Integration zwischen Forderung und Verachtung

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Özils Verstrickungen ohne Hand und Fuß

Wie soll man aus dieser Nummer herauskommen? Hierzulande sorgt ein ehemaliger Fußballnationalspieler für entsprechenden Wirbel und Schlagzeilen. Tatsächlich? Da paßt so einiges überhaupt nicht zusammen, d.h. etliche brisant ungelöste Probleme werden einfach in Diskussionen einbezogen, es tummeln sich extreme Standpunkte mit vorsichtgen Versuchen der Klärung, ausgerechnet ein Uli Hoeneß stellt im Nachhinein fest, „Özil habe seit Jahren einen Dreck gespielt“.

Einerseits sterben Menschen im Mittelmeer, – in den Social Media behaupten gar welche perfide, flüchtende Eltern seien selbst Schuld, wenn ihre mitgebrachten Kinder ersaufen -, während ausgerechnet jenes Fußballspektakel plötzlich eine nicht stattgefundene Integration in Deutschland attestiert, weil Mesut Özil dem DFB den Rücken kehrt. Wochen zuvor läßt dieser sich aber mit einem Despoten Recep Tayyip Erdoğan ablichten.

Da läuft was mächtig aus dem Ruder

Eine AfD und die gesamte Neue Rechte werden händereibend im Hintergrund lauern, frohlockend feststellen, wie simpel ihre Rechnung mit dem gestreuten Haß aufgeht, weil angeblich Horden von Migranten Europa erobern wollen. Obwohl letztlich jedem politisch denkenden Zeitgenossen das Ende des glorreichen Neoliberalismus in Sicht, hadern noch genügend ewig Gestrige, halten nicht nur an diesem selbst fest, sondern stülpen ihre nationalistische Gesinnung drüber, in der Hoffnung, man könne das faschistoide Erbe des letzten Jahrhunderts wiederholen.

Fehlanzeige. Noch gibt es genügend wache Geister, die genau das thematisieren, in den Medien als Lügenpresse diffamiert werden, ein bewährtes Vokabular aus alten Nazizeiten! Allerdings kommt die diesjährig stattfindende Fußball-WM ins Spiel. Während Erdoğan mit dem Photo punkten kann, schaut es für den Nationlspieler Özil nicht gut aus, gerät er natürlich in Erklärungsnot, Werbung für einen Despoten gemacht zu haben, ist Opfer und Täter zugleich, wie Migrationsforscher Özkan Ezli ausführt.

Die Neue Rechte hat ihr Ziel erreicht, Medien reagieren erwartungsgemäß, die schwache Leistung des amtierenden Weltmeisters während der Fußball-WM sorgt obendrein für Unmut bei den Fans, ein Sündenbock muß her. Der türkischstämmige Özil paßt als Opfer. Dessen DFB-Austritt und Stellungnahmen runden das Bild von angeblich nicht stattgefundener Integration ab.

Wenn Integration mit Assimilation verwechselt wird

Dann frohlocken all jene, die ohnehin einen unübersehbaren Ausländerhaß pflegen, ständig vom Ende des Multikulturalismus schwafeln. Jede Gesellschaft muß sich aber arrangieren, es sei denn, man verstoßt Migranten von Beginn an, zeigt keine Bereitschaft, sie integrieren zu wollen. Genau das findet zunehmend statt, während die jahrelangen erfolgreichen Bemühungen ignoriert werden, all die Beispiele, wo dies tatsächlich gelungen ist.

Gleichzeitig mischen Strömungen wie die des Despoten Erdoğan, darunter auch die Grauen Wölfe, hierzulande die türkischen Mitbewohner auf, Angst und daraus resultierende Zustimmung sorgen für Spannungen, bestätigen die Neue Rechte, die letztlich denselben Weg verfolgt. Wer eigentlich Assimilation fordert, also die völlige Anpassung, scheint dabei etwas zu verwechseln. Integration ist ohnehin schon schwer genug angesichts etlicher Vorurteile auf beiden Seiten, doch jene Haßwellen sind äußerst destruktiv, sorgen für dauerhafte Eskalationen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Vorbeirauschende Wut

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Da wo ich geboren wurde,
da gab es einen Bahntunnel,
da konnte man brüllen,
da war die Wut vorbei.

Da wo ich aufgewachsen bin,
da fuhren viele Züge,
da saßen Menschen drin,
da streckte man die Zunge raus,
da war die Wut vorbei.

Da wo ich groß wurde,
da war eine Holzbrücke,
da spuckte man runter,
da zielte man auf´n Waggon,
da rasten die Treffer davon,
da war die Wut vorbei.

