Flüchtlingsrettungsschiff „Lifeline“ Spielball zynischer Pattsituation

Asylstreit erreicht tragischen Höhepunkt im Mittelmeer Der Wind weht ziemlich rauh in der Nähe zu Maltas Küste, wo sich das Flüchtlingsrettungsschiff „Lifeline“ in Warteposition befindet, sämtliche Versuche, einen sicheren Hafen ansteuern zu dürfen, um den etwa 230 Migranten an Bord nach langer Odyssee zu helfen, scheitern am menschenfeindlichen Kurs der jeweiligen verantwortlichen Regierungen: Italien, Malta und inzwischen auch Spanien verweigern das Anlegen. Einerseits frohlocken sämtliche rechtsradikalen Unmenschen nunmehr erst recht darüber, andererseits kann dem kristischen Beobachter nicht verborgen bleiben, daß eine ungewöhnlich hartherzige Vorgehensweise gegen in Not geratene Menschen sich als Selbstverstänldichkeit zu etablieren versucht. Das Ganze grenzt nicht nur an abscheulichen Zynismus, der Asylstreit erreicht seinen tragischen Höhepunkt im Mittelmeer, während parallel eine CAfD nicht nur schärfere Konturen annimmt, sondern obendrein immer mehr Zivilgesellschaften in den Bann gezogen werden, solche Grausamkeiten als dringende Notwendigkeit zu vermarkten. Stell dir mal vor, ein Schiff ist Not, obwohl keine Pest an Bord Möchten Sie sich eine Gesellschaft vorstellen, in der keine Rettungsdienste mehr erscheinen, wenn Unfälle, Naturkatastrophen oder andere Notfälle eintreten? Wer entscheidet dabei, ob sie erscheinen dürfen oder besser erst gar nicht? Vor allem mit welcher Rechtfertigung? Genau das geschieht im Augenblick vor der Küste Maltas, die helfenden deutschen Besatzungsmitglieder warnen vor der sich anbahnenden Lebensgefahr, dennoch folgt keine Reaktion, die Zuständigkeit wird simpelst weitergereicht. Der Pestvergleich soll provokativ das gesamte menschenverachtende Ausmaß jener sich zuspitzenden Lage symbolisieren. Mit welchem Recht wird der Zutritt zu einem sicheren Hafen verweigert? Sind Flüchtlinge gar Aussätzige, die man einfach abweist? Die Saat des Rassismus scheint auch in solchen Situationen zu fruchten, treibt immer mehr Wählerstimmen zu rechtsradikalen Gruppierungen, die obendrein es an die Regierungsspitze schaffen, wie man in Italien bereits sieht. Dublin-III ein Bumerang – Merkels Ultimatum mehr als eine Epressung Das ungelöste Problem des Asylrechts mit der Dublin-III-Verordnung erweist sich als problematischer Bumerang für die Mittelmeerstaaten wie Greichenland, Spanien und vor allem Italien. Sie fühlen sich im Stich gelassen. Wenigstens erhielt jetzt das dänische Containerschiff „Alexander Maersk“ seitens des italienischen Außenministers Matteo Salvini die Erlaubnis, einen sizilianischen Hafen zum Anlegen anzusteuern, damit die 113 Flüchtlinge an Land gehen können. Wird da etwa mit Zweierlei Maß gemessen, weil der „Lifeline“ weiterhin der Zutritt verboten wird? Obendrein bekräftigt das harsche Vorgehen gegenüber Merkel die generelle Haltung, wie mit Flüchtlingen verfahren werden soll, das Ultimatum, was Seehofer und seine feixenden Anhänger ihr stellen, gleicht mehr einer Erpressung als einem konstruktiven Lösungswillen. Wenn Salvini Migranten als „Menschenfleisch“ bezeichnet, ein Trump per Null-Toleranz-Politik auftrumpft, unterstreicht Australien seine ganz eigene, menschenverachtende Härte, gegen Flüchtlinge vorzugehen. Allerdings braucht man nicht unbedingt in die Ferne schweifen, kürzlich soll Algerien 13.000 Flüchtlinge einfach in der Wüste ausgesetzt , die EU sogar davon gewußt haben. Das wiederum bestreitet Algerien, unterstellt eine „böswillige Kampagne“. Insofern muß man mit derartigen Meldungen besser vorsichtig sein, erst recht hinsichtlich des Verhälnisses zwischen Frankreich und Algerien. Lotar Martin Kamm Kategorie: Politik

