Glitzernder Dunst

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Wer gab dem Baumstumpf
die Form einer Leiche?
Er schmauchte seine Pfeife
auf der verdorrten Eiche.

Frösche hopsten nah am See,
zeitlupenartig spürte er Fernweh.
Mit Signalfarben kreierte er Bilder,
wirr, chaotisch, kein Glück war wilder.

Nebel bettete flauschig sich ins Tal,
umhüllte ihn mit seinem Schicksal.
Dampf stieg auf, ein Motor knatterte,
fluoreszierendes Licht Platz ergatterte.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Im Schatten der Sehnsucht tanzt menschliche Unvollkommenheit

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Augenblicken des Glücks niemals entrinnen mögen

Ein Fieberschub romantischer Vorstellungen enteilte den Gedanken im gleichmütigen Dasein eines arbeitsreichen Nachmittags. Ausgerechnet in solch nüchterner Umgebung, die normalerweise so gar keinen Platz übrig haben sollte, es aber unwiederbringlich vollbrachte. Jähe Ideen umrangten sein Gemüt, welches urplötzlich nach viel mehr Möglichkeiten des innigen, herzhaften Austausches verlangten, um möglichst nah ihr zu sein, die doch so weit entfernt in einem fernen Lande schlummerte.

Ein jeder wird denken, welch wunderbarer Beginn einer sich anbahnenden Liebesgeschichte. Vielleicht vermag das auch im ein oder anderen Fall sich ganz ähnlich abspielen, wollen wir jenen es von Herzen gönnen. Doch hierbei handelt es sich schlicht um entronnene Chancen einer Wiedergutmachung, die haltlos mißachtet, verpaßt wurde. Statt in logischer Schlußfolgerung wenigstens in Ansätzen ein Mindestmaß an guten Absichten zu hegen, verfielen sie in unbestimme Lethargie, lenkten sich gar ab. Mensch übertüncht eigene, sich meldende Gefühle der Reue, in dem er mittels Ablenkung in alte Muster des Laissez-faire verfällt.

Um des Rätsels Lösung beim Namen zu nennen, weil manch Leser sich schon fragen sollte, was denn wohl gemeint sein könnte, tauchen wir kurz ab in eine mögliche Vergangenheit, wie sie sich abgespielt haben wird. Ungereimtheiten und offene Fragen des Nichtwissens verbleiben im nebulösen Raum der Unsicherheit. Diesem Restrisiko muß man sich schon stellen, weil nur die Schöpfung selbst Antworten kennt, Mensch als Bestandteil bestimmer Entwicklungen sich dem Experiment unterzuordnen hat.

Plötzlich aus dem Paradies entronnen, und unsere Spezies wurde daraus verbannt, ohne Wenn und Aber, begann ihre eigentliche Aufgabe: das Los des Sisyphos zu beenden. Der Felsblock Symbol der schweren Last allumfassender Verantwortung, jede soziale Not zu verhindern, gleichzeitig eine stets nach Überreichtum geifernden Schar ewig Maßloser zu bändigen, während die Hauptfigur den besonnenen Samariter darstellt, die Figur, welche Nächstenliebe vorlebt.

Woran scheitert dieses Schattendasein, ständig den harten Weg zu begehen, um am Ende den Punkt zu erreichen, den Moment, wo der Felsblock ins Tal der Tränen poltert, ins Verderben der menschengemachten Kriege, in die Hoffnungslosigkeit, dem abgrundtiefen Bösen je zu entrinnen? Am Durchhaltevermögen? Keineswegs, der Beispiele gibt es zahlreich, wo etliche Generationen in unbedingtem Friedenswillen viele Entbehrungen ertrugen, sich unterjochen ließen. Obsiegt das Böse am Ende doch?

All jene Fragen bewegt Menschheit, erhielt stets genug Hinweise, die nur noch umgesetzt werden mußten. Was nutzen die klugen Erkenntnisse, in welchen Konstellationen wir unser Dasein möglichst angenehm gestalten können, wenn schließlich brutalste Gewalt jedwedes kosmische Gesetz mißachtet, Grausamkeiten begangen werden, die kein anderes Wesen auf Erden ausübt, außer Homo sapiens, welches meint, es sei obendrein zivilisiert?

