Give peace a chance

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Den Termin frühzeitig und bestens erledigt, den Geschmack des leckeren Mittagessens noch auf der Zunge, also wohl genährt, die Sommersonne zeigt ihre in den letzten Monaten vermißte strahlende Kraft des Himmelblaus, so intensiv unwirklich, fast wie in den Bildern von Claude Monet, Urlaubserinnerungen von Südfrankreich bestimmen das grenzenlos zufriedene Gefühl während der Autofahrt nach Hause.

Keine gestreßten Drängler hinter mir, keine Traktoren und Fahrräder vor mir, alles ist in fließender Harmonie wie lange nicht mehr. Der gewohnheitsmäßige Druck auf die Taste des CD-Players soll dieser perfekten Stimmung ihren Rahmen geben, und schon summe ich gedankenverloren mit: All we are saying is give peace a chance – All we are saying is give peace a chance – All we are saying is give peace a chance.

Erinnerungen an eine auf Frieden hoffende Zeit: Woodstock – Musical „Hair“ – „Make Peace Not War“ – tausende Tramper am Straßenrand – „stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin“ –

Ich drücke die Repeat-Taste:

Two, one, two, three, four
Everybody’s talking about
Bagism, Shagism, Dragism, Madism
Ragism, Tagism,
this-ism, that-ism, Ism, ism, ism
All we are saying is give peace a chance.
All we are saying is give peace a chance.

Und mir laufen die Tränen übers Gesicht.

Everybody’s talkin‘ ‚bout ministers,
sinisters, banisters
and canisters, bishops and fishops,
rabbis and pop eyes, bye bye, bye byes.
All we are saying, is give peace a chance.
All we are saying, is give peace a chance.

Und ich singe lauter.

Let me tell you now:
Everybody’s talking about,
revolution, evolution, masturbation,
flagellation, regulation, integrations,
meditations, United Nations,
congratulations.
All we are saying is give peace a chance.
All we are saying is give peace a chance

Und ich singe weinend.

Everybody’s talking about,
John and Yoko, Timmy Leary,
Rosemary, Tommy Smothers, Bobby Dylan,
Tommy Cooper, Derek Taylor, Norman Mailer,
Alan Ginsberg, Hare Krishna, Hare Hare Krishna.
All we are saying is give peace a chance.
All we are saying is give peace a chance.
All we are saying is give peace a chance.
All we are saying is give peace a chance.
All we are saying is give peace a chance…

Und ich heule.

Hoffnung keimt auf, nicht in einer weiteren Zeitschleife hängen zu bleiben wie Phil Conners in „Und täglich grüßt das Murmeltier“.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Meinung

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Ende der Ära Merkel kündigt dunkle Wolken am Zenit an

Wenn Merz und Co. sich positionieren

Möge all jenen, die noch voller Inbrunst „Merkel muß weg“ ihr Pappschild hochhielten oder durch die Straßen mancher deutscher Großstädte krakeelten, die Hetzparolen im Halse stecken bleiben, wenn Angela Merkel tatsächlich nach den letzten Wahldebakeln ihren CDU-Vorsitz abgibt, das Ende ihrer Kanzlerschaft in wahrscheinliche Nähe rückt.

Natürlich darf und sollte man all ihre Verfehlungen, ihr Aussitzen nicht schönreden, aber es kommt noch wesentlich doller, wenn ganz andere Kandidaten vom Sessel der Kanzlerschaft nicht nur träumen, sondern sich reale Hoffnungen machen, diesen schon bald zu erklimmen. Alles, nur nicht Merz! lautet die sinnige und folgerichtige Überschrift bei den Nachdenkseiten, wobei Jens Berger sehr akribisch die Untaten des Friedrich Merz zusammenträgt, ein eiskalter neoliberaler Politiker vor dem Herrn, wie auch wir nur zu gut uns erinnern, denkt man an dessen verächtliche Äußerungen hinsichtlich betroffener Hartz-IV-Empfänger!

