Dresden

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Denk ich an Dresden Montag Nachts,
so bin ich um den Schlaf gebracht,
kann die Augen nicht mehr schließen.
Und meine heißen Tränen fließen.

Furcht und Scham, sie wächst und wächst.
Pegida hat so bös die Stadt verhext.
Muß denken an die alte Zeit,
als Dresden bekam sein schönstes Kleid.

Aus fernen Ländern Spenden, Künstler kamen.
Das Kleinod wieder zu vollenden.
Zu tilgen altes Unrecht, sollte Frieden stiften.
Nicht gedacht, um eure Herzen zu vergiften.

Längst vergessener Fremdenhass erblüht,
dumpfer Mob geifernd durch die Straßen zieht.
Des anderen Wesen leid, in den Schmutz gezogen,
rufend, ihre Welt die wahre wär, eure sei gelogen.

Den fernen Mensch zum Feind erklären,
würd sich an unserem Reichtum nähren.
Toleranz, wo keine ist.
Sein Flehen ja wäre meist üble List.

Herzenskälte ist hinein gekrochen
in die geplagte schöne Stadt.
Schnell hat die Welt den Stab gebrochen,
der Deutsch’ sei, was er ja immer wart.

Die Angst den wachen Geist vernebelt,
in der der Masse Einfalt wütet.
Das geistige Elend einst im verborgenen,
Deutschland sollt sich wieder sorgen!

winci

Frei nach Heinrich Heine

Kategorie: Gedichte

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Iran: Trumps Griff in die Mottenkiste

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Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0

Was von langer Hand geplant, soll endlich stattfinden?

Kaum erwägt Nordkorea, sein Atomprogramm abzubauen, haben zuvor die USA zum zweiten Mal völkerrechtswidrig Syrien bebombt mit freundlicher Unterstützung ihrer Verbündeten, greift dieser cholerische Präsident nicht etwa nach den Sternen, wäre wohl doch eine Nummer zu groß, vielmehr in die Mottenkiste kurz vor dessen Entscheidung zur Verlängerung zur Aussetzung der Sanktionen gegen den Iran. Dem widerspricht Präsident Ruhani, das Atomabkommen sei nicht verhandelbar.

Von Zufall kann keine Rede sein, viel eher von offenbarer Dialektik. Was von langer Hand geplant, soll nun endlich stattfinden, durchfährt es dem aufmerksamen Beobachter? Mohssen Massarrat hatte neulich zurecht darauf hingewiesen, daß der Iran keineswegs eine Alleinherschaft anstrebe, berücksichtigt allerdings mit keiner Silbe in seinen Ausführungen die Rolle Russlands.

Destabilisierung des Nahen und Mittleren Ostens gezielte Absicht

Mittendrin stehen sich verfeindete Allianzen schon lange gegenüber. Auf der einen Seite die USA, ihre Nato-Verbündeten nebst Israel und Saudi-Arabien, auf der anderen Seite Syrien, der Iran, Russland und China. Ein Schelm, wer hierbei Böses denkt. Wegschauen nützt aber nichts.

Die Eskalationen nehmen vielmehr zu im Nahen und Mittleren Osten, mit besonders freundlicher Unterstützung dieser USA, was gleichzeitig andere beflügeln mag, sich immer mehr in kriegerische Aktionen verleiten zu lassen. Gestern abend wurden in Syrien Militärstützpunkte der Armee sowie iranischer Milizen per Raketen getroffen, noch sei unklar, wer dies veranlaßte, obwohl am wahrscheinlichsten Israel in Frage kommt, denkt man an dessen Behauptung, der Iran wolle die gesamte Region destabilisieren. Welch perfide Strategie, die jetzt scheinbar aufzugehen scheint!

Der Iran unterschätzt seine Unterdrückung im Innern

Das gilt im übrigen genauso für andere Herrschaftssysteme, denkt man an China oder Russland, während die USA sich damit brüsken, mit ihnen ihre Verbündeten, in einer freien, demokratischen Welt zu leben, ein Garant dafür zu sein. Die Unterschiede könnten kaum scheinbar größer sein. Scheinbar? Per Konsumrausch abgelenkte Volksmassen mögen sich selbst hinterfragen, ob denn alles Gold sei, was da glänze!

