Die Geister, die ich rief

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Um die Ecke gedacht,
dabei Streit entfacht,
wäre doch mal gelacht,
wenn man’s beigebracht.
Hat dennoch gekracht,
egal wie du’s gemacht,
Schicht im Schacht.

Im Hals ein trockner Kloß,
was soll das nur bloß?
Was ist mit dir los,
wohin, denkt der Sproß.
Die Erwartung viel zu groß,
nutzen dabei keine Infos,
wie fad und kurios!

Schweißnaß aufgewacht,
morgens ziemlich aufgebracht,
du völlig unbedacht
nach jener kurzen Nacht
hast mal wieder Schmacht.
Verloren die fade Schlacht,
die nach dir tracht’.

Klingt alles ziemlich dubios,
mancher findet’s famos.
Dein Blick dennoch ratlos,
von wegen grandios.
Gib dir nen Ruck und Stoß,
fall weich wie auf Moos,
wein‘ hinein in ihren Schoß.

Mutter Erde hat Antworten parat,
es wäre doch allzu schad,
wenn dein Geist nicht auf Draht.
Da haben wir den Salat,
nur ein winzig kleiner Grat
verantwortlich für jene Saat,
die an diese Stelle trat.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Kein Blick in die Kristallkugel

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Rückbesinnung trotz verlorerer Unschuld

Gedankenblitze schießen dir durch den Kopf, während da draußen das Leben an dir vorbeizieht in all seiner elenden Vielfalt, die dir belastend tagtäglich begegnet, du keineswegs auch nur ansatzweise Ideen hast, wie Abhilfe geschaffen werden kann. Trotzdem bemühen sich deine grauen Zellen, die wohlversorgt beinahe schmachtend nach Lösungen suchen, zu tief verwurzelt deine innere Sehnsucht, wenigstens das nähere Umfeld friedlich zu gestalten.

Im nächsten Moment fällst du in ein schier unendlich tiefes Loch voller Selbstzweifel, erahnst bereits das Desaster eigener Depressionen, die sich ohne Umschweife ankündigen. Nein, zulassen wirst du sie niemals, weil deine innere Einstellung ihr gänzlich widerspricht. Schau besser nicht zurück in Zorn, ändern läßt sich die Vergangenheit ohnehin keineswegs. Was geschehen, müssen wir hinnehmen.

Ganze Luftschlösser möchten wir erbauen in Hinblick auf die nähere und erst recht weitere Zukunft. Aber auch sie läßt sich weder planvoll noch ansatzweise tatsächlich vorbestimmen, weil zuviele Unwägbarkeiten ihre Wege durchkreuzen mögen, so daß sie anders als erwünscht verläuft. Was aber vermag Mensch real ändern in den Fallen der Gezeiten, die er sich selbst auferlegt? Lediglich im Hier und Jetzt bestimmt er seinen Lauf, obwohl Vergangenheit und Zukunft ganz dicht bei ihm, ihn begleitend die Hand reichen wollen, wenn er denn versteht, des Rätsels Lösung ohne Zögern zu deuten.

Dazu bedarf es nicht unbedingt spirituell ausgereifter Ideen oder gar das Wissen darum, vielmehr zählt der Einklang mit sich selbst und der Umwelt, ohne andere zu stören oder gar feindselig ihnen zu begegnen. In der Tier- und Pflanzenwelt funktioniert jener Respekt in einer beispielhaften Selbstverständlichkeit. Mensch hingegen, seinen Verstand in rasender Geschwindigkeit nahezu chaotisch stets vergleichend, vergißt vor lauter Selbstüberschätzung, den Schwachen an die Hand zu nehmen, um sich wie ein Herrscher von oben herabblickend zu erheben.

