Tablettenabhängigkeit Indiz unserer hektischen Welt

https://pixabay.com/de/medizin-medizinisch-rezept-pille-1901819/

pixabay.com

Eine gerechtere Gesellschaft der Schlüssel zur Besserung

An Symptomen herumdoktern, bringt überhaupt nichts, wie eigentlich bekannt sein sollte. Andererseits neigt Mensch leider schnell dazu, sich in vielerlei Hinsicht blenden zu lassen. Der Glamour einer heilen Welt, die ohnehin nur für die wenigsten Wirklichkeit wird, sorgt für die nötige Ablenkung vom wesentlichen.

Kein Wunder, daß auch die Tablettenabhängigkeit sich dermaßen still und leise durchsetzt, obwohl sie im Grunde genommen nur ein Indiz unserer hektischen Welt. Insofern stellt sich die Frage, welche Ursachen zu einer solchen Sucht führen, die nicht unerheblich den Alltag belastet. Darf man gar unterstellen, daß eine gerechtere Gesellschaft förderlich in jeder Hinsicht? Man darf nicht nur, man muß sogar möglichst scharf beobachtend mögliche Mißstände benennen!

Alltagsstreß keineswegs zufällig – bunte Pillen locken zunächst

Haben Sie sich schon mal gefragt, warum unser Alltag trotz erheblicher Erleichterung mittels etlicher Haushaltshilfen wie Geschirrspülmaschine, Waschmaschine, Wäschetrockner etc. dennoch eher streßig abläuft im Gegensatz zu alten Zeiten, wo es einen derartig technischen Fortschritt eben nicht gab? Hatten die Menschen generell früher mehr Muße und Gelassenheit?

Sie hatten es trotz einer 46-Stunden-Arbeitswoche, unter anderem das Gehalt eines Alleinverdieners oftmals ausgereicht hat zum Leben. Heutzutage müssen beide Elternteile ran, es reicht dann vielleicht halbwegs, aber der Preis dafür bedeutet sehr viel Streß, wenig Zeit und eine permanente Anforderung, mit der eben nicht jeder ohne weiteres klarkommt.

Genau das hat sich die Pharmaindustrie zunutze gemacht, verlockende bunte Pillen versprechen hilfreiche Linderung. Beruhigungs- und Schlafmittel sollen zunächst den geplagt überforderten „Arbeitssklaven“ ins rechte Lot rücken, damit dieser reibungslos funktionieren möge im Hamsterrad des Alltagstrotts zwischen Haushalt, Job und Freizeit. Wer diesen trügerischen Kreislauf durchbrechen will, muß sich zu einer Suchtberatung bemühen, bevor die eigene Gesundheit gänzlich ruiniert. Immerhin sollte die Abhängigkeit von Beruhigungsmitteln auch hierzulande nicht unterschätzt werden.

Das System muß von Grund auf geändert werden

Was natürlich keineswegs in einem gewaltigen großen Schritt vollzogen werden kann. Dazu bedarf es zunächst einer deutlichen Feststellung, wo die Ursachen für jede Form des Streßes im Alltag liegen. Solange Menschen gehetzt, äußerst schlecht entlohnt, obendrein vielfach chancenlos einem Arbeitsleben entgegenblicken, wo der Stärkere sich immer durchsetzt, während vermeintlich Schwächere schnell an den Rand der Gesellschaft bis hin zur Armuntsgrenze gedrängt werden, muß unsere Gesellschaft genau dort ansetzen.

Die Wirtschaft ist in erster Linie gefordert in Zusammenarbeit mit der Politik, andere Modelle zu entwickeln, wo das gerechte Wohlergehen des Menschen im Vordergrund steht und nicht die sich seit Jahrhunderten entwickelt etablierte Ausbeutung, bei der stets der Profit einer gewissen kleinen Elite verhalf, ihren Überreichtum ins Unermeßliche zu steigern. Gerechte Verteilung auf alle Schultern muß oberste Priorität bedeuten.