Doch zurück zum Iran. Vor einem Vierteljahr belastete Präsident Hassan Rohani noch eine Protestwelle, die zwar inzwischen verstummt, Gegenproteste pro-iranisch mobilisierter Anhänger sowie Drohgebährden, die Todesstrafe sofort umzusetzen, verhinderten eine Ausweitung. Allerdings sollte die Staatsmacht des Iran den Protest der Jugend gegen die geistliche Führung nicht mit einer Einmischung von außen verwechseln, selbst wenn diese USA alles versuchen, den Iran zu zermürben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Verduftet nur

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Keinen Buchenstaben,
nicht mal die Nullen
vom Scheißhäuschen
gönnen sie einem.

Sie haben mit dir
ihre Latrinen gefüllt,
zudeckt mit ihrem
eigenen Mist.

Eure Stummheit
als Sprache stinkt.
Verduftet nur,
ehe ich scheiß
mit dem Wind.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Trumpelstilzchen entfleucht aus Teufels Hölle

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Was haben Politik und Märchen gemeinsam? Sicherlich einen unterhaltsamen Wert, eine gewisse Spannung, viel Unwahrscheinliches dazugedichtet, also ziemlich übertrieben, während die einen mit, „und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“, enden können, schaut’s bei der Politik ein wenig anders aus, sie glänzt vor Unvermögen, hintergeht fortlaufend das Volk, obwohl von jenem selbst gewählt.

Welch Paradoxum, dennoch ein geduldet, gewöhnlicher Vorgang, dem sich die Menschen einfach beugen. Insofern keineswegs verwunderlich, daß ein Trumpelstilzchen aus Teufels Hölle entfleucht, um direkt genügend Anhänger zu finden, die es obendrein als ersten Mann im Staate wählen, zum Präsidenten der Nation, die meint, sie könne die Weltherrschaft an sich reißen.

Dabei nützt all den hintersinnigen Figuren, die sich ungern nach außen zu erkennen geben, das plumpe, kriminell narzißtische Verhalten jenes Trumpelstilzchen, um dieses nach Gutdünken schalten und walten zu lassen. Wie neulich, als zwei europäische Staatenführer es in dessen Regierungsresidenz aufsuchten, um es an eine gute Zusammenarbeit mit poor old Europe zu erinnern. Doch die Neue Welt hat kein Interesse mehr an jene alten Seilschaften, selbst wenn manche noch fest dran glauben.

Längst sind andere Prioritäten gesetzt, auf lange Sicht geplant. Nur wehe dem, der sich dabei nicht an Brechts Zeilen erinnert, die besagen, daß Pläne ohnehin nicht wirklich helfen, am Ende es anders kommt, als man denkt. Mit dem Verstand hat’s aber Trumpelstilzchen sowieso nicht gerade, dann lieber vor laufenden Kameras tönen, die Medien verunglimpfen und twittern, was das Zeug hält. Das befriedigt offensichtlich, während die Öffentlichkeit erstaunt oder es gar bewundert. Erstere seine Kritiker, zweitere dessen rechtsradikalen Anhänger. Das entspricht dem Wesen des Fanatismus, bloß nichts hinterfragen, stets treudoof nicken.

Was bedeuten jene zunächst schaurigen Aussichten? Ganz einfach, Trumpelstilzchen ist das ideale Opfer, um die Neue Welt zu isolieren, ob nun mit einem gigantischen Feuerwerk per weltweiten Atomkrieg oder der Zerschlagung des eigenen Landes, wenn die Wirtschaft zusammenbricht, weil andere Supermächte cleverer agieren. Die einen dünken sich in Walhalla, andere bei Allah selbst, viele befürchten eine Apokalypse oder sehen Jesus zurückkehren. Faktisch erschafft Mensch sich seine eigene Hölle.

