Hessen-Wahl: Volksparteien lassen erneut Federn

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Neuer Landtag vor einem Scherbenhaufen?

Im Grunde genommen wird es völlig egal sein, welche Koalition sich bildet nach der 20. Landtagswahl in Hessen, die gestern mit rund 67 prozentiger Wahlbeteiligung stattfand. Es waren die beiden Volksparteien CDU und SPD, die als unübersehbarer Wahlverlierer erneut in Regierungsverantwortung beteiligt sein werden, wohl eher nicht in einer großen Koalition, insofern eine von beiden.

Beläßt man das mühsame Zahlenprozedere, das Feilschen um Stimmengewinne oder -verluste, sollte dennoch der eigentliche Wahlsieger unbedingt benannt sein: die Grünen. Deren Senkrechtstart in sämtlichen Prognosen, ob in Bayern, im Bund oder jetzt in Hessen läßt tief blicken. Oder etwa doch nicht? Jene AfD zählt nicht, da sie sich lediglich per Hetze auszeichnet, eine kurzfristige Angelegenheit, obendrein als Oppositionspartei ohne nennenswerte Einflüsse.

Abwärtstrend offenbart heftige Vertrauensverluste

Und zwar der beiden Volksparteien, wer Bayern mitzählt, sollte die CSU hinzurechnen. In der Auffassung gerade jener Parteien sind die Grünen mitnichten eine Volkspartei, dennoch etablieren diese sich eben als eine solche, wer nicht die Augen gänzlich vor der Realität verschließt.

Das hat auch mit einem wachsenden Umweltbewußtsein innerhalb der Bevölkerung zu tun, allen anderen Parteien wird genau dies nicht zugetraut. Gerade die Union sowie die SPD verpaßte es in den letzten Jahrzehnten, dieses überlebenswichtige Thema umzusetzen, trat gar eher arrogant auf. Jüngstes fatales Beispiel: Die Proteste im Hambacher Forst, wo die schwarz-gelbe NRW-Regierung unter Ministerpräsident Armin Laschet ihre Unfähigekeit beweist, in dem nach dem Munde der RWE entschieden wird!

In Bayern scheitert just die solideste Koalition, Herr Söder zieht es erwartungsgemäß vor, mit den Freien Wählern zu verhandeln, bis zum 12. November soll die schwarz-orangene Regierung stehen. Nicht weiter verwunderlich, Hauptsache Kungelei treibt eine ignorante Politik weiter voran, was interessieren schon notwendige Belange.

Hessen Denkanstoß zu den Landtagswahlen 2019?

Im Mai nächsten Jahres findet die Landtagswahl in Bremen statt, im September folgen die Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen, in Thüringen ein Monat später. Betrachtet man die letzten Wahlprognosen, so scheint in den drei östlichen Bundesländern jene AfD sich als zweitstärkste Partei zu behaupten, während in Bremen sie gerade mal die 5-Prozent-Hürde überwinden kann. Letztlich ein Armutszeugnis seitens der Wählerschaft, einer Neo-Nazi-Partei zu vertrauen!

Wenigstens scheint jene AfD in Bayern und Hessen entgegen dem Bundestrend nicht in die Nähe der 15% zu rücken. Das läßt hoffen, daß deren Zenit längst überschritten. Damit wird der Demokratie ein Bärendienst erwiesen, was dennoch als notwendiger Denkanstoß gewertet werden muß nach dieser Hessen-Wahl.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Entwickelndes Chaos

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Neue Gedanken,
für sie verworren,
unfähig
zu entwickeln,
zu entwirren,
bleiben sie
verwirrt,
überfordert,
keiner darf
es wagen,
ihnen
zu sagen,
Entwicklung,
ist das nicht irre,
ist Chaos,
das Ende vorbei,
wenn es
entwirrt,
entzwei,
zerbrochen
das Glück
vom Leben,
sich zu entwickeln,
ohne sich einzuwickeln,
sich zu entwirren,
ohne sich zu verirren.
Sie,
das sind
die Ungeduldigen,
die auf jedes
Verwickeltes,
Entwickelndes
mit dem Schwert
draufhauen,
denen kann
niemand
seine Kinder
anvertrauen,
denen kann man
überhaupt
niemals
vertrauen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Korruption so weit das Auge reicht

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Aus dem Lateinischen corruptio für Vorteilsnahme oder Bestechung kennen wir sie in allen möglichen und unmöglichen Lebenslagen, diese Korruption, die die ganze Welt in Atem hält. Entlarvt man sie, mag eine gewisse Genugtuung aufkommen, dabei hat sie längst wieder genügend Möglichkeiten, von neuem sich zu entfalten.

In anderen Worten, es gibt nicht den geringsten Anlaß zur Vorfreude, ihrer Herr zu werden. Prinzipiell obsiegt ihr Naturell, jene Verschlagenheit überall dort, wo Geld fließt als ihr ureigenster Trieb der Bereicherung. Im Zeitalter des Internets hat sie ohnehin eine Vielfalt an neuen „Spielfeldern“ erhalten, man mit Fug und Recht behaupten kann, sie nicht einzudämmen vermag, geschweige denn sie gar zu besiegen.

