Lisa

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Lisa
möchte weg nach Pisa
oder sonst wohin,
weg von ihrem Bruder Florin,
nicht nur zur Wochenendsause,
ganz weg von diesem Zuhause.

Gutes Zureden, Zimmerarrest,
alles Beweise, hier wohnt die Pest,
nachts aus der Hintertüre ins Freie,
tags aus dem Fenster mit Wäscheleine,
nichts konnte sie bremsen, sie halten,
sie wollte alleine schalten und walten.

Die Eltern verzweifelt, der Bruder betrübt,
ins Unglück rennt sie, ehe sie Leben geübt.
Vor ihrem Fenster siedelten Spinnen,
von dort gab es jetzt kein Entrinnen,
Frösche an der Hintertüre Quartier bezogen,
die Welt hat sich gegen sie verschworen.

War es Zufall oder jemandes Absicht,
mit Urängsten spielt man nicht.
Das Haus heimlich zu verlassen,
blieb verwehrt, sie konnte es nicht fassen.
Heute erzählt Lisa, Ängste zu überwinden,
war die spannendste Reise, zur Welt zu finden.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Im Namen des Vaters, des Sohnes und – wohin des Weges?

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Unsicherheit zwischen Spaltung und Zusammenhalt

Um dem Kreuzzeichen (lat. signum crucis) zu folgen, spricht man jenen bekannten Satz zum Ritus, „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“, ganz besonders bei den Katholiken, findet es unbedingt Anwendung bei den meisten Konfessionen. Die Nähe zu Gott, zu Jesus Christus, der all das Leid auf sich genommen für die Menschheit.

Doch was unternimmt jene seit den folgenden zweitausend Jahren? Den Inbegriff brutalster Ausbeutung, in der eben keine Nächstenliebe praktiziert wird, sich alles nach dem Mammon richtet, von der Korruption über Verbrechen bis hin zu ständigen Kriegen. Kein Wunder, daß die Empörung zur Weltpolitik Überhand nimmt.

Wo verläuft die Trennlinie außerhalb von Fakenews und wahrscheinlicher Realität?

Auf den Punkt gebracht, es gibt sie schlicht und ergreifend nicht, es wird ihr vielmehr ständig nachgeeifert ohne nennenswerte Ergebnisse, es sei denn, Mensch schafft es endlich, beherzt ganz gezielte gewisse Systeme grundlegend zu ändern, bzw. abzuschaffen. Das folgenschwerste, jener Raubtierkapitalismus, diese Selbstverständlichkeit von Überreichtum, an dem sich alles orientiert, in der Politik bis zur Wirtschaft, bei der Bildung bis zum Glauben.

Ausgerechnet ein Donald Trump ruft zum Zusammenhalt auf, was natürlich seinem Amt entspricht in der Stunde der Not, der Bedrohung durch Terror, dennoch an Widersprüchlichkeit kaum noch zu toppen ist, wenn man bedenkt, daß er sich mit allen gleichzeitig anlegt, Europa, dem Iran, China und Russland, um nur die wichtigsten Staaten aufzuzählen, im selben Atemzug auf America First zu bestehen, ohne mögliche Konsequenzen zu überdenken.

Er erklärt den Medien den Krieg, spricht von Fakenews, benutzt sie trotzdem für seine Zwecke, reagiert zu Recht empört über die Tötung des Journalisten Jamal Khashoggi, bezweifelt die Stellungnahme, wenn der Kronprinz Mohammed bin Salman von „Hintermännern“ redet. Darf und sollte er auch. Doch wer hat denn all die Jahre Saudi-Arabien vor allem militärisch unterstützt? Die USA und ihre Verbündeten, so auch Deutschland!

