Belave

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Über das Wasser klang ihr Lachen:
Weich und sanft einer Birne gleich
tauchte die Stimme auf,
floß in Schwaden über den See.

Die Göttin sammelt Melodientropfen,
verschüttete Nachtmusik des Mondes,
bevor die Sonne den Morgennebel,
das wirbelige Rieseln mit Wärme übersät.

Sie hockte mit feuchtem Haar im Schilfgras,
auf ihrem Schoß das neugeborene Kind.
Töne pustete sie von ihrer Handfläche.
Belave. Das Flüstern die Göttin in sich aufnimmt.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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US-Sanktionen gegen die Türkei erschüttern Europas Politik

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Die Spreu vom Weizen trennen äußerstes Gebot

Die Zusammenhänge in der Weltpolitik erweisen sich wie eh und je als äußerst kompliziert und komplex. Einerseits gehört die Türkei als wichtiges Bollwerk der Verteidigung Europas zur Nato, andererseits beweist der türkische Präsident Erdoğan fortlaufend seine Machtstellung als Despot, was willkürliche Verhaftungen nach sich zieht, selbstverständliche Menschenrechte außer acht gelassen werden.

Während die USA berechtigterweise bemerken, „sie werden nichts für die Freilassung eines unschuldigen Mannes zahlen“, der unter Hausarrest stehende US-Pastor Andrew Brunson sei unschuldig und soll sofort freigelassen werden, daraufhin mit weiteren Sanktionen drohen, umgarnt die Türkei bereits Deutschland und Frankreich, mit der Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Macron sei man sich einig im Widerstand gegen die Drohungen aus Washington. Da scheint aber mächtig etwas durcheinander zu kommen!

Sanktionen und Strafzölle letztlich nicht nur ein Druckmittel

Vielmehr auch eine Drohung bis hin zum Handelskrieg, ein Eingeständnis für das diplomatische Versagen, keine politische Lösungen gefunden zu haben oder gar erst gar nicht verhandeln zu wollen. Denken wir zurück an den anfänglichen Konflikt zwischen Russland und die Ukraine, nach der Einnahme der Krim durch Putin Europa und die USA mit Sanktionen konterten, schließlich die Ukraine auch militärisch berät und unterstützt.

Donald Trump ließ es sich nicht nehmen, Europa und China mit Strafzöllen in die Knie zu zwingen, jene Handelskriege muß man als dramatischen Einbruch in die transatlantischen Beziehungen bezeichnen, keine guten Zeichen für eine friedfertige Weltpolitik. Erdoğans unnachgiebige Haltung führt zur Destabilisierung der türkischen Lira, belastet gleichwohl den Euro. Obendrein brechen für die Türkei neue Zeiten an mit der 15-Milliarden-Dollar Geldspritze aus Katar, wie Susanne Güsten spitz im Bonner General-Anzeiger bemerkt.

Neue Allianzen und Verbündete hilfreich oder eher kontraproduktiv?

Das läßt sich keineswegs ad hoc beantworten. Da sanktionieren die USA die Türkei, die wiederum sucht ausgerechnet Halt bei den Europäern, die Erdoğan noch zuvor als Nazis brüskiert hat, unter dem Deckmäntelchen der Terrorgefahr und eines angeblichen Putschversuches willkürliche Verhaftungen zuläßt, um gleichzeitig mit Putin und Katar zu liebäugeln.

Moralisch nicht hinnehmbar, wer Menschenrechte mit Füßen tritt, und doch soll dieser türkische Despot demnächst beim Staatsbesuch in Deutschland ehrenvoll empfangen werden. Andererseits muß Europa Geschlossenheit anpeilen, wenn Trumps USA per Strafzölle den Handelskrieg fortsetzen. Einen derartiger Knoten zu entflechten, fordert nicht nur politisches Augenmaß, auch klare Trennlinien müssen folgen, sonst könnte durchaus ein Vertrauensverlust entstehen, neu geschmiedete Allianzen folgen, manch Verbündete sich gar als Gegner entpuppen. Insofern eher kontraproduktiv? Zeigt sich etwa ein sich verselbständigender Neoliberalismus als ein Garant dafür, daß am Ende weder Frieden verbleibt, schon gleich gar keine Sicherheit beim gegenseitigen Übervorteilen? Es schaut sehr danach aus.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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US-Presse wehrt sich gegen Donald Trump

