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Abgelaufen
Die ganze Strecke
nochmal zurück
Pudding kaufen
Handy summt
Ich steh im Regen
ohne naß zu werden
Keiner kommt
Nafia

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Ich steh im Regen
ohne naß zu werden
Keiner kommt
Nafia
Während politische Männerfreundschaften einen sehr viel höheren Stellenwert zu haben scheinen, immerhin hielt sich Emmanuel Macron drei Tage lang zu Besuch bei Donald Trump in Washington auf, soll es mit Angela Merkel gerade mal für eine Stippvisite reichen. Nonsens eine derartige Behauptung.
Schließlich kann man nach dem „Festival der Ohrfeigen“ keineswegs von einer politischen Männerfreundschaft lamentieren, viel eher muß man eingestehen, daß Macron sich wacker schlug, was spätestens in seiner Rede vor dem US-Kongreß wenigstens manche meinten, kommentieren zu müssen. Ob es reicht, sie mit den Worten Make our planet great again zu eröffnen, bleibt mal dahingestellt. Ein Donald Trump wird eher am Ausstieg des Pariser Klimaabkommens festhalten, den Atom-Deal mit dem Iran weiterhin negieren. Eine sinkende Titanic war der grausame Vorgeschmack, im Boot mit dem „blonden Dollen“ tut Not.
Selbstverständlich gibt es klare Absprachen zwischen Frankreich und Deutschland, nicht nur wegen der deutsch-französischen Freundschaft, sondern vor allem wegen der EU. Tragisch genug der Brexit, wenn es um Stahl und Aluminium geht, sind Beratungen über bevorstehende US-Zölle ein dringliches Muß.
Schön, wenn ein DGB Protektionismus und Dumpingexporte rügt, dennoch sollten die Gewerkschaften auch mal eigene Verfehlungen endlich eingestehen, denken wir an ihre Haltung zusammen mit der rot-grünen Regierung zur Agenda 2010. Die ist unbedingt an der Ausbeutung und dem Abbau sozialer Standards beteiligt!
Die Herleitung der Huffingtonpost, Merkels Treffen mit Trump könne den Frieden gefährden, spricht allerdings Bände. Vor allem was die Überschrift anbelangt, die zugleich völlig deplatziert die Bundeskanzlerin als hauptverantwortlich anprangert, das zumindest per unglücklicher Formulieruung inpliziert. Wir wollen doch mal festhalten, die Aufkündigung des Iran-Abkommens seitens Trumps schafft sicherlich kein Vertrauen für den Despoten Nordkoreas, der wiederum den bevorstehenden historischen Deal zur Denuklearisierung in Folge aussetzen könnte. Was drei Tage nicht verhindern, kann eine Stippvisite erst recht nicht. Punkt.
Das paßt zur Trump-Administration, Richard Grenell kurz vorm Besuch Merkels als deutschen US-Botschafter zu ernennen, auch wenn eine längere Verzögerung dies zuvor verhinderte. Der ehemalige US-Botschafter bei der UNO unter George W. Bush rügte bereits damals schon die Rolle Deutschlands, welches bekanntlich unter Schröder den Irak-Krieg ablehnte.
Insofern nicht verwunderlich, wenn er kritische Worte findet, daß die Deutschen sich nicht bei der militärischen Strafaktion gen Syrien mit Großbritannien, Frankreich und den USA beteiligt hätten. Wer freiberuflich bei Breitbart News Network gearbeitet hat, mehrmals Sebastian Kurz lobt, gleichwohl wie Trump „abfällige Kommentare“ über Frauen verbreitet, den sieht man nicht gern auf dem US-Botschaftsposten in Berlin.
Lotar Martin Kamm

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Du weißt längst, daß die Zeit keineswegs alle Wunden heilt,
fühlst dich vehement eingekeilt,
obendrein allein gelassen,
läufst irritiert durch manche Straßen.
Du hast den Zeitpunkt einfach verpaßt,
verweilst gedankenverloren, gänzlich ohne Hast,
tief im Innern demutsvoll,
hegst du den ein oder anderen Groll.
Du weißt längst, daß Wut ein schlechter Ratgeber ist,
fühlst dich dennoch oftmals angepisst,
gleichwohl nicht zu unrecht,
selbst wenn sie sich hinterher rächt.