Der Unfrieden ward geboren, Homo sapiens hat dadurch nicht nur seine Unschuld verloren, sondern das Wesen der Natur mißachtet. Die Schöpfung dies niemals toleriert. Jetzt heißt es ständig: Wer nicht pariert, der verliert auf ganzer Linie. Die Spuren in den Geschichtsbüchern lassen sich keineswegs tilgen, egal wie viele Geister meinen, sie könnten manipulativ das Rad der Zeit verfälschen. Was geschehen, vergißt Mutter Erde mitnichten. Manch alter Baum erzählt dir darüber spannende, oft traurige Geschichten. Gerade jene Urgestalten, die ältesten Wesen auf Erden, senden ständig ihre Botschaften, wer denn bereit, sie zu lesen, ihnen zu lauschen.

Mystisches aufbauschen? Egal, es ist ausgesprochen, Mensch, laß dich niemals wieder unterjochen! Ansonsten kommt noch einiges unter manch Stein an Bösem hervorgekrochen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Wer auf den Putz haut, recht blöd dreinschaut

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Laute Töne beschäftigen nicht nur weltpolitisches Parkett, sie beherrschen längst etliche Gesellschaften, besonders diejenigen, die für sich in Anspruch nehmen, ein gepflegtes demokratisches Miteinander anzuwenden. Die Sprache, der Umgang untereinander nimmt rauhere Formen an, was wiederum in Familien, Lehranstalten, beim Arbeitsplatz unübersehbar für Unmut sorgt, nicht nur das Klima vergiftet, sondern obendrein krank macht, die Stimmung leidet, mehr Fehler sich einschleichen, den Frieden insgesamt noch mehr gefährdet.

Dennoch scheinen etliche Gesellen, dies nicht verhindern zu wollen, sie suhlen sich eher am Leid anderer, um selbst als götzenhafte Gewinner zu obsiegen., was wiederum ihren eigenen Narzißmus unterstreicht. Um nur einige Namen zu nennen, die exakt in jene Kerbe schlagen, sei mal Donald Trump, Recep Tayyip Erdoğan, Viktor Mihály Orbán aufgeführt, mit Blick gen Deutschland passen besonders etliche AfD-Politiker, die jenen Eigenschaften gerecht werden. Hauptsache auf den Putz gehaut, egal ob man dann recht blöd dreinschaut!

Angesichts solcher Mißstände fragen sich kritische Beobachter völlig zu Recht, wieso derartige Entwicklungen zugelassen werden. Was beflügelt Menschen, sich jenen Ungehobelten unterzuorden? Eigenes Unvermögen, demutsvolle Duckmäuserei, unvermeidbare Ängste? Eine Gruppendynamik, auf die selbst die Psychologie keine erschöpfende Antwort parat hat? Sicherlich, es liegt im Wesen vieler Menschen, sich ein Stückweit führen zu lassen, kann man stets in den meisten Gruppierungen beobachten.

Trotzdem verbleiben Zweifel, fragen sich Beherzte, warum dies nicht verhindert wird. Dabei spielen Seilschaften, ein Netzwerk komplizierter gegenseitiger Abhängigkeit wohl die größte Rolle, was meist eben nicht richtig durchaut werden kann, sogar nicht soll. Das würde ansonsten deren Position schwächen, was unter allen Umständen vermieden wird. Wer steigt schon gern vom eigenen hohen Roß, wo man sich doch so vortrefflich eingerichtet hat?!

Auf den politischen Alltag übertragen, darf man sich insofern nicht wundern, daß manche Hürde bestimmter Problematik eben keineswegs genommen werden kann. Unnahbare Führungspersönlichkeiten lassen sich nicht wegdrängen, in die Karten gucken, sie behaupten sich, ohne jedwede Reue oder Einsicht. Letztlich dreht man sich im Kreis, bleibt Veränderung aus.