Ob’s verstandesmäßig ausreicht, daß jenes Trumpelstilzchen nicht vom Regen in die Traufe gelangt, darf bezweifelt werden. Derartige Wesen kehren niemals in sich, sondern verhalten sich stets ihrer Rolle entsprechend, aus der sie nicht mehr schlüpfen können. Bestes Rezept, sie noch für eine Weile auszuhalten: Die Vergangenheit ruhen lassen, erst recht die Zukunft. Nur im Hier und Jetzt mögen wir den Unterschied zwischen Märchen oder Politik nicht nur begreifen, sondern deutlich letztere lenken, wenn wir dies auch beherzt umsetzen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Das Mißverständnis

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Randnotiz entnommen,
ohne hinzuschauen.
Du siehst ganz verschwommen,
wie sie deinen Wagen klauen.
Einmal nicht aufgepaßt,
schon kam die Gelegenheit.
Egal für sie der mögliche Knast,
Hauptsache Konsum schafft Zweisamkeit.

Das Blaulicht kommt irgendwann,
genervtes Räuspern zu hören.
Du antwortest der Uniform dann,
die wird dein Jammern kaum stören.
Wie jetzt ohne Auto zur Arbeit gelangen,
kann man es daher abschreiben?
In der Regel kriegen wir sie nicht gefangen,
müssen Sie sich ein anderes auftreiben!

Du sitzt enttäuscht auf Parkes Bank,
haderst mit dir und ungerechter Welt.
Schon fühlst du dich ganz krank,
weißt nicht, woher nehmen das Geld.
Auf einmal hörst du den bekannten Ton,
deine Mary hat nen bestimmten Klang.
Es waren keine Diebe, sondern dein Sohn,
reicht den Schlüssel, gibt dir nen Kuß auf die Wang.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Entbehrungen bestimmen das Leben

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Verzicht ohne Leid

Ist es nicht erstaunlich, daß Entbehrungen in allen sozialen, kulturellen Gesell-schaftsschichten als körperliches und seelisches Leid empfunden werden? Wer bei diesem Satz nur an die materiellen Entbehrungen denkt, wird sich natürlich fragen, ob dies nicht etwas übertrieben ist. Denn kann man wirklich von seelischen und körperlichen Leid sprechen, wenn man über genügend finanzielle Mittel verfügt, um sich sozusagen jeden Wunsch zu erfüllen?

Vom Verständnis gegenüber anderen ausgehend, kann man dies nicht nur, sondern sollte diese Entbehrungsschmerzen genauso ernst nehmen, denn sie „befallen“ jeden unab-hängig seiner Herkunft, den einen mehr, den anderen weniger. Das Gefühl der Ent-behrung ist zudem eine zweischneidige Aussage. Einerseits bedeutet Entbehren, ver-missen, andererseits ist es die Fähigkeit, etwas herzugeben ohne Mangel an sich selbst zu leiden.

entbehren, mittelhochdeutsch enbern, althochdeutsch inberan, eigentlich, nicht (bei sich) tragen, zu mittelhochdeutsch bern, althochdeutsch beran, gebären (Duden)

Andere Synonyme sind, vermissen, verzichten, ermangeln, fehlen.

Wer nicht den Text über die Bedeutung überflogen hat, wird das Wort „gebären“ gelesen haben. Also die Wortverwandtschaft bereits erkannt haben.

gebären, mittelhochdeutsch gebern, althochdeutsch giberan, (hervor)bringen, erzeugen, gebären, zu mittelhochdeutsch bern, althochdeutsch beran, tragen; bringen; hervor-bringen; gebären. (Duden) Andere Begriffe sind, entbinden, niederkommen, ein Kind zur Welt bringen.

Wie eng die Wortverwandtschaft sich erklärt, kann man bei einem Rückblick in die frühesten Zeiten der Menschheit erkennen. Entbehrungen bestimmten vielerorts das Leben. Und vielerorts war die Geburt ein wichtiges Ereignis, auch im Sinne von Fort-bestand und zwar nicht nur innerhalb einer Familie, auch für ganze Gruppen. Übersieht man für einen kurzen Moment die Tatsache, daß die männlichen Nachkommen bevorzugt erwartet wurden, daß Frauen, die keine Söhne geboren haben, keinem Stammhalter das Leben schenkten, ohne weiteres ihrer „Stellung“ degradiert wurden, so sollte man allerdings nicht die Leidensgeschichten übersehen, die über diese Frauen zu erzählen wären.