Journalisten als „Volksfeinde“ beschimpft

Ausgerechnet im Land der Demokratie beharrt ein Donald Trump darauf, nonstop weite Teile der Medien zu bezichtigen, sie würden Fakenews verbreiten. Das alltägliche Prozedere hinterläßt er gern per Twittergewitter, macht sich dortigtst gar für poltische Entscheidungen zusammen mit entsprechenden Entgleisungen Luft, überspitzt könnte man feststellen, eine neue Form des Regierens ganz im Zeitalter des Internets.

Doch wer Journalisten als „Volksfeinde“ beschimft, wie The Donald fortwährend zum Besten gibt, der hat längst den glitschigen Boden etlicher Fallen betreten, vor allem nur eines im Sinn: die Demokratie zu schaden. Denn eines ihrer höchsten Güter ist die Pressefreiheit, kein Wunder, daß Hunderte US-Zeitungen sich gegen Trump vereinen.

Der mit dem Wolf tanzt, will keine Kreide fressen

Sondern weiterhin lautstark herumtönen. Anders kann und sollte man das Verhalten dieses 45. US-Präsidenten nicht werten. Daß er nunmehr erst recht im Fadenkreuz der Medien sich befindet, toppt jede Satire, was längst im Wahlkampf sich sichtbar manifestierte. Wahrhaben wollen dies bis heute manche immer noch nicht. Was muß noch alles geschehen, bis sie erkennen, welche Unfähigkeit jener Präsident an den Tag legt?!

Ein starker Mann, der seine Wahlversprechen tatkräftig um- und durchsetzt, argumentieren dessen Befürworter. Der Ruf zurück zum Nationalismus entspricht dem wiederkehrenden Zeitgeist, der überall seine Spuren hinterläßt, längst Europa infiziert hat. Da fühlen sich etliche berufen, wie Ratten aus ihren Löchern hervorzukriechen, nicht nur sprachlich zu verrohen, sondern mit simpelsten Phrasen Wählerstimmen zu manipulieren.

Lügenpresse zieht immer

Wie damals bei den Nazis. Oder etwa doch nicht? Immerhin entsteht Widerstand, nicht nur in den USA mit dem #FreePress-Aufruf jener Zeitungen. Alles was nicht der Meinung der Neuen Rechten genehm, wird als „links“ abgetan, selbst eine Frau Merkel sei links gerichtet. Auch ein Indiz billigster Verunglimpfung ohne Hand und Fuß, was sich schnell einreiht mit solch polemischen Wortkreationen wie „Gutmensch“.

Anstatt sich mit realen Problemen sachlich auseinanderzusetzen, ziehen die wiederauferstandenen Neuen Rechten es vor, per Haß lautstark zu pöbeln. Da paßt ein Donald Trump prima ins Konzept, obendrein eine Kumpelschaft zu Putin, die gleich hinzugedichtet wird. Kann nicht funktionieren bei erneutem Wettrüsten, aber dies scheint einfach mal ausgeblendet zu werden.

Wer Fakenews unterstellt, sollte wenigstens den Beweis antreten, anstatt selbst mit eigenen Nachrichten aufzuwarten, wie dies etliche neue Medien und Internetplattformen weit gestreut versuchen bis hinein in die Social Media.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Mulmig beim Finale

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Verstohlen
beäugte er die Phiolen
im Schrank,
blaß wirkte er, irgendwie krank.

Fasziniert,
oder war er irritiert,
starrte er auf die Farben,
die die einzelnen Flaschen haben.

Es war nicht ulkig,
mir wurde mulmig.
Ich ergriff eine Phiale,
nickte er, bei unserem Finale?