Resignation sollte aber nicht obsiegen. Das funkioniert erst recht nicht, würde bedeuten, daß die Trumps, Erdoğans, Orbáns und Co. als lachende Gewinner dastehen wie ein Fels in der Brandung, während eine ohnmächtige Gesellschaft sie weiter gewähren läßt. Auch deren Stündlein wird eines Tages schlagen, sie sich spätestens vor der Schöpfung verantworen müssen, besser noch zu Lebzeiten. Denn mit welchem Recht sollten sie unantastbare Privilegien für sich beanspruchen dürfen? Mit keinem!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Backe, backe Kuchen

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Sandige Tränen rinnen übers Gesicht.
Meine Schaufel kriegst du nicht.
Blutende Knie, gerötete Wangen
vom Spielen, Toben, vom Fangen,
all das ist Ungeschick, nicht schlimm,
verheilt schnell wieder, simsalabim.
Wenn Schaufelklauer mich wollen quälen,
Zornestränen aus meinen Augen quellen.
Sehschwäche, ich werd´ blind vor Wut,
dann seid jetzt vor mir auf der Hut.
Ich schrei laut und lange wie eine Sirene,
Hilfe eilt zu mir, sogar aus der Ferne.
Erst wenn die Schaufel wieder bei mir,
eine himmlische Ruhe im Sandrevier.
Backe, backe Kuchen ist kein Einerlei,
Lebenserfahrung, sonst fährt es an dir vorbei.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Jod: Hysterische Hofierung der Pharmalobby hält an

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Fehlinformationen führen zu gefährlichen Gesundheitsschäden

Die wiederum offensichtlich bewußt in Kauf genommen werden, diese nonchalant fortzusetzen, sodaß man inzwischen gar von einer bewußt inszenierten Methode ausgehen muß, um möglichst viele Menschen im Lande zu erreichen. Der Zweck heiligt insofern keineswegs die Mittel, das Gegenteil findet statt.

Stets wenn gerade bestimmte Medien beinahe schon in rhythmischen Intervallen meinen, sie müßten Verbraucher belehren und warnen, spätestens dann sollten sämtliche Alarmglocken schrillen und kritischer hinterfragt werden. Dabei kann es ebenso nicht schaden, selbst den Verstand einzusetzen, inwieweit unsere Lebensmittelindustrie ohnehin sich vom Wohl ihrer Klientel entfernt hat, denken wir nur an die vielen Skandale, das Wirken einer Pharmalobby, die überall fleißig mit profitiert. Nicht der Mensch wird berücksichtigt, sondern viel eher eine möglichst große Gewinnmaximierung. Auf der Strecke bleiben eben Mißstände, Krankheiten bis hin zu meist nicht nachweisbaren Todesfällen.

Jodiertes Salz – das Gift in der Küche

Obendrein sollte klar sein, daß sehr viele Lebensmittel mit diesem Jodsalz versetzt sind, wie zum Beispiel im Käse, in der Wurst, besonders in Fertiggerichten, Restaurants benutzen es, weil alle die Meinung vertreten, wir würden nach wie vor an Jodmangel leiden. Das Gegenteil ist eher der Fall, selbst wenn die Welt mal wieder meint, sie müsse behaupten, nur jeder vierte Haushalt verwendet jodiertes Salz. Drei verringern ihre tägliche Dosis ein wenig, der sogenannte statistische Vierte lebt besonders gesundheitsschädlich. Wie das denn?

Nicht nur der umstrittende Lebensmittelchemiker und Leiter des Europäischen Instituts für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften (EU.L.E.) in Hochheim, Udo Pollmer, warnt eindringlich vor der pauschalen Jodierung von Lebensmitteln, auch die Buchautorin Dagmar Braunschweig-Pauli schließt sich dem an. Natürlich fällt findigen Internetbeobachtern nichts besseres ein, als ganz im Sinne der Pharmalobby jene Kritiker zu verunglimpfen und in die Verschwörungstheorie-Ecke zu stellen. Klappe zu, Affe tot. Die Lobby hat die größere Reichweite, der zweifelnde Verbraucher möge einfach sich dieser fragwürdigen Mehrheit beugen. Mit Gift in der Küche, welches er unbedarft sich beim Kochen per jodiertem Salz ins Essen streut, vielleicht noch mit dem zusätzlich angereicherten Fluorid?