Du hast den Zeitpunkt diesmal nicht verpaßt,
sondern handelst entsprechend gezielt gefaßt,
voller Überzeugung, mitnichten zaghaft,
all die Mißstände zu beseitigen, gibt dir die Kraft.
Lotar Martin Kamm

Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0
Nachdem 2014 „Lügenpresse“ als das Unwort des Jahres ernannt wurde, ohnhin der wachsame, aufgeklärte Zeitgenosse an den Beginn des letzten Jahrhunderts genauso erinnert worden war wie an die Nazi-Ära, mußte ihm zwangsläufig jene Entscheidung eher sauer aufstoßen, weil schlichtweg simpelst und hochgradig bösartig der ehrbare Beruf der Journalisten in den Dreck gezogen wird.
Ziel erreicht, könnte man jetzt einfach bemerken, oder aber wesentlich kritischer hinschauen und die Pressefreiheit daher besser in Schutz nehmen, wie das die NGO Reporter ohne Grenzen (ROG) seit 33 Jahren akribisch versucht. Dabei kommt sie bei ihrem jüngsten Bericht zu dem Ergebnis, daß Pressefreiheit in Europa gefährdet ist. Insofern zeigt die Hetze Rechtsradikaler längst ihre fatale Wirkung.
Betrachtet man die Liste der ROG zur Pressefreiheit 2018, gibt es durchaus auch erfreuliches zu berichten. Neuseeland hat sich gleich um 5 Plätze vom 13. Rang auf den 8. verbessert, Portugal erzielte ein Plus von 4 auf den 14. Rang, Uruguay kletterte vom 25. auf den 20. Rang. Südkorea verbesserte sich gleich um 20 Plätze vom 63. zum 43. Rang
Auffällig hingegen der Verlust Dänemarks um 5 Plätze, vom 4. zum 9. Rang, wie schon im Artikel der Süddeutschen zurecht erwähnt, verloren die Slowakei und Tschechien 10 bzw. 11 Plätze, Malta fiel vom 47. auf den 65. Rang.
Daß Russland auf den 148. Rang, die Türkei auf den 157. und China auf dem 176. Rang verweilen, kann kaum verwundern. Allerdings sollte das schlechte Abschneiden mancher Länder dennoch besser kritisch hinterfragt werden, inwieweit ROG tatsächlich unbeeinflußt ihre Arbeit ausüben, denkt man an Kuba oder manch andere sozialistisch-kommunistisch geprägte Nationen. Hinzu kommt, daß die politische Einstellung eines der Mitbegründer von ROG, von Robert Ménard, Unmut hervorgerufen hat, kein gutes Licht auf die Organisation warf, die sich allerdings zügig von diesem distanzierte.
Selbst wenn Despoten erneut zunehmen, auch jene, die solches vehement abstreiten, denken wir an die Türkei, an Ungarn oder auch an Russland, so erfreut sich insgesamt die Presse ihrer weltweiten Freiheit, obwohl immer öfters eingeschränkt und daher gefährdet.
Wenn ein Herr Donald Trump sie permanent verunglimpft, wirft dies nicht nur ein schlechtes Licht auf den Regierungsstil, sondern gleichwohl auf die Glaubwürdigkeit eines demokratischen Anspruchs, auf ein freies Land wie die USA. Dies scheint jener cholerische Präsident keineswegs zu berücksichtigen, meint damit, seine Frustration eigener Defizite kaschieren zu können. Funktioniert aber nicht, zumindest bei allen Kritikern.
„Die Presse mag ausschweifend sein. Aber sie ist das moralischste Werkzeug der Welt von heute. Durch die Furcht vor der Presse werden mehr Verbrechen, Korruption und Unmoral verhindert als durch das Gesetz.“ (Joseph Pulitzer)
Lotar Martin Kamm

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Durch Wasser
geknickt
der Blick.
Gekrümmt
ohne Biegung.
So einfach
ist der Trick.
Augen voll
Tränen
brechen
die Welt.
Ob Freude,
ob Trauer,
oft reicht
ein Wisch,
Sicht wird
zum sprudelnden
Quell.
Nafia

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Und ewig winkt die Sühne? Es ist zum Haare raufen, was sich manch Herrschaften im Weißen Haus erlauben. Da hilf kein Komasaufen, genauso wenig wie verzweifeltes Schnaufen. Wenn ein Macron nen Trump trifft, kommt nicht allzuoft vor, ob nüchtern oder bekifft, kratzte dir an den Kopp, du Tor!
