Kraniche

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Willkürlich
war sie betrüblich,
beim schönsten Traum,
schon griff sie zum Rocksaum,
wischte Tränen fort,
Wirklichkeit war ein anderer Ort.

Gräm dich nicht,
kram nicht,
Flüsterstimmen wohnten bei ihr,
Melodienflügel spielten Klavier,
Kraniche fliegen,
Vögel des Glücks in ihr liegen.

Schwebende,
mit Klugheit Wachende,
beleben ihr Flatterherz,
ihr Rufen begleitet Schmerz,
erhebt ihn über das Weltliche,
Lebensruhe im Klang der Kraniche.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Deutsche Politik in der Zerreißprobe

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Rassisten bestimmen etwa den Kurs?

Obendrein hat dieses Wort „Kurs“ in diesem Kontext einen besonders perfiden Beigeschmack angesichts der Tatsache, wie viele Menschen inzwischen während der ausgetragenen politischen Auseinandersetzungen im Mittelmehr ertrunken sind, weil gar Seenotrettungsschiffe gezielt daran gehindert wurden.

Was geschieht da vor unser aller Augen mit den sogenannten etablierten Parteien wie der Union, der SPD, den Grünen und der Partei Die Linke? Die FDP lassen wir mal hierbei außen vor, auch wenn dort unterschiedliche Standpunkte vertreten werden, zumal sie ja erst kürzlich eine vierjährige Auszeit hatte.

Innere Zwänge lassen sie nach der Pfeife der Neuen Rechten tanzen

Wenn Die Linke als einzige Oppositionspartei mit dem Anliegen, sozial Schwache zu schützen, Aufrüstung stoppen zu wollen, beginnt sich zu spalten mit jener fragwürdigen Sammlungsbewegung unter Wagenknecht und Lafontaine, sollte der politische Beobachter spätestens dann wenigstens gezielter aufhorchen. Hierbei ist nicht nur Skepsis angesagt, wie auch der Politologe Albrecht von Lucke im Zeit-Interview ausführt. Auf Stimmenfang ehemaliger Mitglieder, die einfach mal die Partei wechselten, ausgerechnet zu jener AfD? Unabhängig davon, daß man jene „Abtrünnigen“ keinesfalls verstehen muß, was soll das bringen? Ein nahezu sinnloses Anliegen, es sei denn, man verrät eigene Standpunkte. Genau das darf befürchtet werden.

Die Grünen als attraktives Zünglein an der Waage jeglicher Koalition im Bund oder in den Ländern scheinen damit ohnehin kein Problem zu haben, mit wem sie sich zusammentun, wirft man z.B. einen Blick nach Bayern. Während die Bundestagsfraktionschefin Katrin Göring-Eckhardt keinerlei Bedenken mit dem gefundenen Kompromiß der Union beim Flüchtlingsstreit hegt, – man sollte dabei nicht vergessen, daß die Grünen sowohl zum Kosovo-Einsatz als auch zur sozialrassistischen Agenda 2010 standen -, schielt das Chefgespann der Grünen zu einer möglichen Jamaika-Koalition hinsichtlich der Festlegung einer Obergrenze von 200.000 zum Flüchtlingszuzug. Taktieren steht im Vordergrund.

Und die Sozialdemokraten, die bereits in den Umfragewerten bald auf Augenhöhe jener AfD rutschen, diese somit immer mehr Stimmen im Bund einheimsen kann? Auch dort scheiden sich die Geister innerhalb der Partei. Ein Stückweit eigentlich ein völlig normaler Prozeß in jeder politischen Partei. Haarig wird es lediglich, wenn dadurch deren Glaubwürdigkeit Schaden nimmt. Andrea Nahles lehnt sich mal wieder gefährlich aus dem Fenster, wenn sie eher rechten Standpunkten zustimmt, obendrein freundlichst unterstützt vom ehemaligen Außenminister Sigmar Gabriel, der sich selbst einfach mal als naiv in anfänglicher Flüchtlingsfrage bezeichnet.