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Asylstreit erreicht tragischen Höhepunkt im Mittelmeer

Der Wind weht ziemlich rauh in der Nähe zu Maltas Küste, wo sich das Flüchtlingsrettungsschiff „Lifeline“ in Warteposition befindet, sämtliche Versuche, einen sicheren Hafen ansteuern zu dürfen, um den etwa 230 Migranten an Bord nach langer Odyssee zu helfen, scheitern am menschenfeindlichen Kurs der jeweiligen verantwortlichen Regierungen: Italien, Malta und inzwischen auch Spanien verweigern das Anlegen.

Einerseits frohlocken sämtliche rechtsradikalen Unmenschen nunmehr erst recht darüber, andererseits kann dem kritischen Beobachter nicht verborgen bleiben, daß eine ungewöhnlich hartherzige Vorgehensweise gegen in Not geratene Menschen sich als Selbstverständlichkeit zu etablieren versucht. Das Ganze grenzt nicht nur an abscheulichen Zynismus, der Asylstreit erreicht seinen tragischen Höhepunkt im Mittelmeer, während parallel eine CAfD nicht nur schärfere Konturen annimmt, sondern obendrein immer mehr Zivilgesellschaften in den Bann gezogen werden, solche Grausamkeiten als dringende Notwendigkeit zu vermarkten.

Stell dir mal vor, ein Schiff ist Not, obwohl keine Pest an Bord

Möchten Sie sich eine Gesellschaft vorstellen, in der keine Rettungsdienste mehr erscheinen, wenn Unfälle, Naturkatastrophen oder andere Notfälle eintreten? Wer entscheidet dabei, ob sie erscheinen dürfen oder besser erst gar nicht? Vor allem mit welcher Rechtfertigung? Genau das geschieht im Augenblick vor der Küste Maltas, die helfenden deutschen Besatzungsmitglieder warnen vor der sich anbahnenden Lebensgefahr, dennoch folgt keine Reaktion, die Zuständigkeit wird simpelst weitergereicht.

Der Pestvergleich soll provokativ das gesamte menschenverachtende Ausmaß jener sich zuspitzenden Lage symbolisieren. Mit welchem Recht wird der Zutritt zu einem sicheren Hafen verweigert? Sind Flüchtlinge gar Aussätzige, die man einfach abweist? Die Saat des Rassismus scheint auch in solchen Situationen zu fruchten, treibt immer mehr Wählerstimmen zu rechtsradikalen Gruppierungen, die obendrein es an die Regierungsspitze schaffen, wie man in Italien bereits sieht.

Dublin-III ein Bumerang – Merkels Ultimatum mehr als eine Epressung

Das ungelöste Problem des Asylrechts mit der Dublin-III-Verordnung erweist sich als problematischer Bumerang für die Mittelmeerstaaten wie Greichenland, Spanien und vor allem Italien. Sie fühlen sich im Stich gelassen. Wenigstens erhielt jetzt das dänische Containerschiff „Alexander Maersk“ seitens des italienischen Außenministers Matteo Salvini die Erlaubnis, einen sizilianischen Hafen zum Anlegen anzusteuern, damit die 113 Flüchtlinge an Land gehen können. Wird da etwa mit Zweierlei Maß gemessen, weil der „Lifeline“ weiterhin der Zutritt verboten wird?

Obendrein bekräftigt das harsche Vorgehen gegenüber Merkel die generelle Haltung, wie mit Flüchtlingen verfahren werden soll, das Ultimatum, was Seehofer und seine feixenden Anhänger ihr stellen, gleicht mehr einer Erpressung als einem konstruktiven Lösungswillen. Wenn Salvini Migranten als „Menschenfleisch“ bezeichnet, ein Trump per Null-Toleranz-Politik auftrumpft, unterstreicht Australien seine ganz eigene, menschenverachtende Härte, gegen Flüchtlinge vorzugehen. Allerdings braucht man nicht unbedingt in die Ferne schweifen, kürzlich soll Algerien 13.000 Flüchtlinge einfach in der Wüste ausgesetzt , die EU sogar davon gewußt haben. Das wiederum bestreitet Algerien, unterstellt eine „böswillige Kampagne“. Insofern muß man mit derartigen Meldungen besser vorsichtig sein, erst recht hinsichtlich des Verhälnisses zwischen Frankreich und Algerien.