Die Welt ist längst eine völlig andere im Verhältnis zu gestern

Das wichtigste Indiz, ihre Schnellebigkeit. In rasender Geschwindigkeit entstehen neue Erfindungen, technische Errungenschaften, viele Menschen können ihnen kaum noch folgen, immer mehr Spezialisten braucht es, die gleichzeitig von Künstlicher Intelligenz abgelöst oder ersetzt werden, Finanzströme delegieren ganze Industrien, politische Schwerpunkte, Elend und Kriege als Folge setzen Grenzen bei gleichzeitig neuen Perspektiven veränderter Machtverhältnisse und den Kreisläufen des Wiederaufbaus, Mutter Courage funktioniert genauso, wie Brecht es darstellte!

Eine ins Chaos versinkende Menschheit voller Zweifel, Krankheiten, Mutter Erde von einigen wenigen, profitgeilen Unwesen hilflos ausgesetzt, während die Umwelt dahinsiecht, Naturkreisläufe orientierungslos zusammenbrechen. Am Ende steht ein zurückgekehrter Jesus doch noch wieder auf und fragt sich: Cui bono? Mit einem fadenscheinigen Lächeln im Gesicht mag ein verbleibend ehrlicher Christ antworten, daß der Herr ausgezogen sei, um die Hirten einzusammeln, die sowieso nie vorhatten, göttlich zu handeln.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Fabian

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Fabian,
ein Schlendrian?
Ach, i wo!
Sitzt zwar Stunden auf dem Klo,
liest Comics, Comics, Comics,
zigmal dasselbe, da kennt er nix,
still ist es dann im ganzen Haus,
unheimlich, wirklich, dann kommt er raus,
hält die ganze Familie auf Trab,
diese Energie, eher macht die Sonne schlapp,
Stimmen und Musik auf volle Lautstärke,
Freunde sind am Kühlschrank zu Werke,
seine Bude ist eine Menagerie
für Menschen mit Geist, Phantasie,
sie stellen alles auf den Kopf,
Moral, Ideal, sinnlos wie ein Kropf,
unser Weltbild war total bieder,
jetzt fliegen unsere Zellen wieder,
ohne Fitnesstudio oder Drogen
bleiben wir auch geistig agil, ungelogen,
das verdanken wir unserem Sohn Fabian,
er ist eine Herausforderung, kein Schlendrian.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Feldlerche „Vogel des Jahres 2019“ hierzulande gefährdet

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Landwirtschaftspolitik verdrängt immer mehr Tierarten

Bereits Mitte der 1960iger Jahre machte die US-amerikanische Biologin Rachel Carson auf die Gefährdung im ersten Ökobestseller Silent Spring (Der stumme Frühling) auf die jähe Verstummung von Singvögeln in der Vorfrühlingszeit aufmerksam, wie Anselm Weidner im Artikel des Deutschlandfunks zur Langen Nacht der Singvögel darauf hinwies.

Zum zweiten Mal wird die Feldlerche zum „Vogel des Jahres“ ernannt, fürs nächste Jahr, nachdem sie 1998 bereits die nötige Aufmerksamkeit erhielt. Während sie weltweit betrachtet kaum wirklich gefährdet zu sein scheint, kann man es deutschlandweit nur bedauern, daß sie dort inzwischen auf der Roten Liste in Kategorie 3 („gefährdet“) steht. Hauptverantwortlich für jenes Desaster: eine ignorante Landwirtschaftspolitik seitens der EU und Berlin selbst.

Nahezu die gesamte Paläarktis gehört zu ihrem Lebensraum

Von Irland und Portugal bis Kamtschatka und Japan, also weitestgehend die paläarktische Region besiedelt die Feldlerche aus der Familie der Lerchen (Alaudidae), die mit einer Körperlänge zwischen 16 und 18 cm und einer Flügelspannweite von 30 bis 35 cm zu den größeren Singvögeln gehört, deren rhythmisch sich wiederholend rollend trillernde oder zirpende Töne bis zu 15 Minuten anhalten können, wie manch einer bestimmt schon in Acker- und Wiesenlandschaften gehört haben wird.

