Telefon

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Das Telefon schellt,
der Hund hat gebellt.
Heb ich den Hörer ab –
ich lauf auf und ab.
Wer ist da dran,
ist es Frau oder Mann?
Oder die Verwandten
mit all ihren Kanten?
Wird der Anruf mir gut tun,
oder muß ich mich danach ausruhen?
Jetzt ist das Telefon plötzlich still,
so wie ich es will.

Soraya

Kategorie: Gedichte

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In einer Welt voller Sorgen gibt es selten ein gesundes Morgen

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Seelenheil abhängig von unserer Bereitschaft, sich fallen zu lassen

Langsam schließt du deine Augenlider, blickst zurück, erinnerst dich an Kindertage, an einen kleinen Streit zwischen deinen Geschwistern und dir, dem kläglichen Versuch deiner Eltern, diesen zu entschärfen., was aber keineswegs fruchtete. Nein, die Auseinandersetzung mußte just in diesem Moment stattfinden, wobei alle Beteiligten mit der Inbrunst eines Kriegers agierten, nur daß am Ende gar keiner mehr sagen konnte, was der Anlaß war.

Egal, Hauptsache sich Luft gemacht, des Menschen Meinungsverschiedenheiten ziehen sich wie ein roter Faden durchs gesamte Leben, ein Geben und Nehmen suchender oder gefestigter Erfahrungswerte wollen ausgetauscht werden, wobei nicht unbedingt nur das deutliche Argument obsiegt, die bestechende Logik im Vordergrund steht. Geprägt von unserem ganzen Sein signalisieren wir der unmittelbaren Umwelt die Präsenz des Momentes, die Überzeugungskräfte, die ganze Massen zu bewegen vermögen.

Manche nennen es Geist selbst, Demagogie in Leibhaftigkeit oder eine schier unverrückbare Autorität, deren Überzeugungskräfte in solchen Augenblicken Menschen in einen vehementen Bann ziehen. Wer sie geschickt zu nutzen weiß, kann vieles bewegen, wie uns die Geschichte lehrte, sowohl im Positiven als auch im Negativen. Von Buddha, Jesus, Napoleon bis Hitler, um mal vier Namen zu nennen.

Doch was treibt Homo sapiens an, sich immer wieder zu versuchen, einmal die Reinkarnation mit einbezogen? Im Fall all jener, für die mit dem letzten Atemzug das angeblich einzig uns geschenkte Leben sein ewigliches Ende findet, mag wohl kaum Trost vorhanden, außer daß nichts verbleibt als die Erinnerung der Nachfahren, der Hinterbliebenen.

Im Wandel der unterschiedlichen Seelenwanderungen, dem erneuten Versuch, sein Karma zu ordnen, zu leben und vor allem mit der Abfolge der vielen Leben den Königsweg zu finden, um schließlich im Nirwana zu landen, die materielle Welt überwunden, in geistigen Sphären in den Weiten des Kosmos verweilend, findet Mensch seinen Weg und einen Platz.

Der Entspannung folgt eine Gelassenheit, den Körper kaum mehr zu spüren, außer dem leicht hörbaren Atem, dem Zirkulieren des Blutkreislaufes, während die Gedanken teilweise sprunghaft Erinnerungen vergangener Tage zulassen, die aber allesamt kurzweilig anhalten, intensiv, ohne Furcht, nahezu befreiend wirkend gar eine bestimmte Gelassenheit hervorrufen. Manche nennen es Meditation, andere versinken einfach in einer Art Trance, was durchaus hilfreich heilende Momente hervorruft, einer wesentlich intensiveren Verarbeitung gleichkommt. Auch ohne jedwede Fremdeinwirkung oder gezielte Begleitung eines vertrauensvollen Menschen.