Viel Bedarf an neuen Krebspatienten – ein florierendes Geschäft

Genau dies muß man nicht nur vermuten, sondern mag wohl dahinter sich verbergen. Natürlich nicht offensichtlich, nachdem auch Medien jahrelang mitgespielt haben in der Rolle der Fehlinformation, was die künstliche Jodierung anbelangt. Unter Wissenschaftlern herrscht längst Uneinigkeit, ob der Gefahr, die folglích von einer derartigen chemisch-isolierten Substanz ausgehen vermag, daß sogar das Krebsrisiko um das 6-fache steigen kann.

Benötigen etwa manch Hämische viel Bedarf an neuen Krebspatienten, da bekanntlich an diesen Leiden die Pharmaindustrie mittels entsprechend teurer Medikamente profitiert? Kein Schelm, wer dabei an etwas Böses denkt, sondern eher zynisches Kalkül sich verbergen mag.

Wie kann der ahnungslose Verbraucher und Mensch mit einem gesunden, neugierig hinterfragenden Verstand bei solch dramatischen Prognosen sich noch schützen, um nicht in jene Jod-Falle zu tappen? Ein Urintest schafft zumindest erst mal Abhilfe, um zu wissen, ob die angeblichen 100 Mikrogramm Jod je Liter Urin laut WHO vorhanden sind. Liegt der Wert drüber, besteht ein gesundheitliches Risiko. Wenn darunter, keine Panik schieben, so schnell entsteht kein Mangel an Schilddrüsenhormonen.

Viel wichtiger: Stoppen Sie augenblicklich die Zuführung von jodiertem Salz, mittels Tierfutter und anderen Produkten wie Käse, wo dies schon ohnehin zugeführt wird, läßt es sich oft nicht vermeiden. Mittels naturbelassener, biologischer Ernährung gibt es keinen Jodmangel. Das System scheint der Bevölkerung dies weiterhin einreden zu wollen. Sie haben es selbst in der Hand, wie Sie sich entscheiden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesundheit

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Liebe ohne Melancholie

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Vielleicht gehören Sie bereits zu den Menschen, die morgens schon in einem Bus oder der Bahn saßen, um die Schule zu besuchen. Besuchen bedeutet wie übrigens generell, daß es nicht nur einer freiwilligen angenehmen Entscheidung entspringt, sondern ebenso einhergeht mit etwaigen Hintergedanken bezüglich eines guten Eindruckes, heute würde man sagen, must done. Es muß getan werden, so oder so. Und eben dieses must done findet man in den Gesichtern, die morgens, möglichst zu Zeiten in denen man das Vieh füttert, das man schlafwandlerisch erledigen kann, ohne große Fehler zu begehen, in den meist vollbesetzten Abteilen der Bahnen und auf den Sitzen der Busse in den Gesichtern nachttrunkener Heranwachsender.

Bertel, keine Ahnung wie man von dem Vornamen Frederick zu dem Spitznamen Bertel kommt, zumal sein Nachname Klüser lautet, hockte mit einigen Kameraden in den hintersten Bänken und diese versuchten sich mittels Aufzählungen, gestern die Show im Fernsehen, die Sängerin konnte nicht singen, aber ihr Minikleid, der Wahnsinn, hast du für die Mathearbeit gelernt, Mensch, ich habe den Atlas vergessen, sag mal, ist die Sabine immer noch mit Matthias zusammen, zu vergewissern, sie sind wach, weil gemeinsame Erinnerungen nur eine Fortführung vom bereits Erlebten sein können. Ein wenig mürrisch, weil er wieder mal zu wenig Zeit zum Frühstücken hatte, blickte Bertel über die Köpfe der Lachenden und von sich Überzeugten hinweg und bemerkte blitzartig, jedenfalls durchzuckte ihn dieser Gedanke so arg, daß er fast umkippte, ich sehe immer nur dieses Gesicht.