Da wo ich gelebt habe,
da gab´s eine Bahnstrecke,
da gab´s einen Bahnhof,
da gab´s drei Bahnübergänge,
da gab´s eine Fußgängerbrücke,
da gab´s was zu tun,
da fuhr die Wut schnell vorbei.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Neubeginn nach Lebensende

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„Die Nächsten bitte!“, forderte Petrus mit Nachdruck, während die verhaltenen Gespräche auf einmal kurz verstummten. Immer in Dreiergruppen hatten die Neulinge anzutreten beim Schöpfer, damit dieser ihnen erläuterte, was so alles verkehrt gelaufen war in ihrem irdischen Leben.

Ein untersetzter, höhensonnengebräunter Mittsechziger drängte sich nach vorne, dabei die anderen beiden zur Seite schiebend, die dies zunächst geschehen ließen. Petrus blickte ihn daher strafend an, jedoch schien der Drängler dies nicht zu bemerken. Sie befanden sich in einem lichtdurchfluteten Raum, dessen Ende nicht erkennbar war, so hell und leuchtend schien die Lichtquelle zu sein, die dem Sonnenlicht eben nicht ähnelte, weil es wesentlich mehr Weiß in sich barg. Kein Mann im Rauschebart empfing sie, wie manch einer den Schöpfer, auch als Gott bezeichnet, gern hier hätte, sondern es war niemand im Raum, außer eine hörbare, gewaltig angenehme Stimme, die zugleich erschallte.

„Nun, Monsieur Sauralt, berichten Sie uns doch mal, was Sie vermuten, warum Sie hier sind und vor allem, was Sie zu erwarten haben“, begann der Schöpfer wie gesagt. Monsieur Sauralt verlor für einen Augenblick seine selbstbewußte Haltung und überlegte eine ganze Weile.

„Das liegt doch auf der Hand, ich bin urplötzlich aus dem Leben gerissen worden, mußte auch ausgerechnet mich dieser Herzinfarkt heimsuchen. Jetzt geht alles drunter und drüber in meiner Firma, obwohl ich natürlich eine Vertretung habe, die meine Geschäftsgeheimnisse sicherlich umsetzen kann. Aber dennoch ohne meine geistigen Ideen“, begann Jacque Sauralt wieder um Fassung ringend, wobei er schnell unterbrochen wurde vom Schöpfer.

„Sie scheinen nicht verstanden zu haben, was das Wichtigste im Leben ist, oder?“, fragte die angenehme Stimme daher. Etwas verlegen schaute er in die Runde und bemerkte jetzt endlich, daß da noch andere Kollegen zugegen waren.

„Schauen Sie mal kurz auf mein jähes Ende, Monsieur“, kam ihm der schlaksige, junge Mann zu Hilfe, der so gar nicht hierher gehören sollte, „mich hatte es genau dann erwischt, als ich endlich wieder eine Arbeit hatte, eine Vollzeitstelle, obendrein noch gut bezahlt, nach dreijähriger Arbeitslosenzeit. Und was geschah? Ein Arbeitsunfall, weil die Firma geschlampt hatte, er wäre somit vermeidbar gewesen!“ Kein Laut war plötzlich zu hören, obwohl in diesem Lichtraum es ohnehin schon ruhig war. Alle hielten sie für lange Momente die Luft an, ehe sich der Dritte im Bunde zu Wort meldete: ein kleiner, kräftiger, etwas fülliger, blonder Mann im mittleren Alter.

„Wißt Ihr, es macht ganz wenig Sinn, mit dem Lebensende zu hadern. Ändern können wir es ohnehin nicht und sollten daher das Beste draus machen“, sagte er seelenruhig.

„Danke für die Vorlage“, erwiderte der Schöpfer und wandte sich an den jungen Mann und fuhr fort, „Mr. Blackpool, sicherlich wird der folgenschwere Fehler Ihrer Firma nicht ohne Konsequenzen bleiben, ich bemerke bereits erste Schritte, die eingeleitet werden, andererseits hatten Sie endlich wenigstens eine kleine Weile lang die Genugtuung, wieder für voll genommen zu werden in dieser Welt der unnötigen Arbeitslosen.“

Petrus räusperte sich kurz, wimmelte Ungeduldige ab, die schon eintreten wollten. Herr Biel, der blonde Kräftige bemerkte: „Ich bin einfach abends zu Bett gegangen, um morgens nicht mehr aufzuwachen, bin so gestorben, wie die Meisten es wohl gern hätten.“ Erstaunte Blicke richteten sich auf ihn, fast schon ein wenig neidisch. Doch der Schöpfer war ja zugegen und hielt sein Schlußwort.