Lotar Martin Kamm

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Simone

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Die Simone,
die ist nicht ohne,
die hat ein Gehör,
ich schwör,
die bekommt alles mit,
ob sie daneben steht oder nicht.

Durch geschlossene Türen
sie kann Laute erfühlen,
keine Wand ist zu dick,
sie ist meine Freundin, zum Glück,
denn nicht mal ein leises Flüstern
kann entkommen ihren Nüstern.

Ja, sie zieht quasi mit der Nase
Töne aus dem Atmosphärengase,
verwandelt mit Nasehochziehen,
für andere Stille, zum Wortmusizieren.
Und schnäuzt sie auch dazu,
war das Gehörte Ferkelei, pfui, pfui, du.

Sie hat es nicht leicht,
Wissen erschleicht
sich eine Menge Platz im Herzen,
so muß sie ständig unter Schmerzen
sich alles von der Seele reden,
ihre Zähne litten bereits deswegen.

Die Simone geht deshalb nie ohne
ihr Zweitgebiß dabei, zu ihrem Wohle,
aus dem Haus, das Hörgerät bleibt daheim,
denn nichts bleibt ihr verborgen, geheim.
Wenn ich sie nicht zur Freundin hätt’,
ich tät allen alles glauben, komplett.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Das Paradies mit Füßen treten?

Bitte halt mich ganz fest – wir müssen reden Was für ein seltsamer Traum dich fallenläßt in den frühen Morgenstunden, im nächsten Moment schreckst du hoch, sitzt senkrecht im Bett, weil ein zweimaliges, kurzes, aber resolutes Klopfen an deiner Schlafzimmertür dich aufweckt. Vorbei das verzwickte Erlebnis, zurück in der Wirklichkeit schießen dir alle möglichen Szenarien durch den müden Kopf. Doch dein treuer Hund liegt reglos neben dir, das Geräusch muß daher aus dem Nichts in deinen Traum getreten sein. Trotzdem fragst du dich, wer oder was da erschien. Natürlich hast du die Gewißheit, daß da nichts ist, weil nach dem Aufstehen alles normal sich verhält wie sonst auch. „Bitte halt mich ganz fest, wir müssen reden.“ Mit diesen Worten weckst du deine Lebensgefährtin auf, die ebenso nichts bemerkt, und du ahnst ein wenig unsicher: zu viel der Worte oder einfach nur ratlos? Gefangen im Gleichklang stiller Momente Wer gibt uns das Recht, über andere vorschnell und meist unbedarft zu richten? Menschen erheben sich, meinen tatsächlich, sie würden das Seelenleben eines vermeintlich Schwächeren, oftmals gar Hilfesuchenden duchschauen oder verstehen, ohne sich dessen bewußt zu werden, daß dies niemals gänzlich gelingt. Allein die Vorstellung der Trilliarden von Gedankenverknüpfungen zusammen mit dem unendlich schnelleren, unbewußt geschehenden Informationsaustausch in den Nervenbahnen, die hin- und herschießen in unserem Körper, ihn auf „Betriebstour“ bringen, der Folgemöglichkeiten bestimmter oder unbestimmter weiterer Reaktionen des Handelns, Denkens und Fühlens, zeigt sehr deutlich, wie komplex es im Leben des Menschen ausschaut. Und dann stellen sich gewiße Zeitgenossen hin, verurteilen, richten und töten im Namen des Volkes, sogar des Herrn. Die Schöpfung erlaubt eine Vielfalt, die kaum nachvollziehbar, obendrein lediglich bruchstückhaft langsam verstanden wird. Was zeichnet das angeblich höchste Wesen auf Erden aus, dermaßen unerschrocken sein eigenes Paradies mit Füßen zu treten? Widersprüche aufdecken - Licht ins Dunkel bringen Gibt es Erlösung aus dem Dilemma einer unendlichen Kette der Gewalteskalationen, die bisherig nicht abreißt? Das Übel begann mit diesem Bibelgleichnis, als Kain Abel erschlug, die Menschheitsfessel des Nachstellens und Mordens sich seitdem wie ein Krebsgeschwür, ein Fluch ausbreiten darf. Ungehemmt, nahtlos sich Mächte das Recht nehmen, im Namen ihrer eigenen Gesetze ihre „Untertanen“ zu versklaven, sie zu morden. Eine wahrhaft extrem unverständliche Polarität seitdem Menschheit sich zurechtgerückt hat, in ihr eine Normalität interpretiert, es gäbe nicht nur das Gute, das Böse sich gefälligst als lachend feixender Herrscher durchsetzen darf. Ein Freifahrtschein bedeutet, sämtliche Gewalt zu rechtfertigen? Wir müssen Widersprüche aufdecken, sie entlarven, um Licht ins Dunkel zu bringen. Wenn wir es nicht tun, wie weit soll noch das ganze Ausmaß menschenzerstörender Gewalt sich ausbreiten dürfen? Solange, bis tatsächlich der Blaue Planet in Schutt und Asche gelegt, kein Leben auf ihm mehr kreuchen darf? "Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen." (Albert Einstein) Lotar Martin Kamm Kategorie: Gesellschaft