Sie heißt Liane, ist erst kürzlich in die Gegend gezogen, wohnt nicht in seinem Dorf, geht wie er aufs Gymnasium, steht in den Pausen schon mal bei den Jungs, quatscht mit ihren zwei Brüdern und kichert mit ihren Freundinnen, scheint ein Faible für Hippies zu haben, jedenfalls wirken ihre langen blonden Haare ungekämmt, fast zottelig und trägt fast jeden Tag ein anderes Stirnband. Treffen sich ihre Augen, blickt sie schnell weg wie ertappt, oder sie fixiert ihn so lange, bis er merkt, wie Röte sein Gesicht von der Stirn bis zum Hals überflutet. Keineswegs war er in sie verliebt, Liebe fühlte sich anders an, immerhin war er schon zweimal verknallt gewesen, daher wußte er Bescheid. Oder war es doch Liebe, die Liebe aus Erzählungen, Romanen, für die man stirbt, sich aufgibt, gemeinsam flüchtet und liebt bis ans Lebensende? Diese Liebe kannte er noch nicht, das mußte er sich eingestehen. Und empfand sie Liebe für ihn? Kein koketter Blick, kein Wimpernaufschlag, trau dich, mich anzusprechen, kein Versuch seine Nähe oder die seiner Freunde zu suchen, um an ihn ranzukommen, kein nervöses Kichern, aber diese Augen, die sich an ihn schmiegten, die in ihn anblickten, sie sich vor ihm schlossen, ohne das Gefühl zu hinterlassen, sich abzuwenden.

Während der Schulzeit hatten sie Gelegenheit, sich zu treffen, sich kennenzulernen, mit oder ohne Freunde dabei, sie konnten sich umarmen, ohne das verzehrende Verlangen sich aneinander zu verbrennen. Irgendwann in dieser Zeit schenkte er Liane einen Vogel in einem selbstgebastelten Käfig mit den Worten: „Du weißt schon.“

Und Liane nahm den Käfig entgegen, begutachtete den Käfig und den Vogel von allen Seiten, schien überaus angetan zu sein, öffnete den Käfig, und nachdem der Vogel fortgeflogen war, bemerkte sie lakonisch: „Wissen ist mehr.“

Bertel überreichte ihr jedes Jahr einen Vogel im Käfig, anfangs, zu Schulzeiten fing er sie allesamt selber, später konnte es auch vorkommen, daß er Vögel kaufte und sie ihr übergab. Selbstverständlich handelte es sich bei den Tieren um einheimische Vögel, das nur nebenbei, wer sollte es besser wissen als sie beide, Freiheit beginnt zuhause.

Studium, Beruf, Familie unterbrachen die persönlichen Gespräche manchmal auf Jahre. In all dieser Zeit war ein Vogel im Käfig die einzige Verbindung, die zwischen ihnen bestand. Manchmal wurde Liane unruhig, wenn ihr Geschenk nicht zu einem Zeitpunkt eintraf, den sie für rechtzeitig hielt, aber schließlich kam es auch vor, daß die Vögel knapp hintereinander eintrafen.

Woher ich das alles weiß, nun, sagen wir einfach, Moment mal. Es klingelt. Die Post kommt heute aber früh.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Stunde Null nagt

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Leise ziehen Kreise
auf ihre ganz eigene Weise
manch denkwürdige Schneise,
eine holprige Reise.

Schäbige Sätze
finden willige Hetze,
manch einen verletze
beim fleißigen Messergewetze.

All der Dreck muß weg,
woran das wohl läg,
wer als Made im Speck
entlarvt als tröger Gag?

Farbenfroh abgelöst,
was da vor sich hin döst,
viele längst abstößt,
Ängste gar einflößt.

Irrlichter schwirren umher,
bereuen herzlichst so sehr,
verfluchen jenes Mittelmeer,
nichts dabei ist fair!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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