Erst dann, wenn derartige Mißstände behoben, kann und wird die verlockende „bunte Welt“ der Pillen ganz von selbst sich erübrigen. Unser Glück beginnt eben im Alltagsleben, gestaltet sich dies wesentlich sorgenloser, ohne Reibungspunkte des Mobbings, Bossings, einem ellenbogenartigen Konkurrenzgehabe, dann verschwinden Suchtmittel viel eher vom Markt, erreichen nicht mehr viele Menschen. Somit warten noch dringliche Aufgaben auf uns, die es anzupacken gilt, wollen wir nicht den Fortgang einer depressiv kränkelnden Gesellschaft voll zunehmender Gewaltexzesse und Süchtigen tatenlos zuschauen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

Veröffentlicht unter Gesellschaft | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Liebe kann so schön sein

https://pixabay.com/de/paar-p%C3%A4rchen-zweisamkeit-zusammen-2028068/

pixabay.com

Strahlend weiße Zähne lächeln dich an,
ziehen dich in trauten Bann.
Irgendwann verfällst du der Verführung,
welch innig wohltuende Rührung.

Nach erstem Treffen folgen bald mehr,
du sehnst dich nach Nähe so sehr.
Sie erwidert dir ihre Gefühle,
die Bettstatt hinterlassen vom Gewühle.

Verliebt sein, auf Wolken schwebend,
geht durch Mark und ein Bein, wie belebend.
Familie und Freunde skeptisch erstaunt,
ihr beide seid trotzdem gut gelaunt.

Nichts auf Erden vermag störend wirken,
man trifft sich überall, gar unter Birken.
Manch altes Paar lächelt dem jungen Glück zu,
nach Monaten verfliege der Reiz im Nu.

Das muß nicht automatisch so sein,
nach Streit folgt auch mal wieder Sonnenschein.
Behutsam wächst solch innige Liebe heran,
wer denn bereit dazu, ob Frau, ob Mann.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Angies Abgang ganz verdreht – jetzt ist’s bereits zu spät

https://pixabay.com/de/figur-mann-fernglas-zaun-gag-2687801/

pixabay.com

Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Zum letzten Gebet manch Betroffener fleht, es möge anders kommen, doch ziemlich verschwommen rückt die Realität uns nah, was dabei wohl im Vorfeld geschah? Werfen wir doch mal einen Blick hinter die Kulissen, und sei dieser noch so beschissen.

Was wird sich schon mit Angies Rückzug groß ändern auf bundesdeutschen Parkett, die politische Mischpoke ist doch so furchtbar nett?! Aber werte Frau Pohl, denkense zurück an Kohl, na, was wohl? Fällt keen Groschen, klingt zu abgedroschen? Was geschah nach dem Wechsel mit dem neuen Hoffnungsträger Schröder? Dat weeß doch inzwischen jeder Straßenköter, der hat se allesamt an der Nase herumgeführt, das ist passiert! Wer hat uns verraten? Na klar doch, Sozialdemokraten!

Dann folgte Krieg von deutschem Boden, die Agenda 2010, hätte ne Union sich verboten, mit Hartz wär’s och nicht genehm, hinterher verloren die Sozen immer mehr Stimmen, keener wollte mehr sich an soziale Ideen besinnen. Der Neoliberalismus fand ständig mehr Zulauf, der aus der Versenkung aufgetauchte Merz setzt noch einen drauf.

Nicht gleich sofort sichtbar, aber wenn gewählt, wird’s überdeutlich klar. Och wenn mancher sich vor Sorgen quält, Moral, Ethik und Humanismus nicht mehr zählt, so ist nu mal die Welt.

Aalglatt agiert jener Saubermann, so wie er halt kann, was interessieren wichtige Probleme, über die sich manch einer gräme. Daher regiert bald Häme, wie wir es schon andernorts erleben, denkt man ans US-amerikanische Beben mit jenem blonden Dollen, mit dem die meisten nicht wollen. Nützt nur nicht viel, das ist jetzt der neue politische Stil.

