Minderwert droht erneut

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Liebe kann man nicht erzwingen,
aber Angst, Angst
läßt sich in deine Seele bringen.

Drohungen brechen Willen,
ein probates Mittel
Sehnsüchte zu stillen.

Überheblichkeit zeigen,
wer bist denn du,
nur Gewissenlosen ist dies eigen.

Stolz soll dich verführen,
zum Gleichschritt marschieren,
Rattenfängern zu parieren.

Ob Land, Familie, Freund,
wer dies erträumt,
minderwertig Charakter
sich bloß aufbäumt.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Hämisch grinsende Verachtung spiegelt sich in manch Fratze wider

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Selbstverständlich tragen Abgeordnete des Deutschen Bundestages in ihren Stellungnahmen, Plädoyers und Reden ihr Anliegen vor, fühlen sich berufen, manchmal gar per scharfen Worten für ihre Belange zu streiten, ob überspitzt oder schalkhaft per Applaus aus eigenen Reihen begünstigt, das gehört zur demokratischen Kultur im Plenum.

Oftmals können Zuhörer im Publikum vor Ort nur noch sich wundern, an den Bildschirmen ihren Unmut freien Lauf lassen, erst recht zur Regierungspolitik, die angesichts jener unglücklichen Großen Koalition ohnehin zu wünschen übrig läßt, ob sie im Sinne der Bevölkerung handelt, weltweit tatsächlich mitgestalten wird, wenigstens in Europa selbst.

Allerdings sitzen da jene blaune Abgeordnete, die mit hämisch grinsender Verachtung für genügend Entsetzen sorgen, was sich in mancher Fratze widerspiegelt, nicht in Sekundenbruchteilen, vielmehr gezielt und unübersehbar. Das deckt sich gleichwohl in ihren Inhalten, die meist auf Provokation aus sind, wann immer Möglichkeiten gefunden werden. Die gezielt initiierte Schweigeminute war ein derartig anschaulich widerwärtiges Beispiel, wobei obendrein der ganze Haß gen Claudia Roth sich entsprechend über Social Media wie Facebook entlud bis hin zu realen Morddrohungen.

Eine wiedergefundene Kultur der Gewalt, die schon mal Deutschland, Europa und dann die Welt im letzten Jahrhundert pflegte, denken wir an die Gesinnungsgenossen jener Neuen Rechten, die sich anschickt, europäisch zu etablieren, per williger Freundschaftsbekundung gar einer CSU, die nicht nur den bayrischen Wahlkampf im Visier hat, darüber hinaus ihre ganze christliche Gesinnung unter Beweis stellt: Rassismus ausleben, in dem Kreuze in Ämter hängen müssen, während Nächstenliebe zum Fremdwort wird.

Die einen treten als blaune Bad Boys auf, die anderen feixen im christlichen Gewand, den Dolch zum Zustoßen bereit, die Große Koalition notfalls platzen zu lassen. Keine Fürsprache zum Merkel IV-Kabinettt möge das hier sein, aber ein Ausrufezeichen, wohin wir wohl kommen, wenn jener Mob der Neuen Rechten plötzlich wie beim österreichischen Nachbarn mitregieren darf! Manche lächeln, weil das nicht sein kann, was nicht sein darf. Doch schon sitzen sie im Deutschen Bundestag, feixend und bösartig formiert, flankiert von Rückschlägen einer Politik, die eigene Verfehlungen zu kitten versucht.

Sie hören richtig. Oder meinen Sie tatsächlich, Flüchtlinge erscheinen aufs geradewohl? In erster Linie fast immer aufgrund verfehlter Politik in ihren Herkunfstländern, sei es durch Krieg, Elend, weil dort Clans und Alleinherrscher ihre Macht ausbauen, oftmals gesponsert durch fehlgeleitete Entwicklungspolitik, aber auch Geschäftsinteressen des Westens, rücksichtslos ohne Bedenken.

Und jene Neue Rechte beruft sich auf ihre stupiden Nationalinteressen, um selbst dadurch wie die Made im Speck nach einem Regime-Change zu leben bei gleichzeitigen Unterdrückungsmechanismen, das läuft exakt so ab, wer mal kurz gen Türkei blickt oder rückblickend zur eigenen Geschichte. Mittels Ignoranz jener Tatsachen ändert sich nichts, außer man stoppt endlich jene sich etablierende Verachtung, die einem Krebsgeschwür gleich ständig neue Spielwiesen sucht bis hinein in die Bundespolitik.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Nacht über Deutschland

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In der Früh
kommt er,
der Morgen.

Guten Morgen,
sagt er,
schon wach?

Immer
der Tag
davon erwacht.

Heute ist es spät.
Früh läuft´s verkehrt,
wer den Morgen verschläft.

War es absehbar?
Der Tag lebt
fortan als Nacht.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Die Kunst des Schreibens

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Was unterschiedliche Formulierungen auszudrücken vermögen

Was kann Sprache alles vermitteln, im Schriftlichen, wo sie doch gänzlich ohne Mimik, ohne Gestik, der Akustik, den Gerüchen, den Geräuschen auskommen muß, sondern lediglich die Kunst darin besteht, mit nüchternen Tatsachen auszukommen?