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Wenn Störche klappern und plappern

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Es klappert und plappert ein Storch tagaus, tagein,
ach, könnt’ ich doch so nen Schwein wie der Hoecke sein.
Doch außer miesen Phrasen fällt ihm nichts besseres ein.
Da hat, es ist ne sie, genannt Bea, nur so zum Schein
sie ne Idee, so richtig ganz für sich allein.
Uns kriegt man nie und nimmer klein,
weil viel zu viele Flüchtlinge wollen hier rein,
das sollte aber keinesfalls so sein!
Kein Gewissen, schon gar keine Pein
ham sie beim Frotzeln und Schreien
über die Medien, all die anderen Parteien.
Kann man soviel Haß noch irgendwie verzeihen?
Mitnichten. Nein!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Das freie Truckerleben alles andere als ein Honigschlecken

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Wirklichkeit zwischen Traum und Praxis

Selbstverständlich hat der Globalismus seinen Preis, das wissen alle nur zu genau, und doch werden die Schattenseiten inzwischen im Alltagsleben hingenommen bzw. fallen kaum noch auf, da wir ohnehin mit viel zu vielen Problemen beschäftigt sind. Wer nimmt sich schon die Zeit, Gedanken daran zu verschwenden, wie unendlich komplex insbesondere das westlich orientierte Leben bis ins kleinste Detail durchorganisiert sein muß, um alle Verbraucher zufriedenzustellen?

Der Kunde betritt das Geschäft, den Discounter und erwartet einfach genau die Ware, die er aus Gewohnheit seit eh und je konsumiert oder aber ihm in Werbeprospekten verheißungsvoll umgarnt angeboten wurde. Während das dortige Verkaufspersonal die Regale füllt, kassiert, gelangt die Ware stets durch LKWs zielgerichtet an Ort und Stelle. Doch was bleibt übrig von der einstigen LKW-Fahrer-Idylle, dem freien Truckerleben? Wie gestaltet sich die Wirklichkeit zwischen Traum und Praxis?

Brummifahrer – Könige der Straße oder „Deppen der Nation“?

Wer schon mal spät abends unterwegs sich befindet auf Deutschlands Autobahnen und die Rastplätze ansteuert, sollte bemerkt haben, wie überfüllt sich dort Parkplatzmöglichkeiten gestalten. Manchmal kann ein Sattelzug schnell mal erhebliche Probleme erhalten, ein dramatisches Rangieren folgenschwer auf den Fahrer zukommen, weil er sich zu weit hineinwagte auf der Suche nach der vorgeschriebenen Pausenzeit. Die früher oftmals als Könige der Straße bezeichneten Brummifahrer heute vielmehr „Deppen der Nation“?

Bedenken wir mal, daß früher vor einigen Jahrzehnten sowohl eine wesentlich geringere Verkehrsdichte herrschte als heute und vor allem generell das Lohnniveau noch halbwegs sozial verträglich sich mit den Lebenshaltenskosten arrangierte. Diese Zeiten begannen sich nach der Wende mit den ersten Nullrunden und spätestens zu Beginn der sozialrassistischen Hartz-IV-Gesetzgebung dramatisch zu ändern, auch LKW-Fahrer mußten sich dem Druck beugen. Enggesteckte Dispositionszeiten gab es freilich auch früher, Streß war an der Tagesordnung, ganz besonders im Inlandsgüterverkehr, wobei genau diese Fahrer wesentlich mieser bezahlt wurden als die Fernfahrer. Wurde früher nicht so genau hingeschaut auf die Lenkzeiten, es fehlten eben effektivere Kontrollmöglichkeiten, sind es heute die bekannten 4,5 Stunden, erfaßt per Fahrerkarte. Doch wie schaut die verordnet theoretische Gesetzesvorgabe im Vergleich zur praktischen Anwendung aus?