Einfachste Erklärung für dieses Verhalten, es dient der Betonung des Revieranspruchs seitens der Männchen. Manche Arten bleiben an ihrem Lebensstandort, andere wiederum sind Kurzstreckenzieher, d.h. sie ziehen nach Südwesteuropa bis zum Nordrand der Sahara, auch ein sicheres Indiz, daß der baldige Winter eintritt.

Weit über 30 Prozent weniger Feldlerchen als noch vor rund 40 Jahren

Vergleiche können durchaus widersprüchlich sein, wenn man feststellt, hierzulande sei die Gefährdung dramatisch, weltweit bestünde kaum ein Rückgang der Feldlerche. Eine fortschreitende Urbanisierung beim ohnehin immer knapper werdenden Lebensraum auch für andere Tierarten in Deutschland zusammen mit einer eben nicht behutsamen Landwirtschaft zeichnen sich hauptverantwortlich für jene Problematik.

Man könnte leicht in Versuchung geraten, zu hinterfragen und anzuprangern, wo denn ein Umwelt- und Naturschutz innerhalb der Bundespoltik noch greift, währenddessen vor allem die konventionelle Landwirtschaft weitestgehend hofiert wird im Zusammenspiel mit einer Pharmalobby, denken wir an Bayer und Co. und das gefährliche Glyphosat. Wenn wir alle nicht eindringlicher jene Politik in die Pflicht nehmen, verbleibt das Artensterben. Man möchte sich lieber nicht eine Welt ohne Vogelgesang vorstellen, sie wäre leblos stummer!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Tierschutz/Tierrechte

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Verbrannter Hund stand auf der Verpackung

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Schröpfen ist die altbewährte Leidenschaft,
die Ideenlosen Lob und Anerkennung verschafft,
Frischhaltefolien kleben an ihren Fußsohlen,
jahrhundertalte Tradition geht so nicht verloren,
der Welt Bestimmung ist nicht das Gnadenbrot,
vielmehr verübt man ständig den Gnadenstoß,
für die Ausgelaugten, Mißbrauchten, Versklavten,
wer will schon aus dem Fenster sehen die Bestraften,
die deren Wesenheit die Leichtigkeit der Schöpfung
in sich tragen ohne Embleme, ohne Uniformierung,
an den Quellen der Phantasie genügend Esprit,
Genialität empfangen, sich damit schmücken, nie,
die Schröpfer können dies nicht vertragen, sie leiden,
sie beklagen ihre Unfähigkeit, Aufrichtigkeit sie meiden,
lieben Scheinheiligkeit, brauchen deshalb Rampenlicht
denn je heller der Schein, ihre Schatten sieht man nicht,
hier liegt der Hund begraben, seit tausenden von Jahren,
die Verpackung Irritation, Schöpfung beinhaltet Bewahren.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Abgasskandal taxiert Bundesregierung so gut wie gar nicht

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Bundeskanzlerin hofiert letztlich die Autoindustrie

Als Querdenkende im Mai dieses Jahres die Verkehrspolitik als zentralen Schlüssel bei der Luftverschmutzung anmahnte, hatte längst jeder halbwegs kritische Beobachter so seine Zweifel, inwieweit jene Bundespolitik ihren politischen Aufttag ernst nehmen würde. Letztlich so gut wie gar nicht, alle kläglichen Versuche einer Retuschierung verdeutlichen deren Halbherzigkeit.

Dies entspricht der typischen Haltung, wie man sie schon seit Jahrzehnten feststellen muß, obwohl mal eine Partei, die Grünen, hervorgegangen aus anfänglichen Bürgerinitiativen und Umweltvereinen, es besser machen wollten. Tatsächlich lassen sie sich auf zu viele Kompromisse ein bishin zu widersprüchlichen Standpunkten mit Blick ins Ländle, wo ein Winfried Kretschmann gut fünf Jahre brauchte, bis er einsah, daß das AKW Fessenheim endlich vom Netz gehen sollte.