Vergessen wir nicht, wo unsere Wurzeln herrühren, welche Ursprünge wir genommen, was uns antreibt, unserem Leben einen Sinn zu ergeben, unabhängig von den Notwendigkeiten einer materierellen Versorgung, den Gesetzen und Konstellationen, die unser Dasein mitbestimmen, um überhaupt in den Genuß kommen zu können, sich zwischendurch fallen zu lassen. Je weniger Ängste und Sorgen, je mehr wir Zwänge loslassen, desto eher nähern wir uns solchen Prozessen, vermögen tief in uns selbst zu schauen in jene Bereitschaft der seelischen Entspannung. Nehmen Sie sich die Zeit, so oft es Ihnen möglich, heilsame Momente wollen gepflegt werden, sie vermitteln uns mehr Kräfte, als manche erahnen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Krieg Abwesenheit vom Frieden

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Reingewaschene Gedanken
unterwegs ohne Unterlaß
in gehorsamer Demut
einer Obrigkeit gegenüber,
finden altbekannte Ziele,
deren nur allzu viele
sich still offenbaren,
wobei Neugier auftaucht,
um nachzuforschen,
wer Verrat begehen mag,
was selbst am jüngsten Tag
nicht gänzlich aufgeklärt;
wer hat Federn gelassen
in jenem kranken Spiel
ohne Sieger?
Außer Krieger
unzählige Menschen!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Gegrüßt hat er sie nie

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Niemals grüßte er sie,
niemals,
sollte er,
warum sie,
warum die anderen,
die grüßte er auch nie,
er fühlte,
er erlebte,
war jung,
erwachsen,
alt,
sein Körper kräftig,
nicht kalt,
grüßen sie,
niemals,
Liebe schenkte sie ihm,
ihr sympathischstes Lachen,
ihr sprühendes Lebensgefühl,
das verdankte sie,
der nie grüßenden
Buche im Garten.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Nicht nur Märchen aus 1000 und einer Nacht haben uns aufgebracht

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Scheherazade als Tochter des Wesirs mag noch so viele Märchen dem König aufgetischt haben, manch Kind sich an ihnen köstlich laben, doch was in der Mitte Persiens dort geschah, gilt erst recht seitdem bis heute Jahr für Jahr. Gemeinsamer Nenner mag die Arabische Welt als Schnittmenge herhalten können, doch laßt uns nicht in unwichtige Details verrennen.

Der Blick sei für Momente gen Königreich Saudi-Arabien gerichtet, nicht etwa was man diesem so manch Fatales andichtet, vielmehr die geistig-fanatische Grundhaltung jener Religion erklimmt unerschrocken jeden Thron. Ob man Menschen einfach Hände abhackt, sie steinigt und peinigt, mit Gewalt bepackt, nach außen hin kriegerisch aggressiv weiter wütet, man neulich nicht vorm Morden journalistischer Kritiker zurückschreckt, wohlbehütet mit Waffen und gar deutschen Panzern eingedeckt, das Riesenreich im Mittleren Osten fordert selbst im Westen manch Posten.

Latürnich darf hierbei der blonde Dolle nicht fehlen, das sei wohl kaum noch zu verhehlen, der möchte endlich den nächsten Krieg irgendwo auf der Welt lostreten, schließlich nützt ohnehin keen Beten. Damit hat er genauso wenig am Hut wie ne Fliege in der Antarktis, tut ihr bestimmt nicht gefroren gut, vor dieser Kälte hat wohl jeder Schiß. Aber mal ganz im Ernst und hoch seriös, wer hat was von jenem Getös? Ach, laßt Euch doch drauf ein, nicht nur so zum Schein, sondern gezielt um die Ecke gedacht. Na, kommt keiner dahinter, ist zu aufgebracht?

Schaut mal etwas genauer hin, das ist der Sinn! Die Pressefreiheit geht tatsächlich dahin, sie wird nonstop mit Füßen getreten, ist fast überall ungebeten, da helfen keene Reporter ohne Grenzen, es folgen unübersehbare Turbulenzen. In autokratischen Staaten sowieso. Beispiele gefällig für den Status quo? Ob Nordkorea, Russland oder die USA, die Türkei oder das kleene Ungarn, Journalisten geht’s an den Kragen in Scharen, sie müssen äußerst wachsam sein, das wissen sie ohnehin von vornherein.

