbestimmte Ordnung heranzuführen. Dabei wird stets übersehen, daß niemand gleich sein kann, ganz viele Stärken und Talente, aber eben auch Schwächen des Einzelnen in keiner Weise berücksichtigt werden, weil dem Prinzip der vorbestimmten Leistung Mensch sich unterzuordnen hat.

Faktor Zeit insofern ein ständiger Feind im Nacken aller Beteiligten, vom Lehrer bis zum Schüler, später im Beruf vom Chef zum Angestellten, in der Familie von den Eltern zu ihren Kindern. Alles beugt sich dieser Autorität, der streßigen Zeitvorgabe!

Dieses Perpetuum mobile kann nur noch „geknackt“ werden, wenn das gesamte Schul- und Bildungssystem zusammen mit der Wirtschaft selbst grundsätzlich verbessert wird, in dem Mensch mit all seinen Fehlern berücksichtigt, sich nach dem Schwächsten die Gesellschaft richtet, so daß diese keine „Verlierer“ mehr heranzüchtet, sondern ein jeder einen fairen Platz inne hat, sich bestätigt fühlt. Zu Ende gedacht, wird dadurch unsere Welt wesentlich friedlicher.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Wenn Liebe aus dem Ruder läuft

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Nachmittags mitten in einem Café am Strand

Reizende Mittfünfziger schlenderten gelassen die Strandpromenade entlang, sich ihrer jahrezehntelangen Erfahrungen bewußt im Umgang mit ganz unterschiedlicher Klientel, die das eine oder andere Mal nonchalant übers Ohr gehauen wurde. Was soll’s, die wenigsten bemerkten dies, und selbst dann überließen ihnen die schlauen Schlitzohren kaum eine Chance der Gegenwehr, für was gab es wohl Rechtsanwälte, die berechtigterweise von den Geprellten als Rechtsverdreher beschimpft wurden.

Genutzt hat’s ihnen wenig, im Endeffekt zogen sie halt den Kürzeren, so präsentiert sich die schroffe Geschäftswelt. Wer nicht wach genug, muß frustriert zurückstecken. Die Cleveren obsiegen und streichen hohe Gewinne ein.

Aber zurück zur Gruppe, die inzwischen Platz genommen hatte, um sehr selbstbestimmt einen jungen Kellner zu sich zu winken. Als jener etwas zu langsam reagierte, mußte er prompt einen Vortrag über das Für und Wider in der Gastronomie sich anhören, inwieweit guter Service in klingende Münze sich verwandeln könne im Gegensatz zu trottelig-langsamen Kellnern, die auf diese Weise Kunden vergraulen würden. Der junge Mann nahm es gelassen, bestätigte viel eher ihre Einwände, kehrte jedoch gerade zum Trotz ziemlich schnell mit den erwünschten Getränken zurück, um ihnen damit zu beweisen, wie flott er doch ihre Anmahnung verinnerlicht habe.

Zwei Tische weiter saßen zwei Pärchen, die sich heftig stritten. Nein, nicht die Pärchen untereinander, sondern jeweils die Männer und die beiden Frauen. Offensichtlich, was ziemlich lautstark zu vernehmen war, hatten sie sich in der letzten Nacht gegenseitig betrogen. Nun könnte man ja erwidern: ausgleichende Gerechtigkeit. Wenn da nicht die gekränkte Eifersucht im Spiel wäre. Aber lassen wir das lieber, die Details blieben wohl der Gruppe der Mittfünfziger erspart.

Allerdings entbrannte daraufhin eine hitzige Diskussion unter ihnen, ob denn Monogamie funktioniere oder eben nicht, die eine oder Affäre einfach im Dunkeln blieb oder besser hätte ausgesprochen werden müssen. Die scheinbar so gewieften Geschäftsleute entpuppten sich auf einmal als ganz gewöhnliche Menschen mit ihren Schwächen und Stärken, ihren Eifersüchteleien bis hin zu großzügigen Statements zu offenen Liebesbeziehungen. Das Café verwandelte sich in sofern in eine aufbrausende Unterhaltung an zwei Tischen über die schönste Sache der Welt, während die anderen Gäste erstaunt zuhörten, einige Passanten neugierig, gar manchmal kopfschüttelnd stehenblieben.

Im übrigen erhielt der junge Kellner ein äußerst großzügiges Trinkgeld vom Mittfünfziger-Tisch, hingegen die ziemlich gereizten Pärchen ihm keinen Cent gönnten und mit eisiger Miene das Café verließen.