Geprägt von mehr Gewalt, auf daß es weltweit hallt, die Medien seien an vielem Schuld, hinfort mit behutsamer Geduld, draufhauen mit fester Hand, es zählt stets das eigene Land, zurück zur Autokratie, scheiß auf jede Diplomatie. Wohin solch neuer Ton führt, manch einen tief berührt, sieht man überall mit Grausen, folgen keine Pausen, eher Mord und Totschlag bestimmen den Alltag.

Wenn Ihr das auch so wollt, nicht alles was glänzt, ist übrigens gleich Gold, oder habt Ihr etwa im Leben geschwänzt? Schaut viel genauer hin, das ist der Sinn! Drum stoppt jenen Merz, den Spahn und andere Pappnasen, die verstricken sich nur in simplen Phrasen, um Euch zu blenden, wo soll das nur enden?! Angie mag manches falsch gemacht haben, aber am Leid anderer tat sie sich eben nicht überall laben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

Veröffentlicht unter Satire | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Burgen und Schlösser

https://pixabay.com/de/chambord-reflexion-burg-architektur-3195956/

pixabay.com

Erhaltenswerte Relikte oder eher unnötiger Pomp?

Wo stehen sie nicht überall, die Burgen und Schlösser, verstreut übers ganze Land warten sie nur darauf, von Besucherströmen durchlaufen zu werden, damit sie nicht gänzlich anheim fallen, bezahlt durch Subventionen und Eintrittsgelder fristen sie ihre Daseinsberechtigung im ewigen Kampf untereinander, wer den meisten, höheren Anspruch hat, erhalten zu bleiben für eine Nachwelt, die bis heute nicht aus ihrem wohl ewiglich noch andauernden Dünkel der Faszination des Reichtums erwacht ist.

Und so laufen Heerscharen von „Interessierten“ durch die Flure und Gänge von Burgen und Schlössern, gescheucht von Touristenführern, die sehr oft nur einen Saisonarbeitsvertrag besitzen und unterbezahlt werden, um sich an dem Glanz und der Glorie längst vergangener Zeiten zu ergötzen. Auch ein bißchen Grusel darf sein, wenn die „Räumlichkeiten“ mit in der Führung sind, in denen Folteropfer und Gefangene darbten. Aus welchen Gründen und mit welchen Mitteln wurden diese Gebäude erstellt? Um uns daran zu ergötzen, welch tolle Baumeister doch unsere Vorfahren waren? Um für die Ewigkeit gebaut zu werden, zu Ehren von wem auch immer?

Bei den Burgen erklärt es sich schon im Wort, die Burg ist ein Schutzgebäude, ein einigermaßen sicherer Ort, wenn Feinde vor der Türe stehen. Bei den Schlössern sind sich die Gelehrten in Bezug auf die Wortherkunft nicht so einig, aber das Schloß, das Türschloß, von schließen, scheint in diesem Begriff zu stecken, zudem sind die Schlösser nicht ausschließlich zur Wehrhaftigkeit erbaut worden, sondern um Macht und Reichtum zu demonstrieren, und sie wurden nicht unbedingt als Daueraufenthaltsort benutzt, sondern auch manchmal nur als Aufenthaltsort für ein paar Wochen im Jahr. Nicht alle Besitzer dieser Häuslichkeiten waren ausbeuterische Gesellen, aber…

Im Grunde genommen basierte der Bau solcher Anwesen auf Ausbeutung menschlicher Arbeit, nicht nur hier in Deutschland. Die Menschen, die direkt am Bau beteiligt waren, und auch die Menschen, die in diesen Landstrichen wohnten, haben bis auf wenige Ausnahmen einen großen Anteil ihres erarbeiteten „Vermögens“ für diese Bauten aufbringen müssen, dafür wurde ihnen ein vermeintlicher Schutz und Frieden versprochen und rechtfertigte auch gleichzeitig, daß in Kriegszeiten die Bürger für den jeweiligen „Landesherrn“ in den Kampf ziehen mußten. Unwillige wurden eingesperrt und gefoltert, obwohl hier durchaus auch die Frage erlaubt ist, ob ihr Dasein nicht schon Folter und Gefangenschaft war. Schon kleine Diebstähle wurden mit harten Strafen belegt, die Engländer lösten das Problem, indem sie Verbrecher nach Australien verschickten. Reichtum, Macht über alles!