Autoabgase werden schöngerechnet zugunsten der Autolobby

Im Grunde genommen schon die ganze Zeit, von den Anfängen des Verbrennungsmotors im Straßenverkehr bis zur deutlichen Zunahme im Laufe der Nachkriegsjahrzehnte, was war das für ein Genugtuung, als bei der Ölkrise 1973 hierzulande mal vier autofreie Sonntage stattfanden.

Seitdem wird notorisch am Urproblem vorbei gefeilscht über die angeblichen Belastungsgrenzen, wo tatsächlich jeder Mensch mit ein wenig Medizinkenntnissen nur zu genau weiß, wie schädlich die Rauchgasbelastungen des Straßenverkehrs auf unsere Organismen wirken. Davon will auch die Bundeskanzlerin nichts wissen, meint, sie müsse Dieselfahrverbote in Städten gesetzlich erschweren.

Welch ignorante Haltung, alle Städter bleiben betroffen, wer auf dem Land lebt, darf sich glücklich schätzen, diese toxischen Cocktails nicht einzuatmen. Wieder einmal werden Grenzwerte für Stickoxide zugunsten der Autolobby schöngerechnet, von politischer Einsicht kann dabei keine Rede sein!

Die Umwelt hat sich an profitable Notwendigkeiten zu richten

Man könnte auch direkt zum Punkt kommen: Nach ihnen die Sintflut, was interessiert es eine Elite, ob die Umwelt, Menschen, also Mutter Erde nonstop belastet, letztlich zählt nur die eigene ausbeuterische Haltung, die sie in den egoistischen Genuß versetzt, in Saus und Braus zu leben, egal welche Opfer auf der Strecke bleiben.

Das war früher nicht anders, nur daß die Mittel der Zerstörung inzwischen wesentlich umfangreicher Schäden anrichten, eine Regenerierung kaum mehr möglich ist. Ob die Luft, die Erde oder gar das Wasser, – Waterworld rückt im Übrigen ziemlich bald in den Fokus der Wirklichkeit, das Zeitalter der Ölkriege neigt sich seinem Ende, ein nahtloser Übergang zu Wasserkriegen ist ohnehin vorprogrammiert.

„Wer nur um Gewinn kämpft, erntet nichts, wofür es sich lohnt zu leben.“ (Antoine de Saint-Exupéry)

Dies scheinen aber all jene nicht zu wissen, die ständig dem Reichtum hinterherhecheln. Die Schneise der globalen Zerstörung und des vielen Elends wollen sie erst recht nicht wahrhaben, weil Ablenkung ihre Ignoranz verdrängt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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Der Brief

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Sehr geehrte Damen und Herren, nein, da war doch ein Name, wie hieß der gleich nochmal, Herr Rechtsanwalt Bernhard Meyerfurth-Stürzenhofecker, also Herr Bernhard Meyerfurth-Stürzenhofecker, sollte ich nicht lieber Herr Rechtsanwalt Bernhard Meyerfurth-Stürzenhofecker schreiben? Das paßt nicht in eine Zeile, kleiner schreiben, quatsch, so schreib ich doch nicht. Ich brauche meine Handschrift doch nicht verändern, wer soll denn wissen, wer ich bin, falsche Unterschrift, falsche Adresse, so geht das.

Dann halt, Sehr geehrter Herr Meyerfurth-Stürzenhofecker, jetzt habe ich den Rechtsanwalt vergessen, ach scheiß drauf, und den Vornamen, der wird schon wissen, wer gemeint ist.

Sie, Herr Rechtsanwalt vertreten, wie heißt der andere nochmal, Herr Schmitz, Schmietz, wie kann man nur Schmietz mit ie heißen. Also, Sie vertreten den Schmietz, da vertreten sie sich mal nicht die Füße, wird eine langwierige Angelegenheit, so wie ich das sehe. Herr Rechtsanwalt, Sie vertreten Herr Schmietz, Herrn Schmietz, soll ich jetzt das Aktenzeichen dazu schreiben, Sie vertreten Herrn Schmitz, Schmietz, ohne Aktenzeichen, wegen dem, wie steht das da, ach, das klingt zu geschwollen, schreib ich einfach, wegen den Büschen und dem Lärm.