Die Union wirkt als Paradebeispiel einer züggellosen Haltung, inwiefern man nahezu alles falsch machen kann, abgesehen vom „Spaltpilz Seehofer“, der ohnehin den Kern und das Wesen dieser CSU vertritt. Die „Union der Mitte“ buhlt um Aufmerksamkeit, Florian Gathmann stellt im Spiegelartikel die Frage, ob da ein linker Flügel entsteht. Tragisch genug, daß die Neue Rechte behauptet, Frau Merkel sei linksgerichtet, welche Standpunkte oder gar konkrete Politik das sein möge, entschließt sich jedweder Kenntnis.

Sortierung nach weltpolitischen Ereignissen fast aussichtslos?

Die konkrete Frage, die sich unweigerlich stellt, was bleibt der Bundespolitik anderes übrig, als sich den äußeren Umständen weltpolitischer Ereignisse zu stellen? Sie einfach wegdenken, sich wegducken, kann nicht funktionieren angesichts globaler Veränderungen. Es gibt sie nunmal, die Flüchtlingsströme, aus unterschiedlichen Beweggründen, allesamt initiiert von den reichen Industrieländern, den vor Ort in den Ländern regierenden Clans und korrupten Alleinherrschern, die Menschen sich selbst überlassen, zunehmende Armut und Elend in Kauf nehmend, Kriege mit verursachend. Solange jene Konstellationen ungeklärt, muß man eher über eine Zerreißprobe Deutschlands hinaus noch andere Szenarien befürchten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Was für’n Flop

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Einfach abgezockt,
total verbockt.
Neugierde gelockt,
Gelder aufgestockt.
Daneben gehockt.

Was für’n Flop!
Vorher alles top,
Ramsch im Shop.
Pferde im Galopp,
bewundert manch Snob.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Chancen einer Welt des Umbruchs

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Welche Fehlentwicklungen zu neuen Wegen führen können

Schwarz-Weiß-Denken kann niemals ein guter Ratgeber sein, ganz besonders wenn Vielschichtigkeit der Völker vorhanden ist, auch wenn der ursprüngliche, europäische Gedanken sicherlich seine Berechtigung hat. Gerade in den letzten Jahren offenbaren sich die offenkundigen Widerstände der Völker, bzw. der Menschen, die den Mut haben zu protestieren.

Daß dabei angesichts vieler Provokationen auf beiden Seiten, also Polizei und Demonstrierende, die Gewalt in ihren eskalierenden Gesetzmäßigkeiten sich entlädt, liegt auf der Hand. Zu Lösungen kann dies normalerweise nicht führen. Dennoch Grund genug zu hinterfragen, was die Ursachen anbelangt.

Im Taumel zwischen sozialen Notständen und gezielter Ausbeutung

Auffällig sind die Gemeinsamkeiten der Probleme: zunehmende Armut bei gleichzeitigem Bedienen der Lobbyisten. Das perfide Spiel der fleißig fortschreitenden Ausbeutung durchschauen immer mehr Menschen, selbst wenn vielerorts für „Ablenkung“ gesorgt wird. Angesichts rapide steigender Preise bei gleichzeitigen realen Lohnsenkungen merkt auch der friedlichste Bürger irgendwann die Differenz zwischen vorgegaukelter Schönrederei seitens der Wirtschaft und der Politik sowie der kalten, nüchternen Wirklichkeit.

Der Mittelstand war bisher die wichtigste, tragende Säule zwischen den Armen und den wirklich Reichen, um innerhalb dieser breiten Schicht für Ausgleich zu sorgen. Die Mär vom ewigen sich vermehrenden Wachstum hat sich erübrigt angesichts der Tatsache, daß das Karussell der Ressourcenausbeutung zusammen mit der rücksichtslosen Umweltbelastung sich nicht mehr weiter drehen kann, weil Mutter Erde selbst längst der Menschheit die Grenzen diktiert hat, unabhängig von den unübersehbaren Tatsachen. Nicht nur der Satz der Cree hat sich an manchen Orten bewahrheitet, darüber hinaus glaubt Mensch tatsächlich, er könne diese Gesetzmäßigkeiten überlisten, wenn wir nur an die Gentechnik, die Atomkraftwerke und andere Risiken denken.