Dabei sollte gerade deshalb ihr Einfluß nicht unterschätzt werden, der natürlich vom Stil, der Spannung abhängig ist. Langweilige Geschichten sind daher fad, und trockene Berichterstattung lediglich dienlich zum Nutzen der Informationen, Prosa bleibt da auf der Strecke. Und was haben in Schulzeiten so manche sich schwergetan, sich schriftlich in Aufsätzen auszudrücken.

Um Ihnen einmal zu verdeutlichen, was Sprache alles vermag, hier ein kleines aber hilfreiches Beispiel:

Ein Gänseblümchen auf einer Wiese, im Juni, wolkenloser Himmel bei strahlendem Sonnenschein. Ein Star verunglückt dabei plötzlich.

Aus der Sicht zweier Ameisen

„Ja ja, diese Zweibeiner haben mal wieder so eine eklige Kippe auf die Wiese geschmissen, hast du das gesehen?“, fragte Mia ihren Kumpel Tim, der sich schwertat, ihrem Tempo zu folgen.

„Nö, hab ich nicht, laß uns lieber mal einen Bogen um sie machen, falls sie noch glimmt, denk’ dran, letzte Woche erst hat es einen aus dem Nachbarstaat erwischt, weil er wohl nicht die Gefahr erkannte“, erwiderte Tim, grinste dabei ihr frech ins Gesicht und war verschwunden.

Mia erkannte allerdings, daß sein Ziel das Gänseblümchen war, hatten sie doch zuvor gewettet, wer als erster dort wohl ankommen würde. Ein merkwürdiges, völlig unbekanntes Geräusch, welches sehr schnell lauter wurde, ließ beide erstarren. Und dann war es schon geschehen: Ein ziemlich alter Star war vom Himmel gefallen und hatte ausgerechnet Tim unter sich begraben. Mias Trauer sollte noch eine ganze Weile lang anhalten.

Ein nüchterner Zeitungsbericht

Kleinrechen. Am Mittwochmorgen verunglückte ein Star, der im Sturzflug eine Birke übersehen hatte und erlag seinen inneren Verletzungen. Er wurde von einem aufmerksamen Gartenbesitzer auf dessen Wiese neben einem Gänseblümchen entdeckt. Die eilig herbeigerufenen Rettungssanitäter konnten nur noch den Tod des Vogels vermelden. dpa.

Später Vormittag, eine 3. Grundschulklasse schreibt eine Kurzgeschichte

Das Gänseblümchen

Ein Gänseblümchen stand ganz allein auf einer Wiese, die noch ganz feucht war. Weit und breit waren sonst keine Blumen zu sehen. In der Nähe befand sich eine Birke, die ein wenig Schatten spendete. In der Junihitze übersah ein vorbeifliegender Star die Birke und stürzte daher unglücklich ab. Er war auf der Stelle tot, wobei er beim Gänseblümchen lag.

Aus der Sicht eines Schriftstellers

Die Mittagssonne hatte am heutigen, warmen Junitag nicht die geringsten Schwierigkeiten sich durchzusetzen, waren doch die wenigen, weißen Wolken schnell verschwunden, so daß ein wunderschönes Blau sich der Natur offenbarte. Überall war emsiges Treiben zu vernehmen, Vogelgezwitscher lag in der Luft, begleitet vom Schwirren vieler Fluginsekten wie Bienen, Fliegen, Hummeln und dergleichen. Ein leichter Wind wehte aus Südwest, der warme Luftmassen herbeischaffte. Inmitten einer kräftig grünleuchtenden Wiese stand einsam ein kleines Gänseblümchen und streckte tapfer ihr Gesicht zur Sonne. Viel zu plötzlich wurde in Sekundenschnelle dieses wunderschöne Idyll tragisch heimgesucht. Ein zu übermütiger Altvogel, ein Star, übersah einen im Winde schaukelnden Birkenast, brach sich daher seinen rechten Flügel und fiel wie ein Stein vom Himmel. Durch die Wucht des Aufpralles aus immer noch beträchtlicher Höhe war er augenblicklich tot.

Anhand dieser Beispiele wird vielleicht deutlich, was Sprache für Möglichkeiten hat, mittels ihres Ausdruckes dem Leser zu vermitteln. Selbstverständlich erschöpft sie sich niemals, es liegt einzig und allein beim Autor, welche Informationen er mitteilen möchte oder aber auch nur darf, wenn man sich z.B. Zeitungsberichte vergegenwärtigt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Eklatant ohne Bestand

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Ein Fliegenschiß, ein Fliegenschiß,
der verheißt nichts gutes.
Ein Kompromiß, ein Kompromiß,
nützt nichts, außer man tut es.

Ein Kavalier, ein Kavalier,
der wird meist gern gesehen.
Hält auf die Tür, hält auf die Tür,
als sei so gar nichts geschehen.

Ein Heimatminister, ein Heimatminister,
sorgt für viel Zoff im Bundestag.
Hat drei Geschwister, hat drei Geschwister,
manch einer ihn so gar nicht mag.