Möglicherweise trug dieses Leid auch dazu bei, daß gebären, tragen, bringen, die kognitive Verbindung zu entbehren, nicht bei sich tragen, vermissen, verzichten, hergestellt hat. Entbehren, nicht bei sich tragen, ist dennoch nicht nur ein frauenspezifisches Gefühl oder Verlangen. Aber es verdeutlicht in seinem Wortsinn die Intensität des Vermissens, des Fehlens. Und wie könnte man diese Steigerung besser umschreiben als mit dem Vergleich des Nicht-Gebärens, des Nicht-Tragens?

Das Präfix „-ent“ entstanden über das Wort Antlitz, (Gesicht, das Entgegenblickende), drückt Gegensatz oder Trennung aus. Deshalb kann Entbehrung ebenso Verzicht ohne Leid bedeuten. Nicht nur Mütter, auch Väter verzichten auf ihre Zeit, auf ihre Vorlieben oder was auch immer, wenn es um ihre Kinder geht. Diese Entbehrungen geschehen oft, ohne sich darüber im Klaren zu sein, sie sind unabhängig von Erwartungen gegenüber anderen.

Ob Liebe allein dafür ausreicht, Entbehrungen auf sich zu nehmen, oder ein Indikator darstellt, kein Entbehren zu empfinden, sei dahingestellt, denn dies sind individuelle Komponenten, die, wie könnte es anders sein, nicht abhängig sind vom sozialen, kul-turellen Hintergrund.

Das Gefühl der Entbehrung, sollte man ernst nehmen, egal aus welchen Gründen jemand damit „schwanger“ geht. Es gibt viele Möglichkeiten, seinem Gegenüber, dem Antlitz des anderen wieder Glück in dessen Leben zu bringen. Denn das Vermissen oder das Verzichten kann zu mannigfachen „Störungen“ führen, die nicht nur im persön-lichen Bereich ihre Auswirkungen zeigen, sondern sich über ganze Menschengruppen verteilen, wenn Menschen an verantwortlichen Positionen daran leiden.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Großkonzerne: Schwindender Einfluss bei gleichzeitiger Abhängigkeit

Politik beugt sich dem Kapital

Jede Kritik verhallt ungehört und mit ohnmächtigen Begleiterscheinungen ob einer gewissen Chancenlosigkeit, sich dieser Macht real entgegenstemmen zu können. Großkonzerne bestimmen schon lange weltweit das Wirtschaftsgeschehen, sämtliche kleinere Konzerne und mittelständische Unternehmen haben sich dem Machtkartell der Großkonzerne letztlich unterzuordnen, da diese politische Vorgaben und Entscheidungen diktieren.

Im Gegensatz zu global angestrebten, demokratischen Regierungsformen herrscht in der Wirtschaft viel eher ein diktatorischer Wind: Alles hat sich nach den Vorgaben der Großkonzerne zu richten, diese verdrängen Konkurrenten und somit kleinere Konzerne und Firmen. Sind Großkonzerne im Visier, mag man hierbei durchaus fast schon klischeehaft „das Schlucken und Aufkaufen“ im „Pretty-Woman-Stil“ zitieren, kann leider nur noch schwindenden Einfluß seitens der Politik bei gleichzeitiger Abhängigkeit der Gesellschaft feststellen.

Doch ein marxistischer Monopolkapitalismus oder bewußt ver-kompliziert?

Warum einfach, wenn es vielmehr aufgrund historisch geschickt inszenierter Verflechtungen sowohl auf der politischen Bühne als auch in der Wirtschaft sich anbietet, die Völker und ihre Gesellschaften zu blenden, mittels Verschleierung ein Wirtschaftsnetz entstehen zu lassen, welches niemand wirklich durchschauen kann, wahrscheinlich die Großkonzerne selbst nicht mehr. Das stört diese allerdings kaum, ihr Fokus richtet sich einzig und allein auf ihr Anliegen: die Vormachtstellung auszubauen und zu bewahren.

