Kurz off gedrückt

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Weder kann ich so schnell denken,
geschweige sprechen,
wie, wie soll ich sagen,
weil ich stets vorher alles weiß.

Ich falle anderen ins Wort,
fast ständig,
weil ich bereits weiß,
was sie ausdrücken möchten,
bevor sie ihren Satz beendet.

Eine schreckliche Angewohnheit
sei mein Verhalten,
da kann ich noch so oft erklären,
ich kann nichts dafür,
überrumpelt wird’ ich
genauso wie ihr.

Ja, kurz Halt, bevor ich anderes weiß,
in mir rumpelt’s
und blitzt es,
Blitz und Donner,
Spannung, Elektrizität,
die entlädt, akkumuliert,
mein ich ist ein Akku, der immer funktioniert.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Am Tag vor der bayrischen Landtagswahl

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Söder und Seehofer kriechen zu Kreuze oder doch eher zu Kurz

Wenn Rechtskonservative aufeinandertreffen, mag viel Kungelei im Spiel sein, allein schon die Überschrift in der Welt beweist den unübersehbaren Abwärtstrend der CSU, wenn ein Markus Söder sich am Ende mehr Dankbarkeit gewünscht hätte. Die Steigerung von Spaltung gewisser Pilze ruft halt eine verlorene Demut hervor, die nur noch mit Liebäugelei rechtsradikaler Positionen gekittet werden kann, selbst wenn die einstige Mehrheitspartei der Bayern eine Zusammenarbeit mit jener AfD ausschließt.

Da können die Karten ziemlich schnell neu gemischt werden, erst recht wenn der bayrische Ministerpräsident darauf beharrt, keine Koalition mit der zweitstärksten Partei, den Grünen, einzugehen. Nach der Wahl kann vor der Wahl durchaus spekuliert werden. Viel mehr Optionen bleiben ohnehin nicht übrig.

Christlicher Augenauswischerei nutzen keine Kreuze

Die Zeit der Heuchelei neigt sich ganz offensichtlich ihrem Ende, bzw. andere Parteien verstehen es, ihre Prioritäten zu setzen. Entweder die Wiederentdeckung eines selbstverständlichen Umweltschutzes, obwohl diesen die Grünen auch nicht ständig und überall durchsetzen wollen oder können, und das grauenvolle Desinteresse mancher Protestwähler, die eine Neue Rechte in Kauf nehmen.

Das kann man unweit im Nachbarland Österreich beobachten, insofern nicht weiter verwunderlich, wenn dieser Sebastian Kurz frenetisch beim Wahlkampfabschluß der CSU empfangen wurde. Da kriechen Markus Söder und Horst Seehofer eher zu Sebastian Kurz als zu Kreuze. Söders Kreuzerlaß wurde ein Vierteljahr später überprüft, scheint erwartungsgemäß eher als belanglos gewertet zu werden. Typisch für reflexartige Lobhudelei einer C-Partei, die sich nicht christlicher verhält als die Gesellschaft. Dann hätte man es ja auch sein lassen können.

Bayrische Landtagswahl ein Politbarometer zur Stimmung auf Bundesebene?

Um die Frage mal direkt zu beantworten, das wäre ziemlich vermessen. Zumal die Uhren im Rest der Republik gänzlich anders ticken, erst recht im Nordwesten Deutschlands, wo bekanntlich sich eine AfD gar weit weniger als eine 10-Prozent-Partei behaupten kann.

Daß sie die 10 Prozent laut letzter Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen erreichen würde, sollte man nicht ausschließen, obendrein könnte sie noch am Ende die prognostizierten 12 Prozent der SPD toppen, die Grünen eventuell mit 20 Prozent als eindeutiger Wahlsieger hervorgehen. Das würde aber auch bedeuten, daß die Linken weiterhin nicht im Landtag vertreten sein werden, die Freien Wähler ohne weiteres bei möglichen Koalitionsverhandlungen das Zünglein an der Waage sein könnten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Schwungvoll gleitend liebt sie

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Sie ist so eigenwillig,
so voll Allüren.
Parieren,
niemals freiwillig!

Ihre Art
erinnert an Wellen,
ungezähmt, aber auch zart
wie Glöckchen oder Schellen.