Ja, und nun stehen diese Kulturgüter im Lande rum, und damit sie nicht einfach nur rumstehen, werden sie für das Volk, dem sie sowieso gehören, geöffnet, und stolz präsentieren sie ihre Schätze, und ihre ehemaligen Besitzer werden im Nebel der Vergangenheit in günstiges Licht getaucht, und nur ganz selten wird der eigentlichen Menschen, die für diese Bauten Blut und Schweiß gaben, gedacht. Bis heute hat sich wenig geändert. Die Zeit der Aufklärung wurde von wenigen Menschen in ihr tägliches Leben übernommen, Revolutionen führten bis jetzt in die gleiche ausbeuterische Lebensweise, lediglich der Name wurde verändert. Es wird keine Aufklärung nützen, solange wir nicht erkennen, daß wir täglich für unsere Freiheit und für ein friedliches Zusammenleben verantwortlich sind, solange wir immer wieder vor der Macht einknicken und staunend und bewundernd ihre Statussymbole aufsuchen.

Noch mal, die Bauten wurden von vielen Menschen in ihrer Entstehung bezahlt, und jetzt bezahlen wir wieder für ihren Erhalt durch Steuergelder und Eintrittspreise. Ist weiter sicher auch nicht schlimm, wenn nicht viele, die für diesen Erhalt sorgen, indem sie die Bauten vor dem Verfall retten oder super Arbeit leisten, sie die Geschichte der einzelnen Burgen und Schlösser in ihren Führungen dem Publikum weitergeben, auch gerecht entlohnt werden würden.

Wann wird endlich begriffen, daß Macht und Reichtum keine Charaktereigenschaften sind und Schillers „Wilhelm Tell“ in keinem Bücherregal fehlen sollte.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

Veröffentlicht unter Kolumne | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Schäubles kleine Rache aus dem Hinterhalt

Bringt im Herbst den März sehr bald

Muß latürnich Merz lauten, aber das wissen Sie bereits, oder? Drehen wir doch mal das Rad der Zeit ein wenig zurück, als die Bayern- und Hessenwahl noch in weiter Ferne waren, etwa zwei Jahre nach Angela Merkels Entscheidung, Flüchtlinge ins Land zu lassen, eine humanitäre Geste, die manch CDU-Politiker ihr eben nicht verzeihen konnte, so auch Wolfgang Schäuble.

Kurz vor der Bundestagswahl in einem kleinen südbadischen Ort fuhr eine schwarze Limousine vor, drei Herren mit Stöpseln in den Ohren stiegen aus, musterten intensiv die Straße, ein vierter eilte aus dem feudalsten Restaurant, riß die hintere Wagentür auf, nachdem zuvor einer der Dreien den Rollstuhl fachgerecht abgestellt hatte. Wer ihn erkannte, wußte, daß der Wolfgang Schäuble Platz nahm, ins Restaurant gerollt wurde.

Ein Raunen ging durch die neugierige Menschenschar, die sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite eingefunden hatte, Pressevertreter waren weit und breit nicht zugegen, zwei Polizisten positionierten sich in Lauerstellung vor die Dörfler, die keinen Mucks von sich gaben, kurz darauf ging jeder seine Wege, weil es nichts mehr zu sehen gab.