Halten wir fest, an den Augenblicken des Glücks, die sehr viel Halt bringen können, eine Stütze im Sein der Widrigkeiten, aber auch ein Mahnmal, niemals zu vergessen, welch Leid Mensch vollbringt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Gleiche Strecke

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Dürfte ich Sie bitten, ein wenig zur Seite zu rücken.
Mit dem Ton ihrer Stimme beugte sie den Rücken.
Ihr Blick im Fenster spiegelte ihr Gesicht, eingefroren,
sie hatte vor Sorgen längst jeden Zugang dazu verloren.
Die Henkel der Plastiktüte schnürten ihre faltigen Hände,
der Weg ins Arbeitslager hinterließ Muster, erzählten Bände.
Als sie längst ausgestiegen, ihr Geruch blieb neben mir,
Anis, Kräuterstände auf Märkten, magische Gelustgier.

Dürfte ich Sie bitten, ein wenig zur Seite zu rücken,
mit meiner Stimme beugte ich vor Achtung den Rücken.
Ihr Blick, tiefer kann man nicht im Brunnen sitzen,
ich hatte vor langer Zeit aufgehört, Kerben einzuritzen.
Die Henkel der Eimer um meinen Brunnen zu füllen,
auf dem Weg meines Lebens, sie bedecken die Stolperrillen.
Als wir längst getrennt weitergingen, verströmten wir Anis,
Schutz vor bösen Träumen und Blicken, umsonst, für gar nix.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Rechter Terroranschlag gegen Macron vereitelt

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Ein Lob an die Polizei

Die Neue Rechte wittert weltweit ihre Chancen, sich zu festigen, Macht an sich zu reißen, schließlich gibt es genügend Länder, wo dies längst greift. Anstatt aus der Vergangenheit zu lernen, ziehen es weiterhin Menschen vor, jene rechtsradikalen Kräfte zu unterstützen, ob mittels Wahlen in Demokratien oder sogar über Terrornetzwerke, die von langer Hand organisiert entstehen.

Der französische Inlandsgeheimdienst, die Direction générale de la sécurité intérieure (DGSI), vereitelte einen Terroranschlag gegen Präsident Macron, der zu sechs Festnahmen führte. Die Festgenommenen werden dem rechten Spektrum zugeordnet. Daß rechter Terror auf dem Vormarsch ist, sollte nicht neu sein, wie Macron selbst ebenso neulich kundtat. In diesem Kontext muß man unbedingt auch die Arbeit der Polizei loben.

Die böse Saat scheint aufzugehen

Keineswegs unbeteiligt sind all diejenigen, die ständig Hetzparolen zum Besten geben seitens rechtsradikaler Strömungen, ob Regierungsvertreter wie Orbán, Kurz oder Salvini oder auch Marine Le Pen, jene AfD bis hin zu The Donald, der gleichwohl sich rassistisch hervortut.

Vor einem guten Monat stellte Querdenkende die Frage, ob der kurz aufflammende, ebenso vereitelte Versuch des rechten Terrors in Chemnitz lediglich die Spitze des Eisbergs sei. Man kann dies leider nur bestätigen. Da braut sich weiterhin etwas zusammen. Mit im Boot, all jene, die im Hintergrund agieren, nämlich potentielle Geldgeber, die rechtsradikale Parteien und Strömungen gezielt bewußt unterstützen. Da wollen wohl einige ihre Pfründe gesichert sehen, oder? Erinnerungen ans großzügige Sponsoring an einen Herrn AH werden wach!

Mit Kritik hat das gar nichts zu tun

Vielmehr mit gezielter Gewalt, die unentschuldbar ist. Natürlich kann man den neoliberalen Emmanuel Macron anprangern, obwohl er wenigstens im Gegensatz zu Deutschland die Rente mit 62 beibehalten will, die 35-Stunden-Woche gleichwohl. Davon kann man hierzulande nur träumen, im rechtspopulistischen Österreich können Arbeitnehmer gar zu einer 60-Stunden-Woche verpflichtet werden. Ausbeutung par excellence!