Veränderbar stets ihr Wesen,
dabei sich selbst immer treu,
bist du zu anspruchsvoll gewesen,
dann trennt sie Weizen von der Spreu.

Offene Karten ihre einzige Regel,
Verlierer, Gewinner früh enttarnt.
Liebe, sie ist mal Schaukel, mal Segel,
mit Wind genießt sie die Fahrt.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Nichts dazugelernt

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Kein Entrinnen aus dem Korsett
halbseidener Wahrheiten,
die tagtäglich dich einlullen.
Empfangen von triebigen Bullen,
egal wer diese wird anleiten,
stehst du auf schwarzem Brett.

Veränderung der Lauf der Dinge
wie schon zu allen Zeiten,
Entwicklung fordert ihren Tribut.
Zunächst mal richtig und gut,
dabei Neuigkeiten sich ausbreiten
in der Welt emsiger Erdlinge.

Beobachtung erfordert Analyse
nüchtern in tiefster Überzeugung,
lernend wir entsprechend reagieren.
Immer noch willenloses Parieren?
Gehorchen stets auf dem Sprung?
Seht ihr nicht jene ewigliche Krise?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Deutschlands Weg in die Vergangenheit

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Oder wieso die Neue Rechte dermaßen viel Aufwind erhält

Laut neuesten Prognosen würden nahezu ein Fünftel der Wähler, die ihr pflichtgemäßes Kreuzchen hinterlassen, jener AfD ihre Stimme geben. Klar doch, ein Großteil soll lediglich dies aus Protest einer tatenlosen Regierung gegenüber vollziehen, das „Merkel-muß-weg-Lager“ greift nach anderen Machtverhältnissen, die Bayernwahl mit jenem Spaltpilz sorgt erst recht für mehr Stimmenfang.

Reflexartiges Herumschnappen eines Herrn Söder darf gleichwohl nicht als hilfreich gewertet werden, am Ende kostet es der ehemalig stärksten Partei im Land der Bayern so wichtige Stimmen, die Alleinherrschaft ist passé. Gespannt schaut die Republik gen Süden, sollte dennoch nicht das kleine Hessen aus den Augen verlieren, wo zwei Wochen später ebenso gewählt wird.

Mit Blick zu den Grünen dürften diese neben der rechtsradikalen AfD als lachende Gewinner hervorgehen, in Bayern, was früher undenkbar gewesen wäre, scheint sie mit Abstand sich als zweitstärkste Partei zu etablieren, was das Ländle längst vollzogen hat, selbst eine geschwächte SPD darf noch als drittstärkste mitmischen, wenn auch nur zwei Prozent vor den Rechtsradikalen.

Weimarer Verhältnisse wäre zuviel des Guten

An gezielter Kritik, wenn auch nicht ganz unberechtigt. Gewisse Parallelen sind nicht von der Hand zu weisen, denken wir an Sozialabbau, Lohndumping, was einer eigentlich höheren Arbeitslosigkeit entspricht, zunehmende Armut, Aufrüstung und genügend Möglichkeiten, Kriege vermehrt anzuzetteln, ein besonders sich verbreitender Nationalismus in Europa.

Aber viel wichtiger, was nicht gleich bemerkt wird, die Rolle potentieller Geldgeber, die im Stillen eine perfide Neue Rechte ganz gezielt großzügig steuern. Oder glaubt tatsächlich noch jemand hierzulande, daß die Masse der Protestwähler die AfD finanziell unterstützt? Woher nehmen, wenn nicht stehlen? Geht einfach nicht, insofern wird bewußt gesteuert, ein gnadenlos hämisches Boot im Meer der Verunsicherung, – eine Parallele zum Mittelmeer verdeutlicht die Bösartigkeit in diesem Kontext erst recht -, Angst und Haß funktioniert mal wieder.

Nichts dazugelernt aus der Geschichte – Volksverdummung erschafft neue Opfer

Darf oder muß man gar annehmen, daß bestimmte Gene und gar Gewohnheiten ein Grundübel als im Volk selbst vorhanden exakt zu solch erneuten Auswüchsen einer gezielten Steuerung dieser Neuen Rechten führt? Leider scheint man dies nicht von der Hand weisen zu können.