Jetzt könnte der ein oder andere vielleicht ins Grübeln geraten, wieso Menschen dermaßen heftig aneinander sich reiben, obwohl doch die Libido ohnehin ihre ganz eigenen Gesetzmäßigkeiten im Gepäck hat, gerade deshalb jedwede Planung vereitelt wird. Es siegt das Chaos der Gefühle, die niemand zu steuern vermag. In dem Moment, wo Verstand und Emotion gegenseitige Kämpfe austragen, siegt stets die eigentliche Sympathie, während unangenehme Begleiterscheinungen abrupt ein Ende setzen. Von Dauer darf sowieso nur gesprochen werden, wer sich seiner Liebe sicher ist, die in vielen Fällen der Versuchung nach einem Abenteuer widerstehen kann, wenn beide einfach wirklich glücklich zusammenleben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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CDU-Führungsgeplänkel: Wenn weiße Elefanten auftauchen

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Fühlt ein Jens Spahn sich bestätigt

Fallen wir doch mal mit der Tür ins Haus, denn wo gehobelt wird, fallen Späne. Das betrifft zumindest den alten Handwerksberuf des Tischlers, in der Politik bedeutet dies keineswegs gutes, denkt man beispielsweise an sogenannte Reformen, die bei den meisten heftiges Zucken auslösen hinsichtlich vergangener Entscheidungen, besonders im sozialen Bereich oder im Gesundheitsressort.

Dies beackert just jener „Heißsporn“ Jens Spahn, der gar meint, der weiße Elefant im Raum ist die Frage der Migration. Weiße Mäuse tun’s doch auch, wenn man seine Unfähigkeit unter Beweis stellen möchte, oder? Dies scheint jenen CDU-Politiker wohl nicht bewußt zu sein mit seiner ungehobelten Kritik an Angela Merkel. Klingt ziemlich abgedroschen dessen Formulierung. Des Pudels Kern sollte daher unbedingt benannt werden.

Wer übernimmt die Führung der CDU?

Das kann ja heiter werden, zumal schon lange ohnehin vorhersehbar war, daß die Herrschaft Merkels ihrem Ende entgegenblickt. Dramatisch wird es nur, wenn nachgetreten wird, wie Jens Spahn, Friedrich Merz und andere, denken wir an Christian Lindner, nach der Bekanntgabe der Kanzlerin es unerschrocken in die Welt posaunen. Das gehört wohl mit zum schmutzigen Geschäft der Politik. Hilft aber mitnichten, Politikverdrossenheit zu stoppen.

Auch Jens Spahn scheint das selbstverständliche Mindesmaß an Menschlichkeit sowieso nicht verstanden zu haben, in dem er in dieselbe Kerbe springt wie jene Rechtsradikalen zur Entscheidung Merkels im September 2015. Hauptsache anprangern, das mag ihm Stimmen bringen, glaubt er. Obendrein hat er mit einem neoliberalen Friedrich Merz den richtigen Partner an der Seite, egal wer von beiden den CDU-Vorsitz erklimmt. Daß Annegret Kramp-Karrenbauer diesen Posten ergattert, darf angezweifelt werden.

Die Ratten verlassen das sinkende Schiff ohne ihren Kapitän

Schließlich hatte mit Angela Merkel ziemlich lang das Schiff der CDU so manche Klippe gemeistert, etliche Stürme überstanden, obendrein eine SPD von einer großen Koalition zur nächsten jeweils Wählerstimmen einbüßen müssen, was nunmehr auch die Union selbst betrifft mit Blick zu den letzten Landtagswahlen in Bayern und Hessen.

Anstatt nüchtern Bilanz zu ziehen, hält man an alten Rezepten fest, wie auch die Herren Spahn, Merz und Co. verdeutlichen. Mit Erneuerung in der Politik hat das nichts zu tun, sie folgen nonchalant der Marschroute einer Wirtschaft, die keinerlei Interessen des Volkes wahrnehmen will, vielmehr nur profitable Geschäfte auf Teufel komm raus abschließen. Der Großkapitalismus führt letztlich in eine Sackgasse, was niemand wahrhaben will. Da beißt man sich lieber an ihm fest, auch wenn sich das schon ziemlich bald rächt!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Keine Gerechtigkeit

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Großwildjagd
gut betagt
handelt ungefragt.
Horngeschall
von überall
bringt das Wild zu Fall.
Schrotflinten
von vorn, von hinten
lassen es sprinten.

Friedensglocken
nicht frohlocken,
vielmehr verlocken.
Diplomatie
wie noch nie
führt zu Autokratie.
Wutgedanken
dich erkranken,
Meinungen schwanken.

Erklärungsnot,
oberstes Gebot
vor sicherem Tod.
Politik
so richtig schick
hat manchen Trick.
Gewaltexzesse,
trotz Presse
gibt’s auf die Fresse.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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