Insofern muß man von einem Korruptionsdilemma reden, einer Endlosschleife par excellence. Klappe zu, Affe tot? Ganz so dramatisch sollte man ihr mitnichten begegnen, solange es noch Hoffnungsschimmer von geradlinig, ehrlichen Menschen gibt, die eben sich nicht „kaufen“ lassen, bzw. korrupt sind. Wenn das auch eher eine Minderheit ist. Andererseits wird wenigstens die ein oder andere Korruption entlarvt und an die Öffentlichkeit gezerrt.

Fast ein Fünftel der deutschen Unternehmen berichten, nämlich 18 Prozent, daß in den letzten zwei Jahren es bei ihnen einen bedeutsamen Betrugsfall gegeben hätte, nur Russland toppt dies noch, wie Welt im Artikel „So korrupt ist die deutsche Wirtschaft“ schreibt. Politiker haben ohnehin kaum ein Unrechtsbewußtsein, leben wie in einem Vakuum entrückt der eigentlichen Realität, beschäftigt in Sitzungen, Plenen, von einem Termin zum nächsten hetzend, dem jeweiligen Parteibuch verpflichtet, wobei der Ton gerade auch hierzulande rauher wird, denkt man an die rechtsradikale AfD.

Woher die Parteigelder kommen, wird zwar akribisch versucht, aufzuklären, die Dunkelziffer möglicher Schlupflöcher verbleibt weiterhin hoch, so manche Geldsumme läßt sich eben nicht immer sauber nachvollziehen, kein Wunder, daß auch die Bundesregierung beim Abgasskandal sich lieber bedeckt hält. Ob der Fall Barschel oder Schneider, stets sind Gelder im Spiel, die Täter werden nicht gestellt, im besten Fall irgendwelche Bauernopfer, die Verbrechen bleiben im Verborgenen.

Die Moral jener dramatischen Geschicht’? Wer suchet, der findet sie letztlich nicht. Wahrscheinlich gehört Korruption zum Wesen des Menschen selbst, wirklich nahezu unnötig würde sie werden, wenn tatsächlich Gerechtigkeit angewandt wäre, z.B. in dem Armut erst gar nicht aufkommt, somit Überreichtum abgeschafft, ein echter Sozialstaat seinem Namen nach handeln darf. Ob dies eine Illusion bleibt oder endlich umgesetzt wird, liegt an uns allen. Mit tatenloser Demut wird keine Änderung eintreten. Worauf noch warten?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Kein Stillstand

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Das Gebot
ohne Not
gib Brot
für alle
keine Falle
Wut erschalle

Reinheit
Ewigkeit
nie soweit
Gedanken
offene Schranken
Menschen sich zanken

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Terror breitet sich ungebremst aus

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Aber dennoch hat sich Bolle janz köstlich amüsiert

 „Na, na, na, nur keene Fisimatenten, Ludger, mach mal halb lang, wir wolllen doch nüscht verharmlosen, nicht wahr? Da steckt System dahinter, dette kann ick dir sagen. Oder meenst du, das jeschieht hier alles zufällig? Dat globst du doch selber nich. Der Terroranschlag in Paris war garantiert och so nen False-Flag, wie im Übrigen nich nur die Spatzen von den Dächern pfeifen, mein Lieber. Da brauchste du nich so tief durchzuschnaufen, is so!“

Bolle war ganz in seinem Element, mit einer großen Portion Aufregung in der Stimme, die beinahe zu kippen schien. Vielleicht erinnern Sie sich ja noch ans jüngste Telephon-Gespräch, wo er sich über sexuelle Gelüste ausgelassen hatte, gemeinsamer Reibungspunkt: die Tatenlosigkeit in der Politik. Menschenfreund Bolle setzte sich in seinem Sessel zurecht und fuhr fort.

„Aber Ludger, die Politik soll sich bemühen? Das kann doch nicht dein Ernst sein! Meinst du tatsächlich, die interessiert das Wohl der Bürger? Nach außen hin machen die einen auf Trauer, wie wir alle ja in der Glotze sehen konnten in der französischen Hauptstadt, dabei diese dusseligen Schilder im Hintergrund mit „Je suis Charlie“. Und wat is mit den Opfern in Nigeria, wo diese Boko-Haram-Terrorgruppe seit Jahren schon wütet?

In jüngster Zeit nahmen die Anschläge erst recht heftigst zu, ohne daß dabei die Weltöffentlichkeit großartig in Trauer fiel. Komische Doppelmoral, sind ja nur Schwarze in Afrika, könnte man jetzt anmerken, oder? Nene, laß man, dat is ne totale Schieflage. Man könnte meinen, die da oben wollen den Terror, begünstigen ihn, ja, erschaffen ihn sogar. Wie ick da draufkomme, Ludger? Warte mal, een Moment.“

Der 48-Jährige stand kurz auf, holte sich eine Apfelschorle aus der Küche, zog im Zimmer die Vorhänge zu, weil die Sonne sehr grell schien, machte es sich gemütlich im Sessel und griff wieder zum Hörer.