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Bitte halt mich ganz fest – wir müssen reden

Was für ein seltsamer Traum dich fallen läßt in den frühen Morgenstunden, im nächsten Moment schreckst du hoch, sitzt senkrecht im Bett, weil ein zweimaliges, kurzes, aber resolutes Klopfen an deiner Schlafzimmertür dich aufweckt. Vorbei das verzwickte Erlebnis, zurück in der Wirklichkeit schießen dir alle möglichen Szenarien durch den müden Kopf.

Doch dein treuer Hund liegt reglos neben dir, das Geräusch muß daher aus dem Nichts in deinen Traum getreten sein. Trotzdem fragst du dich, wer oder was da erschien. Natürlich hast du die Gewißheit, daß da nichts ist, weil nach dem Aufstehen alles normal sich verhält wie sonst auch. „Bitte halt mich ganz fest, wir müssen reden.“ Mit diesen Worten weckst du deine Lebensgefährtin auf, die ebenso nichts bemerkt, und du ahnst ein wenig unsicher: zu viel der Worte oder einfach nur ratlos?

Gefangen im Gleichklang stiller Momente

Wer gibt uns das Recht, über andere vorschnell und meist unbedarft zu richten? Menschen erheben sich, meinen tatsächlich, sie würden das Seelenleben eines vermeintlich Schwächeren, oftmals gar Hilfesuchenden duchschauen oder verstehen, ohne sich dessen bewußt zu werden, daß dies niemals gänzlich gelingt. Allein die Vorstellung der Trilliarden von Gedankenverknüpfungen zusammen mit dem unendlich schnelleren, unbewußt geschehenden Informationsaustausch in den Nervenbahnen, die hin- und herschießen in unserem Körper, ihn auf „Betriebstour“ bringen, der Folgemöglichkeiten bestimmter oder unbestimmter weiterer Reaktionen des Handelns, Denkens und Fühlens, zeigt sehr deutlich, wie komplex es im Leben des Menschen ausschaut.

Und dann stellen sich gewiße Zeitgenossen hin, verurteilen, richten und töten im Namen des Volkes, sogar des Herrn. Die Schöpfung erlaubt eine Vielfalt, die kaum nachvollziehbar, obendrein lediglich bruchstückhaft langsam verstanden wird. Was zeichnet das angeblich höchste Wesen auf Erden aus, dermaßen unerschrocken sein eigenes Paradies mit Füßen zu treten?

Widersprüche aufdecken – Licht ins Dunkel bringen

Gibt es Erlösung aus dem Dilemma einer unendlichen Kette der Gewalteskalationen, die bisherig nicht abreißt? Das Übel begann mit diesem Bibelgleichnis, als Kain Abel erschlug, die Menschheitsfessel des Nachstellens und Mordens sich seitdem wie ein Krebsgeschwür, ein Fluch ausbreiten darf. Ungehemmt, nahtlos sich Mächte das Recht nehmen, im Namen ihrer eigenen Gesetze ihre „Untertanen“ zu versklaven, sie zu morden. Eine wahrhaft extrem unverständliche Polarität seitdem Menschheit sich zurechtgerückt hat, in ihr eine Normalität interpretiert, es gäbe nicht nur das Gute, das Böse sich gefälligst als lachend feixender Herrscher durchsetzen darf.