Konservative und Rechtsradikale – eine brisante Mischung

Die sich da weltweit zusammenbraut. Ob in den USA der „blonde Dolle“, bald über die Hälfte der europäischen Staaten oder jetzt im südamerikanischen größten Land, in Brasilien, ein demokratisch gewählter Jair Messias Bolsonaro als baldiger Präsident seine angekündigten „Säuberungen“ durchsetzt, insofern nur noch Beten hilft. Das weltpolitische Parkett hat erneut Geschmack am Faschismus, an Autokratie gefunden, wie er/sie doch Mitte des letzten Jahrhunderts eigentlich als überwunden galt.

Ein kurzes Intermezzo, ein Aufbäumen all der neoliberalen Kräfte, die bislang nach außen meinten, es ginge über Menschenrechte und angeblichen Humanismus, der zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise wirklich Anwendung fand, stets beflügelte jene Wirtschaftspolitik ihren Kurs unerschrockener Ausbeutung, wovon sie sich unter gar keinen Umständen distanzieren wird. Gestern im integren Gewand des „Saubermannes“, heute knallhart vom konservativen Kurs nahtlos zum rechtsradikalen, einer Neuen Rechten sei Dank, die von langer Hand geplant allmählich greift.

Kritik unerwünscht – einfach alles per inszenierten Fakenews glattbügeln

Mit diesem Rezept hat sich bisher The Donald prima durchgewurschtelt zur baldigen Halbzeit seiner Präsidentschaft. Warum sollten ihm das andere nicht gleichtun? Mit Blick zur Medienlandschaft, zur Presse, dürfte deutlich werden, wie Politik deren kritische Berichterstattungen duldet bzw. gar kurzerhand den einen oder anderen einfach verhaftet oder umbringt, denkt man an die Türkei oder Saudi-Arabien.

Vor knapp anderthalb Jahren hat schon einmal rechte Stimmungsmache ihre bösartige Fratze kurzfristig präsentiert mit Thomas de Maizières Stimmenfang per deutscher Leitkultur, erinnerte Querdenkende daran, daß ein Friedrich Merz Multikulturalismus negiert, was wiederum sich gut zur Neuen Rechten bekanngtlich gesellt.

Spekulationen werden somit zunehmen, ob am Ende mit oder ohne Herrn Merz, es wird keinesfalls besser ohne Frau Merkel, der nächste Kanzler oder die nächste Kanzlerin setzt noch eins drauf, zugunsten des neoliberalen Kurses, zu Lasten der Bevölkerung.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Der falsche Ort

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Muß man es verstehen,
es wundert einen schon,
Gott, Heiliger Geist und Sohn,
wohin driftet das Sehnen

nach Frieden,
nach Gerechtigkeit,
von denen, die dir dienen,
die preisen deine Heiligkeit,

Recht wird Herrschaft,
Verpflichtung zu Zwang,
Offenheit führt zur Gefangenschaft,
Toleranz, es wird einem bang,

zum Psychiater, ins Irrenhaus,
Moral benutzt als Beschränkung,
Sitte verkommt zum Kartenhaus,
diagnostiziert Individualität als Erkrankung,

verwundert muß man die Welt ansehen,
auf den Straßen Kriege toben,
kein Scham Besitz zu stehlen,
es lohnt Haß auf Fremde zu loben,

keiner hat mehr Scheu zu verschlimmern
Armut, Leid, Chancengleichheit,
soll sich ein anderer Gott kümmern,
Schicksal ist Teil der Menschheit,

Liebe, Güte, Trost soll man bei Gott finden,
zu hören, zu lesen, gemahnt von Predigern,
im Verachten, Erniedrigen soll man sich verbinden,
man hört, man liest, man vertraut den Peinigern,

die ein Miteinander die größte Gefahr nennen,
sie schwören dabei in einem Atemzug auf Gottes Wort,
oder unter welchen Namen sie dich sonst kennen,
verstehe, Wunder geschehen an einem anderen Ort.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Hessen-Wahl: Volksparteien lassen erneut Federn

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Neuer Landtag vor einem Scherbenhaufen?