„Kiek dir mal die Lage in Afghanistan an. Dat waren doch die Amis, die al-Qaida erschaffen haben, um damals die Russen ordentlich einzuheizen. Erst pushen sie solche Terroristen, wie jetzt och den IS, um danach erst recht Gründe zu haben, ihre Kriegsspiele ernsthaft um- und einzusetzen. Nö, dat meen ick ernst mit diesem Wort „Kriegsspiel“, es ist ein mörderisches Spiel, der jesamte Westen nutzt es gar per Computer-Games, in Wirklichkeit geht es stets um sehr viel Kohle!

Die Liste der Terroranschläge wird erheblich größer, jetzt is halt Europa dran. Da können sie nich mehr im jemachten Nest sitzen, vor ihren Bildschirmen das Weltjeschehen begaffen, sie kommen zu ihnen in die Stube, live und wahrhaftig mit lautem Jetöse, Ludger. Ick bin keineswegs ein Miesepeter, will nur nich mich einfach so überraschen lassen. Ob man da vorbeugen kann? Na, wie denn? Immer zu Hause bleiben, geht och nüscht. Schließlich mußte mal einkoofen, wir ham ja keene Dienstboten, so wie diese Lackaffen, die dann halt mal so ihr Personal opfern. Okay, du hast Recht, ist schon wieder spät, ick muß dann och mal wieder weitermachen. Bis demnächst mal wieder, mach es jut, bis denne. Na Sdarówje!“

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Will bewahren

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Hadere Zeit,
für mich,
damit ich Gelegenheit
zum Abschied
mir nehme.

Schwer genug,
für mich,
die stillen Gedanken,
die in meinem Herz
hin- und herwanken.

Will bewahren,
für mich,
was reute,
für die Ewigkeit,
für heute.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Feinstaub: Kachelmanns Donnerwetter ein Schuss in den Ofen

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Müllverbrennung nein danke – richtige Holzverfeuerung ja bitte

Wir kennen alle die Redensart, Schuster bleib bei deinen Leisten. Dies sollte auch Jörg Kachelmetter, der Wettermann, der bei T-Online mit seiner Kolumne Thematik über Feinstaub aus Holzöfen Aufmerksamkeit erhaschen will, verinnerlichen. Selbstverständlich mögen alte Öfen ohne entsprechende Vorkehrungen für eine Feinstaubbelastung sorgen, wie er sie anmahnt, außer Frage.

Dennoch fehlt die allzu wichtige Erwähnung in seiner Kolumne, daß es schon seit Jahrzehnten eine ausgefeilte Technik gibt, um einen Abbrand zu gewährleisten, der den Emissionswerten von Erdgasheizungen entspricht, sogar bessere Werte erzielt, sodaß von einer Luftbelastung nicht mehr ernsthaft die Rede sein kann.

Die Firma Brunner in Südbayern – ein Ofenbauer

Die Ulrich Brunner GmbH im bayrischen Eggenfelden hat sich auf Ofen- und Heiztechnik spezialisiert. Vor über zwanzig Jahren konnte man statt mit einer aufwendig teuren Heizkessel-Zentralheizung bei entsprechender Haussituation per Warmluftheizung sich behelfen. Dabei bot die Firma Brunner neben dem Abbrandofen noch eine anzuschließende Abgasverbrennungskammer mit an, d.h. die Holzabgase wurden ein zweites Mal vergast.

Dies führte zum Ergebnis, daß die Emissionswerte genauso wie bei einer Gasverfeuerung lagen. Manch Schornsteinfegermeister war daher irritiert, daß nach dem Winter so wenig Ruß anfiel. Vorrausetzung dafür natürlich, sehr trockenes Holz, kein Müll oder andere Brennstoffe.

Kachelmanns Kolumne direkt nach Merkels Fahrverbotsintervenierung

Das sollte schon zu denken geben. Hat hierbei ein Herr Kachelmann gewisse Absichten? Schlimm genug, daß die Bundesregierung sich bei dem Abgasskandal davonschleichen will, allzu offensichtlich die Autolobby hofiert. Was reitet hierbei den Wettermann? Zufällige Besserwisserei oder gezielte Kritik, die obendrein schnell entschärft werden kann. Holzverbrennung muß keineswegs derart schädlich sein, wie er nonchalant behauptet.

Die Argumentationskette über falsch aufgestellte Meßstationen entbehrt jedweder Grundlage, zumal die Grenzwerte bei der Stickoxidbelastung sowieso viel zu leichtsinnig zu Lasten der Gesundheit in Städten festgelegt wurden. Aber das kennt man ja allgemein, weil dies ohnehin überall dort derart gehandhabt wird, wenn es darum geht, eine „bedauernswerte Industrie“ zu schützen, Mensch hat sich dem zu beugen, freundlichst gedeckelt von einer Politik, die ihren Auftrag schlicht und ergreifend mißachtet. Von wegen zum Wohl des Volkes.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Medienschelte

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