Doch zwischen Theorie und Praxis liegt so manch Gedankengalaxis. Hauptsache man bewahrt sich seinen eigenen Ehrenkodex – aber das ist ja gerade so perplex: Während der gewagte Journalist sich der Wahrheit verpflichtet, werden dessen Artikeln so manch Bösartiges angedichtet. Verschwörungstheorien hatten eh schon immer Hochkonjunktur, es hilft och dabei nicht jede Korrektur. Der Teufel im Detail sich versteckt, am Ende manch Kollege prompt verreckt!

So schließt sich erneut ein Kreis, führt uns aufs Abstellgleis, welches Unsicherheit, Wut und Haß erzeugt, sich fast jeder beugt, um nicht mit seinem Leben zu spielen, nach dem etliche längst ungeniert und erfolgreich zielen. Opfer bleiben weiterhin auf der Strecke, ungeschoren kommt davon manch hinterhältige Recke. Märchen können so wunderbar trügerisch uns einlullen, auch die Eins mit den drei Nullen, es verbleibt der hochgradig fade Beigeschmack: Sie stecken uns alle in nen großen Sack, jenes Herrschaftspack. Moral hat keinerlei Grenzen, sie wollen nur ewiglich in ihrer verlogenen Welt glänzen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Roter Teppich für Zyniker und Stümper

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Sie rollen gesellschaftliche Hemmschwellen
zu einem roten Teppich aus, der wie Brei soll quellen.
Wer hier flaniert, überheblich stolziert, hämisch grinst,
der glaubt an jedes noch so abwegige Hirngespinst.

Wahrheitssekten getarnt als Traumfabriken
garantieren Freispruch bei Parolenkonflikten,
sie stacheln auf zur Denunziation, Lügen, Hetze,
Mißbrauch der Meinungsfreiheit, das total fetze.

Zum absoluten King, hoch finanziert, wird avanciert,
wer gekonnt narzißtischen Egoismus inszeniert.
Im Hintergrund flüstern die machtgierigen Sponsoren
ihnen Opferrollen zu, ein Leichtes, damit andere zu verkohlen.

Alle Hemmschuhe ausgezogen, um Geschichtsbücher zu füllen,
fordern sie Respekt, Moral, Gehorsam, um sich wohlzufühlen.
Um Hemmnisse wie Nächstenliebe, Toleranz zu vertreiben,
stilisieren sie sich zu Kultfiguren, um sich Götterstatus einzuverleiben.

Wer sind sie, die sich erlauben, über alles ihr Weltbild zu stäuben?
Zyniker, Spötter, dilettantische Satiriker, denen sich die Haare sträuben,
wenn vielfältiger Konsens ihren geistigen Horizont überschreitet,
oder einfach nur Stümper, denen Unterdrückung Freude bereitet.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Volksparteien im freien Fall: Politik verliert an Glaubwürdigkeit

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Demokratien haben sich am Wandel messen zu lassen

Jede Auflehnung hat ihren Ursprung darin, daß eine lange Kette von Ungerechtigkeiten, insbesondere soziale Mißstände ihnen vorausgegangen war. Dies hat sich in der gesamten Menschheitsgeschichte so abgespielt und fand seine Präsenz z. B. in den arabischen Unruhen.

Selbstverständlich kann es eben nicht damit getan sein, die Machthaber nur zu stürzen, es läuft darauf hinaus, einer Demokratie den Weg zu ebnen. Allerdings ist eine Demokratie erst dann glaubwürdig, wenn sie sich einem Wandel unterzieht. Genau aus diesem entscheidenden Grund haben sich alle Demokratien messen zu lassen, ob sie überhaupt dazu in der Lage sind, bzw. die Bereitschaft besitzen, dies in die Tat umzusetzen.