Im Grunde genommen wird es völlig egal sein, welche Koalition sich bildet nach der 20. Landtagswahl in Hessen, die gestern mit rund 67 prozentiger Wahlbeteiligung stattfand. Es waren die beiden Volksparteien CDU und SPD, die als unübersehbarer Wahlverlierer erneut in Regierungsverantwortung beteiligt sein werden, wohl eher nicht in einer großen Koalition, insofern eine von beiden.

Beläßt man das mühsame Zahlenprozedere, das Feilschen um Stimmengewinne oder -verluste, sollte dennoch der eigentliche Wahlsieger unbedingt benannt sein: die Grünen. Deren Senkrechtstart in sämtlichen Prognosen, ob in Bayern, im Bund oder jetzt in Hessen läßt tief blicken. Oder etwa doch nicht? Jene AfD zählt nicht, da sie sich lediglich per Hetze auszeichnet, eine kurzfristige Angelegenheit, obendrein als Oppositionspartei ohne nennenswerte Einflüsse.

Abwärtstrend offenbart heftige Vertrauensverluste

Und zwar der beiden Volksparteien, wer Bayern mitzählt, sollte die CSU hinzurechnen. In der Auffassung gerade jener Parteien sind die Grünen mitnichten eine Volkspartei, dennoch etablieren diese sich eben als eine solche, wer nicht die Augen gänzlich vor der Realität verschließt.

Das hat auch mit einem wachsenden Umweltbewußtsein innerhalb der Bevölkerung zu tun, allen anderen Parteien wird genau dies nicht zugetraut. Gerade die Union sowie die SPD verpaßte es in den letzten Jahrzehnten, dieses überlebenswichtige Thema umzusetzen, trat gar eher arrogant auf. Jüngstes fatales Beispiel: Die Proteste im Hambacher Forst, wo die schwarz-gelbe NRW-Regierung unter Ministerpräsident Armin Laschet ihre Unfähigekeit beweist, in dem nach dem Munde der RWE entschieden wird!

In Bayern scheitert just die solideste Koalition, Herr Söder zieht es erwartungsgemäß vor, mit den Freien Wählern zu verhandeln, bis zum 12. November soll die schwarz-orangene Regierung stehen. Nicht weiter verwunderlich, Hauptsache Kungelei treibt eine ignorante Politik weiter voran, was interessieren schon notwendige Belange.

Hessen Denkanstoß zu den Landtagswahlen 2019?

Im Mai nächsten Jahres findet die Landtagswahl in Bremen statt, im September folgen die Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen, in Thüringen ein Monat später. Betrachtet man die letzten Wahlprognosen, so scheint in den drei östlichen Bundesländern jene AfD sich als zweitstärkste Partei zu behaupten, während in Bremen sie gerade mal die 5-Prozent-Hürde überwinden kann. Letztlich ein Armutszeugnis seitens der Wählerschaft, einer Neo-Nazi-Partei zu vertrauen!

Wenigstens scheint jene AfD in Bayern und Hessen entgegen dem Bundestrend nicht in die Nähe der 15% zu rücken. Das läßt hoffen, daß deren Zenit längst überschritten. Damit wird der Demokratie ein Bärendienst erwiesen, was dennoch als notwendiger Denkanstoß gewertet werden muß nach dieser Hessen-Wahl.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Entwickelndes Chaos

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Neue Gedanken,
für sie verworren,
unfähig
zu entwickeln,
zu entwirren,
bleiben sie
verwirrt,
überfordert,
keiner darf
es wagen,
ihnen
zu sagen,
Entwicklung,
ist das nicht irre,
ist Chaos,
das Ende vorbei,
wenn es
entwirrt,
entzwei,
zerbrochen
das Glück
vom Leben,
sich zu entwickeln,
ohne sich einzuwickeln,
sich zu entwirren,
ohne sich zu verirren.
Sie,
das sind
die Ungeduldigen,
die auf jedes
Verwickeltes,
Entwickelndes
mit dem Schwert
draufhauen,
denen kann
niemand
seine Kinder
anvertrauen,
denen kann man
überhaupt
niemals
vertrauen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Korruption so weit das Auge reicht