Ein Freifahrtschein bedeutet, sämtliche Gewalt zu rechtfertigen? Wir müssen Widersprüche aufdecken, sie entlarven, um Licht ins Dunkel zu bringen. Wenn wir es nicht tun, wie weit soll noch das ganze Ausmaß menschenzerstörender Gewalt sich ausbreiten dürfen? Solange, bis tatsächlich der Blaue Planet in Schutt und Asche gelegt, kein Leben auf ihm mehr kreuchen darf?

„Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen.“ (Albert Einstein)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Keine Ruhe am stillen Örtchen

© Doris Mock-Kamm

Ich kann nicht mehr allein aufs Klo,
früher, früher, da war das nicht so.

Ich werde nicht mehr allein gelassen,
ich kann es nicht mal richtig hassen.

Ich steh nicht unter Beobachtung,
es geht ums gemeinsame Pieseln, nur darum.

Ich darf erst vom stillen Örtchen gehen,
wenn sie ihr`s mit Streu versehen.

Ich muß geduldig sitzenbleiben,
sonst kann sie mich Tage nicht leiden.

Ich nehm’ mein Schicksal geduldig in Kauf,
denn Fumiku, die hat so gewisse Blicke drauf.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Die Kund vom Ball: Er ist rund – wer kommt dabei zu Fall?

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Deutschland im Taumel dieser Fußballweltmeisterschaft, während auf politischem Parkett Schlips und Kragen sich gegen einen Hosenanzug auflehnt, über Menschenschicksale zu entscheiden, notfalls ohne europäische Bündnispartner. Trutzburg Bayern zeigt uns, wo der Hammer hängt, oder vielleicht doch das Kreuz? Einerlei, der Herr im Haus, die Frau ist raus!

Frohlockende Gesichter, vor lauter Häme in Stein gemeißelt händereibend Bestätigung finden, mit welch simplen Mitteln man gleich den Weg bestimmen vermag, sie tanzen allesamt nach ihrer Pfeife. Nicht zu verwechseln mit des Schiedsrichters wichtigstem Werkzeug, besonders in russischen Stadien, wenn zig Millionen Zuschauer das Geschehen verfolgen. Weil er rund, der Ball, kommt manch einer zu Fall. Hört Ihr nicht den Knall?

Wenn Freud und Leid so dicht zusammen, obsiegt jene Tragig in all ihren Facetten. Ob gewollt oder nicht, es geschieht vor unser aller Augen. Mögen wir wesentlich genauer unterscheiden, inwieweit Ablenkung sich vielleicht doch als klare Botschaft entpuppt. Die Fakten sind bekannt, wer ignoriert, hat entweder weggeschaut oder sich nicht an Lösungswege herangetraut. Die sind vorhanden, wenn man sie denn zuläßt.

Ein wenig zu abstrakt? Während die Chance aufs Achtelfinale erneut in den Fokus gerückt, Teile dieses Landes ganz entzückt, spielt sich ein Horscht in Berlin auf wie ein Bub im Sandkasten, ein fieser Haudrauf. Machtgehabe wohl die passende Beschreibung, natürlich den Wahlkampf im Visier, schließlich lechzen die Blaunen nach den begehrten Wählerstimmen, wittern den Erfolg auf der Welle dieses Asylstreits – welch perfide Austragung. Menschenverachtung breitet sich überall aus, in der Sprache, auf der Straße, in der Politik.

Ein Riß geht durch sämtliche Gesellschaften, gar weltweit, um mal hinter Deutschlands Grenzen zu sichten, die erneut eine Bedeutung erhalten, Nahles umschriebene „Gefahr für Europa“, die jener Horscht per deutsch-bayrischen Brexit heraufbeschwört, nimmt direkten Bezug auf erneuter Nationalsstaaterei. Die böse Saat der Neuen Rechten geht auf.

Insofern wäre es nicht nur klug, sondern ein unabdingbares Muß, zusammenzurücken, von all jenen, die keine Wiederholung des letzten Jahrhunderts dulden wollen. Dies möge überwunden bleiben, Grabenkämpfe in den Reihen der Linken deuten auf Unsicherheit und Machtgehabe hin, alles Wasser auf die Mühlen jenes neuentflammten faschistischen Weges. Was Österreich, Polen, Ungarn, Tschechien, Italien widerfährt, kann auch mitten im Herzen Europas geschehen, wenn die Bürger dieses Landes weiterhin gesättigt sich ablenken und verzetteln lassen per konstruierter Feindbilder und billigen Haßparolen. Stoppen wir sie, bevor es zu spät sein wird!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Maulkorb verpaßt

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Es darf sich ein jeder echauffieren,
flanieren, redigieren,
manche gar dabei angeblich diffamieren.