Sagen Sie dem Schmietz, der soll vor der eigenen Türe kehren, anstatt friedliebende Nachbarn zu belästigen. Schließlich habe ich anderes zu tun, als mich darum zu kümmern, wie es dem Schmitz, Schmietz geht. Wer ja noch schöner. Ha, das ist gut, ich komme jetzt langsam in Fahrt, soll er doch seine Auffahrt nicht immer ganz mit seinen vielen Autos und Krempel vollstellen, da kann sein Autolack auch nicht zerkratzt werden. Sowieso tät es dem Fettwanst gut, sich zu bewegen, das war jetzt zu dicke, sowieso ist es dem körperlichen Befinden ihres Mandanten nicht abkömmlich, gut, gut bin ich, abkömmlich, den beiden ist immer alles bekömmlich, die können den Hals nicht voll kriegen, fressen sich durch alles durch, in dem sie unbescholtenen Mitmenschen das Leben schwer machen.

Also, ich werd meine Büsche weder schneiden, noch die Musik leiser drehen, obwohl ich könnte dem Jens den Hals umdrehen, wenn er wieder stundenlang seine Musik, Techno, haha, Techno, von Technik und Mechanik keine Ahnung aber diese Kreissägenmusik, bei der der Motor verreckt ist, auf volle Lautstärke durchs Haus jagen, daß sogar im Keller die Scheiben klirren, darf er, denn von dem Schmietz mit ie hat sich mein Sohn nichts zu sagen lassen, überhaupt nicht die, sie haben doch kein bißchen Musikgefühl.

Das Fräulein Tochter des Herrn Schmitz, ich weiß mit ie, Schmietz veranlaßt uns immer alle Fenster und Türen geschlossen zu haben, da sie auf der Fiedel, schreibt man heute noch Fiedel, Geige, Geige, Fiedel klingt zu fröhlich, also die fiedelt so fürchterlich laut und erbärmlich falsch, daß meine Frau, die an Luftnot leidet, Luftnot, das ist gut, die Luft bleibt ihr höchstens weg, wenn sie eine halbe Stunde am Stück vor sich hinmault, weil ihr etwas nicht in den Kram paßt, das hör ich gar nicht mehr, sodaß wir ärztlich verschrieben in allen Räumen ein Notfallset bereit stehen haben, wie heißen die Dinger denn noch mal, ach was, wenn der nachfragt, kann ich mich immer noch kundig machen und so ne Dinger kaufen.

Und überhaupt wegen dem Dämlack, der soll seine alten Keppel, an denen er ständig rumbastelt, halt in seinen Garten stellen, anstatt auf die Auffahrt, das Bequemchen ist zu faul zu laufen, ach wie anstrengend ist es, vom Garten aus vor das Haus zu laufen, wenn man einen Schraubenzieher braucht, vergeßlich ist der auch noch, ständig fremdes Volk auf dem Hof, denen er eine Karre aufdrängen will, leben wir ständig in Angst und Schrecken, man kann ja nie sicher sein, daß da einer dabei ist, der die Nachbarschaft, also meine Familie ausspioniert.

Die Büsche bleiben da, wo sie sind, und so wie sie sind, und in meinem Haus bestimme ich, was Lärm ist und was nicht.

Hochachtungsvoll

Anselm Stadler

Dem hab ich es gegeben, ja, ich komm jetzt zum Essen, bin nicht taub, Jens, Jens, stell das verdammte, mach den Ton leiser, man versteht das eigene Wort nicht mehr, Jens, Emma, ich komm doch schon, mußt nicht gleich wieder zur Furie werden.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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