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Aus dem Lateinischen corruptio für Vorteilsnahme oder Bestechung kennen wir sie in allen möglichen und unmöglichen Lebenslagen, diese Korruption, die die ganze Welt in Atem hält. Entlarvt man sie, mag eine gewisse Genugtuung aufkommen, dabei hat sie längst wieder genügend Möglichkeiten, von neuem sich zu entfalten.

In anderen Worten, es gibt nicht den geringsten Anlaß zur Vorfreude, ihrer Herr zu werden. Prinzipiell obsiegt ihr Naturell, jene Verschlagenheit überall dort, wo Geld fließt als ihr ureigenster Trieb der Bereicherung. Im Zeitalter des Internets hat sie ohnehin eine Vielfalt an neuen „Spielfeldern“ erhalten, man mit Fug und Recht behaupten kann, sie nicht einzudämmen vermag, geschweige denn sie gar zu besiegen.

Insofern muß man von einem Korruptionsdilemma reden, einer Endlosschleife par excellence. Klappe zu, Affe tot? Ganz so dramatisch sollte man ihr mitnichten begegnen, solange es noch Hoffnungsschimmer von geradlinig, ehrlichen Menschen gibt, die eben sich nicht „kaufen“ lassen, bzw. korrupt sind. Wenn das auch eher eine Minderheit ist. Andererseits wird wenigstens die ein oder andere Korruption entlarvt und an die Öffentlichkeit gezerrt.

Fast ein Fünftel der deutschen Unternehmen berichten, nämlich 18 Prozent, daß in den letzten zwei Jahren es bei ihnen einen bedeutsamen Betrugsfall gegeben hätte, nur Russland toppt dies noch, wie Welt im Artikel „So korrupt ist die deutsche Wirtschaft“ schreibt. Politiker haben ohnehin kaum ein Unrechtsbewußtsein, leben wie in einem Vakuum entrückt der eigentlichen Realität, beschäftigt in Sitzungen, Plenen, von einem Termin zum nächsten hetzend, dem jeweiligen Parteibuch verpflichtet, wobei der Ton gerade auch hierzulande rauher wird, denkt man an die rechtsradikale AfD.

Woher die Parteigelder kommen, wird zwar akribisch versucht, aufzuklären, die Dunkelziffer möglicher Schlupflöcher verbleibt weiterhin hoch, so manche Geldsumme läßt sich eben nicht immer sauber nachvollziehen, kein Wunder, daß auch die Bundesregierung beim Abgasskandal sich lieber bedeckt hält. Ob der Fall Barschel oder Schneider, stets sind Gelder im Spiel, die Täter werden nicht gestellt, im besten Fall irgendwelche Bauernopfer, die Verbrechen bleiben im Verborgenen.

Die Moral jener dramatischen Geschicht’? Wer suchet, der findet sie letztlich nicht. Wahrscheinlich gehört Korruption zum Wesen des Menschen selbst, wirklich nahezu unnötig würde sie werden, wenn tatsächlich Gerechtigkeit angewandt wäre, z.B. in dem Armut erst gar nicht aufkommt, somit Überreichtum abgeschafft, ein echter Sozialstaat seinem Namen nach handeln darf. Ob dies eine Illusion bleibt oder endlich umgesetzt wird, liegt an uns allen. Mit tatenloser Demut wird keine Änderung eintreten. Worauf noch warten?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Kein Stillstand

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Das Gebot
ohne Not
gib Brot
für alle
keine Falle
Wut erschalle

Reinheit
Ewigkeit
nie soweit
Gedanken
offene Schranken
Menschen sich zanken

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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