„Seht, Ihr alle seid auf ziemlich unterschiedliche Weise verstorben, dennoch steht Ihr hier vor mir. Ich möchte Ihnen, Monsieur Sauralt folgendes auf den Weg geben: Alle irdischen Güter, sämtlicher Reichtum vor allem mag angenehm sein, besonders für Ihresgleichen, vergessen Sie aber nicht, daß gerade Überreichtum immer zu Lasten wirklich armer Mitmenschen geht. Solange Ihr Menschen nicht gelernt habt, wirklich gerecht zu teilen, ändert sich daran nichts. Nicht Haben, sondern Sein ist das Ziel, bedenken Sie das für die Zukunft. Herr Biel, Sie waren zu Lebzeiten stets ein angenehmer, liebevoller Zeitgenosse, handelten meist weise und mit viel Bedacht, nehmen Sie genau diese Erfahrung mit. Und Sie Mr. Blackpool hatten eben das Pech, zur falschen Zeit am verkehrten Ort gewesen zu sein, und dennoch hatten Sie nach Ihrer Leidensphase wenigstens, wenn auch nur für kurze Zeit, wieder eine Beschäftigung. Ihr werdet es kaum glauben, aber das Leben geht weiter, so auch für Euch Drei. Bereitet Euch darauf vor, kehrt in Euch, die Schöpfung wünscht Euch alles Liebe und Gute.“

Nach diesen Worten bat Petrus die Männer nach draußen. Keiner von ihnen war erstaunt oder aufgebracht, eine himmlische Ruhe lag auf ihren Gesichtern.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Blinder Fisch

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Der blinde Fisch
springt gegen die Gischt,
er wirbelt herum,
auf dem Felsen steht Nils, warum?

Nicht ohne meine Mikrowelle,
keine ist so schnelle,
wenn er vor Hunger
in der Küche rumlungert.

Er verzichtet auf Urlaub, Frau,
kennt alle Welt, ist schlau.
Nils springt in die Meereswellen,
der blinde Fisch und er zerschellen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Despotismus im Aufschwung – rechts überholen und links stehen lassen

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Demokratische Wahlen sollten ein Garant sein für politische Korrektheit, den Volkswillen widerspiegeln, mittels entsprechender Verfassung für Sicherheit sorgen, ein friedliches Miteinander anstreben. Soweit die Theorie, die meist in der Praxis auch fruchtet. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel. Weit gefehlt, weil hierbei bestimmte Kräfte sich gezielt bündeln.

Von Zufällen kann ohnehin keine Rede sein, erst recht nicht bei politischen Entwicklungen, sie unterstehen stets dem Zeitgeist, der manipulativ seine Strippen zieht, ob klammheimlich im Hintergrund oder aber ganz offensichtlich. Hierzulande galten die versprengten Neonazis, die eine Heimstätte in der NPD oder in republikanischen Parteien krampfhaft suchten als Minderheit, die kaum Chancen hatten, selbst in Landesparlamenten Fuß zu fassen.

Das änderte sich schlagartig mit den gezielten Kriegen in Afghanistan, Irak, Syrien und Libyen, Flüchtlinge suchten Schutz in Europa, während die dortigen Demokratien in Erklärungsnot gerieten, Menschenrechte zu dulden. Wer möchte schon gern teilen, wenn obendrein in sogenannten Sozialstaaten Armut zunimmt, weil die Schattenseiten des Neoliberalismus und Globalismus bewußt ignoriert werden? Dann schafft man halt nonchalant Feindbilder mit simpler Formel des „Nach oben Buckelns und nach unten Tretens“!

Das hat bisherig stets gefruchtet. Mit gezielten Schlagworten von Gutmenschen, Lügenpresse und Linksgrün versifften 68er diffamiert man gleich simpelst die vergangenen Jahrzehnte. Die Folgen sieht man im Untergang der Sozialdemokraten, der Uneinigkeit bei den Linken, es gilt, rechts überholen und links stehen lassen. Das alles zu Lasten einer demokratischen Diskussionskultur, die nur noch mit Haßreden unterwandert wird, wenn man sich jene angebliche Protestpartei in Deutschland vergegenwärtigt, die meint, eine Alternative darzustellen.

Sie ist von Beginn an zu einem Sammelbecken rechtsradikaler Strömungen verkommen, eine politische Alibiveranstaltung, um dem Despotismus am Ende den Weg zu ebnen. Ein Blick ins Ausland bestätigt dies erst recht, die Liste jener Länder, die ihm folgen, vergrößert sich zunehmend. Wer dabei noch seelenruhig zuschaut, ohne ernsthaft zu intervenieren, macht sich erneut mitschuldig. Widerstand kann nur folgen, es sei denn, man resigniert aus Ängsten.