Das kontinuierliche Ignorieren bestimmter Restrisiken bedeutet lediglich eine Verschiebung der Problembewältigung, wobei nach einer bestimmten Entwicklung, bzw. Zeitspanne oftmals der Schaden irreparabel groß sein wird, wenn wir nur an den Zerfall radioaktiven Mülls denken. Bei der Gentechnik sind die sich verselbständigenden, biochemischen Symbiosen und Prozesse bis hin zu nicht erkennbaren Entwicklungen ein völlig unkalkulierbares und somit sehr gefährliches Risiko, welches da nonchalant hingenommen wird. Und das unter dem fadenscheinigen Argument der Welternährungsprobleme. Klar doch, wer mit Monokulturen, Straßen- und Städtebau sowie Industrialisierung seine eigene Umwelt zunichte macht, darf sich nicht wundern, daß die Agrarbewirtschaftung zu leiden hat.

Konflikte noch deutlicher benennen

Auf der einen Seite hat Mensch sich immer reflektiert, auch wenn die Zahl derer früher im Verhältnis zur heutigen Zeit wesentlich geringer war. Das hat einen einfachen Grund: Die Möglichkeit sich Wissen anzueignen, war noch nie so simpel und umfangreich, wie dies jetzt geschieht. Mit dem Beginn des Internets wurde dies sogar erheblich gesteigert. Gleichzeitig gibt es immer noch einen Großteil der Menschheit, die nicht in den Genuß kommt, an dieser Entwicklung teilzuhaben, um gleichzeitig sich vielerorts um das nackte Überleben zu bemühen hat. Ausbeutung bedeutet immer Armut als Folge, und sie müßte erst gar nicht mehr vorhanden sein, wenn gerechte Systeme dafür sorgen würden.

Das hat ganz viel mit Kommunikation, aber auch alten, historischen Strukturen zu tun, die überwunden und geklärt werden sollten. Einmal diese Probleme benannt, analysiert und konstruktiv stückweise mithilfe der internationalen Gemeinschaft auf gesunden Weg gebracht, bestehen tatsächlich Chancen für alle Betroffenen. Das liest sich gut, ist dennoch so komplex und kompliziert, daß man fast schon das Handtuch werfen möchte, wäre da nicht die riesengroße, weltweite Not. Es muß daher zwangsläufig ein kollektives Bewußtsein schnellstmöglich entstehen, will Mensch überhaupt noch eine Chance haben, all diese Konflikte zu lösen. Über Kriege, Zerstörung und Zunahme des Elends als Folge mögen manche gewinnbringende Vorteile dadurch haben, so zynisch real das klingt und dann auch faktisch ist, dennoch wird auf diese Weise niemand gewinnen können. Am Ende führen die ungeklärten, sozialen Miseren wieder einmal zu Gewalt und Terror.

Das Wesen des Menschen hat wohl immer noch nicht gelernt, im Einklang mit sich selbst und der Natur zu sein, offenbart das ewige Machtstreben nach Reichtum und Ausbeutung ziemlich klar den getrübten Geist der scheinbaren Überlegenheit. Demut und Zufriedenheit, Nächstenliebe und Respekt vor Mutter Erde, das sind unsere Ziele für die Zukunft.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Wuschelkopf

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Signiert
war die Karte,
auf die ich warte
schon so lange.

Mir war bange,
sie zu lesen,
Vorfreude war gewesen,
ich war resigniert.

Versteckt
das ersehnte Stück,
aufgeschoben Glück,
um später zu genießen.

Husten, Nießen,
mit Grippe im Bett,
ausgebootet komplett,
Tage unter Decke gesteckt.

Frustriert
Fieber ausgeschwitzt,
Medizin zuhauf benützt,
Überraschung vergessen.

Beim Abendessen
am Montag
der Paukenschlag,
die Karte, Platz reserviert.

Zu spät,
Konzert verpaßt,
Glück verpraßt
durch Abwesenheit.

Besonderheit
im Schmuckkästchen
ungestempeltes signiertes Kärtchen,
eine Rarität.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Auslaufmodell NPD – das tut aber weh

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Signalfarbe Orange sorgt für mehr Sicherheit in Berliner S-Bahnen

Deutsche Fahrgäste können sich entspannt zurücklehnen auf ihren Fahrten in Berliner S-Bahnen, willige und pflichtbewußte NPD’ler sorgen zukünftig für deren Sicherheit, schließlich gilt es, die Spreu vom Weizen zu trennen, also Deutsche von gewaltbereiten Ausländern. Stop. Natürlich Migranten. Soweit das real angekündigte Szenarium.