Vom Streß durch unlogische Disposition, Staus und Lohndumping

Ein Wunder, daß nicht viel mehr Unfälle geschehen auf den Landstraßen und Autobahnen im LKW-Güternah- und Fernverkehr, da scheinen bestimmt Schutzengel mitzuspielen, oder? Sicherlich gibt es neben den meist schlecht bezahlt und mies behandelten LKW-Fahrern durchaus auch korrekte Arbeitsverhältnisse, jedoch sollte man davon ausgehen, es handelt sich dabei um wenige Ausnahmen, wobei die bekannt gewordenen schwarzen Schafe in der Speditions- und Zulieferbranche nur die Spitze des Eisberges offenbaren, weil die meisten betroffenen Fahrer einfach stillhalten, aus Angst ihren Job zu verlieren.

Arbeitslose Kollegen suchen händeringend eine Anstellung, indirekte Erpressung somit vorprogrammiert, oder? Und wer aufmuckt, fliegt raus, spätestens mit der dritten, gesetzlich geregelten Abmahnung. Warum planen Disponenten wissentlich die Touren so ein, daß kein Stau berücksichtigt wird, obwohl diese auf alle Fälle tagtäglich stattfinden? Die Konkurrenz ist riesengroß in der Speditionsbranche: je straffer und billiger die Angebote, um so höher die Belastung für die LKW-Fahrer.

Nicht etwa für die Lageristen, die können ihr Arbeitstempo selbst bestimmen, während der gebeutelte Fahrer stets im schlimmsten Fall mit einem Bein im Knast ob der großen Verantwortung, jedoch stets zumindest mit Bußgeldern zu rechnen hat, ihn die kontrollierenden Leute vom BAG (Bundesamt für Güterverkehr) belangen, mitnichten ihre Arbeitgeber. Zäumt da etwa der Gesetzgeber das Pferd verkehrt rum auf, weil der Termindruck der Märkte die Chefs der Speditionen veranlaßt, diesen Druck nach unten abzugeben und als letztes Glied der Kette, der Brummi-Fahrer, mit den Konsequenzen sanktionierender Maßnahmen zu leben hat?

Was war zuerst da: die Märkte oder die Verbraucher?

Was für eine leidliche Frage, die ähnlich wie die mit dem Huhn und dem Ei nicht beantwortet werden kann, eine gewisse Pattsituation entsteht. Wer von Ihnen hat noch die lange Reise des Joghurtbechers in Erinnerung, wobei der ganze Wahnsinn eines selbstgefällig luxuriösen Lebens überdeutlich aufgezeigt wurde? Und wir bezeichnen uns als fortschrittlich zivilisiert, um naserümpfend z.B. dem Urwaldmenschen gegenüberzutreten?

Dieser schont seine Umwelt mit gebührendem Respekt, während wir selbst mit unserer Welt umgehen, als gäbe es ständig Ersatz! Es wäre zu vermessen und zu simpel, schlagartig die Entwicklung zur Industriegesellschaft zurückzuschrauben, alldieweil dies sich nicht einfach so umsetzen läßt, obwohl durchaus infolge von Naturkatastrophen und Weltkriegen Endzeitszenarien uns ein solch plötzlichen „Rückschritt“ diktieren werden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Dacht´ ich doch

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Rosa schien es zu gefallen.
Bruno ließ die Tür zuknallen.
Der Hahn krähte heute nicht.
Ich kümmerte mich ums Licht.
Auf dem Hof Auto gestartet.
Zum Beruhigen kurz gewartet.
Auto vor den Hühnerstall gelenkt.
Gittertür nach links geschwenkt.
Fernlicht eingestellt.
Hühnerstall erhellt.
Kein Mucks, kein Muh, kein Mäh.
Eins, zwei, drei. Ich bin zäh.
Jetzt wird aus den Federn gehüpft.
Niemand entkommt, keiner entschlüpft.
Das Hupen bewirkte Wunder.
Überall ging´s drüber, auch drunter.
Bellen, Krähen, jemand schrie.
Wortgefechte, sonst schiel ich nie.
Alle Feriengäste waren wach.
Ich blinzelte, lächelte schwach.
Mein Eingreifen wurde gelobt.
Der Einbrecher sicher tobt.
Für mich gab´s jeden Tag Eis.
Für die Eltern kostenlos Nachspeis’.
Mama, Papa, wißt ihr noch?
Nichts darf man sagen, dacht‘ ich´s doch.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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