Weil man sich unweigerlich fragt, was dabei wohl herauskommen mag. So nen Drücker oder Küßchen niemand beklagt, doch was bringt solch denkwürdiger Tag? Denn hinterher bestimmen gezielte Sachzwänge ohnehin das politische Treiben, was unterschiedlicher kaum sein kann. Kaum gemeinsames wird verbleiben, außer dieser protzig militärische Drang. Dabei will man der Welt nur beweisen, was sowieso schon lange klar, der US-Westen fährt auf sicheren Gleisen, Jahr für Jahr.
Der französische Präsident wird bereits als Führer Europas gehandelt, obwohl erst seit kurzem Frankreich leiten darf. Wenn Frau Merkel nicht jene neue, innige Kameradschaft verschandelt, dazu gäbe es schlichtweg genug Bedarf, könnte Macrons Taktik vielleicht doch Wunder tun? Weit gefehlt, darauf sollte sich niemand ausruhen, weil man besser auf Trumps Cholerik zählt.
Die hat schon manch Staatsmann zur Räson gebracht, wer sich eventuell erinnern kann, den ein oder anderen Fauxpas entfacht, zog kritische Stimmen in den Bann. Wer mit solch blondem Dollen ringen will, der braucht nicht nur starke Nerven, der ist besser mindestens genauso schrill, sortiert sich beim Gedankenschärfen. Nur kaum jemand hat gegen jenen Humpty-Trumpty das passende Rezept, wie auch bei solch Wankelmut, egal ob frechweg oder nett, am Ende wird jeder von jenem ausgebuht.
Während Trump Putin als Staatsmann lobt, er Russland am liebsten einnehmen würde, dabei nonstop auf Twitter tobt, ignoriert er stets einfach jede Hürde, ganz im Sinne eines Mafiosi. Ja, solches kriegt er simpelst hinne, ohne scusi. Klar doch kann man nur nen Shakespeare bei solch Staatsgehabe bemühen, der bloß dem Volk aufs Maul schaut, sei es jedem Kritiker verziehen, dessen Text auf Wut aufbaut.
Die Welt blickt erstaunt gen Weißes Haus, was dort Medien wohl zu berichten wissen. Globt mir, da kommt nüscht jutes bei heraus, die Menschen werden erneut beschissen. Mit diesen Präsidenten erst recht. Wer dermaßen theatralisch nach außen wirkt, dem wird beim Zuschauen schlecht, es einem tief im Innern würgt. Weder Europa steht auf dem Spiel noch jene USA, sondern den Weltfrieden verhindern ist das Ziel, ganz klar. Aufrüstung wohin man blickt, sozialer Abbau wie eh und je, erneutes Kriegsgelüste tickt, gleichwohl im Élysée!
Lotar Martin Kamm

Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0
Es war Sommer. Kein Zweifel. Auch wenn man friert, muß dies nicht heißen, Kälte würde dafür verantwortlich sein. Jedenfalls nicht die Kälte, die allgemeinhin den Wintermonaten zugeschrieben wird. Vielleicht kann man es auch Erschauern nennen. Beides ist Kälte. Kälte, die durch den ganzen Körper zu spüren ist. Kälte, die jede Bewegung mühsam macht, weil man sich starr fühlt. Starr. Starr, zerbrechlich vor Kälte und Staunen.
„Mareike. Mareike! Mareike, stier nicht so!“
„Ich stiere nicht, Mama, ich friere!“, flüsterte Mareike, ließ aber den Mann, der ihr gegenüber auf der anderen Seite des Rasens auf einer Bank saß, nicht aus den Augen. Schief saß er da. Die Bänke waren alle gleich, darauf kann man nicht schief sitzen. Aber dieser Mann gegenüber saß schäb und schräg, so würde Opa das ausdrücken, so hat sie Opa verstanden, wenn er schäb und schräg sagt. Und das sagte er oft. Alles, was ihm nicht in den Kram paßt, das sagt Oma, ist schäb und schräg.
Mutter tastete und fühlte die Stirn von Mareike.