„Jetzt lasset doch die Leut abziehe, was könnet die dafür, sind doch auch nur Menschen, oder?“, bemerkte Wolfgang mit hochgezogenen Augenbrauen, als er seinen Platz einnahm am Tisch. Getränke wurden zielsicher gereicht, am anderen Ende saß ein Altbekannter, kein geringerer als Friedrich Merz, der doch eigentlich damit beschäftigt war, sich auf seinen neuen Posten als Aufsichtsratsvorsitzender des Köln/Bonner Flughafens vorzubereiten, den er im Dezember antreten sollte.

„Besten Dank, Wolfgang, für die innige Einladung. Meinst du nicht, es ist etwas verfrüht, über die Nachfolge von der Angela zu sinieren?“

„Aber nein doch, damit können wir nicht früh genug beginnen, gerade weil sie voraussichtlich kurz vorm vierten Kabinett steht, ich geh mal davon aus, daß wir die Bundestagswahl gewinnen, wenn auch mit ein paar Stimmenverlusten. Aber es langet noch“, erwiderte Wolfgang mit einem schelmischen Grinsen, was stets den Eindruck hinterließ, zu gekünstelt rüberzukommen.

„Nun gut, vielleicht hast du ja Recht, immerhin bist du ja ein paar Jahre länger in der Politik wie ich“, gab Friedrich zum Besten.

„Richtig. Ich denke spätestens nach der Hessenwahl, so gegen Ende Oktober sollten wir die Katze aus dem Säckle lassen, gelle? Dann wäre das medienwirksam zu forcieren. Eventuell früher, falls in Bayern das Desaster einer geschwächten CSU noch größer. Wir werden sehen.“

Wolfgang nahm einen kräftigen Zug vom Weizenbier, während Friedrich eher etwas unsicher am Weißwein nippte. Immerhin war er bekanntlich einige Jahre von der politischen Bühne verschwunden, keiner hatte ihn mehr auf dem Zeiger. ‚Genau das könnte gerade deshalb meine Chance sein‘, überlegte der noch 61-Jährige.

Die Überraschung war gelungen, wie inzwischen die Medien überall sich überschlagend kommentierten. Die Einen freuen sich auf eine Erneuerung, die weit entfernt davon sein wird, aber das interessiert niemand wirklich, Hauptsache neue Gesichter, auf Inhalte kommt es nur zweitrangig an. Wenn die schlafende Wählerschaft es merkt, ist die Kuh vom Eis, sprich der Merz am Drücker. Vielleicht noch ein Spahn, ein Lindner, weil man mit den Grünen doch nicht kann, die Liberalen viel eher den neoliberalen Kurs mittragen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

Veröffentlicht unter Satire | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Hoffnungsschimmer

https://pixabay.com/de/sonnenuntergang-wolke-meditation-473603/

pixabay.com

Langes Warten
am Telephon,
an der Bushaltestelle,
im Wartezimmer,
ständig und immer
jenes Hundegebelle,
der karge Arbeitslohn,
keine Früchte im Garten.

Zu kurzes Leben
in chaotischer Welt,
scheinbar ziellos,
zu viele Entbehrungen,
stets mit Belehrungen
vom Lehrer bis zum Boß,
das alles fürs Geld,
jenem blöden Streben.

Sinnfreies Durchschnaufen
mit geschlossenen Augen,
völlig entspannt,
voller Mut und Elan,
fühlt sich gut an,
nicht einfach davongerannt,
gezielte Lösungen etwas taugen,
wenn wir uns zusammenraufen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Schulwesen: Pädagogischer Auftrag verliert auf ganzer Linie

https://pixabay.com/de/klassenzimmer-m%C3%A4dchen-sch%C3%BClerin-3779035/

pixabay.com

Gefangen im System einer aussichtslosen Zukunft

Merken die Menschen nicht, was hier vor ihren Augen sich abspielt? Vor lauter Konsum, TV-Ablenkung und Internet-Games, einer streng reglementierten Arbeitswelt, in der ein jeder den anderen belauert, weil er morgen schon auf einem Abstellgleis der Sozialrutsche sich befinden könnte, die Bevölkerung im Kollektiv in die Pflicht genommen wird, sich abzurackern für ein wenig Luxus, der da lautet, ganz nach oben zu gelangen in die Welt des Glamours?