Betrachtet man insgesamt den Verlauf rechter Gewalt mit all ihren Alltagsfacetten, den aufkeimenden Strömungen, schaut es eher unheimlich aus, wenn Demokraten weiterhin zu wenig an einem Strang ziehen, sich eher verzetteln und teilweise im Wege stehen. Dennoch macht die hervorragende Arbeit einer gut organisierten Polizei Hoffnung, schließlich konnte sie zumindest schlimmeres bis jetzt verhindern. Wachsamkeit muß fortbestehen, aber auch noch mehr Zusammenhalt in der Bevölkerung. Leichter gesagt, als umzusetzen mit noch mehr Sozialabbau und Ungerechtigkeit.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Terror

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Früh aufgewacht

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Liebe,
selbstverständlich,
gedacht,
früh am Abend
aufgewacht,
im nachmittäglichen
Schlaf,
darüber gelacht,
traumwandlerisch
das eigene Ding
mit Liebe
gemacht,
selbstverständlich,
gedacht.
Brüder, Schwestern,
die Nacht
war noch nicht
gestern.
Liebe,
selbstverständlich,
dargebracht,
hält
unendlich
ganz sacht.
Das Mädchen
blickt
zu den Fenstern,
Morgensonne,
dahinter
wimmelt es
von Gespenstern.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Trumps Rassismus widerlicher denn je

Wahlwerbespot führt zur Verweigerung der Ausstrahlung

Unsensibler und ungehobelter trat bisher kein US-amerikanischer Präsident auf, Donald Trump als Inbegriff dessen, dies zu toppen, beweist es unübersehbar seit seinem Wahlkampf und bisheriger Präsidentschaft. Dabei legt er sich gern mit jedem an, der nicht in sein Weltbild paßt, von den Medien bis zum weltpolitischen Parkett.

Während seine Anhänger ihm das zugute halten, ihn frenetisch bejubeln, was auch in Europa durchaus geschieht, denkt man an die Neue Rechte, gibt es ohne weiteres in den USA längst Widerstände. Vielleicht zeigen das die heutigen Midterm-Wahlen, wenn der US-Kongress neu gewählt wird. Dabei stieß ein Wahlwerbespot von Trump widerlich auf, offenbart seinen Rassismus, US-Sender und Facebook boykottieren ihn völlig zu Recht.

Kriminalisierung von Einwanderern ein beliebtes Feindbild der Rassisten

In Europa hat die Kriminalisierung von Einwandereren oder gar Flüchtlingen längst Schule gemacht, die rechtsradikale Szene nimmt dabei kein Blatt vorm Mund, lebt ihre rassistische Einstellung in vollen Zügen aus, wie man in weiten Teilen des alten Kontinents miterleben darf zum Leidwesen all derer, die genau dies vehement verurteilen.

Ein beliebtes, bekannt perfides Spiel, die Verunglimpfung der Medien. Ein Donald, Trump der Journalisten als „Volksfeinde“ beschimpft, zeigt der Welt, wohin der neue US-amerikanische Zeitgeist wehen möge. So zumindest in den Hirnwindungen dieses Rassisten. Daß ihm eben nicht sämtliche US-Bürger folgen wollen, liegt auf der Hand, läßt hoffen, eventuell per Denkzettel bei den heutigen Halbzeitwahlen.

Spaltung der Gesellschaft leicht zu durchschauende Taktik

Mit der simplen Behauptung, man solle sich besser hinter legale Immigranten stellen, die somit die Gesetze befolgen, wie Trumps Wahlkampf-Manager Brad Parscale betont. Doch ganz so einfach sollten jene Rassisten es sich eben nicht machen, selbst wenn immer noch genügend Menschen auf deren Phrasen hereinfallen, man unschwer in etlichen europäischen Staaten beobachten kann wie jüngst in Österreich oder Italien.

Daß jene rechtsradikalen Häscher es keineswegs gut mit der Bevölkerung meinen, sollte inzwischen bei unseren österreichischen Nachbarn deutlich werden. Kurz und Strache haben die 60-Stunden-Woche realisiert, der Sozialabbau nimmt harte Formen an, doch die Bevölkerung nimmt dies weiter hin. Fragt sich nur wie lange noch.

Was muß noch alles geschehen, siehe zum Beispiel Brasilien, bis bei den Menschen das Aufwachen beginnt, wohin die Hofierung rechtsradikalen Gedankenguts führt? Offene Gewalt, Folter, Einschränkung der Pressefreiheit bis hin zur Autokratie, wo Demokratie nur als Alibi-Veranstaltung dient?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Der Geruch
angebrannter
Schokolade,
wie sie es haßte,
weil sie es liebte,
auch die Rose
verblühte,
verdorrt
am Küchenbord.
Im Sturm
brechen Äste,
die Schokolade
als Vase
für das vergängliche
Blühen,
schmilzt
im Licht des Feuers,
weil sie es liebte,
wie sie es haßte,
wenn etwas
nicht paßte.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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