Schön, wenn Widerstand wächst, solche Verhältnisse nicht mehr dulden zu wollen, immerhin sind es noch knapp über 80 Prozent der Wähler, die einer AfD nicht ihre Stimme geben. Vergessen sollte man aber auch nicht, daß es vor einem Jahr noch fünf Prozent weniger waren bei den Rechtsradikalen. Insofern kann keine Rede von Entwarnung sein. Seid wachsam!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Bewahrtes Geheimnis

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Sie schrie,
gehört wurde sie nie.
Sie weinte,
Herz sich entzweite.
Sie brüllte,
ihre Seele verkümmerte.

Sie schwieg,
in ihr tobte Krieg.
Sie verriet nichts,
es war ihr Geheimnis.
Sie blieb stumm,
Opfer prahlen nicht, darum.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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RTL: Wen interessieren Reichsbürger – Hauptsache die Kasse stimmt

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DSDS glänzt mit fragwürdig neuer 16. Staffel

Über miesen Geschmack läßt sich bekanntlich nicht streiten mit Blick zum privaten Fernsehsender RTL, dessen Unterhaltungssendungen wie Big Brother, Dschungelcamp und auch die Castingshow DSDS mit jenem sogenannten Pop-Titan zum Besten geben. Einschaltquoten bestimmen den Markt, was nicht erst seit Hans Weingartners Free Rainer bekannt sein sollte.

Aber wenn die schlechteste Castingshow Deutschlands sich um den „Marionetten-Sänger“ Xavier Naidoo bemüht, dem ein Stelldichein mit den Reichsbürgern nichts ausmacht, spätestens dann wird, auf Teufel komm raus, polarisiert, was sich wiederum mit dem zunehmenden europäischen Rechtspopulismus deckt. Neben Dieter Bohlen ein Xavier Naidoo sowie der von DSDS gefunden ernannte Super-Star Pietro Lombardi.

Die Steigerung von widerlich findet stets neue Spielwiesen

Was nützt schon das Talent, die begnadet tolle Stimme, wenn ein Xavier Naidoo dermaßen unverblümt sich in dessen Texten Luft macht, im Gegenzug die rechtsradikale Szene ihn für ihre Zwecke ausnutzt? Mittels hohlen Phrasen gegen die deutsche Politik wird’s keineswegs besser, erst recht nicht mit jener AfD, die fleißig weiter ihren Haß im Bundestag versprüht.

Dies scheint den Sänger nicht zu stören, somit keineswegs verwunderlich, wenn man sich fürs Castingformat DSDS hergibt. Da paßt manches somit zusammen, selbst wenn RTL sich damit bestimmt keinen Gefallen tut. Aber wen interessieren schon Reichsbürger – Hauptsache die Kasse stimmt! Letztlich spielt es keine Rolle, welches vierte Jury-Mitglied neben den drei Juroren Platz nehmen wird. Denn wem das Reichsbürgergeschwätz und vor allem die Kungelei zur Neuen Rechten mißfällt, der schaltet die Glotze eben nicht mehr an.

Kein Entrinnen aus dem Sumpf ominöser Verschwörungstheorien

Fanatismus zeichnet oftmals fließende Grenzüberschreitungen aus, sodaß menschenverachtendes Gedankengut Wege seiner Entfaltung findet, dieses sich vielseitig widerspiegelt, vor allem einer unterbewußten Hirnwäsche Vorschub leistet. Das kann man schon länger bei Xavier Naidoo beobachten, da hilft ihm auch kein rechtliches Durchsetzen, ihn keinen Antisemiten nennen zu dürfen oder die Unterstützung prominenter Kollegen.

Es verbleibt der fade Beigeschmack zur Nähe der Neuen Rechten, eine diffuse Erklärungsnot, die schnell mit Verschwörungstheorien bespickt Abhilfe verschaffen soll. Kritik am System an und für sich ist durchaus legitim und auch unbedingt notwendig, aber mitnichten bei solcher Grundhaltung und Verstrickung. Daß daraufhin etliche Fernseh- und Radiosender Abstand zu Xavier Naidoo nehmen, kann man ihnen nicht verübeln, sondern zeigt deren Rückgrat, was man bei RTL weiterhin vermissen muß.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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