Noch sind keine uniformierten Horden unterwegs wie damals jenes Nazipack. Heute treten sie entweder unverkennbar sichtbar auf oder per Schlips und Kragen vor der Dresdner Frauenkirche bis hin im Deutschen Bundestag. Nur wer das Ganze im Blick hat, kann sich ein reales Urteil bilden. Insofern tappen viele im Dunkeln, weil zu wenig ans Licht der Wahrheit gelangt, die obendrein gezielt manipuliert wird. Beste Gelegenheit jeweiliger Machthaber, ihre Ziele durchzusetzen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Fort biste in der Mottenkiste

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Freundschaft nahmst du zum Anlaß,
von dem, von jenem gehöre dir was.
Wir trugen ähnliche Klamotten,
an dir erkannte ich meine Marotten.

Du lachtest gleich, dachtest dasselbe,
meine Ideen nahmst du in deine Hände.
Ich sah uns beide als das Licht,
derweilen du als Schatten pirscht,
um mein Denken auf dich zu übertragen,
erkannte zu spät, du wolltest mich überragen.

Dein Wesen ist von Motten zerfressen,
als Schemen bist du neben mir gesessen.
Mein Selbst hast du geklaut,
dir daraus einen Schattenumriß gebaut.

Aus der Kiste kommst du nicht mehr raus.
Als Freundin bist du ein Graus,
als Mensch bist du ein Parasit,
ein Schmarotzer mit löchrigem Gesicht.
Schwirrst du auch zu jedem Lichtstrahl,
bleibst dennoch du für immer fahl.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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US-Wahlkampf beginnt bereits im Herbst 2018

Trump lädt seinen Wahlkampfmanager Putinowitsch ein

Eigentlich wäre im Januar des nächsten Jahres erst Halbzeit der Präsidentschaft von Donald Trump, somit der bevorstehende Wahlkampf noch in absehbarer Ferne. Aber der blonde Dolle bricht auch hierbei mit üblichen Gepflogenheiten, schließlich entspricht und ergänzt dies seinem bisherigen Werdegang.

Obendrein wurde zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise die Einmischung der Russen im letzten Wahlkampf aufgearbeitet, geschweige denn tatsächlich hinterfragt. Stets schaffte The Donald es, Verdachtsmomente und Vorwürfe herunterzuspielen. Dabei verhalfen ihm die von Beginn an in Szene gesetzten Behauptungen von Fakenews der US-amerikanischen Medien. Alles sei Lüge, nur sein Wort gelte.

Im größten Land der Erde bestritt der hochgelobte Präsident Wladimir Putin, daß seine Gefolgsleute in den Wahlkampf der Amis nicht interveniert hätten, von Einflußnahme könne keine Rede sein. Soweit der Stand der Dinge, während alle Welt rätselt, wie es in jener diffusen Angelegenheit weitergehen möge.

Dem muß man entschieden vorbeugen, schließlich habe Humpty-Trumpty längst erkannt, welche Vorteile ihm geboten in der Rolle des Präsidenten. Den taste man ja nicht an, nahezu ein Freifahrtschein unsäglich rüpelhafter Möglichkeiten, egal ob dies auf weltpolitischen Parkett gut oder eben weniger gut ankommt. Das neuliche Treffen, man sprach gar vom Helsinki-Gipfel, der bekanntlich stets den Stand der beiden großen Supermächte ausloten sollte, diente ihm in Wirklichkeit, seinen Wahlkampfmanager Putinowitsch gleichzeitig zu treffen.

Bestens gewappnet, lud er ihn in Folge nach Washington ein, dort könne man die begonnenen Gespräche vertiefen, man wolle diesmal gänzlich ausschließen, daß irgendwelche Gerüchte nach außen dringen, die Russen würden erneut den US-Wahlkampf manipulieren. Zeit genug, jetzt im Sommer die Weichen zu stellen. Wer schon weltweit an Glaubwürdigkeit verliert, holt sich eben mal Bestätigung beim angeblichen Gegner, der lediglich eine Rüstungsspirale anheizen soll. Das machte The Donald mal wieder deutlich beim Nato-Gipfel, dabei Deutschland heftig anmahnend.

Daß in Wirklichkeit Europa verunsichert wird, bemerken viele noch nicht, lassen sich eher ein auf dem Weg zurück zum Nationalismus. Beste Voraussetzung für zukünftige Kriegsszenarien, nachdem die Dritte und Vierte Welt gänzlich unterjocht, der nimmersatte Neoliberalismus fordert seinen Tribut. Putinowitsch sei Dank darf Humpty-Trumpty einer zweiten Amtszeit entgegenblicken. Die Amis zwar gespalten, aber das berühmte I-Tüpfelchen des fragwürdigen Wahlgesetzes wird wohl erneut reichen, um ihn gewähren zu lassen. Dann lautet’s nicht God save the Queen, sondern vielmehr Trump vents one’s spleen!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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