Die meisten hecheln diesem Ziel hinterher, unerreichbar und offensichtlich doch verbissen dranbleibend, ganz ähnlich wie all jene, die wöchtentlich den Traum vom Lottoglück sich erhoffen. Was veranlaßt Menschen, derart geblendet, sich manipulieren zu lassen? Gehen wir der Frage auf den Grund.

Am Anfang war die Leere einer vielversprechenden Sehnsucht

Die allerdings zugleich oftmals im Kindergarten zunichte gemacht wird, spätestens in den Gebäuden des „Ernst des Lebens“, Schule genannt. Jene Bildungshochburgen, wo fragende, wissensdurstige Schüler dem vorgegebenen Lehrplan hinterherhinkend sehr schnell feststellen müssen, daß keinerlei Zeit und erst recht kein Platz für ihre berechtigten Fragen vorhanden ist. Alles hat sich den strikt vorgegebenen Sachzwängen des Unterrichtsstoffes unterzuordnen, der wiederum fein säuberlich einem „pädagogisch wertvollen Plan“ folgt, demnach ein gewisses Grundwissen vermittelt wird.

Bis zur Hauptschule mag dies in vielen Fächern durchaus naheliegend sinnvoll sein, wie die Grundrechenarten, das Lesen, das Schreiben, bestimmte geographische Kenntnisse zusammen mit dem Sozialwesen sich anzueignen, obwohl auch dort bereits etliche Methoden mehr als fragwürdig sein müssen, wenn man Rechen- und Orthographie-Schwäche bei etlichen Schülern heutzutage erkennen kann.

Das System ist restlos überfordert zusammen mit den zwangsläufigen gesellschaftlichen Problemen des täglichen Miteinanders, bei dem sehr viel sich den Vorgaben einer inhumanen Wirtschaft unterordnet. Verlierer bleiben auf der Strecke, deren Zahl proportional erschreckend hoch ansteigt, während einige Wenige es sich auf speziellen Privatschulen richtig gut gehen lassen, als Sieger später dieselbe brutale Politik anwenden werden. So schließen sich Kreise, die offensichtlich gewollt sind.

Perpetuum mobile eines zwanghaften Bildungsauftrages

Im Grunde genommen geistern immer noch die autoritären Vorgaben einer hilflosen Geißel der sogenannten zivilisierten Gesellschaft in den Klassenzimmern und Fluren der Bildungsstätten, mit dem Ziel, Schüler an eine vorbestimmte Ordnung heranzuführen. Dabei wird stets übersehen, daß niemand gleich sein kann, ganz viele Stärken und Talente, aber eben auch Schwächen des Einzelnen in keiner Weise berücksichtigt werden, weil dem Prinzip der vorbestimmten Leistung Mensch sich unterzuordnen hat.

Faktor Zeit insofern ein ständiger Feind im Nacken aller Beteiligten, vom Lehrer bis zum Schüler, später im Beruf vom Chef zum Angestellten, in der Familie von den Eltern zu ihren Kindern. Alles beugt sich dieser Autorität, der streßigen Zeitvorgabe!

Dieses Perpetuum mobile kann nur noch „geknackt“ werden, wenn das gesamte Schul- und Bildungssystem zusammen mit der Wirtschaft selbst grundsätzlich verbessert wird, in dem Mensch mit all seinen Fehlern berücksichtigt, sich nach dem Schwächsten die Gesellschaft richtet, so daß diese keine „Verlierer“ mehr heranzüchtet, sondern ein jeder einen fairen Platz inne hat, sich bestätigt fühlt. Zu Ende gedacht, wird dadurch unsere Welt wesentlich friedlicher.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

Veröffentlicht unter Gesellschaft | Verschlagwortet mit , , , , | 2 Kommentare