Wenn wir uns die starre Form in Deutschland betrachten, das Festhalten am einfachen Wahlprozedere, was wiederum bedeutet, daß die Menschen im Lande recht wenig Einfluß haben, Politik selbst mitzugestalten, sondern lediglich sich aufs Wahlkreuzchenmachen beschränken, muß man sich nicht wundern, wenn immer mehr Stimmen laut werden, exakt dies ändern zu wollen. Es ist auch nicht damit getan, dem alleinigen Ruf nach Volksabstimmungen zu folgen, es ist nur ein Mittel an politischen Entscheidungsprozessen teilzuhaben.

Insbesondere im regionalen Bereich, also vor Ort sollten die Bürger sich einbringen dürfen. Negativbeispiele, wo dies eben nicht zu Genüge stattfand, gibt es in der Vergangenheit genug, wenn wir an Stuttgart 21 oder an die Moselbrücke denken. Dort wurde hinter verschlossenen Türen am Volk vorbei entschieden, einzig und allein die wirtschaftlichen Aspekte zählten per Kungelei zwischen Parteipolitik und Konzerninteressen, die Nähe zu mafiösen Strukturen rücken in den Fokus der Kritiker.

Solange Menschen nicht wirklich in einer Gemeinschaft gleichberechtigt mitentscheiden dürfen, sich verlassen fühlen von ihren Volksvertretern, hat sich dann im konstruktiven Weiterdenken eine Demokratie diesem Mißstand zu stellen, und dies bedeutet daher, etwas ändern zu müssen. Verpaßt sie diese historische, notwendige Gelegenheit, folgt nach inneren Unruhen irgendwann auch das Ende dieser demokratischen Ordnung.

Müssen stets Völker ihre Regierungen stürmen, bis sich etwas ändert?

Bisher war das zumindest der Fall. Eine weitsichtig kluge Politik versucht genau das zu vermeiden und stellt sich den Herausforderungen. Man könnte sogar so weit gehen, daß sehr viele Unruhen hätten vermieden werden können, weil letztlich genug „Geist“ vorhanden war, der schon ausführliche Lösungen parat hatte. Denken wir an die großen Philosophen.

Erich Fromm selbst hat in seinem Werk Haben und Sein ziemlich eindeutig beschrieben, wohin die Reise geht, wenn Mensch am materialistisch-orientierten Habitus festhält, anstatt dem Sein den Vorrang zu geben. Dies beinhaltet natürlich eine menschenwürdige Politik, ein behutsamer Umgang untereinander, in der jeder gleichberechtigt leben kann und eben nicht die Wirtschaft über den Menschen sich erhebt, sondern umgekehrt.

Es kommt in diesem sehr umfangreichen Entwicklungsprozeß zur weltweiten Demokratisierung noch ein ziemlich entscheidender Faktor hinzu, der eben in der Geschichte der Menschheit in dieser Form noch nicht vorhanden war: die Geschwindigkeit des Informationsflusses bedingt durch das Internet.

Das Internet der Schlüssel zum weltweiten Frieden oder eher das Gegenteil?

In der Tat eine gewagte Frage, aber ist sie so utopisch, wenn wir uns vergegenwärtigen, welche Möglichkeiten sich im Internet auftun? Mitnichten. Vergessen wir nicht, daß durch den superschnellen Datenfluß jeder informiert ist, die Menschen daher die Möglichkeit haben zu reagieren. Gleichzeitig wird es immer schwieriger, die Wirklichkeit zu vertuschen, Systeme sind einer erheblichen Kontrolle ausgesetzt. George Orwells Big Brother längst für alle sichtbar, da fast alle Grenzen dadurch gefallen? Ganz so einfach ist es aber auch nicht, weil die Möglichkeiten der Manipulationen ebenso gegeben sind, was wiederum Kriegsszenarien begünstigt, nahezu herausfordert.

Im Zeitalter einer immer rasanter werdenden Technisierung tut Mensch sehr gut daran, sich an allen zukünftigen Prozessen zu beteiligen, und dies kann nur dann erfolgreich, menschenwürdig umgesetzt werden, wenn demokratische Systeme sich auf diesen Wandel einlassen. Es liegt somit an uns allen, daran mitzuwirken.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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