Theoretisch klingt das besonders gut in den Ohren von Patrioten, der gesamten Neuen Rechten und deren Sympathiesanten. Allerdings stellt sich nur die kleene, nicht unbedeutende Frage, wie das denn in der Praxis aussehen möge. Die folgende Szene wird sich sehr bald ganz ähnlich zutragen, werfen wir einen Blick in die Glaskugel… äh… Zukunft.

Eugen Meier* betritt zusammen mit seinem Kollegen Markus Schnell*, – die Namen sind natürlich bewußt verkehrt wiedergegeben, um die stolzen Recken zu schützen -, die S-Bahn Linie 2 bei der Haltestelle Pankow Richtung Bornholmer Straße. Ein Raunen geht durch den Wagen, manche Fahrgäste tuscheln leise hinter vorgehaltener Hand, verstohlene Blicke mustern die Jungs in ihren organgefarbenen Westen. Eine türkisch aussehende Fahrgästin schaut unsicher in die Runde, oder ist sie eher eine Iranerin, vielleicht aus Syrien oder eventuell doch aus Griechenland? Schwer einzuschätzen jene ausländischen Mitbürger.

Das interessiert jetzt auch die pflichtbewußten NPD’ler, die ihre Rolle als Patrouille sehr ernst nehmen.

„Na, Fahrschein dabei? Oder etwa doch nicht?“, spricht Markus die vermeintliche Iranerin lautstark und herausfordernd aggressiv an, „Sie brauchen nicht so verduzt dreinzuschauen, du verstehen deutsch?“ Einige Fahrgäste blicken die Angesprochene abschätzend an, insgesamt haben sämtliche Gespräche ein jähes Ende.

„Können Sie sich denn ausweisen als legitimierter Kontrolleur der S-Bahn?“, entgegnet ziemlich selbstbewußt die angebliche Iranerin, um noch anzufügen, „im Übrigen bin ich gebürtige Schwäbin, gelle!“ Rums, das sitzt. Verduzt schauen sich die beiden Neo-Nazis an. Eugen, der etwas Ältere, kann sich nicht mehr beherrschen, will den rechten Arm der „Iranerin“ packen. Zu dumm, daß diese zufällig als Kampfsportlerin sich zu verteidigen weiß. Binnen zwei bis drei Sekunden befindet sich Eugen vor ihr, auf dem Boden, beide Arme nach hinten gedreht, die Handgelenke über Kreuz, ihr rechter Fuß übt sanften Druck auf dessen Rücken gen S-Bahn-Waggonboden aus. Da kommt Markus auf eine glorreiche Idee und ergreift seinen Schlagstock, der verborgen unter der orangefarbenen Weste steckt.

An dieser Stelle verkürzen wir die Schilderung. Ein beherzter Rocker, der sich bisher zurrückhält, – es soll auch welche geben, die eben nicht den Weg der Neuen Rechten gutheißen können -, schnappt Markus am Schlawittchen, um den Schlagstockeinsatz zu verhindern. Plötzlich hat ein anderer Fahrgast den Mut, per Handy die Polizei zu verständigen. Es stellt sich dann heraus, daß Marion Häbele tatsächlich in Balingen geboren wurde, ihr Urgroßvater stammt allerdings aus dem Iran, eine Tante von ihr ist Türkin, daher ihr untypisches deutsches Aussehen. Ohje, jetzt ham aba die NPD’ler nen Problem, oda? Die janze blaune Mischpoke ohnehin, denn das Geschwätz dieser Rassisten paßt in gar keinen gesellschaftlichen Zusammenhalt, Multikulti ist keineswegs gescheitert, es ist Bestandteil der Entwicklung des Menschen. Kapiert es endlich!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Hundemüde

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Staksig kommt er,
der Gedanke.
Konnt’ ich ihn halten?
Wahrscheinlich nicht.
Wahr schien er.
Scheint wahrlich,
nicht mehr hier zu sein.
Die Stadt kenne ich,
bin einmal umgestiegen.
Warum?
Der kleine weiße Schnauzer.
Er roch nach Rauch.
Sommerhitze.
Mir ist schlecht.
Später ist was aus ihm
geworden.
Woher?
Er stakt, er.
Im Takt leer.
Schwarzes Meer,
bevor er weiterwankte.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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