Das im Marxismus verankerte Schreckgespenst eines Monopolkapitalismus am Ende längst eingetretene Wirklichkeit, zumal tatsächlich breite Wirtschaftszweige eine Monopolvormachtstellung genießen, Großkonzerne trotz staatlicher Kontrolle mittels Kartellrecht die Märkte der Schlüsselindustrien beherrschen? Ein einfaches, linear-historisches Schema wie der Marxismus dies vermutete, trat selbstverständlich nicht ein, sondern eine bewußt herbeigeführte Verkomplizierung sollte Kritikern der Großkonzerne und somit des Monopolkapitalismus Sand in die Augen streuen, weil eine gezielte Aufklärung deren eigene Machtstellung gefährdete.

Kurzer Blick zu den Weltkonzernen mit dem größten Umsatz

Werfen wir doch mal einen kurzen Blick in die Liste Fortune Global 500, in der die 100 größten Unternehmen sortiert nach deren Umsatz bezogen auf das Geschäftsjahr 2015 veröffentlicht wurden. Sicherlich, Öl regiert die Welt, und so darf nicht weiter ver-wunderlich sein, daß unter den ersten 10 Konzernen allein schon 5 aus der Öl- und Gasbranche stammen, an Nummer 3 China National Petroleum mit Sitz in Peking und einem Jahresumsatz von 299,3 Milliarden US-Dollar. Inzwischen hat Nesquik den US-amerikanischen Einzelhandelskonzern Wal-Mart Stores Inc. von seinem ersten Platz mit einem Umsatz von 482,1 Milliarden US-Dollar verdrängt.

Alles hat seinen Preis, aber nicht durch Fleiß, sondern durch Ausbeutung

Hierzulande sorgte die Bespitzelung der Lidl- und Schleckermitarbeiter für genug Schlagzeilen. Als am 02. Juli 1962 Sam Walton, der Gründer des Wal-Mart Stores Inc., seinen ersten Wal-Mart in Rogers (Arkansas) eröffnete, wurde sicherlich noch ein halbwegs menschlicher Umgang mit den Mitarbeitern gepflegt. Doch spätestens seit dem Aufstieg gegen Ende der 1980iger Jahre änderte sich das. Während Wal-Mart für sich in Anspruch nimmt, daß seine Arbeitnehmer offiziell als gleichberechtigte Partner dem Unternehmen dienen, wird eine Gewerkschaftspolitik strikt abgelehnt. Kein Wunder, daß somit gewerkschaftlich organisierte Kollegen in den Supermärkten der Konkurrenz im Durchschnitt ein Drittel mehr verdienen als Wal-Mart-Angestellte.

Ganz besonders bei der dreisten Einsparung am Personal offenbart sich der Erfolg dieses Weltkonzerns, die Ausbeutung nimmt ihren Lauf, sei es durch Kürzen der 30-minütigen Pause oder die Weigerung, Mehrarbeit einfach zu entlohnen. Die Schwäche des US-amerikanischen Arbeitsrechtes wird gnadenlos ausgenutzt, selbst wenn hin und wieder Gerichtsprozesse den Konzern per Urteile belangen, die Geschäftspraktiken unter-streichen seine Macht, die Angst vor Arbeitsplatzverlust hält die allermeisten Angestellten in Schach.

Zurück zur Monopolstellung der Konzerne – wer stoppt sie?

Solange wir wider besseren Wissens die Großkonzerne weiterhin gewähren lassen, selbst unsere gewählten Politiker tatenlos durch Nichtstun glänzen, ändert sich gar nichts an der tief verwurzelten Monopolstellung. Im Gegenteil, sie dürfen sich ungestraft und un-gehemmt austoben auf dem Rücken einer Menschheit, die in Abhängigkeit sich begibt.

Ein Wandel des Umdenkens braucht viel Zeit, wobei diese schon längst unsere Grenzen diktiert hat angesichts der zunehmenden Probleme, die uns noch erwarten aufgrund eines zügellosen Ressourcenabbaus, einer anhaltenden Umweltbelastung. Kleinere, regionale Unternehmen würden wesentlich behutsamer und nachhaltiger agieren, da sie sonst direkt betroffen wären, hingegen Konzernpolitik offensichtlich nur die Gewinn-maximierung vor Augen hat.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Wirtschaft/Finanzen

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