„Fieber hast du nicht. Komm, wir setzen uns auf die andere Seite, dort ist es sonnig, und Papa werden wir auch von da aus sehen können. Es kann nicht mehr lange dauern, bis er uns abholt.“ Mit einem bestimmenden, dennoch liebevollen Klang in der Stimme fühlte die Mutter Mareikes Stirn und Nacken.
„Ich will lieber hierbleiben!“, fast war die Antwort nicht zu hören, denn Mareike hauchte mehr, als sie sprach. Es hätte sie nicht gewundert, wenn sie ihren Atem vor ihrem Mund aufsteigen sehen konnte, wie im Winter, wenn Eisblumen am Fenster in der Vorratskammer blühen. Sie wollte nicht näher zu dem Mann, der schäb und schräg auf der Bank saß.
„Das paßt mir nicht in den Kram“, flüsterte sie etwas lauter und wiederholte, nicht in den Kram passen, nochmal.
„Mareike! Wie redest du denn?“, mit Erstaunen beobachtete die Mutter ihre Tochter und fragte sich, ob neben ihr wirklich Mareike saß. Die Mareike, die die gesamte Familie mit ihrem herzhaften Lachen und ständigem lauten Gebabbel unterhielt und gerade eben noch hüpfend mit ihr zu der fünften Parkbank gegangen war, ständig Papas Worte wiederholend: „Die fünfte Parkbank neben dem Teich im Park, wenn ihr von der rechten Seite des Eingangs kommt, denn genau gegenüber ist in der Hecke ein kleiner, kaum sichtbarer Durchschlupf, durch den zwänge ich mich durch und Mareike, du darfst ausnahmsweise über den Rasen mir entgegenlaufen.“
Die Mutter befühlte noch einmal Mareikes Stirn, als Mareike laut schrie: „Nein, Papa! Nein!“
Der Vater war durch das Gebüsch hindurch getreten und ging zögerlich zwar, doch bestimmt auf den Mann zu, der schäb und schräg auf der Bank saß.
Mareike spürte wie das Eisblumenfenster zerbarst. Alle ihre Sinne schienen unfähig zu sein zu einer weiteren Reaktion. Zu Eis erstarrt.
„Da, da ist Papa, siehst du ihn?“, ihre Mutter gab Mareike einen leichten Schubs, unterließ es aber, sie zum Aufstehen zu drängen, als sie diese Angst in den Augen ihrer Tochter sah.
„Schau Mareike, das ist Friedrich Mayr. Da war er jung und der beste Turner von allen Dörfern ringsherum. Am Reck und am Barren war er unschlagbar. Wir waren zusammen in einer Klasse. Ich sag dir, der war der beste Kamerad, den man sich vorstellen konnte. Er hat kein leichtes Leben seit dem Krieg, das Schicksal hat es nicht gut mit ihm gemeint“, mit dem Finger zeigte Opa auf einen fröhlich strahlenden Jungen. Mareike konnte keine Ähnlichkeit zu dem Mann auf der Parkbank entdecken.
„Opa, paßt Friedrich in deinen Kram? Ist er nicht schäb und schräg?“
„Nein, Mareike, Friedrich ist nicht schäb und schräg, vielleicht sollte ich… Er paßt in meinen Kram.“, antwortete Opa und war erleichtert, als seine Frau aus der Küche rief, kommt ihr beide zum Essen.
Mareike lag in ihrem Bett, die Eltern hatten ausnahmsweise erlaubt, daß das Licht noch nicht ausgeschaltet wurde. Opas Freund, Turner, Krieg, Rücken zerschossen, Granatensplitter im Gesicht, Bomben, mehrfach operiert, als Krüppel bekomme ich keine Arbeit, Marie letztes Jahr gestorben, wohnt jetzt bei seiner Tochter, Grüße soll ich dir ausrichten von ihm, Vater. Opa sagt, er ist nicht schäb und schräg, nur weil er nicht mehr aufrecht stehen und sitzen kann und sein Gesicht verzerrt und voll Narben ist. Friedrich paßt in Opas Kram.
Sie drehte sich zur Wandseite und sah die Blumen vom Fensterbrett als Schatten an der Wand. Eisblumen kann man nur zu Gesicht bekommen, wenn es gefroren hat. Mareike paßte es in den Kram, die Schattenblumen zu sehen, auch wenn sie ein wenig schäb und schräg aussahen, wie Friedrich. Gefrorene Schatten an der Wand.
Doris Mock-Kamm