Bloß keine falsche Scheu,
bleib dir selbst dabei treu,
ob arm oder mit Geld wie Heu.

Es darf anscheinend jeder regieren,
andere schmieren, sich nicht genieren,
gar eine Meinung diktieren.

Bloß vorneweg am Ball
bringt dich keiner zu Fall,
nicht das beste Pferd im Stall.

Es darf ein jeder fast alles zelebrieren,
zitieren, notieren,
einige gar dabei Neider hofieren.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Merkel muss weg – und zwar endgültig

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Wenn eine 6-Prozent-Partei das Land regieren will

Der Horscht kreist über den Wipfeln der Großstadtmetropole, entfleucht und berufen aus Bayerns Hauptstadt, um heimatlich das Innere im Ministerium des Reichstags zusammenzuhalten, zu beschützen, sei es notfalls mit heftigen Seitenhieben und Drohungen gegen Mutti, die oft gescholtene Frau Bundeskanzlerin.

Da fühlt er sich sauwohl, immerhin bringt dessen Partei ganze 6 Prozent an Stimmen zur gemeinsamen großen Koalition, möchte als drittstärkste Fraktion gefälligst nicht nur mitgestalten, sondern obendrein das Sagen haben. Mit freundlicher Unterstützung der Bevölkerung, die laut zusammengeschusterten Meinungsumfragen ohnehin die Kanzlerin in die Wüste schicken will, Merkel muß weg, und zwar endgültig.

Das haben schon seit langem besonders gern jene rechtsextremen Krakeeler sich auf die Fahnen… äh… Schilder und Plakate geschrieben. Nicht etwa wegen deren neoliberaler Politik, sondern weil Deutschland und Europa vor Flüchtlingen sich zur Wehr setzen sollten, wenn diese millionenfach, besonders Schlaue erahnen gar Milliarden, unsere heimatlichen Werte bedrohen. Geht gar nicht. Aber der Horscht macht keene halbe Sachen. Ganz oder gar nicht ist sein Credo, weil sich das gehört als Christ, das „sozialer“ kann man getrost streichen, in Bayern herrscht nur Reichtum, Dekadenz, Bier und Weißwurscht.

Inzwischen ist er gelandet, vermelden aufmerksame Beobachter, der Horscht, nachdem er dafür sorgte, daß ein Markus ihn per blau-weißer Rautenflagge vertritt. Was interessieren irgendwelche Koalitionsverträge oder –absprachen? Man wurschtelt scheinbar vor sich hin. Unter Strauß genoß sie noch ihre 10 Prozent, gar zweimal fast 11, die jetzige Orientierung tendiert Richtung 1949, es fehlen nur noch 0,4 Prozent. Kein Grund zur Aufregung kurz vor der Bayernwahl.

Bester Aufhänger mit erfolgsversprechender Aufmerksamkeit und Schlagzeilen sind Hetzthemen, die der Neuen Rechten in nichts nachstehen wollen, wie das ungelöste Asylrecht. Wo kommen wir denn dahin, wenn die Merkel europäische Lösungen sucht und gar findet?! Der Horscht läßt sich nix gefallen, erst recht nicht, wenn die Kanzlerin ihn entläßt. Dabei kann er auf den Rückhalt einer aufgemischten Bevölkerung rechnen. Basta.

Von West nach Ost dasselbe, sich wandelnde Bild. Politik schafft Entrüstung per installiertem Haß, Nationalismus formt erneut seine unabdingbaren Botschaften, um Völker zu spalten, am besten eine europäische Einheit zu zertrümmmern. Was Bayern kann, schafft jener entflammte Geist erst recht europa- und letztlich weltweit. Frieden geht anders, soll bloß nicht sich in Sicherheit wähnen, schließlich obsiegt stets das bösartige Spiel einer nimmersatten Elite, die fürstlich bedient werden will, koste es, was es wolle. Und sei es, einen Horscht gewähren zu lassen, weiterhin selbst zu prassen, die da unten werden sich schon hassen!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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