Ein besorgter Dichter, ein besorgter Dichter,
sucht stets nach tieferem Sinn.
Gehen auf die Lichter, gehen auf die Lichter,
manchmal er sich fragt: wohin?

Ein Gesellschaftsriß, ein Gesellschaftsriß,
bedeutet mal wieder Unfrieden.
Kein Hindernis, kein Hindernis,
Menschen allesamt sind doch verschieden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Unionsstreit eskaliert ins Unerträgliche

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Wenn ein Heimatminister von einem Österreicher sich beraten läßt

Das Lager der „Merkel muß weg“-Gegner dürfte frohlocken, zumal sich in jener Masse nicht nur überwiegend die Neue Rechte findet, sondern obendrein all die anderen, die unzufrieden die lange Kanzlerschaft anprangern, eine Politik des Wegduckens, der Förderung neoliberaler Politik bei gleichzeitigem Sozialabbau sowie Aufrüstung. Mittendrin mitverantwortliche Sozialdemokraten, die sich obendrein jetzt raushalten.

Wenn ein Horst Seehofer die Machtfrage stellt, kommt Fahrt auf im Deutschen Bundestag, wie gestern geschehen. Im Zuge des schon lange währenden Asylstreits ist gar die Rede vom Sturz der Kanzlerin. Eine Retourkutsche gen Merkels Haltung ihrer Entscheidung im Herbst 2015? Unbedingt und mit Nachdruck, erst recht im Hinblick zur bevorstehenden Wahl Bayerns. Der Freistaat verspricht sich dadurch, die CSU zu stärken, um eine AfD in Zaum zu halten. Welch trügerische Versuche!

CSU nähert sich in Riesenschritten der blaunen Partei an

Darüber hinaus scheinen manche Politiker der CSU wohl doch in der falschen Partei zu sitzen, besonders Herr Dobrindt stellt dies immer wieder in öffentlichen Stellungnahmen unter Beweis, geht auf in seinem neuen Amt als Generalsekretär. Wieso nicht gleich zur AfD wechseln, das wäre wenigstens ehrlicher und vor allem konsequenter.

Dessen politischer Ziehvater und Heimatminister Horst Seehofer, vom Innenminister bemerkt man eher weniger, der gleich zu Beginn bei Merkels Regierungserklärung die Fronten mit seinem Anstoß, der Islam gehöre mitnichten zu Deutschland, verhärtete, sorgt nunmehr für ein weiteres Vorpreschen, nähert sich in Riesenschritten der blaunen Partei. Nach gestriger Ministerpäsidentenkonferenz, die übrigens Markus Söder vorzeitig verließ, sorgte dessen Protokollerkläung für entsprechende Aufregung: „Bayern begrüßt das Vorhaben des Bundesinnenministers, durch einen Masterplan Asyl die hierfür notwendigen Maßnahmen zu ergreifen.“ Wichtigstes Prinzip seien „wirksame Binnengrenzkontrollen an allen deutschen Grenzen sowie Zurückweisungen an der Grenze“. Die CSU will Merkel keine Zeit mehr lassen, eine bevorstehende europäische Lösung zu vereinbaren, schon gibt es erste Stimmen von einem Bruch der Union.

Der Besuch von Bundeskanzler Kurz keineswegs zufällig

Bereits vorgestern stellte Horst Seehofer seinen Konfrontationskurs unter Beweis, in dem er den Integrationsgipfel im Kanzleramt absagte, um anschließend sich mit Österreichs Kanzler Sebastian Kurz im Innenministerium über Flüchtlingspolitik zu beraten. Von Zufall kann hierbei keine Rede sein, viel eher nicht nur von einem Affront der Bundeskanzlerin gegenüber, darüberhinaus einer Stärkung der gesamteuropäischen Neuen Rechten, die ganz offensichtlich ebenso Seehofer vorzieht. Vordergründig eine „Achse der Willigen gegen Merkel“.

In Wirklichkeit könnte man durchaus behaupten, daß es einen zweiten Masterplan gibt, den offiziellen in Sachen Flüchtlingspolitik, den inoffiziellen, das Bündnis rechtsextremer Kräfte verstärkt zu bündeln. Keine tolle Aussichten für all jene, die noch an soziale Standards festhalten, bis hin für eine humane Gesellschaft sich engagieren. Da wird viel eher Menschenverachtung zelebriert, dessen Auswüchse wir bereits im Deutschen Bundestag immer öfters vernehmen dürfen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Des Menschen Gunst

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Menschen, ach, Menschen.
Steht geschrieben,
um als Erinnerung
zu dienen.

Genau da war der Haken.
Hätte er den Mund gehalten,
das Dienen nicht erwähnt,
könnte man genießen,
so ist man vergrämt.

Was im Buche steht,
nicht ist verkehrt.
Es ist das vorab Versklaven,
anstatt der Gunst sich zu laben,
erhält man die Verpflichtung
zur Erinnerung an die Dichtung.

Menschen, ach, Menschen,
das habe ich mir gemerkt,
oftmals sind sie
keine Erinnerungen wert.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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